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Alt 26.11.2019, 23:00   #276  
Lothar
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
...
@ Crackjack: Ich würde ganz gern im Comicguide-Forum bleiben. Ich bin auch nicht ausschließlich Marvel-Fan.
Ähem ... ihr seid alle im Comicguide-Forum.
Hier ist das Nuff! - Forum.

Das CGN ist im Sammlerforen.net die Comicabteilung.

Ende der Nachhilfe.
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Alt 26.11.2019, 23:22   #277  
FrankDrake
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Zitat:
Zitat von Lothar Beitrag anzeigen
Das CGN ist im Sammlerforen.net die Comicabteilung.
Und nur hier gibt es die echte Sarsaparille

Mehr als ein Westfale kann der Mensch nicht werden!
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Alt 26.11.2019, 23:27   #278  
underduck
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Genau!
Heilwirkung: Nicht überdosieren!, Comicgicht, Lesejuckreiz, Comic-Rheuma, Schuppenflechte, blutreinigend. wissenschaftlicher Name: Smilax regelii. Verwendete Pflanzenteile:

Glatte Eins! Setzen!
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Alt 26.11.2019, 23:57   #279  
Ringmeister
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Zitat:
Zitat von Crackajack Jackson Beitrag anzeigen
Vielleicht würden ja noch einige Leute mitmachen, wenn man den Thread ins Panini Forum stellen würde. Andererseits sind die Thor Geschichten aus den 70ern schon ziemlich speziell.
Wir sind hier ein Forum.
Und warum man eine Williams-Thor-Rezension ins PFF stellen sollte, ist mir nicht klar.
Wäre ja nicht verkehrt, auch mal über den Tellerrand zu blicken.

Nicht falsch verstehen: Ich freue mich, dass viele von euch hier sind und neuen Schwung einbringen.

Wenn man weiß, wo man ist, kann man sein, wo man will... (alter Fliegerspruch)
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Alt 27.11.2019, 05:28   #280  
Crackajack Jackson
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Stell dich auf die Straße und dann wirst Du überfahren (alter Werbespruch).

Mir ging es dabei hauptsächlich um die bessere Sichtbarkeit des Threads, nicht um die Spaltung der Forengesellschaft.

Anderseits habe ich mit meinem Vorschlag ja schon für mehr Beteiligung gesorgt. Ziel erreicht.
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Alt 27.11.2019, 06:06   #281  
Marvel Boy
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Das Volk fängt doch schon an sich zu mischen. Einige haben sogar schon entdeckt das es auch noch anderes gibt ausser Comics.
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Alt 27.11.2019, 06:24   #282  
Crackajack Jackson
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A propos Sichtbarkeit:

Ich hatte da noch zwei Sätze nacheditiert und weiß nicht, ob die gelesen worden sind. Wäre schade (für mich), wenn sie verlorengingen.

Deshalb hier noch mal:

Die Herkunft und Beziehung der drei Zauberer wird so nah und nach dem Leser erklärt.
Sie sind Brüder und kommen von einer anderen Welt.
Das bietet dem Leser zwar wenig Identifikationsmöglichkeiten, muss aber reichen.
In diesem Mittelteil geht es hauptsächlich um Action und die ist für die damalige Zeit sehr gut dargestellt.

Was den Reiz an der Serie und speziell an diesem Heft ausmacht ist die exotische bzw. asgardische Ausstattung. Der Thron mit dem riesigen Geweih auf dem Odin sitzt ist wirklich sehenswert.
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Alt 27.11.2019, 07:34   #283  
Peter L. Opmann
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Seien wir froh, daß das Geweih nicht auf Odin sitzt...
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Alt 27.11.2019, 08:40   #284  
Crackajack Jackson
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Dafür ist eher Loki zuständig.
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Alt 29.11.2019, 22:13   #285  
Peter L. Opmann
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Die Spinne (Williams) 127 und 128
(= Der mächtige Thor 63)

Erscheinungstermin: 1/1979

Originalausgabe:
1) The mighty Thor # 145

Story-Titel:
1) Auf Erden verbannt!

