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Alt 05.02.2016, 15:36   #76  
Detlef Lorenz
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Zitat von Pickie Beitrag anzeigen
Leutnant Blueberry: Das eiserne Pferd
Wir wollen doch nicht vergessen, Pickie für seine überaus rasche und richtige Antwort zu loben
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Alt 05.02.2016, 16:42   #77  
Pickie
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Lass ich durchgehen.
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Alt 13.02.2016, 08:07   #78  
Detlef Lorenz
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Nummer 8 Schwert des Nordens – Duell in Kurland




In dieser Geschichte geht es um den Versuch Schwedens – seiner Herrscher natürlich – die Ostsee zu einem schwedischen Binnengewässer zu machen. Dagegen sind die Russen und die Polen, die einen wollen überhaupt an die Ostsee (Russland unter Zar Peter), die anderen befürchten, in diesem Konflikt zerrieben zu werden. Aber auch die Ambitionen Dänemarks, ehemalige Besitzungen, wie ganz Schweden, zurück zu erobern, erhöhen die Zahl der Konfliktparteien.

Im Einleitungstext zur Geschichte steht: „ (…) Noch ist Schweden eine der mächtigsten Militärmächte der Welt, (…)“ was natürlich Nonsens ist. Gerne im Ostseeraum und in Mitteleuropa, aber die restliche Welt hat von den Schweden kaum Kenntnis genommen. Wie der Untertitel verrät, spielt eine Episode dieser Unternehmungen, vom jungen schwedischen König Karl XII persönlich angeführt, in Baltikum, genauer im Fürstentum Kurland, im heutigen Litauen gelegen. Das Schlachten-Glück (für die Überlebenden) wogt hin und her. Erst werden die Russen bei Narva geschlagen, anschließend die Polen bei Riga. Und damit endet die Erzählung. Interessanterweise gibt es eine Fortsetzung dieses Geschehens, die einige Hefte später folgt.





Erich Dittmann hat das Heft nach einer Story von Linden (?)* mäßig gezeichnet. Die zusätzliche rote Farbgebung sorgt nicht grade für eine Aufwertung der Zeichnungen. Viele hintergrundlose Porträts und eine Fülle von „Strichen“, um Tiefe und plastische Effekte zu erzeugen, schaden mehr, als sie die Zeichnungen aufwerten. Das Titelbild sieht allerdings schön aus, es ist aber auch gemalt.

*Auch in diesem Fall bin ich mir sicher, zu sehr gleicht die Erzählweise der des Heftes „Die Geisterreiter“ (Nr. 4). Zum Schluss jubeln die Soldaten ihrem König zu, hier Karl XII, da Friedrich der „Große“.
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Alt 14.02.2016, 10:37   #79  
Detlef Lorenz
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Nummer 10

Trenck der Pandur – Das Gespensterregiment





Erneut sehen wir im vorliegenden Heft – kriegerische – Episoden, hier aus dem österreichischen Erbfolgekrieg, der ab 1740 in Mitteleuropa tobte. Franz von der Trenk, stets und auch hier nur Trenk der Pandur genannt, war mit durchaus erfolgreichen Unternehmungen auf Seiten Maria Theresias, der Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches, daran beteiligt. Seine sogenannten Panduren, Männer aus den grenzlanden Österreichs, waren kein Volksstamm, sie gehörten verschiedenen Nationalitäten an. In Schlesien gegen die Preußen eingesetzt, in der Oberpfalz, häufig in Bayern, sorgten sie nicht nur für Verwirrung, sondern beschäftigten ganze gegnerische Truppenteile. Leider waren sie ziemlich disziplinlos, plünderten bei Freund und Feind und Trenk musste sich mit Exekutionen der übelsten Plünderer Disziplin verschaffen.





So ungefähr wie oben der geschichtliche Hintergrund beschrieben, zeigt Herbert Hahn das alles im Heft, flott gezeichnet, klare Linien, weswegen die partielle rote Farbgebung nicht so störend wirkt. Trotzdem erscheinen mir seine Zeichnungen hier etwas zu glatt. Er zeigt Trenk als glühenden Anhänger Maria Theresias, der mehrmals Verhaftet wird, aber immer wieder frei kommt. Trenk und seine Panduren werden verharmlost, regelrecht verherrlicht. Das war´s dann auch schon, auch hier wieder ein offenes Ende.

Wem es aufgefallen ist, der Hefttitel schreibt Trenk mit ck, im Heft gelegentlich mit k - was wohl richtig ist - und auch ck.

Wer von den damaligen Kindern und heutigen erst recht, kannte eigentlich Trenk. Mit diesem Titel war anscheinend die Elternschaft die anvisierte Käuferschicht für ihren Nachwuchs. Schließlich sahen sie ab 1940 den erfolgreichen Film „Trenk der Pandur“ mit dem Publikumsliebling Hans Albers.
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Alt 14.02.2016, 10:44   #80  
FrankDrake
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Wenn ich das Cover der #8 sehe und betrachte dann den Inhalt ist das alles sehr, sehr traurig.

