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Alt 08.04.2020, 15:30   #326  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 70




Als erstes muß ich auf einen schweren Makel hinweisen, den diese Ausgabe aufweist: die FV-Story ist um zwei Seiten gekürzt. Williams hat zu dieser Zeit nicht mehr selbst Seiten ausgelassen, aber bekam manchmal nicht die Original-Druckvorlagen, sondern die späterer Reprint-Ausgaben, die bereits gekürzt waren. Auf jeden Fall bemerkt man die Lücken beim Lesen. Man wird dadurch aber auf ein Problem aufmerksam: 20 Seiten FV plus eine halbe „Daredevil“-Story von zehn Seiten Umfang – das paßt kaum in ein Heft, jedenfalls bleiben dann nur noch Cover und Backcover übrig. Hier ist Platz für elf Seiten „Dämon“ und immerhin noch eine Seite mit der Check-List.

Die Story „Wenn Galactus ruft“ ist nicht nur lückenhaft, sondern auch etwas unbefriedigend konstruiert. Der Silberstürmer ist wieder aufgetaucht und sitzt gleich wieder in trauter Gemeinschaft mit Alicia Masters zusammen. Wenn ich Ding wäre, würde ich mir da auch meine Gedanken machen. Aber der Silberstürmer hat natürlich erneut keine unmoralischen Absichten, sondern will nur vor dem Nahen von Galactus warnen. Während die Fackel die Reparatur des Baxter Building überwacht (nach der Auseinandersetzung mit Thor, Spinne und Dämon), kommen der Silberstürmer und Ding vorbei und setzen ihn von der Gefahr in Kenntnis.

Und schon tritt der „Ahnder“ in New York auf, eine Kampfmaschine, die Galactus schon einmal auf die Erde losgelassen hat (damals, in FV # 45, hieß er „Bestrafer“). Der Silberstürmer setzt ihn erstmal mit einem Energiestoß außer Gefecht. Hier fehlt offenbar die erste der beiden Seiten, denn ganz am Ende erfahren wir, daß er sich anschließend aus dem Staub gemacht hat und von „Welten in Welten“ sprach, aber hier ist davon nichts zu sehen.

Ding und Fackel setzen sich mit dem rasch wiederbelebten Ahnder auseinander. Reed, der gerade seiner schwangeren Frau Sue Mut zuspricht, wird von Crystal darauf aufmerksam gemacht und eilt, ohne daß Sue etwas davon erfährt, ebenfalls zum Kampfplatz. Alle drei FV-Mitglieder müssen erkennen, daß sie gegen den Ahnder nicht ankommen. Dann ist aber plötzlich der Ahnder verschwunden, und Reed merkt, daß nun gleich Galactus selbst auftreten wird (wohl die zweite ausgelassene Seite). Er bleibt mit seinem Raumschiff jedoch am Rand unseres Sonnensystems und beginnt, die Erde mit einer Sonde abzusuchen. Er sucht den Silberstürmer. Und das wär’s soweit für diesmal.

Eine holprige Handlung. Schön, warum Galactus den Silberstürmer sucht und warum gerade jetzt, könnte sich im Folgenden ja noch klären. Aber der hochdramatische Auftritt des Ahnders verpufft; sein Duell mit den FV geht unentschieden aus. Die ganze Teilhandlung ist letztlich überflüssig. Das Erscheinen von Galactus soll nur möglichst dramatisch vorbereitet werden. Was immerhin einigermaßen gelingt. Man sollte sich nicht fragen, wozu Galactus den Ahnder überhaupt geschickt hat; er hat ja auf jeden Falls seine Sonde, mit der er den Silberstürmer finden kann. Ein Freund von mir hat kürzlich ein klassisches Marvel-Heft mit einer Rock’n’Roll-Platte vergleichen: die Musik hat keinen tieferen Sinn, aber sie geht gut los. Ich glaube, das trifft nur auf einen Teil der Hefte zu, aber er hat nicht unrecht.

