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Alt 03.02.2023, 10:51   #726  
pecush
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Ja, was machen damit?
Ich habe auch ein (kleineres) Regal voll, und würde gerne etwas aussortieren.
Entsorgen ist nicht so meins. Lexikon des Internationalen Films ist natürlich ein wahre Fundgrube, nur treffen die Wertungen selten auf meine Meinung zu.

Wenn du verkaufen willst, musst du den richtigen Interessierten finden. Und die sind rar.

In meinem Bekanntenkreis mehren sich die Leute, die gar keine Bücher (CDs, DVDs etc.) daheim haben. Alles nur noch digital.
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Alt 03.02.2023, 11:16   #727  
Peter L. Opmann
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Ich will nichts verkaufen. Aber wenn praktisch jeder Besucher in meiner Wohnung sagt: "Was willst du mit dem ganzen Kram? Schmeiß' das doch weg", dann gibt das schon zu denken.

Es gibt noch einen anderen Aspekt: Es ist für mich eine seltsame Vorstellung, daß nach meinem Tod Leute kommen, die meine Wohnung ausräumen werden (wenn es so kommt, daß sie nicht weitergenutzt wird) und die dann die vielen Bücher, Comics und sonstigen Medien sehen. Die haben vielleicht schon seit langem alles, was sie brauchen, auf ihrem Smartphone. Ich müßte den Zeitpunkt treffen, an dem ich aufhöre, Spaß an meinen Sachen zu haben, und zugleich jemand da ist, der bereit wäre, sie zu übernehmen oder sie dann auch für mich zum Müllcontainer zu bringen.

Ich muß aber auch immer wieder an eine kleine Geschichte von Hans Traxler denken:

"Der Feldmarschall von Blücher
Der hat genau drei Bücher
Eins zum Lachen, eins zum Denken
Und das dritte zum Verschenken
Spricht er zu Herrn von Grieben:
Mehr fänd' ich wirklich übertrieben!"
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Alt 03.02.2023, 13:01   #728  
pecush
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Die alte Frage eines Sammlers.

Schöne Geschichte. Noch schöner wäre es, wenn ich so leben würde/könnte/wollte.
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Alt 03.02.2023, 13:37   #729  
Servalan
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Also ich habe mehr als ein ganzes Regal voll (zwei Meter hoch, 80 Zentimenter breit) Filmliteratur - viele Filmlexika, filmtheoretische Bücher (Kracauer, Eisner, Toeplitz, Gregor/Patalas, Seeßlen etc.), Biografien, Bücher zu Filmen ("So entstand..."). Novelizationen habe ich nur ein paar, darin sehe ich keinen Sinn.
Mit Novelizations konnte ich auch selten etwas anfangen, die meisten empfinde ich als überflüssig. In einem kostenlosen Büchertauschfach habe ich mal eine Lost Episode des Classic Dr Who entdeckt, was ich für einen Glücksgriff gehalten habe.

Büchern veralten irgendwann; einige Ausnahmen bestätigen die Regel: François Truffauts Interview mit Alfred Hitchcock dürfte solch ein seltener Fall sein. Ansonsten verändert sich der Stand der Forschung. Was damals als beste Reproduktion gefeiert wurde, wirkt heute bloß noch erbärmlich.
Insgesamt dürfte nur ein Bruchteil von alterslosen Standardwerken übrig bleiben: Biographien, filmtheoretische Klassiker und Fachbücher, die wirklich etwas Neues bringen. Welche das konkret sind, mußt du entscheiden.

