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Alt 15.10.2018, 06:29   #376  
Marvel Boy
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Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen

Meine Frage wäre: Wie wünschenswert ist es, daß man eine Soap Opera quasi sein ganzes Leben lang begleitet? Ich war von elf bis - großzügig gerechnet - 25 Jahren von dieser Soap Opera fasziniert, dann ließ das deutlich nach. Darin sehe ich aber kein Manko. Die Interessen ändern sich auch mal.
Das währe es was ich mir gewünscht hätte das Peter mich das ganze Leben begleitet.
Also, das Baby verschwindet nicht und heutzutage hätten wir halt kein Spider-Man mehr sondern eine Spider-Girl Serie, so wie die sehr gute die im MC2 gelaufen ist.
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Alt 15.10.2018, 06:45   #377  
Peter L. Opmann
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Zitat von Marvel Boy Beitrag anzeigen
Das währe es was ich mir gewünscht hätte das Peter mich das ganze Leben begleitet.
Das galt für mich auch - zwischen 11 und 25 Jahren. Ich habe den Wechsel von Ditko zu Romita mitgemacht (naja, ein bißchen wenigstens) und den von Lee zu Conway. Aber der Tod von Gwen war für mich schon der Ansatz zum Ausstieg, und die Art ihrer späteren Rückkehr (ich meine jetzt nicht Spider-Gwen) wäre garantiert nichts für mich gewesen. Eine Serie wird aber nun einmal niemals so geschrieben, daß gerade ich immer dabei bleibe.
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Alt 17.10.2018, 16:43   #378  
Peter L. Opmann
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Spinne (Williams) 72

Erscheinungstermin: 11/1976

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 71
2) Journey into Mystery # 118

Story-Titel:
1) Der Schnelle und die Spinne!
2) Den Donnergott zu töten!

Original-Storytitel:
1) The Speedster and the Spider!
2) To kill a Thunder God!

Zeichnungen:
1) John Romita / Jim Mooney
2) Jack Kirby / Vince Colletta

Text:
1) Stan Lee
2) Stan Lee



In dieser Ausgabe wird die Geschichte um die antike Tafel erstmal wieder auf Null gestellt. Die Spinne entschließt sich, sie Captain Stacy zu übergeben. Damit könnte diese Story zuende sein – man weiß nur noch nicht, was die Inschrift besagt. Für mich wäre sowohl denkbar, daß Stan Lee bisher auch noch nicht weiß, was das Geheimnis dieser Tafel sein könnte. Oder er meinte, die endlosen Kämpfe mit dem Kingpin könnten die Leser allmählich ermüden, und führte deshalb einen neuen Gegner ein, einen klassischen Gaststar: Quecksilber, damals Mitglied der Rächer. Grundsätzlich könnte auch ein laufendes Crossover den Themenwechsel erfordert haben, aber dagegen spricht, daß es eigentlich schon einige Zeit zurücklag.

Lee und Romita lassen sich aber gut zehn Seiten, also mehr als die Hälfte des Hefts, Zeit, zunächst die Sache mit der Tafel abzuschließen. Für mich als Neuleser war das sehr wichtig. Ich merkte, daß die Dinge hier fortlaufend miteinander zusammenhängen und ich tunlichst am Ball bleiben mußte. Zu Beginn sitzt Peter Parker, noch halb mit seinem Spinnen-Kostüm bekleidet, in seinem Studentenapartment und denkt über die jüngsten Ereignisse nach. Insbesondere beschäftigt ihn, was aus Jonah Jameson geworden ist. In diesem Augenblick platzt sein Kumpel Harry Osborn herein. Peter schafft es knapp, das Superhelden-Oberteil verschwinden zu lassen. Die langen Unterhosen bedeckt er mit einem Bademantel, wobei die netzverzierten Strümpfe unten herausschauen. Harry merkt aber glücklicherweise nichts.

An dieser Stelle wird zu Quecksilber und seiner Schwester, der Scharlachhexe, übergeblendet. Hier handelt es sich um einen Handlungsstrang, der offenbar in „X-Men“ startete und sich in „Avengers“ fortsetzte. Quecksilber wird hier sozusagen aus der Versenkung geholt, denn in USA ist die Veröffentlichung schon ein Dreivierteljahr her. Bei uns wurde der erste Teil nur bei Hit-Comics und der zweite erst ein paar Monate später veröffentlicht. Für mich damals eher verwirrend, obwohl sich die Redaktion redlich mühte, die Vorgeschichte zu erklären. Jedenfalls hatte sich Quecksilber als mißverstandener Mutant dem bösen Magneto angeschlossen Nach dem Angriff der Rächer flog die Insel, auf der er residierte, in die Luft, was Magneto offenbar das Leben kostete. Quecksilber, Wanda und Magnetos einstiger Diener, die Kröte, konnten sich absetzen.

