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Alt 04.03.2020, 20:25   #1  
Peter L. Opmann
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gold01 Fantastische Vier revisited

Wie versprochen, fasse ich hier meine Anmerkungen zur Williams-Serie nochmal in einem eigenen Thread zusammen. Man findet das Ganze verstreut in "Marvel Verwirrung Condor & Co." ab Beitrag 2939. Die Daten zum Heft wollte ich eigentlich weglassen. Nun bemerke ich, daß ich auch die Cover nicht abbilden kann. Mit meinem neuen PC kann ich die URL nicht kopieren. Aber man kann ja bei Michi Diers nachsehen.


"Die Fantastischen Vier" # 1



Man sieht, daß Lee und Kirby keine Anfänger waren. Es wurde sorgfältig und umsichtig eine neue Serie konzipiert. Leider kann ich nicht sagen, wie stark sie sich am DC-Vorbild „Challengers of the Unknown“ orientiert haben, aber das waren ja keine Superhelden. Andererseits beginnt FV – wie wohl bei den „Challengers“ üblich, als Mystery-Story. Wobei Verleger Martin Goodman etwas wie „Justice League of America“ wollte – da kann ich auch nicht sagen, ob wichtige Elemente übernommen ("geklaut") wurden.

Reed Richards löst den Team-Alarm aus – warum, erfahren wir erst im zweiten Teil der Geschichte, die hier in Band 2 verschoben ist. Aber dieser Alarm bedingt, daß sich die Vier erstmals der Öffentlichkeit zeigen. Ungewöhnliche Reaktion (ganz anders als bei DC): Ihre übermenschlichen Kräfte erschrecken die Bürger von New York.

Auf 13 Seiten bekommt jeder der FV seinen eigenen spektakulären Auftritt. Superfähigkeiten und auch der Charakter der Protagonisten sind schon weitgehend festgelegt. Wir sehen zum Beispiel bereits, daß beim Fliegen Johnnys Flamme ausgehen kann und er dann von Reed gerettet werden muß – später oft wiederholt. Sue hat wohl noch kein Kraftfeld. Und: Es gibt noch keine Superheldenkostüme; die vier sind eher Jekyll-und-Hyde-Figuren.

Jack Kirby Zeichnungen sind souverän. Da ist auch schon vieles da, was er später immer wieder zeigt. Nur Ding sieht noch aus wie eins seiner typischen Monster aus den Horrorheften; später wird es dann praktisch zu einer Funnyfigur. Und Kirby verwendet hier nicht seine starre Seitenaufteilung, sondern arbeitet sehr variantenreich. Die splash page zu Beginn sieht noch sehr bescheiden aus.

Es passiert in dieser Episode nicht mehr, als daß die Fantastischen Vier nach der Alarmierung zusammenkommen und sich dann gemeinsam erstmal an ihre Origins erinnern. Um die Spannung zu steigern, arbeiten Lee/Kirby also mit einer Rückblende. Am Ende fehlt mir ein Cliffhanger. Mir kommt die Story ein bißchen vor wie: Jetzt kennen wir diese vier außergewöhnlichen Menschen; und damit ist die Geschichte zu Ende. Allerdings trat in den USA dann gleich auf der nächsten Seite der Maulwurf auf, der ja einer der gefährlichsten Gegner der FV war (wurde sogar bei Pixars „Unglaublichen“ zitiert).

Wahrscheinlich wurde die erste FV-Story von Williams deshalb geteilt, um auch den Dämon angemessen einführen zu können; von dieser Story gibt es ebenfalls 13 Seiten. Hinzu kommen eine Menge redaktionelle Seiten und auch Füllseiten (Rätsel, wohl aus FOOM, und das erste Mini-Poster). Das ist letztlich alles Eigenwerbung und muß zum Serienstart aus Verlagssicht sein. Wäre FV # 1 komplett abgedruckt worden, wäre ohne jegliche Füllseiten der Dämon auf sieben Seiten beschränkt gewesen (die vier Umschlagseiten ausgenommen). Das wäre wirklich wenig gewesen. Als Redakteur ist Reinhard Mordek („Remo“) angegeben.

