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Umfrageergebnis anzeigen: Wie hat euch die Mittelalter-(Barbarossa)-Serie (Hefte 193 bis 217) gefallen?
Großes Kino, eine meiner Lieblingsserien! 0 0%
Eine schöne Serie, die mir gut gefallen hat. 6 37,50%
Eher durchschnittlich. Da gab es einige bessere Serien. 5 31,25%
Hat mir nicht so richtig gefallen gefallen. Aber noch halbwegs akzeptabel. 1 6,25%
Eine wirklich schlechte Serie. Ging gar nicht. 1 6,25%
Fand ich furchtbar! Lese ich nie wieder. Die schlechteste Serie überhaupt! 0 0%
Ich kenne diese Hefte gar nicht, will aber trotzdem abstimmen. (Mitleserabstimmfeld) 3 18,75%
Teilnehmer: 16. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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Alt 18.10.2022, 10:30   #1  
Chouette
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gold01 Die Mittelalter - (Barbarossa) - Serie

Neue Runde im allseits beliebten Bewerten von Mosaik-Serien. Wir bleiben im Mittelalter, allerdings wechseln wir den Kontinent. Es geht um die Hefte 193 bis 217, die von Januar 1992 bis Januar 1994 erschienen. Wie immer zitieren wir zu Beginn aus der Mosapedia:

Die Abrafaxe landen nach ihrem ersten Zeitsprung durch Handauflegen im Heiligen Römischen Reich des Jahres 1176, etwas östlich des Rheins zwischen den Zuflüssen der Maas und der Mosel und damit an den Ausläufern des Rheinischen Schiefergebirges, irgendwo zwischen dem Westerwald, dem Rothaargebirge und dem Bergischen Land.
Schnell freunden sie sich mit dem Grafensohn Floribert von Wackerstein an, dessen Vater seit geraumer Zeit mit Kaiser Barbarossa unterwegs ist. Dessen trautes Weib, Floriberts Mutter, hält ihn allerdings für tot und möchte am allerliebsten ins Kloster, was sie auch für Floribert geplant hat. Dieser zeigt sich davon jedoch weniger erbaut. Als der schurkische Vogt Grimbold die Abwesenheit des Grafen ausnutzt, und sich den Familiensitz der Wackersteins unter den Nagel reißt, zieht Floribert in Richtung Italien, seinem Vater hinterher. Begleitet wird er dabei von Abrax.
Brabax und Califax machen sich indes daran, ein geheimnisvolles Buch mit sieben Siegeln zu finden. Brabax erhofft sich daraus nichts weniger als Erkenntnisse zur eigenen Herkunft und der mysteriösen Fähigkeit zur Zeitreise.
Nach langer Wanderschaft, die auch Brabax und Califax zwischenzeitlich nach Italien führt, wo sie in den Nachwirren der Schlacht bei Legnano Floribert und Abrax wiedertreffen, können sie, wieder zurück in heimatlichen Gefilden, schließlich Buch und Burg an sich bringen. Der hinterhältige Graf Hetzel, der das Buch mit den sieben Siegeln ebenfalls an sich bringen will, macht ihnen allen dabei das Leben schwer. Letztendlich wird das Objekt der Begierde durch eine Explosion auf Hetzels Burg beinahe völlig zerstört. Die Abrafaxe besiegen Hetzel, und ihnen wird schließlich dessen Burg Schleifstein vom Kaiser zugesprochen.
Im Auftrag von Kaiser Barbarossa ziehen sie jedoch schon bald nach Lübeck, wo Heinrich der Löwe residiert, um mit diesem über einen Frieden mit dem Kaiser zu verhandeln. Ihr einziger Erfolg ist jedoch, dass sie ins Verlies geworfen werden, aus dem sie jedoch recht schnell fliehen können. Bei ihrer Flucht über das Meer geraten sie in höchste Seenot, aus der sie sich mittels eines Zeitsprungs per Handauflegen retten können.
Dieser versetzt sie ins 10. Jahrhundert zu den Wikingern, wo sie mit Erik Rudson in See stechen, schnell Amerika entdecken und noch schneller wieder zurück segeln. Mit einem weiteren Zeitsprung kehren sie nach Lübeck zurück, allerdings sind inzwischen einige Jahre vergangen. Sie retten Lübeck vor der Zerstörung und erleben weitere Abenteuer auf ihrer Burg.
Schließlich springen sie zusammen mit Floribert, seiner Freundin und Hetzel erneut in der Zeit und landen im Dinosaurier-Zeitalter. Hier bekriegen sie sich mit Hetzel, der bei einem Vulkanausbruch auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Die Abrafaxe und ihre Freunde landen - schon wieder nach einem Zeitsprung - im antiken Griechenland, wo sie bei der Landung getrennt werden. Floribert und Karoline ziehen nordwärts und gründen das Geschlecht derer zu Wackerstein. Die Abrafaxe bleiben vor Ort und erleben neue Abenteuer.