Selbst für diese Bücher dürfte der Markt ständig schrumpfen, schließlich ist Gaming mittlerweile das Leitmedium. Filme und Comics haben bald den Orchideenstatus von Lyrik (jenseits von Songtexten).
Weil den meisten die Zeit und Lust dazu fehlt, diese wenigen Gleichgesinnten zu suchen, wandert etliches ins Altpapier ...
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Alt 03.02.2023, 13:46   #730  
Crackajack Jackson
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Ich versuche, auf Zureden meiner Frau, mich von Comics zu trennen. Jetzt habe ich mal zwei Stapel gemacht, die ich so nach und nach in die Mülltonne packe. Comics, die ich nie mehr lesen werde, nehmen wirklich nur Platz weg und versperren den Blick auf das Wesentliche.
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Alt 03.02.2023, 14:46   #731  
Peter L. Opmann
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Was das Veralten von Information betrifft: Bitte darauf achten, was ich hier so verzapfe. Seit kurzem zitiere ich ja immer mal aus meiner Filmliteratur, und da müßten dann auch solche nicht mehr zeitgemäßen Aussagen dabei sein.

Ich würde das nicht in dieser Absolutheit sagen, etwa: Ein Buch, das vor 1970 erschienen ist, kann mit einiger Wahrscheinlichkeit zum Altpapier, weil sein Inhalt überholt ist. Solche Bücher sind in meinen Augen höchstens nicht mehr aktuell, weil sie Entwicklungen seit 1970 nicht mehr abbilden konnten. Aber Leute, die damals geschrieben haben, waren auch nicht dümmer als wir heute. Im Zweifel gibt man das Erscheinungsdatum mit an und signalisiert: So hat jemand das vor 1970 gesehen.

Was anderes ist das natürlich bei Sachen, an denen man wirklich das Interesse verloren hat (der Fall bei Cracka).
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Alt Gestern, 08:04   #732  
Peter L. Opmann
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Kann jemand nachvollziehen, daß ich jetzt vom „Gewand“ zu Monty Pythons „Der Sinn des Lebens“ (1983) weitergehe? Das war das erste, was ich von dieser Comedy-Truppe zu sehen bekam, und zwar im Kino. Beide Filme haben spirituelle Bezüge, von beiden war ich anfangs begeistert, und beide sehe ich heute kritischer. Ich muß gestehen, daß sich mir vom „Sinn des Lebens“ ein paar Episoden nachhaltig eingeprägt haben – die können also nicht ganz schlecht sein.

Der Film (Regie: Terry Jones) hat zwar nicht wirklich einen roten Faden – Antworten auf die Frage nach dem Sinn bleiben dem Zuschauer in der Regel vorenthalten. Er besitzt aber eine Struktur, was mich anfangs verwirrte. Auch wenn ich den absurden Witz recht schnell durchschaute, mußte man also anscheinend doch aufpassen, wie der Gang der Argumentation sein würde. Gleich die erste Episode fand ich (und finde ich immer noch) ziemlich gelungen. Eine verstaubte Londoner Versicherungsgesellschaft erlebt eine Meuterei ihrer Angestellten, die darauf mit ihrem Bürohochhaus in Übersee in New York auf Kaperfahrt gehen und eine schnittige, moderne US-Versicherung entern. Auch die nächste Episode („Das Wunder der Geburt“) finde ich noch immer lustig. Als der Verwaltungsdirektor der Klinik als Beobachter in den Kreißsaal kommt, schieben Ärzte und Krankenschwestern eilig eine Menge blinkende und geräuschvolle Maschinen ans Bett, damit die Sache professioneller aussieht.

In Erinnerung geblieben ist mir auch die Episode im kolonialen Afrika mit einem britischen Offizier, dem ein Tiger (!) unbemerkt ein Bein abgebissen hat, was der in Seelenruhe ein Buch lesend gleichmütig hinnimmt, ebenso auch eine Schlacht gegen Eingeborene, die sich um sein Zelt herum abspielt. Grenzwertig ist die Geschichte um einen Bürger, dem bei lebendigem Leib ein Organ entnommen wird, weil er sich mal zur Organspende bereiterklärt hat – aber auch die ist mir noch gut im Gedächtnis. Ich schätze, die bekannteste Szene ist die mit einem absurd fetten Restaurantbesucher, der die gesamte Speisekarte bestellt und alles unter Vernachlässigung sämtlicher Tischsitten in sich hineinstopft. Als der Kellner ihm am Ende noch ein „winziges Pfefferminzplätzchen“ anbietet, platzt er.

