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Alt 07.01.2010, 21:04   #826  
Maxithecat
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"1941 - Wo bitte gehts nach Hollywood?" gefällt MIR absolut nicht!

(so unterschiedlich sind Geschmäcker.... )

Ich fand SW, ST, 3.Art, E.T. "damals" absolut "geil"!
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Alt 07.01.2010, 21:21   #827  
Peter L. Opmann
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Nur als Bekenntnis - ich will Dich nicht angreifen, Maxi, denn natürlich sind Geschmäcker verschieden: Ich habe zwar natürlich jeweils Bilder im Kopf, weil man diesen Werken nicht entrinnen kann, wenn man nicht sagen wir in den Wäldern Nordfinnlands lebt. Aber ich habe nie einen "Star Wars", einen "Indiana Jones" oder auch "E.T." im Kino gesehen.

Als das mit "Star Wars" anfing, war ich natürlich noch sehr jung. Aber "Das Imperium schlägt zurück" wäre für mich schon eine Option gewesen. Mich hat damals eine Kritik von Hans C. Blumenberg sehr beeinflußt, in der es heißt:

Zitat:
Nach der dritten Besichtigung von "Krieg der Sterne" ("Mehr als ein Film", tönt der Verleih, nämlich: "Ein beispielloses Ereignis") kam ich darauf, daß zwischen Hollywoods jüngsten Produktionsmethoden und dem Niedergang der Flipperkultur ein Zusammenhang bestehen muß. "Krieg der Sterne", mit bisher 206 Millionen Dollar Verleihumsatz der erfolgreichste Film der Kinogeschichte und schon jetzt ein Unternehmen der Großindustrie mit Platten, Büchern, Spielzeug und T-Shirts, gleicht fatal einem dieser supermodernen elektronischen Flipperkästen, an denen das Spielen keinen Spaß mehr macht. Menschen sind gerade noch geduldet als überwältigte Zuschauer einer autonomen Technologie. Menschen werden nicht mehr gezeigt in "Star Wars", nicht einmal mehr Comicstrip-Figuren, sondern nur noch bleiche Zombies, die aussehen wie amerikanische Pfadfinder aus der Ära Eisenhower: umgeben vom großen Krieg der Special Effects, von einer ebenso perfekten wie leeren Imponier-Maschinerie, die alle Individualität und alle Emotionen konsequent verbannt hat.
Ich hatte allerdings dann ab Tim Burtons "Batman" große Probleme mit den neueren Superhelden-Filmen - da mußte ich die Special Effects dann notgedrungen doch akzeptieren. Aber spätestens bei "Spider-Man 3" bin ich wieder bei der hellsichtigen Einschätzung von Blumenberg von 1977 angelangt.

Sorry fürs Abschweifen vom Thema.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.01.2010, 22:44   #828  
jakubkurtzberg
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Burtons Filme sind meist nur was fürs Auge. Die Handlung ist oft dünner als das Papier auf dem das Drehbuch gedruckt ist. Mir hat Batman nicht gefallen und Planet der Affen noch weniger. Edward mit den Scherenhänden war auch grenzwertig. Richtig gut fand ich glaub nur Sleepy Hollow.

Star Wars war nie meine Welt. Und Spider-Man 3 ist ein langer Videoclip mit vielen Schnitten, der mir aber trotzdem gut gefällt.

Ich denke, es ist der Kompromiss zwischen Effekthascherei und gutem Drehbuch, der einen Film ausmachen sollte. Die Spider-Man TV-Serie bzw. die drei "Kino"-Filme aus den 1970er Jahren waren definitiv noch nicht so weit. Heutzutage kann man die Comics fast 1:1 umsetzen. Bei Spider-Man und den X-Men gelang das mMn sehr gut. Übelster aller neuzeitlichen Superheldenfilme war für mich definitiv Catwoman.

Von DC gibt es aber trotzdem schöne Sachen, wie etwa Batman hält die Welt in Atem. Gut, da ist der Nostalgiefaktor eingebaut. Aber trotzdem grandios.

Ob wir damit jetzt völlig am Thema vorbei sind, ist schnuppe. Schließlich geht es ja um "Verwirrung" in diesem Thread.
jakubkurtzberg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 00:30   #829  
Eldorado
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Ich bin da bei Maxi und halte Spielberg - im Gegensatz zu George Lucas - nun wirklich nicht für einen reinen Special-Effect-Fetischisten sondern auch für einer sehr guten Geschichtenerzähler.

