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Alt 07.05.2018, 08:10   #101  
Marvel Boy
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Zitat von thetifcat Beitrag anzeigen
Was die breite Masse wirklich will, erleben wir doch gerade in diesen Zeiten, auf allen Sektoren. Die breite Masse bekamm damals genau das was es wollte - C ON D O R. Und der machte dann Geld mit Marvel.
War es das was die Masse wollte?
Oder war es einfach nur bezahlbar für die Kid's? Okay, das war Williams auch.
Und wenn du die breite masse heute fragst was sie will, so sind das wohl keine Comics, so wenig wie von denen noch an Kiosken oder in Supermärkten zu finden sind.
Liegt das vieleicht am Preis?! Und / oder Qualität?
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Alt 07.05.2018, 10:02   #102  
Peter L. Opmann
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Ich will diese Diskussion nicht abwürgen, aber mir geht's hier nicht darum, was die optimale Veröffentlichungsform von Marvel-Comics in Deutschland wäre; mir geht's auch nicht darum, ob Condor zu viel Geld verdient hat. Ich möchte die Williams-Veröffentlichungen mit etwas zeitlichem Abstand noch einmal betrachten und so distanziert wie möglich neu einschätzen.

Mich haben die Williams-Marvels als Kind und Jugendlicher sehr angesprochen. Vor allem als Kind habe ich das meiste als gegeben hingenommen; heute fallen mir natürlich Mängel sehr viel stärker auf. Ich kann vielleicht auch etwas besser einschätzen, was die Redaktion mit ihrem Konzept eigentlich bezweckte und inwiefern sie diese Ziele erreichen konnte.

Ich bin noch nicht sicher, ob Leute wie Reinhard Mordek, Kirsten Isele oder Hartmut Huff selbst in gewissem Sinn Marvel-Fans waren oder ob sie ihren Job bei einer Illustrierten oder einem Rätselmagazin genauso gemacht hätten.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.05.2018, 11:36   #103  
FrankDrake
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Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen

Mich haben die Williams-Marvels als Kind und Jugendlicher sehr angesprochen.
Mich auch aber schon kurz vor Ende der Spinne bei Williams liess das Interesse an den Comics sehr stark nach (Die Bravo war dann spannender und als Lehrling waren Comics dann komplett out).

So wie mir wird es auch vielen anderen Babyboomern gegangen sein, da hat es dann für Klaus Recht halt nicht mehr gereicht.

Mehr als ein Westfale kann der Mensch nicht werden!
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Alt 07.05.2018, 23:43   #104  
Peter L. Opmann
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Die Spinne (Williams) 21

Erscheinungstermin: 10/1974

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 19
2) Tales to Astonish # 91

Story-Titel:
1) Die Spinne schlägt zurück
2) Vor den Toren lauert der Tod!

Original-Storytitel:
1) Spidey strikes back!
2) Outside the Gates waits Death!

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Bill Everett / Dan Adkins

Text:
1) Stan Lee
2) Stan Lee



Daß „Spinne“ # 20 eine aus dem Rahmen fallende Ausgabe war, wird jetzt unterstrichen, denn all die Superhelden-Bataillen, auf die Lee und Ditko verzichteten, werden nun nachgeholt. Zwei Dinge sind mir besonders aufgefallen: Die Begegnungen und Konflikte im Leben von Peter Parker laufen nun nicht mehr so klischeehaft ab wie bisher. Aber der Kampf der Spinne im Bündnis mit der menschlichen Fackel gegen Sandmann und die Vollstrecker wird nicht mal ansatzweise irgendwie hergeleitet oder begründet, sondern findet statt wie ein Fußball-Bundesliga-Spiel: Es ist angesetzt, es geht über die Bühne. Insgesamt eine recht unterhaltsame Episode, auch wenn mich Peter Parkers Privatleben mehr interessiert als seine Auseinandersetzung mit irgendwelchen Supergegnern, die gerade in der Gegend sind.

In der letzten Ausgabe war die Spinne kaum in Erscheinung getreten, war sogar vor ihren Feinden zurückgewichen, weil die kranke Tante May wichtiger war. Erwartungen an Superheldencomics waren unterlaufen worden – dabei ist offenbar auch Lee und Ditko mulmig geworden. Nun wird Action im Übermaß angekündigt, das, was die Fans womöglich vermißt haben. Die Spinne nimmt sich ein paar Bankräuber vor, die sie eben auf frischer Tat ertappt hat. Sie merken als erste, daß Jamesons Behauptung, die Spinne sei ein Feigling, nicht ganz stimmt. Hübsch: Der Zeitungsverleger schickt sich gerade an, dazu einen Vortrag zu halten, da wird ihm die Nachricht überbracht. Er verschwindet durch die Hintertür.

Die Fackel, erschöpft auf dem Heimweg ins Baxter Building, geht den Vollstreckern in die Falle. Der Sandmann ist bei ihnen und erstickt am Ende ihre Flammen. Da hören sie, daß die Spinne wieder auf Verbrecherjagd ist. Kurz darauf hat sie ihren Unterschlupf schon entdeckt und nimmt den Kampf auf, der aber nach kurzer Zeit unterbrochen wird, weil Polizisten das Versteck stürmen. Daß ihr Kumpel Fackel in der Gewalt der Vollstrecker ist, erfährt die Spinne vorerst nicht. Kurz darauf quetscht sie aber einen Unterweltler aus, der es ihr bereitwillig erzählt.

Eine Falle? Das ist letztlich für alle Beteiligten egal, denn die Spinne stöbert Sandmann und die Vollstrecker in einem alten Lagerhaus auf, stürzt sich erneut in den Kampf und befreit die Fackel. Nur weil sich beide im Spinnennetz verheddern, kann Sandmann türmen, wird aber kurz darauf von zwei Polizisten überwältigt. Wie zu Beginn die Fackel ist auch er nun zu fertig, um die Polizisten niederringen zu können. So weit, so gut. Man merkt, die Story bildet nur ein dürres Gerüst für eine Menge Kampfszenen – das war ja zu Beginn schon angekündigt worden.

Szenen aus dem Privatleben von Peter Parker sind diesmal wieder nur eingestreut, aber – wie erwähnt – nicht mehr so schematisch angelegt wie in früheren Ausgaben. Flash bekommt von Liz mal wieder einen Korb und streitet sich darauf ein wenig mit Peter herum. Der zeigt hier deutlich, daß er vor Flash keine Angst hat. Betty stellt Peter ihren Bekannten Ned Leeds vor; mit ihm will sie Peter eifersüchtig machen. Der reagiert aber erstmal ziemlich cool. Jonah hat nun wieder gewohnt schlechte Laune, staucht seine Belegschaft zusammen und wirft Peter aus der Redaktion.

