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Alt 21.12.2009, 23:06   #1  
Stefan Meduna
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Beiträge: 656
gold01 Bonusbeitrag 216: Mit Schirm, Charme und Melone



Zitat:
Zitat von Gerhard Förster
Hallo Leute!

Der MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE-Bonusbeitrag ist endlich online!!!!

Sorry, dass es solange gedauert hat, aber er war einfach viel Arbeit, für alle Beteiligten.

Bitte unbedingt ansehen!!! Der Artikel beinhaltet viele interessante, spannende und überraschende Informationen, auch ein paar nette Abbildungen! Viel Spaß!!!

Salute
Gerhard

Copyright "Mit Schirm, Charme und Melone": 2009 Kinowelt GmbH

„Mit Schirm, Charme und Melone“ -Bonus:

von Winfried Secker
mit Gastbeiträgen von Michael Köhler


Übersicht:
Das Aktuellste
Vorspann
Neues Frauenbild im sich verändernden Zeitgeist von Michael Köhler

Die Hauptdarsteller Macnee und Rigg
Die wichtigsten Drehbuchautoren
Die besten Episoden
Mit Comic, Kram und Krempel - das Merchandise
Wie ging es nach der Serie weiter?

Der deutsche Teil der Serie
Titelauflistung: 4. Staffel, KINOWELT 1.Edition
Noch einige Bemerkungen zur kompletten Serie auf DVD
Abspann

Das Aktuellste:
Linda Thorson kommt am 7.3. 2010 nach Münster


Linda Thorson, Patrick Macnees Partnerin „Tara King“ in der 6. Staffel von „Mit Schirm, Charme und Melone,“ kommt am Sonntag, den 7. März 2010, neben vielen anderen Schauspielern zum Germanstarcon 4 nach Münster. Der Eintritt kostet € 5.-.
Signier-, Photo- und Gesprächstermine sind möglich. Infos dazu unter:
www.signing-shop.net/gsc/

Vorspann:
Hand aufs Herz!
Was hat Queen Elisabeth mit Pop-Ikonen wie Beatles, Kinks, Pretenders, Marc Bolan (von T-Rex) und Oasis gemein?
Blöde Frage: Sie sind alle „The Avengers- Mit Schirm, Charme und Melone“ – Fans.
In einem Interview konnte die Queen nicht verneinen, dass sie bei der Erstausstrahlung keine, wirklich keine Avengers – Episode je verpasst hätte.
Im Beatles-Film „Help“ schauen die „Fab Four“ Emma Peel.
Die Mitglieder der späteren Kinks trugen Jacken und Kinky Boots (anzügliche Stiefel) wie Cathy Gale (Steeds Partnerin vor Emma), als ein Angetrunkener ihnen zurief: „Nennt euch doch gleich die „Kinks“.
Sängerin Chrissie Hynde und die Pretenders verarbeiteten die Abschieds-Szene von Steed/Peel im Videoclip zu „Don´t Get Me Wrong“ mit Chrissie als Emma- Ersatz.
Marc Bolan widmete sein Lied „The Avengers (Superbad)“ der Folge „Vorsicht! Raubkatzen“.
Und Oasis holten vor wenigen Jahren Patrick Macnee zu einem erneuten späten John Steed–Einsatz für einen Videoclip.
Aber was ist mit:
Weltstars wie Donald Sutherland, Charlotte Rampling, Sir Christopher Lee ?
Welche Verbindungen gibt es zu Robin Hood, Prinz Eisenherz oder Mark Twain?
Und was ist mit Hildegard Knef und Jane Birkin? Lest einfach weiter.

Neues Frauenbild im sich verändernden Zeitgeist
von Michael Köhler


Als die britische TV-Serie "Mit Schirm, Charme und Melone" am 18. Oktober 1966 mit der Episode "Die Roboter" erstmals über deutsche Fernsehschirme flimmerte, traf sie auf eine Realität, die weit davon entfernt war, ein neues Frauenbild, wie es Schauspielerin Diana Rigg in ihrer Rolle als professionelle Amateurdetektivin Emma Peel in einer Mischung aus Selbstbewusstsein, Schlagfertigkeit, Unabhängigkeit und Sexappeal verkörperte, zu verinnerlichen. Doch Gleichberechtigung der Geschlechter in der Ära des von Beat erschütterten Swinging London und von Hippies dominierten San Francisco lag als Zeitgeist schon in der Luft. Das bewiesen nicht nur die binnen weniger Monate einsetzende überschwängliche Fanbriefflut an den damals noch jungen Sender ZDF, der "The Avengers" im vierzehntägigen Turnus mit der amerikanischen Reihe "New Orleans, Bourbon Street" immer Dienstags 21.15 Uhr ausstrahlte, sondern auch die wenigen negativen Reaktionen, die John Steeds und Emma Peels mitunter sarkastischer Britenhumor polarisierend entfachte. Besonders konservative Gemüter und die seinerzeit noch allgegenwärtige Kirche liefen Sturm gegen ein ihrer Meinung nach aus den Angeln gehobenes Weltbild, das bizarre Abenteuer im Bereich der Science Fiction mit diversen Todesopfern pro Folge unter Mitwirkung einer allzu selbständigen Frau im hautengen Lederanzug mit außerordentlichen Kenntnissen der fernöstlichen Lehre Karate einfach so hin nahm.

Als die Serie nach nur 13 Folgen am 18. April 1967 abgesetzt werden sollte – die Gründe dafür liegen im Dunkeln –entfachte dies ein Sturm der Entrüstung, der in Programmzeitschriften und Tageszeitungen monatelang thematisiert wurde, aber sich auch vehement bis massiv in diversen Unterschriftaktionen ans ZDF ausdrückte. Es obsiegten schließlich die geneigten Fernsehzuschauer: In der Sommerpause von Juli bis August 1967 zeigte das Zweite nochmals vier weitere Folgen der schwarzweißen Staffel, bis ab 28. August weitere 19 Episoden der von nun ab in Farbe ausgestrahlten Reihe folgen sollten. Weitere neun monochrome Abenteuer blieben aber lange Jahrzehnte ungesendet, angeblich weil sie laut ZDF inhaltlich viel schlechter waren, was, nachdem die Serie komplett auf Video vorlag (und nun auf DVD erhältlich ist), sich als knallharte Lüge erwies. Wie sehr der Einfluss der Kirche aufs damalige Programmgestalten nachhaltige Auswirkungen zeigte, wurde auch klar, als – wiederum auf vielfachen Zuschauerwunsch – ausgesuchte Folgen der schwarzweißen Staffel ab Herbst 1968 jeweils Samstagnachmittag gegen 17 Uhr gezeigt werden sollten. Von sieben anvisierten Episoden gelangten lediglich vier zur Ausstrahlung - angeblich weil zu brutale Szenen gezeigt wurden, an denen die vorzugsweise um diese Uhrzeit vor der Glotze sitzenden Kinder hätten Schaden nehmen können. In den Genuss der kompletten Serie kam der deutsche TV-Konsument erst 1998, als der Privatsender SAT 1 erstmals alle 26 Folgen ausstrahlte. Auch fünf Folgen der farbigen 5. Staffel, die bis dahin ebenfalls vom ZDF ignoriert wurden, sowie die noch fehlenden Episoden mit Emma-Peel-Nachfolgerin Tara King kamen zum Zug (von insgesamt 33 Tara King-Folgen waren die ZDF-Seher mit nur 10 Krimis abgespeist worden und diese wurden erst ab August 1970 gezeigt, als die Reihe nach neun Produktionsjahren und 161 Folgen im Heimatland schon längst eingestellt war).

Was in Deutschland nur wenige Eingeweihte bis heute wissen: Die emanzipierte Emma Peel und ihre leider nicht ganz so schlagfertige Nachfolgerin Tara King hatten eine legendäre Vorgängerin: Dr. Catherine Gale. Dargestellt von der britischen Schauspielerin Honor Blackman erlebte Mrs. Gale ihre Blüte von 1962 bis 1964 nicht nur auf der Insel, sondern auch im Sendebereich des britischen Commonwealth (Kanada, Australien, Neuseeland). Anfänglich musste die knallharte Judoexpertin, die noch vor Emma Peel schwarzes Leder für die moderne Frau alltagsfähig machte, sich ihre Aufgaben mit Dr. Martin King und Nachtclubsängerin Venus Smith teilen. Doch die Begeisterung, die der sehr selbstbewussten Anthropologin vom englischen Fernsehpublikum entgegenschlug, ließ die Produzenten nach Staffel zwei zur Ansicht gelangen, dass ab Season drei ausschließlich Catherine Gale Seite an Seite mit John Steed immer kniffligere und utopischere Fälle lösen durfte. Die regelmäßig Samstags nach 22 Uhr vom britischen Privatkanal ITV (später Thames Television) ausgestrahlte Serie, die Honor Blackman und Patrick Macnee zu nationalen Stars mit diversen Trophäen avancieren ließ, erwies sich als absoluter Publikumsrenner.

Das lag sicherlich auch an der ungewöhnlichen Vita von Mrs. Gale, die peu à peu dem Zuschauer vermittelt wurde: hatte die resolute Witwe, die einst mit Ehemann und Kindern auf einer Farm in Afrika lebte, doch Haus, Hof und auch ihre Lieben verloren, als aufständische Mau-Mau-Krieger mit Macheten dem idyllischen Landleben ein abruptes Ende bereiteten. Zurückgekehrt nach England, fristet Gale, ein Leben als Kuratorin eines Museums, bis – laut Drehbuch in der Episode "Warlock", die sich eindringlich mit dem Thema Okkultismus und Voodoo auseinandersetzt, – John Steed ihre professionelle Hilfe sucht. Während später das Verhältnis von Emma Peel und John Steed stets von charmanter Kabbelei geprägt war, die suggerierte, es könnte mal zumindest anfänglich was zwischen den beiden gelaufen sein, präsentierte sich die Beziehung zwischen Mrs. Gale und John Steed als weitaus robuster und radikaler. Catherine Gale scheute sich nicht, ihren Partner auch mal zusammen zu stauchen, wenn ihr Steeds Mittel zur Falllösung als zu rau und menschlich entwürdigend erschienen. Inwieweit die beiden doch ein näheres Verhältnis zueinander hatten, lassen die Drehbücher bewusst offen. In der Episode "The Golden Eggs" lebt Mrs. Gale gar kurzzeitig in Steeds Apartement, allerdings schläft Steed - ganz britischer Gentleman - derweil in einem nahe gelegen Hotel.

Das nicht nur für die britische Gesellschaft neue Rollenmodell Catherine Gale – eine emanzipierte Frau, die Motorrad fährt, kämpft wie ein Mann und über eine Spitze Zunge verfügt – schlug jedenfalls ein wie eine Bombe. Die eindeutig-zweideutige Fanpost schwoll an und die Boulevard-Presse berichtet mit schöner Regelmäßigkeit über das Ungeheuerliche. Inspiriert von der Rolle übernahm man sowohl bei Gale-Nachfolgerin Emma Peel, als auch bei der 1964/65 produzierte amerikanische TV-Serie "Honey West" sowie bei Sarah Kingdom aus "Dr. Who" charakterliche Züge von Cathy Gale. Honor Blackman und Patrick Macnee zeichneten auf dem Höhepunkt des Ruhms eine Schallplatte mit dem zweideutigen Titel "Kinky Boots" auf, die 26 Jahre nach Veröffentlichung ein Top-5-Hit in den britischen Charts wurde. Nach Honor Blackmans Ausstieg aus der Serie, weil sie lieber als "Pussy Galore" mit Sean Connery alias James Bond in "Goldfinger" rangelte, tauchen Spurenelemente von Mrs. Gale noch einige Male auf: In der Peel-Folge "Too Many Christmas Trees" schickt sie Steed zu Weihnachten eine Postkarte. Im Avengers-Roman "Too Many Targets" von John Peel und Dave Rogers aus dem Jahr 1990 trifft sie nicht nur Emma Peel und Tara King, sondern auch Steeds ersten Partner Dr. David Keel. Es zeichnet sich eine romantische Annäherung zwischen Keel und Gale ab.


Mit Schirm, Charme und Melone: Die Produktionsgeschichte
Dieser umfangreiche Beitrag ist in dem Comicfach-Magazin „Die Sprechblase“ Nr.215 abgedruckt.

