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Alt 12.02.2010, 13:05   #901  
michidiers
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Heft-Nr.: 138
Hefttext: Die Spinne Magazin
Cover:

Seiten:48
Erscheinungstermin: 1986/11
Verlag: Condor
Originalausgabe:
1) The Amazing Spider-Man (I) #277
2) The Amazing Spider-Man (I) #277
3) Thing #2
Herkunftsland: USA
Story-Titel:
1) Besuch beim Kingpin
2) Der Schrei des Wendigo
3) Schönheit, die vergänglich ist...
Original-Storytitel:
1) The rules of the game!
2) Cry of the Wendigo
3) For beauty passed away
Zeichnungen:
1) Ron Frenz
2) Charles Vess
3) Ron Wilson
Text:
1) Tom DeFalco
2) Charles Vess
3) John Byrne
Ursprüngl. Coverpreis: 3,00 DM
Inhalt:
1) Der verzweifelte Matt Murdock bittet Peter telefonisch, zu ihm zu kommen. Als Peter seinen Freund darauf in einer Kirche besucht, ist er schockiert. Matt ist am Boden zerstört, der KingPin hat ihm sämtliche Existenzgrundlagen entzogen. Spinne versucht darauf in einem persönlichen Gespräch mit dem Kingpin diesen davon abzuhalten, Matt Muduck (Daredevil) weiter zu ruinieren.
2) Peter rettet eine kleine Diplomatentochter aus den Fängen einer Bande von Kindesentführern. Dabei bereitet ihm die Gang weniger Probleme, als der apokalyptische Schneesturm, der New York heimsucht.
3) Als Gott die Schönheit unter den Marvelprüglern verteilte, hat das „Ding“ bekanntlich ja nicht allzu viel abbekommen. Als Bens alte Geliebte vom College, Alynn Chambers anruft und ihn sehen will, bekommt er Panik. Alynn ist inzwischen eine Hollywoodschönheit. Wie wird sie nur auf sein neues Aussehen als Ding reagieren? Das Treffen gestaltet sich dann anders als erwartet. Alynn hat einen Schlaganfall erlitten und ist seitdem körperlich behindert und im Gesicht entstellt.
Bemerkungen:
1) Beide Kurzstorys können sich erzählerisch und zeichnerisch wahrlich sehen lassen. Der Dialog zwischen den KingPin in einer Mischung aus Sprech- und Gedankenblasen und für diese Serie sehr ausgefeilt und interessant. Die zweite Story besticht dabei mit einer Mischung aus Urbanistik und Mythologie und ist zeichnerisch gut dargestellt.
2) Die Erststory ist dabei ein kleines Tie-in/Spin-off des genialen Daredevilbogens #226-233 von Frank Miller. Ich meine, das müsste bei Panini im Marvel Exclusive # Daredevil – 11 erschienene Band sein.

3) Einen lustigen Bauchklatscher leistet sich dann die Redaktion im Vorwort, die den Autor Frank Miller mit dem Namen Frank Filler ausschreibt…
Mit folgenden redaktionellen Beiträgen:
1. Werbung, Impressum, redaktionelle Einleitung, Minimarkt - 1 Seite
2. Eigenwerbung für Die Spinne Jubiläums Sonderheft 1 + 2 , 1 Seite
3. Rückseite: Werbung für Taschenbuch Masters of the Universe 1
Auch erschienen in (interne Links):
1) Erstveröffentlichung in Deutschland
2) Erstveröffentlichung in Deutschland
3) Erstveröffentlichung in Deutschland
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Alt 12.02.2010, 16:42   #902  
Red.Rose
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Zitat:
Zitat von michidiers Beitrag anzeigen
[b]
2) Die Erststory ist dabei ein kleines Tie-in/Spin-off des genialen Daredevilbogens #226-233 von Frank Miller. Ich meine, das müsste bei Panini im Marvel Exclusive # Daredevil – 11 erschienene Band sein.
Stimmt genau, lieber Michidiers.
Und die sind bald dran, wenn ich die letzte Lücke aufgefüllt habe.
Ich kämpfe mich schon noch dahin durch.
Red.Rose ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2010, 08:05   #903  
michidiers
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Zitat:
Zitat von Red.Rose Beitrag anzeigen
Stimmt genau, lieber Michidiers.
Und die sind bald dran, wenn ich die letzte Lücke aufgefüllt habe.
Ich kämpfe mich schon noch dahin durch.
Da kannst Du Dich schon einmal auf einen ganz hervorragenden Storybogen freuen!
michidiers ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.02.2010, 17:24   #904  
michidiers
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Invisibles
Sammelband 7

-The invisible Kingdom –
von Grant Morrison

In diesem abschließenden Sammelband, der das komplette letzte US-Vol III (Ausgaben 1-12) enthält wird die interessanteste Serie, die ich bisher gelesen habe, beendet. Diese Serie handelt von dem ewigen Ringen zweier unterschiedlicher gesellschaftlicher Strömungen um die Vorherrschaft auf unserer Erde. Auf der einen Seite die konservativen Kräfte, repräsentiert durch Wirtschaft, Politik, Adel. Und auf der anderen Seite die Kräfte der Veränderung, der Anarchie. Eine Zelle, die für die Anarchie kämpft, sind die Invisibles um den charismatischen King Mob.