Bei den letzten Ausgaben habe ich es nicht extra erwähnt, aber Williams kürzt die „Spider-Man“-Story seit einigen Ausgaben jeweils um zwei Seiten. Diesmal werden einfach die letzten beiden Seiten weggelassen, die zeigen, wie Peter Jonah Fotos vom Kampf der Spinne gegen die Vollstrecker verkauft und anschließend von einem Gangstertyp beschattet wird; ein Verbrecherboß, dessen Gesicht man nicht sehen kann, kommt auch noch ins Bild. Das ist so etwas wie ein Vorspiel zur nächsten Ausgabe und beinahe schon ein Cliffhanger. Früher hat Williams eher bei der Action gekürzt als an Stellen, wo die Geschichte vorangetrieben wird. Vielleicht hat man gezögert, das wegzulassen, was groß angekündigt wird: Action.

Wie man gesehen hat, wird hier gar nicht versucht, eine sinnvolle Handlung zu konstruieren. Abgesehen von ein paar kleinen Nebenhandlungen sehen wir, wie die Spinne und die Fackel auf Sandmann und die Vollstrecker treffen und sie besiegen – nicht mehr und nicht weniger. Aber das macht sich nicht negativ bemerkbar. Abgesehen davon, daß das reines Lesefutter ist, stört mich an der Episode wenig. Tiefergehendes, Nachdenkliches, Überraschendes sucht man freilich vergeblich.

Wiederum gibt es ein Editorial von Remo. Er klagt über den wenigen Platz, der ihm zur Verfügung steht. Tatsächlich scheint es aber so zu sein, daß ein Editorial geschrieben werden muß und er kein gescheites Thema hat. Also beschreibt er, wie bei Marvel Comics produziert werden – die besondere Arbeitsteilung zwischen Autor und Zeichner. Allgemein ist das recht laiengerecht erklärt, nur setzt er den Begriff „Redakteur“ voraus – der hat mir als Kind garantiert nichts gesagt. Wie in den „Items“ auf der US-Redaktionsseite (mit „Stan’s Soapbox“) werden kurze Nachrichten zu einzelnen Serien und Mitteilungen an die Leser ergänzt. Eine weitere Seite ist dem Thema Handlettering gewidmet; hier werden die Leser aufgefordert, einmal selbst eine Comicseite zu lettern, um zu erleben, wie viel Arbeit das ist (nachvollziehbar, da Lettering in deutschen Comics sonst völlig unüblich war). Und es gibt auch wieder eine Leserbriefseite; interessanterweise nehmen Schreiber auf andere Leserbriefe Bezug, und nach wie vor wird viel mit den HIT-Comics verglichen.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.05.2018, 12:43   #105  
Peter L. Opmann
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Die Spinne (Williams) 22

Erscheinungstermin: 11/1974

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 20
2) Tales to Astonish # 91

Story-Titel:
1) Hier kommt der Skorpion!
2) ohne Titel (Vor den Toren lauert der Tod!)

Original-Storytitel:
1) The Coming oft he Scorpion
2) Outside the Gates waits Death!

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Bill Everett / Dan Adkins

Text:
1) Stan Lee
2) Stan Lee



Mit dieser Ausgabe löst sich ein Problem von selbst, das seit „Spinne“ # 12 bestand: Eine US-Story umfaßt jetzt nur noch 20 Seiten, es muß also nicht mehr gekürzt werden. Natürlich wird die „Aquarius“-Zweitstory nach wie vor geteilt, sonst würden die 32 Seiten kaum ausreichen. Noch eine Anmerkung zur Publikation: Bei „Spinne“ # 21 habe ich vergessen, den Veröffentlichungsmonat zu ändern, da wäre bereits November dran gewesen. Allerdings sind bei 14tägiger Erscheinungsweise 26 Ausgaben pro Jahr herausgekommen; vielleicht ist also auch die vorliegende Ausgabe noch im Oktober erschienen. Ein Kalender von 1974 liegt mir allerdings nicht vor.

Diese Ausgabe mit einem neu kreierten Superschurken, dem Skorpion, erscheint mir in unterschiedlicher Hinsicht als die Summe des bisherigen „Spinne“-Konzepts. Der Skorpion ist Ergebnis eines schiefgegangenen wissenschaftlichen Experiments. Durch ein Serum und elektrische Energie werden einem geistig etwas beschränkten Gauner die Kräfte eines Skorpions verliehen – sieht für mich etwas Frankenstein-mäßig aus. An der Entstehung dieses Wesens ist wieder mal Jonah Jameson beteiligt, indem er die Umwandlung finanziert. Der Skorpion trifft zweimal, genau genommen sogar dreimal auf die Spinne, besiegt sie zunächst und wird am Ende doch zur Strecke gebracht. Und Peter Parkers private Probleme kennen wir nun auch bereits aus diversen Ausgaben: mit Tante May, die ihn diesmal beinahe im Spinnen-Kostüm ertappt, mit Betty, die sich hier nicht in der Lage zeigt, ihre Beziehungsprobleme mit Peter aufzuarbeiten, sowie mit Flash Thompson und seinen übrigen Mitschülern. Das war zu dieser Zeit die bewährte Storymischung.

Im Vergleich zu „Spinne“ # 20 ist das ein Rückschritt, denn die Zutaten sind in diesem Heft erkennbar nur Klischees. Es gibt wenig Motivation, und Betty erscheint sogar ziemlich widersprüchlich: Hat sie Angst vor der Spinne? Will sie Peter mit Ned eifersüchtig machen, oder ist Ned Leeds für sie eine ernsthafte Alternative? Warum will sie Peter nicht sagen, was sie für ihn empfindet? Daß Peter Jonah Jameson in Gestalt der Spinne einen Besuch abstattet, ist relativ neu, kommt aber in der Serie immer wieder vor. Am Ende schafft die Spinne ihm den außer Kontrolle geratenen Skorpion vom Hals, was JJJ zumindest mal kurz zum Nachdenken bringt, aber faktisch an seinem Haß auf die Spinne nichts ändert.

Nicht ungeschickt verknüpfen Lee und Ditko diese Episode mit dem vorherigen Heft. Peter war von einem Unbekannten beschattet worden, der seine Befehle von einem Gangsterboß empfing, dessen Gesicht immer im Dunkel blieb. Jetzt wird das aufgeklärt: Der Gangsterboß ist gar keiner, sondern Jonah Jameson, der herausfinden will, wie Peter immer an die sensationellen Fotos der Spinne kommt. Kleiner Schönheitsfehler: Die Beschattung war in „Spinne“ # 21 herausgekürzt worden. Trotzdem wird getreulich übersetzt: „Erinnert ihr euch an die mysteriöse Gestalt, die Peter Parker in der letzten Ausgabe nach Schulende folgte?“ Pech für deutsche Leser – daran können sie sich nicht erinnern.