Mehr als ein Westfale kann der Mensch nicht werden!
FrankDrake ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.02.2016, 11:54   #81  
Detlef Lorenz
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Mehrere Zeichner sind nicht unbedingt ein Vorteil. Natürlich hast du "gute" und "nicht so gute", aber ärgerlich ist das, wie im vorliegenden Fall des Erich Dittmann, schon.

Kontinuität, durchaus sogar positive, tritt erst mit dem Heft 33 auf. Bis zur Beendigung der Serie, der Nummer 84, ist dann nur noch ein Zeichner für die Abenteuer der Weltgeschichte zuständig: Charlie Bood. Dittmann gestaltet auch nur noch ein Heft ...
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Alt 14.02.2016, 11:59   #82  
Marvelianer
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Zitat:
Zitat von FrankDrake Beitrag anzeigen
Wenn ich das Cover der #8 sehe und betrachte dann den Inhalt ist das alles sehr, sehr traurig.
Sehe ich genau so, das Cover hat ja schon fast IK-Qualität.
Marvelianer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2016, 15:00   #83  
Detlef Lorenz
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Werbung:


So, 10 Nummern sind besprochen. Mit der Nummer 7 hat der Walter Lehning-Verlag die Reihe übernommen/ aufgekauft, bzw. er steht jetzt zu seinem Engagement. In den (Comic-)Produkten seines Verlages wird nun fleißig Werbung für die neue Reihe geschaltet. Aus dem Bauch heraus würde ich behaupten, auf die Abenteuer der Weltgeschichte wird von allen seinen Titeln insgesamt am meisten hingewiesen. Zum Anfang der Übernahme nur ein Hinweis auf die „neue“ Reihe Abenteuer der Weltgeschichte – ohne Titel, dann in jedem Heft der anderen Lehning-Serien ganzseitige (hört sich für ein Piccolo-Heft schon ulkig an) Nummern- und Titellisten im Block vorgestellt. Dabei sind sie immer aktuell, also ist immer eine Ausgabe im Nummernbereich des Werbeträgers.

Hier ein paar Beispiele:





Raka Nr. 5, August 1954, Abenteuer der Weltgeschichte Nr. 8 und 9, auch August 1954.






Hartmuth Nr. 1 Januar 1955, Abenteuer der Weltgeschichte Nummer 19, auch Januar 1955.






Akim Neue Abenteuer Piccolo 53, Dezember 1956, Abenteuer der Weltgeschichte 43, auch Dezember 1956.






Sigurd Piccolo 180, Mai 1957, Abenteuer der Weltgeschichte 53, auch Mai 1957.

Wie man an diesen Beispielen erkennt, war die Werbung für die Abenteuer der Weltgeschichte immer zeitnah, mit mehreren Nummern gleichzeitig. Selbstredend erschienen die Hinweise auf andere Serien auch immer aktuell, würde ja sonst keinen Sinn machen.
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Alt 04.03.2016, 09:28   #84  
Detlef Lorenz
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Nummer 11

Kaperfahrt gegen Spanien – Francis Drake und die Armada







In diesem Heft ist Francis Drake die Hauptperson. Drake dürfte als reale Person einen ziemlich hohen Bekanntheitsgrad haben. Er war nicht nur der erste englische Weltumsegler und zudem der erste Kommandant eines solchen Unternehmens, der die Umrundung er- und überlebte. „Berühmter“ dürften aber seine Taten als Freibeuter mit höchster Bewilligung durch Elisabeth I sein. Er plünderte spanische Niederlassungen in Amerika, überfiel vor allem die Schiffe der Goldflotte, die den Gewinn aus den amerikanischen Edelmetallbergwerken nach Spanien brachten. Seine Popularität erreichte aber mit der Abwehr der Armada seinen Höhepunkt. König Phillip beabsichtigte das anglikanisch gewordene England zurück in den „Schoß“ der katholischen Kirche zu holen und nebenbei die wachsende Konkurrenz auf den Weltmeeren zu beseitigen. Beides ging schief, woran Drake einen nicht unerheblichen Anteil hatte.






Bei den Recherchen zum Vergleich des vorliegenden Heftes mit tatsächlichen Begebenheiten stieß ich auf allerhand Probleme: das fing bereits auf der 2. Umschlagseite an, auf der die wichtigsten Personen abgebildet sind. Den Kopf der englische Königin Elisabeth I bedeckt eine Krone, die es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben hat. Auch wenn die Zeichnungen Erich Dittmanns recht dürftig sind, ist dies bei einer Gegenüberstellung doch erkennbar.






Als Vergleich ein Foto, das die Imperial Crown of India von 1911 zeigt. Diese wurde extra zur Krönung Georg V zum Kaiser von Indien angefertigt.