Der Handlungsort der Serie ist unsere Erde, auf der Mythen, Verschwörungstheorien, Spiritualität, Innerlichkeit, Metaphysik, Alientheorien in einer von Popkultur geprägten Umwelt real sind. Dazu gesellen sich noch jede Menge an weiteren Verweisen, Zeitsprüngen und Verlinkungen innerhalb der fast 60 US-Ausgaben. Um das ganze noch verwirrender zu gestalten, wurden nur etwa 20 US-Ausgaben von Panini in deutscher Sprache veröffentlicht. Den Rest der zugegeben schon in deutscher Sprache schon komplizierten Stoffes (milde ausgedrückt) musste ich als interessierter Leser in englischer Sprache weiterlesen. Schande über Panini!

Man wird sich jetzt fragen: Warum das alles? Nur, um die spleenig-paranoiden Ergüsse eines schottischen Spinners zu lesen, dessen Hirn von Drogentrips aufgeweicht wurde? Bisweilen musste ich mich das tatsächlich fragen. Morrison packt viele, manchmal leere, Symbolik in das Werk und verliert dabei den Sinn des Verständnisses. In anderen Worten, ein Fokus ist nicht zu erkennen. Und das ist ein Problem dieser Serie. Durch die vielen von ihm geöffneten Fässer, Hinweise und Einwürfe kann er keine klare ganzheitliche Prägnanz schaffen. Vielen Lesern wird durch die auf den ersten Blick scheinbare Willkür des Plots sicherlich ein klares Muster fehlen.

Ein weiteres Problem ist nach meiner Auffassung, dass nicht alle eingesetzten Zeichner auch seine Scrips so umsetzen konnten, dass Morrisons Gedanken auch im Verständnis des Lesers Fuss fassen können. So sind viele Panels auf den ersten Blick verwirrend und scheinen zusammenhangslos. Mir haben da nur die „annotations“ zu diesen letzten 12 Ausgabe unter www.barbelith.com weiterhelfen können, ohne die ich das gesamte Werk wohl nie richtig geschnallt hätte.

Apropos: „Das Werk geschnallt“. Wer hier nach solch einer vollgedröhnten Achterbahnfahrt ein rundes Ende erwartet, hat sich geschnitten. Auch der Abschluss lädt wieder einmal zu jeder Menge Spekulation und Interpretation ein, die wohl nur im Kontext gesehen werden können. Da lässt Morrison dem Leser zum Ende viel Raum, den dieser dafür auch nutzen sollte. Die Befreiung der Seele und des Körpers von den Zwängen der Zivilisation und von dem Diktat der Macht und die damit einhergehende Befreiung von den inneren Konflikte ist nur eine gedankliche Richtung, zu dem die Morrison hier den Leser inspiriert.

Fazit: Der Leser wird nicht konventionell mit Unterhaltung berieselt, er wird bei der Lektüre gefordert mitzudenken und eigene Schlüsse zu ziehen. Anders funktioniert das nicht. Wer eine in sich abgeschlossene und stimmige Story sucht, muss Superman oder so lesen. Wer aber dazu bereit ist, der findet ein Comicerlebnis, dass man wohl nie wieder vergisst. Schaut Euch David Lynchs Kinowerk „Inland Empire“ an, dann habt ihr einen ungefähren Eindruck von dem Inhalt, Aufbau und Wirkung des Comics.
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Alt 15.02.2010, 17:57   #905  
Servalan
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Standard The Invisibles

Diese Serie steht auch auf meiner Liste.

Aber warum vergleichst Du die Serie ausgerechnet mit Lynchs Inland Empire? Das war nicht nur nach meinem Empfinden der schwächste Lynch mit einer Menge Leerlauf, quasi ein mehrmals aufgegossener Lost Highway. Als Serie hätte sich ein Vergleich mit Twin Peaks angeboten ... oder doch nicht?
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Alt 15.02.2010, 18:50   #906  
Eldorado
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Na, da bin ich aber mal völlig bei Servalan!

Mit "Inland Empire" hat sich Lynch endgültig von jeder noch halbwegs nachvollziehbaren Erzählstruktur und Handlung verabschiedet und dieser Vergleich wäre für mich dann auch eher abschreckend im Bezug auf die "Invisibles".

Hat Dir der Film wirklich gefallen?