Geändert von underduck (04.03.2020 um 21:49 Uhr)
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Alt 05.03.2020, 04:28   #2  
Crackajack Jackson
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Auf dem Cover ist schon eine spätere Version des Dings zu sehen.
Am Anfang der Geschichte war seine Haut noch ebener.

Auch die Fackel sah noch körperloser aus.

Ich werde heute Abend die Geschichte auch mal wieder lesen.
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Alt 05.03.2020, 05:32   #3  
Marvel Boy
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Googmans Forderung nach etwas JLA ähnlichem kam etwas später und führte zu den Avengers.
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Alt 05.03.2020, 06:05   #4  
Crackajack Jackson
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Es ist wohl ein neues Konzept gewesen.
Eine Familie mit verschiedenen Superkräften.
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Alt 05.03.2020, 06:50   #5  
Peter L. Opmann
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@ Underduck: Danke fürs Einfügen. Ich versuche mal herauszufinden, wie ich an die URL rankomme, dann kann ich das vielleicht wieder selbst übernehmen.

@ Crackajack: Das Cover war collagiert. Es sollte durchaus die Leute ansprechen, die FV schon durch die HIT-Comics kannten. Bei "Die Spinne" # 1 war's ebenso. Glücklicherweise hat Williams dann doch bald zu den Originalcovern gegriffen.

@ Marvel Boy: Ich meine, ich habe das so in Sean Howes Buch "Marvel - the untold Story" gelesen, müßte aber nochmal nachsehen. Es scheint ziemlich offensichtlich zu sein, daß sich die Fantastischen Vier teils an den "Challengers of the Unknown" orientieren; kann gut sein, daß man das bei Marvel aber nicht zugeben will.
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Alt 05.03.2020, 06:52   #6  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 2



Die Maulwurf-Story hat für mich einige Eigenheiten, die wohl darauf hindeuten, dass das Konzept der Serie am Anfang noch nicht ganz klar war. Die Figuren haben Lee und Kirby gleich in gültiger Weise kreiert. Aber es scheint, das Superheldenteam sollte ursprünglich eher im Verborgenen agieren. Alle tragen Straßenkleidung (sogar Ding, freilich mit ins Gesicht gezogenem Hut, Sonnenbrille und hochgeschlagenem Mantelkragen) und setzen ihre Kräfte überraschend ein.

Die Grundidee des Aufeinandertreffens mit dem Maulwurf scheint das Auftauchen von Monstern aus den Tiefen der Erde gewesen zu sein. Solche Viecher brauchte der Maulwurf später nicht mehr. Als er sich den FV zu erkennen gibt, erzählt er seine traurige Lebensgeschichte, bei der es im weiteren Verlauf der Serie auch bleibt. Der Showdown ist kurz und eher mäßig spannend: Der Maulwurf entfesselt ein weiteres Monster, mit dem die Fackel aber kurzen Prozeß macht. Als noch mehr Monster nachdrängen, machen die FV einfach das Maulwurfsloch dicht. Da war bei der Story noch Luft nach oben, und der Maulwurf kehrte ja später auch deutlich eindrucksvoller zurück.

Es gibt ein paar skurrile Dialogsätze, zum Beispiel:

"Was sollten die zerbrechlichen Kanonen gegen diese gigantische Kreatur ausrichten können?" Klingt fast nach Bundeswehrausrüstung... ;-)

"Der Sturz hatte mir seltsamerweise überhaupt nichts ausgemacht. Ja... ich hatte den Mittelpunkt der Erde erreicht." Dieser Bericht des Maulwurfs lehnt sich an das Fantasykonzept einer Welt im Inneren der Erde an. Vielleicht war damals noch unbekannt, daß die Erde im Inneren flüssig und um die 6000 Grad heiß ist.


Geändert von underduck (05.03.2020 um 09:45 Uhr) Grund: Cover eingefügt
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Alt 05.03.2020, 06:54   #7  
Crackajack Jackson
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Bei mir ging das mit den Covern auch nicht. Habe mir dann den Firefox Browser runtergeladen.
Damit funktioniert's. Ausserdem habe ich das Gefühl, dass ich damit schneller unterwegs bin.