Die nächste Abbildung dient zum einen als Beleg für die Zeichenkünste von Erich Dittmann. Sie sind nach wie vor mäßig, düster, auch ohne die blaue „Schmuckfarbe“. Im Einleitungstext werden englische Kapitäne genannt, die es tatsächlich gegeben hat. Der Name des Schiffes von Francis Drake allerdings, die „Seeadler“ ist mir nicht untergekommen. Er führte die Judith, die Swan und andere, aber einen Seeadler konnte ich nicht finden.


Eine weitere Ungereimtheit ist die Gefangennahme einer spanischen Prinzessin bei einer Eroberung eines spanischen Schiffes. Diese diente ihm später als Schutzschild, mit der er unbehelligt die Armada passieren konnte. Über diese Begebenheit habe ich nichts gefunden. Was ich ebenfalls nicht belegt gefunden habe, ist die Eroberung von Tortuga. Nun gibt es mehrere Orte oder Landschaften (Inseln), die diesen Namen tragen. Am berühmtesten ist eine größere Insel nördlich von Haiti. Diese wurde zum Inbegriff des Mittelamerikanischen Piratentums, hat aber nichts mit Francis Drake zu tun.

Wie weit die dargestellten Schiffe und andere gegenständlichen Wiedergaben des Comics mit der damaligen Zeit in Einklang stehen, ist kaum zu erkennen, die Zeichnungen lassen einen vernünftigen Vergleich nicht zu. Alles in allem ein Heft, das den damaligen Lesern Spaß machte, aber ein wenig an der Historie vorbei geht.

Falls zu den von mir erwähnten problematischen Stellen Belege auftauchen, wäre ich für eine Veröffentlichung dankbar.

Eine Anmerkung zu Schluss, die mit diesem Heft nur indirekt zu tun hat: wie vielleicht nicht unbedingt bekannt, hat England nach dem vergeblichen Invasionsversuch Spaniens eine eigene Armada aufgestellt. Diese sollte nun ihrerseits die Macht Spaniens empfindlich schwächen. Das Hauptziel war die Vertreibung der Spanier aus Portugal, das mit Spanien seit 1580 zwangsvereint war. Allerdings wurde dieses Vorhaben eine ähnliche katastrophale Angelegenheit, wie zuvor die Invasionsversuche Phillips. Francis Drake war der Admiral dieses Unternehmens, was seinem Ruf, zumindest zu seinen Lebzeiten, als Held etwas ramponierte.

Geändert von Detlef Lorenz (11.03.2016 um 14:11 Uhr)
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Alt 04.03.2016, 10:45   #85  
G.Nem.
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Zitat:
Zitat von Detlef Lorenz Beitrag anzeigen
(...) Der Name des Schiffes von Francis Drake allerdings, die „Seeadler“ ist mir nicht untergekommen. Er führte die Judith, die Swan und andere, aber einen Seeadler konnte ich nicht finden. (...)
Hatte Drake in der Schlacht von Cartagena nicht ein Schiff namens 'Sea Hawk'?
>> https://en.wikipedia.org/wiki/Battle...e_Indias_(1586)
Müsste man (falls nötig) genauer recherchieren.
Drake war an so vielen Aktionen beteiligt da brauchst du ewig um's zuzuordnen.
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Alt 04.03.2016, 22:57   #86  
Hinnerk
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Zitat:
Zitat von G.Nem. Beitrag anzeigen
Hatte Drake in der Schlacht von Cartagena nicht ein Schiff namens 'Sea Hawk'?
Den Namen kenne ich nur aus den Piratenfilmen mit Erol Flynn.
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Alt 11.03.2016, 14:38   #87  
Detlef Lorenz
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Nummer 12


Der Pol ruft! Mit Nansen zum Nordpol





Das zwölfte Heft der Abenteuer der Weltgeschichte befasst sich mit einem reinen zivilen Ereignis: der Erforschung des Nordpolargebietes. Lange Zeit wurde vermutet, dass sich weit im Norden ein eisbedecktes Festlandsgebiet befindet. Erst mit der Expedition von Fridjof Nansen hat sich das als Irrtum herausgestellt. Mit dem Schiff „Fram“ („Vorwärts“) ließ er sich an den Neusibirischen Inseln im Packeis einfrieren und mit dem Drift des Eises nach Westen, bis zum Franz Joseph Land treiben. Unterwegs verließ er mit seinem Begleiter Johansen die Fram und machte sich mit Hundeschlitte und Kajaks auf zum Nordpol. Ganz haben sie ihn nicht erreicht, aber weiter nördlich als je ein Mensch waren sie schon. Am 7. April 1895 erreichten sie 86° 13,6′ N, dann mussten sie umkehren (manche Angaben sprechen vom 8.April).


