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Alt 14.03.2020, 16:02   #101  
Peter L. Opmann
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Zitat von Crackajack Jackson Beitrag anzeigen
Das erste Mal sieht man ein Mitglied der Yancy Street Gang und dieses mal helfen sie den FV.
Das kann man aber schlecht unter "was Normales" verbuchen...
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Alt 14.03.2020, 17:00   #102  
Crackajack Jackson
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Zu FV #19

Ab hier ist Sue vollwertiges Mitglied im Team.
Unsichtbarkeit ist schon eine ziemlich einfache und defensive Superkraft.
Wie oft hat Sue mit ihrem Schutzschild das Team gerettet.

Eine sehr gute Idee von Stan ihr noch eine, bzw zwei zusätzliche Fähigkeiten mitzugeben.
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Alt 14.03.2020, 19:31   #103  
Crackajack Jackson
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Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen




Für mich zerfällt „Fantastische Vier“ # 19 in zwei Abschnitte. Der erste zeigt die FV eher privat:

Der zweite Abschnitt enttäuschte mich dagegen.
Das ist bei mir genauso. Man interessiert sich mehr für die Interaktionen der Helden untereinander, als für den immerwährenden Kampf.
Aus den Gesprächen kann man manchmal viel über die Lebensweise, die Moralvorstellungen oder die Sprache (besondere Formulierungen und Kraftausdrücke) jener Zeit erfahren.
Es macht aber auch Spaß Ben und Sue einfach mal im Park Spazierengehen zu sehen.

Geändert von Crackajack Jackson (14.03.2020 um 19:38 Uhr)
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Alt 14.03.2020, 20:01   #104  
Peter L. Opmann
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Muß jetzt wohl mal ein bißchen langsamer machen, damit Du hinterherkommst.
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Alt 14.03.2020, 21:14   #105  
Crackajack Jackson
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Ja, danke.
Mehr wie zwei Ausgaben am Tag schaffe ich nicht.

Zu FV #20

Eine eingefahrene Story.
Drei auf die FV abgestimmte Gegner.
Trotzdem lässt sich die Geschichte gut lesen. Es sind viele gute Elemente dabei, wie z.B.das Lagerhaus in der solaren Welle.
Handwerklich gut und solide erzählt.
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Alt 15.03.2020, 06:13   #106  
Marvel Boy
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Langsamer ist manchmal nicht verkehrt.
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Alt 15.03.2020, 10:39   #107  
underduck
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... sagte die Schildkröte und überholte vorsichtig die Schnecke ...
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Alt 15.03.2020, 11:47   #108  
michidiers
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Zitat:
Zitat von Crackajack Jackson Beitrag anzeigen
Ja, danke.
Mehr wie zwei Ausgaben am Tag schaffe ich nicht.
.
Ich kam bei Peter damals auch nie mit und hing immer hinterher.
michidiers ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2020, 12:46   #109  
Peter L. Opmann
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Ja, ja, ich bremse schon etwas ab.

Die Sache ist die, daß diese Besprechungen alle schon fertig vorliegen; ich lese die Hefte - normalerweise - nicht extra nochmal.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2020, 13:07   #110  
Crackajack Jackson
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Ich bin dir schon sehr dankbar, dass Du deine Beiträge nicht alle auf einmal hier rein kopiert hast und mir und anderen Gelegenheit gibst, was dazu beizusteuern.
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Alt 15.03.2020, 13:39   #111  
Peter L. Opmann
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Okay, weiter geht's.

Die Frantastischen Vier # 21




Die Inhaltsangaben in den frühen Williams-Marvels habe ich geliebt. Sie machten richtig neugierig auf die Monatsproduktionen – zumal ich mir ja nur einen kleinen Teil der Hefte zulegen konnte. Sie waren witzig geschrieben – großspurig und selbstironisch zugleich. Aber insbesondere bei den 14-tägig erscheinenden Titeln konnte ich eines nicht verstehen: wie konnten alle zugleich das beste Heft sein? Zum Beispiel: FV # 22 brachte den „Kampf des Jahrhunderts“, aber FV # 21 bot die „spektakulärste Überraschung“, etwa „Neues, Unglaubliches, Faszinierendes!“ Zu allem Überfluß waren die „Rächer“ dieses Monats ein „Marvel-Epos par excellence“, die „Spinne“ „berstend voll mit Spannung und dramatischen Szenen“, und beim „Hulk“ ist die „neueste Episode fast noch spannender als die vorherige“. Irgendwas konnte da doch nicht stimmen…

