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Alt 01.04.2021, 12:45   #1  
LaLe
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Standard Starman - LaLe liest sich durch den Robinson-Run

Mit "Liebe auf den ersten Blick" ist mein Verhältnis zum Robinson-Run an Starman vermutlich ganz treffend beschrieben. Es geschah, als hierzulande DC One Million erschien und in diesem Zuge auch das wunderbare Tie-In Starman 1.000.000 den Weg über den Teich fand. Bis dato, wenn ich nicht komplett irre, der einzige Fetzen dieser preisgekrönten Serie, der dies neben der im Zuge der Blackest Night nachgeschobenen #81 der Hauptserie geschafft hat. Dieses eine Heft reichte aus um bei mir den Eindruck zu erwecken, dass sich die Serie durch eine tiefgehende Charakterisierung der Figuren und eine an allen Ecken immer wieder durchschimmernde Serienhistorie auszeichnen könnte. Dieser Eindruck wurde mit dem Erwerb und der Lektüre des ersten Starman-Omnibus gefestigt, den ich mir von den Kollegen mal zum Geburtstag schenken ließ und im PaFo seinerzeit ein wenig abfeierte.

Danach wurde es für mich ein wenig ruhiger um Starman, da ich feststellte, dass es die Omnibusse im Softcover gar nicht bis zur abschließenden Nummer gebracht hatten und damit die HC in meinen Fokus rückten, Die sind teilweise aber nur zu Mondpreisen zu haben. Mit Ankündigung des Cosmic Omnibus kam die Rede mal wieder auf Starman und irgendwie ergab es sich, dass da wem mein Review zum ersten Omnibus so gut gefiel, dass er mir zum dritten Omnibus ein unfassbares Angebot unterbreitete. Um mich nicht zu beschämen ließ er sich auf andere Modalitäten denn ein Überlassen gegen Erstattung des Portos ein, und so wanderte der Band in meine Hände. Der verstärkte den positiven Eindruck, den ich nach dem ersten Omnibus gewonnen hatte, spoilerte aber ein wenig das, was wohl im zweiten passierte.

Und dann passierte zum Jahreswechsel wieder Unfassbares. Ich erhielt ein Angebot, das ich unmöglich ausschlagen konnte und so wanderten 86 US-Hefte des mit allen Tie-Ins und Crossovern 102 Hefte umfassenden Robinson-Runs an Starman in meine Hände. Über den dritten Omnibus und die deutsche Veröffentlichung lagen mir sechs weitere Ausgaben vor, so dass mir nur 10 Ausgaben fehlten. Anlass genug über einen kompletten Read nachzudenken zumal mit der Ankündigung des Starman Compendiums die Aussicht besteht, dass noch in diesem Jahr sieben weitere Ausgaben den Weg zu mir finden.

Die über den folgenden Link ( http://www.comicsbackissues.com/comi...reading-order/ ) erreichbare Reading Order wird die sein, an der ich mich orientiere. Allerdings werde ich nicht alles davon in meinen Read mit aufnehmen. An Sachen wie The Golden Age, Zero Hour oder JSA denke ich nochmal rum, da mir die auf Deutsch vorliegen. Geplant ist aber eigentlich nur das, was auch in den Omnibi erschienen ist.

Bis es losgeht, dauert es noch ein wenig. Im Comicforum muss ich noch zwei Leseprojekte vernünftig beenden und irgendwie juckt es mich, den JLA-Read zum Morrisonrun noch mitzumachen. Aber bis zum Compendium ist es ja noch ein bisschen hin und bis zu den mir fehlenden Ausgaben hätte ich eh noch genug Luft. Der Plan ist "Ein Heft pro Woche".

So viel fürs Erste. Beizeiten freue ich mich dann über eure Beteiligung (gibt ja wohl einige, die das Compendium bestellt haben).

Geändert von LaLe (06.04.2021 um 16:06 Uhr)
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Alt 01.04.2021, 12:45   #2  
LaLe
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Reading/Done-Order

Übernahme einer noch zu überarbeitenden Empfehlung

Golden Age #1-4
Zero Hour #1
Starman 2nd series #0 - Sins of the Father (1/4) - Falling Star, Rising Son
Starman 2nd series #1 - Sins of the Father (2/4) - Oil (Paint) and Water
Starman 2nd series #2 - Sins of the Father (3/4) - Mercy
Starman 2nd series #3 - Sins of the Father (4/4) - Night F(l)ight
Starman 2nd series #4
Starman 2nd series #5
Starman 2nd series #6
Starman 2nd series #7
Starman 2nd series #8
Starman 2nd series #9
Starman 2nd series #10
Starman 2nd series #11
Showcase '95 #12
Starman 2nd series #12
Starman 2nd series #13
Starman 2nd series #14
Starman 2nd series #15
Starman 2nd series #16
Starman 2nd series #17
Starman 2nd series #18
Starman 2nd series #19
Showcase '96 #4
Showcase '96 #5
Starman 2nd series #20
Starman 2nd series #21
Starman 2nd series #22
Starman 2nd series #23
Starman Annual 2nd series #1
Starman 2nd series #24
Starman 2nd series #25
Starman 2nd series #26
Starman 2nd series #27
Starman 2nd series #28
Starman 2nd series #29
Starman 2nd series #30
Starman 2nd series #31
Starman 2nd series #32
Starman 2nd series #33
Starman 2nd series #34
Starman 2nd series #35
The Shade #1
The Shade #2
The Shade #3
The Shade #4
Starman 2nd series #36
Starman 2nd series #37
Starman Annual 2nd series #2
Starman 2nd series #38
Starman 2nd series #39
Power of Shazam #35
Starman - 2nd series #40
Power of Shazam #36
Starman - 2nd series #41
Starman Secret Files and Origins #1
Starman - 2nd series #42
Batman Hellboy Starman #1
Batman Hellboy Starman #2
Starman 80 Page Giant #1
Starman - 2nd series #43
Starman The Mist #1
Starman - 2nd series #44
Starman - 2nd series #45
Starman - 2nd series #46
Starman - 2nd series #47
Starman One Million #1
Starman - 2nd series #48
Starman - 2nd series #49
Starman - 2nd series #50
Starman - 2nd series #51
Starman - 2nd series #52
Starman - 2nd series #53
Starman - 2nd series #54
Starman - 2nd series #55
Starman - 2nd series #56
Starman - 2nd series #57
Starman - 2nd series #58
Starman - 2nd series #59
Starman - 2nd series #60
Stars and Stripe #0
All Star Comics 80 Page Giant #1
JSA All Stars #4
JSA Secret Files #1
JSA #1
JSA #2
JSA #3
JSA #4
JSA #5
JSA #6
JSA #7
JSA #8
JSA #9
JSA #10
JSA #11
JSA #12
Hourman #18
JSA #13
JSA #14
JSA #15
Starman - 2nd series #61
Starman - 2nd series #62
Starman - 2nd series #63
Starman - 2nd series #64
Starman - 2nd series #65
Starman - 2nd series #66
Starman - 2nd series #67
Starman - 2nd series #68
Starman - 2nd series #69
Starman - 2nd series #70
Starman - 2nd series #71
Starman - 2nd series #72
Starman - 2nd series #73
Starman - 2nd series #74
Starman - 2nd series #75
Starman - 2nd series #76
Starman - 2nd series #77
Starman - 2nd series #78
Starman - 2nd series #79
Starman - 2nd series #80
Starman - 2nd series #81
The Shade #1
The Shade #2
The Shade #3
The Shade #4
The Shade #5
The Shade #6
The Shade #7
The Shade #8
The Shade #9
The Shade #10
The Shade #11
The Shade #12.