Ich bin sonst durchaus für David-Lynch-Filme zu haben, "Mulholland Drive" fand ich noch großartig, aber durch "Inland Empire" hab ich mich dann wirklich nur pflichtbewusst durchgequält.
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Alt 15.02.2010, 18:56   #907  
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Inland Empire habe ich mir zweimal angetan; und da dieses Publikum sich nach der Aufführung miteinander unterhält, war es aufschlußreich. Einige meinten, wenn Lynch mit diesem Film angefangen hätte, wären sie nie Fans geworden, und wenn er jetzt so wiedermache, würden sie sich jedesmal überlegen, ob sie ins Kino gehen. Vorher war das eine bedingungslose Gefolgschaft: Ein Film von Lynch = unbedingt anschauen. Dieses Vertrauen hat nun einen Knacks bekommen.

Bei einer Empfehlung halte ich IE deshalb für den falschen Hinweis ...
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Alt 16.02.2010, 09:45   #908  
michidiers
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Inland Empire bietet sich nach meiner Auffassung am besten für einen Vergleich an, gerade zu dem vorliegenden letzten Band "Invisible Kingdom". Beide (Inland Empire und Invisible Kingdom) weisen in Ihrer Erzählstruktur nach meiner Auffassung viele Gemeinsamkeiten auf. Ganz abgesehen davon, wie gut oder wie schlecht Inland Empire bei Lynchfans angekommen ist.

Parallelen sind nach meiner Auffassung sogar auszumachen bei Antworten von Morrison und Lynch bei Interviews zu ihren obigen Werken. Diese gehen beide grob in eine Richtung. Wenn der Leser/Zuschauer eine genaue Aussage nicht gefunden hat, diese aber für sich interpretiert, dann hat schon er/sie das Werk verstanden. Bitte nagelt mich wegen der Quellen nicht fest, diese kann ich nicht mehr nennen. Es waren jedoch beides Interviews, die ich im Internet las und an die ich mich wieder erinnerte, nachdem ich das Heft gelesen hatte und Vergleiche zog.

Davon abgesehen, es ist schwer, einen Film von Lynch zu bewerten, ob er gut, mittel oder schlecht ist. Ich habe Inland Empire 2x gesehen und mir hat er, wie alle anderen Lynchfilme übrigens auch, ausgesprochen gefallen. Auch aus dem Grunde, dass er mich stark zum Nachdenken anregte.
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Alt 16.02.2010, 15:30   #909  
Eldorado
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Okay, ich habe verstanden warum Du dann speziell diesen Film als Vergleichsbeispiel für das Invisibles-Paperback herangezogen hast.

Was dann auch recht deutlich macht, wem dieser band gefallen könnte und wem eher nicht.
Mir also eher nicht
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Alt 17.02.2010, 14:20   #910  
michidiers
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ELDORADO : Das wird Dir sicher besser gefallen, hoffe ich:



Dark Reign – Dark Avengers 1

INHALT: Nachdem die Bedrohung der Erde durch die Skrulls abgewendet werden konnte, wurde der vermeintliche Retter der Menschheit zum obersten Sicherheitsbeauftragten der Erde ernannt. Mit schier unbegrenzten finanziellen Mitteln ausgestattet stellt Norman Osborn dazu eine neue Rächergruppierung auf. Und diese rekrutiert sich aus dubiosesten Gestalten, die vorher eher als boshafte und paranoide Superverbrecher bekannt gewesen sind. Was der fiese Norman Osborne, der ehemalige schizophrene Green Goblin, mit dieser mächtigen Truppe genau im Schilde führt, das wird sich zeigen. Gutes kommt da gewiss nicht heraus!

Das Konzept kennen wir doch von irgendwo her, oder? Ja, Autor Brian M. Bendis hat Ellis seine Thunderbolts kopiert! Die Dark Avengers sind, wenn man einmal genau überlegt, nur eine Kopie der Verbrechertruppe „Thunderbolts“ aus der gleichnamigen von Marvel ebenfalls herausgebrachten Serie. Sogar Merkmale von Ellis Charakterisierungen wurden recht offen übernommen und mit dem Bendi-typischen Stil vermixt. Offenbar hat sich Marvel wohl gedacht, wenn ein Käufer mit einem grünen Fiat zufrieden ist, dann wird er sich auch noch einen blauen Fiat zulegen. Offenbar klappt das Konzept ja ganz gut, denn beide Serien lassen in den USA Marvels die Kassen kräftig klingeln.

Dabei möchte ich hiermit allerdings zugeben: Es ist nicht einmal langweilig, diesen Band, er enthält die US Ausgaben 1-4, zu lesen. Bendis schafft es doch immer wieder, mit seinem einzigartigen Erzählstil mich zu fesseln, obwohl ich alles schon einmal in ähnlicher Form gelesen habe. Das macht für mich auch einen guten, für die Aktienkurse sogar hervorragenden, Autor aus.