Soweit die Fakten, die im Heft entsprechend wieder gegeben wurden. Auch die handelnden Personen sind historisch. Die Zeichnungen sind von Lothar Linkert und entsprechend mäßig. Um Spannung zu erzeugen, wurden des Öfteren aggressive Eisbären eingefügt, sich vertikal bewegendes Packeis wurde gelegentlich aus dramaturgischen Gründen ebenfalls gezeigt.






Die hier gezeigte Passage erscheint mir allerdings sehr unglaubwürdig: Nansen und Johansen schwimmen in einer eisfreien Fläche ihren abreibenden Kajaks hinterher. Anschließend klettern sie an Bord, paddeln ein wenig und gehen mit ihrer durchnässten Bekleidung zu einer Behausung, die sie erblickt hatten … und das bei rund 40° minus Lufttemperatur (laut ihren Expeditionsangaben).
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Alt 15.03.2016, 17:38   #88  
Detlef Lorenz
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Nummer 13


Das Grosse Wagnis, Mit Vasco da Gama nach Indien





Das die Erde keine Scheibe ist, war der Gelehrtenwelt nicht erst seit dem Altertum bekannt. Schon Eratosthenes von Kyrene berechnete im 3. J. v.d.Z. den Umfang mit 39690 Km verblüffend genau. Heutzutage hat man ihn mit 40075 am Äquator und mit 40007 über den Polen errechnet!* Als im 15. Jahrhundert die technischen und kulturellen Möglichkeiten in Europa gegeben waren, versuchten als erste die Portugiesen den Seeweg nach Indien zu finden. Damit hoffte man, die kostspielige Einfuhr von Waren über die Araber, die Osmanen und auch den Venezianern zu umgehen. Dabei tasteten die Portugiesen sich an der Westküste Afrikas entlang. Als Bartolomeo Diaz das Kap der guten Hoffnung, aber wichtiger, weil der südlichste Punkt Afrikas, das Kap Aguilhas, erreichte, wurde die letzte Etappe in Angriff genommen. Vasco da Gama erhielt das Kommando über eine kleine Flotte von 3 Schiffen, die den Auftrag bekamen, Indien zu erreichen, Handelsbeziehungen anzuknüpfen und, wenn möglich Stützpunkte zu errichten.

Damit haben wir auch schon den ersten unerklärlichen Unterschied zum vorliegenden Heft: dort ist es nur ein Schiff, die >>Ibero<<. Das Flaggschiff da Gamas hieß >>Sao Gabriel<<. Weitere Differenzen gibt es diverse: im Heft heißt es, das Kap der guten Hoffnung sei als stürmisch bekannt, obwohl Diaz mit seiner Mannschaft der bisher erste und einzige Europäer war, der es erreichte. Und selbst wenn es da stürmisch zuging, bedeutet es noch lange nicht, dass dies zur Normalität gehörte. Das Heft zeigt inhaltlich überwiegend Zusammentreffen mit schwarzen Eingeborenen, spanischen Meuterern, die das Unternehmen vereiteln sollten und monatelangen Wassermangel im Atlantischen und Indischen Ozean. Woher diese Infos stammen, habe ich keine Ahnung (vielleicht hat sich das ja so abgespielt), ist aber wohl mehr der Dramaturgie geschuldet.

Dafür ist mit keiner Silbe und keiner Zeichnung, von Herbert Hahn wieder durchaus flott zu Papier gebracht, etwas zu Problemen in Mombasa, wo die dortigen Araber sie nicht weiterziehen lassen wollten, berichtet. Auch nicht zum Navigator, oder besser Lotsen, den die Portugiesen dann in Malindi, dem Handelskonkurrenten der Mombasa-Araber, da Gama für die letzte Etappe zur Verfügung stellten.






Als die kleine Flotte, besser die >>Ibero<< in Kalikut an der Südwestküste Indiens ankamen, zeigt das Schiff nur seine Breitseite mit den offenen Mündungsklappen der Kanonen und schon erklären sich die Inder zu Handelsbeziehungen bereit; ist doch die „Überlegenheit der portugiesischen Waffen bekannt!“ Woher eigentlich, denn da Gama war der erste Europäer, der Indien auf dem Seewege erreichte. Im Grunde seit Alexander und seiner Armee überhaupt der erste.**

Weiter im Text: Im Heft bleibt da Gama zwei Jahre in Kalikut, dann wird er von einer Flotte abgeholt und in der Heimat stürmisch gefeiert. Soweit ich gelesen habe, ist er mit seinen Schiffen der 1. Flotte zurück gekehrt. Mit den erwähnten späteren Schiffen errichtete Portugal dann in westlichen Indien für etliche Jahrzehnte, in einige Städten sogar bis zum 20sten Jahrhundert, eine Oberhoheit (Goa, Diu, Damao).

Alles in allem, das bisher historisch fragwürdigste Heft der „Abenteuer der Weltgeschichte“.