Hier beginnt nun wieder ein Vierteiler, was für sich genommen eine gute Nachricht ist. Indem im nächsten Heft der Mikrokosmos eingeführt wird, gewinnt die Story deutlich an Originalität und Spannung. Vielleicht ließ sich Stan Lee vom „Incredible Shrinking Man“ von Jack Arnold inspirieren oder von Dr. Seuss‘ „Horton hört ein Hu“. Lee und Kirby machen aber aus der Idee etwas sehr Eigenes. Die Grafik wird hier teilweise durch schlechte Druckqualität beeinträchtigt. Das spricht dafür, daß Williams sich mit einem Reprint behelfen mußte. Davon abgesehen sind Jack Kirby und Joe Sinnott aber gut, wie in dieser Phase gewohnt.
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Alt 08.04.2020, 15:31   #327  
Peter L. Opmann
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Zusammenfassung FV # 61 – 70

Es dauert ein paar Ausgaben, bis wieder ein bekannter Gegner der FV auftaucht: der verrückte Denker. Bis dahin haben es die FV mit der außerirdischen Rasse der Kree und eigenwilligen Wissenschaftlern zu tun. Für mich ist das eine schwächere Phase der Serie, wobei sie zweifellos nach wie vor spannend erzählt und gut gezeichnet ist. Der Kampf gegen den Denker und seine Super-Androiden ergibt letztlich einen Vierteiler, der aber nicht zu den Serienhöhepunkten gehört. Danach tritt der Silberstürmer auf, der aus Enttäuschung über die verkommene Menschheit ausnahmsweise auch Gewalt anwendet. Und dann versuchen Lee und Kirby sich erstmals an einer All-Star-Ausgabe mit Dämon, Spinne und Thor. Im Anschluß beginnt ein neuer Vierteiler mit einem bei Jack Arnold und seinem Film „The incredible Shrinking Man“ (nach Richard Matheson) entliehenen Plot: Der Silberstürmer flieht vor Galactus in den Mikrokosmos (Sub-Atomica).
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Alt 08.04.2020, 18:37   #328  
Crackajack Jackson
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Die Fantastischen Vier # 70


Eine holprige Handlung. Schön, warum Galactus den Silberstürmer sucht und warum gerade jetzt, könnte sich im Folgenden ja noch klären.
.

Galaktus hat Hunger und nur der Surfer findet die schmackhaftesten Planeten für ihn.
Da der Surfer ja sowieso von der Erde weg möchte, wäre das ja eine Win-Win Situation.
Demgegenüber steht aber das Gewissen des Surfers.
Der Surfer möchte eigentlich keiner Fliege was zu leide tun und ganze Planeten auszusuchen, die dann zerstört werden, passt so gar nicht zu seinem Charakter.

Zuerst ist er in den Dienst von Galaktus getreten, um seinen Heimatplaneten zu retten. Die Frage ist natürlich: Womit ködert ihn Galaktus dieses Mal?

Da fällt mir eine Geschichte mit dem Surfer ein, die Dan Slott vor ein paar Jahren geschrieben hat. Der Surfer und Dawn Greenwood, seine Begleiterin landen auf einem Planeten, der nur von gestrandeten Wesen bevölkert wird, die Galaktus entkommen konnten, deren Heimatplaneten aber von ihm zerstört wurden.
Dieses Heft beschäftigt sich noch mal ganz speziell mit der Schuldfrage des Silbersurfers.

Geändert von Crackajack Jackson (08.04.2020 um 18:44 Uhr)
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Alt 08.04.2020, 19:08   #329  
Peter L. Opmann
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Ziemlich unschlüssig finde ich vor allem das Auftauchen des Ahnders.

Insgesamt fällt mir immer wieder auf, daß sich Lee und Kirby einfach der Storyelemente bedienen, die sie brauchen, respektive haben wollen. Da wird erst festgelegt: Wir lassen den Silver Surfer wieder mal auftauchen. Und dann wird darum herum notdürftig eine Story gestrickt. Insofern ist das eindeutig Trivialliteratur. Der Autor befriedigt mit Versatzstücken ein bestimmtes Unterhaltungsbedürfnis.

Manchmal weisen die Marvel-Comics aber doch über sich hinaus. Dazu würde ich zum Beispiel die jetzt beginnende Geschichte um Sub-Atomica zählen. Vermutlich wollten sie das gar nicht, aber da ist ihnen etwas wirklich Originelles gelungen. Es sei denn, jemand zeigt mir, woher das geklaut wurde.
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Alt 08.04.2020, 19:24   #330  
Crackajack Jackson
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Das kann ich dir genau sagen, bzw. ich habe gerade eben mal nachgesehen.
1966 kam der Film „Die phantastische Reise“ ins Kino.
Darin wurden Menschen in einem ähnlichen Schiff verkleinert und dann mit ihrem Gefährt in das Innere eines Körpers injiziert.

