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Alt 28.11.2021, 13:34   #276  
underduck
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
... Und wenn sich weitere Leute beteiligen würden (wie früher schon mal Phantom), wäre das noch spannender.
Ich kann hier nur reinschauen und mitlesen, da dieser Conan wohl nie in Entenhausen hauste...
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Alt 28.11.2021, 15:30   #277  
Peter L. Opmann
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Ja, Carl Barks hätte die Geschichten wohl etwas anders erzählt...
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Alt 28.11.2021, 15:45   #278  
Crackajack Jackson
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Dann empfehle ich dir Howard the duck #1.
Eine Ente als Conan.
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Alt 28.11.2021, 16:38   #279  
Servalan
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Ja, Carl Barks hätte die Geschichten wohl etwas anders erzählt...
Dann gibt es da noch Cerebus von Dave Sim und Gerhard, mit einem langlebigen Erdferkel in der Hauptrolle. Die Serie fing ja ursprünglich als Conan-Parodie an, bevor sie ein Eigenleben entwickelte.
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Alt 28.11.2021, 17:36   #280  
Peter L. Opmann
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Ah, diese Serie habe ich quasi aus den Augenwinkeln mitbekommen, aber nie gelesen, und ich wußte auch nicht, daß sie etwas mit "Conan" zu tun hat.

Dann gibt's noch "Groo" von Sergio Aragones...
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Alt 28.11.2021, 19:03   #281  
Phantom
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
@ Crackajack:
Und wenn sich weitere Leute beteiligen würden (wie früher schon mal Phantom), wäre das noch spannender.
Ich hätte die Comics schon gern noch weiter mitgelesen, aber ich wurde von Euch abgehängt. Tatsächlich hat mich Conan aber heute genauso wenig vom Hocker gerissen wie damals in der Kindheit. Barbaren in einer fiktiven antiken Welt, Magier, Götter, das weckt einfach nicht so recht mein Interesse.

Was mich aber tatsächlich interessiert hat, war der Vergleich der Howard-Stories mit den Comic-Adaptionen. Da bin ich dann bei der Red-Sonja-Geschichte in einem alten Pabel-Taschenbuch stecken geblieben, es war zuviel Berufliches zur selben Zeit zu lesen. Ich lese hier im Thread aber weiterhin mit.
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Alt 28.11.2021, 20:45   #282  
Peter L. Opmann
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Das ist schön. (Nicht ironisch gemeint.)
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Alt 03.12.2021, 22:03   #283  
Peter L. Opmann
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Conan the Barbarian # 30 / Marvel-Superhelden-Comic-Taschenbuch: Conan # 4 / Conan der Barbar, Classic Collection # 2

Erscheinungstermin:
September 1973 / 1980 (?) / 2019

Story-Titel: Die Hand Nergals!

Original-Storytitel: The Hand of Nergal!

Zeichnungen: John Buscema und Ernie Chua

Text: Roy Thomas

Übersetzung: Burn-E



Hier wird mal wieder eine Original-Conan-Story adaptiert. Dazu erzählt Roy Thomas im Vorwort der Collection einiges: Er konnte damals Stan Lee dazu bewegen, mit Lyon Sprague de Camp und Lin Carter, die beim Reprint der Howard-Werke unvollendete Manuskripte bearbeitet hatten, Verträge abzuschließen. Die reinen Howard-Texte, auf die er durch den Nachlassverwalter Glenn Lord Zugriff hatte, gingen da wohl schon zur Neige. Mit Sprague de Camp war zunächst keine Einigung zu erzielen, Carter dagegen war zugänglicher. Thomas schreibt, er sei mit ihm flüchtig bekannt gewesen. Und „The Hand of Nergal“ war angeblich die einzige Geschichte, die Carter allein vollendet hatte. Schwer vorstellbar, daß Thomas sich jeden Monat überlegen mußte, wo er eine Vorlage für den nächsten „Conan“-Band herbekam, aber so war es wohl.

Conan kämpft in der Armee von König Yildiz gegen Truppen des Rebellen Munthassem Khan. Er hat die Schlacht beinahe schon im Alleingang entschieden, als ein Schwarm Riesenfledermäuse auftaucht und den Rest der Soldaten aufmischt. Auch Conan wird von ihnen beinahe umgebracht, aber dann greift er zu einem Amulett, das er kurz zuvor gefunden hat, und darauf weichen die Monster zurück. (Anmerkung: Die Geisterwesen sind mit blauen und später mit roten Strichen gezeichnet, was zusätzliche Druckstöcke nötig machte. Condor hatte fürs Taschenbuch offenbar das rote, aber nicht das blaue Overlay, was mir aber jetzt erst auffällt. Conan wird hier also lediglich von bläulichen Farbflecken überfallen, die von der herkömmlichen Colorierung stammen.)

Conan verläßt das Schlachtfeld und findet nicht weit entfernt im Gras eine Frau, die beinahe von einem fliehenden Pferd zertrampelt worden wäre. Sie wirkt aber noch recht ansehnlich. Sie ist gesandt, ihn zu dem Gelehrten Atalis und Prinz Thann zu bringen. Atalis erklärt Conan, daß Munthassem Khan die „Hand Nergals“ in seiner Gewalt hat und nun ein Schreckensregiment führt. Dadurch sind auch Atalis und Thann mit Krankheiten geschlagen. Sie erklären, daß das Amulett mit einem roten Edelstein, das „Herz von Thammuz“, die einzige Waffe gegen Nergals Hand ist und Conan daher Khan den magischen Gegenstand entreißen muß. Dafür versprechen sie ihm viel Gold.