FV # 21 ist für mich eine Serienfolge des Übergangs. Das scheint auch die Redaktion gewußt zu haben, denn am Ende kündigt sie für das nächste Heft den Beginn des Marvel-Zeitalters an. Da werden erstmals Verbindungen innerhalb dieser Superheldenwelt hergestellt (bei Sub-Mariner und Ant-Man zuvor sind die Gastauftritte noch isoliert und folgenlos), auch wenn es nur um die blöde Frage geht: Wer ist stärker? Die aktuelle Ausgabe mit dem „Enfant terrible“ funktioniert dagegen noch nach den alten Mustern: Es geschehen unerklärliche Dinge, Monster stapfen herum, und Rätsel werden gelöst. Aber endlich gibt Stan Lee das Schema auf, die vier Teammitglieder einzeln gegen ähnliche Gegner antreten zu lassen. Jetzt kämpfen eher Fackel, Ding und Unsichtbare vereint, und Mr. Fantastic zieht sich ins Hauptquartier zurück, um sich die richtige Strategie auszudenken.

Die Idee, daß der Gegner ein außer Kontrolle geratenes Kind ist (okay, diesmal kein Halbstarker, sondern ein Kleinkind), ist ein Neuaufguß von FV # 10 mit dem Unmöglichen. Die aktuelle Pointe, daß die Eltern gerufen werden, um ihr Balg abzuholen, ist freilich nicht so stark. Aber hauptsächlich leidet die Episode unter den Schwierigkeiten von Lee und Kirby, Superkräfte richtig einzuschätzen und zu inszenieren. Das Enfant terrible kann im Prinzip alles, wie wir auf Seite 10/11 erfahren. Immerhin schickt es „Blitze reiner Energie“ auf die Straßen New Yorks, läßt Wolken auf die Erde stürzen, verzichtet aber darauf, die Sonne näher an die Erde heranzuholen, was Reed sozusagen als Super-GAU befürchtet. Dafür begnügt sich das Kind mitunter auch damit, ein Auto schweben zu lassen; es handelt sich um einen Geldtransporter, worüber sich ein paar Gangster freuen – aber nur kurzzeitig.

Die Taten des Außerirdischen erinnern mich mitunter ein bißchen an die Abenteuer von „Little Nemo in Slumberland“, etwa wenn Spielzeugsoldaten durch die Straßen New Yorks marschieren und sie dabei gänzlich anfüllen oder wenn die Brieftaschen, Hüte, Schirme, Brillen oder Mappen von zahllosen Passanten in die Luft fliegen. Hier sind das natürlich nur einzelne Momente. Aber auch die Dialoge finde ich überwiegend gelungen. Ding kommentiert einen eigenen Boxhieb: „Ah, det is’n Jedicht!“ Reed muß der leichtgewichtigen Story am Ende allerdings eine Pseudo-Lehre aufpfropfen: „Irgendwann, wenn irgendwer von uns zu weit geht, seine eigenen Kräfte mißbraucht, laßt uns dann an dieses Enfant terrible denken – diese ungeahnte Kraft aus dem Weltraum, die unwissentlich uns alle hätte vernichten können!“

Auch grafisch wird sich die Serie in der kommenden Ausgabe ein ganzes Stück steigern. Leider bleibt uns der grobe Pinselstrich von George Roussos noch eine Weile erhalten. Aber Ding wandelt sich zunehmend zu einer Funnyfigur (etwa durch seine immer ausgeprägteren steinernen Augenwülste). Insgesamt kann Jack Kirby zunehmend abwechslungsreichere Szenerien gestalten. Doch es ist immer noch eher der Stil der End-Fünfziger als der ikonischen sechziger Jahre.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2020, 13:48   #112  
Crackajack Jackson
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Wirklich toller Einstieg.
Die Reporter sind wieder da. Ben und Johnny wollen im Rampenlicht stehen, aber die Journalisten haben nur Augen für Sue.
Sue sonnt sich in der ihr zuteil werdenden Aufmerksamkeit.
Eigentlich ist es eine sehr natürliche Entwicklung, die Sue während der Serie durchmacht. Erst das Mädchen, dass von vielen Männern umgarnt wird und dem das durchaus gefällt und dann später die Mutter, die nur noch augen für Reed und ihre Kinder hat.
In der Jugend ist man eben noch nicht so festgelegt.

Im Kampf gegen das Enfant Terrible werden wieder viele Ideen gezündet.

Ein Roboter, der sich bei jedem Schlag potenziert. (die Idee fand auch Verwendung in Popey Album Nr. 6 "Popey und die Spinatkohle" von 1975.
Dann folgen drei "Was wäre wenn" Panel, in denen Reed erklärt, welche Gefahr von dem Enfant ausgeht.(Er spielt mit den Planeten).