Die denkwürdigste Episode war für mich aber die von einer Festgesellschaft in einem Cottage an der Küste, bei der unversehens der Tod anklopft. Der Hausherr hält ihn für einen Dorfbewohner, der die Hecke schneiden möchte (angesichts seiner Sense), bittet ihn dann aber herein. Die Feiernden versuchen, den Tod in ihre belanglose Konversation einzubeziehen. Er hat Mühe, ihnen klarzumachen, daß er gekommen ist, um sie abzuholen. Die Lachsschaumspeise auf dem Tisch war nämlich verdorben. Daß sie nun sterben müssen, paßt den Leuten nun gerade überhaupt nicht in den Kram. Aber sie müssen dem Tod in die Nacht hinaus folgen, auch wenn eine Frau noch ruft: „He, ich hatte überhaupt keine Lachsschaumspeise.“ Sie alle gehen nun in eine Art ewiges Leben ein, das sich als endlose total abgeschmackte Fernsehshow entpuppt (aber den Teilnehmern gefällt sie). Glücklicherweise wird der Fernseher dann doch schnell ausgeschaltet…

Manche Gags sind einfach geschmacklos (bei den Monty Pythons nicht verwunderlich). Insgesamt ist der Film aber doch ziemlich unterhaltsam und hinterläßt keinen schalen Nachgeschmack (jedenfalls nach meinem Empfinden). Es ist klar, daß, wenn man sich über alles Erdenkliche lustigmacht, keine wirklichen Hinweise auf den Sinn des Lebens zu erwarten sind, wenngleich ganz zum Schluß eine Fernsehansagerin noch einen Versuch macht, dazu etwas Konstruktives zu sagen. Auf jeden Fall bin ich durch diesen Film auf die Monty Pythons – John Cleese, Eric Idle, Michael Palin, Graham Chapman und Terry Gilliam – nachhaltig aufmerksam geworden. Allerdings hat mir „Das Leben des Brian“, ein Film, der noch besser zu „Das Gewand“ gepaßt hätte, eindeutig nicht zugesagt.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 08:28   #733  
Nante
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Ich habe die drei echten Kinofilme der Truppe (der erste war ja praktisch nur eine Aufarbeitung ihrer TV-Shows) ziemlich unvorbereitet auf einmal auf einem Video-Abend mit Mitstudenten gesehen. Muß 1990/1991 gewesen sein, auf jeden Fall VOR den älteren TV-Shows. Wir waren alle Anfang/Mitte 20 und haben damals natürlich vor Lachen flach gelegen, auch wenn dann gerade beim letzten Film viele Gags dann wahrscheinlich schon der nachlassenden aufmerksamkeit (und dem alkohol?) zum Opfer gefallen sind.

Nachdem ich sie in den letzten 30 Jahren jeden bestimmt wenigstens ein Dutzend mal gesehen habe bleibt das Leben des Brian nach wie vor mein Favorit. Wobei ich mir vorstelle, daß heute neben fundamentalen Christen noch ganz andere Gruppen verlangen würden, daß der Film "gecancelt" wird.

Ja, bei der "Organspende" und auch der "Restaurant"-Episode vermeide ich intwischen die schlimmsten Minuten. Aber mehr stört mich eher das Übermaß an Musikal-Nummern. Ein paar weniger hätten es auch getan.

Irgendwann habe ich die TV-Shows erst auf Video aufgenommen und mir dann auch mal die DVD-Box gegönnt. Aus heutiger Sicht ist da immer voch viel geniales aber inzwischen auch völlig verstaubtes gut gemixt.