Es kommt zur Konfrontation mit Khan. Weil Conan mit seinem Amulett nicht umgehen kann, scheint er zu unterliegen. Ähnlich wie in der letzten Geschichte wirft das Mädchen den roten Stein auf Khan, der darauf die Hand Nergals fallen läßt. Eine rote und eine blaue Macht erwachen und tragen einen mystischen Kampf aus, aus dem die Verkörperung des Herzen von Thammuz siegreich hervorgeht. Khan wird zu Asche verbrannt. Conan verzichtet auf sein Gold, nimmt aber das Mädchen mit.

Man sieht, Roy Thomas drapiert die bekannten Motive – der dem Magischen abholde Conan, ein böser und gegebenenfalls auch ein guter Zauberer, gefährliche Monster und, wenn möglich, eine attraktive Frau – zu immer neuen, letztlich sehr vorhersehbaren Storys. Was das Ganze goutierbar macht, sind die recht lebendigen Figuren, die gut inszenierte Action und generell Buscemas Talent zu packendem Erzählen. Aber auch diesmal kauft man dem Team die Geschichte nach etwas Überlegen nicht ab. Daß Conan gegen Munthassem Khan antritt, obwohl er wiederholt betont, er wolle mit Magie nichts zu tun haben, überzeugt nicht. Das Gold war es ja nicht, das ihn dazu getrieben hat. Auch nicht, daß Khan so siegesgewiß wirkt, obwohl er zweifellos weiß, daß es eine zweite Macht gibt, die seiner mindestens ebenbürtig ist. Man muß zudem einfach schlucken, daß Atalis und Thann tatsächlich nur die Stadt vom bösen Zauberer befreien wollen und keine eigenen finsteren Pläne verfolgen. Und schließlich fehlt wieder jede Erklärung, wo die Zaubermächte herkommen (einmal heißt es „vom Himmel gefallen“) und wie und warum ausgerechnet Conan das „Herz von Thammuz“ gefunden hat. Vielleicht hat ihn seine Abneigung gegen Zauberei zum geeigneten Kandidaten gemacht – Conan wird die mystischen Mächte sicher nicht unter seine eigene Kontrolle bringen wollen.
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Alt 04.12.2021, 17:00   #284  
betamax
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Standard INCOS Auszeichnung....

Fast lustig, wie CONDORS Wolfgang M. Bieler, der ansonsten ja keine so hohe Meinung von INCOS und dem Team um die COMIXENE hatte, diese Auszeichnung als Werbebanner nutzt. Vielleicht grifft ja doch der eine oder andere Interessent zu, der ansonsten einen Bogen um CONAN machte.
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Alt 04.12.2021, 17:46   #285  
Peter L. Opmann
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Wer's vielleicht nicht so gut lesen kann - in der roten Blase steht:

"INCOS-Wahl 1979 (Interessengemeinschaft Comic-Strips):Gewählt zum besten Comic-Taschenbuch des Jahres!"

Um Ausgabe # 30 herum hat "Conan" übrigens auch in USA etliche Preise der Academy of Comic Book Art abgeräuimt
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Alt 05.12.2021, 14:38   #286  
Crackajack Jackson
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Nachtrag zu Conan #29

Das Cover kam mir sehr bekannt vor, doch ich konnte es nirgends finden. Erst als ich heute auf dem Speicher für einen Podcast Comics suchte, fiel es mir in die Hände.
Es ist aus der Serie Condor Superhelden die Nummer 3.

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Alt 14.12.2021, 17:33   #287  
Peter L. Opmann
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Sorry wegen der diesmal längeren Pause - über die Feiertage kann ich sicher in kürzerem Abstand Rezensionen liefern.

Conan the Barbarian # 31 / Marvel-Superhelden-Comic-Taschenbuch: Conan # 4 / Conan der Barbar, Classic Collection # 2

Erscheinungstermin:
Oktober 1973 / 1980 (?) / 2019

Story-Titel: Der Schatten im Grabmal!

Original-Storytitel: The Shadow in the Tomb!

Zeichnungen: John Buscema und Ernie Chua

Text: Roy Thomas

Übersetzung: Burn-E

Die Story „The Thing in the Crypt“ habe ich schon mal erwähnt – hier spielt sie tatsächlich eine Rolle. Roy Thomas berichtet im Vorwort, sie habe er adaptieren wollen. Sie stammt von Lyon Sprague de Camp und Lin Carter. Wie schon erwähnt, hatte sich Marvel mit Carter über die Rechte geeinigt, aber mit de Camp gab es offenbar lange und schwierige Verhandlungen. Weil er wieder mal Einwände hatte, mußte Thomas hier sein Script verändern. Die Comicstory besteht aus kriegerischen Auseinandersetzungen mit einem primitiven Hügelvolk und einer Rückblende: Conan erinnert sich, wie er sich als junger Mann einmal ein neues Schwert besorgen mußte. Die Rahmengeschichte hatte John Buscema bereits in der Mache, also veränderte Thomas die Rückblende so, daß de Camp das Ganze nicht beanstanden konnte. Im Wesentlichen tauschte er wohl ein Skelett in der Gruft („Grabmal“ ist eine nicht ganz passende Übersetzung) gegen einen Schatten aus – Conans eigenen Schatten, was laut Vorwort eine Idee seiner Frau war.

Es ging wohl um die Originalstorys. Mir kam schon wiederholt in den Sinn, ob es Thomas wohl an Fantasie mangelte, sich eigene Comic-Geschichten auszudenken – zumal da ja relativ wenige Versatzstücke immer wieder variiert wurden. Aber das Entscheidende war wohl, vermerken zu können, daß es sich um eine Robert-E.-Howard-Adaption handelte (auch wenn andere Autoren seine Notizen verarbeitet hatten). Allerdings wurden die Originalstorys überwiegend in den Credits nicht angegeben. Und hier konnte es nur heißen: „mit dem von Robert E. Howard erdachten Helden“.

