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Alt 27.08.2021, 19:32   #26  
mikers
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Die Alix-Gesamtausgabe Band 2 ist wirklich gut gelungen - vielen Dank and die Schaffenden bei KULT.

Eine Frage zur Preisgestaltung:
Bei den anderen Serien von J. Martin (z.B. L. Frank) kosten die Vorzugsausgaben ja 50 Euro, während es bei Alix 65 Euro sind.
Der Umfang sollte ja vergleichbar sein. Woher kommt der prozentual doch erhebliche Preisunterschied?
mikers ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.08.2021, 10:42   #27  
falkbingo
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Lizenzgebühren?
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Alt 28.08.2021, 15:12   #28  
Michael Beck
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#26-27 – Preise

Alix ist ein echter Sonderfall.
Diese Serie wollte Kult Comics von Anfang an machen.
Leider war der (Neudeutsch: Global Player) Egmont doch reizvoller für Casterman.
Um nicht noch viel mehr Zeit verstreichen zu lassen, z.B.: durch die Laufzeiten der Lizenzverträge, hat Sebastian schon viel Geld in die Hand genommen, um die Egmont-Restbestände aufzukaufen.
Wir wollten aber natürlich Alix ganz nach unserem Gusto veröffentlichen.
Das bedeutet, neben den »alten« Bänden, die Serie garniert mit den Reisebänden, komplett zu überarbeiten und fortzuführen.
Unser »Glück« ist, dass Egmont die Auflagen der Bände 4–6 radikal runterfahren hatte, und diese Bände komplett von Markt sind.
Casterman kommt uns netterweise bei den Kosten fürs digitale Material entgegen.
Trotzdem ist der komplett neue Satz, die Umfangserweiterung, das Lektorat, etc. nicht umsonst.

Nun aber endlich zu Deiner Preisgestaltungsfrage…
Die limitierten Variantausgaben sichern »schnellere« Einnahmen und finanzieren größtenteils die Herstellungskosten.
Um Alix überhaupt attraktiv (für den Leser) und kalkulierbar (für den Verlag) zu machen, haben wir uns eintschlossen auf einen Subskriptionspreis zurückzugreifen.
Wenn Du aber den regulären VK von 45 € zugrunde legst und darauf schlappe 43 % aufschlägst, bist Du bei 64,35 €.
Bei dem L.Frank-VK von 35 € + 43 % kommst Du auf 50,05 €
Du siehst, das ist nicht weit auseinander.


#19, 22, 23 + 25 – Fonts
Die Blasenschrift bei Blake & Mortimer finde ich auch sehr schön. Die der Captions dagegen, sieht aus, wie am Lineal geschrieben. Eine Änderung der Schriftgröße in den Blasen ist für mich ein NonoNO-GO!
Das wäre bei der Tim Pfiffige Reporter-Casterman-Schrift, auch notwendig, da die aufgrund ihrer Breite viel mehr Platz braucht.
Michael Beck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.08.2021, 16:53   #29  
mikers
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Zitat:
Zitat von Michael Beck Beitrag anzeigen
#26-27 – Preise

Wenn Du aber den regulären VK von 45 € zugrunde legst und darauf schlappe 43 % aufschlägst, bist Du bei 64,35 €.
Bei dem L.Frank-VK von 35 € + 43 % kommst Du auf 50,05 €
Du siehst, das ist nicht weit auseinander.
Danke für die rasche Rückmeldung!

Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass ALIX zusätzliche Kosten verursacht und persönlich bin ich auch gerne bereit, das über einen höheren Preis zu honorieren - ALIX gehört einfach zu meinen Lieblingsserien und die bisherigen Editionen waren alle nicht zufriedenstellend.
Allerdings ist halt der Preisanstieg der Standardausgabe schon signifikant. Von den 35,- Euro zu 45,- Euro sind es +29% und 65,- Euro für die VZA sind vermutlich für viele Sammler schon an der Schmerzgrenze.
Ich hoffe einfach, dass es trotz des relativ hohen Preises genügend Interessenten gibt, so dass die Serie komplett erscheinen kann.

Letztendlich bin ich über jede Lizenz froh, welche nicht bei "Global Playern" wie EHAPA oder CARLSEN landet und stattdessen bei engagierten Verlagen wie Kult, SPLITTER oder ALL...
mikers ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.08.2021, 09:09   #30  
Michael Beck
Moderator Kult Comics
 
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Standard #29 – Preiserhöhung

Aah, nun hätten wir doch fast vergessen, den eigentlichen Grund für die Preiserhöhung zu nennen. Wir haben dem Umfang massiv erweitert!

Von mageren 208 Seiten auf 288 Seiten, davon 186 Comicseiten, 56 Seiten »Die Gladiatoren«, 46 Seiten erweitertes Editorial, mit großformatigen Illustrationen, Skizzen, Coverentwürfen, Covern und Fotos.

Und das macht in Prozent: Ein Plus von satten 39 %.
Es gibt also bei uns tatsächlich mehr fürs Geld!
Michael Beck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.08.2021, 23:13   #31  
BonePhone
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Die Ausgabe ist endlich die, die Alix schon lange verdient hatte! Ein Glück habe ich sämtliche vorherigen Ausgaben liegen gelassen. Der Preis ist für mich völlig OK, ich greife ohnehin zur regulären Ausgabe.
BonePhone ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2021, 18:47   #32  
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Erscheinen Alix 1 & 3 wenn die Egmont Restbestände ausverkauft sind auch bei Kult in der Kult Comics GA Aufmachung ?
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Alt 02.12.2021, 23:51   #33  
OK.
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Siehe Post 14 in diesem Thread.
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Alt 04.12.2021, 14:00   #34  
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Danke !
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Alt 05.12.2021, 13:09   #35  
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Weiss irgend jemand Bescheid , wurde Alix auch einst neu coloriert oder orientiert sich Kult Comics an der Original Kolorierung?
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Alt 08.12.2021, 18:44   #36  
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Hallo Michael
Bin hin und weg von der Alix VÖ besitze ab heute den Band 2 und muss sagen dieser lässt keine Wünsche offen. Super Mattpapier, wünschte mir alle Verlage würden nur dieses Papier verwenden! Dann ist Alix sehr gut lesbar (bin mittlerweile auch für das Lettering) und das der Band die Ehapa Grösse hat ist mega cool, je grösser je geiler. Besitze ein paar alte TinTin und bei Kult wurde ganze Arbeit geleistet, die Farben sind bei euch harmonischer und vieles korrigiert. Das Sekundär Material ist der Hammer für mich als Figurenmaler und Dioramabauer kann da gleich mehrfach profitieren. Danke für dieses tolle Alix Highlight!!!

Ja natürlich bitte alles so beibehalten:::
#19, 22, 23 + 25 – Fonts
Die Blasenschrift bei Blake & Mortimer finde ich auch sehr schön. Die der Captions dagegen, sieht aus, wie am Lineal geschrieben. Eine Änderung der Schriftgröße in den Blasen ist für mich ein NonoNO-GO!
Das wäre bei der Tim Pfiffige Reporter-Casterman-Schrift, auch notwendig, da die aufgrund ihrer Breite viel mehr Platz braucht.[/QUOTE]
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Alt Gestern, 19:09   #37  
God_W.
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Ich habe ja vor einigen Jahren mit der "Gesamtausgabe", oder was man bei Egmont so nennt, auch damit begonnen die Abenteuer des Galliers zu verfolgen. Da Kult die Restbestände von Egmont ja aufgekauft hat und auch die ersten Geschichten nach und nach neu auflegen wird, sobald die vergriffen sind, habe ich mir gedacht ich stelle meine Rezis dazu auch mal hier mit rein. Die betreffen wie gesagt vorerst nur die Egmont-Bände, aber ab Band 7 bin ich dann auch mit Kult am Start und die enthaltenen Alben sind ja identisch, bis auf die Reisebände, die Kult noch zusätzlich mit reingepackt hat. Also los...