Die Hauptdarsteller

Patrick Macnee

Patrick Macnee schreibt sich, wie oft zu lesen ist, weder McNee noch MacNee und schon gar nicht Macknee, obwohl man seine "macKNEES" in der Episode „Das schottische Schloß“ sieht, als er als MacSteed mit flatterndem Kilt von der Balustrade springt. Er selbst spricht seinen Namen MÄCK-nie mit typisch deutscher Betonung auf der ersten Silbe, nicht wie im Englischen auf der üblicherweise zweiten. („The Avengers“, übrigens, spricht sich auch mit Betonung auf der zweiten Silbe aus.)

Apropos Kilt: Was haben die drei bekanntesten englischen Agenten jener Zeit gemeinsam? Gemeint sind Patrick McGoohan als John Drake (und später
Nummer 6), Patrick Macnee als John Steed und Sean Connery als James Bond? Denkpause… Sie sind gar keine Engländer! Macnee und Connery stammen aus Schottland. McGoohan ist in New York geboren und hat irische Wurzeln.
Tatsächlich trug Patrick Macnee während seiner Kinderjahre teilweise einen Kilt. Aber nicht nur, weil er Schotte war. Sein Vater, der sehr gut mit Pferden umgehen konnte, immer korrekt angezogen war – der perfekte Dandy – der allerdings auch das Geld der Familie mit Alkohol und Glücksspiel durchbrachte und sich schließlich nach Indien absetzte, überließ die Erziehung Patricks lesbischer Mutter und ihrer Geliebten, einer Dragonerin, die Patrick mit Onkel Evelyn ansprechen musste und die ihn als Mädchen an- und erziehen wollte. Da war der Kilt gegenüber einem Kleidchen noch das geringere Übel für die Mannesehre des kleinen Patrick. Dies war für ihn eine herbe Zeit, dürfte ihn aber schon frühzeitig auf den Umgang mit eigenwilligen und selbständigen Frauen eingeübt haben. Seine Mutter ist übrigens aus der Linie der Huntingtons, woher Patrick seine Abstammung von Robin Hood ableitet. Sie wurde dank ihres Stehvermögens, trotz ihrer Alkoholsucht, stolze 96 Jahre alt.

Patrick musste 4 Jahre in den Krieg. Die Mannschaft schob aber auf dem Schiff in der Nordsee eine ruhige Kugel. Er lag nur einen Tag mit Bronchitis im Lazarett. Das rettete ihm das Leben. An dem Tag wurde sein Schiff versenkt. Er verlor die meisten seiner Kameraden. 1942 heiratet er Barbara Douglas. Zwei Kinder, Rupert und Jenny, entspringen der Ehe, die 1956 geschieden wird.

Die Schauspielerin Catherine Woodville wird zwar als Dr. Keels Braut in der 1. Folge der „Avengers“ ermordet, hat aber im wirklichen Leben mehr Glück und wird Patrick Macnees 2. Frau. Doch die „Avengers“ gewähren dem jungen Paar auf Dauer zu wenig Zeit. Die Ehe wird 1969 geschieden. Nach den Avengers bekommt er in England keine Rolle mehr. Er geht nach Amerika, wo er reichlich Theater spielt, unterbrochen von Gastautritten im Fernsehen, wie in den Serien Columbo und Frasier. Er schafft es, seine zeitweilige Alkoholsucht komplett abzulegen, beschließt mehr für sich und seinen Körper zu tun, wird Vegetarier und schwimmt viel. Dabei rettet er eine Frau vorm Ertrinken und belebt sie erfolgreich wieder, was weltweit durch die Medien geht.

Macnees Sohn Rupert lebt als Regisseur von Dokumentationen und Fernsehproduzent wenige Flugstunden von seinem Vater entfernt in Kanada und seine Tochter, die früher als Köchin die Rolling Stones zeitweilig auf Tournee bekochte, zog für eine Weile zu ihm, weil Meerluft ihr schweres Asthma lindert.

Immerhin listet seine Filmographie Auftritte in etwa 40 Kino- und 50 Fernsehfilmen, 40 Theaterstücken, 15 Fernsehserien als festes Mitglied und 50 Gastauftritte in Fernsehserien auf. 1988 heiratet Macnee seine heiß geliebte dritte Frau Baba Sekely, mit der er seitdem in Californien in seinem Haus am Meer eine glückliche Ehe führt. Insgesamt 11 Jahre „Mit Schirm, Charme und Melone“ haben ihn weltberühmt gemacht. Dank seines Freundes Roger Moore spielt er einen gewissen Tibbett im James Bond-Abenteuer „Im Angesicht des Todes“, aber wirklich stolz ist er darauf, dass er in der Hauptrolle im Theaterstück „Sleuth“ den Rekord mit den meisten Auftritten in einem Thriller am Broadway hält.

Macnee hat zwei Steed/Peel- Romane und zwei Autobiographien als Co-Autor bestritten. Mit seinem Freund und „größten Avengers-Fan der Welt“ Dave Rogers kommt er den Avengers-Raubkopierern auf die Spur und sie initiieren den Beginn der Überarbeitung und Veröffentlichung der „Avengers“ auf Video.

In höherem Alter machen ihm seine Knie sehr zu schaffen, da startet er fast eine neue Karriere als Sprecher für das Making-Of aller James Bond-DVDs und vor allem für die in USA mit seiner (tollen) Stimme gelesenen Hörbücher der sehr erfolgreichen Jack Higgins-Romane.

Leider stirbt seine geliebte Baba 2008. Rupert und Jenny ziehen zu ihm in das große Haus.

Quellen u.a.:
Patrick Macnee/Dave Rogers "The Avengers- The Inside Story" (auch als “The Avengers and me” inhaltsgleich erschienen)
Patrick Macnee "Blind in one Ear"


Dame Diana Rigg

Diana Rigg wurde am 20. Juli 1938 geboren. Ihr Bruder ist 4 Jahre älter. Nach 2 Jahren geht die Familie nach Jodhpur in Indien, wo der Vater einen Managerposten bei der staatlichen Eisenbahn erhält. Bis zu ihrem achten Lebensjahr hat die kleine Diana ein aufregendes, selbst bestimmtes Leben mit unglaublichen Freiheiten. Sie begleitet sogar die Erwachsenen auf der Tigerjagd. Umso größer ist der Schock, als sie mit 8 zurück nach England ins Internat muss, um sich die Manieren und das Wissen anzueignen, das eine englische Dame für die bessere Gesellschaft benötigt. Alles ist ihr hier zu eng. Rigg: „Der Unterricht war unsäglich langweilig. Ich griff zu Träumen, „Sie“ griffen zu Bestrafungen. Ich war nur am Strafen abarbeiten, weil ich nicht tat, was von mir erwartet wurde.“ (Interview TV-Guide 1973)

Die rebellische Diana traf schließlich auf die sympathische Lehrerin Mrs. Greenwood, die ihr die Dichtkunst und das Theaterspielen nahe brachte. Als sie die Schule mit 17 erfolgreich abgeschlossen hatte, wurde sie an der Royal Academy of Dramatic Art (RADA) aufgenommen. Bereits 1959 bekam sie einen 5-Jahresvertrag für die Royal Shakespeare Company in Stratford- upon- Avon. Ihre Hinwendung zum Fernsehen wurde von ihren Theaterkollegen heftig als eine Verschwendung ihres Talents kritisiert. Sie war eine der ersten Schauspieler/innen, die die neue Herausforderung des Fernsehens annahm, und es spannend fand, in verschiedenen Bereichen zu arbeiten. Für ihre Rolle als Emma Peel wurde sie 1967 und 68 für den Emmy-Award nominiert.

Filme wie „Das Mörderbüro“, der James Bond-Film „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ (mit einer noch unbekannten Joanna Lumley, die später durch "The New Avengers" bekannt wurde, in einer kleinen Nebenrolle), der ironische Horrorfilm „Theater des Grauens“ mit Vincent Price und Ian Hendry, und die hochgelobte, bitterböse Satire „Hospital“ mit George C. Scott folgten. 1973 kreierte ein US-Sender eine eigene Sitcom für sie („Diana“) in der Rolle der Diana Smythe. Patrick Macnee erklärte den Misserfolg dieser Serie in seiner Biographie „Blind in one Ear“ (Blind auf einem Ohr) damit, dass sie in einer untergeordneten Position agierte und unter ihrem Potential spielte. In mehreren Quellen wird von 13 Episoden gesprochen, mir lagen allerdings alle 15 Folgen vor, die das ZDF in der deutschen Synchronisation mit Margot Leonard ausstrahlte. Mr. Macnee hat Recht, die Serie ist etwas dünn, wenn auch immer noch recht unterhaltsam, besonders die Episode „Immer die Künstler“, in der die beiden ein letztes Mal zusammenspielen, und Macnee den abgeänderten Satz „Mrs. Smythe, Sie werden gebraucht!“ zitiert.

Einen größeren Sturm entfachte ein Auftritt Diana Riggs im Theaterstück „ Abelard und Heloise“, als sie und ihr Mitspieler Keith Mitchell als erste auf einer britischen Bühne nackt auftraten. Die Zeitungen überschlugen sich. Als sie die Rolle in Amerika spielte, wurde sie als beste Schauspielerin für den „Tony Award“ nominiert.


Diana Rigg hält nicht viel vom Heiraten. Während der Emma Peel-Zeit und danach lebte sie 9 Jahre mit dem Regisseur Philip Saville zusammen. Ihre Heirat mit dem Maler Menachem Gueffen führte dann zu einer zu stürmischen Ehe, die nur 11 Monate hielt. Dem folgte eine langjährige Beziehung mit dem Immobilien-Magnaten und Schlossbesitzer Archie Stirling, den sie erst nach Jahren heiratete. Mit 38 bekam sie von ihm ihre Tochter Rachael Atlanta Stirling, für die sie ihre Arbeit einschränkte und Rollen aussuchte, die sie nicht weit fortführten.

In England gelten sie und ihre beste Freundin Vanessa Redgrave als die wahrscheinlich besten britischen Theaterschauspielerinnen. In einem Interview wurde sie einmal damit konfrontiert, dass sie mit ihrem Potential doch leicht in Hollywood Karriere hätte machen können. Um das tun zu können, war ihre Antwort, muss man stets in Hollywood präsent sein, permanent arbeiten und das erfüllen, was andere von einem wollen. Sie aber liebe sowohl die Zeit, in der sie viel und hart arbeite, aber auch die Zeiten, in denen sie nichts tue. Außerdem liebe sie die britische Art, sich über andere und sich selbst lustig zu machen. Die Amerikaner hätten in dieser Beziehung keinen Humor.

Riesenerfolge feierte Diana Rigg im Musical „Follies“ 1987, in dem sie auch tanzte und sang. 1990 erhielt sie den BAFTA, den größten englischen Fernseh-Preis für die Hauptrolle im Fernsehspiel „Mother Love“.
1994 wird sie von der Queen zur „Dame“ geadelt, was dem Ritterschlag „Sir“entspricht. 1999 erhält sie eine Professur für Theaterwissenschaften an der Oxford-Universität.
Einen weiteren BAFTA erringt sie im Jahr 2000 für ihre Rolle in den Avengers, gemeinsam mit Honor Blackman, Linda Thorson und Joanna Lumley. (Auch für Letztere ist es bereits der zweite, da Joanna 1996 einen BAFTA für Absolutely Fabulous erhielt.)

Für Diana Rigg ist Muttersein wichtig. „Rachael ist das Beste, was mir je passiert ist!“
Ende der 80er Jahre beendete Diana ihre Beziehung mit Archie, als dieser sich der jüngeren Schauspielerin Joely Richardsen, einer Tochter von Vanessa Redgrave, zuwendete. Danach gefragt, meint Diana, sie würde nichts Schlechtes über Archie zu sagen haben. Sie hätten viele glückliche Jahre miteinander verbracht.