Interessant wirds ja für uns Comicfreunde jetzt mit seiner Tim & Struppi-Verfilmung.
Obwohl ich da irgendwie skeptisch bin, denn ich kann mir diesen Comic einfach nicht als gelungene Adaption mit echten (oder auch nur computer-verstärkten) Schauspielern vorstellen.

Geändert von Eldorado (08.01.2010 um 00:50 Uhr)
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Alt 08.01.2010, 07:56   #830  
michidiers
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Mich hat damals eine Kritik von Hans C. Blumenberg sehr beeinflußt, in der es heißt:


siehe oben Beitrag 828


Sorry fürs Abschweifen vom Thema.
Wirklich interressante Kritik, deren Aspekte heutzutage bei "Avatar" und Co. wohl vollends bei uns Zuschauern untergegangen sind.
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Alt 08.01.2010, 07:58   #831  
Peter L. Opmann
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Okay, vielleicht darf man Spielberg und Lucas nicht in einen Topf werfen. Spielberg hat ja wesentlich mehr Filme gedreht und immer wieder mal etwas Neues ausprobiert. Was ich mir allerdings angesehen habe, ist "Jurassic Park" (ich war mit Freunden in England im Urlaub und mußte mich dem Gruppendruck beugen). Und das hat meine Vorurteile hinsichtlich Special Effect-Fetischismus nicht unbedingt abgebaut.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 09:36   #832  
michidiers
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Ich muss einmal kurz unterbrechen:

Heft-Nr.: 128
Hefttext: Die Spinne Magazin
Cover:

Seiten:48
Erscheinungstermin: 1986/01
Verlag: Condor
Originalausgabe:
1) The Amazing Spider-Man (I) #269
2) Thor (I) #353
Herkunftsland: USA
Story-Titel:
1) Firelord - Das flammende Inferno
2) Vor der Entscheidung...
Original-Storytitel:
1) Burn, spider, burn!
2) Doom II
Zeichnungen:
1) Ron Frenz
2) Walter Simonson
Text:
1) Tom DeFalco
2) Walter Simonson
Ursprüngl. Coverpreis: 2,80 DM
Inhalt:
1) Hätte er doch besser einen Pizza-Lieferservice angerufen! Ausgerechnet der Appetit auf eine Pizza verschlägt den kosmischen „Firelord“ aus den Tiefen des Alls in eine Pizzastube in NY. In NY grassiert gerade die Mutantenhysterie. Ein davon infizierter Bügermob hält ihn für einen Mutie und verdirbt dem kosmischen Wanderer gewaltsam den Appetit. Peter, der sich endlich wieder nach seinem Studienabbruch wieder mit Tante May vertragen hat, sieht sich gezwungen, als Spinne in den Pizzakrieg einzugreifen. Doch Firelord ist mächtiger als gedacht…
2) Forsetzung aus Rächer TB 12: Eine biblische Schlacht ist um das Schicksal der Erde und Asgard ausgebrochen. In Asgard kämpfen Odin, Thor und Loki gemeinsam gegen den Feuerdämon Sutur, während in der irdischen Sahara die Krieger aus Asgard unter dem Befehl von Beta Ray Bill mit einer Reihe von weiteren Helden die Dämonenarmee des Sutur aufhält.
Bemerkungen:
1) Spinne: Wenn man jemals von einem „decompressed storytelling“ reden kann, dann hier. Was Autor Tom De Falco hier auf 21 Seiten uns Lesern mitteilen möchte, dürfte jeder andere mit einem Bruchteil dieser Seitenzahl schaffen. Es wirkt, als wollte der nur irgendwie die Seiten voll bekommen. Das ist schon aus dem Grunde schade, weil ich gerade den Charakter Firelord aus dem Tabletop-Spiel „Heroclix“ noch immer schätze und bislang noch nie etwas von dem gelesen hatte.
2) Thor: Weiterhin problematisch ist für den Leser, den langen und sicherlich interessanten Handlungsbogen von Walter Simonsons Thor genießen zu können. Leider ist dieser auf mehrere Serien verteilt, so dass dieser wohl damals kaum jemand vollständig gelesen haben kann. Ich hoffe, dass vielleicht einmal der Paniniverlag diesen einmal im Stück veröffentlicht (oder hat er es gar schon?).
Mit folgenden redaktionellen Beiträgen:
1. Werbung, Impressum, redaktionelle Einleitung, US-News - 1 Seite
2. Abowerbung und Minimarkt – 1 Seite
3. Rückseite: Werbung für die Condor Taschenbücher Masters of the Universe 1
Auch erschienen in (interne Links):
1) Erstveröffentlichung
2) Erstveröffentlichung
Siehe auch: http://www.comicguide.de/php/detail....r&display=long