Titel: Alix Gesamtausgabe 1 – Band 1: Alix der Kühne

Verlag: Egmont (Be: Casterman)

Format: 208 Seiten im Hardcover/Albenformat

Inhalt: Alix der Kühne; Alix – Die Goldene Sphinx; Alix – Die Verfluchte Insel

Autoren: Jaques Martin

Zeichner: Jaques Martin

Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
Alix, Sohn eines gallischen Häuptlings, kommt als Sklave nach Rom, wo ihn ein wohlhabender Bürger adoptiert. Er erlangt die Gunst Cäsars, der ihn fortan auf abenteuerliche Missionen innerhalb und außerhalb der Grenzen des gigantischen römischen Reiches entsendet. So führen ihn seine Aufträge nach Germanien, Afrika, Mesopotamien, Kleinasien und sogar nach China. Der Elsässer Jacques Martin (1921 – 2010) schrieb und zeichnete diesen Klassiker des franko-belgischen Abenteuercomics ein halbes Jahrhundert lang. Mit Alix sind Generationen von Lesern auf Reisen gegangen. Diese Gesamtausgabe präsentiert das Werk Martins und bietet zudem umfangreiche Hintergrundinformationen zu der Entstehung eines Comic-Meilensteins.

Just my 2 cents:
Das Wort „Klassiker“ wird ja gerne und oft in den Mund genommen, da nehme ich mich selbst gar nicht aus, aber wenn das heute nicht passt, dann weiß ich auch nicht mehr. Bereits 1948 wurde die erste Geschichte im Tintin in Belgien veröffentlicht. Klar, alt bedeutet nicht gleich Klassiker, aber Alix ist bis heute nicht in Vergessenheit geraten, im Gegenteil, aktuell erscheint bei Splitter sogar die Nachfolgeserie Alix Senator. Irgendwas muss also dran sein am jungen Gallier, der von Jaques Martin erdacht und gezeichnet wurde, als bis zur Geburt von Asterix noch mehr als eine Dekade vergehen sollte.

Es war also eigentlich klar, dass ich bei der Recherche nach Franko-Belgischen Comics sehr schnell über Martins Lebenswerk stolpern musste. Den ein oder anderen eher modernen Franko-Belgier habe ich ja bereits ganz schön abgefeiert und will mich deshalb auch ein wenig in die altehrwürdigen Werke einlesen. Asterix und Lucky Luke kennt man ja von klein an und außerdem war ich sowieso auf der Suche nach weniger Komödiantischen Stoffen. Nach meinen Vorlieben stand erstmal Abenteuer und Sci-Fi im Vordergrund. Im Science-Fiction Bereich war die Wahl dann schnell auf Valerian & Veronique gefallen, da muss ich mir also auch bald mal den ersten Band der Gesamtausgabe sichern. Abenteuerstoffe gab’s da schon mehr, aber das historische Setting, teilweise auch noch in Ägypten angesiedelt, ließ das Pendel dann sehr schnell Richtung Alix ausschlagen. Da kam die Gesamtausgabe, die aktuell von Egmont-Ehapa herausgebracht wird, gerade recht.

Da jedes Album der Gesamtausgabe drei komplette normal Alben enthält, und die auch einiges mehr an Lesestoff bereithalten, als es bei moderneren Vertretern des Genres der Fall ist, werde ich auch meine Rezi in drei Teile, also auf mehrere Tage verteilen. Los geht es heute mit dem allerersten Abenteuer von Alix, dem kühnen Gallier.

Im Jahr 53 v. Chr. hat sich das Römische Reich die halbe Welt einverleibt. Nach langer Belagerung gelingt General Fravius Marsalla der Einmarsch in die Stadt Khorsabad. Unter den wenigen Überlebenden in der Stadt befindet sich auch der junge Alix, der auf einem Balkon versteckt hält iund den Einzug der Eroberer beobachtet. Hierbei löst sich ein Stein, stürzt nieder und erschlägt beinahe den General. Der Junge wird umgehend festgesetzt und soll, ob des vermeintlichen Attentats wegen, auf der Stelle hingerichtet werden. Als er an einer Säule festgebunden wird sieht er sein Ende bereits gekommen, als plötzlich ein Feuer ausbricht und die Römer aus dem Gebäude Fliehen und Alix seinem Schicksal überlassen.
Selbstverständlich gelingt unserem kühnen Helden auf abenteuerliche Weise die Flucht. Krokodile, Legionäre, Wölfe, gefährliche Einsiedlerstämme, Pfeilhagel und Stürze von Klippen. Keine Gefahr ist zu groß für unseren listigen und tapferen Helden, bis er schließlich die griechische Kolonie Trebizonda erreicht, wo er vom Griechen Arbaces vor einem jähzornigen Zenturio gerettet wird.
Welche Abenteuer Alix mit Arbaces auf der Überfahrt nach Rhodos erlebt, wie es dazu kommt, dass er nach der Ankunft von Arbaces verraten, jedoch vom dortigen, römischen Gouverneur adoptiert wird, und wie es nach dessen Tod mit Alix weiter geht, das und noch viel mehr ist Bestandteil der ersten Geschichte.

Ja, ich bin schwer beeindruckt von Alix, denn hier passiert wirklich mehr, als heutzutage oft in drei Bänden irgendeiner Reihe. Krasses Kontrastprogramm zu den von McFarlane teilweise arg gestreckten Spawn-Stories, und natürlich auch zu modernen Zeichenstilen. Sehr gleichmäßige und klassische Panelaufteilung, in der Regel in vier reihen und immer rechteckig. Dennoch weiß Martin einiges an Dynamik in die Zeichnungen zu packen und die vielen Details, die selbst bei diesen, vergleichsweise kleinen Panels zu finden sind, hatte ich wirklich nicht erwartet.
Na klar, das Grundgerüst der Story des ersten Bandes ist eindeutig sehr nah an Lew Wallace‘ Ben Hur angelehnt, aber hey, lieber gut variiert als schlecht selbst erdacht. Wobei das fast ein wenig unfair ist, denn bei all den Abenteuern, die Alix allein in dieser ersten Geschichte erlebt, ist wahrlich nicht wenig Kreativität eingeflossen. An den Schreibstil muss man sich auch erstmal gewöhnen, denn wie es damals so oft der Fall war wird in den Textfeldern halt oft ausführlich beschrieben, was im Panel sowieso zu sehen ist, statt die Zeichnungen für sich sprechen zu lassen, aber schon nach wenigen Seiten ist man gefesselt von Alix‘ abenteuerlicher Reise, will wissen wie es weiter geht und vergisst alles drumherum. Wenn man sich darauf einlässt bekommt man eine Menge geboten und ich kann jedem nur raten: Schreibt die alten Sachen nicht ab, sondern gebt ihnen eine Chance!

Zuletzt noch ein paar Worte zu dieser wundervoll ausgestatteten Gesamtausgabe, die Egmont uns hier spendiert. Großes Albenformat, hochwertiges Papier, tolle Bindung, schön schlicht gehaltenes Cover und mit einem äußerst ausführlichen und informativen, 16-Seitigen Redaktionsteil, der uns in Wort und Bild die außergewöhnliche Entstehungsgeschichte dieses Meilensteins der Franko-Belgischen Comic-Kunst näher bringt. Wirklich extrem gut gelungen und für einen Newbie wie mich die absolute Bestätigung dafür, dass es sich lohnt auch Richtung Vergangenheit mal über den Tellerrand hinauszuschauen.