In den 90ern lebt sie in London, hat mindestens eine Theaterproduktion pro Jahr, meist im Almeida im Westend. Sie pflegt ihre Freundschaften mit anderen Schauspielern, so auch mit Ralph Fiennes, dem späteren John Steed im Kinofilm.
Heute lebt sie teils in London und teils zurückgezogen auf einem kleinen verfallenen Schloß in Südfrankfreich in dem 86-Seelen-Dorf Mauvezin d´Armaniac. Sie geht gern spazieren, werkelt im Garten, kocht gern, verbessert ihr Französisch und vor allem pflegt sie regen Kontakt mit ihrer Tochter Rachael, die beachtlich in ihre Fußstapfen getreten ist.

Kleiner Nebenschauplatz: 2002 „entdecke“ ich zum ersten Mal Rachael Stirling in einer punkerähnlichen Rolle auf der DVD „Maybe Baby“, die ich mir wegen Emma Thompson anschaue. Sie spielt hier neben britischen Größen wie Hugh Laurie (Dr.House), Rowan Atkinson (Mr. Bean), Joanna Lumley (!) und Joely Richardson. Im November 2009 ist ihre 3-teilige Miniserie „Tipping the Velvet“ in Deutsch auf DVD erschienen, in der Rachael mit Keeley Hawes die Hauptrollen bestreitet, die - es gibt keine Zufälle - als wichtigste Referenz den Kinofilm „Mit Schirm, Charme und Melone“ aufweisen kann. Das Buch, ein Erstlingswerk von Sarah Waters, hatte in England unerwartet einen Riesenerfolg und wurde schnell in viele Sprachen übersetzt. „Die Muschelöffnerin“ ist als deutscher Titel des Buches „very british“, lässt er doch beide Deutungen völlig zu (oder offen), ihn als das zu verstehen, was die Heldin als Haupttätigkeit in einem Muschelrestaurant ausübt und/oder als das, was seine erotische Bedeutung ausmacht. „Tipping the Velvet“ (Das Violett berühren) ist übrigens ein antiquierter viktorianischer Begriff für Cunnilingus. – Genau wie ihre Mutter geht Rachael mutig ihre Rollen an. Es handelt sich um die aufwändige BBC–Verfilmung einer beeindruckenden Liebes-, Lebens- und Lesbengeschichte im viktorianischen 19. Jahrhundert. Rachael glänzt in Männerkleidung. Ihre Gestalt und ihr Gang sind sehr androgyn und erinnern höllisch an eine Figur aus den 60ern. Auch in den Gesichtszügen schimmert Bekanntes. Ich schalte um auf den englischen Originalton und es läuft mir kalt den Rücken runter. Die Frau hat eine noch dunklere Stimme als ihrer Mutter. Was sie deutlich unterscheidet von Diana Rigg ist ein irgendwie merkwürdiger, sehr eigenwilliger Blick, bei dem ich nicht wirklich ausmachen kann, wie er entsteht, ein Silberblick ist es nicht. Vielleicht ein goldener, güldener, goldiger – ich krieg es nicht raus…
Aufgrund ihrer Rolle in Männerkleidung wird sie für die Theateradaption des alten Kinofilms „Theater des Grauens“ für die Rolle angefragt, die Diana Rigg in der Filmfassung innehatte, ohne dass man wusste, dass man es hier mit der Tochter zu tun hat (Zufall, ick hör dir trapsen). Sie willigt ein. Jim Broadbent übernahm die Rolle von Vincent Price.
Rachael ist übrigens ganz verrückt nach ihrem kleinen Halbbruder, den ihr Vater mit einer neuen Ehefrau bekommen hat.

Geändert von Stefan Meduna (09.01.2010 um 23:51 Uhr)
Stefan Meduna ist offline  
Alt 09.01.2010, 22:50   #2  
Stefan Meduna
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Bonusbeitrag von Winfried Secker, Fortsetzung

Die Drehbuchautoren

Die 187 Drehbücher wurden von etwa 50 Autoren geschrieben.
Dabei ragt Brian Clemens nicht nur als Script Editor, zeitweiliger Produzent und in vielerlei anderen Funktionen als Innovator der Serie heraus. Er hat für 44 Episoden
(in einem Fall als Richard Lucas) und für 5 weitere (z. T. ohne Nennung) als Co- Autor die meisten Drehbücher geschrieben und war mehrmals am Tage während der Drehtage zur Stelle, wenn nach dem „Gouverneur“, so sein Spitzname vor Ort, um Hilfe geschrieen wurde, weil Dialoge ad hoc umgeschrieben werden mussten. Auch betreute er andere Drehbücher und rundete sie ab. So schrieb er auch die Schlussszene der Serie für die letzte Episode „Emily“. Anscheinend hat Brian sein Schreibtalent von seinem Vorfahren Samuel Longhorn Clemens geerbt, der als Mark Twain bekannt ist.

Brian produziert, dreht und schreibt bis heute, letzteres auf derselben Schreibmaschine wie damals, im schnellsten Zweifingersuchsystem der Welt.
Viele der herausragendsten Stories sind von ihm, z. B. „Die Nacht der Sünder“, „Ausverkauf des Todes“ oder „Das Häuschen im Grünen“.

Am zweithäufigsten finden wir Philip Levene mit 19 Drehbüchern. Er brachte die Psycho- und Science-Fiction orientierten Themen ein. Er verfasste die ersten beiden „Roboter“-Folgen, außerdem „Wer ist wer?“, „Mörderischer Löwenzahn“ und „Haben Sie es nicht ein bisschen kleiner?“. Als die Episoden mit Tara King realistischer werden sollten, wurde leider allzu schnell auf ihn verzichtet.

Roger Marshall ist der Dritthäufigste mit 11 Drehbüchern und 2 als Co-Autor. Er schrieb „Die fehlende Stunde“ und „Mrs Peel, zum ersten, zum zweiten, zum dritten“.

Dennis Spooner war ein sehr versierter Autor, der Drehbücher für viele Serien schrieb. 10 Scripts und zwei weitere als Co-Autor verfasste er für diese Serie. Spooner verfasste „Vor Clowns wird gewarnt“ und für die New Avengers „Tödliches Training“, „Das Ungeheuer“ und „Doppelgänger“ als Co-Autor. Insgesamt 23 der 26 New Avengers- Folgen wurden von Clemens oder Spooner geschrieben.

Jeremy Burnham war mit nur 5 Scripts zwar nicht der Nächsthäufigste, es hat aber eine besondere Bewandtnis mit ihm: Als Schauspieler begann er als der Pastor in „Stadt ohne Rückkehr“ die Serie so zu lieben, dass er mit dem Schreiben begann und für 5 Folgen Drehbücher lieferte und noch einmal in „Schock frei Haus“ mitspielte.



Die besten Episoden:

2. Staffel: (Cathy Gale, Venus Smith, Dr. Martin King s/w, nicht auf Deutsch)

Aus realistischem Krimi wird etwas ganz Besonderes.
Besprochen von Michael Köhler

032 Mr. Teddy Bear
Als ein TV-Moderator einen Reiseautor live interviewt, bricht dieser Tod zusammen - erste Episode der 2ten Staffel mit Geheimagent John Steed. Gleichzeitig Auftakt von Neuzugang Dr. Catherine Gale (Honor Blackman), einer Anthropologin mit Judoexpertise. Kleine, mit Zeitzünder gespickte Zyanidkapseln und ein dubioser „Mr. Teddy Bear“ spielen die Hauptrollen.

037 Death Of A Great Dane
Diamanten im Magen eines Autounfallopfers verblüffen John Steed und Catherine Gale. Weitere Nachforschungen ergeben, dass das Vermögen eines im Sterben liegenden Menschenfreunds systematisch ausgenommen und außer Landes geschmuggelt wird. Nochmals verfilmt in Staffel fünf als das „50.000 Pfund Frühstück“.

042 Warlock
Ein Raketenforscher fällt urplötzlich ins Koma, verschwindet dann ganz. Steed und Mrs. Gale finden heraus, dass der Wissenschaftler Okkultismus praktizierte. Als er tot aufgefunden wird, begibt sich das Agentenpaar Undercover in die Welt der Schwarzen Magie. Eigentlich als Debüt von Cathy Gale geplant, musste die Folge bei Ausstrahlung schließlich mit diversen Schnitten verändert werden. Mit "Bösewicht" Peter Arne. In gewisser Weise Urversion von „Afrikanischer Sommer“.

045 The Golden Eggs
Als bei einem Wissenschaftler eingebrochen, ohne dass tatsächlich etwas entwendet wird, schöpft Steed Verdacht. Schließlich kommen er und Biochemieexpertin Mrs. Gale Goldenen Eiern aus einer Kunstsammlung auf die Spur, die einen tödlichen Virus enthalten.

047 The White Dwarf
Angeblich bedroht ein auf die Erde zusteuernder "Weißer Zwerg" das Leben der Menschheit. Bevor ein Astronom die fatale Neuigkeit kundtun kann, wird er ermordet. Diverse Bösewichter, aber auch die Geheimabteilung der Regierung rangeln um einen Meteor, der unseren Heimatplaneten dann aber doch verschont.

3. Staffel: (Cathy Gale s/w, nicht auf Deutsch)

Erster Höhepunkt der Serie, bevor sie auf Film ging und weltweit exportiert wurde.
Besprochen von Michael Köhler

053 Brief For Murder
Mrs. Gale inszeniert ihren eigenen Tod, um gemeinsam mit Steed zwei korrupte Anwälte einer Kanzlei zu überführen. Mit viel Wortwitz, verblüffenden Wendungen und erstmals mehr Außenaufnahmen ein gelungener Start der 3. Staffel, die schon deutliche Züge von Gales Nachfolgerin Mrs. Peel trägt.


058 The Man With Two Shadows
Für diese Zeit erstaunlich freizügige Episode, in der sowohl Mrs. Gale in Reizwäsche, als auch ein durch einen Doppelgänger ausgetauscher Geheimagent in Leopardenunterwäsche durchs Bild stapft. Als auch Steed durch ein Double ausgetauscht werden soll, tritt Judoexpertin Gale effektvoll in Aktion. Kurios: Agent Borowski hat so viele falsche Identitäten und Hirnwäschen hinter sich, dass er sich an seine tatsächliche nicht mehr erinnern kann.

059 Don't Look Behind You
Als Mrs. Gale der Einladung in das einsame Landhaus eines renommierten Historikers folgt, geschehen dort recht eigenartige Dinge. Der Gastgeber taucht erst gar nicht auf, dafür eine seltsame bizarre Dame mit morbiden Neigungen. Bald schon wird Cathy klar: Sie ist dem Mordkomplott eines Feindes aus der Vergangenheit in die Falle gegangen. Wird Steed rechtzeitig da sein, um die furchtlose Agentin aus misslicher Lage zu befreien? Remake als „The Joker“ in Staffel 5.

060 The Grandeur That Was Rome
Seuchen und Missernten suchen die Welt heim. Steed und Cathy finden bei gezielten Recherchen heraus, das der Großindustrielle Bruno das Römische Reich mit sich als Cäsar neu erschaffen möchte. Mit einigen Tricks legen sie dem Möchtegern-Caligula schließlich das Handwerk.

061 The Undertakers
In einer Altersresidenz für Millionäre wollen sich Wohlhabende mit Steuerproblemen ihrer Sorgen entledigen, werden aber von geldgieriger Geheimorganisation ermordet und jeweils durch einen Strohmann ersetzt. Cathy Gale heuert im Pflegeheim an, durchkreuzt Pläne nach wilder Jagd durch den Seniorenpark.

063 Build A Better Mousetrap
Sportlich raubeinig schließt sich Mrs. Gale einer Motorradgang an. Aber nur um Steed zu helfen, seltsame Vorgänge in einem Landstrich zu eruieren, als dort die Elektronik immer wieder flächendeckend versagt. Nur zögerlich und mit List und Tücke tragen die ältlichen Schwestern Peck zur Aufklärung bei.

066 The Secrets Broker
In einer Weinhandlung taucht der gedungene Killer eines Geheimagenten unter. Steed findet heraus, dass es da einen unterirdischen fotografischen Dunkelraum gibt. Genug Beweis, dass hier was nicht stimmt. Mit im Boot sitzt auch noch eine Hellseherin, die mit ihrer Spiritualität Klienten erpresst.

070 Dressed To Kill
Eine Kostümparty zu Silvester im fahrenden Zug endet für „Cowboy“ John Steed auf stillgelegter Strecke. Nach und nach werden sämtliche Insassen gekillt. Nur gut, dass die schlagfertige Mrs. Gale als Mönch verkleidet, beherzt eingreift. Eine Neuverfilmung gab es in Staffel 5 als „The Superlative Seven“.