Ich überlege mir jetzt, ob ich mir noch den Folgeband kaufen soll, oder mir lieber nochmals die Thunderbolts 1-4 durchlese. Aufs gleiche Ergebnis kommt es eh heraus, ich habe nur ein paar Kröten mehr in der Tasche…

Fazit: Wer von Bendis nicht genug bekommen kann, der soll unbedingt kaufen, der Rest von uns könnte sich lieber nochmals die Thunderbolts durchlesen.
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Alt 18.02.2010, 14:47   #911  
michidiers
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So eine Krankschreibung hat auch seine guten Seiten, hier gleich mein nächster Streich:

Fables Sammelband 4

Die letzte Festung



Inhalt: Vor vielen Jahrhunderten wurden sämtliche Märchengestalten von einem übermächtigen Feind aus der Märchenwelt vertrieben. Auf geheimen Wegen sind Schneewittchen und Co. damals in unsere Welt gelandet und leben noch heute unerkannt unter uns. Dieser Band ist in zwei Storys aufgeteilt. Während sich die erste Story in einer Rückblende mit dem letzten Kampf der Fables in der Märchenwelt gegen den übermächtigen Feind beschäftigt, erzählt der zweite Teil des Bandes die fortlaufende Geschichte der Fables in unserer Welt weiter.

Wie schon in den Ausgaben zuvor liefern hier der Autor Bill Willingham und seine Zeichner eine ausgezeichnete Arbeit ab. Die Storys sind gut durchdacht, sind abwechslungsreich. Die Dialoge wissen zu gefallen und die Wortgefechte sind schon jetzt für mich legendär. Ein gutes Beispiel ist der Dialog zwischen Jack und König Drosselbart. Einfach herrlich, der könnte auch aus einem Film von Guy Ritchy oder den Coenbrüdern stammen.

Wenig Märchenhaft geht es in der Zuflucht unserer Fables zu. Die in sich so geschlossene Parallelgesellschaft inmitten von New York ist dabei ein herrliches Spiegelbild unserer eigenen Gesellschaft. Es herrschen Intrigen, Machtspiele, Liebeleien, Freundschaften, Korruption und Verbrechen. Allein der Wahlkampf von Prince Charming ist eine schöne Persiflage auf die US-Wahlen und dessen Auftritt und Wahlkampfrede erinnerte mich doch frappierend, an .. naja, an Guido Westerwelle. Im Grunde genommen werden wir hier alle von Autor Willingham gewaltig auf die Schippe genommen.

Kleinere Hinweise auf unsere Kultur sind ebenfalls versteckt, wenn ich da an den Namen des Imbisses denke: „I´m the Eggman“ Das müsste doch aus Beatles „I´m a walrus“ stammen, oder? Und bei der letzten Schlacht gegen die Feinde werden auch dem größten Banausen starke Verbindungen zu der Schlacht um Helms Klamm und Minas Tirith aus Herr der Ringe auffallen.

Im Großen und Ganzen ist das eine hervorragende und sehr reife Serie, die auch bei dem vierten Band noch immer Spaß macht. Weniger Spaß dagegen machte mir allerdings die Meldung, dass diese Serie derzeit als Endlosserie geplant ist. Ist das richtig? Falls dies wahr sein sollte, dann werden sicherlich eines Tages einmal die Ideen ausgehen. Aber bis dann ist ja noch 1001 Sammelbände Zeit.
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Alt 18.02.2010, 16:22   #912  
Red.Rose
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Jetzt kaufe ich Fables aber.
Ich habe schon viel darüber gehört. Bis jetzt habe ich immer gezögert.
Mensch Michidiers, du solltest Provision von sämtlichen Comic Händlern bekommen.
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Alt 19.02.2010, 11:13   #913  
michidiers
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@ROSE: Auf jeden Fall eine Empfehlung zu lesen.

Ach ja, wo wir gerade dabei sind:



DER ENGEL von Tomppa

Kennt Ihr den Autor „Tomppa“? Nein? Ich bis gestern ebenfalls nicht! Tomppa, 37 Jahre alt, wohnt in Berlin und ist seit seiner Kindheit von Superhelden fasziniert. Er hat den Traum wahr gemacht, sich einen eigenen Superhelden auszudenken und ein richtiges Superheldencomic herauszubringen.

Inhalt: In der nahen Zukunft ist die Metropole Berlin ein Moloch, in dem der regierende Bürgermeister Aydogan wohl längst die Kontrolle verloren hat. Die eigentliche Macht haben inzwischen andere übernommen, allen voran das faschistoide Medienunternehmen „Vision“. Von unserem einsamen Helden Max, von den Bürgern Engel genannt, erfahren wir noch nicht ganz viel. Sein Hintergrund und seine Kräfte werden nur zum Teil offenbar. Jedenfalls sind die Fußtruppen von „Vision“, eine Horde Skinheads, nicht gerade seine Freunde. Das vorliegende Heft ist der erste Teil der auf fünf Ausgaben ausgelegten Serie.