Als der Spitzel ohne Ergebnis zu Jonah zurückkehrt, hat der bereits eine neue Idee: Er hat von einem Wissenschaftler gehört, der künstliche Mutationen an Tieren hervorrufen kann. Warum nicht auch an Menschen? Und der Privatdetektiv sagt dazu bloß: „Solange die Kasse stimmt…“ Immerhin bekommt der Wissenschaftler, ein gewisser Farley Kuckhoff (im Original: Stillwell), später Skrupel, als er sieht, wie sich die Persönlichkeit des Skorpions verändert. Er stirbt bei dem Versuch, seine Mutation rückgängig zu machen. Skorpione sind in Teilen der USA eine alltägliche Erscheinung, und so mancher hat sicher auch unliebsame Erfahrungen mit ihren Giftstacheln gemacht. Der menschliche Skorpion sieht in meinen Augen dennoch etwas seltsam aus. Er ist konzeptionell eine Kopie der Spinne, der Stachel muß ihm aber künstlich angefügt werden. Die Auseinandersetzung der beiden Superhelden verläuft etwas enttäuschend. Der Skorpion scheint stärker als die Spinne zu sein, aber der Kampf ähnelt dem von George Foreman gegen Muhammad Ali: Wendigkeit setzt sich letztlich durch. Der Skorpion kehrt später zurück, aber nicht allzu häufig – er ist wohl keiner der großen Gegner der Spinne.

Noch ein Detail am Rande: In den Credits wird diesmal Steve Ditko an die erste Stelle gerückt, dafür wird der Name von Lee darunter deutlich größer geschrieben. Ein Gag mit ernstem Hintergrund: Lee und Ditko haben sich später erbittert darüber gestritten, wer den größeren kreativen Beitrag zur Serie geliefert hat, und Lee schaffte es nicht, seinen ehemaligen Zeichner zu besänftigen, indem er ihm zugestand, „Co-Creator“ gewesen zu sein. Das Cover ist recht bekannt und wird häufig abgebildet; ungewöhnlich ist sicherlich, daß die Spinne hilflos in den Händen ihres Gegners erscheint. Hinzugefügt hat Williams ohne besonderen Grund eine Manschette mit der Aufschrift: „Marvel macht’s möglich!“ Über die redaktionellen Seiten habe ich letztes Mal schon gesprochen.

Geändert von Peter L. Opmann (09.05.2018 um 12:48 Uhr)
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2018, 13:29   #106  
Phantom
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Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Die Spinne (Williams) 22
Dieses Heft war nicht meine erste Spinne, aber es ist das früheste Williams-Spinne-Heft in meiner Sammlung (in einem Superband 9). Auch nach 40 Jahren weiß ich noch, wie mich dieses Heft irritiert hatte: es wird ständig von einem Stachel des Skorpions gesprochen, aber nirgends ist ein Stachel zu sehen, nur ein völlig stachelloser Schwanz. Im Original wird auch nur von einem "tail" gesprochen, aber das Original kannte ich damals natürlich nicht. (Vermutlich war es dem Comics Code geschuldet, dass Steve Ditko dem Skorpion keinen Stachel hinzugefügt hat.) Klar, der Übersetzer (laut Credits Hartmut Huff) hatte sicher nicht viel Zeit, und es gab auch nicht viel Geld. Aber schlechte Übersetzungen fallen eben sogar kleinen Kindern auf. Es gibt noch ein paar andere klassische "deutsche" Übersetzungsfehler ("I want to remember you as you were" wird zu "Daran wollte ich dich nur erinnern" [remember und remind sind im Englischen eben verschiedene Verben] und Jamesons "I am the one to blame" wird zu "Ich bin blamiert").

Das Handlettering ist vor allem auf den ersten Seiten furchtbar. Remos Aufforderung, das Handlettering mal auszuprobieren, bin ich damals tatsächlich gefolgt: meine Mutter musste mir Transparentpapier mitbringen, und ich machte mich an die Arbeit. So schwer fand ich das nicht, ich habe auch nicht kapiert, warum das Handlettering angeblich die Hefte verteuert: ob man die Texte jetzt tippt, ausschneidet und in die Blasen klebt, oder ob man direkt in die Blasen von Hand schreibt: macht das zeitlich wirklich so einen großen Unterschied? Aber gut, was wusste ich damals schon.
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Alt 10.05.2018, 14:02   #107  
Peter L. Opmann
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Danke für die Hinweise. Die "Spinne"-Ausgaben, die ich im Moment lese, finde ich tatsächlich ziemlich schlecht, aber es gibt zumindest jedesmal einiges zu entdecken, und manches vergesse ich dann zu erwähnen.

So etwa das Lettering. Das war glaube ich das erste Heft, das Clemens Raschke gelettert hat (steht im Impressum unter "Typographie"). Sehr uneinheitlich, er kann die Lettern auch nicht in der selben Größe halten. Aber Raschke war insgesamt ganz gut und hat sich auch schon in Ausgabe 23 deutlich verbessert.

Die Sache mit dem Stachel fiel mir auch auf, deshalb habe ich erwähnt, daß Amis mit Skorpionen reale Erfahrungen haben können. In dieser Comicgeschichte wäre es wohl wirklich undenkbar gewesen, daß der Skorpion zusticht. Wie hätte das ausgehen sollen?

Die Qualität der Übersetzung überprüfe ich nicht. Ich ziehe höchstens mal die Ausgaben von Marvel Deutschland zum Vergleich heran, um zu sehen, was bei Williams gekürzt wurde.
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Alt 14.05.2018, 10:33   #108  
Peter L. Opmann
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Die Spinne (Williams) 23

Erscheinungstermin: 12/1974

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 21
2) Tales to Astonish # 92

Story-Titel:
1) Wo der Käfer kurvt…!
2) Es geht wie ein Mensch!

Original-Storytitel:
1) Where flies the Beetle…!
2) It walks like a Man!

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Dan Adkins

Text:
1) Stan Lee
2) Stan Lee



Diese Episode weist einen Schönheitsfehler auf: Williams-Lesern fehlen ein paar Voraussetzungen, um sie zu verstehen. Der Käfer ist ursprünglich als Gegner der menschlichen Fackel eingeführt worden, die damals ihre eigene Serie in dem Titel „Strange Tales“ hatte (wo auch „Dr. Strange“ erschien). Es wäre also gut gewesen, wenn man vor dieser Ausgabe „Strange Tales“ # 123 mit der Origin-Story des Käfer hätte lesen können. Aber soviel ich weiß, war auch in den HIT-Comics nie etwas aus „Strange Tales“ zu sehen. Warum hier die Spinne, die Fackel und der Käfer aufeinandertreffen, erschließt sich daher nur teilweise. Wer der Käfer ist und warum er sich an der Fackel rächen will, weiß man nicht. Allerdings ist die Story einfach genug gestrickt, daß man sie trotzdem verstehen kann.

