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Alt 13.10.2021, 20:02   #201  
Peter L. Opmann
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Conan the Barbarian # 20 / Marvel-Superhelden-Comic-Taschenbuch: Conan # 2 / Conan der Barbar, Classic Collection # 1

Erscheinungstermin:
November 1972 / 1979 (?) / 2019

Story-Titel: Der schwarze Hund der Rache!

Original-Storytitel: The Black Hound of Vengeance!

Zeichnungen: Barry Windsor-Smith und Dan Adkins

Text: Roy Thomas

Übersetzung: Michael Strittmatter

Nachtrag zu „Conan“ # 19: Hätte ich das Vorwort nochmal aufmerksam gelesen, hätte ich letztes Mal schon gewußt, warum die hinteren Seiten so seltsam aussehen. Dan Adkins schaffte es nicht, diese Episode fertig zu inken, und so wurden die Bleistiftzeichnungen von Barry Smith direkt reproduziert – was natürlich ein bißchen wie schlechtes Inking aussieht.

Bei der vorliegenden Story gibt es solche Unregelmäßigkeiten nicht. Auffällig ist, daß sie in den Condor-Taschenbüchern nicht enthalten ist. Ich könnte mir vorstellen, es liegt daran, daß sie etwas gewaltgeneigter ist als sonst. Man sieht, wie Krieger von Schwertern durchbohrt werden. Ein Hund zerfleischt Conans Arm, und am Ende wird zwar nicht gezeigt, aber ausführlich besprochen, wie der verletzte Fafnir über Bord geworfen wurde und starb. Das war Wolfgang Biehler wohl ein bißchen zu viel. Erneut mangelt es der Story an Dramaturgie und einer Pointe; es ist eine Beschreibung von aufeinanderfolgenden Kriegshandlungen, und den Höhepunkt bildet, wie im Titel angegeben, Conans Kampf gegen einen großen schwarzen Hund. Er ist nicht unmäßig groß wie ein Monster, aber von ungeheurer Aggressivität. Allerdings besiegt Conan ihn wie viele Monster zuvor. Hätte ich mir nicht auferlegt, den Classic-Collection-Band durchzulesen, sondern hätte Heft für Heft gekauft, würde ich mir vielleicht spätestens hier überlegen auszusteigen, weil sich die einzelnen Bände in ihrer Grundstruktur immer wieder sehr ähneln. Doch nach wie vor gilt: Packend ist das Geschehen irgendwie schon.

Die Turanier beschließen, Makkalet zu überfallen, weil sie ein nachlässig bewachtes Tor entdeckt haben. Conan ist mit von der Partie. Zuvor hat er den verwundeten Fafnir besucht und entdeckt, daß ihm ein Arm wegen Wundbrand amputiert werden mußte. Fafnir hat keinen rechten Lebensmut mehr, aber Conan will ihn wieder aufrichten. Nun steht aber zuerst die Expedition in die feindliche Stadt an, bei der die Turanier ein Götzenbild zurückholen wollen. Dazu müssen sie in den Tempel eindringen, in dem es recht unheimlich zugeht. Conan muß mitkommen, die Haare zusammengebunden und einen Helm auf dem Kopf.

Er begegnet einer Frau, die sich für eine Tempeldienerin ausgibt, aber in Wirklichkeit die Königin der Stadt ist. Und dann taucht der Hohepriester aus dem letzten Heft wieder auf und bedroht Conan mit dem Tod. Die Szenen haben hier etwas Alptraumhaftes – Conan erblickt sich etwa in einem Spiegel als Totenschädel. Dann gelangt er in einen hellen Spiegelsaal, stürzt allerdings durch eine Falltür und steht unvermittelt dem schwarzen Hund gegenüber. Obwohl von Conans Schwert getroffen, stirbt der Hund nicht. Schließlich gelingt es dem Cimmerier jedoch, ihn mit einer Kette zu erdrosseln und zugleich mit dem Schwert völlig zu durchbohren. Conan schleppt sich, selbst heftig lädiert, aus dem Tempel und erblickt die Flotte der Turanier vor sich. Am Ende sind zwei Seiten mit illustrativen Bildern und ausführlichem Text angefügt, auf denen das Schicksal von Fafnir enthüllt wird. Conan richtet unter den Turaniern ein Blutbad an und springt vom Schiff.