Quecksilber will sich und seine Begleiter rehabilitieren und sich zu diesem Zweck an die Rächer wenden. Doch die sind gerade in Afrika unterwegs („Avengers“ # 62). Da wird er auf eine typische „Bugle“-Schlagzeile aufmerksam, die die Spinne zum Verbrecher stempelt. Er kommt auf die Idee, seine gute Gesinnung zu beweisen, indem er sie an die Justiz ausliefert. Dafür muß er sie natürlich erstmal fangen. Das bedeutet sechs Seiten Duell. Nachdem die Spinne anfangs den schnellsten Mann der Welt – von Flash wohl abgesehen – kaum zu fassen bekommt, kann sie ihn letztlich doch ausschalten, indem sie ihn gegen ihren ausgestreckten Arm rennen läßt. Quecksilber versichert, er betrachte sie nicht mehr als Feind, und die Spinne schwingt davon, ohne sich für seine Probleme zu interessieren. Naja, wir sind auch schon auf der letzten Seite.

Zwischendurch erleben wir Joe Robertson, den Lokalchef des „Daily Bugle“, zuerst am Krankenbett von JJJ und dann als frei schaltenden und waltenden Zeitungsmann. Er kauft Peter seine Fotos vom Kampf der Spinne gegen den Kingpin für eine großzügige Summe ab und verwertet sie dann als Belege für die Unschuld der Spinne. Was natürlich bei JJJ im Krankenhaus einen Wutanfall auslöst. Nachdem ich inzwischen in derselben Branche arbeite, denke ich mir: wie konnten diese beiden Typen jemals konfliktfrei zusammenarbeiten? Und warum hat Jonah noch nie versucht, seinen quertreibenden Mitarbeiter rauszuwerfen? Ich weiß, daß Robertson auch Jahre später noch in leitender Position beim „Bugle“ arbeitete.

Das Crossover von Quecksilber und der Scharlachhexe kann man wohl schwerlich als Marvel-Meisterwerk bezeichnen. Warum der Speedster zwischen den Fronten hin- und herwechselt, wird nie so recht begründet, geschweige denn plausibel gemacht. Das ist aber hier nur ein Schönheitsfehler. Die Tafel-Story wird relativ elegant zur Seite gelegt, und Quecksilber taugt durchaus für eine kurze Action-Einlage. Für mich wäre freilich der Besuch der Spinne bei Captain Stacy eher der Höhepunkt des Hefts und hätte aufs Cover gehört; da hätte man ja Quecksilber durchaus schon im Hintergrund auftauchen lassen können. Aber es wird eben eher darauf gesetzt, daß die Leser an der alten Frage: Wer ist stärker…? interessiert sind.

Auch in diesem Heft beschränkt sich das Redaktionelle auf die Checkliste und die Programmvorschau.
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Alt 19.10.2018, 18:04   #379  
Peter L. Opmann
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Wieder mal eine Anmerkung meines Freundes, des DC-Fans:

Zitat:
Quicksilver ist übrigens viel langsamer als der Flash. Flash hat Quasi-Lichtgeschwindigkeit, Quicks gerade mal Schallgeschwindigkeit. Ein Wettrennen der beiden, wie man es im gefloppten "JLA vs. Avengers" vorhatte, müsste also auch einen arg geschwächten Flash voraussetzen.
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Alt 20.10.2018, 16:56   #380  
jakubkurtzberg
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Interessant.
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Alt 20.10.2018, 21:26   #381  
Peter L. Opmann
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Ja, das bedeutet, auf seine Weise ist Flash wohl genauso unbesiegbar wie Superman. Die einzigen nicht allmächtigen DC-Helden, die mir gerade einfallen, sind Green Arrow und Hawkman (Batman spielt eine Sonderrolle).

Nun zur nächsten "Spinne"-Ausgabe:

Spinne (Williams) 73

Erscheinungstermin: 12/1976

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 72
2) Journey into Mystery # 118

Story-Titel:
1) Zerschlagen vom Schocker!
2) ohne Titel (Den Donnergott zu töten!)