*diese Daten werden uns noch einmal, beim Heft über Christoph Kolumbus, begegnen.
**von den Phantastereien eines Marco Polo mal abgesehen.
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Alt 29.03.2016, 15:26   #89  
Detlef Lorenz
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Nummer 14

Der Löwe von Karthago Hannibal – von Karthagena nach Cannä




Das vorliegende Heft befasst sich mit einem der gefährlichsten Gegnern, die Rom auf dem Weg zur (Welt-*)Macht im Wege standen: Hannibal. Hannibal lebte von 247 – 183 v.d.Z. und war ein Karthager. Dies war eine phönizische Kolonie an der Nordküste des heutigen Tunesiens. Während der persischen und später makedonischen Oberhoheit über Phönizien (überwiegend der heutige Libanon), machte sich Karthago völlig selbstständig. Es wurde im westlichen Mittelmeerraum zur Regionalmacht und begann sich mit Rom um die Oberhoheit zu streiten. Dieser „Streit“ kumulierte in den drei Punischen Kriegen, die allesamt für Rom erfolgreich waren und schließlich in der völligen Zerstörung Karthagos endeten.

Soweit die Vorgeschichte. Hannibal wurde während des 1. Punischen Krieges geboren. Mit seinen 2 Brüdern wurden sie die „Löwenbrut“ genannt. Die folgende Auseinandersetzung (der 2. Punische Krieg), entzündete sich am Angriff der Karthager auf die iberische Hafenstadt Saguntum, die sich dem Zugriff Hannibals verweigerte. Ein Hilfegesuch Saguntums an Rom kam zu spät (oder wurde von Rom bewusst verzögert), so dass die Stadt von Hannibals Truppen eingenommen werden konnte.





Soweit steht es auch im Comic, mit einigen Unrichtigkeiten: dort stehen in der Stadt Römer, was nicht stimmt und Hannibal zieht nach der Kapitulation sofort weiter, Richtung Pyrenäen. Ausgelassen wurde die völlige Zerstörung der Stadt und das Massaker an der gesamten Bevölkerung. Hannibal wäre dann auch nicht mehr DER strahlende Held, der den Machtbesessenen Römern Paroli bot …

Anschließend geht es in Eilmärschen zu den Alpen, zur berühmten Überquerung derselben. Wo diese tatsächlich stattfand, ist nicht genau bekannt, 3 mögliche Übergänge bieten sich an, andere sind aber ebenfalls möglich – je nach Wetterlage. Was sicher ist, von seinen rund 50000 Soldaten überstand gerade die Hälfte die Tortur, auch nur einige Elefanten schafften es auf die italische Seite. Aufgefüllt wurden die Verluste mit keltischen Hilfstruppen. Bis zur Schlacht bei Cannä geht die Geschichte Hannibals im Heft, dann ist mal wieder Schluss! Diese Unvollständigkeiten hatten wir in dieser Reihe schon öfter. Deshalb hier kurz der weitere Lebensweg Hannibals: Nach erfolgreichen politischen Reformen in Karthago, wurde er von seinen Neidern zur Flucht gezwungen. Er ging nach Osten, zu den hellenisch/makedonischen Nachfolgestaaten Alexanders. Zuletzt landete er in Bithynien am Schwarzen Meer, wo er vom König Prusias an Rom ausgeliefert werden sollte. Um dem zuvor zu kommen, nahm er sich das Leben.

Das Ganze ist von Lothar Linkert - wie üblich - zeichnerisch sehr mäßig in Szene gesetzt. Die Grafik ist schwach, ein bildlicher Vergleich mit der Zeit des 3. Jahrhunderts v.d.Z. deshalb kaum sinnvoll.

*“Welt“ habe ich in Klammern gesetzt, weil das antike Rom, bei aller Machtfülle, keine Weltmacht, sondern eine regionale Großmacht war.
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Alt 31.03.2016, 15:56   #90  
Servalan
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Erlaubt sich der Comic besondere Landschaftspanoramen? Oder käut der nur die klassischen Sandalenfilm-Muster wieder?

Heute werden die sonnenverbrannten Gegenden vom Karst geprägt.
Soweit ich unterrichtet bin, hatten die Landstriche, wo der Maghreb in den Mashreq übergeht, eine besondere Bedeutung in der Antike und sahen freundlicher aus: Zu der Zeit waren das heutige Tunesien, Sizilien sowie Apulien und Kalabrien die Kornkammern.
Allgemein ging es um die Verpflegung der Bevölkerung (Roms bzw. Karthagos), im besonderen jedoch auch um Nachschub für die hungernden Heere.
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Alt 31.03.2016, 16:49   #91  
Detlef Lorenz
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Nordafrika war zu dieser Zeit (die von Hannibal) noch von lichten Wäldern bedeckt. Es wurden ohne Nachschubprobleme große Kriegsschiffe gebaut. Die Sahara war auch noch nicht ganz so lebensfeindlich, wie heutztage.
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Alt 31.03.2016, 17:08   #92  
Detlef Lorenz
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Nummer 15