Deutsche Ausgaben des hier Aufgeführten gibt es (wenig genug aus der Hauptserie) wie folgt:

- The Golden Age 1-4 (DC Premium 25 - Panini, DCGNC 72 - Eaglemoss)
- Zero Hour 1 (JLA Sonderband 3 - Dino)
- Batman / Hellboy / Starman (Hellboy 3 - Crosscult)
- Starman 1.000.000 (JLA Special 5 - Dino, Justice League One Million 1 - Panini, DCGNC Sonderband 6 - Eaglemoss)
- JSA Secret Files 1 (JLA Sonderband 16 - Dino)
- JSA 1-5 (JLA Special 11 - Dino)
- JSA 6-7 (JSA 1 - Panini)
- JSA 8-9 (JSA 2 - Panini)
- JSA 10-11 (JSA 3 - Panini)
- JSA 12-13 (JSA 4 - Panini)
- JSA 14-15 (JSA 5 - Panini)
- Starman 81 (Blackest Night Monster Edition - Panini).

Geändert von LaLe (14.05.2021 um 08:43 Uhr)
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Alt 01.04.2021, 12:46   #3  
LaLe
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Gesammeltes

Die Serie wurde mehrfach gesammelt herausgegeben. Zu nennen wäre zunächst die begehrte sechsteilige Omnibusausgabe.
Die wurde später noch einmal im Softcover gestartet, schaffte es dann aber wohl nur bis zur Volume 3. Jedenfalls ist Vol. 4 bei den Amazonen derzeit für 2035 angekündigt und schon zwischen Vol. 2 und 3 lagen vier Jahre bei der Veröffentlichung.
Dann gibt es eine 10-bändige Tradepaperback-Reihe, der aber neben der nachgeschobenen Blackest Night-Ausgabe #81 auch die späteren Times Past-Hefte fehlen (#36, 42, 44, 46, 54, 74).
Angekündigt war der erste Band einer zweiteiligen Starman: The Cosmic Omnibus-Ausgabe. Die kam aber nicht zustande.
Dafür wurde nun das ebenfalls zweiteilige Starman Compendium gestartet. Die rund 1500 Seiten der Vol. 1 waren für Vorbesteller für schlanke € 34,88 zu haben und soll Ende August/Anfang September ausgeliefert werden.

Hier einmal eine Übersicht

Omnibusse

Starman Omnibus Volume 1 (2008/2012):
- Starman #0–16

Starman Omnibus Volume 2 (2009/2012)
- Starman #17–29
- Showcase '95 #12
- Showcase '96 #4–5
- Starman Annual #1

Starman Omnibus Volume 3 (2009/2016):
- Starman #30–38
- Starman Annual #2
- Starman Secret Files
- The Shade #1–4

Starman Omnibus Volume 4 (2010):
- Starman #39–46
- Starman: The Mist
- Starman 80-Page Giant
- Batman/Hellboy/Starman #1–2
- The Power of Shazam! #35-36

Starman Omnibus Volume 5 (2010):
- Starman #47-60
- Starman #1,000,000
- All Star Comics 80-Page Giant
- Stars and S.T.R.I.P.E. #0
- JSA: All Stars #4

Starman Omnibus Volume 6 (2011):
- Starman #61-81

Trades

Sins of the Father (1996)
- Starman #0-5

Night and Day (1997)
- Starman #7-10, 12-16

Times Past (1998)
- Starman #6, 11, 18, 28
- Starman Annual #1
- Starman Secret Files and Origins #1

A Wicked Inclination (2002)
- Starman #17, 19-27

Infernal Devices (2003)
- Starman #29-35, 37-38

To Reach The Stars (2003)
- Starman #39-41, 43, 45
- Starman Annual #2,
- The Power of Shazam! #35-36