Es scheint fast so, als würden die Gegner in jedem Heft stärker. Selbst Sue fällt das auf, als sie sagt, dass das Kind noch gefährlicher als der Molekular Mann sei.
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Alt 15.03.2020, 18:12   #113  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 22



Es kommt wohl auf den Blickwinkel an. Für mich ist Williams-FV # 22 ein großer Schritt nach vorne. Die Serie gewinnt Profil; man bekommt eine erste Ahnung von den Möglichkeiten, die noch in ihr stecken. Natürlich ist diese Episode im Vergleich zu FV-Storys aus den späten 60er Jahren (oder womit man sie vergleichen will) immer noch weniger spektakulär, vielleicht auch weniger spannend. Die Zeichnungen sind nicht schlecht – ich finde sogar, Jack Kirby hat sich dem Anlaß entsprechend besonders angestrengt. Das Inking von George Roussos ist der Schwachpunkt. Locker mit dem Pinsel zu inken, ist auch nicht per se schlecht, aber da ist dann doch vieles zu schlampig hingeworfen. Beim Cover, das wohl auch Roussos geinkt hat (dafür spricht die Steinstruktur bei Ding), sieht das schon deutlich besser aus. Vor allem die Hulk-Pose finde ich eindrucksvoll.

Ich habe dieses Heft relativ früh gelesen. Nicht bei Erscheinen, aber in einem der ersten Superbände, die ich mir zugelegt habe. Daher kann ich wohl dieses Abenteuer nicht objektiv beurteilen – es hat mir mit 12 oder 13 Jahren großen Spaß gemacht. Da ich die meisten vorher erschienenen Bände nicht kannte, habe ich die Geschichte aber nicht richtig einordnen können. Das geschieht in gewissem Sinn erst jetzt beim Wiederlesen.

Ob Lee und Kirby den Lesern bewußt etwas Besonderes bieten wollten, weiß ich nicht. Immerhin ist das in USA die Ausgabe # 25. Mich überrascht, daß die Story gekürzt ist. Denn es sind ja bei Williams 22 Seiten; da waren die vorherigen Storys schon kürzer. Die Geschichte beginnt mit einer Familienszene: Reed hat ein Mittelchen zusammengerührt, mit dem er Ding wieder dauerhaft in Ben Grimm zurückverwandeln kann. Der Konflikt ist nicht sehr glaubwürdig. Reed behauptet, er habe das Rezept nur zufällig gefunden und könne es nicht noch einmal herstellen (?). Ding wehrt ab, Alicia liebe ihn nur in Form des Steinmonsters (??).

Gut, daß schon auf Seite 3 bedenkliche Nachrichten vom Hulk dazwischenkommen. Hier bleibt etwas unklar, ob die FV zu der Überzeugung gelangen, sie müßten eingreifen, oder ob sie dem Hulk nur zufällig über den Weg laufen. Der ist jedenfalls nach New York eingefallen und droht, alles kurz und klein zu schlagen (er ist noch nicht der grenzdebile Stammler, als den wir ihn da parallel schon in den „Hulk“-Heften erlebten). In diesem Moment erleidet Reed einen Schwächeanfall. Das bedeutet, was ich damals nicht wußte, er kann sich in diesem Fall keine brillante Strategie einfallen lassen, um den Hulk zu stoppen. Fackel und Unsichtbare machen ein paar hilflose Versuche, den grünen Goliath aufzuhalten. Dann bleibt nur noch Ding, um sich ihm in den Weg zu stellen.

Ich finde den Kampf Hulk gegen Ding sehr schön inszeniert und choreografiert. Ich glaube, beide sind noch nicht so unendlich stark wie später. Wenn sie ein zehnstöckiges Haus zum Schwanken bringen, ist ihre Kraft schon beinahe erschöpft. Dadurch wird das Duell aber variantenreicher. Da wird ein Bus zerrissen, Lastwagenräder werden geworfen, und Ding versetzt Hulk einen Hochspannungs-Stromstoß. Kurzzeitig verlagert sich die Klopperei ins Wasser. Schließlich fesselt Ding seinen Gegner mit einem Metalltau, das als Brückenaufhängung diente. Aber Hulk ist zu stark. Während Ding nahezu am Ende ist, sprengt Hulk diese Fessel fast mühelos und schlägt es k.o. Ding berappelt sich wieder und macht sich sozusagen zur zweiten Runde bereit.

Eigentlich haben wir es hier mit keiner richtigen Fortsetzungsgeschichte zu tun. Für sich genommen ist der Kampf beendet. Ding schickt Hulk nur die düstere Drohung hinterher, nun müsse er ihn töten, wenn er ihn wirklich schaffen wolle. Aber ein echter Cliffhanger ist das nicht. Die Verlage sahen sich zu dieser Zeit noch gezwungen, in einem Heft eine abgeschlossene Geschichte zu bringen.