Geändert von Chouette (18.10.2022 um 17:36 Uhr)
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Alt 18.10.2022, 13:56   #2  
Nafi ibn Azraq
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Also, die Barbarossa-Serie kam in neuem Gewand daher: neues Papier, zum ersten Mal nach Jahren wieder in Europa und Deutschland. Quasi im Sinne der Selbstfindung der nun vereinten Deutschen im neuen Deutschland eine Serie über ihren mythenbeladenen Kaiser. Wer war noch nicht am Kyffhäuser!
Die Serie fing gut an, sowohl graphisch als auch von der Geschichte her. Eine Coming-of-Age-Geschichte, klassisch auch das Eintreten der Abrafaxe für die Bauern gegen den Vogt. Mit Hetzel haben wir einen tollen Gegenspieler, der nicht aufgibt und erfinderisch und gemein ist. Graphisch habe ich noch gute Erinnerungen an das Kloster, den Weg über die Alpen. Was mir ebenfalls gefallen hat, dass man in einen tatsächlich historischen Konflikt reingekommen ist, die Auseinandersetzung zwischen Welfen und Staufern. Das kam damals auch in der Schule dran, überhaupt fiel das bei mir in eine Zeit, wo überall Burgen renoviert und museumspädagogisch neu aufgestellt wurden.
Aber ... was war denn das dazwischen? Zwei Ausflüge in die Saurierzeit und zu den Wikinger ? Ich hätte gar nichts gegen die Wikinger gehabt, aber so abgehackt fand ich das damals schon, als seien einem die Ideen für die Mittelaltergeschichte ausgegangen. Auch die Hefte danach auf der Hetzelburg waren lustig, aber lasen sich wie ein Kammerspiel.
Daher leider nur eine Drei von mir.
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Alt 18.10.2022, 14:44   #3  
Chouette
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Im Prinzip stimmt meine Meinung mit der von Nafi ziemlich überein.
Den Anfang fand ich großartig. Nach dem seltsam slapstickigen Ende des China-Abenteuers ging es hier richtig fett zur Sache: Überfall auf eine Burg, Vertreibung der Insassen, die Geschichte mit der Prophezeiung, dann ab dem vierten Heft die wundersame Anna, ein thematisierter Mord (an Annas Eltern), das mysteriöse Buch, die gefährliche Alpenüberquerung, eine richtige Schlacht ...
Das alles waren Abenteuer ganz nach meinem Geschmack. Und dann ... es zerfaserte nicht, es zerfusselte geradezu. Das Buch ging komplett ins Leere, der Mord wurde nicht groß weiter thematisiert, die herbeigesehnte Rückkehr von Floris Vater verlief komplett unspektakulär, dann folgten wenig spannende Einzelepisoden ...
Es war, wie wenn der Autor eine wunderschöne Sandburg geschaffen hatte und plötzlich auf die Idee kam, diese umzusetzen. Und wie er sie anhob, zerrann sie ihm zwischen den Fingern.
Katastrophal war in meinen Augen die Episode mit den Wikingern. Erik den Roten und dessen Sohn Leif in einer Person zu vermengen, war dramaturgisch so völlig unnötig, dass es mir heute noch die Sprache verschlägt. Dann eine völlig belanglose Geschichte um einen verletzten Wal, wie man sie im Mosaik schon zigmal vorher und nachher gelesen hat. Und dann wieder weg.
Über das Saurier-Kapitel legen wir gnädig den Mantel des Schweigens.