A Starry Knight (2002)
- Starman #47-53

Stars My Destination (2004)
- Starman #55-60

Grand Guignol (2004)
- Starman #61-73

Sons of the Father (2005)
- Starman #75-80

The Shade (2013)
- The Shade #1–12

Geändert von LaLe (14.05.2021 um 08:44 Uhr)
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Alt 01.04.2021, 12:46   #4  
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Alt 01.04.2021, 12:52   #5  
underduck
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Bis es losgeht, dauert es noch ein wenig. Im Comicforum muss ich noch zwei Leseprojekte vernünftig beenden ...
Passiert da überhaupt noch was?
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Alt 01.04.2021, 13:29   #6  
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Demnächst wandert einiges von meiner Kladde ins dortige Forum.
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Alt 13.04.2021, 12:29   #7  
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The Golden Age



Autor: James Robinson
Zeichner: Paul Smith
Erschienen: September 1993 - Mai 1994



Weil diese Miniserie in der Reading Order empfohlen wurde und mir auch vorlag, habe ich mir die zur Einstimmung noch einmal gegeben. Die Nummer mit dem Hirn Adolf Hitlers im Körper eines amerikanischen Superhelden klingt natürlich völlig absurd, funktioniert aber irgendwie ganz gut. Aber was an der Serie relevant ist, sind ganz andere Dinge.

James Robinson entmystifiziert die Helden des Golden Age und macht aus ihnen Menschen. Er lässt sie nicht nur mit ganz weltlichen Problemen hadern sondern beschreibt auch deren Beziehungen zueinander und verleiht ihnen so Tiefe. Das wird er in seinem lang anhaltenden Starman-Run, in dem Ted Knight eine alles andere als passive Rolle einnehmen wird, fleissig weiter betreiben und das macht auch die Stärke der Serie aus. Dabei nimmt er einiges an Motiven vorweg, das andere Autoren später aufgriffen, z. B. in der Identity Crisis. Dazu aber beizeiten mehr.

Zur Einstimmung kann man diese Mini gut lesen, essentiell für den Run ist sie m. E. jedoch nicht. Zu haben ist die sehr günstig als Band 72 der DC Graphic Novel Collection oder DC Premium Band 25.

Anmerkungen:
The Golden Age galt als Elseworlds und wurde mit dem im November 2005 veröffentlichten Compendium zur Crisis on Infinite Earths auf Erde-32 verlegt. Unabhängig davon übernahm Robinson Elemente in seinen Run an Starman und später auch Geoff Johns für den seinen an der JSA. Offensichtliche Widersprüche wie beispielsweise die später wieder quicklebendige Joan Dale (Ms. America), die bei den Freedom Fighters eine Rolle spielte, wurden meines Wissens allerdings nicht geklärt.

James Robinson und Paul Smith brachte The Golden Age 1994 eine Nominierung für den Eisner Award (Best Finite/Limited Series) ein. Gewonnen hatte Marvels von Busiek/Ross.

Geändert von LaLe (23.04.2021 um 09:13 Uhr)
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Alt 13.04.2021, 13:09   #8  
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Zero Hour 1 - Zero Hour IV



Autor: Dan Jurgens
Zeichner: Dan Jurgens, Jerry Ordway
Erschienen: September 1994

Hier gibt es nicht viel zu schreiben. Im Zuge des Events, das einige Unklarheiten beseitigen sollte, die aus der Crisis on Infinite Earths resultierten, trug sich 14 Minuten vor der Stunde Null folgendes zu:

Alan "Green Lantern" Scott und Ted "Starman" Knight stehen nach harten Kämpfen an den Krankenbetten ihrer Freunde. Abgesehen von Alan Scott haben die Mitglieder der Justice Society begonnen zu altern und so übergibt Ted Knight seinen kosmischen Stab an seinen älteren Sohn David, der neuer Starman wird. Jack Knight ist ganz froh, dass dieser Kelch an ihm vorbei ging.

Anmerkungen:
Ausgehend von dieser einen Seite innerhalb des Events geht es dann direkt zu Starman "0", einer Serie, die wie viele andere mit einer Nullnummer als aktualisierte Origin neu durchstartete.

Den JLA Sonderband 3 dürfte es für ganz kleines Geld geben.

Geändert von LaLe (14.04.2021 um 11:13 Uhr)
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Alt 22.04.2021, 11:34   #9  
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Starman 0 - Sins of the Father (1/4) - Falling Star, Rising Son



Autor: James Robinson
Zeichner: Tony Harris, Wade von Grawbadger
Erschienen: Oktober 1994



Das ist er also, der Auftakt zu einem knapp sieben Jahre andauernden Run an einem Helden, der irgendwie immer da war, dem es aber an der Popularität anderer Figuren fehlte. Und dieser Run startet mit einem Knall. Nur einen Monat zuvor wurde David Knight im Zuge der Zero Hour der neue Starman als ihm sein Vater den Kosmischen Stab übergab. Doch nun holt die Knights die Vergangenheit ein und ein uralter Gegner setzt zum finalen Schlag an. Und dieser fordert einen hohen Preis.

James Robinson sagte sich womöglich, dass Neues aus der Asche des Alten entstehen muss. So scheint es jedenfalls nach dieser Nummer. Im weiteren Serienverlauf werden wir jedoch feststellen, dass der Autor dieses Alte liebt und es über Jahre hinweg versteht diesem ein Gewicht und eine Tiefe zu verleihen, die ihm bislang abging.

In diesem Zusammenhang finde ich die Lektüre seines Essays sehr erhellend, das auch in den Omnibus-Ausgaben enthalten ist. Dort nimmt er die Leser an die Hand und schreibt darüber warum er ausgerechnet Starman, den Helden mit dem rot-grünen Kostüm und der Finne auf dem Helm, gestalten wollte und was er mit diesem vorhat.

Zunächst stellt er fest, dass Ted Knight in seiner Miniserie The Golden Age tiefer ausgearbeitet wurde als in allen vorhergehenden Publikationen, und das war schon wenig genug. Dort war er ein Wissenschaftler, dessen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Entwicklung der Atombombe beitrugen, deren Einsatz ihm massive Schuldgefühle bereitete. Und so begann er geradezu manisch weiter zu forschen und entwickelte einen verbesserten Kosmischen Stab. Seinem Leben konnte er kein Ende setzen obwohl ihm dies so einfach erschien.