073 Mandrake
Steeds Spürsinn für Foulplay wird entfacht, als ein wohlhabender Freund plötzlich seine letzte Ruhe auf einem Friedhof in einem kleinen Dorf in Cornwall findet. Diverse weitere Millionäre enden ebenfalls dort, wie Steed und Mrs. Gale bald herausfinden. Eine Zinnmine, sowie mit hohen Dosen Gift verseuchte Erde bringen den Fall zur Klärung, in dessen Verlauf Honor Blackman vor laufender Kamera einen Stuntman bewusstlos schlug.

076 The Charmers
Steed gerät unter Verdacht, mehrere Morde an der Gegenseite verübt zu haben. Als es weitere Opfer auf den anderen Seite zu beklagen gilt, wird schnell klar: Eine dritte Partei ist Drahtzieher. Getrennt gehen Steed und Mrs. Gale mit jeweils einem weiteren Partner der Gegenseite auf Verbrecherjagd. Eine Schule für Gentlemen liefert schließlich die verblüffende Lösung. In Staffel 5 als „Correct Way To Kill“ erneut verfilmt.

077 Esprit De Corps
Mrs. Gale erfährt, dass sie von altem Adel abstammt. Genauer gesagt, der Linie von Mary Stuart. Gekrönt wird sie allerdings nur, wenn sie als Quasi-Thronanwärterin, einen dubiosen militärischen Coup zum Gelingen verhilft. Steed verhindert das in letzter Minute. (Und Elizabeth von und zu Windsor bleibt samt Mischpoke auf dem Thron.)

078 Lobster Quadrille
Mrs. Catherine Gale zieht zum letzen Mal ihren hautengen Lederanzug samt Stiefel an, bevor sie endgültig Goodbye sagt, um mit James Bond in Fort Knox „Goldfinger“ das Handwerk zu legen. Doch zuerst gilt es einen Fall um einen Schmugglerring zu lösen, bei dem die tapfere Agentin beinahe bei einem Brand ums Leben kommt.

4. Staffel: (Emma Peel s/w)

Auf DVD: Kinowelt Edition 1
Bei dieser Staffel handelt es sich um das Herzstück der Serie.
Ab hier besprochen von Winfried Secker.

Meine 3 Lieblingsepisoden dieser Staffel sind:

09: Die fehlende Stunde
Ellenlange Szenen mit keinem Geringeren als unserem Lieblingspärchen,
weitgehend ohne weitere Mitspieler mit abgefahrenen Dialogen und bizarren Situationen.

19: Gefährliche Tanzstunde
Mrs. Peels Tanzkollege attackiert sie sexuell. Der ungalante Schmierlappen wird herrlich gespielt von Maurice Kaufmann, der durch den Rat an seine Ehefrau Honor Blackman als Cathy Gale, die Rolle wie einen Mann zu spielen, bereits vorher Entscheidendes zu der Serie beigetragen hatte. Mit der für mich schönsten und poetischsten Schlussszene der ganzen Serie, in der Steed und Mrs. Peel tanzend in den Wolken verschwinden.

21: Die Nacht der Sünder (engl.Originaltitel: “A Touch Of Brimstone” (Ein Hauch Schwefel), Arbeitstitel: “The Hellfire Club”)
Die Verbotene Episode! Orgastische Feiern mit mittelalterlichen Bräuchen könnten Steed die Finger kosten und die Haut (oder die Unschuld?) der nur notdürftig durch Korsage und Stachelhalsband geschützten Mrs. Peel. Mit einem toll spielenden Peter Wyngarde als Cartney, Chef des reanimierten Hellfire-Clubs aus dem 18. Jahrhundert. Bei der einzigen Ausstrahlung der Episode im England der 60er Jahre wurden die Peitschenhiebe von 9 auf einen reduziert. In Deutschland wurde gleich die ganze Folge wegreduziert, in USA explizit verboten. 1995 synchronisiert, wurde sie zuerst nur spät nachts, "versteckt" ausgestrahlt.

23: Das Häuschen im Grünen
(engl. O-Titel: „ The House That Jack Built“ meint: ein Haus, auf Sand gebaut)
Mit vielen Hinweisen zu Mrs. Peels früherem Leben als Emma Knight. Sehr spannend!!

26: Honig für den Prinzen
Herrlich leichtfüßige Episode. Mrs. Peel wird in einen Harem abgeschoben. Steed versucht Mrs. Peel in den Harem zu folgen, aber nur Eunuchen dürfen rein. Verpasst auf keinen Fall Mrs. Peels Tanz der sieben Schleier. (Quizfragen: Die wievielte Frau des Prinzen soll Mrs. Peel werden? Wie viele Ziegen ist sie dem Prinzen wert? Wie reagiert Mrs. Peel, als der Prinz nach Verhinderung eines Attentats Steed die Hälfte seines Harems überlassen will? Und wie reagiert Steed? Fällt eigentlich auch der siebte Schleier? Wo befindet der sich eigentlich?)

Jetzt sind es doch 5 Lieblingsfolgen geworden.
Aber selbst das ist gelogen!
In Wirklichkeit sind es 25 in dieser Staffel!
Alle Folgen der Staffel sind so außergewöhnlich gut, dass sie mit der Folge „Das 13. Loch“ höchstens einen leichten Ausfall enthält.

Patrick Macnees Lieblingsepisoden:

13: Weihnachten - ein Alptraum
Steed plagen Albträume, die sich als vorausschauend entpuppen.

04 Ausverkauf des Todes
Seltsame Vorfälle im Kaufhaus. Komik und Kämpfe überschlagen sich, als hätten sich die Marx Brothers ins Kaufhaus verirrt. Eine der besten und lustigsten Episoden.
Regie: Charles Crichton (Ein Fisch namens Wanda)

Die 5. Staffel: Emma Peel
(Kinowelt Edition 2) ab hier in Farbe
Kleine Veränderungen zeigen bereits den stärkeren Einfluss der Amerikaner.
Nur in dieser Staffel findet das hübsche: „Mrs. Peel, wir werden gebraucht“ mannigfaltige Wege, seine Adressantin zu erreichen.
Leder wird nun nur noch bei Autositzen verwendet (bis auf eine einzige Ausnahme in „Sie wurden soeben ermordet“). Aber Mrs. Peel punktet jetzt dafür mit ihren „Emmapeelern“, wie ihre Anzüge in weicheren Stoffen am Set genannt werden.

Meine 3 Lieblingsfolgen in dieser Staffel sind:

16: Wer ist wer?
Wir ziehen die Melone vor Philip Levene. Hier hat er sich selbst übertroffen; dazu tritt er noch als Agent Narzisse auf, um alsbald wunderschön hin zu scheiden. Dies ist eine herrlich verwirrende Hirnaustauschgeschichte, in der unsere Helden mit den Hirnen der Bösewichter Basil und Lola, aber mit unversehrten Körpern, diverse unanständige und politisch unkorrekte Handlungen begehen dürfen. Dazu Steed über Basil in Steeds Körper: „Ein Mann, der die Enden seiner Zigarre abbeißt, ist zu allem fähig!“ (Steed muss es ja wissen: in den Vor– Emma-Peel-Zeiten tat er genau dies.) Die wunderbare Patricia Haines (als Lola und Emma Peel) trat hauptsächlich im Theater und im TV auf. Sie beehrte die Serie zusätzlich als Laura in „The Nutshell“ und als Holly Trent in „Club der Hirne“.

6/04: Mit 160 aus dem Stand
Ein rasantes Rennen um einen Schatz mit flotten alten englischen Autos und flotten, rasanten Sprüchen. Die Episode, bei der das Publikum bei Großaufführungen am meisten lacht.
Das Autorennen in dieser Folge ist in England so beliebt, dass die „ Avengers“- Fans es seit langem mit einem Schatzsuche-Autowettrennen jährlich wiederholen! Gaststar: Ivor Dean als Bates. Mein Lieblingsnebendarsteller in den „Avengers“ neben Peter Wyngarde und Jennifer Croxton!
Ivor Dean war Theaterdirektor in der Nähe Londons und trat mehrmals in der Serie auf. Bekannt auch als Inspektor Claude Eustace Teale in „Simon Templar“ (mit Roger Moore). Er hat er eine beachtliche britische Filmografie, die aber nicht seine wichtigste Rolle aufführt, die ihn in Deutschland ab den 60ern legendär werden ließ: er spielte den einbeinigen Piraten „Long John Silver“ im ZDF- Weihnachts-Vierteiler „Die Schatzinsel“ (Treasure Island im Original, neben einem sehr jungen Michael Ande), indem er alle Facetten seines schauspielerischen Könnens zeigte. Verweist der Originaltitel dieser Avengers-Folge „Dead Man´s Treasure“ („Eines toten Mannes Schatz“ oder auch „Schatzinsel“, da es eine Insel namens „Dead Man“ gab) nicht bereits darauf?

07: Der Geist des Duke von Benedikt
Köstliche Auseinandersetzung zwischen Geisterfreunden und Geisterjägern.
Gaststar: Julian Glover (James Bond, Star Wars, Indiana Jones).

Die eine oder andere Info:

03: Fahrkarten in die Vergangenheit
Geoffrey Bayldon, ein schmaler Mann und hervorragender Theaterschauspieler, tritt in dieser Zeitreise-Episode als Steeds Helfer Clapham auf. Jahre später sollte er als der Zeitreisende Catweazle weltberühmt werden.

06: Der geflügelte Rächer
Köstliche Folge über das „Wahrwerden“ von Comicgeschichten.

10: Duplikate gefällig?
Patrick Macnee und Christopher Lee kennen sich seit ihrer Schulzeit. Beide 1922 geboren, spricht Lee Macnee heute noch mit Smee an, benannt nach einer Rolle, die er mit 7 Jahren in Eton auf der Schultheaterbühne spielte. Wenig bekannt ist, dass Mr. Lee ein hervorragendes Deutsch spricht und es sich bei einigen seiner Filme nicht nehmen ließ, seinen Part auch in Deutsch zu sprechen. Er ist 2009 von der Queen zum „Sir“ ernannt worden.

11: Filmstar Emma Peel
Blöd. Ohne gescheiten Plot. Überkandidelt. Alles ohne Frage. Wie tötet man Emma Peel? Mit Schwachsinn? Geben Sie Ihr Gehirn einfach an der Garderobe ab! Quasi eine Komik-Version von „Das Häuschen im Grünen“, in der es um die Vernichtung von Emma Peel geht. Wir erleben Emmas Hochzeit mit, weinen an ihrem Grab und bewundern und verabscheuen einen wieder mal herrlichen Peter Wyngarde in verschiedenen Rollen, als wär´ er bereits Jason King. Seine Karriere bekam später einen Knick, als die Presse ihn als Liebhaber junger Männer an die Öffentlichkeit zerrte. Die heruntergelassene Hose machte seiner beeindruckenden Darstellungskunst keinen Abbruch. Er steht bis heute noch auf Shakespeares Bühnen.

12: Fliegen Sie mal ohne
Zwei Weltstars: Charlotte Rampling und Donald Sutherland. Nach der Methode „Zehn kleine Negerlein“ wird ein Teilnehmer nach dem anderen ausgeschaltet.

6/01: Und noch einmal Roboter
Gaststars: Peter Cushing, Charles Tingwell. Peter Cushing war nicht nur eine Ikone des Horrorgenres. Persönlich war er ein Gentleman durch und durch. Charles Tingwell wurde in Australien geboren. In England spielte er in über 80 Kinofilmen und TV- Serien. Seine bekanntesten Rollen dürften die des Inspektors Craddock in den Miss Marple-Filmen mit Margaret Rutherford und die von Harolds Vater in “Catweazle” sein. Ende der 70er kehrte er nach Australien zurück, wo er weiterhin in TV-Serien und Filmen auftrat.

Die 6. Staffel: Tara King
Kinowelt Edition 3 /Teil 1 und Teil 2 (in 2 Boxen)
Viele Episoden dieser Staffel sind überraschend gut. Das Team, die guten Skripts und vor allem die Unterstützung durch Patrick Macnee tragen die unerfahrene Linda Thorson.

