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Alt 28.03.2020, 06:14   #226  
Marvel Boy
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Also die Geschichten aus The Thing Vol.1 von 1983.
Ja, die mag ich auch.
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Alt 28.03.2020, 07:59   #227  
Peter L. Opmann
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Kenne ich leider nicht.

Ich versuch's, im Hinterkopf zu behalten, falls mir mal ein Band in die Hände kommt.
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Alt 28.03.2020, 08:08   #228  
Marvel Boy
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Du hast einfach zu früh mit Marvel aufgehört.
Und ich halte schon zu lange durch.
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Alt 28.03.2020, 08:14   #229  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 47




Genial kurz faßt die Williams-Redaktion den Inhalt dieser Ausgabe in ihrer Monats-Checkliste zusammen: „Ding Ben Grimm wird kopiert, und Sue Richards, die Unsichtbare, wähnt sich bereits als Witwe.“ Genau, darum geht es in dieser Ausgabe, die zum ersten Mal seit längerem wieder eine weitgehend in sich abgeschlossene Story erzählt (vielleicht ein Anzeichen dafür, daß die Jubiläums-Ausgabe # 50 – in USA – nun vorbei ist).

Wenn auch es in den Credits heißt: „Möglicherweise ist dies das gewaltigste illustrierte Epos, das je produziert wurde…“ – die FV kehren erstmal zum Normalbetrieb zurück. Allerdings hat diese Episode durchaus dramatisches Potential, was Stan Lee – möglicherweise – bewußt war. Wie wir schon sahen, streift Ding mißmutig durch die Stadt. Im strömenden Regen. Eine Polizeistreife erkundigt sich, ob alles in Ordnung ist; Ding wimmelt sie ab. Dann stellt er sich genau im Hauseingang jener Gestalt unter, die schon in der vorigen Ausgabe auftrumpfte, sie werde die FV besiegen. Der kahlköpfige Mann, der in einer späteren Ausgabe den Namen Ricardo Jones bekommen wird, bittet Ding zum Aufwärmen herein und bietet ihm einen Kaffee an.

Jones stellt rasch eine emotionale Verbindung her: Auch er sei frustriert, weil niemand seine wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst nehme (entspricht anscheinend den Tatsachen). Dann geht es ganz schnell: Ding wird infolge eines Schlafmittels im Kaffee bewußtlos, der Wissenschaftler schließt ihn an einen Duplikator an, mit dessen Hilfe er sich in das Ding verwandelt – das Original-Ding wird in diesem Prozeß wieder zu Ben Grimm (warum auch immer). Dann macht sich der Betrüger auf den Weg zum Baxter Building.

Reed Richards arbeitet dort wieder mal an neuen Apparaturen und vernachlässigt seine Frau Sue. Was da genau entsteht, will er ihr nicht sagen, als sie ihn um ein wenig Aufmerksamkeit anbettelt. Aber sie hat wohl ein bißchen was mitbekommen. Da betritt Ding (der verwandelte Jones) die Szene. Er redet – überraschenderweise – genau im Ben-Grimm-Jargon (woher hat er den?), ist sich andererseits über seine eigenen Kräfte nicht richtig im Klaren. Kurz darauf taucht der echte Ben Grimm auf und will seine Teamkollegen vor dem falschen Ding warnen. Jones-Ding demonstriert seine Kräfte und läßt Grimm damit als Lügner dastehen (kann das wirklich ein Beweis für seine Echtheit sein?). Jedenfalls muß der unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Reed Richards enthüllt nun, was seine Frau schon ahnte: Er hat einen „Dimensionseingang in den Hyperraum“ gebaut, will diese Sphäre nun erkunden und braucht Ding, um ihn an einer langen Schnur zu halten und bei Gefahr wieder zurückzuziehen. Na, ob Jones, der Forscher, der vom Neid auf Richards zerfressen ist, das wohl tun wird? Aber er kommt ins Nachdenken: Sein Rivale nimmt große Gefahren auf sich – offenbar nicht des Ruhms oder Geldes wegen, sondern allein, um die Erkenntnis zu mehren. Sue will ihren Gatten auf seiner riskanten Mission begleiten, aber er redet ihr das erfolgreich aus.

Hier unterbricht Lee die Erzählung und switcht kurz zum Metro College, wo Johnny, die Fackel, mit dem amtierenden Star der Footboll-Mannschaft aneinandergerät. Der Trainer trennt die beiden und wird dabei auf Wyatt Wingfoot aufmerksam, der der Footballspieler seiner Träume ist, aber sich für den Sport offenbar überhaupt nicht interessiert. Vom Silver Surfer und den Nichtmenschen, anderen Nebenhandlungen, die schon angelegt sind, erfahren wir hier erstmal nichts weiteres.