Was das Ganze für mich richtig unterhaltsam macht, sind die vielen Sprüche von Ding. Es muß pausenlos reden, um sich selbst aufzubauen und vielleicht auch seine Angst zu bekämpfen. Anfangs sieht sich Ding im Vorteil, weil es kleiner und wendiger ist als der Hulk. Aber es ist irgendwie schnell klar, daß Ding unterlegen ist. Aber nicht, was sein Mundwerk betrifft! Kostproben: „Kommst du dir mit deinem unsozialen Verhalten nicht reichlich dämlich vor?“; „Unter Blutarmut leidet er also nicht.“; „Wo ist deine vielberedete Kraft?“ – „Vielleicht hab‘ ich die im anderen Anzug? He! Mit der Hand fass‘ ich immer die Pizza an!“; „Hinter mir isser nich! Was hat er nu vor? Vielleicht koft er sich Wasserskier?? Nu kieke mal eener an! Da is‘ mein kleener Sonnenschein ja wieder!!“ – Und der Klassiker: „Wie sagte meine liebe alte Tante Petunia so richtig? Du stirbst nur einmal!“ Okay, das liest sich in meinem Alter nicht mehr ganz so amüsant wie damals, aber gut finde ich die Dialoge immer noch.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2020, 18:42   #114  
Crackajack Jackson
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Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Gut, daß schon auf Seite 3 bedenkliche Nachrichten vom Hulk dazwischenkommen. Hier bleibt etwas unklar, ob die FV zu der Überzeugung gelangen, sie müßten eingreifen, oder ob sie dem Hulk nur zufällig über den Weg laufen.
Johnny und Ben sind mit dem Fantastic Car unterwegs, um einen Doktor für Reed zu holen. Dabei bemerken sie den Hulk, der gerade ein Haus in Schutt und Asche legt.
Die beiden sind dem Hulk also zufällig über den Weg gelaufen, obschon sie von ihm durch das Extrablatt vorgewarnt wurden.

Das mit dem Heilmittel nehme ich Ben nicht ab. Er war wirklich die ganze Zeit vorher und auch in den kommenden Heften immer verzweifelt, ob seines Aussehens.
Aber Liebe macht bekanntlich blind.
Vielleicht hat Stan diese Szene nur gebracht, um Bens Liebe zu Alicia zu betonen.

Und natürlich immer wieder schön zu lesen: Der unglaubliche Kampfgeist des Dings. Er zeigt sich besonders oft in den vielen Kämpfen gegen Doctor Doom.

Der Hulk erscheint hier viel klüger, als er zu dieser Zeit eigentlich ist. Er handelt planvoll und spricht in ganzen Sätzen.

Geändert von Crackajack Jackson (15.03.2020 um 19:28 Uhr)
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Alt 15.03.2020, 20:09   #115  
Peter L. Opmann
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Zitat von Crackajack Jackson Beitrag anzeigen
Der Hulk erscheint hier viel klüger, als er zu dieser Zeit eigentlich ist. Er handelt planvoll und spricht in ganzen Sätzen.
Den "Hulk" habe ich noch nicht chronologisch gelesen - ware auch etwas früstrierend, da Hulk ja lange nur ein halben Double-Feature zur Verfügung hatte. Aber ich erinnere mich, daß er am Anfang richtig denken und reden konnte. Banner/Hulk entsprachen zunächst dem Modell Dr. Jekyll/Mr. Hyde. Dann kam Stan Lee wohl auf den Gedanken, daß es wirkungsvoller ist, wenn Hulk eine völlig unkontrollierbare Kreatur wäre, der mit Vernunftgründen nicht beizukommen ist.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2020, 20:47   #116  
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Beim Hulk veränderte sich schon immer alles.
Farbe, Intelligenz, Stärke, Größe.

Am besten gefiel er mir noch in Zeiten von Crossroads und Pantheon.
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Alt 16.03.2020, 08:52   #117  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 23




Grundsätzlich finde ich ja, daß die Serie hier einen großen Schritt nach vorne tut. Aber das Niveau von # 22 können die Fantastischen Vier mit # 23 nicht ganz halten. Der große, epische Kampf war in der vorigen Ausgabe, und Stan Lee hat nicht die zündende Idee, wie er den noch toppen kann. Betrachtet man den Zweiteiler als eine Geschichte, dann senkt sich der Spannungsbogen am Ende des ersten Teils schon etwas ab, und im zweiten Teil senkt er sich immer weiter.