Grafisch war diese Serie in meinen Augen die schönste überhaupt. Bis heute. Da passte alles, das war weltklasse.

Und nun hab ich das Bewertungsproblem:

Zeichnungen: 1

Story: erstes Drittel: 1
zweites Drittel: 4
letztes Drittel: 6

Rein rechnerisch wäre das noch eine schlechte 2, aber da in meiner persönlichen Wertung die Geschichte mehr zählt als die Zeichnungen, kann ich nur eine 3 geben.

Geändert von Chouette (18.10.2022 um 17:01 Uhr)
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Alt 18.10.2022, 15:11   #4  
kiro
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Ich kann Euch in allen beschriebenen Punkten nur zustimmen. Dennoch überwiegt bei mir - auch nach erneutem Lesen - der Eindruck, dass die Serie sehr kurzweilig und unterhaltsam ist. Im späteren Teil hat mir besonders die Idee mit den Abrafaxen als Burgherren gefallen. Von heute aus betrachtet erscheint mir diese Episode etwas ähnlich wie die Kurzgeschichten der Abrafaxe in ihrer Berliner Wohnung. Dass man Wikinger, Indianer und Saurier besser hätte weglassen sollen, macht Sinn. Ich sehe das aber mittlerweile auch gelassen. Man wollte halt mal ein paar Dinge ausprobieren.
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Alt 18.10.2022, 16:19   #5  
gbg
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Die Hefte habe ich mir nach der Wende auch wieder angeschaut, und ja neues Papier und Aufmachung, ein wenig "Westcomic" auch die Werbung. Die Saurierhefte fand ich nun wieder gar nicht sooo schlecht.
Ja und ganz nebenbei wurde der Prozeß Hegen versus neues Mosaik visuell abgehandelt, Hegen an die Ruder.!!!..
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Alt 18.10.2022, 18:24   #6  
Chouette
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Zitat:
Zitat von kiro Beitrag anzeigen
Man wollte halt mal ein paar Dinge ausprobieren.
Ja, aber viermal in sieben Heften?
Prinzipiell hab ich ja gar nix gegen Kurzzeitabenteuer in verschiedenen Epochen. Aber dafür braucht's ein anderes Konzept. Das von "Die ABRAFAXE" war dafür ideal.
Hier in dieser Serie war das nicht passend. Schlimmer fand ich aber, dass man ab der knappen Hälfte das Gefühl hatte, als hätten alle Beteiligten vergessen, was sie eigentlich wollten.
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Alt 18.10.2022, 20:14   #7  
Nante
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Auch diese Serie fiel komplett in die Zeit meiner Mosaik-Abstinenz. Ich habe mir die Hefte dann unter dem positiven Eindruck der nachfolgenden Serie nachgekauft. Wenn ich mich recht erinnere auch eher rückwärts. Und dem entsprechend auch so gelesen. So fiel mir der Bruch in der Handlung damals auch nicht so recht auf, zumal sie im Vergleich zum Nachfolger ja sowieso nur verlieren konnten.

Nachdem ich das ganze nun mal komplett in der „richtigen Richtung“ hinter mich gebracht habe, kann ich Chouette und Nafi eigentlich nur zustimmen. Die Serie ist ein gutes Argument für Chouettes Forderung, mal eine Serie auch kürzer zu gestalten. Am Anfang baut man die Story schrittweise auf, führt die Personen ein, schafft Einstiege für Nebenhandlungen; -eigentlich perfekt!
- Tja und dann? Man hat wirklich den Eindruck, daß nach gut einem Jahr die Story am Ende ist und man sich nun immer in Zwei-Heft-Schritten nach vorne hangelt. Und dabei „verheizt“ man dann einen Begleiter nach dem anderen bzw. läßt sie einfach verschwinden.

Dabei sind die einzelnen Episoden (Bis auf die Dinos) für sich betrachtet ja eigentlich nicht schlecht. Aber am Ende nimmt das Zeitgehopse schon fast absurde Züge an. Und alles was sich logisch nicht so recht erklären läßt, hat Brabax dann plötzlich doch ja eigentlich schon in dem schlauen Buch gelesen.