Dann gab es bereits eine ganze Reihe an Starmen, doch irgendwie hatten die alle nichts miteinander zu tun. So etwas wie eine aufeinander aufbauende Ahnenreihe fehlte der Figur. Das wollte Robinson ändern und richtete dafür eine Ecke im DCU ein, die ihm dafür geeignet schien. Und diese Ecke platzierte er in Opal City, einem Ort, der ähnlichen Wiedererkennungswert bekommen sollte wie Gotham oder Metropolis, eine Ecke, in der man sich auskennt und wohlfühlt. Dazu gehört aber nicht nur die Architektur und einzelne Plätze. Robinson wollte um diesen Ort eine ganze Historie aufbauen und auch das Umfeld definieren. Und so verweist er bereits hier auf die Times Past-Hefte, deren er im Serienverlauf insgesamt zehn schreiben sollte zuzüglich diverser One-Shots und der Shade-Miniserie.

Auch gibt es mindestens einen Punkt an dem sich Robinson mit seinem Helden Jack Knight identifiziert. Ihre Vorliebe für Vintage, ein Hobby über das sich der Autor auch gegenüber seinen Lesern regelmäßig ausließ. Ob es da noch mehr Punkte gab, wird sich zeigen. Kampfsportler ist James Robinson meines Wissens jedoch nicht.

Für alle jene, die mit dem angekündigten Compendium in die Serie einsteigen werden, hoffe ich, dass Robinsons Kommunikation mit den Lesern ebenfalls enthalten ist. Denn in der Tat pflegte er einen sehr regen Austausch und erklärte vieles von dem was er in der Serie machte.

Kommen wir ein wenig zum Drumherum (was man nicht alles zu einem kleinen US-Heft schreiben kann...).

Das Cover von Tony Harris, das wohl auch für Teil 1 des Compendiums vorgesehen ist, ziert oben rechts das Zero Hour-Symbol, das mit der #1 von einem serieneigenen abgelöst wurde. Dies zierte dann alle Ausgaben mit Ausnahme der #1.000.000, der zur Blackest Night zählenden #81, dem The Mist-Oneshot und den Omnibussen.

Enthalten sind zwei Seiten DC Universe und zwar die Nummern 20 und 21. Erstere beinhaltet einen Artikel Clark Kents im Daily Planet Extra zur Zero Hour und beleuchtet ein wenig die Hintergründe des Events. Berichtet wird auch von verstorbenen und vermissten Helden sowie davon, dass sich die Justice Society zur Ruhe gesetzt hat. Letztere ist ein Nachruf auf den 1994 an AIDS verstorbenen Neal Pozner, der einige Talente zu DC holte.

Werbung gibt es ebenfalls zuhauf. Beworben werden neue Serien wie Hawkman von Messner-Loebs, Guardians of Metropolis von Karl Kesel, Primal Force (eine Gruppe obskurer DC-Charaktere) von Steven T. Seagle, Man Hunter von Steven Grant, Rebels ´94 von Tom Peyer und The Ray vom Duo Christopher Priest/Howard Porter.

So viel fürs erste. Weiter geht es dann kommende Woche.

Geändert von LaLe (23.04.2021 um 08:22 Uhr)
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Alt 29.04.2021, 09:13   #10  
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Starman 1 - Sins of the Father (2/4) - Oil (Paint) and Water



Autor: James Robinson
Zeichner: Tony Harris, Wade von Grawbadger
Erschienen: November 1994



Nach dem Knall in der Nullnummer geht es ohne groß Tempo rauszunehmen weiter. The Mist legt noch eine ganze Schippe drauf und Opal City brennt.

Spannend ist das neue Personal, das Robinson hier einführt. Neben The Shade, der, soviel sei gespoilert, zum Co-Star des Runs werden wird, ist das die Polizistenfamilie O`Dare. Ted Knight rettete in den 40ern Barry O´Dare, der daraufhin zu einem Unterstützer Starmans wurde. Eine Tradition, die seine Kinder, die alle zur Polizei gingen, fortsetzen. Und so finden sie sich alle im Krankenhaus ein um zu verhindern, dass, wer auch immer Ted Knight angriff, sein Werk vollenden kann.

Am Rande erwähnt bzw. angedeutet wird eine Figur, die in den Times Past-Heften noch eine Rolle spielen wird. Dazu aber beizeiten mehr.

Robinson wendet sich auch hier wieder an seine Leser und erzählt einen Schwank aus seinem Sammlerdasein. Nun weiß ich was ein View-Master ist und kann wissend nicken wenn mal wer das Wort Heywood Wakefield in den Mund nehmen sollte. Im ersten Omnibus ist dieser Beitrag enthalten.

Kommen wir wieder zum Drumherum.

Das Cover von Tony Harris ziert oben rechts das womöglich vom Zero Hour-Symbol inspirierte serieneigene Symbol, das in immer wieder anderen Variationen erhalten bleiben wird.

Auf der Seite DC Universe 22 wird unter dem Titel "Comics Colouring Demystified" beschrieben, wie man Mitte der 90er Comics bunt machte. Das dürfte heutzutage anders laufen.

Auf einer weiteren Seite widmet man sich mit kleinen Portraits den Machern der Serie, James Robinson, Tony Harris und Wade von Grawbadger

Und Werbung gibt es wieder reichlich. Neben der für Star Wars Figuren und Baseballkarten sind das Anzeigen zum Superman-Arc "Dead Again", einem Halloween Special des Dreamteams Loeb/Sale zu Legends of the Dark Knight, Lobo - Preacher Wars, dem The Batman Adventures Annual 1 und Terminal Velocity zu Flash (kam bei Eaglemoss).