Das Setting der distopischen Stadt Berlin erinnert an Blade Runner oder Sin City und ist sehr sorgfältig in Szene gesetzt. Dabei herrschen die grauen Töne vor, nur einige Effekte werden in blau oder rot gehalten. Die Aufteilung der Panels ist spannend und steht den bekannten Vorbildern in nichts nach. Bei der figürlichen Darstellung und der Gesichtsanatomie der Charaktere ist sicherlich aber noch einige Luft nach oben.

Man darf bei diesem Erstlingswerk die Ansprüche natürlich nicht zu hoch schrauben, es ist aber ganz gewiss mehr als ein reines Fanprojekt. Und die Tatsache, dass wir es mit einem deutschen Helden von einem deutschen Autor zu tun haben, ist auf jeden Fall ein weiterer Anreiz einen Blick hineinzuwerfen. Die Veröffentlichung erfolgte im Heftformat und umfasst 22 Seiten. An Qualität wurde dabei nicht gespart, der Comic wurde auf hochwertigem Papier gedruckt. Das gesamte Werk wird übrigens noch mit einem sehr interessanten 4-seitigen „Making of“ abgerundet.

Leseprobe:
http://www.comicwerk.com/component/o...ory/catid,253/
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Alt 22.02.2010, 11:14   #914  
michidiers
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Illustrierte Klassiker 173



„Herr und Knecht“

Ein nettes giveaway, äh… Willkommensgeschenk haben sich die Organisatoren des Comictreffens vergangenen Samstag in Delmenhorst für die Teilnehmer da ausgedacht. Für jeden Besucher gab es eine schöne Tüte mit Comics, Poster etc. In meiner Tüte war u.a. ein Nachdruck von „Illustrierte Klassiker“ eine alte Comicserie aus den 60ern, die ich bisher noch nie gelesen hatte. Also eine gute Gelegenheit zum kennenlernen von neuem Terrain. In dieser Serie sind in den 60er Jahre in etwa 200 Ausgaben die spannendsten Geschichten der Weltliteratur als Comicserie veröffentlicht worden. Diese Nummer 173 hatte eine Adaption von Leo Tolstoys kurzen Roman „Herr und Knecht“ zum Inhalt.

Und ich muss zugeben, dass trotz der nur 22 Heftseiten der Comic es fabelhaft hinbekommt das von Tolstoi beschriebene Selbstopfer des vormals so egoistischen und geizigen Kaufmanns Wassili Andrewitsch gegenüber seinem Knecht Vitali im Angesicht des Todes in einem Schneesturm in den Weiten des russischen Winters einfühlsam zu beschreiben. Bild und Sprache harmonisieren hervorragend und haben mich gefesselt, wie es heute definitiv nicht jedes Comic bei mir schafft.

Schade, dass ich nur eine Tüte habe. Dann muss ich wohl noch einmal in den Tüten meines Sohnes und unseres argentinischen Austauschschülers, der bei uns wohnt und auch mitgekommen ist, nachschauen. Mal sehen, was die beiden da so bekommen haben…
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Alt 22.02.2010, 12:56   #915  
FrankDrake
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Schäm Dich, noch nie einen Illustrierten Klassiker gelesen
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Alt 23.02.2010, 16:22   #916  
michidiers
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Heft-Nr.: 139
Hefttext: Die Spinne Magazin
Cover:

Seiten:48
Erscheinungstermin: 1986/12
Verlag: Condor
Originalausgabe:
1) The Amazing Spider-Man (I) #278
2) Web of Spider-Man #16
Herkunftsland: USA
Story-Titel:
1) Alte Freundschaft rostet nicht...
2) In der Unterwelt
Original-Storytitel:
1) If this be justice --
2) Underworld!
Zeichnungen:
1) Mike Harris
2) Marc Silvestri
Text:
1) Peter David, Tom DeFalco, Mary Jo Duffy
2) David Michelinie
Coverzeichner: Coversignatur = „SCHOLZ“
Ursprüngl. Coverpreis: 3,00 DM
Inhalt:
1) Fortsetzung aus #137: Im Auftrag seines Arbeitgebers soll Peter im Gefängnis Fotos von dem dort einsitzenden Flash Thompson machen, der verdächtigt wird, der Gnom zu sein. Der Besuch dort gestaltet sich allerdings anders als geplant. Ein Gerechtigkeitsfanatiker mit dem Namen „Geißel der Unterwelt“ trachtet nach dem Leben von Flash. Ferner hat der unheimliche „Geist“ (Brian de Wolf) es auf die dortigen Justizbeamten abgesehen. Diese beschuldigt er der Mitschuld an dem Tod seiner Schwester, Captain Jean de Wolf. Und obendrein ist auch noch ein Massenausbruch aus der JVA zu vermelden. Also sind alle Hände voll zu tun für Spinne. Fazit: Die Knackis sind wieder in den Zellen, die „Geißel der Unterwelt“ hat anstatt Flash, versehentlich den Geist getötet. Und Peter hat ein paar nette Fotos von Flash im Knast geschossen.
2) Merkwürdiges geht in der ärmlichen Kleinstadt Temple Corners in den Appalachen um. Die Anwohner schwimmen plötzlich im Geld, Fremde und Besucher sind ungebeten. Ferner treibt eine Gruppe namens „Die Männer ohne Gesicht“ dort ihr Unwesen. Peter ist für eine Reportage mit Kollegin Joy Mercado vor Ort. Als beide in eine unterirdische Einrichtung entführt werden, wird das ganze ein Fall für Spidey. Die Fußtruppen namens „Männer ohne Gesicht“ sind für ihn nur Kanonenfutter und schnell außer Gefecht. Probleme bereitet dann aber der mächtige „Magma“, der sich der Spinne bedrohlich in den Weg stellt…
Bemerkungen:
1) Viele Köche verderben den Brei! Gleich drei Autoren zeichnen sich für die Story aus ASM #278 verantwortlich. Heraus kommt dabei ein Wirrwarr von Storys und Unterstorys, die einfach nicht so richtig zusammen passen und ein klares Bild ergeben. Die Verwirrung wird durch den Übersetzer komplettiert, als die Spinne den tot auf dem Boden liegenden „Geist“ als „Geißel“ bezeichnet.
2) Erstmals finde ich Storys aus ASM und WoSM (Web of Spider Man #16) gemeinsam in einem Magazin. WoSM wird ja ansonsten in den Taschenbüchern veröffentlicht. Beide Geschichte passen dabei zumindest chronologisch gut zusammen, da auch hier der Gnom und Flash angesprochen werden. Da hat die Redaktion recht gut aufgepasst. Weniger gut gearbeitet haben da in den Eröffnungspanels die Coloristen. Sie zeigen eine Mutter und ihr Kind: zunächst sind beide weißhäutig, dann Sohn braunhäutig und Mutter weiß und dann beide braunhäutig. Das T-Shirt des Jungen ist dabei einmal gelb und einmal grün.
Mit folgenden redaktionellen Beiträgen:
1. Werbung, Impressum, redaktionelle Einleitung, News, Minimarkt - 1 Seite
2. Eigenwerbung für Die Spinne Jubiläums Sonderheft 1 + 2 , 1 Seite
3. Rückseite: Werbung für Taschenbuch Masters of the Universe # 1
Auch erschienen in (interne Links):
1) Erstveröffentlichung in Deutschland
2) Erstveröffentlichung in Deutschland
Siehe auch:
http://www.comicguide.de/index.php/c...=long&id=46121
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Alt 24.02.2010, 16:14   #917  
michidiers
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Phantastische Geschichten 5



Weiter gibt es feine und intelligente Kurzstorys aus dem Genre Horror/SF zu bewundern. Die hervorragenden und unheimlichen Storys in tollem Artwork der Horrormeister der EC-Comicepoche, wie Joe Orlando, Wally Wood, B. Krigstein sind ein echter Hingucker. Langeweile kommt einfach nicht auf, da alle Geschichten erfahrungsgemäß mit einem verblüffenden Ende aufwarten und daher zum Schluss spannend sind.

Nett ist auch die für heutige Zeiten eher ungewöhnliche Erzähltechnik. Alle Bilder haben eine erklärende Erzählbox und Sprechblasen, kommen also herkömmlichen Erzählungen und Kurzgeschichten oftmals sehr nah. So wurde eine Kurzgeschichte von Ray Bradbury (Die Flugmaschine) hier adaptiert. Der Erzähltext der Kurzgeschichte wurde mit Sprechblasen und genialen Bildern von B. Krigstein ergänzt. Diese Geschichte, deren Fragestellung mich an die von „Watchmen“ erinnert, ist dann auch mein persönlicher Favorit in diesem Band.

Nach den ersten 4 Hardcover Bänden und in düsterem s/w Artwork wurde (wohl wegen schlechter Verkaufszahlen) das Format auf Softcover umgestellt. Ferner sind sämtliche Storys nun in Farbe dargestellt. Das geht zwar etwas zu Lasten der düsteren Atmosphäre aber schaden dem tollen Gesamteindruck nicht.
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Alt 25.02.2010, 14:05   #918  
michidiers
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Blueberry Band 47 - Die Jugend von Blueberry

1276 Seelen



Der 47. Band ist das jetzt schon? Mensch, ich werde wirklich älter. Meinen ersten Kontakt hatte ich mit Leutnant Blueberry schon als Kind in den „Zack“-heften, die viele franco-belgische Comics bei uns in als Fortsetzungsgeschichten veröffentlichten und damit sehr viel zur Verbreitung der Comics aus unseren Nachbarländern Belgien und Frankreich hier bei uns beitrugen.