Aber natürlich gibt es auch positives:
Der sprachliche Humor und die Anspielungen sind um Welten besser als im Vorgänger und wirken nicht so aufgesetzt.
Eigenlich erst jetzt im Neulesen ist mir aufgefallen, was für ein „genialer MistkerlHetzel eigentlich ist. Er reiht sich gut zwischen dem Don und Skrotonos ein. Wie diese immer eine neue Niedertracht im Ärmel und fähig, die Lage zu seinen Gunsten zu drehen.
Und nicht zu vergessen die Anspielungen auf „liebe Zeitgenossen“, die der Mosaik-Truppe damals das Leben schwer machten.

Fazit: Für die letzte, deutliche schächere Serie habe ich eine Drei (-) vergeben. Eine Zwei ist es aber eigentlich auch nicht. Was nun?
OK, da ich letztere aber auch schon an einige andere und im Rückblick schwächere Serien vergeben habe, drücke ich noch mal beide Augen zu und klicke sie doch an, wenn auch mit einem ganz dicken (-) im Hinterkopf!
Nante ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 18.10.2022, 21:11   #8  
Faxikarl
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Oje. Das ist gleichzeitig die bestgezeichnetste und die dramaturgisch schlechteste aller Serien.
Man hatte ständig das Gefühl, die Autoren planen keine zwei Hefte im Voraus. Da kam leider keine Sekunde lang Spannung auf.
Besonders schlimm wurde es 1993, als man keine Idee für das Buch mit den sieben Siegeln hatte und obendrein anfing, aller zwei bis drei Hefte durch die Zeit zu hüpfen. Finaler Tiefpunkt der Konzeptlosigkeit war das Nachjagen nach dem Dinohype, was man in den Leserbriefen geleugnet, aber in den Sammbelbänden später zugegeben hat.

Möglicherweise hätte man durch paar Veränderungen am Aufbau wenigstens ein bisschen was an der Dramaturgie retten können:
Dass die Faxe in Heft 12/91 von der Wahrsagerin die Zeitreisefähigkeit bescheinigt bekommen und sie zufällig(!) noch im selben Heft nutzen, war an sich schon unglaubwürdig. Angenommen, die Abrafaxe wären ganz ohne diese Vorkenntnis durch die Zeit gereist, dann wäre die Barbarossaserie gleich mit einem Mysterium gestartet, und die Erkenntnis "Legt ihr Hand auf Hand auf Hand..." hätte später im Buch mit den sieben Siegeln stehen können, bevor es in die Luft fliegt. So hätte das Buch wenigstens einen gewissen Sinn gehabt.

Aber eigentlich ändert auch das nichts daran, dass das ganze Konzept mit dem Handauflegen von Anfang an undurchdacht und fehlkonstruiert war.
Wann wäre aus dramaturgischer Sicht der ideale Zeitpunkt um Zeit und Ort zu wechseln? Natürlich, wenn ein Abenteuer auserzählt ist, wenn die Abrafaxe die Konflikte gelöst und alles erledigt haben, um weiterziehen können.
Wann wurden die Zeitsprünge tatsächlich eingesetzt? Immer, wenn die Autoren einen deus ex machina aus einer unrettbaren Situation brauchten.
Die Zeitreisefähigkeit wurde von Anfang an als so gefährlich gebrandmarkt, dass sie nur in allerhöchster Not eingesetzt werden durfte, und damit für den Zweck des (ruhigen) Serienwechsels überhaupt nicht geeignet war, sondern nur als deus ex machina dienen konnte.
Mit dieser dusseligen Fehlkonstruktion hat man dann die ganze Serie ruiniert.

Hätte man auf die Zeitsprunghüpferei verzichtet und das Buch mit den Sieben Siegeln rechtzeitig entsorgt, ohne das Mysterium mit peinlichen Rezeptsammlungen zu konterkarieren, hätte ich vielleicht noch eine 4 vergeben können. Aber so teilt sich die Serie bei mir den letzten Platz mit den Orang Laut.