Auf den ersten fünf Seiten erzählt Lee den Konflikt quasi nochmal. Er konnte nicht darauf bauen, daß die Leser die vorherige Ausgabe auch alle kannten. Diesmal beendet der Hulk das Duell mit Ding, indem er eine Druckwelle erzeugt und Ding zusammen mit der Fackel wegpustet. Es darf ja nichts wirklich Schlimmes passieren. Wie man das von Hulk kennt, reibt er anschließend mal eben eine Artillerieeinheit auf und verzieht sich dann in einen U-Bahn-Schacht, was schon eher originell ist. Dann läuft er den Rächern in die Arme und liefert sich mit ihnen eine kleine Rauferei. Eindruck: Lee schindet Seiten.

Das muß ihm dann selbst klargeworden sein, und er entschließt sich, Reed Richards gesunden zu lassen. Er flüchtet aus dem Krankenhaus und ruft sein Team zusammen. Jetzt kommt es zur historischen Begegnung mit den Rächern. Etwas Kompetenzgerangel, dann fehlen offenbar zwei Seiten, auf denen vermutlich der Eiserne dem Hulk gegenübertritt, und dann versuchen beide Superheldencombos, den grünen Goliath zu stoppen. Es endet mit der oben genannten Aktion, bei der Rick Jones den Hulk die Verwandlungspille schlucken läßt (die bald darauf aus der Serie entfernt wurde). Daß der Teenager, der gar kein Superheld ist, die Gefahr letztendlich bannt, ist schon ganz nett ausgedacht, aber wiederum wird ein richtig dramatisches Ende vermieden – es wäre damals undenkbar gewesen, daß der Hulk einen seiner Gegner wirklich zu Brei schlägt oder selbst ernsthaft zu Schaden kommt. Es kann nur unentschieden enden, und wir werden – versprochen! – allen Akteuren bald wieder begegnen.

Die Story ist verschenkt, um es hart auszudrücken. Das wird Lee bald besser machen in seiner ersten richtigen FV-Fortsetzungsgeschichte, wenn ich das richtig sehe: der Auseinandersetzung mit den Furchtbaren Vier. Da wird dann nicht mehr alles so glimpflich ausgehen. Aber dies war nun der erste Versuch einer größer angelegten Story, und da sollte man vielleicht nicht allzu kritische Maßstäbe anlegen. Leider kenne ich mich mit dem Konkurrenten DC zu wenig aus, um beurteilen zu können, ob es da schon etwas Vergleichbares (ein Superhelden-Gipfeltreffen in größerem Rahmen) gegeben hat, oder ob Marvel tatsächlich neue Wege beschritt.

Zum Grafischen kann ich nicht viel Neues sagen. George Roussos wird langsam besser, aber er ist weder ein guter Verschönerer der Zeichnungen von Jack Kirby noch generell ein guter Inker. Nach ihm kommt, wenn ich das richtig im Kopf habe, Chic Stone, und das sieht dann gleich ganz anders aus.

Geändert von Peter L. Opmann (16.03.2020 um 10:33 Uhr)
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Alt 16.03.2020, 09:28   #118  
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Alles sehr schematisch.
Auf mehreren Seiten wird gezeigt, wie die Teams sich gegenseitig behindern.
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Alt 16.03.2020, 10:34   #119  
Peter L. Opmann
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Sind wir uns mal wieder einig, schätze ich.
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Alt 16.03.2020, 11:08   #120  
Crackajack Jackson
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Ja, wir sind ein gutes Team.
Die hätten uns mal gegen den Hulk schicken sollen.
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Alt 16.03.2020, 11:29   #121  
Peter L. Opmann
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Alt 16.03.2020, 18:05   #122  
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Die Fantastischen Vier # 24




Dieser Band war das erste Heft im ersten Superband, den ich mir gekauft habe (eine # 9). Deshalb kann ich hier erneut kein ganz objektives Urteil abgeben. Ich fand den Superband (der noch Spinne, Thor und Dracula enthielt) knorke, und das ging gleich mit dem sehr schön komponierten FV-Cover los. Daß zum Einstieg ein von Reed Richards gebastelter Gedankenprojektor vorgeführt wird, hat mich gleich gepackt. Aus heutiger Sicht fällt auf: Reed denkt natürlich nur an seine Verlobte, und Sue erscheint apart, aber auch züchtig im vergleichsweise hochgeschlossenen Badeanzug – dass sie als Lustobjekt missbraucht wird, kommentiert sie mit den Worten: „Oh, wie schön! Das bin ja ich!“ Später fügt sie noch hinzu: „Wenn ihr nichts dagegen habt, gehe ich! Keine Frau möchte ihre Gedanken preisgeben!“ Klingt heute auch nicht mehr so ganz genderpolitisch korrekt.