Inzwischen ist Reed in den Hyperraum eingedrungen. Er findet sich in einer fantastischen Welt wieder, merkt aber, daß er von der dortigen Erde angezogen wird und beim Eintritt in die Atmosphäre vernichtet zu werden droht. Ding muß ihn retten. Jones-Ding hat inzwischen viel nachgedacht und will das wirklich tun. Aber die Schnur reißt! Sue sieht Reeds Ende bereits gekommen. Aber Jones läßt sich selbst in den Hyperraum ziehen und steht Reed kurz darauf gegenüber. Mr. Fantastic verhält sich höchst anständig und macht ihm keine Vorwürfe. Darauf unternimmt Jones einen verzweifelten Rettungsversuch: Er schleudert Reed mit seiner gewaltigen Kraft in Richtung Dimensionstor zurück – er langt glücklich wieder in seinem Forschungsraum an. Selbst läßt sich Jones in die todbringende Zone treiben. Der echte Ben Grimm will inzwischen das Beste aus seiner neuen Situation machen und in seiner menschlichen Gestalt Alicia besuchen. Als er vor ihrer Tür steht, verwandelt er sich in Ding zurück – das ist offenbar der Moment, in dem Jones stirbt. Ding flieht, klärt aber kurz darauf im Baxter Building alles auf. Reed sagt dazu nicht das, was man vielleicht erwarten würde: „Er starb als Held.“ (Obwohl das anklingt.) Vielmehr sagt er: „Er hat für alles bezahlt – und bezahlt wie ein Mann!“

Eine Geschichte mit ziemlich vielen logischen Fehlern und Löchern (wie oben angedeutet). Über Jones erfahren wir erstaunlich wenig, und er läßt den Leser doch nicht kalt. Lee, der den Zweiten Weltkrieg mitgemacht hat (wie auch Jack Kirby), versteht sich auf die Inszenierung eines heroischen Opfers. Interessanterweise gibt es hier weder einen Superschurken noch richtige Kampfaction, und doch ist die Story ziemlich spannend – die Spannung rührt von der Erkundung einer unbekannten Welt mit todbringenden Gefahren her. Die Geschichte ist außerdem so gut strukturiert, daß sie Kirby (weiterhin assistiert von Inker Joe Sinnott) in ruhige, klare Bildsequenzen (mit neben der Splashpage zwei weiteren ganzseitigen Panels) umsetzen kann. Hier sind mir nun einige wuchernde Sprechblasen aufgefallen, die im US-Original sicher um einiges kleiner sind. In einem Fall wird Johnny in der College-Cafeteria ärgerlicherweise völlig verdeckt. Insgesamt trotzdem eine schöne Ausgabe, die aus dem Superheldeneinerlei, das es auch bei den FV hin und wieder gibt, angenehm heraussticht.
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Alt 28.03.2020, 13:29   #230  
Crackajack Jackson
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Das Cover ziert auch das FV Taschenbuch von Condor.

Die Geschichte habe ich erst vor einigen Monaten wieder mal gelesen. Sehr ergreifend, vlt. gerade weil man von dem falschen Ben nicht viel an Vorgeschichte erfährt. So bleibt er ein beliebiger Fremder und die Leser können sich noch besser mit ihm identifizieren.

Furchtbar traurige Einzelgeschichte, die aber auch die Entdeckung des Hyperraums bzw. der Negativ Zone markiert.

Viele Schurken (Blastaar, Annihilus) haben ihren Ursprung dort.
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Alt 28.03.2020, 13:38   #231  
Peter L. Opmann
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Kann man ja auch mal zeigen:



Ich stimme allerdings nicht zu, daß man sich mit dem Schurken besser identifizieren kann, weil man nicht viel über ihn weiß. Nur eine Figur, die man (mehr oder weniger) kannt, kann den Leser emotional ansprechen. Warum soll ich Mitleid haben, wenn die Figur ohne Profil und austauschbar ist?
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Alt 28.03.2020, 13:48   #232  
Crackajack Jackson
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Identifizieren ist vielleicht das falsche Wort.
Die Figur ist ein unbeschriebenes Blatt, ein Einzelgänger von dem man die Vergangenheit nicht kennt und der dann unbekannt verschollen ist.
Das macht die Figur umso tragischer.
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Alt 28.03.2020, 16:15   #233  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 48




Auch Stan Lee ging bei der Konstruktion seiner Storys nach Schema F vor. Die Grundstruktur dieser Episode folgt einem wohlbekannten Muster: Die FV werden von ihrem Gegner in eine Falle gelockt, und er hat sich einen Plan zurechtgelegt, wie er jedes Teammitglied einzeln überwältigen kann – Fackels Flamme wird gelöscht, Ding entscheidend geschwächt, die Unsichtbare und Mr. Fantastic werden eingefangen. Etwas stimmt jedoch nicht mit der Kalkulation, und die FV können sich befreien, zurückkehren und ihn schließlich besiegen. Das haben wir in den vorherigen Ausgaben schon oft gesehen. Wäre das der einzige Inhalt, wäre das Heft ziemlich langweilig.

Aber hier gibt es noch weitere Handlungsebenen. „Der Schwarze Panther“ ist offensichtlich eine Reaktion auf die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, vor allem die Emanzipationsbestrebungen der Schwarzen. Deshalb wird demonstrativ gezeigt, daß es in Afrika ein Königreich mit avancierter Technologie gibt. Afrikaner sind keine Dummköpfe, sondern den weißen Amerikanern mindestens ebenbürtig, wird damit zu verstehen gegeben. Wir sehen allerdings keine superstarken schwarzen US-Amerikaner. Ob das vielleicht doch zu riskant, zu provokant gewesen wäre? In diesem Kontext bekommt das Kräftemessen von Panther und den FV eine andere Bedeutung: Der frühe schwarze Superheld muß dem weißen Quartett wohl auch erst demonstrieren, daß er ernstzunehmen ist.