Beim "Nachwerk" der einzelnen Pythons ist es ähnlich. Manche Werke und Auftritte sind hervorragend, andere eher peinlich. Hier gilt wieder mal (Wie bei den Beatles) die Regel: "Das ganze war größer als die Summe der Einzelteile"
Nante ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 09:01   #734  
Peter L. Opmann
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An Proteste gegen "Der Sinn des Lebens" kann ich mich aber nicht erinnern, auch nicht bei "Leben des Brian" (wie das bei "Die letzte Versuchung Christi" der Fall war.

Welche Gruppen würden denn Deiner Ansicht nach heute gegen den Film Sturm laufen?
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 09:12   #735  
Nante
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Doch, gegen "Brain" gab es in den USA teils massive Proteste fundamemtaler Christen. Es gab auch eine Fernsehdiskussion, in der Cleese und glaube ich auch noch Palin mit konservativen Politikern darüber diskutierten (Mal Auf YT suchen) und nicht gerade versöhnt auseinander gingen.

Tja und heute? Die Szenen mit "Loretta" würde man als transfeindlich an den Pranger stellen und die Szenen mit Pilatus als Verspottung körperlicher Gebrechen, um nur mal zwei Beispiele zu nennen. (Letzteres würde heute wahrscheinlich auch "K-k--Ken" aus "Ein Fisch namens wanda" drohen.)

Nur damals gingen die Leute auf die Straße heute würde man einen Shitstorm auf Twitter lostreten.

Bilder und Infos zu diesem Thema damals gibt es z.B. auch in dem Buch "the first 20 Years of Monthy Python".

Nachtrag: "Brian" konnte ja damals auch nur gedreht werden, weil George Harrison die Finanzierung sicher stellte. Andere Geldgeber waren ja wegen der "Probleme" zurück geschreckt.
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Alt Gestern, 09:18   #736  
Peter L. Opmann
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Ja, aber bei "Versuchung Christi" erinnere ich mich auch an Protestaufmärsche vor Kinos hierzulande.

Was Scherze auf Kosten von Minderheiten betrifft, hast Du sicher recht - da steuern wir wohl auf ein humorloses Zeitalter zu.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 09:30   #737  
Marvel Boy
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Ich kann über die Filme der Truppe nicht lachen.

Bei "Spätwerken" ist das teilweise anders.
Was Christen betrifft, als Christ sollte man tolerant genug sein um über solchen Dingen zu stehen oder wenn einem der Humor zusagt mitzulachen.
Das sollte uns von anderen Religionen unterscheiden aber leider gibt es natürlich auch zu viele verbohrte Christen die da irgendwas an der Bibel/ Neues Testament nicht verstanden haben.

KEEP CALM AND DON'T SMASH!
Marvel Boy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 10:14   #738  
Nante
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Intoleranz ist leider kein "Privileg" von Christen oder auch nur Mitgliedern irgendeiner anderen Religion. Das Problem ist die (heute vielleicht durch das internet verstärkte?) Meinung, als einziger wirklich zu wissen, was richtig und falsch ist. Kombiniert mit der Überzeugung "falsche" Aussagen seien eine Bedrohung und müßten deshalb zumindest aus der eigenen Sphäre ( und am besten aus der ganzen welt) verschwinden.

Bei mir hat 89/90 dazu geführt, daß ich so eine Einstellung hoffentlich nie wieder entwickeln werde. Schade, daß man nicht allen 100% Überzeugten so eine Schocktherapie verschreiben kann.

Und noch mal zum Film selbst: Am Ende der von Dir geschilderten Krankenhausszene fragt die Mutter ja nach dem Geschlecht des Kindes und bekommt die Antwort, man wolle dem Kind doch nicht schon so früh eine Rolle aufzwingen. Vor 40 Jahren war das noch ein Witz...
Nante ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 10:53   #739  
Servalan
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Nachtrag: "Brian" konnte ja damals auch nur gedreht werden, weil George Harrison die Finanzierung sicher stellte. Andere Geldgeber waren ja wegen der "Probleme" zurück geschreckt.
Die Filme von George Harrisons Produktionsfirma HandMade Films wären ein eigenes Kapitel wert. Die zwischen 1979 und 1991 entstandenen Filme lassen sich zwar an einer Hand abzählen, aber darunter finden sich erstaunlich viele Kultfilme und Produktionen, die Karrieren eröffnet haben. Die haben schon britische Filmgeschichte geschrieben.