Die Totemtier-Typen gehen mir allmählich auf die Nerven. Erst in der letzten Ausgabe hatten wir das Vergnügen mit dem Skorpion; in die gleiche Kategorie gehören der Geier, die Echse, in gewissem Sinn auch Dr. Octopus (der Tintenfisch). Ich kann durchaus nachvollziehen, daß man bei Marvel sagte: Der Käfer paßt doch hervorragend zur Spinne. Aber dieser Superschurke ist – wie auch schon der Skorpion – zu grotesk, um Spannung zu erzeugen oder gar Furcht zu erregen. Doch gilt nicht für die Spinne letztlich dasselbe? Da hat man freilich nicht zwanghaft versucht, irgendein Tier nachzuahmen. Es gibt zwar das Netz, das Wändeklettern und die Spinnensinne, aber vor allem ist die Spinne ein akrobatischer Held, vergleichbar mit Daredevil oder Captain America. Natürlich hat eine Figur wie der Käfer nicht die Entfaltungsmöglichkeiten, um über das Käfer-hafte hinaus Charaktereigenschaften zu entwickeln.

Davon abgesehen, ist die Ausgabe aber nicht so schlecht. Im Zentrum steht eigentlich ein Konflikt zwischen Spinne und Fackel, entzündet an einer Frauenaffäre. Johnny hat zu dieser Zeit eine Freundin namens Doris Evans, die hauptsächlich in „Strange Tales“ auftrat. Doris hat, wie auch Betty Brant, eine Abneigung gegen Superhelden und zwingt Johnny zu dem Versprechen, 24 Stunden lang nicht zu entflammen. Kurz darauf lernt sie durch Zufall Peter Parker kennen. Hier zeigt sich eine gewisse Vorliebe von Frauen für Langweiler. Peter imponiert Doris durch seine guten Manieren und seine Nettigkeit. Dadurch wird allerdings die Fackel eifersüchtig auf ihn. Nun muß wiederum Peter Betty erklären, warum ihn die Fackel wegen einer anderen Frau zur Rede gestellt hat. Also ein paar hübsche pubertäre Verwicklungen.

Peter will nun als Spinne mit Doris Evans Kontakt aufnehmen – nur um der Fackel eins auszuwischen. Der Käfer jedoch will seine Rache einleiten, indem er die Freundin der Fackel entführt. Daraus folgt das erste Zusammentreffen von Spinne und Käfer vor Doris‘ Wohnung. Der Kampf geht unentschieden aus, aber dem Käfer gelingt es, Doris in seine Gewalt zu bekommen. Vorher hat Doris Johnny angerufen und ihm um Hilfe angefleht. Aber der vermutet eine weibliche List und winkt ab: 24 Stunden darf er ja nicht zur Fackel werden. Kurz darauf entdeckt er aber die Entführung, und als erstes läuft ihm die Spinne über den Weg. Also beharken sich nun Spinne und Fackel. Als deutlich wird, daß der Käfer der Schuldige ist, stürzen sich beide auf ihn und nageln ihn fest (man verzeihe mir die Anspielung auf Käfersammlungen).

Tante May und Jonah Jameson haben in dieser Ausgabe nur Mini-Auftritte. Die Spinne resümiert am Ende in einem collagierten Bild mit den Köpfen ihrer Bezugspersonen ihre aktuellen Probleme. Sie stellt sich auf ein Hochhaus am Hafen, blickt melancholisch aufs Meer und denkt wieder einmal darüber nach, ob Probleme sich lösen würden, wenn sie ihre Geheimidentität aufgeben würde. Ein hypothetischer Gedanke, denn das wagt sie nicht zu tun.

Remo beglückt uns schon wieder mit einem Editorial. Als Kind hat mir besonders die Illustration gefallen: Giant-Man balanciert Remos Kopf auf seiner Handfläche (im Original sitzt da vermutlich die Wespe). Inhaltlich habe ich damals wenig mitgekriegt. Es geht um die Frage, ob der Superheld Thor, eigentlich der heidnisch-germanische Donnergott, mit dem christlichen Glauben zu vereinbaren ist. Doch trotz vieler anscheinend tiefschürfender Worte sagt Remo dazu nicht mehr als: Ist doch nur Unterhaltung, Leute, aber jedenfalls gute Unterhaltung.

Es gibt auch wieder eine Leserbriefseite mit einer Fanzeichnung des Silberstürmers (wohl nach HIT-Comics-Vorlage gezeichnet) einem holprigen Jubelgedicht auf Marvel und einem fast absurden Text: „Marvel macht mutig! Stimmt, denn ich bin mit einem Marvel-Heft von einem Grashalm gesprungen.“ Oder hat sich da jemand zu sehr mit Ant-Man identifiziert? Noch ein Blick auf das Cover: Die Grafik hat hier die Spinne etwas vergrößert, wodurch die Zeichnung wirklich an Dramatik gewinnt. Allerdings hätte das rechte Bein der Spinne vollständig vor die Metallwand rechts im Bild gezeichnet gehört.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2018, 09:43   #109  
Peter L. Opmann
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Spinne (Williams) 24

Erscheinungstermin: 12/1974

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 22
2) Tales to Astonish # 92

Story-Titel:
1) Der Clown und seine Gangstercombo!
2) ohne Titel (Es geht wie ein Mensch!)

Original-Storytitel:
1) The Clown and his Masters of Menace
2) It walks like a Man!

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Dan Adkins

Text:
1) Stan Lee
2) Stan Lee



Bemerkenswert, wie hier aus dem Zirkus des Grauens ein Schurkenteam wird. Beim letzten Auftritt in „Spinne“ # 18 gab es nur den Zirkusdirektor und ein paar charakterlich sehr blasse Akrobaten. Jetzt gibt es sechs individuelle Teammitglieder: neben dem Boß mit seinen Hypnosetricks den Clown, die Trapezkünstler Gambonnos und den Kanonenkugel-Mann (die es schon beim letzten Mal gab) sowie Prinzessin Python. Sie alle haben zwar keine Superkräfte, aber könnten gemeinsam der Spinne doch gefährlich werden. Dadurch wird die Episode merklich besser. Wie das vorherige Heft ist sie zwar nicht überragend, aber doch recht unterhaltsam.

Die Spinne hat das Versteck des Zirkusdirektors und seiner Bande aufgespürt. Sie vermutet, daß er wieder ein krummes Ding plant. Unbemerkt platziert sie einen Spinnenspürer in seiner Hutkrempe. Zunächst mal bringen die Akrobaten ihren Unmut darüber zum Ausdruck, daß sich der Direktor schon wieder von der Spinne demütigen lassen mußte. Kurzerhand schmeißen sie ihn aus dem Team; der Clown wird der neue Anführer. Der Coup, den sie planen, wird sich wieder einmal im direkten Umfeld von Peter Parker abspielen: Jonah Jameson präsentiert sich als reicher Kunstsammler und eröffnet eine Ausstellung mit den von ihm zusammengetragenen Werken, und auf die hat es der Zirkus des Grauens abgesehen.