Wer in seiner Kalkulation nicht vorkam, ist Wyatt Wingfoot, ein native american, also ein Indianer, dem man seine Abstammung allerdings kaum ansieht. Wingfoot befreit seinen Studienkollegen Fackel, und der bringt die übrigen Mitglieder der FV in den Kampf zurück. Am Ende ist freilich die weiße Überlegenheit wiederhergestellt, wenn Reed feststellt, daß der Schwarze Panther kein Gegner für die FV mehr ist, da er das Überraschungsmoment nicht mehr auf seiner Seite hat. Vermutlich soll das die weißen Leser beruhigen – alles eben nicht so einfach.

Kurz eingeblendet werden die Nichtmenschen, die weiterhin vergeblich versuchen, sich aus dem Negativfeld, das die Große Zuflucht umgibt, zu befreien. Das schafft offenbar nicht einmal Black Bolt. Und Crystal verzehrt sich in Liebe zu Johnny, der Fackel. Ein Erinnerungskärtchen von Stan Lee, daß er demnächst die Nichtmenschen wieder richtig ins Spiel bringen wird.

Der Schwarze Panther tritt hier, obwohl er sich als großzügiger Gastgeber für die FV gibt, zunächst in der typischen Schurkenrolle auf. Am Ende lüftet er jedoch freiwillig seine Maske und verspricht, nun seine Geschichte zu erzählen, die viel mit Tragik und Rache zu tun hat. Man kann bereits absehen, daß sich dann seine Wandlung zum Helden vollziehen wird.

Der Panther trägt ein durchgehend schwarzes Kostüm, das teilweise einen lederartigen Schimmer aufweist, und ein neckisches kurzes Cape, das er bald darauf ablegen wird. Ich sehe da eine Parallele zur Schwarzen Witwe, die bei ihrem Kostümwechsel in Amazing Spider-Man # 86 ebenfalls ihr Cape ablegt – das war, von Ausnahmen wie Thor oder Vision abgesehen, doch eher ein Golden-Age-Requisit. Jack Kirby ist im übrigen nicht der ideale Panther-Zeichner. Er kann dessen Behendig- und Gelenkigkeit zwar visualisieren, seine Stärke liegt aber eher bei eindrucksvollen Kraft-Typen.

Davon abgesehen, ist das Heft von ihm und Joe Sinnott grafisch exquisit gestaltet. Nur die Sprechblasen, die von Williams teils deutlich erkennbar vergrößert wurden, bereiten wieder Probleme. Das Cover gefällt mir sehr gut: Die FV schleichen kampfbereit durch wuchernden Technikkram, während sich der Schwarze Panther von oben auf sie stürzt (ähnlich ist die Splashpage gestaltet). Zu seinem Debüt ein dramatischer Auftritt für ihn; mich stört allerdings, daß er hier wirklich als Bösewicht verkauft wird, der er offenbar von Anfang an nicht sein soll. Aber, wie oben bereits ausgeführt, Stan Lee bricht noch nicht konsequent aus gängigen Erzählmustern aus.
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Alt 28.03.2020, 16:25   #234  
Crackajack Jackson
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Fand ich etwas sehr überzogen.
Black Panther, das Stammesoberhaupt, will zeigen, dass er die FV besiegen kann.
Da fand ich seinen Einstand bei den Rächern um Welten besser.
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Alt 28.03.2020, 16:42   #235  
jakubkurtzberg
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FV Nr. 47 und 48 zeigen übrigens Covervarianten, die nicht in den USA erschienen. Bei den Originalausgaben hat das Ding keine schwarzen Steinchen und die Maske des Panthers ist geschlossen. Zumindest zweiteres wurde nachträglich überarbeitet. Beim Ding müsste man die Original Art ansehen...

http://dassagtenuff.blogspot.com/201...9_archive.html
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Alt 28.03.2020, 16:54   #236  
Peter L. Opmann
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@ Jakub: Danke für den Hinweis.

Es ist der erste Auftritt des Black Panther, und da muß man wohl akzeptieren, daß mit der Figur zunächst etwas herumprobiert wurde. Man kann der Ausgabe den Klassikerstatus trotzdem nicht absprechen.

Geändert von Peter L. Opmann (29.03.2020 um 07:37 Uhr)
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Alt 29.03.2020, 07:42   #237  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 49




Der Schwarze Panther ist der erste schwarze Superheld im Marveluniversum. Durch seinen ersten Auftritt bei den FV werden die beiden Ausgaben (Williams-FV # 48 und 49) immer einen besonderen Stellenwert haben. Aber der Zweiteiler weist einige Schwächen auf. Ohne die Einführung dieser bemerkenswerten Figur würde ich beide Teile als durchschnittlich bis unterdurchschnittlich einschätzen.

Im ersten Band ließ man den Schwarzen Panther unnötig wie einen Bösewicht erscheinen. Unnötig war letztlich sein Kampf gegen die FV. Nur durch List konnte er sie zunächst besiegen, und somit waren sie nicht die richtigen Gegner für ihn. Im jetzt zur Diskussion stehenden zweiten Teil kippt die Handlung seltsamerweise in eine Art Horrorstory – wieder ein Muster, mit dem Lee und Kirby Routine hatten, aber es paßt nicht richtig zu den FV. Außerdem geht es nun im Kern um den Konflikt zwischen dem Schwarzen Panther und dem Superschurken Klaw, was die FV zu Randfiguren degradiert.