Meine 3 Lieblingsfolgen in dieser Staffel sind:

08: Spieglein, Spieglein in der Hand
Die an 8. Stelle gesendete ist eigentlich die 16. produzierte Episode. Ab der Mitte der Staffel wirkt Linda Thorson kompetenter. Hier trägt sie zum ersten Mal ihr (wieder gewachsenes) eigenes Haar. Stiefel, Hosenanzug, Mütze, Bubikopf stehen gut zu ihrem klaren, pfiffigen Gesicht. Ihr starker körperlicher Einsatz bei den vielen Stunts in dem dankbaren Set eines spektakulären Leuchtturms lassen sie sehr burschikos und zum ersten Mal wirklich sexy erscheinen. Man bekommt eine Ahnung davon, was ein Regisseur wie John Huston bereits vorher als ihr Potential gesehen haben mag.

11: Vor Clowns wird gewarnt
Vollkommen durchgeknallte Episode mit Clowns und schwarzem Humor en masse. Die Szenen mit John Cleese (Monty Python, FawltyTowers) sind für sich genommen bereits erste Sahne. Der in England bekannte Pantomime Julian Chagrin spielt Clown Jennings (der mit dem Pelzmantel). Er und Linda Thorson wurden ein Paar und nach der Serie arbeitete Linda für eine gewisse Zeit als seine Assistentin.

17: Remak
Nicht unerwähnt bleiben darf der einzige, aber exquisite Auftritt von Jennifer Croxton als Steeds Partnerin Lady Diana Forbes-Blakeney während eines Urlaubs von Tara King. Beachtenswert das Zusammenspiel von Macnee und Croxton! Sie wäre eine würdige Nachfolgerin von Mrs. Peel gewesen.

Linda Thorsons Lieblingsfolge: Pandora
Patrick Macnees Lieblingsfolgen: auch die Folgen 08 und 11!

Die eine oder andere Info:

01: Auf Wiedersehen, Emma
Die letzte und 51. Emma Peel-Episode wurde von Brian Clemens als Übergangsfolge konzipiert. Sie startet mit dem Emma Peel-Vorspann und endet mit dem Tara King-Abspann. In manchen Staffelauflistungen wird sie der Emma-Staffel zugeordnet, in der Kinowelt- DVD- Veröffentlichung der Tara- King- Edition.
„Und nicht vergessen: in gefährlichen Situationen nicht die Melone abnehmen. So mancher Gentleman hat sich dabei schon den Schnupfen geholt.“
(Emmas legendäre Abschiedsworte zu Steed)
Als Mrs. Peel in ihrer letzten Szene von Peter Peel abgeholt wird, ist dieser nicht nur gekleidet wie John Steed, er sieht ihm auch noch verblüffend ähnlich.

Weitere sehr gute Episoden:

13: Wer ist John Steed? (Erfindung der „direkten plastischen Gesichts-Chirurgie“) 15: Durch und durch verrottet 21: Herz ist Trumpf
22: Urlaub auf Raten (Vorwegnahme von „Und täglich grüßt das Murmeltier")
24: Club der Gaslichtmörder 30: Stille Tage auf dem Land (Ungewöhnlich böse Folge mit avantgardistischen Dialogen) 33: Nächster Aufenthalt: Paradies (Sehr starke Abschluss-Szene) Der Rest der Episoden ist durchwachsen.

Der Tiefpunkt der Staffel: 26: Mutters Erzählungen.
Brian Clemens Versuch, aus dem unsäglichen Material von John Bryce noch was zu basteln. Die beiden Tanten (aus dem neu gedrehten Zusatz-Material) wären ausbaufähig gewesen. 1. Platz bei Dave Rogers Fanzine „On Target“–Fanbefragung, Kategorie: „Schlechteste Folge“ mit 216 Stimmen.
Weit abgeschlagen auf Platz 2: „Vorsicht Hochspannung“ mit nur 48 Stimmen. Obskurerweise rangieren die beiden Superfolgen „Wer ist wer???“ und „Vor Clowns wird gewarnt“ (mit John Cleese) auf Platz 3 (46 Stimmen) resp. Platz 8 (26 Stimmen). Letztere erhalten aber auch sehr viele positive Wertungen.


Die 7.Staffel: Steed, Purdey & Gambit

Kinowelt Edition 4/ Teil 1 und Teil 2
(Im Original heißen sie „The New Avengers“ und hatten 2 Staffeln mit je 13 Folgen.)

Meine 3 Lieblingsfolgen in dieser Staffel sind:

11:Schlaf über der Stadt
Alles, was nicht in Schlaf gefallen ist, soll von den Bösen eliminiert werden. Und Steed, Purdey und Gambit sind hellwach!

08: Doppelgänger
Und einen hübschen Purdey & Gambit Schlagabtausch obendrauf.

16:Tote Männer sind gefährlich
Diese Folge glänzt durch eine lange Szene, in der sich Steed an die herrlichen Zeiten
mit alten Gefährtinnen erinnert.

Ganz nett anzuschauen sind auch:

01 Das Adlernest , 04 Das stählerne Monster (die 3. Roboter-Folge),
09 Das geheimnisvolle Ypsilon (ohne 70er Jahre-Generve)
05 Die weiße Ratte ( mit der Rückkehr von Ian Hendry, dem ersten Partner Steeds vor 17 Jahren)
12: Das Ungeheuer

Brian Clemens wollte mit den „New Avengers“ eine Serie wie „Starsky und Hutch“ produzieren, die auch Amerikanern im mittleren Westen gefallen könnte, mit Purdey und Gambit. Aber die französischen Geldgeber bestanden auf Patrick Macnee als Steed. Tatsächlich haben wir es hier mit einer anderen Serie zu tun. Das heißt: man lässt sich auf das typische Geballere, Autoverfolgungsjagden, Backenbärte, Explosionen und Gambits Anmachsprüche der 70er Jahre ein. Dennoch findet sich auch hier die eine oder andere Perle, inklusive einer 4-Sekunden-Überraschung in „Der Drache erwacht - Teil 1“, die selbstverständlich hier nicht preisgegeben wird.
Dessen ungeachtet glänzt die Serie immer noch mit Mr. Macnee als Steed.

Geändert von Stefan Meduna (09.01.2010 um 23:12 Uhr)
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Alt 09.01.2010, 22:56   #3  
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Wie ging es nach der Serie weiter?

Ein Theaterstück „The Avengers“ scheiterte kläglich im Londoner Westend. Zum Glück für ihn hatte Patrick Macnee diesmal nicht zugesagt, den Steed zu spielen.

Die Radioshow

120 Länder hatten die Serie übernommen. Nur ein Land nicht: Südafrika! Warum?
Ganz einfach: Es gab dort noch kein Fernsehen! Ab Januar 1972 sendete man dort eine Avengers-Radioshow, durchsetzt mit Werbung. Angelehnt an den TV-Drehbüchern sprach Donald Monat den Steed und Diane Appleby Mrs. Peel. Selbst als die aktuellsten Tara King-Drehbücher zugeschickt wurden, blieb man in Südafrika bei dem beliebten Paar Monat/Steed und Appleby/Peel. Insgesamt wurden 83 Hörspiele in einem Zeitraum von 2 Jahren produziert. Auch hier wurden unglücklicherweise aus ökonomischen Gründen die Original-Bänder überspielt. Nur Dank des Radiofans John Wright und seines Tonbandgerätes überlebten 19 komplette Episoden, die er 2002 zur Verfügung stellte, so dass das Ehepaar Alys und Alan Hayes die alten Bänder frisch aufarbeiten konnten und die Hörspiele von der Radio-Download-Site ihrer Homepage „The Avengers Declassified“ herunter ladbar sind.


„Mit Schirm, Charme und Melone“ - der Kinofilm

mit Ralph Fiennes und Uma Thurmann

Was daran funktioniert und was nicht:
Das Beeindruckende an dem Kinofilm sind die vielen Querverweise zu Handlungen, Charakteren und Dialogen der Originalserie. Er hat viele wunderbare Szenen und Ideen. Deswegen lohnt es sich, den Film anzusehen. Dennoch: die Kritik hat ihn zerrissen, wir Fans fanden ihn misslungen. Trotz vieler guter Zutaten und zwei in anderen Filmen hervorragenden Hauptdarstellern funktioniert er nicht! Die zwei wichtigsten Gründe einer Erklärung sind für mich:

1. Diana Rigg und Patrick Macnee hatten eine spezielle Chemie miteinander, voller Charme, Ironie und gleichberechtigter Beziehung. Alles geschah mit einer britischen Leichtigkeit, der Haltung der Gentry: Man lässt sich auf keinen Fall die Mühe anmerken. Diese Messlatte lag sehr hoch. Und wurde von Thurman und Fiennes nicht annähernd erreicht. Ralph Fiennes schien sich in vielen Szenen nicht wohl zu fühlen. Uma als Emma ist eine eiskalte Leder-Sex-Granate, die über Steed steht und nicht auf Augenhöhe. Wärmender Charme und britische Ironie gehen ihr völlig ab.
Von irgendeiner gearteten Chemie zwischen beiden ganz zu schweigen.

2. Die Originalserie hatte eine hochemanzipatorische Grundhaltung in einem fest gefügten, sich stets wiederholenden Konzept. Letzteres ermöglichte es einem noch weitgehend konservativen Publikum, trotz der skurrilen Fälle, den exzentrischen Charakteren, den damals noch weitgehend unbekannten britischen Humor, vor allem von der lockeren und gleichberechtigten Kommunikation zwischen diesen beiden Ausnahmemenschen Peel und Steed fasziniert zu sein. Mit Schirm, Charme und Melone brachte geballte Ladung Neues bis hin zum Tabubruch.
Eine Erwartung an einen heutigen Kinofilm, dass er eine entsprechende Wirkung hat wie die Serie damals, muss zwangsläufig enttäuscht werden, da der gesellschaftliche Hintergrund nicht mehr vorhanden ist.
Für mich unsäglich ist der Show-Down, der eher einem James Bond-Film entspricht. Unfreiwillig „gut“ ist er da, wo deutlich erkennbar ein Stunt-MANN (!) statt Uma an einem Seil lang hangelt.

Mein Tipp: Der „Mit Schirm, Charme und Melone“ - Kinofilm funktioniert etwas besser und lässt sich als Fan besser „ertragen“, wenn man sich vorstellt, die Uma-Emma sei die Tochter von Diana-Emma und Ralph-Steed sei der Sohn von Patrick-Steed.

„The Rear Arranger“ - der unbekannte „andere“ Film

Obwohl es sich um eine amerikanische, fast zeitgleiche, weitgehend unbekannte Verfilmung handelt, haben hier trotz der anspruchslosen Handlung und einer zeitsparenden Unterproduktion Leute mitgearbeitet, die man als wahre Kenner der Originalserie bezeichnen kann. Gerade die flott abgedrehten Szenen zeigen in ihrer Unbekümmertheit und Geradlinigkeit eine verblüffende Leichtigkeit und Ironie, die fast an eine Folge des Originals glauben lässt. Aber nur fast; das, was es hier zu sehen gibt, wird gemeinhin einem anderen Genre zugerechnet. Schon der Originaltitel „The Rear Arranger“ statt „The Avengers“ weist schon sehr subtil mit „Der Hintenrum Arrangierer“ auf eine „werkgetreue“ Verarschung hin:

Ein diabolischer Meisterverbrecher hat einen Sexstrahler erfunden, der die Beschossenen enthemmt. Mrs. Erma Peal und Stead begeben sich auf die gefährliche Mission, denn die Moral des Königshauses könnte gefährdet sein. Die attraktive Mrs. Peal trifft einen blonden Hünen.
„Blond! James Blond!“ Man trinkt Champagner, der Sexstrahler geht in Aktion, man fällt übereinander her, der erste Höhepunkt, auf den wir in der Originalserie immer verzichten mussten: Die flotte Mrs. Peal lässt die Hüllen fallen! Der Teppich wird schwer strapaziert.
Am Morgen danach begibt sich eine laszive Mrs. Peal in ihren Lackanzug und wird unverhofft entführt. Agentenkollege Sean Drake (als Nummer Sex, kleiner interner Scherz, der nur im deutschen funktioniert, weil 6 und Sex gleich ausgesprochen wird) und Steed sind dem Versteck der Sexkanone näher gekommen, dringen in einen verdächtigen Keller ein, werden sexbeschossen und befreien eine aufgeregte Mrs. Peal von Fesseln und Lackanzug.
Die talentierte Mrs. Peal revanchiert sich umgehend bei beiden; die Gentlemen danken ihr synchron von vorn und von hinten. Steed will sich dabei keinen Schnupfen holen, er behält in diesen konfektionslosen Zeiten seine Melone auf.