Jetzt wird also nicht mehr Hypnose eingesetzt, sondern der Zirkus gibt auf der Ausstellung Proben seiner Kunst und lenkt damit das Publikum ab, während die wertvollsten Gemälde abtransportiert werden. Peter Parker ist natürlich auch in der Ausstellung. Sobald der Zirkus weg ist, verwandelt er sich in die Spinne und sucht zunächst den Zirkusdirektor auf; er weiß noch nicht, daß der von seiner Bande ausgebootet worden ist. Aber sie findet es schnell heraus, indem sie ihn mit seiner eigenen Hypnose-Spirale zum Reden bringt. Dann knöpft sie sich die übrigen Zirkusmitglieder vor.

Prinzessin Python spielt dabei eine sehr interessante Rolle. Sie setzt exzessiv ihre weibliche Attraktivität ein, was bei einem Jugendcomic verwundert. Es wird nicht ganz klar, ob sie die Spinne auf ihre Seite ziehen oder so betören will, daß sie sie besiegen kann. Ich denke, diese Szenen waren 1965 nur deshalb tragbar, weil die Spinne sich völlig unbeeindruckt gibt und die Prinzessin nicht anrührt. Obwohl die Schlangenbeschwörerin schließlich mit einer Elektroschockwaffe auf sie losgeht, überläßt sie die Festnahme dieser Dame ganz der Polizei.

Das Ganze ist natürlich auch vor dem Hintergrund zu sehen, daß die Spinne sich mit der eifersüchtigen Betty nicht noch mehr Ärger einhandeln will. In dieser Ausgabe versöhnen sich Peter und Betty aber erstmal wieder. Dafür gibt’s Ärger mit Tante May: Weil Peter offenbar längere Zeit weg war, ohne ihr zu sagen, wo er steckt, vermutet sie nun, daß er dunkle Geheimnisse vor ihr hat. Hier wird in den letzten beiden Panels noch schnell das Konzept „Held mit Problemen“ umgesetzt. Aber alles in allem ist das Heft nicht so schlecht.

Der redaktionelle Teil entspricht dem in „Spinne“ # 23. Auf eine Eigenanzeige war ich letztes Mal nicht eingegangen: Hier werden alte bsv-Comics – nein, nicht verramscht, sondern zu recht stolzen Preisen angeboten: Turok, Dr. Solar, Magnus, Astronautenfamilie Robinson, Samson für zwei bis drei DM, Reise zum Meeresgrund sogar fünf DM, einige TOP-Comics für je zwei DM, bester Horror aller Zeiten zum Neupreis, Tarzan und Korak werden sogar für zehn, beziehungsweise 25 DM pro Heft angeboten. Diese Werbeseite ist meines Wissens nie wieder aufgetaucht. Wahrscheinlich hat Williams dann doch andere Wege gefunden, die Altware loszuschlagen.

Geändert von Peter L. Opmann (18.05.2018 um 22:24 Uhr)
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2018, 10:17   #110  
FrankDrake
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Zu der Eigenanzeige, ich kenne niemanden der durch die Bestellung dort auch wirklich ein Heft bekommen hat.
Vielleicht wurden hier ja noch andere Erfahrungen gemacht.

Mehr als ein Westfale kann der Mensch nicht werden!
FrankDrake ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2018, 17:31   #111  
Horatio
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Hä? Nichts mehr über Aquarius?

Geändert von Horatio (18.05.2018 um 17:37 Uhr)
Horatio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2018, 20:12   #112  
Peter L. Opmann
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Zitat:
Zitat von Horatio Beitrag anzeigen
Hä? Nichts mehr über Aquarius?
Richtet sich die Frage an mich? Ich lese zwar die Williams-Hefte "Die Spinne" nochmal, aber ich habe bisher nie etwas über "Aquarius" geschrieben, abgesehen davon, wenn die Storys gekürzt wurden.

Habe aber festgestellt, daß es ein !Aquarius"-Fan bei Williams anfangs nicht so leicht hatte. Teils wurde viel gekürzt, teils sind sogar ganze Ausgaben ausgelassen worden. Ich habe aber auch nicht getestet, ob man der Story trotzdem noch folgen kann - vermutlich nur eingeschränkt.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2018, 21:23   #113  
Marvelianer
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Zitat:
Der redaktionelle Teil entspricht dem in „Spinne“ # 23. Auf eine Eigenanzeige war ich letztes Mal nicht eingegangen: Hier werden alte bsv-Comics – nein, nicht verramscht, sondern zu recht stolzen Preisen angeboten: Turok, Dr. Solar, Magnus, Astronautenfamilie Robinson, Samson für zwei bis drei DM, Reise zum Meeresgrund sogar fünf DM, einige TOP-Comics für je zwei DM, bester Horror aller Zeiten zum Neupreis, Tarzan und Korak werden im Paket für zehn bis 25 DM angeboten. Diese Werbeseite ist meines Wissens nie wieder aufgetaucht. Wahrscheinlich hat Williams dann doch andere Wege gefunden, die Altware loszuschlagen.
Diese Anzeige COMICS FÜR FANS der 12. Produktion, war ein Test um zusehen was auf den Markt geht, es wurden viele Nummern der Serien angeboten die es überhaupt nicht gab. - Tazan und Korak wurden nicht als Paket angeboten, sondern Korak # 1-30 zu je 10,00 DM pro Stück und Tarzan 1-30 zu je 25,00 DM pro Stück was 1974/75 ein stolzer Preis für diese Serien war.

Geändert von jakubkurtzberg (19.05.2018 um 08:14 Uhr) Grund: Zitat als Zitat konfiguriert
Marvelianer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2018, 22:24   #114  
Peter L. Opmann
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Mein Fehler. Hab's mal korrigiert.
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Alt 19.05.2018, 08:13   #115  
jakubkurtzberg
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Den Sub-Mariner liest man besser in den farbigen Hit Comics. In irgendeiner Nuff-Nummer hab ich das beschrieben. Erst als die Stories bei Williams zweigeteilt erschienen ging es. Irgendwo gab's noch ne vertauschte Seite, danach war alles in Ordnung.
jakubkurtzberg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.05.2018, 08:59   #116  
Peter L. Opmann
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Ein Freund hat mir noch einen kurzen Kommentar zur Eigenanzeige mit den bsv-Comics geschickt:

Zitat:
Die Anzeige mit den alten Gold Key (bsv) -Serien hat mch damals auch interessiert, zumal ich die wenigsten davon kannte. Selbst "Blackhawk" war mir damals noch fremd. Das war das Tolle und Seltsame damals: es gab noch so viel zu entdecken.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2018, 21:52   #117  
Peter L. Opmann
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Spinne (Williams) 25

Erscheinungstermin: 1/1975

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 23
2) Tales to Astonish # 93

Story-Titel:
1) Der Kobold und die Gangster
2) Der Monarch und das Monster

Original-Storytitel:
1) The Goblin and the Gangsters!
2) The Monarch and the Monster!