Original-Storytitel:
1) Abandoned on Earth!

Zeichnungen:
1) Jack Kirby / Vince Colletta

Text:
1) Stan Lee



In dieser Ausgabe gibt es ein paar wichtige Weichenstellungen, wenn sie auch nicht schlüssig aus der Story entwickelt werden. Die Zauberer spielen nur noch kurz eine Rolle. Dann werden Thor von Odin seine göttlichen Kräfte genommen. Sein Hammer ist nicht mehr verzaubert, er ist nicht mehr unsterblich. (Wobei: War er das je?) Allerdings behält er seine übermenschliche körperliche Kraft. Außerdem wird er von Balder und Sif getrennt, die auf Odins Befehl schnurstracks nach Asgard zurückkehren, während er auf der Erde bleibt – deshalb hat er auch Odins Zorn erregt, was zu seiner Degradierung führte. Als nur noch starker Kerl kommt Thor in Kontakt mit dem Zirkus des Schreckens, der gerade einen solchen Kraftmeier sucht.

Alle diese Veränderungen rühren von Odins Befehl her, daß Thor, Sif und Balder unverzüglich nach Asgard zurückkehren sollen. Interessanterweise entscheidet sich Thor bereits dafür, auf der Erde zu bleiben, als Odins Kampf mit dem dritten Zauberer noch wogt. Er begründet das damit, daß er schon so lange auf der Erde gelebt hat. Man fragt sich dennoch: Was hält ihn hier? Jane Foster ist weg, und man erinnert sich, daß sich die Menschen vor seinem Kampf mit Herkules, als er schon einmal die Hälfte seiner Kräfte verloren hatte, rasch von ihm abgewendet hatten. Sif dagegen, seine neue große Liebe, geht nach Asgard. Da hätte es eher nahegelegen, daß Thor mitgeht.

Doch sei’s drum. Mit dieser Vorgeschichte soll Thor wieder mal auf „Normalmaß“ gestutzt werden, um seine Auseinandersetzungen spannender, ihren Ausgang knapper zu machen. Bemerkenswert finde ich dazwischen Odins Zornausbruch: Er bezeichnet sich als „rächenden Herrscher“, „der Zorn eures Fürsten dauert ewig, und sein Urteil ist zerschmetternd“. Zuvor hat er sich als gerecht und gnädig charakterisiert, aber allzu weit ist es damit wohl nicht her. Eine widersprüchliche, zum Jähzorn neigende Persönlichkeit also, wenn auch nur Ausführender eines dramaturgischen Schachzugs der Marvel-Macher. Die Anklänge an den jüdisch-christlichen Gott lassen daran denken, daß vielleicht Jack Kirby hinter dieser Volte steckt.

Tags darauf wird Thor bewußtlos in Don Blakes Praxis gefunden. Begegnungen mit dem Hausmeister und mit Menschen im Aufzug illustrieren nicht ungeschickt, daß Thor sich nun wieder an das Leben auf Erden gewöhnen muß. So hatte er sich das offenbar nicht vorgestellt. Nun kommt gleich der Zirkus ins Spiel. Für einen Coup suchen der Zirkusdirektor und seine Leute einen Muskelmann, der einen goldenen Bullen (man denkt an das goldene Kalb der Israeliten) heben und 20 Meter weit tragen kann. Thor bewirbt sich um den Job – mit seinen langen Haaren kommt er wohl als begnadeter Arzt nicht mehr in Frage. Vom Zirkus des Schreckens hat er noch nie gehört. Gleich als er in ziviler Kleidung das Zirkusareal betritt, gerät er mit dem Schoßtier von Lady Python in Konflikt. Er knäult die Schlange einfach zusammen. Aber auch die Zirkuscrew hält es anscheinend nicht für denkbar, daß sie es mit dem echten Thor zu tun hat. Aber er soll den Bullen zur Probe stemmen. Der Zirkusdirektor hypnotisiert Thor vorsichtshalber (was er beim vorherigen Kandidaten nicht getan hatte). Thor besteht – wie nicht anders zu erwarten – die Probe. Am Ende verrät der Direktor uns Lesern noch, daß Thor sterben wird, sobald er seine Aufgabe erfüllt hat.