T’Challa, Prinz des fiktiven afrikanischen Staats Wakanda, erzählt seinen Gästen, wie er zum Schwarzen Panther wurde. Schuld daran ist ein skrupelloser weißer Entdecker namens Klaw, der bei den Wakanda auf Vorkommen des (ebenfalls fiktiven) chemischen Elements Vibranium stößt, die er rücksichtslos auszubeuten gedenkt. Das will sich der Stamm aber nicht gefallen lassen. T’Challas Vater wird in dem Streit ermordet. Der Junge erbeutet von Klaws Leuten einen Klang-Strahler, mit dem er Rache übt. Klaws rechte Hand wird dabei zerschmettert; er flieht – vorerst.

Parallel haben wir erlebt, wie ein Entdecker und sein Begleiter von einem roten Riesenmonster angegriffen werden. Das Wesen, das mal als Elefant, mal als Affe erscheint, ist ein Vorbote von Klaw, der mithilfe der „Basisenergie“ von Klängen Tiere in solche schrecklichen Wesen verwandeln kann. Eine pseudowissenschaftliche Fantasie von Stan Lee, die zu absurd ist, um noch zu faszinieren. Auch die FV müssen gegen ein solches Monster kämpfen und geraten an den Rand einer Niederlage.

Klaw selbst hat inzwischen seine rechte Hand durch eine Waffenprothese ersetzt und will den Wakanda und den FV nun den Rest geben. Dem Schwarzen Panther gelingt es jedoch, in seine Schaltzentrale einzudringen. Im finalen Duell zieht Klaw den Kürzeren, was ihn dazu bringt, statt Tieren sich selbst dem Klänge-Konverter auszusetzen. So wird er zum Superwesen. Der Schwarze Panther glaubt derweil, Klaw endgültig gestoppt zu haben. Er gelobt, sich fürderhin in den Dienst der guten Sache zu stellen. Das findet den Beifall der FV: Es sei nicht zu erwarten, daß Superhelden stempeln gehen müssen. In der Tat war ja das Marvel-Universum in rasanter Ausbreitung begriffen – und ist es noch heute.

Diese hanebüchene Story ist einfach ärgerlich. Die wesentlichen Kritikpunkte habe ich schon genannt: Superkräfte, die aus Klängen erwachsen, sind lächerlich. Lee und Kirby fahren hier eigentlich nur ihre altbekannten Monster auf. Die FV sind mehr oder weniger auf die Rolle von Zuschauern beschränkt. Okay, sie kämpfen ein bißchen mit gegen die „Klangmonster“, aber mit den Hauptmotiven der Story haben sie kaum etwas zu tun. Übrigens treffen hier unwahrscheinliche Umstände zusammen: Genau in dem Moment, als sich die FV in Wakanda aufhalten (sie machen da eigentlich Urlaub) und T’Challa ihnen von seiner Vergangenheit erzählt, kehrt Klaw zurück. Obwohl sie eigentlich zufällig auftauchen, sind sie aus Sicht des Schwarzen Panthers seine idealen Sparringspartner, und sie sind dann natürlich auch im rechten Moment zur Stelle, als Klaw angreift. Bleibt für Marvel das Verdienst, den ersten schwarzen Superhelden kreiert zu haben.

Im Detail liest sich die Story dennoch unterhaltsam, und daran haben auch wieder die ziemlich guten Zeichnungen von Jack Kirby und Joe Sinnott großen Anteil. Die Williams-Redaktion hat in dieser Ausgabe etwas gegen die ausufernden Sprechblasen getan. Ein neuer Letterer – vielleicht Dieter Scheel – ist am Werk, dessen Schrift hier ziemlich krakelig und wackelig wirkt, aber doch gut lesbar ist und der ohne Vergrößerung der Sprechblasen auszukommen scheint. Gekürzt wird nicht; die Schrift ist deutlich verkleinert.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2020, 07:50   #238  
Crackajack Jackson
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Die roten Klangtiere sehen schon gut aus und haben mich damals fasziniert.

Beim aktuellen Lesen stößt mir natürlich sofort auf, dass T‘Challa sich erst mal eine Zigarette anzündet, als er die FV in sein Haus einlädt.
Spitzensportler und Raucher, das geht heute eigentlich gar nicht mehr.
Crackajack Jackson ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2020, 08:24   #239  
Peter L. Opmann
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Ich muß dazusagen, daß ich diese Ausgabe weder bei Erscheinen noch etwas später in einem Superband gelesen, sondern erst vor eventuell 20 Jahren auf einer Comicbörse nachgekauft habe.

Mir fällt selbst auf, daß ich Hefte, die ich als Teenager gelesen habe, viel enthusiastischer bespreche als die, die ich noch nicht so lange kenne. Aber so weit kann ich mich nicht mehr in meine Jugend zurückversetzen, daß ich nachvollziehen kann, wie ich die Story damals rezipiert hätte.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2020, 08:38   #240  
Crackajack Jackson
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Als Kind nimmt man die Geschichten anders auf und akzeptiert viele Dinge, ohne sie genau zu hinterfragen.
Deshalb funktionieren sie auch viel besser und das Gehirn speichtert sie als gute Erfahrung ab. Dazu kommt natürlich noch der Nostalgiefaktor. Man erinnert sich an die Umstände (im Idealfall die unbeschwerte Kindheit) und fühlt sich gleich zurückversetzt.