Aquarius (wie der Submariner auf deutsch hieß) kommt dann ziemlich schnell ins Spiel, überwältigt Ben und Johnny und nimmt Sue mit in sein Unterwasserreich. Mit seiner coolen Sonnenbrille sieht er wie ein Agent aus einer Sixties-TV-Serie aus. Taktvollerweise begnügt sich der Fischkopf damit, sie sanft in den Arm zu nehmen und seinen Kopf ganz leicht gegen ihren zu lehnen. Sie wirkt auch nicht völlig abgeneigt, macht ihm aber unmißverständlich klar, daß sie schon vergeben ist, so daß er sie mit Schlafgas betäuben muß.

Reed hat offenbar einen Verlobungsring gekauft und hat noch keine Ahnung von der niederschmetternden Nachricht, daß Sue entführt ist. Sofort setzt er seine gesamte Technik ein, um Submariner zu finden. Ding und Fackel befürchten das Schlimmste (daß er sie nämlich nicht mitnehmen wird), und so nützen sie die Gelegenheit, einen offenbar neuen Marvel-Held einzuführen: Doktor Strange. Reed und Strange haben offenbar die gleiche geniale Idee, daß Namor unter Wasser zu suchen sein dürfte, und treffen auch gleichzeitig bei ihm ein. Reed nimmt den Kampf auf, Doktor Strange kehrt nach New York zurück, um Ding und Fackel mit einem Zauber in das Unterwasserreich zu bringen.

Es folgen einige Seiten Kampfgetümmel (mit anderen Worten: Action), bevor sich die Kontrahenten zum finalen Showdown gegenüberstehen. Wobei sie merken, daß sie einander nichts antun können. Der Grund: Sue ist herbeigeeilt (offenbar soeben aus ihrer Ohnmacht erwacht) und unterbindet weitere feindselige Handlungen mit ihrem Kraftfeld. Das wär’s eigentlich gewesen, aber es folgen noch einige Panels weiblicher Irrungen und Wirrungen: Dem Submariner gegenüber erklärt sie kategorisch, daß sie Reed und nicht ihn liebt. Als Reed sie aber auf der Heimfahrt darauf anspricht, sagt sie: „Bitte, Reed, laß uns nicht jetzt darüber sprechen! Ich bin so durcheinander!“ Also doch ein zumindest beabsichtigter Seitensprung? Das muß gleich wieder korrigiert werden, durch einen inneren Monolog: „Oh, Reed! Du Narr! Natürlich liebe ich dich! Aber wie kann ich das zugeben? Du wirst dich immer fragen, wen ich schützen wollte – dich – oder Namor!“

Die Verwirrung ist also komplett. Bis für die Leser One-Night-Stands und wiederholte Scheidungen normal werden, vergehen noch Jahrzehnte. Interessant ist aber auch noch ein Hinweis am Ende der Geschichte: „In eigener Sache: Wir wollen euch, Fans, an dieser Stelle dafür danken, daß ihr die Fantastischen Vier zum beliebtesten Comic-Magazin gemacht habt! Eure Treue ist unser schönster Lohn!“ Das ist vermutlich eine Botschaft an die US-Leser, wobei ich nicht sicher bin: Die FV beliebter als Superman? Das kam wohl erst einige Jahre später. Was genau ist mit Beliebtheit gemeint? Vielleicht war’s ja nur die beliebteste Marvel-Serie – zu einer Zeit, als Spider-Man gerade startete. Geht's hier um Verkaufszahlen? Oder hatten die FV einen Preis gewonnen? Bleibt leider etwas unklar.

Kurz noch zur Grafik: Jack Kirby ist noch lange nicht an seinem Zenit angelangt, hat aber inzwischen viel Routine gewonnen und zeichnet in meinen Augen durchaus ansehnlich. George Roussos hat die Serie jetzt auch einigermaßen im Griff und bemüht sich um klare Linien, statt nur expressiv herumzuklecksen. Doktor Strange, der ja sonst von Steve Ditko gezeichnet wurde, sieht bei Kirby/Roussos auch ziemlich gut aus.
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Alt 16.03.2020, 18:54   #123  
Crackajack Jackson
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Im Original heißt es:“ The most successful magazine of the Marvel age of Comics“. Damit wären die FV zu dieser Zeit wohl die erfolgreichste Marvel Serie gewesen.

Ja, in dieser Ausgabe entscheidet sich Sue dann klar für Reed, kann es ihm aber nicht offen ins Gesicht sagen.
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Alt 17.03.2020, 07:59   #124  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 25




Eine bemerkenswerte Ausgabe. Den Unterschied macht vor allem einer, der in den deutschen Credits gar nicht vorkommt: Chic Stone, der neue Inker. Ich bin versucht zu sagen, er bringt den Kirby-Stil endlich richtig zur Geltung. Aber vielleicht müßte ich sogar sagen: Er erfindet einen neuen Kirby-Stil. Seine dicken, trotzdem lebendigen Konturlinien und die sehr akkurate Parallelschraffur (wie in alten Kupferstichen oder Holzschnitten) lassen die Zeichnungen exzellent aussehen. Es geht einen großen Schritt hin zur Abstraktion, und diesen Weg ist Kirby dann ja immer weitergegangen – bis es in den 1980er Jahren dann nicht mehr gut aussah.