Wäre die Story nicht so offensichtlich konstruiert, könnte sie mir ganz gut gefallen. Der Zirkus des Schreckens ist immer wieder eingesetzt worden, um Helden – vom Hulk über Spider-Man bis zu den Rächern – aus dem Konzept zu bringen, wenngleich dazugehört, daß der Plan des Zirkusdirektors immer an einer Kleinigkeit scheitert. Es ist aber stets eine recht launige Truppe. So hat diese „Thor“-Folge ihre spannenden und auch witzigen Momente, aber heute merke ich beim Lesen doch sehr deutlich, wie die Rahmenbedingungen gewaltsam manipuliert werden, um einen weniger mächtigen Thor zu bekommen, der härter kämpfen muß, beziehungsweise der auch mit eine Nummer kleineren Gegnern seine Mühe haben wird.

Geändert von Peter L. Opmann (05.12.2019 um 20:20 Uhr)
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Alt 29.11.2019, 22:43   #286  
Crackajack Jackson
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Es ist schon toll zu sehen, wie Odin den lebenden Talismann zerbricht.

Als Grund für sein Verweilen auf der Erde sagt Thor, dass er schon zu lange auf der Erde verweilte und die Probleme der Menschen auch seine Probleme seien.
Klar, dass hier ein Streit zwischen Thor und Odin gewollt ist.
Eigentlich ist dies ja ein Grundthema zwischen Thor und Odin. Thor möchte immer nach Midgard,während Odin ihn lieber in Asgard sehen möchte.

Der Circus mit seinen illustren Mitgliedern ist immer für eine spannende Geschichte gut, wobei eine meiner All time favoites die Hulk Geschichte
„Circus of lost souls“ ist (Incredible Hulk #217).
Crackajack Jackson ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2019, 23:15   #287  
Peter L. Opmann
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Ja, den Sieg von Odin über Zauberer Forsung habe ich ausgelassen. Klugerweise wird nicht gezeigt, wie er zustandekommt. Die Vorstellungskraft des Lesers ist viel besser als alles, was Jack Kirby aufs Papier bannen könnte.

Was den Zirkus des Schreckens betrifft, bevorzuge ich "Hulk" # 3 (Volume 1 wohlgemerkt).
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Alt 30.11.2019, 08:33   #288  
guenkos
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Man fragt sich dennoch: Was hält ihn hier?
Ich denke, dass das Abnabeln vom Vater ein Thema ist, das Jugendliche grundsätzlich anspricht. Es ging daher wohl nicht so sehr um sachliche Gründe; die Leser sollten sich emotional identifizieren - und die Hefte weiterhin kaufen.
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Alt 30.11.2019, 10:44   #289  
Peter L. Opmann
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Gutes Argument. Allerdings ist Thors Haltung zu seinem Vater sehr widersprüchlich. In dieser Ausgabe sagt er selbst, er wolle nicht rebellieren, aber er sei traurig, die Erde zu verlassen - und werde es deshalb nicht tun. Viele Ausgaben lang war er zuletzt überhaupt nicht auf der Erde; da kam er mit seiner Trauer offenbar gut klar. Und Odin spielt sich hier auf wie: "Ich Chef - du nix!" Das heißt, ein Konflikt zwischen Thor und Odin wird immer dann eröffnet, wenn es halt gerade notwendig erscheint.
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Alt 03.12.2019, 21:56   #290  
Kal-L
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Als Hinweis wollte ich mal anmerken das die Thor Serie die hier besprochen wird im Original nur "Thor" hieß nicht The Mighty Thor das ist nur ein Cover Titel der mal draufstand aber auch häufig nicht.