So ging es mir bei den Pichelsteinern oder bei dem Album "Die Sechs gegen Grabsch", die ich mir vor ein paar Jahren nachgekauft habe.
Crackajack Jackson ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2020, 09:09   #241  
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So ist es.
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Alt 29.03.2020, 16:04   #242  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 50




Schon wieder eine seltsame Ausgabe, diesmal aber in meinen Augen eher positiv geartet. Statt daß sich die FV Hals über Kopf ins nächste Abenteuer stürzen, lassen Lee und Kirby den Zweiteiler mit dem Schwarzen Panther hier noch gemütlich ausklingen und wenden sich dann – ganz gemächlich – dem nächsten Kapitel der Geschichte der Nichtmenschen zu. Johnny, die Fackel, möchte nun endlich die Glocke, die über der Großen Zuflucht liegt, mit seiner Flamme überwinden (ursprünglich hieß sie „Negativzone“, nun wird sie „große Barriere“ genannt), scheitert im ersten Anlauf, aber im nächsten Heft werden er und sein Kumpel Wyatt Wingfoot eine neue Chance bekommen.

Somit ist schwer zu sagen, worum es in dieser Ausgabe eigentlich geht. Aber mir gefällt die Atmosphäre der Geschichte. Drei Seiten werden zunächst auf ein Baseballspiel verwendet, bei dem Wingfoot einen Wurf des Ding zurückschlägt. Die Redaktion merkt an, sie verfüge über keinen Experten dieses Sports, und so ist auch für den Leser das Vergnügen an dieser Episode etwas eingeschränkt. Offenbar wird in diesem Spiel dauernd geschummelt: Einen von Ding geschleuderten Ball kann eigentlich niemand schlagen (aber Wingfoot ist eben beinahe auch ein Superheld); Mr. Fantastic fängt den Ball, indem er seinen Arm lang ausstreckt; und zum Schluß wird er von der Unsichtbaren umgestoßen, wodurch Wingfoot dann doch noch gewinnt. Das hat Charme, auch wenn man die Spielregeln nicht richtig durchschaut.

Auf weiteren drei Seiten werden die FV von T’Challa mit Geschenken überhäuft. Johnny erhält einen „Gyro-Kreuzer“, ein Gefährt, das aus einer Fahrerkabine in einer großen Glaskugel besteht. Damit bricht er zusammen mit Wingfoot sofort zur Großen Zuflucht auf, um seine Geliebte Crystal wiederzusehen. Zwischendurch sehen wir, was sich bei den Nichtmenschen gerade tut. Wir lernen Black Bolts bösen Bruder Maximus von einer neuen Seite kennen: Seine Verrücktheit hat nun die Anmutung eines unschuldigen Kindes; mit einem Trick versuchen die Nichtmenschen, ihn dazu zu überreden, die Negativzone wieder aufzuheben.

Dann wird erzählerisch eine Pirouette gedreht: Nördlich von Wakanda stoßen Johnny und Wyatt auf das sagenhafte Avalon und eine mythische Figur, die da allerdings nicht hingehört: den Priesterkönig Johannes (Prester John). Er verfügt über eine wundermächtige Waffe, das Teufelsauge. Johnny nimmt ihm das Gerät ab, nachdem der wunderliche Ritter ein wenig von seinen sagenhaften Reisen erzählt hat. Er sieht die Möglichkeit, mit dieser Waffe die Große Zuflucht zu öffnen, und rast los. Prester John kommt nicht mehr dazu, ihn zu warnen: Das Teufelsauge kann unkontrolliert explodieren. Parallel versucht auch Black Bolt im Inneren der Großen Zuflucht den Befreiungsschlag – wie der ausgeht, bleibt vorerst offen.

Auf den letzten Seiten ist nun Spannung für den Schluß des Hefts aufgebaut worden. Wingfoot jagt Johnny hinterher und schießt ihm das Teufelsauge aus der Hand, bevor es Unheil anrichten kann. Johnny dankt ihm aber nicht für seine Rettung, sondern macht ihm heftigste Vorwürfe, weil er erneut nicht zu Crystal vordringen konnte. Am Ende bleibt er in völliger Verzweiflung hocken. Dieses Mini-Drama kann natürlich eine 20-Seiten-Story nicht tragen, aber die Ausgabe ist dennoch insgesamt sehr unterhaltsam, zeigt die FV wieder mal von ihrer privaten Seite, degradiert sie nicht zu Nebenfiguren und bereitet ein weiteres großes Epos vor – bis die Nichtmenschen allerdings wieder richtig ins Spiel kommen, wird es noch einige Ausgaben dauern.