Conan ist hier wieder in der Armee von König Yildiz, unter dem Kommando von Hauptmann Malthuz. Conans Truppen ziehen sich nach dem Angriff der Hügelleute in eine Höhle zurück. Sie bieten darauf ein Stellvertreterduell gegen den Hünen Toruk an: Gewinnen die Turaner, können sie unbehelligt abziehen, verlieren sie, geht es ihnen schlecht. Malthuz will den Kampf aufnehmen, wünscht sich aber gegen Toruk ein Zauberschwert. Das bringt Conans Erinnerung zurück. Er wurde einst von einem riesigen Bären angegriffen. Zwar konnte er das Tier töten, aber dabei stürzte er in eine Höhle, und sein Schwert brach ab. Conan machte Feuer und erblickte einen Steinquader, aus dem eine Knochenhand ragte, die ein Schwert umklammerte. Als er seine Scheu überwand und das Schwert ergriff, mußte er plötzlich gegen seinen eigenen Schatten kämpfen. Conan riß einen Vorhang herunter und warf ihn in seine Feuerstelle. Das hellere Licht vertrieb den Schatten. Jung-Conan krabbelte aus der Höhle, warf aber das Zauberschwert aus Abscheu vor magischen Kräften dorthin zurück.

Wieder in der Gegenwart: Der Hauptmann will sich dem Duell mit Toruk stellen, wird aber von Conan niedergeschlagen. Er habe die bessere Chance, meint er. Es sieht so aus, als sei Conan unterlegen und fliehe in den Geröllhang. Aber tatsächlich benutzt er sein Schwert, eine Felsspitze ins Wanken zu bringen, und eine Steinlawine tötet Toruk. Das Hügelvolk zieht sich zurück. Am Ende wird eine aussagekräftige Szene gebraucht. Wir sehen Toruks Hand, die sein Schwert umklammert, aus den herabgestürzten Steinen ragen. Dann entgleitet es der toten Hand – es ist das Zauberschwert, das Conan vor langer Zeit in die Höhle zurückgeschleudert hatte.

Im Prinzip gefällt mir die Episode ganz gut. Sie gewinnt dadurch, daß sich ihr Ausgang mit der Rückblende rundet. Allerdings sind mir einige Details aufgefallen, die nicht stimmig sind. Vor allem stimmt Gil Kanes Cover wieder mal nicht. Es suggeriert, daß Conan wie in König Artus‘ Sage das Zauberschwert aus dem Stein ziehen muß (während sein Schatten hinter ihm schon zum tödlichen Hieb ausholt). In Wirklichkeit muß er das Schwert nur der Skeletthand entwinden. Etwas widersprüchlich kommt mir Hauptmann Malthuz vor. Einerseits ist er entschlossen, sich auf den Zweikampf einzulassen, aber er ersehnt sich dafür ein Zauberschwert (das tatsächlich sein Gegner Toruk besitzt). Sein Bild schwankt also in der Geschichte. In der Höhle sieht man einmal einen Krieger mit einem Arm in einer Schlinge. Das würde auf einen gebrochenen Arm hindeuten, aber so eine Verletzung ist weniger zu erwarten – und wer sollte ihm die Schlinge anlegen? Was Conans Schatten betrifft: Bei wenig Licht gibt es ihn noch nicht, bei etwas stärkerem Licht erwacht er zum Leben, und bei ganz hellem Licht stirbt er – das muß der Leser eben so akzeptieren. Der Stellvertreterkampf selbst: Das Vorbild dafür ist sicher die biblische Geschichte von David und Goliath; da sind die Voraussetzungen aber andere. Dieser Zweikampf sollte schon lange andauernden Kriegshandlungen zwischen zwei Völkern ein Ende setzen. Hier spricht eigentlich nichts für einen solchen Symbolkampf. Yildiz‘ Soldaten können Toruk von ihrer Höhe aus mit Pfeilen töten, aber das Hügelvolk kann die Truppen auch belagern und aushungern. Es bleibt zudem immer unklar, ob die Ehre zählt und beide Seiten den Ausgang des Duells anerkennen werden oder lieber zu Tricks greifen. Auch Conans Idee, Toruk durch Steinschlag zu erledigen, wird als „Trick“ bezeichnet. Aber alles in allem liest sich die Ausgabe wieder flüssig, und sie ist von Buscema und Chua solide umgesetzt. Mich stört inzwischen das etwas Fließbandhafte, das den „Conan“-Storys anhaftet.
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Alt 14.12.2021, 21:57   #288  
Crackajack Jackson
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Die Ehre und das Pflichtbewusstsein spielt in dieser Geschichte eine große Rolle.
Der junge Hauptmann sieht es als seine Pflicht an, den Kampf für seine Soldaten auszufechten, obwohl er weiß, dass er chancenlos ist. Er gleicht dem Kapitän aus dem Buch ‚Das Feuerschiff´ von Sigfried Lenz. Conan nimmt ihm die Entscheidung auf seine Weise ab. Es ist völlig legitim, dass er Angst hat und sich ein Zauberschwert wünscht, dass ihn vor dem Untergang bewahrt.
Deshalb sehe ich hier auch keinen Charakterbruch.

Die Sache mit dem Zauberschwert ist auch sehr gut gemacht. Conan stellt sich mehrmals die Sinnfrage, was gewesen wäre, wenn er das Schwert behalten hätte. Conan wird die Antwort nie erfahren, aber der Leser bekommt sie beantwortet. Hier wird der Leser auf eine
höhere Ebene gehoben.

Das alles ist sehr gut ineinander verwoben und aufeinander aufgebaut.
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Alt 14.12.2021, 23:17   #289  
Peter L. Opmann
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Das wollte ich auch zum Ausdruck bringen. Aber ein Geniestreich ist das Zauberschwert, das am Ende wieder auftaucht, nun nicht. Wir wissen nicht, wie Toruk an diese Waffe herankam, warum er sie behielt - also, was er sich davon versprach, denn sein großer Vorteil im Kampf schien doch seine riesige Gestalt zu sein.