Wenn Du dir keinen zusätzlichen Browser herunterladen willst, gibt es noch Image Banana.
Dort kannst Du Bilder hochladen und dann hier einfügen.

Geändert von Crackajack Jackson (05.03.2020 um 07:03 Uhr)
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Alt 05.03.2020, 06:56   #8  
FrankDrake
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Das Cover war collagiert. Es sollte durchaus die Leute ansprechen, die FV schon durch die HIT-Comics kannten.
Ich glaube bis heute, dass die Leute die die FV aus den HIT-Comics kannten, so wie ich, von den ersten Ausgaben der Williams Hefte sehr enttäuscht waren.

Nach der Dynamik der Hit # 252 dann die FV Nummer 1

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Alt 05.03.2020, 08:40   #9  
Marvelianer
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Auch ich war als 12 Jähriger damals enttäuscht, da kauft man sich Dezember 1973 das Hit Comic FV 252 und 2 Wochen später das Marvel Comic FV 1 und
bekommt dann solch schlechtes Artwork zu sehen, auch fragte ich mich im ersten Moment wo dann die 251 vorherigen FV zu finden sind.
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Alt 05.03.2020, 09:10   #10  
Peter L. Opmann
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Da möchte ich widersprechen. Klar, in den frühen FV-Ausgaben war das Artwork noch nicht so routiniert, und Jack Kirby mußte seinen expressiven Stil auch erst noch finden. Aber grundsätzlich waren sie gut gezeichnet.

Ich muß aber zugeben, die Erfahrung, HIT-Comics und anschließend dann die frühen Williams-Ausgaben zu lesen, fehlt mir.

Danke übrigens für den Hinweis auf den Firefox. Den habe ich auch installiert. Das werde ich mal ausprobieren. Früher habe ich mit Chrome gearbeitet - davon ist mir aber abgeraten worden. Jetzt nehme ich den Internet Explorer.
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Alt 05.03.2020, 09:15   #11  
FrankDrake
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Da möchte ich widersprechen. Klar, in den frühen FV-Ausgaben war das Artwork noch nicht so routiniert, und Jack Kirby mußte seinen expressiven Stil auch erst noch finden. Aber grundsätzlich waren sie gut gezeichnet.
Was natürlich eine sehr subjektive Empfindung ist, ich muss gestehen ich war nie ein großer Kirby Fan und finde die meisten seiner Nachfolger einfach besser.

Was aber nicht seine Verdienste für das Medium Comic schmälern soll, HRW bleibt mir auch fremd.

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Alt 05.03.2020, 09:25   #12  
jakubkurtzberg
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Vom späten John Buscema zum frühen Kirby ist schon ein krasser Wechsel, zumal Joe Sinnotts Inks auch nicht dabei waren.
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Alt 05.03.2020, 09:39   #13  
Peter L. Opmann
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Zitat:
Zitat von FrankDrake Beitrag anzeigen
Was natürlich eine sehr subjektive Empfindung ist, ich muss gestehen ich war nie ein großer Kirby Fan und finde die meisten seiner Nachfolger einfach besser.
Ich habe jetzt auch nicht als Kirby-Fan gesprochen. Man sieht in FF # 1 einfach keine Fehler und Schwächen. Er kann porträtieren, verwendet teils ungewöhnliche Perspektiven, setzt Schatteneffekte ein, verwendet gleich Bilder, die später ikonisch werden. Ich will Kirby auch nicht in den Himmel heben, und es ist Comicheft- und nicht Zeitungsstrip-Qualität, aber unter schlechten Zeichnungen verstehe ich etwas anderes.
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Alt 05.03.2020, 10:09   #14  
Crackajack Jackson
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Ist eigentlich auch neu, dass die vier von Anfang an keine Geheimidentitäten haben.
Alle werden erst mal bei täglichen Verrichtungen gezeigt und verwandeln bzw. zeigen dann ihre Kräfte/Aussehen , ohne auf ihre Mitmenschen zu achten.
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Alt 05.03.2020, 13:50   #15  
Peter L. Opmann
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Fantastische Vier # 3