Aufsehenerregend ist in dieser Ausgabe das Lettering. Der Letterer kommt nicht nur ohne vergrößerte Sprechblasen aus, sondern verfügt auch über eine außerordentlich ansprechende Schrift. Angegeben ist er (oder sie) wiederum nicht – vielleicht handelt es sich um Marlies Gerson oder Christa Manner, die ja oft nicht genannt wurden. Dieser Letterer taucht jedenfalls vorerst nur in dieser FV-Ausgabe auf. Über die Zeichnungen von Jack Kirby und Joe Sinnott ist meiner Ansicht nach nicht so viel zu sagen, außer: Gewohnt gut.
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Alt 29.03.2020, 22:37   #243  
Peter L. Opmann
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Zusammenfassung FV # 41 – 50:

Die fehlende Ausgabe Fantastic Four # 44 bildet einen schmerzhaften Einschnitt in der Williams-Serie. Die fast fünfteilige Nichtmenschen-Saga kann somit nicht richtig zur Geltung kommen. Sie bildet aber einen Serien-Höhepunkt. Als Inker kommt nun Joe Sinnott, für einige Jahre Kirbys bester Partner. Dann folgt mit einem etwas holprigen Übergang die noch bekanntere dreieinhalbteilige Galactus-Story mit dem Silberstürmer. Die Serie hat nun ihren Ton gefunden – einen sehr fantastischen und bombastischen Ton. Etwas schwächer ist der Zweieinhalbteiler mit dem Schwarzen Panther, der aber damals, soviel ich weiß, der erste schwarze Superheld in einem Burroughs-artigen Fantasie-Afrika war, und Klaw, dem Herrn des Klangs. Dazwischen erlebt der Leser ein seltsames Abenteuer, bei dem Reed von einem zunächst schurkischen Wissenschaftler aus der Negativ-Zoe gerettet wird. Ausgelöst wird die Story vom reichlich selbstmitleidigen Ding. Wichtiger als Einzelstorys sind jedoch inzwischen eindeutig Mehrteiler; die Leser können es sich immer weniger erlauben, eine Ausgabe zu verpassen.
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Alt 30.03.2020, 08:03   #244  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 51




Man kann inzwischen sagen, daß der Serienkosmos der „Fantastischen Vier“ gut ausgebaut ist. Es gab die Kämpfe gegen die Furchtbaren Vier, ein ähnlich mächtiges Superteam, und gegen Doktor Doom, es wurde die Saga um die Nichtmenschen entfaltet sowie eben die des Schwarzen Panthers und seines Gegenspielers Klaw, nicht zu vergessen den Besuch von Galactus und seinem Herold Silver Surfer. Damit hat Stan Lee, wenn er nicht wie etwa in FV # 47 eine Geschichte mit neuen Charakteren und neuem Thema dazwischenschaltet, mehrere attraktive Handlungsoptionen, an die er anknüpfen kann. Seit einigen Ausgaben bereitet er eine Fortsetzung der Nichtmenschen-Story vor, aber jetzt entscheidet er sich zunächst für eine andere Möglichkeit.

Das Aufeinandertreffen von Ding und dem Silberstürmer muß damals, 1966, ein ähnlicher Knaller gewesen sein wie sein Duell mit dem Hulk (FV # 22/23). Heute sieht man eher, daß Ding in beiden Fällen klar unterlegen ist, aber damals waren die Leser vermutlich elektrisiert. Angenehm finde ich, daß die beiden Helden einmal nicht wegen eines Mißverständnisses aneinander geraten, sondern aufgrund eines sehr menschlichen Motivs: Eifersucht. Daß Ding seine Liebe zu Alicia Masters vom Silberstürmer bedroht sieht, hat sich in FV # 46/47 schon angedeutet. Sein Irrtum konnte damals offenbar nicht ausgeräumt werden; eine Aussprache von Ding und Alicia fand wohl nicht statt. Nun kehrt er zusammen mit Reed und Sue, dem demonstrativ verliebten und glücklichen Ehepaar, aus Wakanda zurück und will verständlicherweise gleich Alicia anrufen. Aber sie geht nicht ans Telefon.

Ding ist sehr unterschiedlichen Gefühlsausbrüchen unterworfen. In FV # 46 reagierte er melancholisch auf den Verdacht, Alicia könne sich mit dem Silberstürmer eingelassen haben, nun wird er zum Choleriker, was sich deutlich amüsanter liest. Ding sucht ihre Wohnung auf, wo er zunächst auf die Putzfrau, Frau Binns, trifft. Sekunden später steht er seiner Freundin und dem galaktischen Herold gegenüber, die sich in trautem Gespräch befinden – beileibe keine verfängliche Situation. Um es deutlich zu sagen: Der Silberstürmer hat nur jemanden gesucht, der ihm die ihm fremde Welt erklärt. Darauf kommt Ding – sofort auf 180 – nicht. Silberstürmer: „Warum trittst du in solchem Zorne ein, mein Freund?“ Ding: „Überleg mal!“ Und er schlägt so heftig zu, daß sein Kontrahent durch die Hauswand bricht.

Und nun läßt Ding seine Wut so richtig raus. Er beschimpft seinen Gegner als „Silberstinker“, „Silbernase“ oder „fliegender Filou“ und läßt auch sonst ein paar originelle Sprüche vom Stapel: „Jetzt komm runter, damit ich dir eine langen kann!“, „Steh still, verdammt! Es tut nur eine Minute weh!“, „Mich re-dest du nicht aus diesem Panel!“, „Wenn du mehr nicht bringst, Weißhöschen, dann laß es!“ Der Silberstürmer wehrt sich zunächst nur so viel wie unbedingt nötig, bringt aber Ding zumindest zu der Überlegung, den Kampfplatz vom Haus von Alicia weg zu verlegen, damit sie nicht gefährdet wird. Er besteigt sein Jet-Cycle (wie der Name sagt, ist das eine Mischung aus Motorrad und Flugzeug – ein für die 60er Jahre typisches skurriles Fluggerät) und läßt sich vom Silberstürmer verfolgen. Dabei geht das Jet-Cycle zu Bruch. In rasender Wut schnappt sich Ding das Surfbrett des Silberstürmers, um es ebenfalls kaputt zu machen, was ihm nicht gelingt. Stattdessen zerlegt er nun ein Hochhaus und läßt es auf seinen Gegner stürzen.