Geändert von LaLe (01.05.2021 um 09:53 Uhr)
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Alt 05.05.2021, 07:57   #11  
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Starman 2 - Sins of the Father (3/4) - Mercy



Autor: James Robinson
Zeichner: Tony Harris, Wade von Grawbadger
Erschienen: Dezember 1994



Die Auseinandersetzung zwischen den Häschern von The Mist und den Knights eskaliert weiter und mit dem Eingreifen des sehr ambivalenten The Shade ergeben sich womöglich neue Perspektiven.

Die Szene um die stotternde und auch sonst labil wirkende Nash ist ein Schlüsselmoment des ganzen Runs. Warum das so ist, wäre hier noch gespoilert aber mit der Storyline "Sins of the Child" in den US-Heften 12 bis 16 wird das aufgelöst.

Mit Charity wird eine weitere Nebenfigur eingeführt, die in den 70ern von Robert Kanigher und Howard Chaykin für die Serie Forbidden Tales of Dark Mansion entwickelt wurde. Die wird insgesamt etwa ein Dutzend Auftritte im Robinson-Run haben und eine wichtige Unterstützerin Jack Knights werden. Robinson selbst greift die Figur nochmal in seinem "Cry for Justice" auf bevor sie ihren - soweit ich weiß - letzten Auftritt in der Maxiserie "Trinity" hatte.

Spannend ist der Ausblick, den Charity auf noch kommende Geschichten gibt. Egal ob es beispielsweise um einen merkwürdigen Zirkus, einen geflügelten Helden oder Abenteuer im All geht, all das kommt noch. Das zeigt, dass Robinson von Beginn an eine Idee hatte wohin die Serie laufen soll und in der Tat ist die als Ganzes ziemlich rund geraten. Aber das werden wir im Laufe der Lektüre noch öfter feststellen. Mich erinnerte das ein wenig an seine letzte Arbeit an der Justice League vor dem Neustart mit den New52. Da gewährte er einen ähnlichen Ausblick auf das, was er mit der Liga wohl noch vorhatte. Geschichten, die voraussichtlich nie erzählt werden...

Ansonsten erfährt der Leser hier nun auch wo das Zeichen im Titel herkommt. Wie überhaupt die Wahl des Kostüms sehr interessant ist, ich sage nur Schutzbrille.

Highlight des Drumherum ist ein zweiseitiger Auszug aus dem Journal von The Shade. Den begann er kurz vor der Ermordung David Knights zu schreiben und er widmete sich dabei der Erzählung wie er 1891 feststellte, dass er nicht mehr altert. Er traf sich seinerzeit mit Oscar Wilde in London und beobachtete an diesem den nicht nur dem Alter geschuldeten Verfall des Körpers von dem er selbst bei ähnlich ungesunder Lebensweise verschont blieb. Er beendete den Eintrag mit Gedanken darüber was der Tod des neuen Starman bedeutete und verglich ihn mit dem Tod des Starman der 50er. Wenn ich das richtig weiß, ist hier die Rede von Charles McNider (Dr. Mid-Nite), der für kurze Zeit Ted Knight ersetzte. Die Geschichte ist allerdings eine etwas kompliziertere und da komme ich sicher beizeiten drauf zurück.

Und obwohl ich schwören könnte, dass ich diesen Auszug schon einmal gelesen habe, konnte ich den im ersten Omnibus nicht finden.

Auf der Seite DC Universe 23 (Daily Planet) wird vom Verschwinden des Leichnams von Deathstroke berichtet. In der zugrundeliegenden Storyline ging es wohl um ein ihm fälschlich zugeordnetes Attentat auf einen Senator und Präsident Clinton.

Werbung gab es für Earth 2, eine TV-Serie, die ich ganz gut fand, Footballkarten und die Verfilmung von "Interview für einen Vampir". Eigene Produkte wurden mit einer neuen Ongoing zu Judge Dredd, dem Sgt. Rock Special 2, der Miniserie Star Trek TNG - Shadowheart (erschien auf Deutsch bei Feest), DC Comics Online und einen Neujahrs-Sale beworben.

Anmerkungen

Coverdate ist Dezember 95. Da hat man die Jahreszahl vermutlich etwas voreilig fortgeschrieben.

Geändert von LaLe (05.05.2021 um 23:14 Uhr)
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Alt 12.05.2021, 21:32   #12  
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Bevor es mit dem Abschluss des ersten Storybogens weitergeht, hier einmal mein Versuch, den im letzten Heft enthaltenen und in den Omnibussen ausgesparten Auszug aus dem Tagebuch von The Shade zu übersetzen. Eine bloße Transkription wäre mir irgendwie zu blöd gewesen und bevor ihr fragt, nein, mir ist nicht wirklich langweilig. Wäre toll wenn es mir auch nur annähernd gelungen wäre, den Text so ins Deutsche zu übertragen, dass ihr zumindest eine Idee davon habt, was den Robinson-Run an Starman für mich zu etwas ganz Besonderem macht. Dieser Auszug ist dafür ein perfektes Beispiel.

Aus The Shades Tagebuch

Die eine Sache mit der Unsterblichkeit, das sind die Erinnerungen. Ein verlängertes Leben bringt so viel mehr an Ereignissen mit sich, derer man sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder erinnern kann. Und ich habe mein Leben nun wahrlich in einer Weise gelebt, dass es sehr viele Dinge zu erinnern gibt.

Heute geschah nicht viel und so hatte ich das Bedürfnis weiter an meinen Aufzeichnungen zu arbeiten. Ein David Knight patroullierte durch die nächtlichen Straßen Opals und so entschied ich mich von vergangenen Zeiten zu schreiben.

Ich erinnere mich an meinen letzten Aufenthalt in London. Ich besuchte auch Oscar in seinem Haus an der Tide Street und dankenswerter Weise geschah dies noch bevor er in Ungnade fiel. Wir genossen einen feinen Cream Tea, Oscar augenscheinlich nicht den ersten, wie seine Hüften bewiesen. Damals wurde mir das gar nicht so richtig bewusst, aber nun, da ich an die Begebenheit zurückdenke...