Meine Wertung: 8/10

Wer mag kann für den tollen Redaktionsteil noch einen Bonuspunkt drauf packen, aber ich habe jetzt erstmal nicht die Ausstattung, sondern die Story, das Artwork und das tolle Gesamterlebnis beim Lesen des ersten Alix-Bandes bewertet. Liest noch einer von Euch so alte Schinken aus dem Franko-Belgischen? Wenn ja, welche? Und wie findet Ihr Alix?

VG, God_W.

PS: Der redaktionelle Teil soll bei den Kult-Bänden übrigens noch deutlich besser ausfallen!
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Alt Gestern, 19:11   #38  
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Titel: Alix Gesamtausgabe 1 – Band 2: Die Goldene Sphinx

Verlag: Egmont (Be: Casterman)

Format: 208 Seiten im Hardcover/Albenformat

Inhalt: Alix der Kühne; Alix – Die Goldene Sphinx; Alix – Die Verfluchte Insel

Autoren: Jaques Martin

Zeichner: Jaques Martin

Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
Alix, Sohn eines gallischen Häuptlings, kommt als Sklave nach Rom, wo ihn ein wohlhabender Bürger adoptiert. Er erlangt die Gunst Cäsars, der ihn fortan auf abenteuerliche Missionen innerhalb und außerhalb der Grenzen des gigantischen römischen Reiches entsendet. So führen ihn seine Aufträge nach Germanien, Afrika, Mesopotamien, Kleinasien und sogar nach China. Der Elsässer Jacques Martin (1921 – 2010) schrieb und zeichnete diesen Klassiker des franko-belgischen Abenteuercomics ein halbes Jahrhundert lang. Mit Alix sind Generationen von Lesern auf Reisen gegangen. Diese Gesamtausgabe präsentiert das Werk Martins und bietet zudem umfangreiche Hintergrundinformationen zu der Entstehung eines Comic-Meilensteins.

Just my 2 cents:
Nachdem schon der erste Band ein ganz tolles Ende hatte


wollte ich unbedingt wissen, wie die Abenteuer des jungen Galliers weitergehen, denn Möglichkeiten, wie seine Geschichte weitergeht bot das Finale der ersten Story en masse. Und ja, ich finde unseren jungen Helden einfach unglaublich sympathisch und will unbedingt mehr von ihm lesen und mit ihm erleben. Deshalb geht es heute direkt weiter mit dem zweiten Album, das in Band eins der Gesamtausgabe enthalten ist – Die Goldene Sphinx.

Cäsar ist es gelungen die Armee des Großen gallischen Führers Vercingetorix einzukesseln und die Häuptlinge der einzelnen Dörfer und Clans müssen sich entscheiden, ob sie sich Vercingetorix im Kampf gegen die Römer anschließen, oder lieber die Füße stillhalten und nach der vermeintlichen Niederlage besser dastehen. Eine Frage der Ehre also. In einem dieser eingeschneiten gallischen Dörfer ist gerade eine hitzige Diskussion darüber im Gange, wie denn vorzugehen sei. Häuptling Alderic will Vercingetorix seine Unterstützung verweigern, der Dorfdruide ist gänzlich anderer Meinung und argumentiert, dass der alte Häuptling Astorix nicht so feige gehandelt hätte.

Schließlich wird entschieden, dass ein Brandopfer dargebracht werden soll. Die Farbe des Opferrauchs soll über den Zwist entscheiden. Der hinterhältige Häuptling hat sogleich ein passendes Opfer gefunden. Mit dem Tod von Vanic, dem Neffen des früheren Häuptlings Astorix, soll dessen Sippe endgültig ausgelöscht, und so der Häuptlingsstatus von Alderic gefestigt werden. In dieser Sache ist der bösartige Druide Alderics Meinung und so wird der tapfere Vanic unter den Klagen seiner Lieben durch das Dorf gezerrt und an den Opferstein gebunden. Der Opferdolch und die Fackel kommen näher, als in letzter Sekunde ein Pfeil fliegt, den Ärmel des Druiden durchbohrt, der den Dolch vor Schreck fallen lässt. Ein Fremder stürmt auf seinem Pferd heran, springt, reißt den Druiden nieder und schleudert die Fackel in den Schnee. Er verteidigt den gefesselten Vanic und schneidet ich schließlich los, bevor er sich enthüllt und jedem Zeigt wer er ist – Alix, Sohn des Astorix und wahrer Häuptling des Stammes…

Diese Entwicklung birgt natürlich Einiges an Konfliktpotential! Wie die Situation sich aufklärt und, ob Alix die mörderische Schlacht zwischen seinem Volk und dem übermächtigen Cäsar verhindern kann, ist nur ein winziger Teil der wieder einmal vollgepackten, abwechslungsreichen und überaus abenteuerlichen Geschichte. Schließlich führt Alix sein Schicksal sogar bis nach Alexandria und weiter nach Ägypten hinein. Wie er dort seinen zukünftigen Sidekick und besten Freund Enak kennenlernt, in welche Attentate und Intrigen er verwickelt wird, was das alles mit der schon beinahe James-Bond-mäßigen Geheimorganisation um die Goldene Sphinx zu tun und hat und, wer wirklich hinter dieser verbrecherischen Sekte steckt, erfahren wir alle sauf den folgenden Seiten.

Das alles und noch viel mehr machen diesen zweiten Band zu einem absolut fesselnden Erlebnis, das durch mehr Eigenständigkeit und Innovation im Vergleich zur ersten Geschichte glänzen kann, auch wenn selbstverständlich wieder einige Versatzstücke bekannter Motive vorhanden sind. Die Verknüpfung mit historisch verbrieften Ereignissen gibt dem ganzen noch einen schönen, historisch-realistischen Touch. Das Artwork ist erneut sehr gelungen, wirkt in den reichlich vorhandenen Actionszenen noch etwas dynamischer als im Erstling und ich bin immer wieder vom Detailgrad der kleinen Panels begeistert, besonders bei den Hintergründen im alten Ägypten. Dieses Setting liebe ich sowieso, aufgrund jahrelanger und noch heute andauernder Faszination für die Epoche und die Kultur. Meine Freude darüber, diese tollen Klassiker für mich entdeckt zu haben steigt stetig an!

Meine Wertung: 8/10

Andere Franko-Belgier wie Asterix und Lucky Luke erzählen ja immer in sich abgeschlossene Stories mit meist ähnlichem oder gleichem Ausgangspunkt. Alix ist bis jetzt zwar auch immer abgeschlossen, aber der Beginn dieses Bandes knüpfte nahtlos an das Ende des ersten an, die Geschichte wird also an einem roten Faden weitererzählt. Das finde ich ganz toll, da es den Eindruck erweckt, mit Alix zusammen auf einer langen Reise zu sein. Ist das bei den folgenden Bänden auch immer so, oder wird irgendwann zum puren Erzählen einzelner Geschichten übergegangen?

VG, God_W.
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Alt Gestern, 19:14   #39  
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Titel: Alix Gesamtausgabe 1 – Band 3: Die Verfluchte Insel

Verlag: Egmont (Be: Casterman)

Format: 208 Seiten im Hardcover/Albenformat

Inhalt: Alix der Kühne; Alix – Die Goldene Sphinx; Alix – Die Verfluchte Insel

Autoren: Jaques Martin

Zeichner: Jaques Martin

Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
Alix, Sohn eines gallischen Häuptlings, kommt als Sklave nach Rom, wo ihn ein wohlhabender Bürger adoptiert. Er erlangt die Gunst Cäsars, der ihn fortan auf abenteuerliche Missionen innerhalb und außerhalb der Grenzen des gigantischen römischen Reiches entsendet. So führen ihn seine Aufträge nach Germanien, Afrika, Mesopotamien, Kleinasien und sogar nach China. Der Elsässer Jacques Martin (1921 – 2010) schrieb und zeichnete diesen Klassiker des franko-belgischen Abenteuercomics ein halbes Jahrhundert lang. Mit Alix sind Generationen von Lesern auf Reisen gegangen. Diese Gesamtausgabe präsentiert das Werk Martins und bietet zudem umfangreiche Hintergrundinformationen zu der Entstehung eines Comic-Meilensteins.