Interessant finde ich die Serie heute allenfalls aus historischen Gesichtspunkten, um die Experimente am Heft zu beobachen, oder so Insider-Gags wie Hannes Gegenparth
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Alt 18.10.2022, 23:19   #9  
quarknagus
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Ich gehe hier weitestgehend mit der Mehrheit was die Beurteilung der Serie betrifft. So befinde auch ich mich in einem Dilemma, was die Notenvergabe betrifft.

Folglich bleibt mir mal wieder einmal nur das Rechnen und (zur "Probe") Vergleichen mit dem was der Bauch sagt...

Zeichnerisch eine super 1 mit Sternchen

Die Story zwischen top (Note 1) zu Beginn und irgendwas zwischen 4 und 6 am Ende (ergo eine 5), in der Mitte war es für mich noch eine 3.

Der Schurkenfaktor mit Hetzel ist auch bei mir eine 1, da er für mich zu den besten drei bis vier Schurken des Faxemosaik gehört.

Begleiternote ist eine gute 2.

Nun wäre da dann noch die Sache mit der Lokalisation... Hier wird es selbst mit kühlem Rechnen schwer aufgrund des Chaos mit Wikingern, Amerika und Dinos eine gerechte Note zu finden - für sich genommen war natürlich (auch und gerade für den Zeitpunkt der Serie) Deutschland genau das Richtige, so dass man da erst mal eine 1 vergeben sollte - aber dann... der Rest an Lokalisation hat in dieser Serie nichts verloren - für sich genommen hätte man ja eine Serie machen können, die in der Wikingerheimat beginnt und dann in Amerika endet - das wäre sicher reizvoll gewesen - In dieser Form und Serie aber passt das so gar nicht, Und die Dinos ... das war dann absolut daneben. - Aufgrund des ersten Teils gibt es dann eine gerade noch 4 für die Verortung in der Summe...

Zusammengefasst heißt das also:

Zeichnung 1+,
Story (zählt als für mich wichtigster Bestandteil doppelt) zweimal eine glatte 3
Schurke 1
Begleiter 2
Lokalisation 4-
---------------------
Gesamt: 2,3

Dies ist wiederum erstaunlich nah an meinem Bauchgefühl. Auch unter Berücksichtigung all meiner anderen bisherigen Bewertungen sagt dieses nämlich 2-.

Fazit: Es gibt trotz aller Unzulänglichkeiten von mir NOCH eine 2 mit Zudrücken der Hühneraugen.

Eigentlich echt schade darum, denn die Serie hätte ohne das Zeit- und Raumsprungchaos das Zeug zu einer sauberen Eins gehabt....

Geändert von quarknagus (19.10.2022 um 02:12 Uhr)
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Alt 19.10.2022, 00:58   #10  
Sinus_Cosinus
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@Chouette, geht doch, Older Jetzt weiß ich endlich, was ich in den nächsten Wochen lesen muss.
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Alt 19.10.2022, 21:57   #11  
Udo Swamp
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Fand ich im vergleich, zu den Jahren zuvor, als sehr gut gelungen.
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Alt 22.10.2022, 00:39   #12  
Tilberg
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In dieser Serie fand ein allmählicher Wechsel auf der Position des Autors statt. Zu Beginn sollten Hackel und Schubert gemeinsam arbeiten, dann teilten sie sich irgendwann die Hefte auf, und schließlich übernahm Schubert alleine und Hackel wurde in den Mittelteil verbannt. Das ganze endete mit Hackels Erkrankung (und Tod). Wann genau diese einzelnen Schritte erfolgten, weiß ich nicht. Aber da es heißt, die beiden hätten in der Zeit der heftweisen Aufteilung versucht, sich gegenseitig haltlose Situationen in der Handlung zu hinterlassen, dürfte es sich bei dieser Phase um die Hefte rings um die 205 handeln.

Diese Rivalität dürfte nicht unwesentlich zu der hier zurecht kritisierten, irgendwann völlig zerfaserten Handlung beigetragen haben. Zudem verdiente sich mit Schubert erneut ein frischer Autor seine Sporen, inklusive der damit einhergehenden Kinderkrankheiten (Stichwort "Ratlosigkeit, wie man mit nicht mehr benötigten McGuffins umgehen soll"). Schubert scheint sich zunächst in Kurzepisoden "gerettet" zu haben, die naturgemäß leichter zu handhaben sind. Das finde ich in Anbetracht der Umstände sogar vernünftig und erstmal nicht falsch. Er hat das ja auch zu Beginn der nächsten Serie so fortgesetzt, bis er endlich (wohl zusammen mit Fischer) eine tragfähige Idee für einen längeren Spannungsbogen hatte.