Geändert von michidiers (08.01.2010 um 10:25 Uhr)
michidiers ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 09:53   #833  
FrankDrake
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Okay, vielleicht darf man Spielberg und Lucas nicht in einen Topf werfen. Spielberg hat ja wesentlich mehr Filme gedreht und immer wieder mal etwas Neues ausprobiert. Was ich mir allerdings angesehen habe, ist "Jurassic Park" (ich war mit Freunden in England im Urlaub und mußte mich dem Gruppendruck beugen). Und das hat meine Vorurteile hinsichtlich Special Effect-Fetischismus nicht unbedingt abgebaut.
Solch klasse Filme wie Avatar sind aber leider nicht (allein) durch Schauspielerische Leistung zu machen. Genial
FrankDrake ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 13:15   #834  
Peter L. Opmann
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Zitat:
Zitat von FrankDrake Beitrag anzeigen
Solch klasse Filme wie Avatar sind aber leider nicht (allein) durch Schauspielerische Leistung zu machen. Genial
Ich bin kein Gegner von Special Effects an sich, und so kann man auch das Blumenberg-Zitat nicht verstehen. Was mir nicht behagt, ist, wenn sich ein Film allein oder wesentlich auf seine Special Effects verläßt und die Story ansonsten belanglos, hanebüchen oder dünn ist, die Schauspielerleistungen schwach sind und so weiter. "Avatar" habe ich noch nicht gesehen, aber James Cameron ist für mich auch nicht unbedingt ein Markenzeichen...

Positives Beispiel: "Blade Runner". In dem Film gibt es - jedenfalls laut Dokumentation "Dangerous Days" - keinerlei digitale Effekte. Alles wird mit Modellen, Matte Painting und Bluebox-Tricks gemacht, ohne daß irgendwas an dieser Zukunftswelt nicht überzeugend genug rüberkäme. Im Gegenteil. Oft ist es auch von Vorteil, wenn das Filmbudget knapp ist, denn dann muß sich die Crew etwas einfallen lassen. Das ist im Zweifel besser, als kurz mal "Industrial Light and Magic" einfliegen zu lassen. Ich bin von jeher ein Freund von B-Filmen.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 16:25   #835  
Maxithecat
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Zitat:
Zitat von michidiers Beitrag anzeigen
Ich hoffe, dass vielleicht einmal der Paniniverlag diesen einmal im Stück veröffentlicht (oder hat er es gar schon?).

Nein, bisher nur bei Condor erschienen!
Maxithecat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 19:12   #836  
jakubkurtzberg
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Zitat:
Zitat von Maxithecat Beitrag anzeigen
Nein, bisher nur bei Condor erschienen!
Vielleicht habe ich deshalb nie den Zugang dazu gefunden...
jakubkurtzberg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 19:56   #837  
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Den Beginn der Walter Simonson-Ära (Thor 337-343) hat Panini in Marvel Exklusiv Band 15 veröffentlicht.

Das ist allerdings schon einige Jahre her und eine Fortsetzung daher sehr unwahrscheinlich.
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Alt 08.01.2010, 20:19   #838  
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Bei Filmen die in erster Linie durch ihre Bilder und Effekte ins Auge stechen, wird dann die Story aber meiner Meinung nach auch oft sehr pauschal und grundsätzlich als "flach" oder "vorhersehbar" abgeurteilt. Dabei gibt es auch in anderen Genres nur sehr wenige wirlich neue oder innovative Inhalte und einige behaupten ja sogar, dass schon seit Shakespeare alle relevanten Geschichten erzählt seien und alles folgende nur noch Variationen der immer gleichen Grundthemen darstellt.