Unsere gemeinsame Zeit war ein wahrer Genuss. Die meiste Zeit hörte ich ihm aufmerksam zu gleichwohl die vorherige Nacht nicht ohne Nachwirkung blieb. Doch irgendwann begann er mit seinen Geschichten über die Londoner Gesellschaft. Ich erinnere insbesondere die der "Dame" Catherine Walters, in ihrem Gewerbe besser bekannt unter dem Namen "Skittles" und ihre Liaison mit dem Cricketspieler W. G. Grace, die unter der Bezeichnung "Dr. Grace getting a sticky wicket" die Runde machte. Ich bekam mich kaum wieder ein.

In diesem Augenblick begann ich zu realisieren, dass ich womöglich nicht länger alterte. Die Erkenntnis kam so plötzlich über mich als ich der Tatsache gewahr wurde, dass ich die Woche zuvor sechzig geworden war und noch immer wie Ende dreißig aussah. Und an Oscar konnte ich an diesem Tag erkennen, was ein Lebenswandel wie ich ihn führte, für Auswirkungen auf den Körper hat, gewöhnlich haben sollte. Meinen Freund so zu sehen, während ich davon verschont blieb, machte mich traurig. Ich schämte mich gar, fühlte mich irgendwie ... schuldig.

Rückblickend ist das womöglich der Grund, weshalb ich Oscar nie wieder sah. Es war 1891, Jahre nach unserem letzten Treffen in Opal während seiner Amerikareise und Jahre vor seiner Auseinandersetzung mit Queensbury sowie all dem was darauf folgen sollte. Bedauernswerter Oscar, vielleicht hätte ich für ihn da sein sollen, ´95. Aber wie viele andere Freunde auch, war ich nicht auffindbar.

Wie auch immer, Oscar hatte mir an diesem letzten gemeinsamen Abend unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass meine spätere Anwesenheit im Hinblick auf die folgende Verabredung mit seinem Lord Alfred nicht erforderlich war.

Und so waren wir in dieser Nacht allein, London und ich.

Meine angeschlagene Stimmung und der scharfe Wind trieben mich dann zur Tiger Bay unten an der Themse, wo die Luft erbärmlich stank. Ein Ort von dem sich Menschen guter Gesinnung fernzuhalten wussten. Nur weder bin noch war ich ein guter Mensch. Und so ging ich weiter.

Die Opiumhöhlen und Kneipen waren voll von Seeleuten, Hafenarbeitern und Orientalen. Keine Sprache, die hier nicht gesprochen wurde, keine Hautfarbe, die man nicht zu Gesicht bekam. London war schon immer ein Schmelztiegel und in dieser Nacht brannte das Feuer unter ihm lichterloh.

Ich betrat einen verlassenen Friedhof und stolperte über eine Szene, die sich nicht jeden Tag bot. Ein riesiger Braunbär wurde von seinem Besitzer zu Tode geprügelt, dem Ende nah, geschunden von nicht enden wollenden Hieben mit einem nietenbesetzten Hammer. Ich überlegte was das Tier getan haben könnte, dass es eine solche Behandlung verdiente und der Mann erklärte mir, es sei zu alt um weiter seine Kunststücke aufzuführen. Als Tanzbär am Pitney Market und anderen Orten hatte es ihm lange Zeit gutes Geld gebracht aber nun sei es zu alt und fräße ihm die Haare vom Kopf. So habe er sich dazu entschlossen es zu töten und sein Fleisch an eine Schlachterei zu verkaufen.

Die Szene wirkte auf mich derart lächerlich. Dieser kleine schwächliche Mann erhob sich über das Tier und maßte sich an dessen Existenz aufgrund seines Alters ein Ende zu setzen. Ich will nicht ausschließen, dass es meine Schuldgefühle Oscar gegenüber waren, die mich in diesem Augenblick bewegten und zu meiner Reaktion führten. Irgendwie.

Wie auch immer. Ich tötete den Mann.

Was mich zur Tiger Bay getrieben hatte war der Umstand, dass ich hier in meine neue Existenz geboren wurde, die als The Shade. Ich begann über meine einst "menschliche" Existenz nachzudenken, die vor der Transformation. Ich nahm an, erhoffte mir, dass mir die Rückkehr an den Ort meiner Neuwerdung eine Art inneren Frieden schenken könnte. Denn bis zu diesem Tag verfolgten mich die Schrecken meiner Neugeburt und die zahllosen mit ihr verbundenen Tode, die ich starb. 1891 hätte ich alles getan um dem ein Ende zu setzen.

Aber zurückzuschauen bringt einen nicht voran. Das mag in der Vorstellung der Dichter ein probates Mittel sein. Ich bin kein Dichter. Alles was mir diese Rückschau einbrachte war eine Traurigkeit von der Art, die einen an dunkle Orte zieht, die selbst jemand wie ich, der sich im Dunklen heimisch fühlt, fürchtet.

Gerade als ich mich wieder der Stadt zuwandte, sah ich sie, den letzten Sargnagel meiner schwindenden Zuneigung für London. In der Victoria Match Factory arbeiteten gut tausend Mädchen und Frauen. Ihre Arbeit bestand darin, Hölzchen in Phosphor zu tauchen was aufgrund des andauernden Kontaktes mit dessen Dämpfen dazu führte, dass deren Knochen nekrotisierten. Der Anblick von Bettlerinnen ohne Kiefer oder Finger war ein alltäglicher. Man nannte sie "Phos Girls". In diesem Augenblick rührte mich der Anblick einer solchen armen Seele an. Ihr fehlender Kiefer hinderte sie am Sprechen und so gab sie Laute von sich, die an das klagende Miauen eines Kätzchens erinnerten. Ich hatte solche Mädchen schon gesehen. Es war wahrlich kein neuer Anblick und ich hatte angenommen, dass mich das inzwischen so weit abgehärtet, verhärtet hätte, dass es mich nicht mehr berührt.