Original-Storytitel:
1) Rocked by the Shocker
2) To kill a Thunder God!

Zeichnungen:
1) John Romita / John Buscema / Jim Mooney
2) Jack Kirby / Vince Colletta

Text:
1) Stan Lee
2) Stan Lee



Eine neue Erkenntnis meines Wiederlese-Projekts ist, daß John Romita sich erstaunlich lange beim Pencillen helfen ließ. Und das lag wohl doch nicht nur an der Doppelbelastung durch „Spectacular Spider-Man“. In dieser Phase mußte, wie wir gesehen haben, Don Heck mit ran. Hier nun zeichnete John Buscema mit (auch wenn Williams ihn in den Credits als „Co-Autor“ bezeichnet). Zwischendurch hat auch mal Jim Mooney nicht nur geinkt, sondern auch Romita beim Zeichnen unterstützt. Ich weiß nicht, wie das kam. Der „Spider-Man“-Zeitungsstrip, den er anfangs zeichnete und der ihn, wie man weiß, sehr belastete, kam meines Wissens erst später.

Buscema war jedenfalls auch ein hervorragender Spider-Man-Zeichner. Es folgen ja noch ein paar Ausgaben, bei denen er die Pencils komplett übernahm, und da freue ich mich schon aufs Wiedersehen. Inhaltlich überzeugt die Ausgabe weniger. Es ist einfach ein Kräftemessen zwischen Spinne und Schocker, mühsam in das Epos mit der antiken Tafel eingepaßt. Nach wie vor wissen wir nicht, was da eingraviert ist – es ist nur alles äußerst geheimnisvoll, und die Tafel ist offenbar mindestens so wertvoll wie die britischen Kronjuwelen. Deshalb dachte sich Lee wohl: Lassen wir den Schocker einfach das gute Stück klauen – klar, daß die Spinne etwas dagegen hat.

Nehmen wir mal an, daß der Schocker durch die Ausstellung auf die Tafel aufmerksam geworden ist. Nun soll er durch Zeitungsmeldungen erfahren haben, daß sie im Safe von Captain Stacy ruht. Er weiß aber nicht, daß der Kingpin an ihr interessiert ist und, weil er von der Spinne zurechtgestutzt worden ist, die ganze Unterwelt von dieser Hehlerware lieber die Finger läßt. Die Frage, wieso der Schocker nicht mehr im Knast sitzt, läßt Lee lieber gleich beiseite. Peter Parker erfährt durch eine Radiodurchsage in der Straßenbahn, daß der Schocker wieder unterwegs ist, und verwandelt sich in die Spinne. Das erste Duell endet Unentschieden, was Peter ganz recht ist, denn er muß Tante May in den Zug zur Sommerfrische in Florida setzen. Ein Blick in die Zeitung zeigt ihm, daß sich Dr. Curt Conners ebenfalls gerade in Florida aufhält.

Das spricht dafür, daß Lee mit der Tafel eventuell nicht mehr viel vorhatte. Tatsächlich kommen jetzt aber noch drei Ausgaben, in denen sich alles um sie dreht, bevor Conners, beziehungsweise sein Alter Ego, die Echse, auftaucht. Wohl weil der Schocker mit der gestohlenen Tafel nichts anfangen kann, überfällt er nun wieder Geldtransporte. Dabei mischt sich die Spinne wieder ein. Einerseits ist der Ausgang dieses Kampfs ziemlich einfallslos und enttäuschend: die Spinne verklebt die Maske ihres Gegners mit Netzflüssigkeit und nimmt ihm darauf seine Vibrations-Prothesen ab. Andererseits zeichnen das Buscema und Romita (inwieweit er beteiligt ist, ist nicht so genau auszumachen) sehr dynamisch und mitreißend. Ich kann zwar manche Posen eindeutig als Buscema-like identifizieren; wo Romita aber nicht im Spiel ist, kann ich nicht so genau erkennen.

Unvermeidlich gibt es zwischendurch zwei Einlagen: Jonah Jameson wütet weiter im Krankenhaus, nachdem er in seiner eigenen Zeitung lesen muß, daß die Spinne ein Held sei. Eigenartig, daß er selbst im Krankenbett pausenlos Zigarren raucht. Eine resolute Schwester verpaßt ihm schließlich eine Beruhigungsspritze. Außerdem treffen sich Peter und Gwen zu einer Aussprache. Gwen gesteht zwar, daß die Spinne für sie faszinierend ist, aber gleich darauf entdeckt sie Flash Thompson – schon wieder im Heimaturlaub – und begrüßt ihn überschwänglich, was Peter eifersüchtig macht und einen Streit zwischen den beiden einstigen Schulkameraden hervorruft. Gwen stellt sich auf Flashs Seite, der schließlich im Dienst fürs Vaterland ist – die alte Schwäche der Frauen für Uniformen. Mit Peter und Gwen bleibt es also schwierig.