Noch als Erinnerung: Ein Gutteil der spannenden Handlung der ersten Mittelalterhefte geht auf Gustav Freytags "Ahnen" zurück.
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Alt 22.10.2022, 08:37   #13  
gbg
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Danke Tillberg, das war mir damals nicht so bewusst. Ich hatte ja mit Hackel ein paar Innenseiten gemacht. Geplant war, dort noch viel mehr bezüglich Hintergründe des Mosaik zu bringen. Leider erkrankte und verstarb er zu früh... War ein feinsinniger Mensch.
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Alt 23.10.2022, 14:16   #14  
Max schwalbe
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Danke @Tilberg für die Beleuchtung der irdischen Hintergründe dieser Geschichte! Das erklärt natürlich einiges. Ohne dies zu wissen, hatte ich dazu eine andere Theorie: Die Hefte begannen ja eigentlich mit 22 Seiten Comic/Heft, das wuchs dann schnell auf 26 Seiten/Monat an. Vielleicht war das konzeptionell nicht berücksichtigt worden sodass die Rahmenhandlung hinten raus ins Schwanken kam und irgendwie weiter ausgedehnt werden musste (?)

Was hatte ich mir beim Lesen der Serie sonst noch notiert, ich krame es mal hervor:

"Erst einmal muss man festhalten, dass die Serie ein paar seh r spannende, vollends gelungene Hefte beinhaltet, die so mitreißend sind wie es, zumindest mit dieser Ausprägung an beklemmender Dramatik, im Mosaik bisher nie vorkam. Die Vermittlung historischer Rahmenbedingungen, die sich im Verlauf der ausgedehnten Geschichte auch änderten, gelingt super und würgt die fiktive Geschichte keineswegs ab, beides ergänzt sich hervorragend. Das erstmalige Auftreten eines Kindes bzw. später Jugendlichen als Hauptbegleiter der Abrafaxe war sicherlich längst überfällig, stößt allerdings gerade in den kriegerischen Auseinandersetzungen konzeptionell an seine Grenzen. Zu den positiven Veränderungen zählt vor allem, dass dem Leser mehr Dramatik und Grusel-Faktor zugemutet/zugetraut wird als bisher im Mosaik. Auch der Zeichnungen sind nach dem Tiefflug ab 1989 wieder deutlich besser geworden.

Kritik an der Handlung: Zunächst im ersten Teil der Geschichte die überdehnte (oder eben unzureichend angereicherte) Suche des Buches mit den sieben Siegeln. Zum anderen die Situation, dass unzureichend entwickelte Figuren plötzlich in einer Weise handeln, die für den Leser nicht ansatzweise nachvollziehbar ist (Als Anselmus ohne erkennbares Motiv sich und Hetzel sprengt, oder auch Floriberts offensichtlich stattgefundene, aber übergangene Hochzeit, stattdessen dessen späteres Aufkreuzen mit einer anderen Frau).

Die Überschreitung bisher üblicher Grenzen wird auch im veränderten Charakter der Abrafaxe deutlich, die eine ausgesprochen lässig-coole Grundhaltung einnehmen und teilweise regelrecht arrogant und egozentrisch wirken. In bisher nicht gekanntem Ausmaß überzeichnete, vorwiegend grimmige Gesichtsausdrücke verstärken den Eindruck. Von einer tief verbundenen Freundschaft der Drei ist plötzlich nur noch wenig zu spüren. Vielmehr hat man den Eindruck, die Abenteuer seien ein irgendwie abgekartetes Spiel für sie, und selbst Todesgefahren bügeln sie mit inszenierter Coolness oder aber arroganter Genervtheit ab. Das wirkt stellenweise künstlich aufgesetzt und unpassend zur Handlung. Gut, dass das in den folgenden Serien wieder anders wurde."