Verrat am Thermopylen-Pass

Der Heldenkampf der 300 Spartaner



Im Jahre 480 v.d.Z. versuchten die Perser unter ihrem Großkönig Xerxes das gesamte Hellas, also in etwa das heutige Griechenland, unter ihrer Kontrolle zu bringen. Ein Zangenangriff der Verbündeten Karthager (!), die das griechische Syracuse auf Sizilien angriffen und von persischer Seite der Übergang über den Hellespont (Bosporus) mit einer gewaltigen Armee und gleichzeitig der Aufmarsch der den Griechen an Zahl weit überlegenen Flotte, sollte das vergleichsweise kleine Hellas in die Knie zwingen. Beides ging schief, die Karthager scheiterten und das Heer der Perser musste sich zurückziehen. Zudem wurde ihre Flotte geschlagen und das war´s für die Perser im Westen.

Der griechische Historiker und Geograf Herodot von Halikarnassos, (*490/480 v. Chr.; † um 424 v.d.Z.) ist die wichtigste Quelle dieses Geschehens. Seine teils erheblichen Übertreibungen über die Stärke der persischen Invasionsarmee ist seinem Patriotismus geschuldet, was aber wiederum das erfolgreiche Abwehrverhalten der Griechen nicht weiter schmälert. Herodot gibt die Truppenstärke der Perser und Hilfstruppen, zu denen auch Griechen gehörten, mit bis zu 300 000 Mann an, die Flottenstärke mit 1200 Schiffen. Inzwischen wird die Anzahl der Soldaten auf 50 000 - 200 000 geschätzt, die der Flotte bei 600 Schiffen. Den Griechen gelang es nur einmal eine für ihre Verhältnisse große Armee aufzustellen (ca. 40 000), das war in der Schlacht bei Plataiai (479).





Um für die Aufstellung eines vereinten Truppenkontingents Zeit zu gewinnen, sollten die Perser beim Pass der Thermopylen aufgehalten werden. Insgesamt 7000 Soldaten, darunter die 300 Spartaner mit ihrem König Leonidas, besetzten die Meeresenge. Einige Tage gelang das ohne große eigene Verluste, während die Perser sehr viele Leute verloren. Ein Grieche namens Ephialtes (?) verriet den Persern einen geheimen Weg. Noch bevor sie endgültig eingekesselt waren, befahl Leonidas den Rückzug der Verbündeten und wurde mit seinen Spartanern und der zurückgebliebenen thespischen Truppen (700 Mann) von den Persern überrannt.




Zur Erinnerung an dieses Ereignis stellten die Griechen dort bereits 479 v.d.Z. eine Gedenktafel auf. All dies zeigt das Heft recht anschaulich, leicht patriotisch überhöht, was, wie oben erwähnt u.a. die Mannschaft- und Schiffszahlen betrifft, von Herbert Hahn ganz flott gezeichnet.
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Alt 02.04.2016, 16:31   #93  
Detlef Lorenz
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Nummer 16

Der rote Ritter – Männer Gegen Faustrecht Und Willkür





Bei meinen Recherchen zum vorliegenden Heftinhalt erlebte ich eine Überraschung. Zu simpel erschien mir nämlich der Plot, als das er auch nur ansatzweise auf historischen Tatsachen beruhen konnte. Der Reihe nach: Der rote Ritter spielt im Mittelalter, genauer ab 1250, nach dem Tode Kaiser Friedrich ll. Dem Grafen Vinea, der Kanzler Kaiser Friedrichs, wurden nach Untersuchungen Unterschlagungen nachgewiesen und dafür in den Kerker geworfen. U.a. soll er seinem Sohn die Klingsburg übertragen haben. Fakten: Einen Graf Vinea gab es als Kanzler tatsächlich, er wurde auch in den Kerker gesteckt, allerdings nach einer Blendung. Unrechtsmäßige Bereicherungen konnten ihm auch nachgewiesen werden, aber das Hauptverbrechen – was ihm vorgeworfen wurde – war die Teilnahme an einer Verschwörung gegen den Kaiser. Eine „Klingsburg“ habe ich in diesem Zusammenhang nicht gefunden, aber eine Burg Kling in Bayern, was zum Heftinhalt passt, denn der spielt in diesem Ländle.