Auch "Titanic",der erfolgreichste Film überhaupt war ja nun irgendwie vorhersehbar (das Schiff geht unter), aber für das Publikum spielte das offensichtlich keine Rolle oder wirkte irgendwie spannungsmindernd. Entscheidend ist doch immer WIE man seine Geschichte erzählt. Das geschieht eben bei "Avatar" auf beeindruckende so noch nie gesehene Weise und das ist für mich dann allemal anerkennenswert und eine Pionierleistung - ganz abgesehen mal vom reinen Unterhaltungswert.

Einen "Unterhaltungswert" den ich z.B. den Filmen, die der erwähnte Kritiker Hans C.-Blumenberg dann später selbst inszenierte, abspreche.
Und auch sonst waren die ("Sommer des Samurai", Madonna-Mann") beileibe nicht frei von Mängeln.
Aber immerhin: Ein Kritiker, der nicht nur meckert sondern es selbst versucht, verdient ebenfalls Respekt.
Und zumindest eine köstliche Szene aus dem Blumenberg-Film "Tausend Augen" hat sich bei mir eingebrannt. Darin stopft ein Mann (gespielt von Wim Wneders) in einer typischen 80er Jahre-Videothek diverse Kassetten mit anspruchsvollen Filmen unter seinen Mantel. Auf die Frage warum er das tue, antwortet er dann: "Es gibt Filme, die muss man hier rausholen".

Ach ja: Und heute inszeniert Blumenberg als Brotjob übrigens TV-Massenware der Marke "SOKO Wismar".
Eldorado ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 20:36   #839  
Maxithecat
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Ich möchte keinem zu nahe treten , aber wir entfernen uns von michidiers Thema!

Aber dennoch...

Klar, hat Peter L. recht, wenn er sagt, das Star Wars von Lucas kaum noch schauspielerische Leistungen darstellt. Das will ich gar nicht abstreiten!!!!!

Aber das wäre meine "heutige" Sichtweise!

Die Eindrücke, die ich jedoch geschildert habe, beziehen sich jedoch auf die 70er Jahre!!! Da habe ich gerade mal Raumschiff Enterprise im ZDF gesehen und war ein paar Jahre zuvor von der Augsburger Puppenkiste "verwöhnt" worden!

Wenn dann plötzlich die Raumschiffe "in echt" fliegen oder in ein "Wurmloch" stürzen (Bei Orion wars eine Tasse Kaffee, in die man Milch gekippt hat... das war das "schwarze Loch"! ) , dann ist das "Welten entfernt" von dem, was man bisher gesehen hat(te)!


Es war für "die Zeit" einfach sehr, sehr gut gemachte Unterhaltung!


Wenn ich "damals" die Filme der 50er/60er Jahre (Tarantula (Formicula) , Der Unsichtbare, 2022... die überleben wollen, The shrinking man, Forbidden worlds) gesehen habe, waren es ebenso "veraltete" Filme, die jedoch immer noch eine derartige Faszination ausgestrahlt haben, das sie auch noch 20 Jahre später bei mir Eindruck hinterlassen haben.


Aber, wie ich eingangs erwähnte , wir kommen vom Thema ab....

Hier kommt die "Wende": "Michidiers, übernehmen Sie!"
Maxithecat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 21:33   #840  
Peter L. Opmann
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Wenn ich auch nochmal was dazu sagen darf...

Ich kann die Äußerungen von Maxithecat und Eldorado absolut nachvollziehen. Einer meiner besten Freunde ist großer "Star Wars"-Fan - weil er eben auch in jungen Jahren in so einen Film hineingeraten ist und total hingerissen war - und dieses Erlebnis bis heute bei ihm nachwirkt (er ist jetzt glaube ich 46). Wir streiten uns gern über "Star Wars", ritualhaft.

Ich schreibe hier selten etwas, weil ich recht haben will, sondern um eine kontroverse Meinung beizutragen. Mir war schon klar, daß eine Menge Leute denken dürften: Wie kommt der dazu, etwas gegen die größte Weltraumoper aller Zeiten zu haben? Und wenn ich damals mit meinem Freund ins "Imperium" gegangen wäre, wäre ich jetzt vielleicht auch eingeschworener Fan. So mag ich bloß "Spaceballs"...