Just my 2 cents:
Alix ist zurück in Alexandria und erholt sich von seinem aufregenden Wüstenabenteuer und den Kämpfen gegen die Goldene Sphinx. Aber wer Alix auch nur ein bisschen kennt, weiß, dass es sich dabei nur um die Ruhe vor dem Sturm handeln kann. In Karthago herrscht Aufruhr, und Cäsar entsendet Alix, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dort angekommen wird er von den dortigen Würdenträgern verhöhnt, niemand nimmt den vermeintlich zu jungen Abgesandten ernst. Nachdem sich ein zwielichtiger Geselle überraschend für Alix einsetzt beschließt die Versammlung schließlich doch, ihm vorerst zu vertrauen und so macht sich unser junger Held daran herauszufinden, was in Karthago vor sich geht.

Im Gouverneurspalast hört Alix eine unglaubliche Geschichte. Ein Friedlicher und allseits geachteter Magier wurde vor einiger Zeit unter spektakulären Umständen aus der Stadt entführt. Die Entführer flohen auf einem Schiff, dass mit einer Waffe, die gleißende Lichtstrahlen verschießt, jegliche Verfolgerschiffe und sogar das Meer in Brand setzen konnte.
Mit klugen Gedankengängen geht Alix die Geschichte durch und versucht ihre Rätsel zu entschlüsseln, wobei er auch schnell Fortschritte macht. Scheinbar zu schnell, denn schon bald wird ein Attentat auf ihn verübt. Bei der Verfolgung der gedungenen Mörder treffen sie auf einen alten Widersacher, dem jedoch in letzter Minute die Flucht gelingt. Unseren Helden bleibt nur eine Wahl um das Rätsel um das gefährliche Feuerschiff zu lösen und die Schurken dingfest zu machen, sie müssen die Verfolgung aufnehmen, und diese führt sie auf die Verfluchte Insel…

Und wieder schafft es Martin mich von Anfang bis Ende zu fesseln. Erneut erwartet uns eine spannende, vollgepackt mit actionreichen Abenteuern, kleinen Rätseln, spannenden Wendungen und ganz viel Einfallsreichtum. Unglaublich charmant erzählt und teilweise überraschend erwachsen und brutal kommt der Band daher. Auch in das Artwork packt Jaques Martin schon jetzt einen Hauch mehr Abwechslung. Immer öfter durchbricht er die Standardaufteilung von Vier Reihen, um schmale Breitbildszenen über die komplette Seitenbreite zu bringen, oder Panels über die halbe Seite hoch zu ziehen, nur um daneben drei kleinere, schmale Panels, fast wie „Filmstreifen“ einzuziehen. Das war in den ersten Bänden noch kaum der Fall, wird hier aber häufiger eingesetzt und lenkt den Fokus des Betrachters geschickt von großen, Actionreichen Totalen zurück auf kleine, wichtige Details.

Eine ganz tolle Arbeit und insgesamt bis jetzt eine super Reihe, die zu ihrer Zeit sicher sehr nah am perfekten, historischen Abenteuercomic war. Ich bin jedenfalls voll des Lobes und freue mich schon auf weitere Geschichten mit dem kühnen Gallier, auch wenn der Vorgängerband mit dem Ägyptensetting ein wenig mehr meinen Geschmack getroffen hat. Band zwei und drei der „Gesamtausgabe“ stehen schon bereit.

Meine Wertung: 7/10

Kann mir jemand sagen, ob die Alix-Alben von Casterman bzw. Kult-Verlag noch nachgedruckt werden, oder man zusehen muss, dass man die Bände noch rechtzeitig bekommt?

VG, God_W.

PS: Die Antwort auf die abschließende Frage hat Kult ja mittlerweile eindrucksvoll beantwortet.
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Alt Gestern, 19:16   #40  
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Titel: Alix Gesamtausgabe 2 – Band 4: Die Tiara des Oribal

Verlag: Egmont (Be: Casterman)

Format: 208 Seiten im Hardcover/Albenformat

Inhalt: Die Tiara des Oribal; Die schwarze Kralle; Die verlorenen Legionen

Autoren: Jaques Martin

Zeichner: Jaques Martin

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Alix, Sohn eines gallischen Häuptlings, kommt als Sklave nach Rom, wo ihn ein wohlhabender Bürger adoptiert. Er erlangt die Gunst Cäsars, der ihn fortan auf abenteuerliche Missionen innerhalb und außerhalb der Grenzen des gigantischen römischen Reiches entsendet. So führen ihn seine Aufträge nach Germanien, Afrika, Mesopotamien, Kleinasien und sogar nach China.

Der Elsässer Jacques Martin (1921 – 2010) schrieb und zeichnete diesen Klassiker des franko-belgischen Abenteuercomics ein halbes Jahrhundert lang. Mit Alix sind Generationen von Lesern auf Reisen gegangen. Diese Gesamtausgabe präsentiert das Werk Martins und bietet zudem umfangreiche Hintergrundinformationen zu der Entstehung eines Comic-Meilensteins.

Just my 2 cents:
Wenn ich an klassische Abenteuer denke kommt mir unweigerlich Alix in den Sinn, und da der zweite Band der Egmont-Ehapa schon seit geraumer Zeit hier steht habe ich mich mal an die erste der drei enthaltenen Geschichten ran gemacht.

Ein Trupp Römer ist am Rande der Syrischen Wüste unterwegs zu einem Fort, dass ihnen als Zwischenstation dienen soll. Das noble Ziel der Karawane ist es den jungen, im Exil lebenden König Oribal zurück in sein Königreich zu geleiten und ihm dazu zu verhelfen seinen rechtmäßigen Platz auf dem Thron einzunehmen. Er soll sein Land und sein Volk wieder zu Frieden und Wohlstand führen, was sich aber als weit schwieriger als gedacht erweist. Beschützer des Königs und Verantwortlicher für den Auftrag ist kein anderer als unser hochgeschätzter Alix, der mit allerlei Problemen konfrontiert wird. Denn das Fort wurde scheinbar angegriffen und zerstört, die Besatzung getötet und die überlebenden in alle Winde verstreut.

Ein Fremder hat sich in Oribals Königreich zum Wesir aufgeschwungen und es geschafft, sich der Unterstützung der Generäle und Kriegsherren zu sichern. Die haben viele Reiter und Soldaten ausgeschickt, um die Rückkehr des wahren Königs zu verhindern, denn wenn Oribal in seinem Land eintrifft, wird ihn das Volk unweigerlich als neuen Herrscher anerkennen, dafür wird das Geheimnis um die sagenumwobene Tiara, eine Art Krone sorgen. Als Oribal Alix die Geschichte seines Volkes erzählt erfahren wir nämlich, dass diese spezielle Tiara nur vom wahren König getragen werden kann, alle anderen die es versuchen, verfallen schon nach wenigen Minuten unweigerlich dem Wahnsinn.

Da fasst Alix einen kühnen Plan: Er glaubt, dass eine kleine Gruppe beherzter Männer bessere Chancen hat zwischen den Männern des Wesirs hindurch zu schlüpfen und ihr Ziel zu erreichen, als eine ganze Kohorte. So schickt er die römischen Soldaten fort und macht sich mit dem König, seinem Freund Enak und zwei gefangenen Überläufern auf den gefährlichen Weg ihr Ziel zu erreichen.

Welche Hindernisse und Fallen ihnen der böse Wesir entgegenstellt, welche Abenteuer unsere Freunde bestehen müssen, was es tatsächlich mit dem Geheimnis um die mysteriöse Tiara auf sich hat, und wer wirklich hinter allem steckt erfahren wir in diesem vierten Alix-Band – Die Tiara des Oribal.