Die Geschichte ist zwar naiv, aber relativ kompliziert angelegt. Man erkennt das schon daran, daß sie in vielen Bildern erzählt wird: 132 Panels, das sind im Schnitt mehr als sechs pro Seite – trotz Splashpanel und mehreren Panoramabildern, die jeweils 2/3 einer Seite einnehmen. Dass zwei Gute gegeneinander kämpfen (müssen), kommt zwar im folgenden bei Marvel immer wieder vor. Aber sonst beruht das in der Regel auf einem Mißverständnis. Hier wird der Anführer der X-Men, Professor Xavier (damals wohl eine ganz neue Serie), von Superbösewichten, dem Puppenspieler und dem verrückten Denker, manipuliert. Schwachpunkt dieser Konstruktion: Die X-Men müssen schon fatalen Kadavergehorsam zeigen, um tatsächlich gegen die FV loszuziehen. Warum gehorchen sie dem Professor selbst bei einem solchen, nicht nachvollziehbaren Auftrag, ohne auch nur mal nachzufragen, was das eigentlich soll? Am Ende entschuldigt sich Zyklop mit den Worten: "Wir haben nur Befehlen gehorcht." Das hat man auch von KZ-Wärtern so gehört...

Interessant auch: In vielen Varianten dieser Story sehen die Helden irgendwann ein, daß es nichts bringt, sich gegenseitig zu verkloppen. Hier geben sich die FV zum Schein geschlagen, um im X-Men-Hauptquartier herauszufinden, was hinter der Sache steckt. Bemerkenswert fand ich auch, daß hier nicht Männer und Frauen hübsch schicklich getrennt gegeneinander kämpfen, sondern Ding hat es mit Ms. Marvel zu tun, Sue dagegen mit Eismann und Engel. Erschwert wird Reed Richards‘ Strategie übrigens dadurch, daß die X-Men Sue als Geisel nehmen. Sie wird aber nur lax bewacht und muß nicht erst befreit werden, um wieder in den Kampf eingreifen zu können. Bens Freundin Alicia (die auch Stieftochter des Puppenspielers ist) wird sogar von den X-Men aus dem Gefahrenbereich gebracht – für Reed das entscheidende Zeichen, daß sie keine bösen Absichten haben.

Denker und Puppenspieler geben sich nun den X-Men zu erkennen. Gleichzeitig geht die Kontrolle über Professor Xavier verloren, als Biest seine Puppe zerstört. Und da erscheinen auch die FV wieder auf der Szene. Nun treten beide Superteams gegen den Androiden („Awesome Android“) des verrückten Denkers an, den er offenbar Reed Richards gestohlen hat. Ähnlich wie der Super-Skrull nimmt der Android die Fähigkeiten seines jeweiligen Gegners an, kann die FV also mit ihren eigenen „Waffen“ schlagen. Obwohl auch die X-Men mitmischen, kann der Android erst durch einen mentalen Angriff des Professors gestoppt werden.

Eine spannende, recht originelle Story. Dass ein Feind Kontrolle über den Kopf der X-Men gewinnt, kam später wohl nicht mehr vor. Unglaubwürdig erscheint, daß der Denker zwar alle Ereignisse minutiös vorausberechnen kann, aber seine Niederlage nicht. Ausgerechnet dass die Voodoo-Puppe des Professors zerstört wurde, konnte er nicht vorhersehen. Insgesamt hat sich ein Gipfeltreffen von Marvel-Helden – wie zuvor Hulk gegen Ding – als reizvoll erwiesen. Allmählich beginnt sich das Marvel-Universum zusammenzusetzen.
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Alt 17.03.2020, 17:18   #125  
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Die Fantastischen Vier # 26




# 26 war die erste Ausgabe der Fantastischen Vier, die ich als Kind gekauft habe. Darüber habe ich vor etwa 15 Jahren schon einmal geschrieben In der Beilage „Die frühen Jahre“ für mein Fanzine (PLOP # 58) habe ich mich an meine ersten Comic-Leseerfahrungen erinnert. Hier nochmal ein Ausschnitt:

Zitat:
Die Fantastischen Vier # 26. Es begann auf der Yancy Straße. Klaus Recht Verlag, Hamburg (1974). 1,40 Mark