Zu Heft 203 schrieb ich mir "Ein neu hinzugewonnenes Puzzle-Teil gab es nicht, und das magische Buch wirkt mehr und mehr wie ein vorgeschobener Grund um Leute irgendwo herumreiten zu lassen, ohne dabei in sich stimmige Abenteuer zu bestreiten."
Die Hefte 204-207 hingegen sind (vom völlig unplausiblen Ende in 207 abgesehen) einer der Höhepunkte im Mosaik-Universum! Auch die (scheinbaren) Abschlusshefte 214/215 sind wundervoll.

Damals habe ich die Serie unter Ausklammerung der Wikinger und der Saurier mit einer 2- bewertet. Unter Einbeziehung derselben, kann es demnach nur noch eine 3- oder 4+ sein, womit die Serie leider durch das Raster der an Freunde und Bekannte weiterempfohlenen Geschichten herausfällt.

Geändert von Max schwalbe (23.10.2022 um 14:57 Uhr)
Max schwalbe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2022, 14:25   #15  
Max schwalbe
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Beiträge: 105
Zum Dino-Einstieg Heft 216 meine kleine Rezension:
"Man meint, nicht richtig zu sehen, aber mit diesem Heft schlägts erneut dem Fass den Boden aus: Nicht nur der äußert überraschende neue Handlungsort, die Urwelt der Dinosaurier, irritiert aufs Höchste. Vor allem ist das Thema Mittelalterserie immer noch nicht erledigt, denn Hetzel, Floribert und die Dame an seiner Seite sind mit in die Urwelt gereist! Dieser dramaturgisch absurde Kniff war wohl nötig, um den Abrafaxen in der Urwelt überhaupt menschliche Begleiter an die Seite stellen zu können. Dabei haben diese mit Dinos nun wirklich rein gar nichts zu tun. Insofern startet dieses Abenteuer bereits mit einem völligen Fehlgriff, der sich auch rückwirkend noch einmal negativ auf die Mittelalterserie auswirkt, die nun noch unvollendeter wirkt als sie es ohnehin schon war. Der Inhalt ist jedenfalls so schräg und unpassend fürs Mosaik, dass man auf Details kaum eingehen möchte. Hetzel entfernt sich sofort und scheint wie selbstverständlich nun ein Einsiedler-Mönch in der Dinozeit zu sein (???). Die anderen müssen sich wie zu erwarten gegen gefräßige Dinos verteidigen. Schließlich raubt Hetzel auf einem Flugsaurier sitzend die Freundin Floriberts, bei der es sich tatsächlich nicht um Gerda handelt. Flori klärt in einem Nebensatz endlich ein bisschen auf: Die Hochzeit mit Gerda habe nicht stattgefunden, weil sie ins Kloster gegangen sei (???). Und diese Karoline ist nur grade bei ihm weil er sie zum Kaiser begleiten solle (???). Also ehrlich, ich hab‘ echt nix gegen virtuose Handlungsverläufe mit brechenden Konventionen, aber es muss doch wenigstens in irgendeiner, wie auch immer schrillen oder versteckten Weise, einen Sinn ergeben was da passiert. Sonst kann man es auch lassen! Weiß der Geier bzw. Flugsaurier was sich die Mosaik-Redaktion da in den Kopf gesetzt hatte."

Und zum heft 217:
"Achja, Hetzel will immer noch alle töten, obwohl völlig unklar ist, wieso eigentlich. Es würde ihm zu nichts nützen. Schließlich führt ein Vulkanausbruch endlich zum Ende dieser vollkommen entgleisten Geschichte. Meinesachtens hätte man die Dino-Hefte aus den Sammelbänden besser herauslassen sollen, das war einfach ein Fehlgriff der so schnell wie möglich in Vergessenheit geraten sollte."

Geändert von Max schwalbe (23.10.2022 um 14:51 Uhr)
Max schwalbe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2022, 17:47   #16  
Diplomat
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Ich fand die Hefte 204- 207 so toll das ich dadurch das Mosaik nicht aus den Augen verlor. Das Saurier Epos und den Wikingerteil fand ich damals schon unsinnig ansonsten doch eine gute Serie mit Schönheitsfehlern.

Geändert von Diplomat (23.10.2022 um 20:03 Uhr)
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