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Dan Adkins

Text:
1) Stan Lee
2) Stan Lee



Die Story mutet relativ kompliziert an, ist sie aber eigentlich nicht. Wieder mal wird die Idee aus „Spinne“ # 12 aufgenommen, die Spinne gegen ein Gangstersyndikat antreten zu lassen. Und erneut wird der Grüne Kobold mit der Unterwelt in Verbindung gebracht. In dieser Phase sind aber Gangster weder für die Spinne noch für den Kobold ernstzunehmende Gegner, weshalb der Grundkonflikt insgesamt in Frage steht.

In der Ditko-Ära ergeht es Gangstern übler als Indianern, die in durchschnittlichen Western reihenweise niedergemäht werden. Man kann in beiden Fällen lediglich annehmen, daß es das ist, was das Publikum sehen wollte. Der Grüne Kobold will nun sogar eine solche Gangsterbande übernehmen. Vermutlich will er sich einfach zur Ruhe setzen und sie mit ihren dunklen Geschäften für sich arbeiten lassen. Ansonsten ist schwer nachzuvollziehen, warum er überhaupt eine Gangsterbande braucht. In der Superheldenwelt sind solche Typen jedenfalls nutzlos.

Der Grüne Kobold, dessen Geheimnis noch nicht ergründet ist, taucht bei Lucky Lobo auf, um seine Geschäfte zu übernehmen. Mit Bomben und Blitzen setzt er dessen Leibwache außer Gefecht, zieht sich dann aber fürs Erste zurück. Er verrät uns noch, daß er alle Verbrecherorganisationen unter seine Kontrolle bringen will. Daß er Lucky Lobo in die Suppe spuckt, kommt in den Zeitungen aber zunächst positiv rüber. Es scheint, als gehöre er nun zu den Guten. Peter Parker fragt sich: Was geht da vor? Inzwischen versetzt der Kobold Luckys Bande schon wieder in Angst und Schrecken. Die Spinne kommt dazu und nimmt den Kampf auf, aber nur gegen die Bande – der Kobold hofft, daß sie sich gegenseitig fertigmachen.

Schließlich erfährt die Spinne von Lobo, daß der vom Kobold unter Druck gesetzt wurde. Also heftet sie sich an dessen Fersen und nimmt gegen ihn den Kampf auf. Sie hat zwar leichte Vorteile, verfehlt ihn aber am Ende im Sprung und landet, da ihr Netz zuende ist, unsanft auf einem Hochhausdach. Der Kobold macht sich aus dem Staub und will das Kommando über Lobos Bande übernehmen, sobald der festgenommen worden ist. Im Radio ist zu aber hören, daß (wenig überraschend) die gesamte Organisation eingebuchtet wurde. Sein Plan ist also vorerst gescheitert.

Ein ziemlich naives Bild der Unterwelt wird da entworfen. Das mag auch daran liegen, daß die Straßen in New York 1965 noch nicht allzu unsicher waren und Gangsterbanden für die Leser noch etwas ziemlich Abstraktes waren. Die Geschichte wirkt aber auch wegen zahlreicher privater Probleme von Peter Parker verwickelt. Anfangs kann er in den Kampf zwischen Kobold und Lobo nicht eingreifen, weil er sein Kostüm gewaschen hat und es nicht rechtzeitig trocken wird. Mit Betty gibt es neue Probleme, weil sie Post von Ned Leeds aus Europa bekommen hat, aber Peter versehentlich nichts davon erzählt, obwohl der den Brief gesehen hat. Jonah Jameson stellt Frederic Foswell wieder ein, der in „Spinne“ # 12 als „Big Boss“ aufgetreten und dafür ins Kittchen gewandert war. Foswell liefert nun die Beweise, mit denen Lucky Lobo verknastet werden kann. Es bleibt aber offen, was seine Motive sind. Und ein hübsches Detail: Mitten im Kampf gegen Lobos Leute greift die Spinne zum Telefon und erzählt Tante May, sie müsse sich keine Sorgen machen. Und am Ende muß die Geschichte wieder auf die Schnelle ins Düstere gedreht werden: Peter kann diesmal zwar mit seiner Situation soweit zufrieden sein, hat aber die Vorahnung, daß ihm Gefahr droht. Nach wie vor gibt es aber keine direkte Ankündigung der nächsten Ausgabe (die den Titel tragen wird „Die Spinne spinnt!“).

Dank nur sechs Seiten „Aquarius“ gibt es wieder mehrere redaktionelle Seiten: Monats-Checkliste, Vorschau, Leserbriefseite (mit einem Brief von Gabriel Nemeth, der sich als Kenner der US-Marvels ausweist), einer Jubiläumsseite (ein Jahr Williams-Marvels) ohne besonderen Informationsgehalt und einer neuen Eigenwerbung, diesmal für das Marvel-Briefpapier, das es offenbar wirklich gegeben hat. Das Cover hatte wohl im Original einfach eine weiße Hintergrundfarbe.

Geändert von Peter L. Opmann (21.05.2018 um 21:57 Uhr)
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Alt 24.05.2018, 19:04   #118  
Horatio
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Ansonsten ist schwer nachzuvollziehen, warum er überhaupt eine Gangsterbande braucht. In der Superheldenwelt sind solche Typen jedenfalls nutzlos.
[...]
Er verrät uns noch, daß er alle Verbrecherorganisationen unter seine Kontrolle bringen will.
Eben! Des Kobolds Plan ist, die Herrschaft über das organisierte Verbrechen zu übernehmen. Der Boss der Bosse zu werden. Der König des Verbrechens.

Übrigens, wer sich für Zahlen interessiert, hier sind die Verbrechensstatistiken für „The Naked City“, von 1965 bis 2016:
http://www.disastercenter.com/crime/nycrime.htm

Geändert von Horatio (24.05.2018 um 19:18 Uhr)
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Alt 24.05.2018, 21:32   #119  
Peter L. Opmann
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Mir ging dazu folgendes durch den Kopf:

In den 1950er Jahren hatte es in den USA eine Welle von relativ realistischen Crime-Comics gegeben - "Crime does not pay" und ähnliches, wo drastisch gezeigt wurde, was Kriminelle tun können. Und zusammen mit den Horror-Comics hatte der Comics Code vor allem diesem Genre den Garaus gemacht.