In dieser Nacht nahm eine Träne ihren Weg über meine Wange.

Ich gab ihr ein Pfund. Mit Sicherheit mehr Geld als sie in ihrem ganzen Leben je besessen hatte.

Ich drehte mich um und ließ sie zurück und mit ihr London und England. Ich kehrte nie zurück. Opal City war bis dahin mein Wohnort gewesen, der Ort von dem aus ich zu meinen Reisen nach London, Paris oder Gotham City aufbrach. Doch nun war Opal meine Heimat geworden, mein Platz in dieser Welt.

---

Es ist eine Stunde her seit ich die letzten Zeilen schrieb. In dieser Stunde ist viel geschehen. Ich genoss einen hervorragenden französischen Wein, der mein Mahl bestehend aus gutem Rind und Oyster Pie wunderbar abrundete. Ein Einwohner Opal Citys hatte sieben Millionen Dollar in der Lotterie gewonnen. Und David Knight, der amtierende Champion und Held der Stadt, hatte weniger Glück.

David Knight wurde vor zwanzig Minuten getötet.

Die Berichte sind noch vage, es gibt kaum belastbare Aussagen aber es scheint, dass David Knight starb. Da ist nichts, das ich nun tun könnte oder das zu tun ich mich veranlasst sähe. Ganz davon ab, dass die Möglichkeit besteht, dass ich dies eh nicht beabsichtige. So verfolge ich weiter die Nachrichten, überlege, und ja, in meiner gegenwärtigen Stimmung...

... ich erinnere mich.

Nur wenige wissen um den Starman der 50er, ich hingegen erinnere mich. Er flog durch Opals Nachthimmel für ein Jahr und eine Woche und starb am Ende einen heldenhaften Tod. Heldenhaft aber dumm.

Ted Knight arbeitete weiter an seinen Forschungen, hatte gerade den Prototypen eines Gravitationsstabes entwickelt und beschäftigte sich vermutlich mit der Frage wie er diesen weiter optimieren könnte. Er erholte sich dabei von den Verletzungen, die er sich in Washington zugezogen hatte. Jetzt, da ich darüber näher nachdenke, eine zeitlang stand es nicht gut um ihn. Dann heiratete er noch und bekanntlich sind Frauen das Ende aller männlicher Bemühungen. Wer will ihm also verdenken, dass er eine Auszeit vom Superheldendasein nahm?

Ich habe eine ganze Reihe von Theorien darüber entwickelt, wer damals seinen Platz als Starman eingenommen hatte. Die Antwort auf diese Frage ist etwas, das mich auch heute noch herausfordert. Womöglich weiß Knight um sie und vielleicht ergibt sich eines Tages die Gelegenheit ihn danach zu fragen. Wie auch immer, dass dieser Starman über völlig andere Kräfte verfügte und keinerlei Verbindung zu seinem Vorgänger oder irgendeinem seiner Nachfolger hatte, war offenkundig. Ein wahres Rätsel. Ein Puzzle. Manche mögen so etwas, ich empfinde dafür regelrechte Abscheu.

Eines Tages werde ich die Wahrheit wissen. Die ganze Wahrheit.

Doch für den Augenblick beschränke ich mich darauf mich zu erinnern.
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Alt 13.05.2021, 04:39   #13  
Marvel Boy
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Beeindruckender Text!

KEEP CALM AND DON'T SMASH!
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Alt 13.05.2021, 08:57   #14  
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Yeah, und das in einem Superheldenheft. Und derart kommt noch mehr.
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Alt 13.05.2021, 15:05   #15  
Mathew
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ganz schön imposant. Wenn ich irgendwann mal Zeit haben sollte, schaue ich mir das mal näher an.

Viel Spaß an diesem Mammutprojekt!
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Alt 13.05.2021, 16:10   #16  
LaLe
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Starman 3 - Sins of the Father (4/4) - Night F(l)ight



Autor: James Robinson
Zeichner: Tony Harris, Wade von Grawbadger
Erschienen: Januar 1995



Das war also das Finale des ersten Storybogens und auch hier wird neben der eigentlichen Handlung einiges an Grundlagen für den gesamten Run gelegt bzw. angedeutet.

Da ist zunächst die Entwicklung von Nash zu nennen, die von einem unsicheren, stotternden Etwas zur hasserfüllten Furie wird. Eine Wandlung, die hier lediglich ihren Anfang nimmt und uns am Ende eine der auf ihre Art bösesten Superschurkinnen ever bescheren wird.

Dann wird die Ambivalenz von The Shade sehr deutlich herausgearbeitet. Den treiben offensichtlich - sein Tagebuch gewährte einen ersten Einblick - noch ganz andere Dinge als nur der Wunsch “böse” zu sein.

Und mit Jack erklärt sich jemand bereit, der womöglich coolste (also richtig cool) Superheld zu werden während Ted Knight sich anschickt ein ernstzunehmender Wissenschaftler zu werden und nicht mehr nur fürs YPS-Heft zu forschen. Im Übrigen, wie schon der Auszug aus dem Tagebuch, eine weitere Anspielung auf Dinge, die bereits in The Golden Age geschildert wurden.

Damit nicht genug liefern die beiden Epiloge Hinweise auf weitere Starmen und bei denen wird es nicht bleiben. James Robinson legt hier bereits ganz viele Grundlagen für den gesamten Run und es ist eine wahre Freude im Wissen darum diese frühen Hefte zu lesen.

In diesem Heft geht es dann mit den Leserbriefen los, die Robinson selbst beantwortet. Diese zeigen erste Reaktionen auf die Nullnummer und sind nicht nur durchweg positiv und voll des Lobes sondern bringen auch hohe Erwartungshaltungen und Hoffnungen auf den weiteren Verlauf zum Ausdruck. Der Autor selbst verweist noch einmal auf das Tagebuch und kommende “Times Past”-Hefte.