Eine sehr mäßige Story, der man das aber beim ersten Lesen nicht anmerkt. Formal wird sehr auf Qualität geachtet (vielleicht wurde Buscema ja deshalb ins Boot geholt); auch die Story liest sich zumindest verwickelt und durchaus spannend, wenn auch nicht viel dahintersteckt. Was sonst noch auffällt: In der Checkliste werden erstmals die Originalausgaben und ihre Titel angegeben („damit Ihr Eure Unterlagen vervollständigen könnt“). Die Anzeigen sind wohl kurzfristig durch eine Eigenanzeige („Die Fantastischen Vier“) ersetzt worden. Auf einer Extra-Seite informiert die Redaktion recht gut über den „Beruf Comiczeichner“.

Geändert von Peter L. Opmann (21.10.2018 um 12:45 Uhr)
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Alt 21.10.2018, 10:01   #382  
Marvel Boy
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Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Wieder mal eine Anmerkung meines Freundes, des DC-Fans:
Ich fand JLA vs. Avengers recht unterhaltsam.
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Alt 21.10.2018, 12:45   #383  
Peter L. Opmann
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Er sagt ja nur, daß die Serie gefloppt sei, nicht, daß sie ihm nicht gefallen hat.
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Alt 21.10.2018, 23:03   #384  
Peter L. Opmann
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Spinne (Williams) 74

Erscheinungstermin: 12/1976

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 73
2) Journey into Mystery # 119

Story-Titel:
1) Das Netz ist dicht!
2) Der Tag des Vernichters!

Original-Storytitel:
1) The Web closes!
2) The Day of the Destroyer!

Zeichnungen:
1) John Buscema / John Romita / Jim Mooney
2) Jack Kirby / Vince Colletta

Text:
1) Stan Lee
2) Stan Lee



Als ich dieses Heft am Kiosk kaufte, war die Welt der Spinne für mich noch relativ neu. Manches an dieser Story kam mir daher etwas seltsam vor. Jetzt verstehe ich die Dinge etwas besser – oder kann zumindest ein bißchen darüber spekulieren.

Der „neueste Supergegner der Spinne“, der in der letzten Ausgabe großspurig angekündigt wurde, ist „Menschenberg Marko“. Marko ist einfach ein Gangster; überraschenderweise gehört er nicht zur Bande des Kingpin, sondern steht auf der Gehaltsliste des Mafiabosses Silbermähne. Was hat das zu bedeuten?

Zunächst mal läßt Stan Lee den Kingpin in der Versenkung verschwinden – warum, erkläre ich später. Ich stelle mir vor, daß er ein wenig hin- und hergerissen war. Einerseits will er einen anständigen Gegner für die Spinne, einen namhaften wie Quecksilber oder einen starken Widersacher wie den Schocker. Andererseits will er aber zu der Geschichte mit der geheimnisvollen Tafel zurückkehren, denn ihm ist – möglicherweise – eine gute Story rund um den Steinbrocken eingefallen. Diese Story spielt aber im Gangstermilieu. Gangster gehen planvoller vor als Superschurken, und sie haben langfristigere Ziele. So kam wohl Marko ins Dasein. Er soll beides verbinden: den Gangster und die Statur eines Superschurken. Ich habe mir aber schon 1976/77 gedacht: Ein Typ ohne Superkräfte soll es mit der Spinne aufnehmen? Das wirkt tatsächlich nicht überzeugend.

Die Figur von Silbermähne fand ich beeindruckend, aber ich war auch verwirrt: Wo kommt denn dieser Typ nun her? Er hat hier seinen allerersten Auftritt. Und er hat mit der Tafel ganz bestimmte Pläne. Das spielt hier zunächst noch keine Rolle. Jedenfalls wird Marko losgeschickt, um sie ihm zu bringen. Was nämlich letztes Mal – für mich – etwas unterging: Der Schocker wurde zwar von der Spinne geschlagen und zurück ins Gefängnis geschickt. Aber die Tafel hat er sozusagen noch. Er hat sie jedenfalls vorher noch rechtzeitig verschwinden lassen.