Mir geht es im übrigen mit Filmen und Comics ganz ähnlich: Ich werde da irgendwie immer kulturpessimistischer. Dazu habe ich ja auch schon mal was in "Meine Comics der 70er und 80er" geschrieben. Ich denke ja gern, daß auf beiden Gebieten immer weniger hochwertige Werke erscheinen, daß es früher um Kunst ging und heute nur noch um Geld geht.

Vermutlich ist es aber eher so, daß ich immer weniger Mut zum Risiko habe. Vor 20 Jahren bin ich in viele Filme gegangen und habe viele Comics gelesen, die mir dann nicht gefallen haben. Das habe ich trotzdem als wertvolle Erfahrung gesehen und mir Gedanken gemacht, warum sie nicht gelungen waren. Heute denke ich: Laß die Finger davon, das wird eh' nur Mist sein. Lieber zum hundertsten Mal "Blade Runner" sehen, lieber zum zweihundertsten Mal "Der Tag, an dem Gwen Stacy starb" lesen - das waren noch Meisterwerke. Da mache ich mir's wahrscheinlich zu einfach.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2010, 21:48   #841  
Maxithecat
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Ich sags mal anders: Du hast bestimmt in einigen Sachen recht!


Zitat:
Ich denke ja gern, daß auf beiden Gebieten immer weniger hochwertige Werke erscheinen, daß es früher um Kunst ging und heute nur noch um Geld geht.
Aber!!! EIN Gegenbeispiel!

Ich versuche KEINE neuen Sammelgebiete anzufangen, aber wenn ich mir die Vorschau vom aktuellen Online-Splitter-Prospekt (noch NICHT ausgeliefert!!!!) anschaue, komme ich doch schon in Versuchung, mir dieses oder jenes Album zu besorgen.... Und das sind ungefähr 80% deren Verlagsprogramms....


Keine Frage, auch Splitter will Geld verdienen! Aber Splitter ist (wieso auch immer!? ) wohl "am Puls der Zeit"! Andere haben es nicht geschafft, sich die Leckerlies heraus zu rupfen!

Ich sags einfach mal so "ins Blaue": Bei Splitter sind Fans für Fans am Werk! (Vermutlich trete ich soeben dutzenden von Verlagen ins Kreuz... NEIN!!! Auch andere haben ein Herz für bestimmte Serien! ...aber Splitter eben im "Besonderen"!)
Maxithecat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2010, 03:16   #842  
Eldorado
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Und einen Satz schiebe ich auch noch nach:
Auch wenn dabei einige echte Meisterwerke entstanden sind denke ich aber doch,
dass es auch in den 60iger und 70iger Jahren vorrangig darum ging Geld zu verdienen
und nicht Kunst zu produzieren.
Eldorado ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2010, 03:17   #843  
die erste
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Mir geht es im übrigen mit Filmen und Comics ganz ähnlich: Ich werde da irgendwie immer kulturpessimistischer. Dazu habe ich ja auch schon mal was in "Meine Comics der 70er und 80er" geschrieben. Ich denke ja gern, daß auf beiden Gebieten immer weniger hochwertige Werke erscheinen, daß es früher um Kunst ging und heute nur noch um Geld geht.
:
a) Ich plädiere dafür, hier mal "aufzuräumen". Die Filmdiskussion ist ja eher ein Extrathema.

b) Zu oben zitierter Bemerkung kann ich aber dennoch einfach nicht den Schnabel halten.
Wenn ich es nicht besser wüßte, so würde ich vermuten, hier schreibt ein uralter Herr, der von "früher" schwärmt.

Was bitte war denn an den früheren Comics und Filmen so wahnsinnig toll und kulturell - und auch damals mußte wirtschaftlich gedacht werden, sonst wäre man sofort am Ende der Fahnenstange.
Die obige Aussage ist ein Schlag ins Genick für die heutigen Film- und Comicschaffenden, die mit Herz und Seele bei der Sache sind und natürlich Geld verdienen wollen/müssen - wir wir alle.

PS: Sehe gerade - nahezu zeitgleich mit ELDORADO, von daher sorry für evtl. inhaltliche Überschneidungen.

Geändert von die erste (09.01.2010 um 04:17 Uhr)
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Alt 09.01.2010, 09:32   #844  
Peter L. Opmann
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Hier ging's doch noch nie allein um Condor-Marvels, wie ich vor einiger Zeit schon erstaunt festgestellt habe.