Die erste Serie mit dem Titel The Mighty Thor ging erst im Jahr 2011 an den Start. Ansonsten ist das aber ein interessanter Thread den ich mir mal durchlesen werde, besonders da ich das meiste aus der Frühzeit nie gelesen habe.
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Alt 04.12.2019, 05:55   #291  
Crackajack Jackson
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Zitat:
Zitat von Kal-L Beitrag anzeigen
Als Hinweis wollte ich mal anmerken das die Thor Serie die hier besprochen wird im Original nur "Thor" hieß nicht The Mighty Thor das ist nur ein Cover Titel der mal draufstand aber auch häufig nicht.

Die erste Serie mit dem Titel The Mighty Thor ging erst im Jahr 2011 an den Start. Ansonsten ist das aber ein interessanter Thread den ich mir mal durchlesen werde, besonders da ich das meiste aus der Frühzeit nie gelesen habe.
Da hast Du wirklich was verpasst.
Die Serie wird nach den ersten Heften wirklich besser und besser.
Ein Stück wertvoller Comicgeschichte. Hier wird sich am reichen Fundus der germanischen Mythologie bedient und werden wirklich starke Geschichten aufgebaut. Auch die Zeichnungen sind teilweise sehr exotisch und profitieren von den Gegensatz der zwei Welten Asgard und Midgard, in denen sie stattfinden.
Crackajack Jackson ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2019, 06:05   #292  
Kal-L
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Das ist mit zumindest von dem Teil bewusst den ich habe, also die Klassiker Nachdrucke von Hachette und Panini (der eine Marvel Klassiker Band)! Besonders die Mangog Saga von Kirby ist klasse.
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Alt 04.12.2019, 07:56   #293  
Peter L. Opmann
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Also in der Marvel Database ist die Serie als "Mighty Thor Vol. 1" aufgeführt. Bei der Williams-Serie (und Williams ist ja die Ausgabe, die ich hier betrachte) steht immer "Der mächtige" im großen T von "Thor".

Aber Anmerkungen aller Art sind jederzeit willkommen.
Peter L. Opmann ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 04.12.2019, 10:01   #294  
Kal-L
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Marvel Database empfinde ich nicht als sonderlich zuverlässig was solche Angaben betrifft, da ist auch Uncanny X-Men schon 1963 an den Start gegangen, obwohl das ja The X-Men (Vol.1) ist die erst mit Nr. #142 im Jahr 1981 umbenannt wurde.

Ich orientiere mich da an den Angaben im Impressum und da sagen auch seiten wie comics.org / comicvine.com das die Serie nur Thor heißt. Klar Marvel nennt das bei Angaben nachträglich anders. Aber in aktuellen Previews Katalogen gibt Marvel mittlerweile die korrekten Angaben an also auch, Thor (1966), Uncanny X-Men (1981)..
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Alt 05.12.2019, 20:16   #295  
Peter L. Opmann
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Die Spinne (Williams) 129 und 130
(= Der mächtige Thor 64)

Erscheinungstermin: 2/1979

Originalausgabe:
1) Thor # 146

Story-Titel:
1) …wenn der Donner fort ist!

Original-Storytitel:
1) …if the Thunder be gone!