Also eine wirklich gute Conan-Story müßte für mich doch noch ein bißchen mehr bieten.
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Alt 17.12.2021, 22:58   #290  
Peter L. Opmann
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Conan the Barbarian # 32 / Marvel-Superhelden-Comic-Taschenbuch: Conan # 4 / Conan der Barbar, Classic Collection # 2

Erscheinungstermin:
November 1973 / 1980 (?) / 2019

Story-Titel: Die Flammenwinde des alten Khitai!

Original-Storytitel: Flame Winds of Löst Khitai!

Zeichnungen: John Buscema und Ernie Chua

Text: Roy Thomas

Übersetzung: Burn-E

In einer späteren Ausgabe habe ich gerade einen Leserbrief gelesen, der ganz gut das ausdrückt, was ich an den „Conan“-Episoden der letzten Zeit auch bemängelt habe: „Since issue # 26, Conan has lost it’s magic. Roy’s scripts now tend to rely too much, I feel, upon fast, raw action and half-concealed sex. John’s art is his worst, due, for the most part, to Ernesto Chua, whose sloppy, thick strokes make each page a line-strewn mess. Now, instead of a panoramic world of fantasy and sorcery, I see an monotonous stretch of unimaginative yeech. Instead of a lithe, savage Conan, I am forced to accept an ugly, bearlike brute.” Die Zeichnungen finde ich nicht so schlecht (im Vergleich zu Barry Smith gibt es Vorzüge und Nachteile), aber ansonsten würde ich das unterschreiben. Nun scheint Thomas bei der Story etwas Neues zu versuchen – er verwandelt einen Roman eines anderen Pulp-Autoren der 1930er-Jahre, Norvell Page, in einen Dreiteiler. (Dieser Name war mir unbekannt, aber in USA ist sein Serienheld „The Spider“ im Magazin „Unknown“ im Gedächtnis geblieben.)

Conan bewegt sich hier in einem verkappten China („Khitai“). Er soll für König Yildiz eine Stadt auskundschaften, die von sieben Zauberern beherrscht wird. Er wird, versteckt unter einem Berg Wolle, hineingeschmuggelt, betätigt sich – wie offenbar die Originalfigur Spider – zunächst als Dieb und macht sich dann daran, einen fetten Kaufmann auszuhorchen, was es in der Stadt zu holen gibt. Der steht offenbar mit okkulten Mächten im Bunde, läßt zuerst einen Rubin verschwinden und bringt dann stattdessen eine giftige Viper zum Vorschein. Aber Conan entgeht seinen Fallen. Als die Palastwache auftaucht, verschwindet der Händler im Getümmel. Conan sucht ihn und stößt auf ein Frauengemach mit einem großen Wasserbassin.

Eine blonde Frau will ihm einen Fluchtweg zeigen und taucht im Wasser unter. Conan folgt ihr, angezogen von ihren Reizen. Nachdem sie ihn in einen unterseeischen Tunnel geführt hat, verwandelt sie sich plötzlich in ein Tentakelwesen, das ihn umschlingt und zu ertränken versucht. Conan schreckt anfangs davor zurück, gegen eine Frau zu kämpfen, auch wenn von der nur ihr Kopf übriggeblieben ist. Dann beginnt er zaghaft, die Tentakel zu durchtrennen, die aber sofort nachwachsen. Schließlich schlägt er dem Wesen den Kopf ab, wodurch er sich befreit. Mit beinahe berstender Lunge gelangt er zurück an die Oberfläche, bleibt aber am Rand des Bassins bewußtlos liegen. Ein affenartiger Schatten nähert sich ihm… „Nächste Ausgabe: In die Arena“.

Na, da sind doch gewisse Verbesserungen zu erkennen. Die liegen freilich vor allem darin, daß nicht bereits nach 19 Seiten alle Klischees durchgehechelt sind. Die sieben Zauberer sind – mutmaßlich – noch nicht aufgetaucht; Conan hat das Geheimnis der Stadt noch nicht ergründet; das Motiv der verhängnisvollen attraktiven Frau ist seit „Conan“ # 16 nicht mehr so eindringlich ausgearbeitet worden; nicht zuletzt: Es gibt endlich mal einen ordentlichen Cliffhanger. Nun ja - ich werde sicher nach den drei Ausgaben ein Fazit ziehen müssen. Da ich Barry Smith erwähnte: Der hätte eine solche Story sicher nicht so glatt und routiniert umgesetzt, allerdings auch nicht so gekonnt und effektsicher, sondern mehr Atmosphäre und wohliges Gruseln vermittelt. Um nochmal auf den oben zitierten Leserbrief zurückzukommen – die Marvel-Redaktion kontert die Kritik da mit dem schlichten Hinweis, daß „Conan“ zu diesem Zeitpunkt zu den bestverkauften Comic Books des Verlags gehörte. Und immerhin werde der Redaktion bei solchen Einwänden nicht langweilig. Also: Gegen Erfolg ist schlecht anzuargumentieren.
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Alt 17.12.2021, 23:44   #291  
Crackajack Jackson
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Hier wird viel mit den Ängsten der Leser gespielt. Beim Lesen überkommt mich ein klaustrophobisches Gefühl und ich versuche nicht zu ertrinken.
Schon am Anfang der Geschichte war Conan schutzlos und schwitzend in der Schafswolle vergraben.
Ein weiteres mal wird Schmuck zur Schlange.