Ja, im Großen und Ganzen bekommt man hier genau das, was man erwartet. Ein groß angelegtes, abwechslungsreiches Abenteuer mit klassischem, aber schönem Artwork. Leider bin ich von diesem Band aber nicht ganz so angetan wie von den Vorgängern. Irgendwie kommt die Geschichte nicht richtig in Fahrt, alles wirkt im Vergleich zu den letzten Abenteuern etwas träge und vor allem das


finde ich keineswegs überraschend, sondern eher ermüdend. Weshalb das von Jaques Martin so gewählt wurde wird zwar im redaktionellen Teil erklärt, deshalb muss ich es aber ja noch lange nicht gut finden.

Apropos redaktioneller Part, der ist auch diesmal wieder über jeden Zweifel erhaben. Auf 14 Seiten wird die interessante Schaffensgeschichte rund um Alix und seinen Schöpfer äußerst informativ weitererzählt. Egal ob Skizzen, Werbematerial, oder Comicstrips von Monsieur Martin, da stecken so viele Informationen drin, dass ich mir die beim ersten Lesen gar nicht alle merken kann. Wirklich toll, was da alles an Infos und Illustrationen zusammengetragen wurde. Das gibt der ganzen Ausgabe zusammen mit den schlichten Covern und der hohen Papierqualität einen hochwertigen Touch.

Die Tiara des Oribal bleibt ein überdurchschnittlich guter Abenteuer-Comic mit klassisch-schickem Artwork in noch schickerer Aufmachung, der leider nicht so richtig in die Gänge kommt und sich in einem entscheidenden Punkt einmal zu oft wiederholt.

Meine Wertung: 6/10

Mit Tendenz nach oben. Im redaktionellen Part habe ich schon gelesen, dass der mich so störende Part wohl vorerst nicht wiederkommen soll, deshalb freue ich mich schon auf weitere Abenteuer im alten römischen Reich.

VG, God_W.
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Alt Gestern, 19:19   #41  
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Titel: Alix Gesamtausgabe 2 – Band 5: Die Schwarze Kralle

Verlag: Egmont (Be: Casterman)

Format: 208 Seiten im Hardcover/Albenformat

Inhalt: Die Tiara des Oribal; Die schwarze Kralle; Die verlorenen Legionen

Autoren: Jaques Martin

Zeichner: Jaques Martin

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Alix, Sohn eines gallischen Häuptlings, kommt als Sklave nach Rom, wo ihn ein wohlhabender Bürger adoptiert. Er erlangt die Gunst Cäsars, der ihn fortan auf abenteuerliche Missionen innerhalb und außerhalb der Grenzen des gigantischen römischen Reiches entsendet. So führen ihn seine Aufträge nach Germanien, Afrika, Mesopotamien, Kleinasien und sogar nach China.

Der Elsässer Jacques Martin (1921 – 2010) schrieb und zeichnete diesen Klassiker des franko-belgischen Abenteuercomics ein halbes Jahrhundert lang. Mit Alix sind Generationen von Lesern auf Reisen gegangen. Diese Gesamtausgabe präsentiert das Werk Martins und bietet zudem umfangreiche Hintergrundinformationen zu der Entstehung eines Comic-Meilensteins.

Just my 2 cents:
Okay, okay, es hat eine Weile gedauert bis ich mich an das nächste Alix-Abenteuer gewagt habe und ja, das könnte zum Teil auch daran liegen, dass die vorangegangene Geschichte keine Begeisterungsstürme bei mir auslösen konnte. Aber das es mich irgendwann wieder zu den bunten und abwechslungsreichen Unternehmungen des jungen Galliers hinziehen würde war klar. Dass das gerade jetzt, nach den Ausflügen quer durch die Zeit und vor allem in die Zukunft mit Valerian und Veronique der Fall ist, ist sicher kein Zufall, denn sowohl die beiden Zeitagenten, als auch der kühne Gallier sind wahre Klassiker und beinahe schon Ikonen der Franko-Belgischen Comic-Kunst. Nicht umsonst halten sich beide Serien bereits seit vielen Jahrzehnten in den Herzen der Fans und bringen noch immer neue Abenteuer hervor. Nach den tollen ersten Geschichten und dem etwas abfallenden vierten Teil geht es jetzt also weiter mit dem Rätsel um Die Schwarzen Kralle.

Das Leben ist schön im reichen und wohlhabenden Pompeji. Der Vesuv ist ruhig, die Reichen leben in ihren prunkvollen Anwesen ein sorgloses Leben und auch dem Volke geht es gut, da der Handel floriert. Auch der von allen angesehene und hochgeachtete Petronius lebt im Überfluss und so plant er zur Begrüßung seines Vetters, der ihn besuchen kommet, ein rauschendes Fest. Doch die Vorbereitungen werden von einem schrecklichen Unglück überschattet. Einer seiner vier besten Freunde fallt einer unbekannten Krankheit zum Opfer, wird ganz steif und fällt in ein tiefes Koma. Doch die Festivitäten sind schon weit vorangeschritten und so findet die Feier dennoch statt. Als es noch während des Festes ein zweites Opfer gibt und eine Schattengestalt auf der Flucht gesehen wird ist eines klar: Es handelt sich keineswegs um eine ominöse Krankheit, sondern durch hinterhältige Attentate. Doch wer hätte ein Motiv und wer könnte das nächste Opfer sein? Der frisch eingetroffene Vetter Peronius‘ startet die Ermittlungen, und wer sollte das anderes sein als – ALIX.

Mit List und Klugheit tragen Alix‘ Ermittlungen schnell Früchte und er macht zusehends kleine Fortschritte, doch auch der Attentäter ist auf Zack und so gibt es trotz aller Bemühungen des kühnen Galliers weitere Opfer. Im Laufe der Ermittlungen ist die Tatwaffe schnell gefunden, eine Schwarze Kralle, getränkt mit einem tückischen und seltenen Gift. Doch als Alix das Motiv für die hinterrücks durchgeführten Anschläge aufdeckt kommt ein finsteres Geheimnis aus Petronius Vergangenheit ans Licht. Eine lange verborgene Gräueltat die auch nach vielen Jahren noch ihre Opfer verlangt. Das dabei auch Unschuldige ins Kreuzfeuer geraten ist nur eine Frage der Zeit und so beginnt für Alix mit der Suche nach einem Gegengift ein langes, gefährliches und ausuferndes Abenteuer. Dschungel, Eingeborene, wilde Tiere und reißende Flüsse. Eine ganze Odyssee dürfen wir im Verlauf von Alix‘ Jagd nach dem rettenden Gegengift noch erleben.

Eine spannende und hochdramatische Geschichte über lange vergangenes, aber niemals vergessenes Unrecht, die sich etwa ab der Mitte von einer atmosphärisch dichten Meuchel- und Detektivgeschichte wandelt in ein großes, actionreiches Abenteuer. Martin spielt hier wieder alle seine Stärken aus. Das geschickte Verbinden verschiedener Genres, ein Storytelling, das nicht nur äußerst spannend daherkommt, sondern auch so viel zu erzählen weiß, dass schon beinahe eine epische Breite erlangt wird, und ein Artwork, welches von Band zu Band immer beeindruckender, detailreicher und realistischer wirkt. Martin traut sich jetzt auch mal an größere Panels, wie bereits das Eingangsbild eindrucksvoll vermittelt (das erste von mir eingebundene Foto mit dem einzelnen Panel). Da wird direkt ein wundervoller Eindruck des wohlhabenden Pompeji vermittelt, der uns perfekt in die Geschichte einführt.