Eine unglückliche Entscheidung der Williams-Redaktion, „Fantastic Four“ # 2 in zwei Abschnitten zu veröffentlichen. Bei dieser Ausgabe merkt man das besonders, da die Geschichte abrupt unterbrochen wird (ohne Hinweis auf eine Fortsetzung). Die Originalstory hat 24 Seiten Umfang. Williams verwendete anfangs relativ viele redaktionelle Seiten und wollte wohl auch die Füllstory des „Dämon“ nicht allzu sehr zerstückeln. Daher kam es vermutlich zur Zweiteilung.

Der Leser ist noch nicht in einer richtigen Superhelden-Welt, sondern eher in der der „Twilight Zone“. Die Skrull sind Außerirdische mit grüner Haut und Spock-Ohren, die Superkräfte nur imitieren können. Wie Fantomas treten sie in der Maske anderer Leute auf und lassen ihr Verhalten seltsam erscheinen (Reed Richards wird zum Saboteur, Sue zur Juwelendiebin und so weiter). Nun ist die US-Armee den FV auf den Fersen. Die Skrull lassen sich jedoch selbst täuschen: Sie halten den echten Johnny Storm für seinen Doppelgänger, nehmen ihn in ihren Unterschlupf mit, und dort kann er seine Teamkollegen alarmieren.

Die Story ist recht grob geschnitzt. Ihr Charme liegt darin, daß die FV noch sehr nahe an einem gewissen Realismus angesiedelt sind. Berühmtheiten sind sie noch nicht – sie sollen eher als „boy/girl next door“ rüberkommen. Sie haben auch noch nicht ihre blauen Kostüme, sondern tragen Alltagskleidung. Später entwickelt sich die Serie immer stärker in Richtung Superhelden. Interessanter ist hier die Grafik. Jack Kirby, der noch keine anderen Serien zu betreuen hat, kann sich mit den einzelnen Panels relativ viel Mühe geben und wird dabei von Inker George Klein (der nicht angegeben ist) gut unterstützt. Sowohl Ding als auch die Fackel haben noch nicht ihre endgültige Form gefunden, was aber nicht stört.