Eine durchgehend spannende Geschichte, bei der man wissen will, wie es weitergeht.
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Alt 18.12.2021, 23:37   #292  
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Conan the Barbarian # 33 / Marvel-Superhelden-Comic-Taschenbuch: Conan # 4 / Conan der Barbar, Classic Collection # 2

Erscheinungstermin:
Dezember 1973 / 1980 (?) / 2019

Story-Titel: Der Tod und sieben Zauberer!

Original-Storytitel: Death and seven Wizards!

Zeichnungen: John Buscema und Ernie Chua

Text: Roy Thomas

Übersetzung: Burn-E

Die Spannung wird aufrechterhalten, so viel läßt sich sagen. Conan wird hier allerdings vom Spion zum Rächer, damit er gegen die sieben Zauberer antreten kann. Die schattenhafte Gestalt, die sich ihm näherte (siehe oben), ist der Dieb Bourtai, der freilich nicht so recht Kontur gewinnt. Wie viele vor ihm lotst er den Cimmerier durch die labyrinthische Stadt. Conan läßt ihn am Leben, weil seine Ortskenntnis ihm nützlich sein kann. Außerdem verrät ihm Bourtai, daß der Händler, der Conan in die Stadt hineinschmuggelte, hingerichtet worden ist (warum eigentlich, da Conan ja im Inneren der Woll-Lieferung unerkannt geblieben war?). Dafür will er nun die sieben Zauberer zur Rechenschaft ziehen.

Erstmals gibt es in dieser Ausgabe eine Panorama-Doppelseite, auf der sich Conan an Monsterwesen erinnert, die er in der Vergangenheit bekämpft hat (witzigerweise fällt ihm – wie auch uns – auf, daß sie sich häufig in Türmen aufhielten). Auch die Stadt Wan Tengri, in der er sich gerade befindet, weist so einen Turm auf. Die Doppelseite war ein Versuch des Verlags, Kosten zu sparen. Ein Heft besteht zwar immer noch aus 19 Comicseiten, aber es wurde unterstellt, daß der Zeichner für sie nicht so viel Zeit braucht, und tatsächlich hat John Buscema die vergangenen Erlebnisse Conans eher locker auf der Doppelseite angeordnet. Und sie trägt zum Fortgang der Handlung so gut wie nichts bei.

Ganz interessant finde ich den Hinweis Bourtais, daß die sieben Zauberer nicht verbündet sind, sondern eher ein Gleichgewicht des Schreckens untereinander aufgebaut haben – keiner traut den anderen. Conan tastet sich mal wieder durch einen dunklen Tunnel und entdeckt zunächst den toten Händler; dann wird er gewahr, daß er sich in einer Arena befindet, in der er um sein Leben kämpfen soll. Zuerst tötet er – in Anlehnung an die römischen Gladiatorenspiele – einen Tiger. Dann muß er gegen sechs Krieger kämpfen, die nicht die Zauberer, aber deren Repräsentanten sind. Warum sechs? Eine siebte Gestalt bleibt im Hintergrund, eine mutmaßlich schöne Frau, deren Gesicht aber von einer Maske verhüllt ist. Sie will der Preis für Conans Sieg über die sechs Krieger sein. Diesen Sieg erringt er ebenso leicht wie der FC Bayern die Meisterschaft. Dann geht er auf die Frau zu und reißt ihr die Maske herunter – darunter verbirgt sich ein Totenschädel. Es folgt das Finale.

Diesen Mittelteil kann ich nicht so loben wie den Auftakt der Norvell-Page-Story. Inhaltlich geraten Motive und das Ziel der Geschichte etwas aus dem Blick. Allerdings habe ich schon öfters gedacht, daß Conan-Stoffe Alpträumen gleichen: Er hört von Gefahren, irrt umher und ist dann mit genau diesen Gefahren (oder auch anderen) konfrontiert, ohne daß das alles so recht Sinn ergibt. Superheldenstorys sind ja nicht weniger Fantasy als „Conan“, aber durch das Andocken an die Alltagswirklichkeit sind sie doch weit variantenreicher, oft auch überraschender und im besten Fall logischer aufgebaut. John Buscema macht zwar einmal mehr einen guten Job, hat aber erkennbar Anpassungsprobleme an die neue Vorgabe der Panoramadoppelseite, die sehr willkürlich eingefügt wirkt. Das Cover stammt diesmal übrigens von Herb Trimpe, der aus Conan glücklicherweise keinen langhaarigen Hulk macht (oder doch?). Überarbeitet wurde es, wie schon das vorherige von Gil Kane, von Art Director John Romita sr.
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Alt 19.12.2021, 16:39   #293  
Crackajack Jackson
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
[B]Außerdem verrät ihm Bourtai, daß der Händler, der Conan in die Stadt hineinschmuggelte, hingerichtet worden ist (warum eigentlich, da Conan ja im Inneren der Woll-Lieferung unerkannt geblieben war?). Dafür will er nun die sieben Zauberer zur Rechenschaft ziehen.
Conan erfährt von Bourtai, dass der Händler gefangen genommen wurde, weil die Wachen Blut auf dem Boden seines Wagens gefunden hatten (wahrscheinlich wurde Conan verletzt, als die Wache mit einem langen Speer die Wolle durchsuchte).

Daraufhin beschließt Conan den Händler zu befreien. Erst in der Arena, als er den toten Kassar sieht merkt er, dass er zu spät gekommen ist.


Die Geschichte wirkt auch für mich sehr unglaubwürdig und verworren. Es ist kaum zu glauben, dass sich eine ganze Arena einfindet, ohne zu wissen, wann Conan genau kommt. Auch die Zaubertricks mit dem Schwert, das sich in eine Schlange verwandelt und dann wieder in ein Schwert sind übertrieben.

Die Doppelseite gefiel mir dann doch recht gut, gibt sie doch alten und neuen Lesern noch mal einen Überblick über bisherige Ereignisse.
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Alt 19.12.2021, 19:06   #294  
Peter L. Opmann
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Danke für die Präzisierungen.