Zeichnungen:
1) Jack Kirby / Vince Colletta

Text:
1) Stan Lee



Im Film hat sich für diese Art von Geschichten der Begriff Big-Caper-Movie eingebürgert. Eine Gaunerbande überlistet mit jeweils besonderen, oft akrobatischen Fähigkeiten die Sicherheitsvorkehrungen einer Schatzkammer und stiehlt – was niemand für möglich gehalten hätte – die Wertsachen. Vor einigen Jahren lebte dieses Genre mit dem Remake „Ocean’s Eleven“ und ein paar Fortsetzungen noch einmal auf. Der Zirkus des Schreckens ist für eine solche Geschichte gut geeignet. Der Zirkuscombo fehlt nur ein Mann, der den schweren Schatz (einen goldenen Stier) wegtragen kann. Wobei man dafür natürlich einen Hydraulikkran oder ähnliches verwenden könnte. Thor ist zwar, von Odin des Großteils seiner Kräfte beraubt, ziemlich orientierungslos, wird aber zusätzlich vom Zirkusdirektor hypnotisiert, bevor er den Job übernimmt, denn er gehört ja immer noch zu den Guten und würde sich sonst an einem solchen Coup sicher nicht beteiligen. Man sieht, bei dieser Geschichte stimmt wieder das eine oder andere nicht. Aber interessanterweise kann ich mich an sie ganz gut erinnern; sie hat also ihre Wirkung auf mich als 13- oder 14jährigen nicht verfehlt.

Zunächst wird Thor vom Zirkus mit einem Kostüm ausgestattet, das seinem Kampfanzug stark ähnelt. Bisher war er mit Jeans und T-Shirt herumgelaufen. Lady Python ist von ihm sichtlich angetan und versucht, hinter sein Geheimnis zu kommen. Aber Thor schweigt. Dann wird er in die Zirkusvorstellung integriert. Und der Zirkusdirektor sorgt dafür, daß das hypnotisierte Publikum meint, den echten Thor vor sich zu haben, zu dem auch sein verzauberter Hammer zurückkehrt. Anschließend macht sich die Truppe bereit, den goldenen Stier zu stehlen. Die Polizei wird von Clown und Akrobaten abgelenkt, während Lady Python und der Kanonenkugel-Mann ins Museum eindringen. Thor nimmt den Stier auf die Schultern und trägt ihn weg. Durch einen großen Magnet wird ein Stück Wand weggerissen, damit Thor die Beute zu einem Lkw bringen kann.

Die Polizei merkt nun, was gespielt wird, und schießt. (Nebenbei bemerkt löst die Polizei in diesem Comic nur ausnahmsweise Probleme einmal nicht durch Waffengebrauch.) Durch Kugeln, die von dem Stier abprallen, erwacht Thor aus seiner Trance und merkt, was er gerade tut. Er ist unschlüssig: Soll er sich wie ein gemeiner Verbrecher ergeben oder die Cops bekämpfen? An dieser Stelle bricht die Episode ab. Vorher wird aber noch die Spannung gesteigert: Lady Python wird unter dem goldenen Stier eingeklemmt und ruft Thor zu Hilfe. Balder und Sif verfolgen die Szene von Asgard aus durch ein „verzaubertes Prisma“. Sie wollen Thor helfen, sind aber durch Odins Befehl im Reich der Asen festgehalten. Odin selbst weiß auch, was vorgeht. Er entscheidet sich, seinem Sohn wegen dessen Ungehorsam nicht zu helfen.

Lee und Kirby benutzen hier ein sehr wirkungsvolles und erfolgreiches Storymuster. Auch wenn es bei ihnen strenggenommen gar keinen Big Caper gibt. Hier werden keine Alarmanlagen listig ausgeschaltet und keine Wächter trickreich getäuscht. Die Zirkusleute verschaffen sich recht gewaltsam Zugang zum goldenen Stier – dabei zeichnet sich der Big Caper eigentlich dadurch aus, daß auf Gewalt verzichtet wird und die Einbrecher stattdessen mit Köpfchen arbeiten. Fragt sich zudem, warum der Zirkusdirektor bei dem Einbruch nicht seine Hypnose-Kraft einsetzt – natürlich wäre dann der Einsatz seiner Leute überflüssig. Immerhin: Das Muster bleibt grob erkennbar und tut beim Leser seine Wirkung. Enttäuschend finde ich jedoch insbesondere, daß Thor nicht auf Abwege geraten darf. Das wäre doch wirklich mal etwas Ungewöhnliches gewesen. In anderen Marvel-Serien hat es Helden auf der schiefen Bahn glaube ich auch in den 1960er Jahren bereits gegeben.