Ein schöner Satz aus den Briefen war dieser: ”After all, in how many comics do you find the hero dead on page three?”. Das schafft nicht einmal George R. R. Martin.

Auf der Seite DC Universe 25 (k. A. ob und wo es die #24 gab) heißt es "What exactly does an inker do?"

Werbung gab es zu einer Veloceraptor-Statue (Jurassic Park) und einer Best Of von Bon Jovi. Eigenwerbung gab es zu einem The Power of Shazam! Trade, einem Modesty Blaise Oneshot, einer neuen Babylon 5 Ongoing, einem Atom Special und Vertigo Trading Cards von SkyBox.

Anmerkungen

Dieser vierteilige Arc bescherte der Serie im Jahr 1995 gleich fünf Nominierungen für den Eisner Award in den Kategorien "Best Serialized Story", "Best Continuing Series", "Best Writer", "Best Penciller/Inker or Penciller/Inker Team" und "Best Cover Artist". Geholt wurde allerdings keiner der Preise.

Den Kürzeren zog man dabei gegen Hochkaräter wie
- "The Life and Times of Scrooge McDuck," by Don Rosa, Uncle Scrooge #285-296 (Gladstone)
- Bone, by Jeff Smith (Cartoon Books)
- Alan Moore, From Hell (Kitchen Sink)
- Dave Gibbons, Martha Washington Goes to War (Dark Horse)
- Glenn Fabry, Hellblazer (DC/Vertigo).

Das muss ein ziemliches gutes Comicjahr gewesen sein, dieses 1994/5.

Geändert von LaLe (13.05.2021 um 21:38 Uhr)
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Alt 13.05.2021, 23:52   #17  
Ringmeister
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Bis auf "Martha Washington" habe ich die "Hochkaräter" gelesen; und du hast recht: War ein Superjahr für gute Comics...

Wenn man weiß, wo man ist, kann man sein, wo man will... (alter Fliegerspruch)
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Alt Gestern, 19:10   #18  
LaLe
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Starman 4 - A Day in the Opal



Autor: James Robinson
Zeichner: Tony Harris, Wade von Grawbadger
Erschienen: Februar 1995



In dieser Nummer kommt der Held erst einmal ein wenig zur Ruhe, jedenfalls was das Superheldendasein angeht. Die geplante Neueröffnung seines Geschäftes beschäftigt ihn mehr als ausreichend und als ihm einer seiner Geschäftspartner Turtles anbietet, fragt er ihn was er mit dem Mist anfangen soll.

Ins Spiel kommen die Tagebücher von The Shade, die zu lesen immer wieder ein wahres Vergnügen ist. Der von mir weiter oben übersetzte Text beispielsweise vermittelte mir mehr Wissen über Oscar Wilde (um den ging es dort) und die Herstellung von Schwefelhölzern als ich bislang hatte. Tatsächlich verleitete mich die "Übersetzungsarbeit" dazu zu diesen beiden Punkten zu recherchieren. Ähnlich war es diesmal mit den Harry Ajax-Shirts. An dieser Stelle kommt der Nerd in James Robinson voll zum Tragen. Nicht zum letzten mal.

In seinem einführenden Text zur Serie hatte James Robinson mehr als nur angedeutet, dass er in seinem Run Opal City auch ins Zentrum seiner Geschichten stellen und dieser Stadt ein Gesicht geben will. Dafür, wie Tony Harris dies umsetzte, einmal zwei Beispiele aus dem hier besprochenen Heft:





Daneben beschreibt und zeigt er auch immer wieder einzelne Orte und betreibt ein in dieser Intensität außergewöhnliches Worldbuilding.

Neben der eigentlichen Handlung passiert aber auch hinter den Kulissen wieder etwas. Ein hier noch nicht näher benannter geheimnisvoller Mann mit einem noch geheimnisvolleren Plakat wird aktiv und Menschen verschwinden. Über diese Gestalt werden wir noch öfter "stolpern".

Die Leserbriefe befassen sich weiter mit der Nullnummer und sind durchweg voll des Lobes. Auch dem Aufruf Robinsons sich zu anderen Themen, speziell der Sammelleidenschaft, zu äußern, wird fleißig gefolgt und der Autor berichtet, dass es ihm endlich gelungen sei an einen Munsters View-Master zu kommen während er einen zur Addams Family weiterhin sucht.

Thema ist ebenfalls die weitere Entwicklung der Serie. Ein Leser äußerte gar den Wunsch, Jack möge Gay sein. Dem erteilt Robinson allerdings eine deutliche Absage. Bei dem, was er mit Jack vorhat, wäre das auch kontraproduktiv. Einem weiteren Leser, dem Animal Man von Grant Morrison zu abgefahren wurde seit es unter dem Vertigo-Imprint läuft, kann er beruhigen. Er habe nicht vor den Mainstream-Anteil an Starman soweit zu reduzieren, dass ein Labelwechsel sinnvoll wäre. Außerdem wolle er weiter mit Archie Goodwin zusammenarbeiten.

DC Universe 27 gewährt einen Blick auf den Schreibtisch des Editors Frank Pittarese und die angekündigte Serie Showcase ´95, deren Schlussnummer #12 wir hier auch noch begegnen werden.

Werbung gibt es für William Shatners TekWar, Bücher von White Wolf zu u. a. Michael Moorcocks Elric und den Demon Knight Film (den Soundtrack kann ich nur empfehlen). Verlagseigene Werbung wurde zu einem Lobo/Deadman Oneshot, Catwoman #18 (Selina im Brautkleid), einem dreiteiligen Crossover zwischen Guy Gardner als Warrior und Green Lantern Kyle Rayner sowie Batman #682 geschaltet.
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