Voraussichtlich lese ich die Trilogie heute abend noch zuende.
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Alt 19.12.2021, 22:15   #295  
Peter L. Opmann
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Conan the Barbarian # 34 / Marvel-Superhelden-Comic-Taschenbuch: Conan # 4 / Conan der Barbar, Classic Collection # 2

Erscheinungstermin:
Januar 1974 / 1980 (?) / 2019

Story-Titel: Die Versucherin im Flammenturm!

Original-Storytitel: The Temptress in the Tower of Flame!

Zeichnungen: John Buscema und Ernie Chua

Text: Roy Thomas

Übersetzung: Burn-E

Beginnen wir mit dem Rest der Inhaltsangabe. Nachdem Conan die Frau mit dem Totenschädel demaskiert hat, ergreift er entschlossen ihren Arm. Wir erfahren nachträglich, daß der Tod in Khitai demjenigen Fragen beantworten muß, der den Mut hat, ihn zu packen. Conan will wissen, wie die Stadt Wan Tengri von einem Herrscher allein regiert werden kann. Was die Information erbringt, daß die sieben Zauberer die rechtmäßige Prinzessin vom Thron gestoßen haben. Conan merkt derweil, wie er blitzschnell altert. Aber er läßt den Tod nicht los, worauf er sich in den jungen Krieger zurückverwandelt, der er ist. Als er sein Schwert zieht, verwandelt sich der Tod – in den toten Schafhirten, der ihn am Anfang in die Stadt brachte. Nun wollen die Truppen der sieben Zauberer von Conan erfahren, wie man die Stadt allein regieren kann, und geraten darüber untereinander in Streit. Bourtai hilft Conan, sich durch dunkle Gassen davonzumachen.

Nach einer kurzen Rast läßt sich Conan weiter durch geheime Gänge führen. Er stößt zunächst auf einen Löwen mit menschenähnlichem Gesicht (der „Wizard of Oz“ läßt entfernt grüßen), dann auf einen feigen Riesen mit Morgenstern. Conan überwindet – wer hätte das gedacht? – beide Gefahren und verschafft sich endlich Zutritt zum Gemach der Prinzessin, die an ihren Thron gekettet ist. Er befreit sie, und mit seinen beiden Begleitern geht er nun dem Geheimnis des Flammenturms auf den Grund. Conan zerstört den Mechanismus des Turms, was zugleich die Flammen am Himmel erlöschen läßt. Sie hielten die Stadtbewohner und die Anhänger der sieben Zauberer im Schach; nun kommt es zum Aufruhr. Die Zauberer werden getötet – die Prinzessin erscheint, um die Huldigungen ihres Volkes entgegenzunehmen. Conan wird mit zwei Kästchen voll Gold belohnt – Bourtai hilft beim Tragen. Mit einem Segelboot verlassen sie die Stadt meerwärts. Als die Stadt noch am Horizont zu sehen ist, verwandeln sich die Schatzkästchen in eine Handvoll Steinbrocken. Zugleich ist das Segelboot zu einem Ruderboot geworden. Conan hat jedoch keine Lust, nochmal umzukehren.

Um nicht gleich mit Negativem zu beginnen: Ich finde es gut, daß in den drei Teilen dieser Saga unterschiedliche Motive dominieren. Zuerst war es die Tentakelfrau, dann rückten die Zauberer in den Blickpunkt, schließlich drehte sich alles um „Frau Tod“. Dummerweise ist ein roter Faden nur schwer auszumachen. Conan spioniert für König Yildiz, legt sich dann aber mit den Zauberern an und verhilft am Ende eher der Prinzessin zur Macht. Die Vor- und Hintergrundgeschichte bleibt dabei schemenhaft. Wie gelang es, die Prinzessin zu entmachten? Wie funktioniert genau die gemeinsame Herrschaft der sieben Zauberer? Vieles, was für die Handlung wichtig ist, wird genau dann eingeführt, wenn es gebraucht wird. Die Elemente, die hauptsächlich für die Action sorgen, wirken noch willkürlicher eingestreut: in dieser Episode hauptsächlich der Löwe und der Hüne. Woher kennt Conan das Geheimnis der Frau mit dem Totenschädel? Hat er zum Schluß irgendetwas Wichtiges für König Yildiz ausgekundschaftet? Die beiden Frauen bleiben eindeutig zu blass, um der Story etwas Erotik zu verleihen. Und auch Bourtai hat zu wenig Kontur, um zum Sidekick und Comic Relief werden zu können. Er taucht, wenn ich das richtig sehe, auch nur in der nächsten Ausgabe nochmal auf.

Das Doppelseitenpanel wird in dieser Ausgabe nicht wieder verwendet. Es war offenbar kein Muß. Es wurde noch einige Male eingesetzt, wahlweise auch Seiten mit wenigen, weniger detailliert ausgearbeiteten Panels. Aber der Storyumfang sinkt ohnehin bald auf 18 Seiten. Buscema und Chua (Chan) illustrieren diese Episode wieder solide, aber ohne Glanzpunkte. Mir fiel lediglich auf, daß Buscema zunehmend mit leicht karikaturistischen Gesichtern arbeitet (hier vor allem Bourtai). Man könnte sich das alles also noch besser vorstellen – mal sehen, was noch kommt.

Geändert von Peter L. Opmann (22.12.2021 um 21:40 Uhr)
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Alt 22.12.2021, 19:31   #296  
Crackajack Jackson
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Die Sache mit dem Altern war mir ein bisschen zu verworren. Außerdem bleibt vieles im Unklaren. Die sieben Zauberer bleiben gesichtslose Wesen.