Man kann dem Heft nicht absprechen, daß die Handlung textlich und bildlich sehr intensiv geschildert wird. Aber sie hat eigentlich außer Grausamkeiten und mystischen Geheimnissen nicht viel zu bieten. Man muß sich wohl wieder klarmachen, daß so etwas in Comic Books damals ziemlich unüblich war und die Leser fasziniert waren, ohne darauf zu achten, was ihnen da genau erzählt wurde. Bemerkenswert ist aber, daß Conan sich nun seit zwei Ausgaben in einer bestimmten Umwelt bewegt und die Geschichte immer noch weitergeht. Noch immer sind die einzelnen Episoden in sich abgeschlossen, aber die Serie gewinnt so allmählich einen längeren erzählerischen Atem.

Geändert von Peter L. Opmann (14.10.2021 um 08:06 Uhr)
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Alt 13.10.2021, 20:18   #202  
Peter L. Opmann
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Übrigens: Mir fiel gerade ein, daß etwa zu dieser Zeit im deutschen Fernsehen "Der Seewolf" mit dem legendären Raimund Harmstorf lief. Ich habe diesen Weihnachts-Vierteiler wohl erst Mitte oder Ende der 70er Jahre gesehen, weil ich vorher definitiv noch zu jung war. Aber da gab es ähnliche Gewaltdarstellungen: Harmstorff als Wolf Larson hat ohnehin bei jeder Gelegenheit seine Schiffsbesatzung verprügelt. Der Koch wird einmal kielgeholt, ein Schwarzer von Haien gefressen. Humphrey van Weyden, Larsons Gegenspieler, tötet einen Wolf, bevor der ihn fressen kann, und am Ende sehen wir Larson hilflos erblindet auf Grund eines Gehirntumors wieder, der trotzdem versucht, van Weyden zu erwürgen.

Ich sehe heute, daß Regisseur Wolfgang Staudte vor den drastischsten Gewaltdarstellungen zurückschreckte, aber damals war das noch nicht Standard im Fernsehen und hatte entsprechendes Schockpotential.
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Alt 14.10.2021, 05:45   #203  
Crackajack Jackson
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Ich konnte mich noch genau an den Tod von Fafnir erinnern. Ich glaube die Geschichte wurde schon bei Condor in Conan TB #2 veröffentlicht.

Das ist zugleich, zumindest für mich, der eigentliche Kern der Geschichte, das Schicksal Fafnirs und die Rache von Conan. Conan kann Fafnir nicht helfen, er ist kein Heiler, sondern ein Krieger und somit tut er das einzige, was er kann, den Täter aufspüren. Das er den Täter nicht kennt, tut der Sache keinen Abbruch.

Hier wird der Schrecken des Krieges gezeigt. Fafnir, den man in den letzten Ausgaben kennen und schätzen gelernt hat, erleidet hier das Schicksal vieler von Conans Gefährten, dass er zuerst noch seinen Arm verliert, macht die Sache noch schlimmer. Es wird hier nicht nur der Tod, sondern auch das Leiden davor gezeigt. Recht heftig für einen Comic, den viele Kinder lesen.
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Alt 14.10.2021, 08:03   #204  
Peter L. Opmann
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Du hast recht. Die Hefte # 20, 21 und 23 waren im zweiten Taschenbuch - warum auch immer. Aber da die Storys in sich abgeschlossen sind, ist das möglich. Der Leser kann sich höchstens fragen, warum Conan mal auf einem Schiff ist und mal nicht.
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Alt Heute, 22:14   #205  
Peter L. Opmann
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Conan the Barbarian # 21 / Marvel-Superhelden-Comic-Taschenbuch: Conan # 2 / Conan der Barbar, Classic Collection # 1

Erscheinungstermin:
Dezember 1972 / 1979 (?) / 2019

Story-Titel: Das Monster der Monolithen!

Original-Storytitel: The Monster of the Monoliths!