Ein Grund, warum mir diese Westernfigur Blueberry schon mir als Kind so gefiel, ist die Tatsache, dass Blueberry so aus dem üblichen Rahmen der Comicfiguren herausfiel. Blueberry soff dauernd, er rauchte, er spielte Karten und verrauchten Salons und zettelte im besoffenen Kopf Schlägereien an, bei denen er kräftig auf die Fresse bekam. Dies hat bis heute seinen Reiz auf mich nicht verloren. Und aufgrund der Tatsache, dass pro Jahr nur ein oder zwei Bände herauskommen, bin ich dem Blaurock bis heute nicht überdrüssig geworden.

Diese Serie von Autor Francois Corteggani und Zeichner Michel Blanc-Dumont widmet sich ausschließlich den Abenteuern Blueberrys im amerikanischen Bürgerkrieg. Die normale nur noch sporadisch erscheinende Serie „Mister Blueberry“ , die Abenteuer des reifen Mike Bluberry, wird weiter von Miterfinder Jean Giraud (Moebius) geschaffen.

Inhalt: Blueberry ist wieder einmal in den dicksten Schlamassel geraten. Es gilt einen gottesverblendeten Geistlichen aufzuhalten, der die Metapher „Gottes Schwert“ etwas zu wörtlich nimmt, was hochgestellten dubiosen Nordstaatlern um General Custer nicht besonders gefällt Ein Fall für Blueberry, der im Auftrag des Pinkerton Geheimdienstes unterwegs ist.

Der vorliegende Band verspricht wieder einmal der Auftakt eines spannenden Zyklusses zu werden. Die tollen Zeichnungen sind genau, die Natur und Landschaft des mittleren Westens ist hervorragend dargestellt. Viel Fiktion unter Berücksichtigung realer Figuren, Orte und Geschehnisse, das ist der Stoff, aus dem die Helden hier gemacht sind. Immer wieder lesenswert.
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Alt 26.02.2010, 11:53   #919  
michidiers
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Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul…

Anlässlich des hervorragend organisierten Comictreffens in Delmenhorst haben wir am Samstag von den Organisatoren perry und maxithecat einige „giveaways“ bekommen. In den Wundertüten waren dann u.a. auch diese beiden Comics des Hethke Verlages. Bei den Illustierten Klassikern handelt es sich um Comicadaptionen von spannenden klassischen Werken der Literatur. Die Serie wurde in den 60er Jahren vom Bildschriftenverlag aufgelegt und später von Hethkeverlag nachgedruckt.

Illustrierte Klassiker Nr. 175



Maiwa´s Rache“ von H. Rider Haggard

Ein Abenteuer des Großwildjägers Allan Quartermain in Südafrika im letzten Jahrhundert. (Quartermain wurde, glaube ich, auch verfilmt mit Mike Douglas)

Illustrierte Klassiker Nr. 187

„Wir wagen es!“ von Stephen Crane



Ein Drama über vier Schiffbrüchige vor der Insel Kuba um 1890.

Beide Storys sind einigermaßen spannend, wobei das Schiffbrüchigendrama auch mit recht guten Zeichnungen und stimmiger Colorierung auswarten kann. Ansonsten typische Abenteuercomics der 60er Jahre, eher etwas für Nostalgiker. Für mich war es ein netter und interessanter Ausflug in neue Comicgefilde.
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Alt 26.02.2010, 14:46   #920  
Detlef Lorenz
Operator 50er Jahre
 
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Zitat:
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Ein Abenteuer des Großwildjägers Allan Quartermain in Südafrika im letzten Jahrhundert. (Quartermain wurde, glaube ich, auch verfilmt mit Mike Douglas)
Den Allan Quartermain spielte u. a. 1950 Steward Granger, später Richard Chamberlain in unsäglichen Verfilmungen - schlecht abgekupferte Storys der Indi-Jonas-Filme, aber auch Sean Connery in The League of Extraordinary Gentleman.
Michael Douglas spielte den Abenteurer Jack Colton in den beiden Filmen "Auf der Jagd nach dem...".

Bei den Illustrierten Klassikern gibt es in der Tat einige Perlen, so die frühen Adaptionen von H. G. Wells, Jules-Verne-Comics sind auch noch ganz gelungen. Auch Altmeister Jack Kirby hat sich hier versucht und zwar mit der Comic-Fassung von den letzten Tagen von Pompeji.
Detlef Lorenz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.03.2010, 11:11   #921  
michidiers
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Detlef: Mal sehen, wenn mir nochmals ein Illustrierter Klassiker über den Weg läuft, dann werde ich natürlich wieder zuschlagen.

Oh, fast vergessen:


„Signal to noise“

von Neil Gaiman/Dave Mckean

Inhalt: Nachdem ihm ein tödlicher Tumor diagnostiziert wurde, plant ein erfolgreicher Filmregisseur einen letzten Film, der nie aufgeführt werden soll. Den sicheren Tod erwartend, entsteht in den Gedanken des Regisseurs das Screenplay, die Rollenbesetzung und der Plot des Filmes. Der Film handelt von einem bevorstehenden Weltuntergang. Im Jahre 999 n. Chr. haben sich in der Nacht zur Jahrtausendwende die Bewohner eines abgelegenen mitteleuropäischen Dorfes zusammengefunden, um das drohende Armageddon zu erwarten.