Die Marvels sind ein Kapitel für sich. Die Williams-Comics haben meine Kauf- und Lesegewohnheiten beherrscht, bis ich den Volksverlag entdeckt habe. Die Marvels unterschieden sich schon vom Äußeren her von anderen Comics: das nicht glänzende Papier, das Handlettering, die lila Manschette am linken Rand des Covers, die Hervorhebung der Autoren und Zeichner („Wally Wood schrieb Teil eins dieses Machwerks - umsonst natürlich! Der alte Stan muß nun sehen, daß er aus diesen Fragmenten noch was Vernünftiges macht“), die dummdreisten Werbesprüche („Wieder einmal beginnen wir eines der umwerfendsten aller Abenteuer!“). Dieses Heft der „Fantastischen Vier“ war nicht der erste Williams-Band, den ich gelesen habe, aber er fällt auf jeden Fall in die ganz frühe Phase. Gekauft habe ich mir die Hefte damals im A & O-Laden in meinem Dorf. Frau Klüh, die den Laden führte, hatte sicher nicht alle neun Hefte eines Monats, aber doch sehr viel mehr, als ich mir leisten konnte. Also kaufte ich mir mal eine „Thor“-Ausgabe, mal „Rächer“, mal „Hulk“. Aus der Marvel-Lektüre stach freilich dieser Band der „Fantastischen Vier“ heraus. Ich wußte noch nicht allzu viel über Superhelden, hatte aber gleich das Gefühl, daß diese Truppe irgendwie anders war. Hier wurden die Erwartungen immer wieder düpiert: Zunächst mal war kein Superschurke zu sehen; die FV ärgern sich vielmehr mit den Proleten aus dem heruntergekommenen Viertel der Yancy Street herum, die mit Müll um sich werfen, der Fackel eine kalte Dusche verpassen oder Niespulver versprühen. Dann treten endlich der Geist und seine Superaffen auf, der erste verrückte Wissenschaftler, den ich in den Comics kennengelernt habe. Er versucht nicht, seine Gegner mit Hilfe irgendwelcher Superkräfte zu liquidieren, sondern besiegt sie mit List: er lockt sie in sein Raumschiff und setzt sie dann auf dem Mars aus. Die FV müssen erst mal wie ein moderner Robinson sehen, wie sie da überleben können - es gelingt ihnen dank Sue Storms Kraftfeld, in dem sie etwas Atemluft bewahren (später turnen sie zwar ohne jeglichen Atemschutz auf dem Planeten herum, aber daran habe ich mich nicht gestört). Die FV schlagen sich zum Stützpunkt des Beobachters durch, eines Außerirdischen, dessen Existenz jegliches menschliche Vorstellungsvermögen übersteigt, dessen Lebenszweck aber schlicht darin besteht, das Geschehen im Universum zu registrieren. Vom Geist ist da eine ganze Weile nichts zu sehen. Die hochkomplizierten Apparate des Beobachters benutzt Reed Richards dann zum finalen Duell. Der Geist wird in ein Paralleluniversum geschubst und damit unschädlich gemacht. Was für eine Entwicklung nach dem unheroischen Auftakt in der versifften Yancy Street! Die Abfolge immer neuer unwahrscheinlicher Situationen erinnert an die Science Fiction von A. E. van Vogt. SF habe ich damals auch schon gelesen. Einem utopischen Roman hatten die FV freilich das Soap-Element voraus: Ben Grimms unglückliche Romanze mit Alicia zum Beispiel. Da hätte ich eigentlich am Ball bleiben müssen. Meine begrenzten finanziellen Mittel waren jedoch dafür verantwortlich, daß der nächste FV-Band, den ich mir kaufte, die Nummer 43 war.
Dem wäre gar nicht viel hinzuzufügen. Die Story ist nicht immer völlig logisch, aber dafür ziemlich spannend und ganz schön abgedreht. Nachdem Stan Lee in den vergangene Ausgaben stark auf das Gaststar-Potential gesetzt hatte, schraubt er hier wieder eine Mystery-Story zusammen, die möglicherweise noch einmal auf das Konzept der „Challengers oft he Unknown“ setzt. Die FV sind aber inzwischen eine Superheldentruppe mit individuellen Charakteren und ihren speziellen Eigenheiten und mit Gruppendynamik geworden. Das ist den Abenteuern im Zehnernummern-Bereich deutlich überlegen.

Gleiches gilt für die Zeichnungen. Jack Kirby hat die Figuren nun im Griff; ihm gelingen auch einige wirklich futuristische Apparaturen – etwas, was dann ja zu einem Markenzeichen von ihm wurde. Er fügt auch ein paar Funny-Elemente ein, etwa Ding mit Beatles-Perücke. Ich konnte 1974 diesen Gag nicht verstehen, immerhin lief inzwischen fast jeder mit einer solchen Frisur herum. Daß ich die Arbeit von Inker Chic Stone schätze, habe ich oben schon gesagt.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
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