Ja, wenn man sowas liest und abwechslungsreiche Abenteuer in dieser Qualität mit dem jungen Gallier erleben darf, fällt es leicht einmal einen nur durchschnittlichen Band, wie Die Tiara des Oribal zu verzeihen. Die Schwarze Kralle bietet historisches Abenteuer wie ich es liebe und ist einer der besten Alix-Bände, die ich bis jetzt entdecken durfte.

Meine Wertung: 8/10

Jetzt bin ich wieder richtig heiß auf die nächsten Erlebnisse unseres mutigen Helden. Wie so oft hatte @excelsior1166 mal wieder Recht mit seiner Aussage, dass des nach der eher durchschnittlichen Tiara mit der Kralle wieder steil bergauf gehen würde.

VG, God_W.
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Alt Gestern, 19:21   #42  
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Titel: Alix Gesamtausgabe 2 – Band 6: Die verlorenen Legionen

Verlag: Egmont (Be: Casterman)

Format: 208 Seiten im Hardcover/Albenformat

Inhalt: Die Tiara des Oribal; Die schwarze Kralle; Die verlorenen Legionen

Autoren: Jacques Martin

Zeichner: Jacques Martin

Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
Alix, Sohn eines gallischen Häuptlings, kommt als Sklave nach Rom, wo ihn ein wohlhabender Bürger adoptiert. Er erlangt die Gunst Cäsars, der ihn fortan auf abenteuerliche Missionen innerhalb und außerhalb der Grenzen des gigantischen römischen Reiches entsendet. So führen ihn seine Aufträge nach Germanien, Afrika, Mesopotamien, Kleinasien und sogar nach China.

Der Elsässer Jacques Martin (1921 – 2010) schrieb und zeichnete diesen Klassiker des franko-belgischen Abenteuercomics ein halbes Jahrhundert lang. Mit Alix sind Generationen von Lesern auf Reisen gegangen. Diese Gesamtausgabe präsentiert das Werk Martins und bietet zudem umfangreiche Hintergrundinformationen zu der Entstehung eines Comic-Meilensteins.

Just my 2 cents:
Starke Sommergewitter mit mächtigen Blitzen ziehen über Rom hinweg und treiben Alix hinaus auf die Terrasse, wo er die Abkühlung des nächtlichen Regens genießt. Doch was ist das? Sind da Männer auf den Dächern? Tatsächlich in der Ferne flüchtet ein spärlich bekleideter Mann mit einem Schwert vor einer ganzen Reihe Verfolger in Rüstung und Waffen. Der tapfere Mann erwehrt sich vielen seiner Häscher und plötzlich folgt die größte Überraschung: Er ruft Alix‘ Namen! Doch bevor unser tapferer Held auch nur seine Waffen holen und ihm zu Hilfe eilen kann stürzt der Mann von einem rutschigen Sims in die Tiefe.

Als Alix mit seinem Bediensteten an der Stelle des Unglücks eintrifft ist niemand und nichts mehr zu sehen. Doch der Diener hatte die Rüstungen der bewaffneten Meute erkannt. Es handelte sich um die Leibwache von Garofulas, einem Leutnant von Pompeius und verfolgt haben sie Agerix, einen von Pompeius Sklaven. Aber weshalb war dieser auf dem Weg zu Alix um ihn um Hilfe zu bitten? Diesem Rätsel geht der tapfere Gallier selbstredend gleich am nächsten Morgen auf die Spur. Allerdings wird Alix von Garofulas in fadenscheiniger Art und Weise abgewimmelt und der Sklave Agerix sei just an diesem Morgen „zufällig“ an den Zirkus verkauft worden, wo er bereits am Nachmittag bei Gladiatorenkämpfen in der Arena stehen wird.

Wie es kommt, dass Alix am Ende selbst bewaffnet uin der Arena steht, und ob es ihm gelingt Agerix zu retten sei an dieser Stelle nicht verraten. Allerdings erfährt der kühne Blonde über Umwege von einer hinterlistigen Verschwörung, die Alix‘ Freund Cäsar aus dem Weg räumen und Pompeius somit zum Alleinherrscher in Rom machen soll. Zu diesem Zweck soll das Schwert des Vercingetorix von Garofulas nach Gallien gebracht werden um die dortigen Stämme erneut zu vereinen und Cäsars verhältnismäßig kleiner Besatzungsmacht den Garaus zu machen. Bis Alix all diese Informationen endlich beisammen hat ist Garofulas mit dem Schwert bereits unterwegs gen Norden und eine atemlose Hetzjagd beginnt.

Es ist immer wieder faszinierend wie Jaques Martin eine lehrreiche Geschichtsstunde mit überbordendem Abenteuer verbinden kann. In einem Alix-Band passiert derart viel und wir dürfen gemeinsam mit unserem Helden eine solche Fülle an abwechslungsreichen Wagnissen und Feuerproben bestehen, wie man es von modernen Comics einfach nicht mehr gewohnt ist. Sicherlich liegt das unter anderem auch einfach an der Menge an Panels und Text, die zur damaligen Zeit in einem Band untergebracht wurde. Versteht mich nicht falsch, ich möchte die Dynamik kreativ angebrachter Panels in unterschiedlichen Größen und ikonisch anmutende Splash-Pages nicht mehr missen! Allerdings ist es doch gut ab und an zur Abwechslung mal wieder eine „gehaltvollere“ Geschichte vor sich zu haben, die nicht in ein paar Minuten gelesen ist.

Klar, Nachteile gibt es auch. Wie bereits erwähnt gibt es hier viel mehr zu lesen, als in moderneren Werken, was zum Teil aber natürlich auch daran liegt, dass sehr häufig erklärende Texte zu den Bildern gebracht werden, die schlicht und einfach nochmal das erläutern, was man im Panel sowieso schon sieht. Das ist streng genommen überflüssig, doppelt gemoppelt und spricht dem Leser zu einem gewissen Grad eigenständiges Denken ab. Aber das war zu der Zeit halt einfach der Stil und hilft vielleicht auch jüngeren Lesern beim Verständnis. Der spannenden und enorm abwechslungsreichen Geschichte mit arglistigen Intrigen, wilden Wolfsrudeln, im ewigen Eis eingeschlossenen Legionen, brenzligen Passüberquerungen, blutigen Festungsbelagerungen und vielem mehr schadet das jedoch in keinster Weise. Bis auf einige wenige, recht unrealistisch anmutende Szenen, hat der Ausflug wieder enormen Spaß gemacht.

Wer Franko-Belgischen Klassikern bislang noch keine Chance gegeben hat, weil er der Meinung ist, dass das Artwork dieser alten Schinken zumeist plump, altbacken und langweilig daherkommt, der soll nur mal einen Blick auf das erste Panel von Die verlorenen Legionen werfen, wem das nicht zusagt, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Also wenn Ihr mit Gallien oder dem Römischen Reich etwas anfangen könnt, dann schaut ruhig mal rein!

Meine Wertung: 7/10

Ja, Jacques Martin war ein wahrer Künstler und dazu auch noch ein toller Storyteller. Sind die Alix-Geschichten eigentlich viel schlechter geworden nachdem er sich nach und nach zurückgezogen hat? Oder weshalb wurden die aktuellen Alben nicht mehr bei uns veröffentlicht?

VG, God_W.
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Alt Gestern, 19:33   #43  
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Alix Gesamtausgabe 3



Band 7: Der letzte Spartaner

Alix wird total erschöpft an einer felsigen Küste angespült, hat offensichtlich Schiffbruch erlitten und sein Freund Enak ist, genau wie der ganze Rest der Besatzung, verschwunden. Als er neben vielen ablehnenden Menschen schließlich auch noch auf einen freundlich gesonnenen Einheimischen trifft wird schnell klar, der Schiffbruch war kein Zufall. Als Alix auf der Suche nach seinen Gefährten inmitten des tiefsten Waldes eine riesige Festung, die letzte Bastion der stolzen Spartaner entdeckt geht das Abenteuer erst richtig los. Kämpfe mit Schlangen und gefährlichen Echsen, Sklavendienste und schöne Frauen, dramatische Intrigen und epische Schlachten, hier wird wirklich alles geboten was das Herz begehrt!