Eine gelungene Besetzung. Die charmante Erma ist nicht nur ausgesprochen hübsch, sie erledigt ihre "Stellung" auch mit erkennbarer Freude und Hingabe. Der elegante Mr. Stead benötigt zum hinkenden Gang einen Stock, eine Reminiszenz an den im Alter gehbehinderten Mr. Macnee.

„Mit Schlitz, Schwanz und Melone“ ist der naheliegende, etwas phantasielose deutsche Titel, unter dem der Film ab 18 auf DVD erwerbbar ist. Eine von zu lang geratenen Stellen abgespeckte Version mit dem vieldeutigeren Titel „Mit Stil, Scham und Oben Ohne“ kursiert unter Fans. Gespielt wird Mrs. Peal von der Amerikanerin Nici Sterling. Ob dies ihr richtiger Name ist, oder eine Namensanlehnung an Diana Rigg, die ja auch ein „Stirling“ ist, da sie mit Archie Stirling verheiratet war, ist nicht bekannt.


Mit Comic, Kram und Krempel

Tücher, Bücher und Fanartikel
Eine der ungewöhnlichsten Merchandise-Artikel sind die Emma Peel-Kollektion, Anzüge und Schuhe zu der Serie, die bereits am Montag nach der Ausstrahlung in den englischen Geschäften zum Kauf bereitstanden. Das spektakulärste Spielzeug waren die Metall-Miniaturautos: Steeds Bentley und Mrs. Peels Lotus Elan inklusive den beiden Figuren Steed und Peel nebst klitzekleinen Schirmchen. Von Corgy produziert, gehören sie heute zu den meist gesuchtesten Devotionalien der Show.

18 offizielle Romane erschienen zu der Serie. „Dead Duck“ und „Deadline“ sind die am Besten geschriebenen. Sie stammen von Patrick Macnee (als Co-Autor) und dem Schriftsteller Peter Leslie. Dies ist vermutlich das erste Mal, dass ein Schauspieler zusätzliche Geschichten zu einer Serie schreibt, in der er selbst als Protagonist mitwirkte. Recht gut geschrieben sind die einzigen auch in Deutsch bei Heyne veröffentlichten Romane von John Garforth, obwohl er Mrs. Peels Charakter verfälscht, sie oft ängstlich oder in Panik darstellt. Der vierte Roman „Heil Harris“ wurde uns wegen des Nazi-Themas vorenthalten.
Ein Roman setzt den Kinofilm um und ein halboffizieller Band, in welchem Steed und alle Partner/innen vorkommen, wurde von Dave Rogers geschrieben.



Dave Rogers, „der größte „Avengers“- Fan der Welt“

17 mir bekannte Sekundärbücher wurden zur Serie geschrieben. Der Journalist Dave Rogers hat nicht nur 8 davon (zwei als Co-Autor) bestritten, er hat außerdem zwei Fanzine-Reihen in den 70er bis 90er Jahren herausgegeben: 15 „On Target“ und etwa 18 „Stay Tuned“. Ohne diese Werke und seine Recherchen hätten wir jahrzehntelang kaum etwas über die Serie erfahren. – Die erste Videoproduktion in den 90ern kurbelte wiederum die Merchandise- Industrie an: So wurden von 1992-95 drei Trading-Card-Sets von Cornerstone mit insgesamt 261 Photocards und einigen Special Cards produziert, mit Texten von Dave Rogers. Ab 2001 folgten weitere Tradingcards von „strictly ink“ mit zwei mal 100 Karten und Specials (beim zweiten Set sind 25 Special-Cards gelistet). Ein drittes Set mit Bildern von den „New Avengers“ folgte. Seit 1998 erscheint jedes Jahr ein Avengers-Kalender.
Text: Von wem wohl?

Steed und Peel als Sammler-Puppen-Set

Beeindruckend sind die beiden limitierten Sammler-Puppen-Sets mit je einer Emma und Steed- Puppe pro Set, 30cm groß, mit echten Kleidern und einer für Puppen ungewöhnlich großen Ähnlichkeit im Gesicht. Das erste Set ist seit Jahren vergriffen, das zweite liegt bei etwa 95.-€. Angekündigt sind ein Set mit Steed und Tara King.

Mit Schirm, Charme und Melone: Die Comics

Dieser Beitrag ist reich illustriert in dem Comicfach-Magazin „Die Sprechblase“ Nr.216 (Dezember 2009) abgedruckt.

The Strange Case of the Green Girl
Wahrscheinlich kein Comic, eventuell ein Photocomic, aber ungewiss, da äußerst selten und verheißungsvoll. Es handelt sich um eine 12-seitige, mit Photos versehene Beilage zu dem Magazin „Man´s Journal“ mit der Story „The Strange Case of the Green Girl“, geschrieben von Brian Clemens, in der Steed, auf Photos dargestellt von Patrick Macnee, einen Superschurken sucht, der die aparte Miss Jade gefangen hält, die von keiner Geringeren als Jane Birkin dargestellt wird. (Anm. am Rande: ich sah Birkin erst vor kurzem in einem unglaublich beeindruckenden Konzert, in dem sie unter anderem ihrem lange verstorbenen Mann, dem charismatischen Musiker Serge Gainsbourg, Referenz erweist.)

Prinz Eisenherz
ist ein Comic mit 2 Realverfilmungen. Was hat er mit „Schirm, Charme und Melone“ zu tun? Joanna Lumley spielt die Fee Morgana in der Prinz Eisenherz-Verfilmung von 2001 vom deutschen Produzenten Eichinger.
Eine zweite Verbindung scheiterte leider an der Ungnade der späten Geburt. Sie betrifft den ersten Eisenherz-Film von 1954 mit Robert Wagner. Margot Leonard, Dauersynchronsprecherin von Janet Leigh und Hauptstimme von Emma Peel war zu jener Zeit noch zu jung, um Janet Leigh als Aleta sprechen zu können.

Wiederveröffentlichung der Peter Wyngarde-CD

Peter Wyngarde: When Sex Leers Its Inquisitive Head, RPM
Rezension von Michael Köhler

Nicht nur durch seine Traumrolle als poppig gekleideter Krimiautor und Frauenheld in der britischen TV-Serie "Department S" samt Spin Off "Jason King" hat sich Shakespeare-Mime Peter Wyngarde unsterblich in den Fernsehannalen gemacht. Auch diverse Gastrollen in populären Reihen wie "The Prisoner", "Simon Templar", "The Baron", "The Champions" und "I Spy" sorgten für jede Menge Credibility als wandlungsfähiger Schauspieler. Vor allem aber seine zwei Gastauftritte im Dauerbrenner "Mit Schirm, Charme und Melone" als Gegner der schlagfertigen Mrs. Emma Peel zeugten von seinen Qualitäten. Als verschlagenes Oberhaupt John Cleverly Cartney des reformierten Hellfire Clubs in "A Touch Of Brimstone" zeigte er sadistische Züge, als gealterter Schauspieler Stewart Kirby in "Epic" überzeugt er in permanent wechselnden Masken.

Professionell ging Wyngarde auch seine erste wie einzige Langspielplatte auf dem Höhepunkt der Fan-Hysterie von Jason King an. Clever umschiffte der eingefleischte Junggeselle die Hürde, sich auf ein drittklassiges Machwerk mit der x-ten Version von "My Way" einzulassen. Im Gespann mit dem Produzententeam Vic Smith und Howard Thomas Valverde entstanden in den Londoner Olympic Studios 1970 16 Tracks, für die Wyngarde eigenwillige Texte laut eigener Aussage auf dem Klo verfasste.

Auf facettenreichen Songs zwischen Pop, Folk, Country, Chanson und Psychedelik legte der Schnauzbartträger charmante Impressionen in Sprechgesang vor, die es in sich hatten: In "Rape" setzt er sich mit dem Tabuthema Vergewaltigung auseinander, in "The Hippie And The Skinhead" geht es um Rechtsradikale und Homophobie. Sogar eine Hommage an die „Canaille Paris“ liefert er mit Augenzwinkern in "La Ronde De L'Amour".

Als Verkaufserfolg erwies sich so eine exzentrische Melange freilich nicht. Schon nach wenigen Monaten endeten die noch zirkulierenden Exemplare auf Grabbeltischen. Jahrzehnte später zahlen Fans für die wenigen noch erhältlichen Vinylkopien von "When Sex Leers Its Inquisitive Head" horrende Summen auf Börsen. In re-edierter Neuauflage liegt das Werk, nachdem es einige Jahre gestrichen war, jetzt wieder auf CD vor.


Der deutsche Teil der Serie

Joachim Tettenborn war Dramaturg in Jena, Erfurt und Westberlin und wurde 1962 im ZDF stellvertretender Dramaturg und später Redaktionsleiter in der Hauptabteilung Fernsehspiel und Film. Er kaufte die Serie „The Avengers“ ein und gab ihr diesen einzigartigen poetischen Namen: „Mit Schirm, Charme und Melone“.

Die Serie wurde sehr liebevoll übersetzt und synchronisiert. Die auftauchenden Schriften im Vor- und Abspann wurden wie im britischen kleingeschrieben. Vor den Vorspann wurde noch ein exklusiv deutscher angefertigt: Mit je einem knallenden Schuss erschienen in einem gedrittelten Rahmen ein Schirm, Mrs. Peel (als Vertreterin des Charmes) und eine Melone.

Die Synchronsprecher/innen

Gert Günther Hoffmann spricht den Steed in allen synchronisierten Episoden, bis auf die „vergessene“, d.h. erst nach seinem Tod synchronisierte Episode „Das Mörderinstitut“ (Murder Market). Die manchmal „anders“ klingende Stimme rührt daher, dass sich der Synchronisationszeitraum über 30 Jahre zog.
Als Schauspieler trat er in verschiedenen Fernsehspielen auf. Von 1970 bis 1981 war er der Kommissar Matofski im „Sonderdezernat K1“. Er galt als der König der Synchronsprecher und war die deutsche Stimme von James Bond Sean Connery. In späteren Jahren führte er auch Synchronregie.
Margot Leonard, Schauspielerin an der Berliner Tribüne, Schwester von Bruni Löbel, sprach die Marilyn Monroe, Brigitte Bardot, Janet Leigh und in einzelnen Filmen: Katherine Hepburn (in „Leoparden küsst man nicht“) und Tippi Hedren (in „Marnie“) in den 60ern und lieh ihre erotische Stimme Emma Peel und Diana Smythe in „Diana“ in den ZDF-Synchronisationen, und den Diana Rigg-Kinoproduktionen der 70er. Zu sehen war sie in Fernsehspielen, in den Serien „Magere Zeiten“ (1978) und „Moselbrück (1989) und im Tatort mit Gustl Bayrhammer. In den 90ern trat sie in einer vielbeachteten Folge der beliebten Show „Die Montagsmaler“ auf.
Joseline Gassen synchronisierte in den 70ern die 5 fehlenden Emma- Peel-Farbfolgen (Kinowelt- Edition 2: Folgen 6, 10, 6/03, 6/06, 6/07). Ihre Stimme klingt deutlich anders als die der übrigen Emma- Sprecherinnen.
Marietta Meade spricht die acht in den 90er synchronisierten Folgen der 4. Staffel (Edition 1) Nr. 8, 9, 11, 13, 17, 21, 23, 25 und eine weitere Dame spricht Mrs. Peel in „Das Mörderinstiut“.
Renate Küster, Schauspielerin und spätere Ehefrau von Dieter Hildebrandt, synchronisierte die Tara King in den 11 ZDF-Folgen der 60er – Jahre. Der Rest wurde in den 90ern von Madeleine Stolze übernommen.