In diesem Moment greifen die herbeigeeilten Reed und Sue ein und machen Ding klar, daß es sich wie ein Idiot benommen hat. Eine Entschuldigung für seinen Amoklauf bleibt ihm erspart. Der Silberstürmer hat die Attacken gleichmütig hingenommen, repariert sogar das Jet-Cycle und spendiert Ding am Ende einen Blumenstrauß für Alicia. Ein ungewöhnliches Ende für eine Superhelden-Story.

Zweimal wird zu Johnny Storm und Wyatt Wingfoot geblendet: Sie sind im Himalaya-Gebiet unterwegs und wundern sich zunächst über fliehende Bewohner. Offenbar fürchten sie sich vor einem Ungetüm. Bei der zweiten Überblendung bekommen sie das Monster selbst zu sehen: Es ist Schoßhund, das teleportationsbegabte Haustier der Nichtmenschen. So ergibt sich eine neue Möglichkeit, in die Große Zuflucht vorzudringen.

Ich bin unschlüssig, ob ich Jack Kirbys Gestaltung des Silberstürmers gelungen finden soll oder nicht. Seine Idee mit dem Surfbrett ist natürlich genial. Zudem ist der Silver Surfer wohl einer der ersten Superhelden mit ganz puristischem Kostüm – keine Stiefel, keine Handschuhe, kein irgendwie gemusterter Dress, schon gar kein Cape. Er sieht eigentlich mit seinem Höschen wie ein Bodybuilder auf der Bühne aus. Ebenso puristisch sind Kopf und Gesicht angelegt: Keine Haare, leere Augen. Allerdings hat der Silberstürmer bei John Buscema noch erheblich gewonnen, indem der ihm eine schlanke Figur gab (fast wie die eines antiken Athleten) und seine silbrig glänzende Haut viel realistischer herausarbeitete. Davon abgesehen setzt Kirby auch diese Episode mit Hilfe von Joe Sinnott ebenso eindrucks- wie fantasievoll in Szene.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2020, 09:05   #245  
jakubkurtzberg
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Die Fantastischen Vier # 50




Aufsehenerregend ist in dieser Ausgabe das Lettering. Der Letterer kommt nicht nur ohne vergrößerte Sprechblasen aus, sondern verfügt auch über eine außerordentlich ansprechende Schrift. Angegeben ist er (oder sie) wiederum nicht...
FV 50 wurde von Marlies Gerson gelettert. Im Laufe ihrer Williams-Karriere wurde sie mehr und mehr für Cover, Redaktions- und Vorschauseiten (plus Poster, Kalender und Sammelbände) eingesetzt. In Köln sagte sie letztes Jahr, dass sie sich an Christa Manner orientiert hätte, was man im späteren Verlauf auch sehen kann. Marlies hatte vor allem ein gutes Händchen für Überschriften, Christa Manner für Lauf- und Sprechblasentexte. Beide waren deshalb auch noch längere Zeit für DC-Horror aktiv, nachdem die Marvel-Titel eingestellt waren.
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Alt 30.03.2020, 09:48   #246  
Peter L. Opmann
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Danke für die Info!
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Alt 30.03.2020, 16:13   #247  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 52




Bei dieser Ausgabe tue ich mich mit dem Urteil etwas schwer. Als Jugendlicher mochte ich sie nicht besonders. Auch heute noch finde ich den Bösewicht Klaw nicht so recht überzeugend. Der „Herr des Klangs“ – ich habe oben (siehe FV # 49) bereits angemerkt, daß das eine ziemlich schwachsinnige Idee ist. Hätte es damals schon Hardrock, Punk und Heavy Metal gegeben, hätte man vielleicht einen etwas griffigeren Schurken aus ihm machen können, einen, der Amplifier in seinen Fingerspitzen trägt und jedem Gegner mit massivem Lärm die Ohren wegblasen kann. Das hätte Sinn ergeben.

Die Art, auf die Klaw die FV angreift, fand ich nun beim Wiederlesen aber doch recht packend. Die Masche, daß ein Gegner die FV nacheinander einzeln ausschaltet und dabei irgendjemanden oder etwas übersieht, gab es ja schon des öfteren. Aber hier wird sie so variiert, daß der Angriff sich spannend liest und man auch weniger das Gefühl hat, das schon x-mal aufgetischt bekommen zu haben.