Zeichnungen: Barry Windsor-Smith; Dan Adkins, Craig Russell, Val Mayerik und Sal Buscema

Text: Roy Thomas

Übersetzung: Michael Strittmatter

Das Vorwort geht nicht näher darauf ein, aber offensichtlich war Barry Smith schon wieder in Zeitnot. Mag sein, daß es auch an Dan Adkins lag, der kurzfristig ausfiel; jedenfalls mußten mehrere Inker, darunter Val Mayerik, der zeitgleich das „Monster von Frankenstein“ zeichnete, und P. Craig Russell, die Seiten schnell vollenden. Ich gestehe, ich kann nicht erkennen, wer wo was getuscht hat. Hier ist angegeben, daß die Story „Der schwarze Stein“ von Robert E. Howard adaptiert wurde – ich will jetzt nicht nachsehen, ob sie in einem meiner „Conan“-Bücher enthalten ist. In meinen Augen ähnelt die Story der vorherigen durch ihre alptraumhafte Anmutung.

Wie den collageartigen letzten Seiten von Heft # 19 zu entnehmen war, rächte Conan den Tod von Fafnir und rettete sich dann mit einem Sprung ins Meer. Nun wird er, offenbar völlig entkräftet und unbewaffnet, an der Stadt Makkalet angespült, an deren Belagerung er sich bisher beteiligt hatte. Soldaten nehmen ihn nach kurzem Gerangel gefangen. In der Stadt werden gerade zwischen König, Königin und dem Hohepriester Ränke geschmiedet. Conan gerät dabei zwischen die Fronten. Kurz scheint es, als hätte die Königin, die er als vermeintliche Tempeldienerin schon einmal getroffen hat, ein Auge auf ihn geworfen, aber dann gibt sie ihm nur – zu seinem Schutz – ein Amulett und sendet ihn in ihre Heimatstadt, um Hilfe gegen die Turaner (die Belagerer) zu holen.

Die Soldaten, mit denen er reitet, haben aber etwas anderes vor. Sie kommen zu einer Kultstätte mit zwei Monolithen (wie aus „2001“ entliehen). Ein alter Priester, der sich hier mit seiner – ausnehmend hübschen – Tochter aufhält, warnt Conan mit verschwurbelten Versen. Im nächsten Moment wird er getötet; Conan und das Mädchen werden auf Altäre gebunden. Sie stirbt nun ebenfalls durch einen Schwerthieb. Ihr Blut soll ein dämonisches Monster anlocken – diesmal eine überdimensionale Kröte, die die Monolithe hinunterkriecht. Conan reißt sich los und packt das Schwert eines der Soldaten, aber er kann die Monsterkröte nicht töten. Da wird ihm klar, daß das Amulett, das ihn angeblich beschützte, sie auf seine Spur geführt hat. (Und ich dachte, es sei das Mädchen gewesen.) Er wirft es dem Anführer der Soldaten zu, worauf das Monster sich ihm zuwendet. Sobald der Kommandant sein Leben ausgehaucht hat, verschwindet die Kröte in einem schwarzen Nebel. Conan verläßt die Stätte des Grauens.

Obwohl diese Episode ein paar unübersehbare logische Brüche aufweist und der Leser nicht genau erfährt, wer in Makkalet warum gegen wen intrigiert hat, kommt sie mir runder und nachvollziehbarer vor als die vorangegangene. Es ist aber wieder ein Eintopf mit den bekannten Zutaten: Grausamkeiten unter Militärangehörigen; Conan in Ketten, eine lüsterne Herrscherin; ein mächtiger Magier; ein furcht- oder ekelerregendes Monster. Grafisch wie immer eigenwillig, aber mit viel Liebe zum Detail ausgeführt. Man sieht nun endlich die fantastischen Städte, für die Smith bekannt ist. Stilistisch ist das aber ein wilder Mix. Es wäre bestimmt reizvoll, genau zu untersuchen, welche Details aus der Kulturgeschichte da hineingerührt sind, aber so viel Zeit habe ich nicht. Einmal ist vom Jenseits als dem „Himmel“ die Rede, was sicher ein jüdisch-christlicher Begriff ist. Einmal sagt der Alte: „Mehr sage ich nicht.“ Und mir kam in den Sinn, ob da im Original wohl „Nuff said“ steht.
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