Deutschsprachige Schauspieler in der Serie:
Als Hildegard Knef mit ihrem englischen Mann in England lebte, sprach sie auch für die Rolle der Cathy Gale vor, hatte aber wohl mangels eines britischen biographischen Hintergrunds keine wirkliche Chance.
Gaststar in „H2O - Tödliches Nass“ war Albert Lieven als Dr. Sturm, einer von drei deutschsprachigen Schauspielern, die bereits in jungen Jahren aus Nazideutschland geflohen waren.
Der zweite, Frederick Jaeger, wurde 1928 in Berlin geboren und kam 1939 nach England. Dort spielte er in über 75 Filmen und TV-Serien. Bei den „Avengers“ war er 4-mal dabei, zweimal als Benson in den ersten beiden Roboterepisoden. 1995 spielte er neben Joanna Lumley in „Cold Comfort Farm“.
Als dritter im Bunde gesellt sich Eric Pohlmann dazu. Der 1913 in Wien geborene Absolvent des Max-Reinhardt-Seminars floh 1939 mit seiner damaligen Verlobten und späteren Ehefrau Lieselotte Goettinger nach London. Viel beschäftigt wirkte er in zahllosen internationalen Kinoproduktionen mit, war aber auch als Inspektor Goron in der populären Briten-TV-Serie „Colonel March of Scotland Yard“ mit Boris Karloff zu sehen. In späteren Jahren wieder vermehrt im deutschsprachigen Raum zugange, agierte er 1962 in der Epsiode „A Chorus Of Frogs“ an der Seite von Steed und Venus Smith.

Bravo- Otto- Sieger

Diana Rigg und Patrick Macnee waren 1967 und 68 häufig in der „Bravo“. Diana Rigg wurde gar als Starschnitt verarbeitet. In diesen Jahren wählte man das Duo zu Bravo-Otto-Siegern. Danksagungen wurden dabei von den Stars auf beigelegten Flexi-Schallplatten wiedergegeben, die in Diana Riggs wenigen deutschen Worten gipfelten: „Lasst die Korken knallen!“

Geändert von Stefan Meduna (09.01.2010 um 23:12 Uhr)
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Alt 09.01.2010, 22:57   #4  
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Der deutsche „Kinofilm“

Der Riesenerfolg der Serie rief, als man den vom ZDF abgelehnten Episoden gewahr wurde, einen Filmverleih auf den Plan, der flott zwei der im TV ungesendeten Folgen „The 50.000 Pound Breakfast“ (später: Wo der Hund begraben liegt)
und „Murdersville“ (Später: Willkommen im Dorf des Todes) zu einem „Kinofilm“ „Emma Peel: Meine tollsten Abenteuer mit John Steed“ zusammenklebte.
Nach Recherchen diverser Fans ist dieser Film nicht mehr existent, nur zwei verschiedene, graphisch nicht ganz professionell gestylte Kinoplakate und ein Filmprogramm kursieren unter Sammlern.

Fürs Heimkino

Einen anderen Weg beschritt eine weitere Firma. Vier der besten Episoden konnten eingekauft, und in gleicher Qualität wie die ZDF-Filme synchronisiert werden, allerdings mit den Stimmen von Helmo Kindermann und Brigitte Grothum (spielte in mehreren Edgar Wallace-Filmen und in „Drei Damen vom Grill“ mit).
Die in den 60ern angefertigten Synchronisationen sind besser und lustiger als die späteren Sat1-Versionen, was schon an der Titelgebung erkennbar ist:

Eine Überdosis Wasser (H²O - Tödliches Nass)
Nadeln töten leise (Mrs. Peel, zum ersten, zum zweiten, zum dritten)
Zur Hölle, Sir (Die Nacht der Sünder)
Mordet die Männer! (Fit für Mord)

"Das Diadem" und "Minikillers" auf 8mm

Und da gab´s noch die Accent-Film, die die geniale Idee hatte, nicht etwa die Filme einzukaufen, sondern gleich das Beste, die Hauptdarstellerin. Diana Rigg wurde mit der damals enormen Summe von 100 000 DM nach Deutschland gelockt, um 10 kleine 8mm-Filme abzudrehen. Für „ Das Diadem“ schwamm sie mit Delfinen, ehrlich gesagt, wars nur einer, allerdings im Düsseldorfer Zoo. Einer der Filmemacher nutzte die gute Verbindung zu seinem Vater, dem Zoodirektor. Der Dreh entpuppte sich als zum Gähnen, zu dröge (heißt: unerfahren) war der Kameramann. Dem entsprach eine verwaschen abgefilmte Karateschlägerei, bei der in der Luft herumgefuchtelt wurde. Zu düster war Deutschland - zu grau. Nichts wie ab in den sonnigen Süden: begleitet von den „Star-Reportern“ der „Bravo“, die von den aufwändigen Dreharbeiten berichteten, die in Spanien abgedreht würden.

Nur insgesamt 5 Filmchen wurden tatsächlich gedreht: „Das Diadem“, 20 Min., und die vier 10-Minuten–Episoden der „Minikillers“, die verkaufsstrategisch mit international verständlichen Titeln versehen wurden. Operation: Costa Brava, Macabre, Heroin, Flamenco. Ohne Dialoge. Stumm! Keiner der Schauspieler spricht, es wird reichlich geguckt!
Eine Schallplatte mit einer Tonspur wurde auf den 8mm- Hüllen versprochen. Angeblich sind 120 000 Stück der Filme zum Stückpreis von 29,95 DM verkauft worden. Dem steht entgegen, dass die versprochene Gage nie an Diana Rigg ausgezahlt werden konnte, man überließ ihr den Mercedes, mit dem sie im „Diadem“ über deutsche Straßen gefahren war. Ich vermute nicht, dass sie mit dem auf Rechtsverkehr ausgelegten Schlitten in den unglaublich engen Straßen Englands über Land kutschiert ist, zumal sie ihren Mini (das Auto, nicht nur den Rock) liebte.

Die angekündigten Schallplatten mit der Tonspur für die Filme sind unter Sammlern nicht bekannt und dürften nie erschienen sein. Vom „Diadem“ gibt es eine mit Musik und Geräuschen professionell gut vertonte Videoversion von einem österreichischen Fan, die unter Sammlern kursiert; ohne Dialoge, mit einem kurzen gesprochenen Satz.
Die "Minikillers" liegen nur als eine Version ohne Ton oder Musik vor. Da das Anschauen der stummen Episoden schnell zu Ermüdungserscheinungen führt
–so wirklich Aufregendes will sich einfach nicht ereignen- gebe ich den wenigen „Auserwählten“, die sich einer Rezeption dieser Filmchen unterziehen, den ermunternden Tipp:
Die stummen „Minikillers“ erfahren eine gelungene Aufbesserung durch die musikalische Untermalung der parallel abzuspielenden ersten CD „Moon Safari“ der populären französischen Psychedelik-Formation „Air“, deren Musik erstaunlich gut in die 60er passt.

Das Konzept Emma Peel

Lars Baumgart hat seine wissenschaftliche Arbeit über den unerwarteten Charme der Emanzipation in seinem Buch "Das Konzept Emma Peel" vorgelegt, das nicht ganz leicht zu lesen, aber voller anregender Erkenntnisse ist. Mit solchen Fragen wie „Ist die Serie Ausdruck bereits bestehender gesellschaftlicher Tendenzen z.B. zur Rollenveränderung von Mann und Frau“ oder „Wirken Serien emanzipatorisch auf den Zuschauer?“ und dem Wissen, dass der Zuschauer nicht als eine Tabula Rasa vor das Fernsehen tritt, sondern individuell das Gesehene verarbeitet, liefert der Autor immerhin die Erkenntnis: „Die Überwindung der kulturell tradierten Kategorien für Männer und Frauen, wie sie von Emma Peel und John Steed vorgeführt wurden, trugen zweifellos zum Abbau besagter Ignoranz und Intoleranz bei.“
Wer mehr wissen will:
Lars Baumgart: Das Konzept Emma Peel, Verlag Ludwig


Titelauflistung: 4. Staffel: (Emma Peel s/w)
KINOWELT Edition 1
Weil die DVD- Edition 1 keine Titelauflistung verzeichnet, sei dies hier nachgeholt.
DVD 1
01: Stadt ohne Rückkehr
02: Die Totengräber
03: Die Roboter
DVD 2
04: Ausverkauf des Todes
05: Das Schottische Schloß
06: Club der Hirne
DVD 3
07: Das Mörderinstitut
08: H2O- Tödliches Nass
09: Die fehlende Stunde
DVD 4
10: Vorsicht bei Anruf
11: Mörderischer Löwenzahn
12: 2:1=1
13: Weihnachten- ein Alptraum
DVD 5
14: Tödlicher Staub
15: Geschlossene Räume
16: Afrikanischer Sommer
DVD 6
17: Mrs. Peel, zum ersten, zum zweiten, zum dritten
18: Das 13. Loch
19: Gefährliche Tanzstunde
DVD 7
20: Der Club der schwarzen Rose
21: Die Nacht der Sünder
22: Butler sind gefährlich
DVD 8
23: Das Häuschen im Grünen
24: Robin Hood spielt mit
25: Fit für Mord
26: Honig für den Prinzen




Rückkehr des Emma Peel-Abends

Seit April 1993 trifft sich der „Mit Schirm, Charme und Melone-Club“ in der Regel am dritten Mittwoch im Monat im Hinterhaus der Adlerflychtstraße 6 in Frankfurt abends um 20°°. Kontakt über mich: wsecker@web.de oder AB: 069/ 626774.

Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen, war der Emma Peel-Abend im Februar 2009 für kurze Zeit vorübergehend eingestellt, um bereits nach einem Jahr am Aschermittwoch, den 17. Februar 2010, wieder aufzuerstehen.
Das Hauptquartier wurde inzwischen allerdings in lichtere Höhen verlegt:
selbe Adresse, ab jetzt im Peel-Asyl-Zimmer im Hinterhaus der Adlerflychstr. 6 in Frankfurt, erreichbar über die öffentliche Geheimtreppe.

Veranstalter ist wiederum der „Mit Schirm, Charme und Melone-Club“,
in seiner Eigenschaft als Vertreter der deutschen Section der
“Steed & Peel Appreciation Society”.
Wenn dem einen oder anderen Leser dies verwirrend erscheinen mag, keine Angst, auch wir blicken nicht immer ganz durch. Beachtlich ist jedenfalls, dass wir es seit 1993 schaffen, regelmäßige monatliche Treffen zu organisieren, gleich unter welchem Namen, gleich mit welcher Personenanzahl!
Dies reichte von mehr als 187 Feiernden (zum 40jährigen Jubiläum der Serie 2001) bis zu knapp 1870 „Mit Schirm, Charme und Melone“- Fans (bei einer Emma-Peel-Open-Air-Veranstaltung) und auch mal nur 3 Unbelehrbaren zwischendurch, bei einer Emma-Peel-Veranstaltung während der Fußballweltmeisterschaft.

Der „Hellfire-Club“

Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen, wurde die Emma- Peel-abendlose Zeit durch den Hellfire-Club vertreten.
Einige unserer unwürdigsten Agenten (der Aktionsradius „unserer besten Agenten“ wurde, wie wir aus wohlbekannten Gründen erfuhren, auf die umliegenden Friedhöfe verlegt) sammeln sich seitdem insgeheim in dem abgelegenen Zimmer „Peel Asyl“ und firmieren unter dem traditionell belasteten Namen „Hellfire-Club“.
Der Club gibt Mitgliedsausweise aus.
Die Funktion der Mitgliedsausweise erschöpft sich streng in der Anweisung:
„Ausweis stets bei sich tragen!“
Zuwiderhandlungen muss jedes Mitglied mit dem eigenen Gewissen klären.
Bei Mangel desselben wird es ausgetauscht.

Zur Zeit befinden sich 8 Mitglieder im Agentenpool:
Agentinnen: Undercover Underdog, Lady Tausendschön
Agenten: Todsicherer Topspion, Devil in Disguise, Schurke ohne Furcht und Tadel,
der Vornichtszurückschreckerrecke, Verfressener Teufelsbraten, Spitzen Spitzel.
Um Aufnahme ringen: Nummer 6; 007; 69

“Steed in Stone” am Kölner Dom?