Geändert von underduck (05.12.2019 um 20:36 Uhr) Grund: Foto vom Cover eingefügt
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Alt 05.12.2019, 20:36   #296  
Crackajack Jackson
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Meiner Meinung nach war es nötig, dass der Bulle bis zum Loch in der Wand getragen wird. Ab da übernimmt dann ein hydraulischer Greifer.
Der Bulle ist sehr beeindruckend gezeichnet.
Das Panel, auf dem die Polizisten schwebend in der Luft hängen, sieht für mich jedoch ein bisschen unnatürlich aus.

Der Höhepunkt der Geschichte kommt, wie meistens am Ende. Was wird Thor wohl tun, wenn er aus der Hypnose erwacht?

Wird Thor den Ringmeister endlich in seine Schranken weisen.
Und wie erklärt er die Geschichte der Polizei.

Geändert von Crackajack Jackson (05.12.2019 um 20:41 Uhr)
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Alt Gestern, 13:48   #297  
Phantom
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So, ich habe mal die letzten Ausgaben quergelesen, damit ich zum Ende der Williams-Hefte nochmal genau mitlesen und mitreden kann. Mein Zwischenfazit: ich finde Kirbys Zeichnungen da am besten, wo mich die Story am wenigsten interessiert. Bei den ganzen Kämpfen mit den Trollen, den Zauberern usw. in Asgard und anderen fremden Welten konnte sich Kirby so richtig austoben. Aber mit dieser ganzen unironischen Klopperei kann ich heute einfach nichts mehr anfangen. Solange Thor unbesiegbar ist, steht der Sieger sowieso immer fest; wenn ihm dann von Odin Kräfte genommen werden, wirkt das alles viel zu kalkuliert.

Die Story jetzt mit dem Zirkus finde ich leider auch recht schwach. Thor fühlt sich dem Schutz der Menschen so verpflichtet, dass er unbedingt, auch ohne Sif, auf der Erde bleiben will. Und dann geht er zum Zirkus? Come on. Warum arbeitet er nicht als Krankenpfleger oder jagt wie jeder andere Superheld Verbrecher (er hat ja immer noch Superkräfte)? Das ist doch out of character.

Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Hab' mal gerade nachgesehen: Jane Foster taucht erst in US-"Mighty Thor" # 231 wieder auf - fast zehn Jahre später
Das stimmt nicht ganz, in diesem Heft sitzt sie in einem Panel im Zirkus und isst Erdnüsse. Damit wir Leser das Gefühl haben, dass es ihr gut geht. (Das letzte Mal haben wir sie aber an der Westküste mit dem blonden Dr. Kincaid gesehen; jetzt sitzt sie an der Ostküste neben einem Braunhaarigen; was sagt uns das über die unschuldige Jane?)

Zitat:
Zitat von Crackajack Jackson Beitrag anzeigen
Das Panel, auf dem die Polizisten schwebend in der Luft hängen, sieht für mich jedoch ein bisschen unnatürlich aus.
Geht es um das erste Panel auf Story-Seite 9? Ich denke, wir sehen die Szene etwas schräg von oben. Die Polizisten schweben nicht, sondern stehen auf dem gelben Boden. Der Clown fährt die Treppe nicht runter, sondern rauf.
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Alt Gestern, 14:16   #298  
Peter L. Opmann
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Das Panel, in dem Jane im Zirkus zu sehen ist, habe ich überlesen, muß ich gestehen. Aber es könnte ja sein, daß Thor wirklich seine Augen trügen. Sollte Jane auf seinen Anblick nicht anders reagieren, als kräftig in die Chipstüte (Verzeihung - Erdnüsse) zu greifen?