Klaw will die FV besiegen, um sie dazu zu bringen, ihm seinen eigentlichen Feind, den Schwarzen Panther, auszuliefern. Gleich eine merkwürdige Prämisse: Wie sollen die FV das anstellen? Zunächst umgibt Klaw das Labor, in dem sich Reed und Ding aufhalten, mit einer Klangmauer, so daß sie darin gefangen sind, dann pirscht er sich an Sue heran. Sie ist das einzige übriggebliebene Teammitglied, denn Johnny, die Fackel, ist ja mit Wyatt Wingfoot im Himalaya unterwegs. Hier überwältigt er sie zur Abwechslung mal nicht ganz schnell. Sie schützt sich zuerst durch ihr Kraftfeld vor dem Eindringling, muß aber gleich darauf befürchten, daß es den Schallwellen nicht standhalten wird. Darauf greift sie zu einer Pistole, die nervenlähmende Strahlen verschießt, aber sie sind bei Klaw wirkungslos.

Währenddessen versuchen Reed und Ding, aus ihrem Labor auszubrechen. Reed analysiert das Problem, Ding dagegen schleudert kurzerhand eine riesige Maschine gegen die Wand, was aber nichts bringt, nur eine gewaltige Rückkoppelung auslöst (Stan Lee konnte damals nicht wissen, wie schön eine Rückkoppelung etwa in einem Jimi-Hendrix-Konzert sein kann). Ding rennt darauf einfach durch die Wand und ist frei. In diesem Moment unternimmt Sue einen letzten Versuch, Klaw zu entkommen, und läuft Ding genau in die Arme. Nun prallen Ding und Klaw aufeinander – das Baxter Building erzittert. Ding wird schwer getroffen – von was auch immer – und ist einige Zeit kampfunfähig. Sue flieht weiter – durch das Loch im Labor, das Ding geschlagen hat, zu ihrem Gatten Reed.

In sicherer Erwartung des Sieges richtet Klaw seine Klang-Prothese auf das Paar. In diesem Augenblick fliegt eine Drohne durchs Fenster (da sah Lee etwas, was es erst 50 Jahre später gab) und bringt zwei Stücke Vibranium aus Wakanda, dem Königreich des Schwarzen Panthers. Mit denen schlägt Reed Klaw k.o., denn das Vibranium neutralisiert dessen Schallwellen (ist einfach so).

Wieder wird hin und wieder zu den Nichtmenschen sowie Johnny und Wyatt übergeblendet. Dort gibt es weiterhin keine wichtigen Weiterentwicklungen. Die Nichtmenschen verzweifeln weiter am wahnsinnigen Maximus; Johnny und Wyatt lösen das Problem, wie man Schoßhund etwas zu fressen geben kann. Am Ende wird die nächste Story angekündigt: Dr. Doom trifft auf den Silberstürmer.

Die Story weist erhebliche Schwächen auf. Da halte ich mich eher an die Zeichnungen. Jack Kirby und Joe Sinnott machen ihre Sache diesmal besonders gut. Visuell wirkt das Geschehen wirklich aufsehenerregend. Kirby ist schon nahe am Höhepunkt seines Schaffens bei den FV; in späteren Ausgaben wird er nur noch monumentaler.
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Alt 30.03.2020, 19:30   #248  
Crackajack Jackson
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FV #51 „Ding gegen den Surfer“ habe ich schon oft gelesen.
Toll gezeichnet, das Panel in dem Ben die Treppe hochgeht.
Man spürt seine Wut auf den Surfer.
Der Kampf der beiden schaukelt sich immer mehr hoch.
Wer ist mächtiger?
Eine der wichtigsten Fragen für Comicleser.
Natürlich ist der Surfer beweglicher und hat außerdem die kosmische Macht.
Hier wurde einfach mal Fanservice betrieben und man hat die zwei gegeneinander antreten lassen.
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Alt 30.03.2020, 19:41   #249  
Peter L. Opmann
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Ich möchte behaupten, die Frage "Wer ist stärker?" hat mich nie so besonders interessiert. Natürlich habe ich Superheldencomics anfangs viel mehr der Action wegen gelesen als später. Aber erstens waren die Marvel-Helden zunächst gar nicht so besonders stark, zweitens war ihre Kraft immer undefinierbar, und drittens ging ja nie jemand so richtig k.o. Die Guten durften nicht richtig unterliegen; die Bösen kamen meist nach kurzer Zeit zurück, obwohl sie anscheinend vernichtend geschlagen worden waren - aber dann wohl doch nicht...

Faszinierend waren für mich die Doppelidentität (ich hatte vor der Marvel-Zeit schon ein Zorro-Kinderbuch gelesen, wo das ja auch eine sehr große Rolle spielt), die Fähigkeiten an sich (etwa das Schwingen am Netzfaden, das Körperlos-Werden, das Versenden von Energiestrahlen aus Fingerspitzen oder Augen etcetera). Und zunehmend die privaten Seiten und Probleme der Helden.
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Alt 30.03.2020, 20:02   #250  
Crackajack Jackson
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Jeder Comic Fan macht sich ja sowieso eine Rangliste und im Großen und Ganzen ist eigentlich auch klar wer der stärkere ist.

Feuer und Flamme war ich damals aber, als die Marvel Helden gegen die DC Helden angetreten sind.

Geheimidentitäten haben immer schon ihren Reiz gehabt.
Peter Parker der von Flash schikaniert wird, erzeugt beim Leser das Innere Verlangen, dass Peter ihm doch einmal zeigen möchte, was er so drauf hat.

Besser war das schon bei Clark Kent, der Steve Lombard es des öfteren mit gleicher Münze zurückgezahlt hat.
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