Vor etwa 15 Jahren kamen Fans aus Köln zu den Emma Peel– Abenden, die mir einen Zeitungsausschnitt mitbrachten, aus dem hervorging, dass in den 60er Jahren aufgrund des sauren Regens verschiedene Statuen am Kölner Dom so vernichtet wurden, dass man aktuelle Beschützer vor dem Bösen – ich erinnere mich an Columbo in seinem Trenchcoat und Steed mit Schirm und Melone – neu als Platzhalter meißelte und an Stellen aufstellte, die von außen nicht einsehbar waren.
Dunkel erinnere ich mich eines Photos im Artikel, und dass der Bildhauer sich auch selbst bei den Statuen verewigte. Bei einer Anfrage beim Kölner Dombauamt konnte nur Letzteres bestätigt werden. Da kein aktueller Mitarbeiter etwas von einem Steed in Stein wusste, wolle man bei älteren und pensionierten Mitarbeitern nachfragen. Bis jetzt hat sich allerdings nichts ergeben. Und ob die netten Kölner damals den Zeitungsausschnitt wieder mitnahmen oder ob er in den tiefsten Tiefen des „Mit Schirm, Charme und Melone-Club-Archivs“ verschollen ist, kann ich trotz heftigster Suche bis jetzt leider nicht beantworten.

Ende des Deutschen Teils zur Serie.

Noch einige Bemerkungen
zur kompletten Serie auf DVD

Zum ersten Mal wird die Serie voraussichtlich im Frühling 2010 komplett in gestochen scharfer Qualität vorliegen.
Nach den beiden Emma-Peel-Editionen liegt die geteilte Tara King- Edition mit 33 Episoden vor. Im Februar 2010 erscheinen die beiden Boxen mit den Steed, Purdey und Gambit-Folgen bei KINOWELT, die im Original „The New Avengers“ heißen und zwei Staffeln mit je 13 Episoden umfasst, wobei ich vor allem auf die erste, bessere Staffel gespannt bin, weil jede dieser Episoden um bisher 10 fehlende Minuten ergänzt wird.

Parallel dazu liegen dann in England die Episoden der ersten 3 Staffeln (mit Dr. Keel und Cathy Gale als Steeds Partner) in zwei dicken Boxen vor, digital noch mal überarbeitet, so dass die frühen Staffeln mit der optisch schlechten Videoaufnahmequalität in ungeahnter nie vorher gesehener Qualität brillieren.
Die 1. Box beinhaltet die komplette 2. Staffel und die überlebenden 2 1/3 Episoden der größtenteils vernichteten 1. Staffel, plus eine unglaubliche Menge an Zusatzmaterial.
Die 2. Box mit der 3. Staffel plus einer Unmenge Bonusmaterial erscheint dann im Februar 2010. In der 3. Staffel sind die deutlich größere Anzahl der besseren Episoden zu finden.

Diese Staffeln sind auch auf deutschen Playern aufgrund desselben Codes abspielbar! Wer sich diese Staffeln anschauen möchte, sollte schon recht gut englisch können. Da die frühen Episoden häufig eher wie Theaterstücke wirken, gibt es deutlich mehr und schnellere Dialoge als bei Emma Peel! Der Preis pro Box liegt nach meinen Recherchen zwischen ca. 75€ und 94€ (Amazon) pro Box.
Wer sich erst mal nur eine der beiden Boxen zum Probieren kaufen möchte, dem rate ich ernsthaft, bis Februar auf die 3. Staffel zu warten, da hier wirklich die fortgeschrittene Variante des „Edwardian“ Steed und die besseren Storys zu finden sind. Alle fünf von Brian Clemens dafür geschriebenen frühen Episoden sind einsame Spitze!

Laut Auskunft von KINOWELT laufen die deutschen Staffeln zur Zeit besser als die Fassungen in England und Frankreich. Vielleicht wären die Veröffentlichung der Cathy Gale– Staffeln mit deutschen Untertiteln doch noch eine Option für KINOWELT?

Der Abspann:

Blue Ray- DVDs sind bereits „in der Mache“ und sollen 2010 herauskommen.
In 5 Jahren erwarte ich dann die 3-D-Version! Mit 3-D-Brillen.
Und in 10 Jahren die ganz neue Technik – sie ist bereits im Versuchsstadium (dies ist kein Scherz!) – mit Gerätschaften, die uns suggerieren, wir würden uns im Film bewegen, als wären wir Teilnehmer.

Dann steh ich endlich neben Mrs. Peel - auf Augenhöhe!



Die berühmte Schachbrettszene, die exklusiv für die USA gedreht wurde.
Rechts im Bild: Steed mit seinen Damen Emma Peel, Tara King, Cathy Gale und Purdey.




Oben : Steed mit Dr.Keel, Cathy Gale und Emma Peel; Mitte: Die unglaubliche Diana in zivil
und als Emma in verschiedenen Lederoutfits; Unten: Agentenanwärterin Tara King entpuppt sich.




Mrs. Peel streckt Steed die Zunge raus. Was sich liebt...

.

Geändert von underduck (10.01.2010 um 01:15 Uhr) Grund: Bilder eingefügt
Stefan Meduna ist offline  
Alt 09.01.2010, 23:38   #5  
Neander
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Meine Gratulation, lieber Stefan, an die Verfasser dieses Bonusbeitrages! Ich bin begeistert!

Für mich als Nichtfachmann in diesem Bereich jede Menge neue noch unbekannte Informationen, die mir ein erhebliches Lesevergnügen bereitet haben!

Vielen Dank!
Neander ist offline  
Alt 09.01.2010, 23:45   #6  
Stefan Meduna
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Der Dank gebührt Winfried Secker und Gerhard Förster, die mit ihrer Akribie und Detailverliebtheit wirklich Unglaubliches geleistet haben.

Jammerschade nur, daß dafür zu wenig Platz in der Printausgabe war...
Stefan Meduna ist offline  
Alt 09.01.2010, 23:58   #7  
Aaricia
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Wow, macht wirklich Spaß zu lesen. Den hätte Gerhard auch locker in der nächsten SB unterbringen können.

Darf man sich den per E-mail im ganzen zukommen lassen? Ich drucke mit die Bonusbeiträge aus und lege sie in die SB. Denn in der E-Mail sind dann auch die Bilder gleich mit drinne oder *g
Aaricia ist offline  
Alt 10.01.2010, 00:01   #8  
Stefan Meduna
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Leider nein, die Bilder sind separat - deshalb ist Ausdrucken wohl die praktikablere Variante, sobald Underduck die Bilder eingefügt hat. Ich verfahre auch immer so.
Stefan Meduna ist offline  
Alt 10.01.2010, 01:17   #9  
underduck
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So! Bilder sind drin und die ungewünschten Beiträge wurden verschoben.
underduck ist gerade online  
Alt 10.01.2010, 04:14   #10  
Eldorado
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Sehr ausführlich, sehr interessant und sehr respektabel.

Ich erlaub mir trotzdem dreist noch ein paar Ergänzungen, die für deutsche Fans vielleicht nützlich sind:

- das erwähnte Patrick Macnee - Rekordtheaterstück "Sleuth" könnte auch deutschen Fans bekannt sein. Und zwar als Film "Mord mit kleinen Fehlern" aus dem Jahr 1972 mit Laurence Olivier und Michael Caine oder in der Neuverfilmung von 2007 namens "1 Mord für 2" mit Michael Caine und Jude Law.

- der im Beitrag nicht erwähnte, aber vielleicht bekannteste und häufig im deutschen TV gezeigte Film mit Diana Rigg nach ihrer "Avengers" und "Bond" -Zeit ist wohl die Agatha Christie - Verfilmung "Das Böse unter der Sonne" (mit Peter Ustinov als Hercule Poirot).

- Eine andere von Gerd-Günther Hoffmann gesprochene Serienfigur war Captain Kirk aus "Raumschiff Enterprise", was bei mir als Kind lange für Verwirrung gesorgt hat, da ja beide Männer die gleiche Stimme hatten und doch so völlig unterschiedlich aussahen.
Eldorado ist offline  
Alt 10.01.2010, 10:27   #11  
die erste
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Respekt - wirklich sehr interessant und viel, viel Neues!

Als die Serie bei uns im TV startete war ich ja schon 20 und habe die Folgen immer geguckt - ich fand die einfach "cool". Von daher ausgeprägtes Interesse an allen Infos über Schirm, Charme u.....
 
Alt 10.01.2010, 10:58   #12  
perry
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Was für eine Menge an Informationen - Hut ab!
perry ist gerade online  
Alt 10.01.2010, 11:12   #13  
falkbingo
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Klasse Artikel. Darüber hinaus kann ich nur jedem das Buch "Mrs. Peel, wir werden gebraucht" von Franziska Fischer empfehlen. Es ist im Bertz + Fischer Verlag erschienen.
falkbingo ist offline  
Alt 10.01.2010, 13:28   #14  
Marvelianer
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Hut ab! Teuflisch gut! Dank an alle Verfasser!
Marvelianer ist offline  
Alt 10.01.2010, 13:54   #15  
jakubkurtzberg
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Zitat:
Zitat von ELDORADO Beitrag anzeigen
- Eine andere von Gerd-Günther Hoffmann gesprochene Serienfigur war Captain Kirk aus "Raumschiff Enterprise", was bei mir als Kind lange für Verwirrung gesorgt hat, da ja beide Männer die gleiche Stimme hatten und doch so völlig unterschiedlich aussahen.
Lex Barker nicht zu vergessen. Außerdem war er der Inspektor in fast allen MISS MARPLE Filmen. Als Kind dachte ich auch, das wäre Cpt. Kirk, der da mitspielt. Die Verse bei PAULCHEN PANTHER hat er ja auch gesprochen.
jakubkurtzberg ist offline  
Alt 10.01.2010, 13:55   #16  
jakubkurtzberg
Moderator NUFF!
 
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Die auf Deutsch fehlende Avengers-Folge kam angeblich dadurch zustande, dass man bei der Synchro für Sat.1 zweimal denselben Episodentitel vergab.
jakubkurtzberg ist offline  
Alt 18.03.2010, 07:34   #17  
die erste
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Warum erscheint das zusätzliche Material zu dem Artikel nicht hier - das würde sich doch absolut anbieten. Nun wird das an dritter Stelle plaziert - eine sehr unglückliche Lösung!

Oder habe ich mal wieder alles falsch verstanden und dieses Material hier wird veröffentlicht????? (in modifizierter Form)

Geändert von die erste (18.03.2010 um 07:41 Uhr)
 
Alt 18.03.2010, 08:24   #18  
Armin Kranz
Moderator Stripforum
 
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Beiträge: 28.232
Du sprichst mir aus der Seele, liebste "Mama", eine Veröffentlichung im HRW-Fanmagazin ist einfach nur ärgerlich

_______________________
Grüße aus der Bibliothek
Armin Kranz ist offline  
Alt 18.03.2010, 08:55   #19  
die erste
Gast (nicht registriert)
 
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Die Hits lassen erkennen, dass diese Bonusbeiträge auch tüchtig gelesen werden.

Es wäre schön, wenn man weiteres Bonusmaterial hier lesen könnte und sich nicht noch ein weiteres Blatt kaufen müßte.
 
Alt 18.03.2010, 08:57   #20  
Armin Kranz
Moderator Stripforum
 
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Ort: Elysion
Beiträge: 28.232
Tja schön wäre es. Aber den Macher geht es weniger um leserfreundliches Verhalten als vielmehr um die Auflagensteigerung eines schwächelden Fanmagazines ...

Ob damit der Comicszene einen Gefallen tut

_______________________
Grüße aus der Bibliothek
Armin Kranz ist offline  
Alt 18.03.2010, 11:00   #21  
Detlef Lorenz
Operator 50er Jahre
 
Benutzerbild von Detlef Lorenz
 
Ort: Ahrensburg
Beiträge: 3.050
Obwohl ich das HRW-Magazin zugeschickt bekomme - wenns dann demnächst erscheinen wird - finde ich "Artikel-Crossover" über verschiedene Magazine auch nicht sonderlich glücklich.

Hier im CGN sind doch weiterführende Infos gut aufgehoben. Wer keinen PC hat und wahrscheinlich sind das nicht nur die älteren Comic-Freunde, hat sicherlich die Möglichkeit das woanders einzusehen. Bei einem Treffen z.B. könnte jemand das ausgedruckt haben und verteilen...ist doch möglich, oder?
Detlef Lorenz ist offline  
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