Sinn der Sache ist wohl zu zeigen, daß Thor wirklich völlig heruntergekommen ist. Stan Lee (wenn die Idee von ihm stammt) hat wohl nicht bedacht, daß er damit auch etwas über Jane Foster aussagt.

Welche Ausgaben gefallen Dir denn nun zeichnerisch, Phantom? Wenn Vince Colletta inkt, sind die Zeichnungen immer limitiert. Die Ausgabe, die Bill Everett verschönert hat, ist etwa so, wie ich mir das vorstellen würde.
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Alt Gestern, 18:06   #299  
Crackajack Jackson
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Odin, der allmächtige Herrscher, der auch Vater von zwei ungleichen Söhnen ist.
Die verführerrische Prinzessin Phyton.
Das Thor bzw. der Held immer gewinnt, ist so ein Argument, was immer mal gegen Superheldencomics angebracht wird. Stimmt irgendwo, aber der Weg ist das Ziel. Wie können Thor und Herkules gegen die Heerscharen von Hela bestehen?
Wie schafft es Thor den Absorber, Mangog oder die Wrecking Crew zu besiegen?
In dem Bild mit Jane Forster steckt soviel Traurigkeit und Dramatik. Thor, der seine göttliche Macht verloren hat und nun seine große Liebe sieht, die jemand anderen gefunden zu haben scheint.
Auch die Geschichte mit dem goldenen Bullen. Thor hat einen Großteil seiner Kräfte verloren und nur mit seinen Kräften, die seine Geburtsrecht sind, schafft er es den riesigen golden Bullen zu heben.
Superhelden sind vor allen Dingen dazu da, den Leser Dinge miterleben zu lassen, die über ihre eigenen Fähigkeiten hinausgehen. Da ist es dann auch mal egal, wie Thor zum Zirkus kommt. Erklärungen, warum alles so passierte kamen erst Jahre später.
Früher war ein Held da , der ein Monster bekämpfte, welches aus dem Nichts auftauchte.
Heutzutage muss alles genau belegt sein.
Wo kommt das Monster her?
Warum greift es an?
Wie hat es seine Kräfte bekommen?
Aber das ist die Entwicklungsgeschichte der Comics.

Was ich mit all dem sagen will:
Stan Lee will mit dieser Geschichte Emotionen transportieren und das gelingt ihm wirklich gut.

Geändert von Crackajack Jackson (Gestern um 18:42 Uhr)
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Alt Gestern, 19:05   #300  
Peter L. Opmann
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Crackjack, man merkt, daß Du von diesem Comic emotional ergriffen wirst. So ging's mir in jungen Jahren auch (nehme ich an). Ich lese die "Thor"-Reihe vor allem deshalb, um diese Gefühlswelt zu rekonstruieren. Aber das ist schwierig.

Für mich ist das ungefähr 40 Jahre her, und vielleicht bin ich emotional abgestumpft; vielleicht habe ich auch nur reichlich von diesen Superhelden-Storys gelesen und weiß zu gut, wie sie meistens funktionieren. Sicher habe ich inzwischen auch einen anderen Blick auf die Welt und nehme nicht mehr so viel staunend hin, sondern will wissen, wie so etwas zustandekommt.

Ich beneide Dich, wenn Du Dich noch eher mitreißen lassen kannst. Dann ist "Thor" sicher für Dich eine angenehmere Lektüre als für mich. Aber ich sagte oben schon: Auch wenn ich die Serie heute nur noch mittelmäßig finde (immerhin sind wir hier in Marvels Silver Age), lese ich das, was damals auf Deutsch erschien, trotzdem noch zuende. Eine gewisse Faszination ist auch bei mir geblieben.
Peter L. Opmann ist gerade online   Mit Zitat antworten
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