Band 8: Das Etruskergrab

Alix begleitet Oktavius, den Neffen Cäsars auf einer Reise um dessen Schwester Lydia-Oktavia abzuholen. Unterwegs findet die Truppe zwar neue Freunde und Verbündete, aber auch der rotgekleidete Kult um den großen Moloch, den ihrer Meinung nach höchsten Gott, treibt in der Gegend sein Unwesen und terrorisiert die Bürger. Klar, dass Alix dagegen etwas unternehmen muss, aber wer ist letztlich wirklich Freund, wer Feind und was steckt hinter der ganzen Sache? Faszinierend wie Martin hier das klassische Abenteuer mit geschichtlich religiösen Fakten verknüpft und beinahe spielend eine Lehrstunde daraus macht. Dennoch stets fesselnd und zu keiner Sekunde Langweilig. Top!

Band 9: Der zornige Gott

Alix erreicht mit seinen Gefährten Nordafrika, was mir als Liebhaber der Gegend schonmal sehr zusagt. Allerdings wird schnell klar, dass das Schreiben welches sie dorthin entsandt hat eine Fälschung ist. Aber wer hätte Grund die drei dorthin zu schicken und welcher böse Plan steckt dahinter? Das versuchen Alix, Enak und der aus „Der letzte Spartaner“ bereits bekannte Heraklion in Appolonia, einer prächtigen, sich gerade im Bau befindlichen römischen Stadt herauszufinden. Davon abgesehen bleibt noch das Rätsel zu lösen, weshalb die prachtvollsten Gebäude der Stadt stets wieder einstürzen. Ist Sabotage der Grund, oder liegt es gar am Fluch eines zornigen Gottes? Ein höchst stimmungsvolles Detektivabenteuer im Norden des schwarzen Kontinents und, dass Heraklion wieder mit dabei ist bringt eine schöne Konstanz mit rein, hat mich zumindest sehr gefreut!

Im mal wieder sehr informativen und ausführlichen Vorwort heißt es, dass diese drei Geschichten den nahezu legendären Status von Jacques Martins Abenteuer-reihe um den gallischen Helden Alix manifestiert hätten, und was soll ich sagen, die haben absolut Recht, falls nicht zuvor schon der Fall war. Die Geschichten werden noch komplexer, die Charakterzeichnungen feiner und Martins klarer Strich zeichnet tolle Bilder der Antike zur Zeit der Römer. Einzig der stets enorm hilflose und immer zu rettende Enak geht mir so langsam aber sicher ziemlich auf den Keks.

9-9,5/10

VG, God_W.
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Alt Gestern, 19:34   #44  
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Alix Gesamtausgabe 4



Dieser vierte Band der Alix-Gesamtausgabe, zumindest was die Arbeiten seines Schöpfers Jacques Martin betrifft, enthält die Geschichten, die eine erwachsenere, reifere Periode einläuten. So steht es zumindest im mit 14 Seiten erneut recht umfangreichen, und auch informativen Vorwort von Patrick Gaumer geschrieben. Kann ich mir gut vorstellen, ist der kühne Gallier zu diesem Zeitpunkt doch schon mehr als 20 Jahre in der Comiclandschaft anzutreffen. Da will ich doch mal schauen, ob ich diese Meinung mittragen kann.



Band 10: Iorix der Große
Also zumindest optisch kann man den „reiferen“ Stil schon auf den ersten Seiten erkennen, wird doch deutlich mehr nackte Haut geboten als bisher, und so manches mal werden noch mehr Details bei dem von Intrigen und Völlerei geprägten Fest auf Seite sieben der Geschichte (25 in dieser Gesamtausgabe), lediglich von einer Schulter oder Vase bedeckt. Doch auch erzählerisch geht Martin noch weiter voran. Noch vielschichtiger wird die Geschichte erzählt und vor allem die Charaktere vollziehen richtige Wandlungen, wie hier das Paradebeispiel des Antagonisten. Zuerst nur etwas arrogant, dann enttäuscht, schließlich zornig durch verschmähte Liebe und selbst empfundene Demütigung begeht er erst Verrat und verfällt schließlich gänzlich dem Wahnsinn, Größenwahn und Sadismus. Beeindruckende Entwicklung und einer von Alix‘ bislang gefährlichsten Widersachern, genannt Iorix.
9/10



Band 11: Der Prinz vom Nil
Ich liebe das ägyptische Setting und was Jacques Martin daraus macht. Wundervolle Bilder mit dieser ganz besonderen, beinahe schon greifbaren Stimmung. Die hinterhältige Intrige und was wirklich dahintersteckt bietet Spannung bis zum Schluss und ich möchte dahingehend auch gar nicht spoilern. Was ich allerdings sagen kann ist, dass mich Enak, der mich ja schon des Öfteren störte, beim „Prinzen vom Nil“ extrem aufgeregt hat. Wie kann der dann seine angeblich ach so innige Freundschaft zu unserem Helden derart schnell über Bord werfen, ja sogar extremes Misstrauen aufbauen und sich blind in das vorgegaukelte, süße Leben verleiten lassen?!? Und Alix verzeiht das auch noch innerhalb weniger Panels? Ich meine, klar, er ist der edelmütige Held, aber nein, das fand ich von der Handlungsweise alles äußerst unrealistisch und in Schlichtheit in der Martin das dem Leser Präsentiert und einfach so zum „schlucken“ gibt wirklich ärgerlich.
6/10



Band 11: Der Sohn des Spartakus
Zurück im prachtvollen Rom ist das letzte Album dieses Bandes wieder ein absolutes Highlight. Sei es die rätselhafte Geschichte um den Sohn des berühmten Gladiatoren der ein ganzes Imperium herausforderte und die ständige Frage, ob die Informationen zu seiner Herkunft wirklich der Wahrheit entsprechen, oder auch die atemlose Hetzjagd durch, und unter der Stadt hindurch, die zu den fesselndsten Szenen der ganzen Reihe bislang gehört. Dazu kommt der ungeschönte Blick auf die Kluft zwischen Arm und Reich, mit dem der Künstler noch einen Schuss Sozialkritik in den wundervollen Abenteuercocktail gibt. Das Herzschlagfinale ist schließlich das Tüpfelchen auf dem i.
9,5/10

Macht in Summe 8/10 Punkte für diesen wundervollen Band, der abgesehen vom kleinen erzählerischen Schnitzer im Mittelteil wieder ein absolutes Musterbeispiel für den historischen Abenteuercomic liefert.

VG, God_W.
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Alt Gestern, 19:35   #45  
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Alix Gesamtausgabe 5



Diesmal fiel der Ausflug mit dem tapferen Gallier etwas länger aus, denn im fünften Band der Gesamtausgabe wurden gleich vier Alben versammelt. Ich weiß, mittlerweile hat Kult die Gesamtausgabe übernommen und die vergriffenen Bände, sowie die Fortsetzungen (nach Band 6) werden vom Kult Verlag in überarbeiteter, verbesserter Form neu aufgelegt. Darin enthalten ist dann jeweils noch ein Reiseband und das Sekundärmaterial wurde erweitert und neu zusammengestellt. Hätte ich die ersten sechs Bände von Egmont nicht schon teuer gekauft, ich würde zu Kult greifen, aber jetzt habe ich die hier, also steige ich erst ab Band 7 in die Kult-Ausgabe ein. Davon abgesehen ist das Sekundärmaterial der Egmont-Ausgabe schon auch informativ und recht umfangreich, wenn auch nicht sonderlich fesselnd geschrieben. Jetzt aber zu den vier enthaltenen Geschichten.