Bemerkenswert finde ich, daß Kirby hier mit ungewöhnlichen Seitenlayouts experimentiert, die er in der Folge nicht mehr verwendet. Erinnert mich ein bißchen an Gil Kane, der damals mit „Green Lantern“ sicher Maßstäbe setzte. Warum Kirby diese Linie nicht weiterverfolgte, darüber kann ich nur spekulieren. Vielleicht steckt nur Zeitmangel dahinter. Wenn man Seiten standardmäßig aufbaut, braucht man sich womöglich nicht so viele Gedanken darüber machen, wie man die Panels anlegen könnte. Jedenfalls hat Kirby nie Dynamik im Layout gebraucht, um seine Zeichnungen dynamisch erscheinen zu lassen.
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Alt 05.03.2020, 13:52   #16  
Peter L. Opmann
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Also mit Firefox funktioniert's - um das Bild einzuklinken, brauche ich keine Hilfe mehr.
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Alt 05.03.2020, 15:08   #17  
Crackajack Jackson
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Was mir vor allem beim Lesen der ersten zwei Hefte auffällt, ist diese unglaubliche Frische und Unvorbelastetheit der Figuren. Wenn man sich noch mal damit beschäftigt muss man am besten die ganze spätere Kontinuität, ja alles, was man über Superhelden gelesen hat ausblenden und es dann so auf sich wirken lassen.
Vier Menschen, ausgestattet mit unglaublichen, verschieden Fähigkeiten vollbringen Heldentaten gegen Gegener, die die ganze Menschheit bedrohen.
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Alt 05.03.2020, 15:53   #18  
Peter L. Opmann
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Stimmt. Lee und Kirby sind das Superheldengenre nochmal ganz neu angegangen. Wenn's nur so einfach wäre, alles auszublenden, was ich über die Serie von späterer Lektüre her schon weiß. Daher ja auch die Enttäuschung bei Frank Drake und Marvelianer. Aber es war sicher kein Zufall, daß "Fantastic Four" zu einem Verkaufsrenner wurde und man bald darauf das Superheldenangebot deutlich ausweitete.
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Alt 05.03.2020, 18:03   #19  
Crackajack Jackson
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Mister Fantastic alamiert die Fantastischen Vier.
Das geschieht mithilfe einer Pistole, die den Schriftzug in Luft schießt. (Wenn da mal nicht das Batsignal Pate gestanden hat).
Die Unsichtbare sieht das Signal, wird sofort unsichtbar und geht durch die Menge. (Sichtbar wäre das wohl mit weniger Aufsehen und schneller passiert).
Das Ding ist in einem Bekleidungsgeschäft, wo es nichts in seiner Größe gibt. Als er das Zeichen am Himmel sieht, gibt auch er sich zu erkennnen und bricht durch die Tür nach draußen (da frage ich mich, wie er reingekommen ist, ohne die Tür kaputt zu machen).
Sofort wird die Polizei auf ihn aufmerksam und fängt an zu schießen. Er reißt die Straße auf und flüchtet durch die Abwasserkanäle. Auf seinem Weg zum Team wird klar, dass er ein richtiges Monster ist. Die Leute haben Angst vor ihm und Ben ist auch nicht gerade ziemperlich, was die Straße oder Autos betrifft, die ihm im Weg stehen.
Johnny ist derweil in einer Werkstatt und schraubt mit ein paar Kumpels an einem Auto herum. Als er das Zeichen sieht, verwandelt er sich in eine Flamme, brennt sich einen Weg durch das Autodach und fliegt davon.
Die Armee bemerkt das Flugobjekt und schickt gleich eine Fliegerstaffel hinterher geschickt, die ihn angreift. Er brennt sich durch die Flugzeuge (die Piloten könnnen sich mit Fallschirmen retten). Da wird eine Rakete auf ihn abgefeuert. Mr. Fantastic rettet ihn.
Als sie alle beieinander sind, denken sie zurück an den Vorfall, der sie zu den Fantastischen Vier machte.
Nun müssen sie jedoch gegen den Maulwurf antreten. Der hat sein Quartier auf der Monsterinsel. Man erfährt die tragischen Umstände seiner Herkunft.

Meinung:

Am Anfang ist noch sehr viel Kollateralschaden beim Auftreten der FF. Na ja, der Zeichner muss es ja auch nicht bezahlen, obwohl die Bezahlung der angerichteten Schäden später wirklich noch mal in den Heften aufgegriffen wird.
Die tragische Figur des Maulwurfs erinnert ein bisschen an das Phantom der Oper. Er ist eigentlich kein typischer Schurke und man bringt ihm etwas Mitgefühl entgegen.
Viele Jahre später gibt es bei Panini noch eine wirklich tolle Story mit Daredevil, als der Moleman die Leiche von Matts Vater stiehlt. Dort wird seine Origin auch noch mal sehr schön beleuchtet.
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Alt 06.03.2020, 07:27   #20  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 4



Die FV machen die vier Späher unschädlich. Mit deren als Wasserturm getarnter Landefähre fliegen sie zum Skrull-Raumschiff, geben sich als die vier Skrull aus und machen der Besatzung vor, die Erde sei ungeeignet zur Eroberung. Bei ihrer Rückkehr verwandelt sich Ding kurzzeitig zurück in Ben Grimm, als er mit der kosmischen Strahlung in Berührung kommt. Die Skrull dürfen in Gestalt von Kühen, ohne eine Möglichkeit, sich wieder zurückzuverwandeln, auf der Erde bleiben.