Der rechtmäßige Graf (Klingsburg) wurde als Kind entführt, von einem der Häscher gerettet und später Feldhauptmann von Nürnberg. Natürlich erhält er zum Ende des Heftes seinen Besitz wieder, was mit den Eigentumsverhältnissen der Burg Kling nicht in Einkling steht, sofern diese gemeint ist. In Ausübung seines Jobs, als Beschützer der Handelsreisenden, rettet der Graf eines Tages die Tochter des Kaufherrn Fugger aus Augsburg. Hier stimmt so vieles nicht: Der Ahnherr der später enorm reichen Fugger war ein Hans, der 1408/09 gestorben ist. Die Dame im >>Männersitz<< auf dem Pferd, mit >>offenen<< langen welligen Haaren, kann also nicht zum Geschlecht der Fugger gehört haben. Die mit spitzen Klammern versehenen Hinweise deuten auf weitere grobe Falschdarstellungen hin. Weder der Männersattel, noch offene Haare waren für eine Frau des Mittelalters – und schon gar nicht für eine vom Stand – das passende Gehabe. Solches „Gebaren“ wider den „guten Sitten“ gab es noch nicht einmal Jahrhunderte später im Wilden Westen!





Im Text wird dauernd von „Deutschland“ gesprochen, das ist natürlich ebenfalls definitiv falsch. Das Reich Friedrich ll wurde als „Heiliges Römisches Reich“ tituliert (Sacrum Imperium Romanum oder Sacrum Romanum Imperium). Der Begriff „deutsch“ taucht zwar schon im 11. Jahrhundert auf (Regnum Teutonicum oder Regnum Teutonicorum, Königreich der Deutschen), damit war aber nur der Ostteil des ehemaligen Fränkischen Reiches gemeint. Der ach so beliebte Zusatz „deutscher Nation“ findet sich erstmals ab dem späten 15. Jahrhundert, als das Reichsgebiet schon erheblich geschrumpft war und kaum mehr Gebiete außerhalb deutscher Sprachen umfasste, wie Italien, Ostfrankreich, usw. Wenn also hier von „Deutschland“ die Rede ist, geschieht dies möglicherweise in chauvinistischer Hinsicht, vielleicht auch und das hoffentlich, in simplifizierender Absicht.

Im Heft erfolgt dann ein Angriff des Grafen Klingsberg zur Befreiung der Fuggertochter, der Sturz des unrechtmäßigen Besitzers der Feste von der Mauer – letztlich ist es doch eine Räuberpistole geworden, von Lothar Linkert sehr schwach in Szene gesetzt. Übrigens befinden wir uns mit der 15. Ausgabe der Reihe im November 1954, das als kurze Zusatzinfo.
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Alt 02.04.2016, 17:53   #94  
Hinnerk
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Zitat:
Der rote Ritter spielt im Mittelalter, genauer ab 1250, nach dem Tode Kaiser Friedrich ll.
So ganz passt es mit der Geschichtsschreibung aber noch nicht zusammen. Petrus von Vinea starb 1249, also ein Jahr vor Friedrich II. Ein Graf war er auch nicht.
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Alt 02.04.2016, 19:18   #95  
Servalan
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Bei dem Titel hatte ich sofort eine Serie aus dem Studio Vandersteen vor Augen: De Rode Ridder.
Jetzt wirst du einwenden, daß der Comic deutlich vor 1959 erschienen ist, als die erste Ausgabe der Serie von Willy Vandersteen, Karel Verschuere, Eduard de Rop und Karel Biddeloo in die Kioske kam.

Allerdings basiert der Comic auf einer erfolgreichen Jugendbuchreihe von Leopold Vermeiren (1914-2005).
Die ersten Geschichten erschienen seit 1946 als Kurzgeschichte in dem Jugendmagazin De Kleine Zondagsvriend. Der Klassiker erschien in 64 Bänden von 1946-2000.
Aufmerksam geworden bin ich durch ein bestimmtes Detail: Die erste Buchausgabe kam 1953 auf den Markt:
Zitat:
Na enige tijd had Leopold genoeg verhaal voor 4 boeken en hij besloot deze uit te geven. Uiteindelijk zouden deze eerste boeken worden uitgegeven door uitgeverij Sheed & Ward vanaf 1953.
Die Cover wurden von Karel Verschuere gezeichnet, die Buchillustrationen zuerst von Jan de Simpele, später von Karel Biddeloo.
Da könnte sich jemand frech bedient und brav abgezeichnet haben ...

Bei der "Klingsburg" mußte ich an Hamlets Klingsor denken. Der dänische Prinz ringt ja auch mit sich, ob er den Usurpator umbringen soll oder nicht.
Aus meiner Perspektive fällt das Kuddelmuddel weniger ins Genre historischer Comic sondern eher in Richtung Fantasy.

Bin mal gespannt, ob sich Ulrich Wick noch zu Wort meldet.
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Alt 02.04.2016, 21:15   #96  
Armin Kranz
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Hmm, bei "Klingsor" muß ich immer an Wolfram von Eschenbachs Parzifal denken.

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Alt 02.04.2016, 22:11   #97  
Ulrich Wick
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Zitat von Servalan Beitrag anzeigen
Bin mal gespannt, ob sich Ulrich Wick noch zu Wort meldet.
Klar, wieso nicht? Ich muss allerdings gestehen, dass ich die Reihe ABENTEUER DER WELTGESCHICHTE nicht in meiner Sammlung habe und daher das fragliche Heft auch nicht besitze.