Was Kunst und Geld betrifft - das ist natürlich eine Zuspitzung und so falsch. Comics und Filme sind nicht Kunst, und den Machern geht es nicht nur ums Geldverdienen - vielleicht von irgendwelchen spanischen Studiowerkern und Teilen der großen Maschine Hollywood abgesehen. Aber Maxi scheint jedenfalls verstanden zu haben, was ich meinte.

Um nochmal kurz beim Film zu bleiben: Da bin ich auch nicht nur ein Fan der 60er und 70er Jahre. Es stimmt schon: Was mich wirklich überzeugt hat, ist einmal New Hollywood (ein paar Namen: Malick, Cassavetes, Scorsese, Coppola, Arthur Penn, Peckinpah) und zum anderen der neue deutsche Film (Fassbinder, Herzog, Wenders, Schlöndorff, Thome, Bohm).

Als ich Anfang der 90er Jahre nach Frankfurt kam und das Filmmuseum entdeckte, wurde mir aber klar, daß der Stummfilm das einzig Wahre ist. Der erste, den ich gesehen habe, war "Robin Hood" von Allan Dwan. Ich bin auch absolut fasziniert von Erich von Stroheim. Und viele Deutsche waren Stummfilmmeister: Wiene, Lang, Murnau, Pabst und so weiter.

Ich bin also schon über 100 Jahre alt.
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Alt 09.01.2010, 09:40   #845  
die erste
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Ich bin also schon über 100 Jahre alt.
Kompliment, dafür bis Du sehr flink in der Birne und noch sehr wortgewandt!
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Alt 09.01.2010, 10:11   #846  
Peter L. Opmann
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Danke für die Blumen!
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Alt 09.01.2010, 16:29   #847  
Eldorado
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Und auch dazu fällt mir noch was ein:

Wenn Du die deutschen "Stummfilmmeister" verehrst könnten Dich Tarantinos "Inglourious Basterds" überraschen. Dort beweist er eine erstaunliche Kenntnis der deutschen Films der 20er Jahre und gerade G.W. Pabst wird mehrfach erwähnt
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Alt 09.01.2010, 18:20   #848  
Peter L. Opmann
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Danke für den Tip. Tarantino-Filme gucke ich ganz gern. Allerdings brauche ich sowas nicht, um Zitate von G. W. Pabst zu identifizieren - da sehe ich mir lieber die Originale an.
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Alt 10.01.2010, 12:22   #849  
michidiers
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Auf "Inglourious Basterds" freue auch ich mich schon ganz besonders, der kommt bald auf DVD. Den werde ich mir dann ausleihen. Alle, die diesen Film gesehen haben, waren davon begeistert.

Aber ebenso wird der Film "Avatar" von uns hier am kommenden Wochenende im 3D Kino geschaut. Man sollte diese Art von Computer-Animationsfilmen vielleicht auch vollkommen losgelöst als eigene Form der Kunst aufnehmen und als Ergänzung des konventionellen Schauspiels sehen. Beide Formen nebeneinander können sicherlich auf Dauer gut miteinander auskommen, wenn diese getrennt betrachtet werden. Für Puristen sind diese Gedanken sicherlich eine fette Kröte, die da noch geschluckt werden muss.

Als Beispiel möchte ich da auch das Comic nennen. Dies ist ja auf eine gewisse Art und Weise auch eine Abart der Schreib- und der Malkunst. Auch hier war über Jahrzehnte die Skepsis sehr groß und brauchte lange für die Anerkennung als eigene Kunstform. Vielleicht wird der Animationsfilm auch einmal dieses Schicksal des Comics teilen.

Wie dem auch sei. Ich freue mich jedenfalls, dass hier von Thema immer wieder abgeschweift wird und sich seht interessante Diskussionen ergeben. Die Condorverwirrung zieht sich ja trotzdem immer noch wie ein Roter Faden hier hindurch. Ich schreibe ja auch gerne einmal von anderen Comics, als die von Condor. Ach ja, hier noch mein Comic vom Wochenende:

US Avengers #158
“When Avengers clash”