Der Manitcore erinnerte mich an das letzte Einhorn.
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Alt 24.12.2021, 17:35   #297  
Peter L. Opmann
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Conan the Barbarian # 35 / Marvel-Superhelden-Comic-Taschenbuch: Conan # 4 / Conan der Barbar, Classic Collection # 2

Erscheinungstermin:
Februar 1974 / 1980 (?) / 2019

Story-Titel: Die Höllenbrut von Kara-Shehr!

Original-Storytitel: The Hell-Spawn of Kara-Shehr!

Zeichnungen: John Buscema und Ernie Chua

Text: Roy Thomas

Übersetzung: Burn-E

Die recht witzigen Dialoge zwischen Conan und Bourtai erinnern an die Besonderheit der Marvels im frühen Silver Age – die Dramatik wird durch komische Elemente etwas leichter (konsumierbar). Roy Thomas schreibt aber im Vorwort, Conan sollte keinen Sidekick haben, deshalb wird Bourtai nach eineinhalb Ausgaben mit lustigen Untertönen schnell wieder zum Verschwinden gebracht. Die vorliegende Story stammt wieder mal von Robert E. Howard höchstselbst, hatte aber ursprünglich nichts mit Conan zu tun, sondern spielte in der Gegenwart. Am Ende kommt aber wieder das übliche Strickmuster heraus.

Conan und Bourtai sind mit Kamelen auf dem Weg von Khitai (China) zurück nach Westen und durchqueren gerade eine Wüste. Ein Mann wird hier von einer Räuberbande verfolgt und zur Strecke gebracht. Conan, der das von ferne beobachtet hat, greift ein. Das Opfer kann Conan kurz vor seinem Tod noch eben verraten, daß es einen sehr wertvollen blauen Edelstein gibt, der nur den Nachteil hat, daß er jedem, der ihn ergreift, den Tod bringt (der Mann hat ihn allerdings nicht bei sich). Weil Conan und Bourtai Wasser brauchen, ziehen sie in Erwägung, die Stadt zu suchen, in der sich der Edelstein befinden soll. Und sie finden sie – es handelt sich freilich um mächtige Ruinen. Nach einigem Umherstreifen zwischen geborstenen Mauern und umgestürzten Säulen finden sie einen Tempelraum, darin ein Skelett, das tatsächlich ein blaues Juwel umklammert hält.

Conan zögert, doch Bourtai greift sofort zu. Der Barbar mahnt ihn jedoch, den Stein zurückzulegen; und es scheint, als würde sich die Knochenhand wieder um ihn schließen. Da werden beide von der Räuberbande, der sie bereits begegnet sind, überrascht. Der Anführer ist Conan, wie sich jetzt herausstellt, bekannt (aus „Conan“ # 27, der ersten Ausgabe, die John Buscema gezeichnet hat). Er will sich natürlich an Conan rächen. Conan wird überwältigt, während nun der Räuberhauptmann nach dem blauen Stein greift. Zum Zeichen dafür, daß er an dessen Fluch nicht glaubt, zertrümmert er den Schädel des Skeletts. Da erscheint, eingehüllt in Nebelschwaden, ein dämonisches Wesen, das zuerst den Räuber und dann Bourtai packt. Conan befreit sich von seinen Wächtern, wird aber von dem Dämon beiseitegewischt. Als sich die Szene klärt, hat das Skelett trotz gespaltenem Schädel den Edelstein wieder in der Knochenhand. Zu seinen Füßen liegen zwei weitere Skelette, die ein wenig an den Räuberhauptmann und Bourtai erinnern. Conan zieht weiter – sein Kamel ist nicht mehr zu sehen.

Was die Story von den vorhergehenden vor allem unterscheidet, ist, daß Conan hier nicht gegen ein Monster kämpft, sondern eher zum Zuschauen verurteilt ist. Wie sich der Fluch des Edelsteins bestätigt, macht einen gewissen Effekt, ist aber nicht ganz stringent durchgehalten. Stirbt der Mann, der Conan auf die Spur bringt, wegen dieses Steins, oder ist sein Tod nur ein Nebeneffekt? Woher rührt der Fluch (das wird ja fast nie thematisiert)? Und wie kommen der Räuberhauptmann und Bourtai genau ums Leben? Sie verschwinden im Nebel und tauchen plötzlich als Skelette wieder auf (da kann jedenfalls der Comics Code nicht viel einzuwenden haben). Eine Frau – wie auf dem Cover zu sehen – taucht in dieser Episode überhaupt nicht auf – schade eigentlich. Auf bessere Storys müssen wir also weiter warten. Die Grafik ist wie gehabt ordentlich. Immerhin, ging mir durch den Kopf, werden Buscema und Chua während ihres Runs nicht immer schlechter.
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Alt 25.12.2021, 08:04   #298  
Crackajack Jackson
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Mir hat die Geschichte ganz gut gefallen, erinnert sie doch ein wenig an Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar. Der vernünftige Conan und der kleine, etwas tollpatschige und grossmäulige Diener Bourtai. Auch die Kulisse passt dazu.

Der Fluch ist während der ganzen Geschichte präsent und Roy Thomas wartet bis zum Schluss, um ihn zu erfüllen. Dazu bringt er den Hauptmann, dem Conan schon auf dem Schiff eine Verletzung zugefügt hat in die Handlung zurück. Außerdem ereilt Bourdai das Schicksal von Conans männlichen Begleitern.

Und die Moral von der Geschichte: Gier wird bestraft.
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Alt 27.12.2021, 11:49   #299  
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Conan the Barbarian # 36 / Marvel-Superhelden-Comic-Taschenbuch: Conan # 4 / Conan der Barbar, Classic Collection # 2

Erscheinungstermin:
März 1974 / 1980 (?) / 2019

Story-Titel: Fürchtet Hyrkanier, die Geschenke bringen!