Vielleicht sieht man in "Amazing Spider-Man" eine sehr weichgespülte Verbrecherwelt mit Gangstern, die höchstens noch gefährlich aussehen, aber nie wirklich Gewalt anwenden, sondern nur verprügelt werden, weil Marvel (speziell Stan Lee) einen gewaltigen Respekt vor den Konsequenzen zu harter Crime-Comics hatte.
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Alt 24.05.2018, 22:18   #120  
Horatio
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Ja, vielleicht ist das ein Echo, ein später Ausläufer der Gangster-Comics der Pre-Code-Ära. Auch bei Kirby kommen ja bei den FV typische Mobster vor, wie aus den Gangsterfilmen der Dreißiger.

Organisiertes Verbrechen war seinerzeit wohl immer noch ein publikumswirksames Thema. Im US-Fernsehen lief von 1959 bis 1963 höchst erfolgreich die Serie "The Untouchables" mit Robert Stack als Eliot Ness (im deutschen TV dann auch, unter dem Titel "Chicago 1930").
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Alt 25.05.2018, 07:50   #121  
Marvel Boy
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Klasse Serie!
Die Gangster bei Spider-Man werden erst in den 80igern gefährlicher.
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Alt 25.05.2018, 08:33   #122  
Peter L. Opmann
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...abgesehen von Menschenberg Marko (# 73).
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Alt 25.05.2018, 17:42   #123  
Peter L. Opmann
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Spinne (Williams) 26

Erscheinungstermin: 1/1975

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 24
2) Tales to Astonish # 93

Story-Titel:
1) Die Spinne spinnt!
2) ohne Titel (Der Monarch und das Monster)

Original-Storytitel:
1) Spider-Man goes mad!
2) The Monarch and the Monster!

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Dan Adkins

Text:
1) Stan Lee
2) Stan Lee



Es scheint, als hätten Stan Lee und Steve Ditko etwas Neues ausprobieren wollen. Ich weiß nicht, ob auch DC-Helden mitunter ihre eigene Zurechnungsfähigkeit in Frage stellen – der Spinne passiert jedenfalls genau das. Mein Freund, der DC-Fan, schrieb mir auf die Frage, ob auch Superman mal gesponnen hat: „Supermans Psyche ist nie so ganz stringent behandelt worden. Er ist auch superintelligent, spricht zig Sprachen, kennt zig Welten, aber das wird (aus Gründen breiterer Popularität?) selten erwähnt. Mittlerweile hat man ihn oft etwas verjüngt und naiver dargestellt. Ich denke persönlich: er hält sich nur zurück, das ist er mit seinen Kräften ja auch gewohnt. Dadurch alleine müsste er für Psychoattacken durchaus anfällig sein. An besonders denkwürdige Episoden erinnere ich mich aber nicht. Oft waren das Verkehrte Welt-Episoden.“

Die Story hat aber noch mehr zu bieten als eine originelle Grundidee. Sie ist in Form eines Rätsels erzählt, das auch für den Leser erst am Ende aufgelöst wird. Und die Geschichte wird ruhig und souverän erzählt. Die Halluzinationen, die die Spinne an ihrem Verstand zweifeln lassen, werden erst ab Seite 7 zum Thema; trotzdem ist die Episode in ganzer Länge unterhaltsam und spannend.

Zu Beginn läßt sich Tante May von Lieferando einen neuen Hut schicken. Peter nimmt das Paket entgegen, bezahlt und bemerkt, daß kaum noch Haushaltsgeld da ist. Deshalb möchte er mal wieder ein paar Bilder für den Daily Bugle schießen. Er ertappt als Spinne eine Einbrecherbande auf frischer Tat und erledigt sie. Aber Frederic Foswell kommt dazu. Nun wagt Peter es nicht, die Fotos anzubieten, weil Foswell merken könnte, daß er die Spinne ist. Trotzdem besucht er Betty Brant in der Redaktion. Durch Zufall bekommt er mit, daß sie an Ned Leeds geschrieben hat. Er ist verärgert, und Betty hat ein schlechtes Gewissen.

Foswell hat kein Problem damit, über den Kampf der Spinne gegen die Einbrecher zu schreiben. Jonah Jameson weist ihn an, die Spinne in ein negatives Licht zu rücken. Zudem initiiert er eine Straßenumfrage mit der Frage: „Warum hassen Sie die Spinne?“ Flash Thompson, der Präsident des Spinne-Fanclubs, kommt hinzu und beendet diese „Recherchen“. Liz Allen wendet sich an Peter wegen Nachhilfestunden, was Flash erneut auf Peter wütend macht.

Jetzt beginnt der Haupt-Erzählstrang: Der Psychiater „Dr. Ludwig Reinhardt“ aus Europa (vermutlich Österreich) meldet sich bei Jameson, weil er sich für die Spinne interessiert, über die JJJ so viel publiziert. Reinhardt ist überzeugt, daß die Spinne kurz vorm Durchdrehen ist, und zwar, weil ihr ihre Geheimidentität schwer zu schaffen macht. Jonah ist begeistert: Endlich kann er die Spinne fertigmachen. Betty erzählt Peter davon, und es kommt, wie tatsächlich oft zu beobachten: Er glaubt, daß er tatsächlich psychisch krank ist (oder wird). Er macht sich auf den Weg zum Bugle und schüttelt unterwegs Flash ab, der ihn im Verdacht hat, sich mit Liz zu treffen. Danach schlüpft er in sein Kostüm. In der Nähe des Verlags überfallen ihn jedoch täuschend echte Halluzinationen von Dr. Octopus, dem Sandmann und dem Geier. Er meint, sie würden ihn angreifen, aber dann verschwinden sie wieder.

Peter Parker ist nun sicher, daß er verrückt wird, und denkt darüber nach, sich einsperren zu lassen, damit er mit seinen Superkräften nicht zur Gefahr für die Allgemeinheit wird. Seine letzte Chance scheint zu sein, Dr. Reinhardt um Hilfe zu bitten. Als er seine Praxis betritt, überfallen ihn die Halluzinationen wieder. Das Wartezimmer ist offenbar leer, und einen Termin braucht die Spinne auch nicht. Reinhardt legt sie sofort auf die Couch und versucht, sie dazu zu bringen, ihm ihre Geheimidentität zu verraten; nur dann könne er ihr helfen. Inzwischen hat aber Frederic Foswell herausgefunden, daß „Dr. Reinhardt“ gar kein Arzt ist. JJJ sieht seine Kampagne gegen die Spinne wieder mal gescheitert und stürmt los, um Reinhardt zur Rede zu stellen. Er platzt in die Praxis, als die Spinne sich eben durchringen will, ihre Geheimidentität aufzudecken. Daß JJJ Reinhardt einen Betrüger nennt, macht sie stutzig.