Die vergangenen Wochen waren anstrengend für Vision. Mehrmals sinnierte er über seine Persönlichkeit und künstlichen Gefühle als künstlicher Mensch. Da genügt ein Funke, um ein Fass zum explodieren zu lassen: Als er Wonderman (von dem hat Vision seine Gehirnmuster bekommen) mit seiner Ehefrau “Scarlet Witch” Arm in Arm sieht, kommt es zu einem “Bruderkampf” mit Wonderman, der erst durch ein Machtwort des Vorsitzenden Iron Man beendet werden kann.
Aber auch ein Feind meldet sich zu Wort: “Graviton” hat in den kanadischen Rocky Mountains sich einer Forschungsanstalt bemächtigt und deren Mitarbeiter als Geiseln genommen. Nach einem Hilferuf schreiten die Rächer ein, sie scheinen dem Herren der Schwerkraft jedoch unterlegen, seiner Superkraft sind die Rächer nicht gewachsen…

Visions Gewaltausbruch zeichnete sich schon lange ab. Ich bin gespannt, wie die Rächer jetzt mit seinem umgehen.

Geändert von michidiers (10.01.2010 um 13:00 Uhr)
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Alt 11.01.2010, 14:13   #850  
michidiers
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Neil Gaiman

Sandman Sammelband 3 - Traumland


In diesem Sammelband vereinigt Gaiman vier Kurzgeschichten um den Sandman, seine Ewigen und aus der Welt unserer Träume. Vielleicht wollte der Autor hier eine kleine Rast gönnen, die wir Leser sicherlich nach dem Werk „Puppenhaus“ und vor dem Totschläger „Zeit des Nebels“ wohl brauchen.

Aber wer gedacht hat, er könne sich entspannt zurücklehnen und die Storys herunterlesen, hat sich geschnitten. Es sind vier kleine aber feine Storys, mit allerlei Bezügen, Hinweisen und Verbindungen zu kulturellen und mythologischen Ereignissen, Personen und Werken. Für den Anfänger ist es da schon schwer sich in der Masse an Verweisen zu orientieren und vor lauter Suche und Fischerei danach sich in den Storys nicht zu verzetteln.

Als die Krönung dessen ist sicher die dritte Story um die Freilichtaufführung des Schauspieltrosses des William Shakespeare in den Hügeln von Sussex am berühmten „Riesen von Wilmington“. W.S. hat von keinem geringeren als dem Sandman ein Bühnenstück im Auftrag bekommen, welches er dort mit seiner Truppe einem sowohl höchst interessiertem als nicht minder ungewöhnlichen Publikum vorspielt. Ärgerlich für mich: ich kannte den Inhalt des „Sommernachtstraumes“ nicht, so dass der Lesespaß hier erst einmal voll in die Hosen ging.

Nachdem ich mich mit dem Inhalt des „Sommernachtstraumes“ vertraut gemacht habe und eine Handreichung zu diesem Sammelband hinzuzog, erschloss sich das riesige Spektrum der erzählerischen Kraft Gaimans, und das auf nur 24(!!) Comicseiten. Diese Handreichung, die im Internet frei verfügbar ist, erklärt sehr viele Einzelheiten, gerade für den nicht so bewanderten Leser. Ich möchte darauf inzwischen nicht mehr verzichten. Den gesamten Band habe ich dann nochmals damit durchgelesen. Man kann ob des Intellekts und Schaffenskraft des Autors da schon fast neidisch werden.

Aber neben dieser Story konnte mich auch die Story um den ideenlosen Schriftsteller, der erst mit einer gefangenen Muse zu Ideenreichtum kommt, voll überzeugen. Die Katzenstory hatte wegen meiner Abneigung zu diesen Tieren leider keine Chance. Die Geschichte der ehemaligen DC-Superheldin „Elementgirl“, die den Freitod sucht und nicht finden kann beginnt erzählerisch hervorragend, kann mich aber am Schluss nicht so recht überzeugen. Meine Meinung über die Verschiedenheit der Storys und meiner persönlicher Wertung möchte ich mit einem Comiczitat aus dem Sommernachtstraum abschießen:

„Das beste in dieser Art ist nur Schattenspiel,
und das schlechteste ist nichts schlechteres,
wenn die Einbildungskraft nachhilft!“

Fazit: Wolvie, Cyclops und Co. aus den aktuellen Marvelausgaben, die haben es mit jedem Sandman immer schwerer bei mir…

Geändert von michidiers (11.01.2010 um 14:21 Uhr)
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