Einerseits tut sich in der Titelgeschichte nicht mehr viel. „Der Dämon“ hat in diesem Heft deutlich mehr Platz zur Verfügung. Andererseits ist das eine FV-Story noch ohne jegliche Klischees, was ich ansprechend finde. Wie den Skrull Angst vor der Erde gemacht wird – mit Monsterdarstellungen aus Marvel-Horrortiteln übrigens –, ist originell und witzig. Ebenso, was am Ende mit den vier „Vorhut“-Skrull geschieht – da kann man nur hoffen, daß kein Schlachthof in der Nähe ist. ;-) Die Coverzeichnung ist wieder eine Collage, man muß sagen: in ziemlich primitivem Klebelayout.

Was mir noch auffiel: Anders als später, als die Unsitte um sich griff, für den längeren deutschen Text Sprechblasen raumgreifend zu vergrößern, hat die Redaktion hier die Texte, wenn nötig, verkleinert, allerdings auf eine nicht mehr lesefreundliche Größe. Das war auch keine gute Lösung.

Für mich eine faszinierende Ausgabe; das war für einen Leser, der 1974 das Superheldengenre neu entdeckt hat, sicher auch so. Ich verstehe aber auch, daß damals viele, die die Hit-FV schon kannten, enttäuscht waren. Auch im Vergleich zu „Superman/Batman“ war so ein Heft sicher gewöhnungsbedürftig. Aber es wurde ja schnell besser.
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Alt 06.03.2020, 07:38   #21  
FrankDrake
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Die Coverzeichnung ist wieder eine Collage, man muß sagen: in ziemlich primitivem Klebelayout.
Ein richtig gutes Titelbild was sicher auch das unentschlossene Kind überzeugen konnte zu den FV zu greifen.

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FrankDrake ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 06.03.2020, 08:21   #22  
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Also, ich kopiere ja hier nur Texte rein, die ich 2015 geschrieben habe. Damit ist es auch etwa fünf Jahre her, daß ich mir das Cover angesehen habe. Ich habe Deinen Post, Frank, aber zum Anlaß genommen, das Heft nochmal aus dem Regal herauszuziehen.

Was mich wohl gestört hat, ist der Umgang mit dem schwarzen Hintergrund. Unten werden weiß-rosa Strahlen darübergeklebt. Außerdem hat das Ding teilweise eine rosa Aura. Das hätte mich wohl auch als Kind nicht vom Hocker gerissen.

Darüber hinaus wird hier überhaupt nicht klar, worum es eigentlich geht. Was sind das für Strahlen? Man kann lediglich erkennen, daß Ding mit einer recht großen Schlange ringt, was auch nicht viel klärt. Außerdem ist der Dämon ins Bild eingefügt, der da überhaupt nichts zu suchen hat. Es gibt ja auch noch den Insert, wo auf sein Aufeinandertreffen mit Electro hingewiesen wird. Warum taucht er also doppelt auf?

Insgesamt stört mich noch, daß die Größenverhältnisse der Figuren überhaupt nicht stimmen. Man hat halt einfach die Figuren auf die Seite geklebt, wie sie zusammenpaßten. Alles in allem ist das kein Cover, das mich anspricht.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.03.2020, 08:34   #23  
FrankDrake
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Wir sind uns doch einig das man mit Speck Mäuse fängt und ein gutes Cover, das ist oder war bei VHS und DVD auch so, ist die halbe Miete für gute Abverkäufe.

Bei der Nummer 4 kommt einfach die Dynamik späterer Ausgaben rüber.

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Alt 06.03.2020, 09:07   #24  
Crackajack Jackson
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Die berühmten Skrull Kühe.
Da gibt es sogar einen Artikel :

https://marvel.fandom.com/wiki/Skrull_Cows_(Earth-616)
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Alt 06.03.2020, 09:17   #25  
Peter L. Opmann
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@ Frank Drake: Finde ich nicht.

Aber ich kenne dieses Cover nicht aus meiner Kindheit. Die frühesten Ausgaben, die ich gelesen habe, waren FV # 10 und # 26 (letztere habe ich sicher zum Erscheinungstermin gekauft). Vielleicht hätte ich's als Kind tatsächlich anders gesehen.

Aber nebenbei: Schlechte Filmplakate gibt's auch zur Genüge...
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
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