Der Psychiater sieht, daß sein Plan vereitelt ist und will sich davonmachen, aber die Spinne hält ihn auf und lüftet seine Maske: Es ist Mysterio. In der Schlußszene trifft sich Peter mit Liz zum Nachhilfeunterricht. Liz verfolgt mit dem Treffen, wie uns jetzt enthüllt wird, noch andere Ziele, und auch Peter denkt sich: Wenn Betty Briefe an Ned Leeds schreibt, dann widme ich mich lieber mal Liz. Typisch Stan Lee ist die Bemerkung zum letzten Bild: „Zwischen Peter und Betty hat sich nichts Entscheidendes getan… auch nicht zwischen unserem Helden und Flash Thompson – eigentlich zwischen niemandem! Und doch: Ist das Leben nicht so?“ Natürlich geht es hier nicht um das wirkliche Leben, sondern um das Soap-Opera-Leben; Stan Lee hätte Gwen Stacy niemals sterben lassen, denn wirklich verändern darf sich seiner Ansicht nach in einer solchen Serie nichts.

Eine nette kleine Geschichte. Im Kern ist sie zugegeben recht simpel, aber die besondere Atmosphäre der „Spinne“ entsteht ja durch die Vermischung von Action und Melodram-Elementen. Mir erscheint der Mysterio-Angriff weder zu läppisch noch zu wenig aufregend, auch wenn sich alles auf nur zehn Seiten abspielt. Mal wieder eine Bemerkung zu Ditkos Zeichnungen: Er rückt nun zunehmend seine Figuren und vor allem die Gesichter näher ins Bild. Das macht die Optik dichter und überzeugender, auch wenn das sicher mit der Ökonomie des Zeichnens zu tun hat. Die eleganten, akrobatischen Bewegungen der Spinne hat er schon länger drauf. Insgesamt verfügt er nun über genug Routine, um die Grafik richtig gut aussehen zu lassen. Allerdings bevorzugt er nach wie vor kleine Panels – neun pro Seite sind keine Seltenheit. Und die Welt, die er entwirft, erinnert immer noch mehr an die 1950er als an die swingenden 60er Jahre.

Geändert von Peter L. Opmann (25.05.2018 um 17:47 Uhr)
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Alt 25.05.2018, 20:08   #124  
jakubkurtzberg
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Zum oben genannten Marvel-Briefpapier: REMO hat mir extra einen Bogen seines Papiers mit New Yorker Adresse kopiert und darauf auf die Zusendung von NUFF 1 geantwortet anno 2005. Was hab ich mich da gefreut!
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Alt 27.05.2018, 18:35   #125  
thetifcat
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Ich bin die ganze Zeit fleißig am Mitlesen, hier einmal meine aus heutiger Sicht meine best of der ersten 24 ASM und AF15.

Best of Amazing Spider Man

Platzierung/ASM Nr. (1x AF15) /Veröffentlichung bei Williams W___ /Gegner-wichtiger Gast

1) Amazing Fantasy # 15 W1 Eine Spinne
2) 18 W20 Sandman
3) 12 W14 Doktor Octopus
4) 9 W11 Elektro
5) 6 W9 Echse
6) 24 W26 Mysterio
7) 15 W17 Kraven / Chamäleon
8) 7 W10 Geier
9) 8 W8/JS 1964 Flash/Living Brain/Fackel
10) 3 W5 Doktor Octopus
11) 4 W6 Sandman
12) 21 W22 Käfer / Fackel
13) 23 W 25 Der Grüne Kobold / (Big Boss bzw. Foswell)
14) 17 W19 Der Grüne Kobold/Fackel
15) 22 W24 Ringmaster (Zirkus des Grauens)
16) 16 W18 Daredevil / Ringmaster (Zirkus des Grauens)
17) 14 W16 Der Grüne Kobold/Die Vollstrecker
18) 19 W21 Sandmann, Die Vollstrecker/Fackel
19) 11 W13 Doktor Octopus
20) 13 W15 Mysterio
21) 20 W21 Skorpion
22) 1 W2/W3 John Jameson / FV / Fackel
23) 2 W3/W4 Chamäleon / Geier
24) 10 W12 Die Vollstrecker / Big Boss
25) 5 W7 Doktor Doom

Gegner Statistik
Big Boss 2
Chamäleon 1
Doktor Doom 1
Doktor Octopus 2
Der Grüne Kobold 3
Käfer 1
Living Brain 1
Mysterio 1
Ringmaster (ZdG) 2
Sandmann 2
Skorpion 2
Die Vollstrecker 3

Fazit der ersten 25 Hefte: Ich bin älter geworden. Mich faszinieren diese ersten Hefte weitaus weniger als vor 40+ Jahren. Aber mir ging es auch als Kind/Jugendlicher so, dass meine Spinne erst mit dem Abgang von Steve Ditko (ohne amtlich jetzt wirklich als 9-12 jähriger darauf geachtet zu haben) los ging und ich damals die Hit-Spinne lieber las als die Williams Spinne. Das hat sich jetzt wohl noch verstärkt. Wenn ich ehrlich bin haben mir nur meine ersten 11 best of hier bedingt gefallen. Ich denke sehr oft werde ich keines davon nochmals lesen. Aber die Lesereise durch die ersten 27 von 137 Spinne-Williams ist besonders durch das Drumherum sehr schön. Die Idee einen Außenseiter Teenager zu einem Superhelden zu machen und darüber hinaus auch noch durch eine ungeliebte Spinne, die von den meisten Menschen gehasst wird und vor der sich die meisten Menschen fürchten, war ein riesen Wagnis. Peter Parker alias Spiderman wurde der berühmteste Comicheld der Comic Geschichte zusammen mit Superman. Das hat damals wohl niemand für möglich gehalten. Da kommen mM auch die ersten 24 ASM Storys nicht ran.
Nebenbetrachtung: Die Fackel
Interessant wie oft Johnny am Anfang dabei war. In 1/5 der ersten 25 Heften ist die Fackel dabei. Ob Peter das im Nachherein gut findet das Johnny ihm Starthilfe gab? Die FV waren die erste Marvel Serie 1961 und Spider Man musste erst bekannt werden. Gleichzeitig half Spiderman der Fackel mit dem Auftritten dessen Serie populärer zu machen, weswegen auch Charaktere aus der Fackel Serie hier auftauchte. Geholfen hat es nicht. Johnny bekam keine Heftserie mit seinem Namen auf dem Cover. Diese Ehre bekam Ben Grimm – The Thing in den 80er. Eigentlich sogar zwei. Denn Two in one war die eigentliche Vorreiter-Serie von Ben. Fackel sollte im weiteren Verlauf nur noch sporadisch in den Spiderman Comics auftauchen. Besonders haben wir Fans noch die Ausgaben am Ende der Williams Zeit mit dem Spiderman Auto im Kopf, welches Johnny zusammengeschustert hatte. Einige Jahrzehnte später übernahm Peter dann den Platz seines toten Freundes Johnny bei den Fantastischen Vier, welche sich dann dadurch sogar umbenannten.
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