Bei dieser beängstigenden Lektüre erwartet den Leser nicht gerade ein einfacher Stoff. Neil Gaiman und Dave Mckean schaffen eine erzählerisch und graphisch beunruhigende Reise in die Tiefen der Seele eines sterbenden Menschens. Sie gehen dabei fast an die Grenzen des im Medium Comic darstellbaren.

Mckeen benutzt eine Mixtur aus Collagen und Geflechten von Zeichnungen, Fotos und computergenerierten Grafiken um die von Neil Gaiman meisterlich verfassten Gedanken des sterbenden Filmemachers auf den Leser wirken zu lassen. Man scheint fast zu meinen, dass die verstörenden Informationen aus den Gedanken des Protagonisten sich kaleidoskopartig über die Augen direkt in das Gehirn des Lesers festsetzen. Wahrlich meisterlich und mein persönlicher Höhepunkt der Story ist dabei die Darstellung der vier Reiter der Apokalypse. Jedem einzelnen ist eine volle Seite gewidmet. Mckean bedient sich dabei bei den Elementen der antiken Kunst, beim Kubismus, beim Expressionismus und bei biblischen Stichen. Wer diese vier Bilder, jedes ein Meisterwerk für sich, einmal gesehen hat wird diese wohl nie mehr aus seinem Gedächtnis verlieren.

Um „Signal to noise“ etwas näher zu verstehen, hilft ein Exkurs in die Welt der Technik. Mit „Signal to noise“ ist die Relation zwischen dem Empfang eines Signals zu dem mit diesem stets einhergehenden Hintergrundrauschen gemeint. Wir kennen es alle von der Sendersuche im Radio. Und das ist sicherlich auch ein Schlüssel zum Verständnis des Werkes. Alles was wir aufnehmen an Signalen aus unserer Umwelt, seien sie optisch oder akustisch, hinter allem kann etwas unbekanntes, etwas bedrohliches stecken, was uns zu verschlingen droht. Gaiman und Mckean packen diese Botschaft in zwei parallel verlaufende Handlungen. Einerseits das, was das Umfeld und der Betrachter offen sehen (der langsame Tod des Protaonisten) und dahinter versteckt der Film, der in den Gedanken des Sterbenden langsam eine bedrohliche Gestalt annimmt.

Ob mir das meine vielen Fragen, die mir nach der Lektüre aufkamen, auch tatsächlich beantwortet, lasse ich einmal im Raume stehen. Der bleibende Rest an Fragen sollte dann jenem Quäntchen Unergründlichkeit geschuldet sein, das zu jedem guten Kunstwerk gehört.

Geändert von michidiers (01.03.2010 um 11:23 Uhr)
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Alt 01.03.2010, 13:46   #922  
Detlef Lorenz
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Zitat:
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Detlef: Mal sehen, wenn mir nochmals ein Illustrierter Klassiker über den Weg läuft, dann werde ich natürlich wieder zuschlagen.
Freut mich, für Dich und die Serie, aber...falls Du das Teil diesmal bezahlen, schau vorher lieber erst einmal rein. Einige und nicht wenige, sind grottenschlecht gezeichnet und miserabel getextet. Selbst die Titelbilder sind nicht immer schön gemalte Cover, auch da gibt es schlechte Durchschnittswahre.
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Alt 01.03.2010, 14:08   #923  
Xury
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Zitat:
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(...) „Signal to noise“

von Neil Gaiman/Dave Mckean (...)
Wer es auf deutsch lesen möchte: Gab es in den 90ern bei Carlsen Lux als "Der letzte Film". Toller Comic...
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Alt 01.03.2010, 16:34   #924  
Eldorado
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Beiträge: 4.660
Der von Michiders abgebildete Band ist aber wohl ebenfalls auf Deutsch,
nämlich die aktuelle Neuausgabe von Panini.

Nur hat man diesmal den Originaltitel beibehalten, während
man den damals bei Carlsen anscheinend zu unverständlich fand.

Vielen Dank für die ausführliche Erklärung dazu übrigens.
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Alt 01.03.2010, 19:40   #925  
user06
Gesperrt
 
Beiträge: 3.378
Zitat:
Zitat von michidiers Beitrag anzeigen
... Der bleibende Rest an Fragen sollte dann jenem Quäntchen Unergründlichkeit geschuldet sein, das zu jedem guten Kunstwerk gehört.
Könnte auch einfach nur eine gute Möglichkeit sein, begonnene inhaltliche Stränge nicht auflösen zu müssen. Ich bin bei sowas generell skeptisch.
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