Meine zwei Cents zum Thema Humor heute: Mir gefällt der Comedian Nicolai Binner, obwohl der mit seinen zotigen Ausfällen manchmal übertreibt, aber bei ihm bekommen alle ihr Fett weg. Er löckt den Stachel gegen die herrschende Meinung und setzt sich zwischen alle Stühle, anstatt es sich auf einem bequem zu machen.

Humor heute finde ich extrem belehrend und vom hohen Ross. Die kommen nicht mal auf den Gedanken, daß ihre Enkel in 50 Jahren weiter sein könnten und daß sich etwas in der Zeit entwickelt. Das ist eine absolute Moral, so humorfrei wie die Taliban.

Das verbindet sich mit der irrationalen Angst vor den Argumenten und Meinungen der Gegenseite. Als ob die ein hochansteckender Virus wäre, der das Opfer ratzfatz befällt. Als ob sich jemand vom Gegenteil überzeugen ließe, weil der mal ein "rechtes" Buch liest oder einen "rechten" Film sieht ...
Das scheint allerdings auf die Missionare selbst zuzutreffen: Es gibt da ein bezeichnendes Interview von Boris von Morgenstern, in ein Herr über seinen Schwiegersohn berichtet, der zunächst als eifriger bibeltreuer Christ aufgefallen ist, sich dann als Nonbinär geoutet hat und heute auf dem woken Trans*-Pfad missioniert ...
Servalan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 11:44   #740  
Nante
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Zum Beitrag G. Harrisons zur Entstehung von Brian gibt es ja die Aussage, er habe die Finanzierung vor allem getragen, weil er den Film sehen wollte. - Vielleicht nicht die schlechteste Begründung. - Funktioniert natürlich nur, wenn man nicht so aufs Pfund schauen muß...
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Alt Gestern, 11:48   #741  
Peter L. Opmann
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@ Servalan: Humor ist schon gefährlich. In früheren Zeiten sagte man: Das Lachen befreit den Bauern von seiner Angst vor dem Teufel (und - füge ich hinzu - vor Autoritäten).

Im Christentum ist nach meiner Überzeugung jeder für sich selbst verantwortlich. Deshalb sage ich: Ich kann über "Das Leben des Brian" nicht lachen. Was aber ist mit den anderen? Letztlich kann ich niemanden daran hindern, es doch zu tun.

Servalan weist zu Recht darauf hin, daß es auch andere Ideologien gibt, für die man "missionieren" kann.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 13:35   #742  
Servalan
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Wie gefährlich Humor sein kann, das ist ja ein Topos von "Der Name der Rose". An anderer Stelle habe ich mich hier im Forum länger darüber ausgelassen.

Aber Eco behandelt das Thema postmodern, indem er verschiedene Standpunkte einander gegenüber stellt und es dem Publikum überläßt, daraus eigene Schlüsse zu ziehen. Sowohl im Buch als auch im Film und der Serie wird William von Baskerville vom Erzähler Adson von Melk bewundert, so daß er für meisten wohl zur Identifikationsfigur wird.
Seltsamerweise beschleicht mich aber das leise Grauen, daß sich heute mehr und mehr Leute wie Jorge von Burgos und Bernardo Gui verhalten ...
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Alt Gestern, 13:50   #743  
Nante
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Ich lese gerade den Comic "Schöne neue Welt" und vieles, was "seine Fordschaft der Controller" da von sich gibt (den Zwang zum Konsum mal weggelassen), kommt mir auch erschreckend vertraut vor.
Nante ist offline   Mit Zitat antworten
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