Band 13: Der Geist von Karthago
Ein Hauch von Mystery hält in die Reihe Einzug, wenn in der einst mächtigen Stadt Karthago des Nachts ein geheimnisvolles Licht umgeht, sich seinen Weg zum Hafen bahnt und dort spurlos verschwindet. Wer das Pech hat seinen Weg zu kreuzen, dem geschieht ein Unglück oder er verschwindet selbst. Selbstredend müssen Alix und Enak der Sache auf den Grund gehen.

Einfach großartig, wie Jaques Martin das historische Karthago, welches er selbst mehrfach besuchte, in Szene setzt. In geschickt platzierten Rückblenden werden historische Begebenheiten abgehandelt und die Stadt in voller Pracht gezeigt. Die eigentliche Geschichte ist spannend, von Geheimnissen durchsetzt und auch wenn Enak wieder mehrfach gerettet werden muss, so ist es doch zumindest auch einmal an ihm seinen Freund Alix zu retten. Starker Band.


Band 14: Die Opfer des Vulkans
Die Galeere von deren Deck aus uns Alix und Enak am Ende des vorangegangenen Bandes zuwinkten wurde Opfer einer Meuterei. So kommt es, dass unsere Helden auf einer Insel ausgesetzt werden, auf welcher ein optisch üppig gestaltetes Naturparadies die Kulisse für grausame Vorgänge stellt. Aberglaube, Menschenopfer und Sklaverei gilt es zu bekämpfen, während stets die glühende Hitze des Vulkans droht. Mal wieder weniger historisch anmutend, dafür umso abenteuerlicher und mit wunderschönen Naturdarstellungen. Ein Band zum Genießen.


Band 15: Der Griechenjunge
Als Sklaven kommen Alix und Enak nach Athen, was Jaques Martin die Möglichkeit gibt auch dieses antike Juwel in all seiner Pracht zu zeigen. Zum Glück hat ihr Dasein als Leibeigene schnell ein Ende, als sie einen weiteren Römer treffen. Der ist allerdings einem Rätsel um mysteriöse Machenschaften und Schmuggel auf der Spur. So wird unser Duo undercover in eine Vasenfabrik eingeschleust, was sich schnell als gefährlicher erweist wie ursprünglich gedacht. Erneut wunderbares Artwork, vor allem die Akropolis ist eine Augenweide, aber auch wenn das Finale an Dramatik kaum zu überbieten ist hätte ich mir zwischendurch eine etwas straffere Erzählweise gewünscht.


Band 16: Der Turm zu Babel
Jerusalem, die heilige Stadt. Was für eine Kulisse, die sich Monsieur Martin hier ausgesucht hat, und selbstverständlich weiß er sie auch in Szene zu setzen. Dazu kommt neben dem Weltwunder Ishtar-Tor selbstverständlich das bekannte biblische Motiv des Turmes zu Babel. Viel spannender ist allerdings, auf wen Alix dort trifft, denn auch alte Feinde haben Familienbande…
Ich liebe den Orient und Jacques Martin hat ihn ganz wunderbar eingefangen. Das Erzähltempo ist mir zwar auch hier wieder etwas zu langsam gewesen, dafür entschädigen die famosen Zeichnungen aber gänzlich, und außerdem ist es auch mal ganz angenehm etwas ein wenig Unaufgeregteres zu lesen. Davon abgesehen passiert im Grunde ja schon recht viel, aber eben nicht ausschließlich auf die Hauptprämisse zielgerichtet.

Zwei sehr gute und zwei gute Alben bieten ein rundum Sorglospaket, welches auf über 200 Seiten für mehrere Stunden Lesestoff bietet. Ich bin doch immer wieder froh diesen Klassiker für mich entdeckt zu haben und freue mich, dass der Kult-Verlag in die Presche gesprungen ist, um Egmonts leider nur halbgares Werk sogar in verbesserter Form weiterzuführen.

8/10

VG, God_W.
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Alt Gestern, 20:10   #46  
Servalan
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Liest noch einer von Euch so alte Schinken aus dem Franko-Belgischen? Wenn ja, welche? Und wie findet Ihr Alix?
Aus den redaktionellen Beiträgen hast du sicher schon von Edgar P. Jacobs gehört. Dessen Serie Blake und Mortimer gehört auch zu meinen Favoriten, und in der gibt es ein großes Ägypten-Abenteuer an den Pyramiden, das dir wahrscheinlich gefallen könnte: Das Geheimnis der Großen Pyramide. Von den Klassikern der Brüsseler Schule geht Jacobs am flexibelsten mit dem Layout um, da sieht keine Seite aus wie die andere. Der erste Band der Serie, Der Kampf um die Welt, hat mit fast 150 Seiten Überlänge.

Ich mag ja Hergés Tim und Struppi, aber der ist mit seinen vier Panelreihen wohl fast schon zu steif und langweilig. Bei Hergé gibt es aber fast keine erklärenden Textboxen, und Hergé war zu seiner Zeit ein Zeichner, der Maßstäbe gesetzt hat.
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Alt Gestern, 20:16   #47  
God_W.
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Das Geheimnis der großen Pyramide könnte tatsächlich was für mich sein! Setze ich mir mal auf die Backlist.

Tim und Struppi hatte ich mir mal einen Band angeschaut, ich glaube da bleibe ich erstmal bei den Zeichentrickfilmen.
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Alt Gestern, 20:53   #48  
Harvey Specter
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Zitat:
Zitat von God_W. Beitrag anzeigen
Liest noch einer von Euch so alte Schinken aus dem Franko-Belgischen? Wenn ja, welche? Und wie findet Ihr Alix?
Wow, ich stelle mir gerade vor, wie ich zu einer Marvel- oder DC-Serie so etwas frage. Das liegt aber nur daran, dass ich eigentlich ausschließlich franko-belgische Comics lese.

Und, jaaaaaaa! Ich lese so etwas. Gerne, sehr gerne. „Der letzte Spartaner“ ist eins meiner Lieblings-Comics. Das Album habe ich sehr früh gehabt und dann irgendwann Mitte der 80er noch einmal auf einer Bahnreise gekauft.

Blöderweise habe ich die Alix-Entwicklungen auch alle mitgemacht. Zuerst die SC von Carlsen, dann die viel eleganteren HC von Kult Editionen/Castermann und schließlich die Gesamtausgaben, weil die doch viel toller sind, zuerst von Ehapa und nun von Kult Comics, selbstverständlich als VZA.

Teilweise habe/hatte ich somit Geschichten zwei-, drei, bzw. vierfach.

„Blake und Mortimer“ ist auch super! „Das gelbe M“ ist ein Meilenstein!. Der Doppelband mit den Pyramiden ist auch so eine anhaltende Jugendgeschichte. „Kampf um die Welt“ kam m.E. viel später. Hier würde ich heute aufpassen! Ein jüngerer Band erzählt die Vorgeschichte, den würde ich heute vorab empfehlen.

Ich persönlich mag auch „Jhen“ und „Vasco“ sehr. Und noch ganz viel…
Harvey Specter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 21:07   #49  
God_W.
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Meine Frage ist ja im Grunde schon etwas älter gewesen, da hatte ich gerade erst mit dem Thema Comics an sich begonnen, also weder mit F/B, noch US noch sonstigem Kram viel am Hut gehabt, aber die neuen Antworten sind dennoch wieder sehr gut. Habe mir mittlerweile ja selbst noch so einige F/B-Klassiker besorgt. (Valerian, Mac Coy, Blueberry...)
God_W. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 22:59   #50  
Harvey Specter
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Uups, ich Tuppes, da habe ich doch glatt gedacht, dass Du vor Kurzem so viel gelesen hast und die gesammelten Rezis heute gepostet hast.

Wie auch immer, „Alix“ hast Du schön beleuchtet.
Harvey Specter ist offline   Mit Zitat antworten
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