Zu Beginn aber stattet die Spinne Captain Stacy einen Besuch ab. Auch sie will die Tafel wiederbeschaffen. Stacy rügt sie zwar fürs Eindringen in sein Schlafzimmer, gibt ihr aber doch einen heißen Tip: Der Schocker hat eine Freundin. Die Spinne findet sie, bemerkt jedoch, daß Marko von der Mafia sie schon vor ihr gefunden hat. Das Mädchen ist ziemlich tough. Obwohl Marko ihre Wohnung zerlegt, tut sie so, als wisse sie von nichts. Die Spinne greift ein, und nun beginnt ein ziemlich unglaubwürdiger Kampf – wenn man denn einen Superhelden a priori für glaubwürdig hält. Aber die Spinne ist nun mal superstark und müßte mit Marko spielend fertigwerden. Lee und Romita/Buscema wollen aber einen Fight bieten, der sich gewaschen hat. Marko erinnert auch ein wenig an einen Supertypen, denn er trägt einen schwarzen Ganzkörper-Lederanzug. Vielleicht ist er ein wenig ein Prototyp für Luke Cage.

Marko erringt sogar zumindest einen Punktsieg: Er schmettert die Spinne gegen eine Wand, wodurch ein Safe sichtbar wird. Marko greift zu und hat die Tafel. Die Spinne rappelt sich zwar wieder auf, aber Marko droht nun, das Mädchen aus ihrer Hochhauswohnung auf die Straße stürzen zu lassen. Spidey rettet die gefallene Dame, aber in der Zwischenzeit verschwindet Marko mit der Tafel.

Silbermähne hat inzwischen Wilson – Kingpins Experten für die Entzifferung der Tafel – mit halblegalen Mitteln aus dem Gefängnis geholt. Das hat für ihn Caesar erledigt, ein durchtriebener Gangster, der Ambitionen auf Silbermähnes Chefsessel hat. Dadurch werden wir auf Silbermähnes Problem aufmerksam: Er ist der unumschränkte Boss (auch wenn Kingpin das ebenfalls von sich behauptet), aber er ist schon sehr alt. Noch hat er alle Macht in seinen Händen, aber das Problem wird sich für Caesar bald biologisch lösen. Die Spinne schwingt indessen nach Hause. Peter Parker fällt ein, dass er ein Praktikum bei Dr. Curt Conners machen wollte, und ruft ihn an. Er erfährt aber von seiner Frau, daß ein paar seltsame Männer ihn abgeholt hätten. Conners wird zu Silbermähne gebracht. Der braucht ihn irgendwie im Zusammenhang mit der Tafel. Er ahnt nicht, daß Conners sich jederzeit unkontrolliert in die Echse verwandeln kann. Das heißt, Lee schafft es, die sich anbahnende Echsen-Story mit dem Tafel-Mehrteiler zu verzwirbeln. Nicht schlecht!

Ausgelassen habe ich die Rückkehr von Jonah Jameson ins Büro, wo er sich Joe Robertson vorknöpft. Der Angestellte zeigt sich aber unerschrocken: Sollte JJJ von ihm verlangen, Hetzartikel gegen die Spinne zu schreiben, wird er kündigen. Und Jameson steckt zurück. Robertson hält ihn, wie wir erfahren, nur für einen „lärmenden Aufschneider“, also eine Witzfigur. Damit wäre das auch mal geklärt.

Mir geht’s eigentlich immer noch so wie vor gut 40 Jahren: Alles von der Geschichte habe ich nicht gekauft. Marko ist kein richtiger Gegner für die Spinne (und er taucht auch längere Zeit nicht wieder auf). Silbermähne ist eine eigenartige Figur: quasi allmächtig und zugleich altersschwach. Aber immerhin werden jetzt ernsthafte Schritte unternommen, das Geheimnis der Tafel zu lüften. Silbermähne kennt es offenbar schon, obwohl auch er darauf angewiesen ist, dass sie entziffert wird. Aber wie auch immer, die Spannung steigt. Die grundlegende Mechanik der Story funktioniert. Fälschlich wird allerdings am Ende suggeriert, daß auch die Echse ins Spiel kommt – das dauert noch etwas.

Unter der Checkliste ist jetzt wieder die halbseitige Sea-Monkeys-Werbung. Dieser Karlsruher Versand bleibt den Williams-Marvels offenbar bis zum Ende treu.

Geändert von Peter L. Opmann (21.10.2018 um 23:09 Uhr)
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
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