Was Plagiate angeht, da ist das natürlich denkbar. Aufgrund der zeitlichen Konstellation sicherlich nicht bei der Comicserie, aber durchaus bei den Romanen. Ich habe nur den ersten Band der RODE RIDDER-Romane und könnte daher auch nur den vergleichen. Viel mehr können ja auch zum Zeitpunkt des Erscheinens (November 1954) auch noch nicht erschienen sein, schon gar keine mit dem Artwork von Karel Biddeloo, denn der war da erst elf Jahre alt.

Mit dem entsprechenden Material könnte man es abgleichen. Auf jeden Fall hat dieser erste Romanband von Vermeiren eine ganz andere Handlung, denn da geht es um das Schicksal Johans, der einen Adeligen geschlagen hat und daher in die Wälder fliehen muss. Dort wird er dann quasi zum "Roten Ritter". Die übrigen Romane kenne ich nicht.
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Alt 02.04.2016, 23:39   #98  
Detlef Lorenz
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Zitat von Hinnerk Beitrag anzeigen
So ganz passt es mit der Geschichtsschreibung aber noch nicht zusammen. Petrus von Vinea starb 1249, also ein Jahr vor Friedrich II. Ein Graf war er auch nicht.
Da hast du recht: hier ist vieles vermischt und durcheinander gebracht. Im Comic selbst ist es auch der Sohn des "Grafen" von Vienea, der sich mit dem Roten Ritter um dessen Erbe rumschlagen muß. Einen "Grafen" als Gegner zu haben ist außerdem bedeutender, als nur einen "Kanzler" und sei es der des Kaisers.

@Servalan: Fantasy würde ich das ganze nun überhaupt nicht nennen, höchstens aus historischen Fakten zusammenphantasiert. Übrigens hat auch Dante in seiner "Göttlichen Komödie" Perus de Vinea verewigt. Er scheint also im Mittelalter zu einer bekannten Persönlichkeit gehört zu haben.

@Ullrich: Vielleicht hat sich der Autor des Comics ja vom ersten Roman des "Roten Ritters" inspirieren lassen, warum auch nicht. Wie weit da Zusammenhänge bestehen, könntest du vielleicht bei einem Querlesen rausbekommen?
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Alt 03.04.2016, 12:07   #99  
Servalan
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Zitat von Ulrich Wick Beitrag anzeigen
Mit dem entsprechenden Material könnte man es abgleichen. Auf jeden Fall hat dieser erste Romanband von Vermeiren eine ganz andere Handlung, denn da geht es um das Schicksal Johans, der einen Adeligen geschlagen hat und daher in die Wälder fliehen muss. Dort wird er dann quasi zum "Roten Ritter". Die übrigen Romane kenne ich nicht.
Die Serie lief seit 1946 in der Jugendzeitschrift De Kleine Zondagsvriend, und wenn ich das Wikipedia-Zitat richtig verstehe, hat Vermeiren auf einen Schlag die ersten vier Romanmanuskripte im Paket vorgelegt.

Bei der Menge wäre ich eher verwundert, wenn sich da keine Steilvorlagen für Plagiate finden lassen. Die Niederlande waren ja im Krieg besetzt, und allmählich kommen die Kollaborationen der Niederländer, Belgier und Franzosen ans Licht. Solches Vitamin B ließ sich ja in der Nachkriegszeit nutzen.
Die Jugendzeitschrift war eine Beilage der Tageszeitung Gazet van Antwerp, die heute noch existiert.

Aus der Ecke Zeitungsforschung/Geschichte könnte der eine oder andere Puzzlestein kommen, der das Bild etwas vervollständigt.
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Alt 03.04.2016, 17:38   #100  
Detlef Lorenz
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Zitat:
Zitat von Servalan Beitrag anzeigen
(...) Die Niederlande waren ja im Krieg besetzt, und allmählich kommen die Kollaborationen der Niederländer, Belgier und Franzosen ans Licht. Solches Vitamin B ließ sich ja in der Nachkriegszeit nutzen.
Die Jugendzeitschrift war eine Beilage der Tageszeitung Gazet van Antwerp, die heute noch existiert. (...)
Entschuldige, Servalan, aber aus den von dir erwähnten historischen Ereignissen erschließt sich für mich der Zusammenhang des "De Rode Ridder" mit dem "Der Rote Ritter" nicht ganz. Davon abgesehen kenne ich, wie erwähnt, die Inhalte des "De Rodde Ridder" nicht, kann also zu einem tatsächlichen/möglichen Plagiats/Ähnlichkeit nichts sagen. Ulrich hatte allerdings angedeutet, dass zumindest mit dem ersten Roman keine inhaltlichen Überschneidungen zu existieren zu scheinen.
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