Original-Storytitel: Beware the Hyrkanians bearing Gifts…!

Zeichnungen: John Buscema und Ernie Chua

Text: Roy Thomas

Übersetzung: Burn-E

Diese Episode gefällt mir graduell besser als die, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Es gibt ein paar Variationen der üblichen Story-Versatzstücke, und es wird eine richtige Dramaturgie aufgebaut, aber nicht weiterverfolgt. Wir erfahren im Vorwort zur Classic Collection, daß Roy Thomas zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder mal eine Original-„Conan“-Story zugrundegelegt hat. Das heißt, sie stammt aus dem Aufsatz „An Informal History of Conan the Cimmerian“ von Lyon Sprague de Camp, der auf einen Fan-Text zurückgeht, den Howard noch zu Lebzeiten abgesegnet hatte. Das könnte manches erklären, denn Robert E. Howard war zwar gewiß kein großer Schriftsteller, aber er hatte doch mehr drauf, als nur immer die gleichen Klischees zu verwenden. Thomas schreibt weiter, daß John Buscema hier das Cover zeichnen mußte, was er offenbar nicht so gern tat. Im Buch ist allerdings Ernie Chua als Zeichner und Inker angegeben, und John Romita sr. hat das Werk wieder überarbeitet.

Was an der Story Interesse weckt, sind die unterschiedlichen Rollen, die Conan übernimmt. Er wird Mitglied der Garde von König Yildiz, was bei mir ein paar Überlegungen auslöste: Die bestehende Leibwache macht tatsächlich nicht viel her und braucht Verstärkung, aber ist Yildiz jemand, vor dem Conan Respekt hat und dessen Willen er sich beugt? Yildiz wird ein bißchen weichlich und verfettet gezeichnet, scheint aber nicht dumm zu sein. Mit etwas gutem Willen ist nachvollziehbar, daß Conan diese Aufgabe übernimmt. Außerdem wird Conan zum heimlichen Liebhaber der Freundin des Chefs der Garde, Narim Bey – sie heißt Amytis. Es gibt einen Soldaten, der durchschaut, was zwischen Conan und Amytis läuft, und der einige Male stichelt, während Narim-Bey vorerst ahnungslos bleibt und die Söldner-Fähigkeiten von Conan schätzt. Daraus hätte sich manches machen lassen, aber am Ende bleibt die gefährliche Affäre irgendwie bedeutungslos und versandet.

Was genau geschieht? Conan reitet mit letzter Kraft in Yildiz‘ Hauptstadt Aghrapur ein, um von den jüngsten Ereignissen zu berichten. Als er vor dem König steht, bricht er ohnmächtig zusammen. Im Harem von Amytis (ausgerechnet…) wird er wieder auf die Beine gebracht. Inzwischen hat Yildiz seine Garde inspiziert und seine Unzufriedenheit geäußert. Conan wird also in den Haufen aufgenommen, muß aber erstmal den Umgang mit Pfeil und Bogen, Speer und Streitaxt üben (Anlaß für eine Doppelseite). Während sich Conan immer wieder ungesehen an Amytis heranmacht, führt Yildiz eine kopflose Steinskulptur vor. Der Kopf soll sich in der Stadt Dimmorz befinden, die er gerade belagern läßt. Und da wird er auch schon von einem Priester gebracht. Yildiz selbst vervollständigt das Standbild, das (kaum verwunderlich) sofort zum Leben erwacht und Amok läuft. Es kommen zwar etliche Soldaten ums Leben, aber Yildiz bleibt überraschenderweise unversehrt. Conan kann allerdings gegen das Steinwesen nichts ausrichten. Da wirft er (auch wenig überraschend) seine Axt nach dem Priester und tötet ihn; sogleich weicht das Leben aus der Statue, und sie verliert ihren Kopf. Kurz erörtert Yildiz die Möglichkeit, daß gerade ein Attentat auf ihn verübt worden sein könnte. Aber Narim-Bey beendet diese Überlegungen, indem er vorschlägt, Conan auf eine Mission in den Norden zu senden. Conan scheint davon nicht begeistert zu sein (wird aber dennoch brav in den Norden ziehen).

Man sieht: Aus den guten Ansätzen wird nichts gemacht. Bevor sich aus seiner Affäre mit Amytis ein Konflikt entwickeln kann, zieht Conan schon weiter. Außer einem Duell mit Narim-Bey könnte man sich ja noch manches andere vorstellen. Auch Conans Beziehung zu König Yildiz kommt mir nicht uninteressant vor, aber auch hier geht eigentlich nichts voran. In meinen Augen wäre hier ein Mehrteiler angebracht gewesen, was zu dieser Zeit bei Marvel ja schon lange nicht mehr unüblich war. Aber bei „Conan“ hat man davor offenbar doch zurückgeschreckt. Sofern es Mehrteiler gibt, machen sie die Handlung zumindest nie komplexer. Was die Arbeit von Buscema und Chua betrifft, ist mir aufgefallen, daß hier häufig filmische Mittel eingesetzt werden, etwa wenn Narim-Bey den heranreitenden Conan bemerkt oder wenn Dienerinnen die Haremstür hinter Conan und Amytis schließen. Yildiz ist wieder ein wenig karikaturistisch angelegt; Amytis hat kein Dutzendgesicht, sondern bringt Klugheit, Machtbewußtsein und auch etwas Arroganz zum Ausdruck.
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Alt 30.12.2021, 07:04   #300  
Crackajack Jackson
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Die Geschichte kommt in abgewandelter Form des Öfteren vor.
Eine Monster, dass von einem Zauberer gesteuert wird und nur durch dessen Tod besiegt werden kann.

Gut finde ich das Cover, das auch für Condor Taschenbuch #4 Verwendung fand.
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