Als Kind habe ich den Film mal im Fernsehen gesehen und die Geschichte erinnert mich immer ein bisschen daran.
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Alt 08.04.2020, 20:02   #331  
Peter L. Opmann
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Die Idee der Verkleinerung ist natürlich nicht originell. Da gab's im Kino schon 1957 "Die unglaubliche Geschichte des Mister C.". Stan Lee hat das Motiv schon im "Ameisenmann" ausgeschlachtet. Originell finde ich, wie Sub-Atomica wirklich aussieht - einerseits sind die Modelle wie aus einem Physik-Schulbuch auch lächerlich, andererseits ergab das trotzdem starke Bilder.

Naja, wie schon erwähnt, habe ich mit # 71 begonnen, "FV" richtig zu lesen - vielleicht bin ich da auch nicht ganz objektiv.
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Alt Gestern, 07:31   #332  
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Die Fantastischen Vier # 71




Das also war mein Wiedereinstieg bei den „Fantastischen Vier“. Daneben habe ich mir auch „Spinne“ # 71 und „Rächer“ # 49 gekauft. Was mich genau bewogen hat, diese Serien von da an durchgehend zu lesen, weiß ich nicht mehr. Auch nicht, wie ich dazu kam, diese drei Hefte nach doch längerer Abstinenz anzuschaffen. Aber betrachten wir speziell diese FV-Ausgabe, dann ist das für mich heute, 40 Jahre später, noch einigermaßen nachvollziehbar.

Wenn ich vom Cover ausgehe, ist die Grafik klarer und eindrucksvoller als bei den 40er und 50er Nummern. Die Molekülmodelle, durch die Jack Kirby hier den Silberstürmer gleiten läßt, sehen beeindruckend aus – ich kannte sie inzwischen aus der Schule. Von Galactus, dem Planetenfresser, hatte ich sicher schon gehört. Die FV-Ausgaben, in denen er erstmals auftrat, hatte ich vermutlich mal in der Hand gehabt. Ich hätte die Williams-Marvels gleich, nachdem ich sie kurz nach dem Start entdeckt hatte, gern alle besessen, hatte aber schlicht nicht genug Taschengeld. Was ich wohl nicht verstanden habe: Die Fantastischen Vier waren hier zu fünft; von Crystal mit ihrem seltsamen Haarband wußte ich noch nichts. Der Preis des Hefts war noch der gleiche wie zwei oder drei Jahre zuvor – was natürlich erfreulich war.

Ich erfuhr damals hier, in der Check-Liste auf Seite 2, daß es etliche Serien wie „Hulk“ oder „Dracula“ nicht mehr gab. Keine Ahnung, ob mich das traurig machte, aber es kann gut ein Anstoß gewesen sein, jetzt möglichst keine Marvels mehr zu verpassen. Auch diese FV-Episode ist um zwei auf 18 Seiten gekürzt. Die Kürzung fällt im Gegensatz zur vorherigen Ausgabe nicht auf. Eine Zusammenfassung der vorhergehenden Ereignisse auf der Splashpage gibt es ausgerechnet hier nicht. Aber der Leser ist sofort orientiert: Die FV (aus Gründen, die später klar werden, ist Sue nicht dabei) bereiten sich auf eine Begegnung mit Galactus vor. Sofort übertragen sich Unruhe und Nervosität auf den Leser. Kurz darauf erfahren wir, daß Galactus den Silberstürmer sucht – es scheint, als wolle er ihn für etwas bestrafen. Tatsächlich braucht er ihn, um neue Planeten ausfindig zu machen, die er sich einverleiben kann, aber egal.

Galactus versucht, Reed, Johnny und Ding zu zwingen, den Aufenthaltsort des Silberstürmers zu verraten. Sie kennen sein Versteck nicht, es ist für sie aber auch Ehrensache, bei Galactus nicht zu petzen. Er schickt ihnen schließlich drei Gestalten mit identischen Kräften, die sie bekämpfen sollen. Mir war damals nicht klar, daß das ein von Stan Lee schon oft benutztes Klischee ist (siehe etwa Superskrull). Heute denke ich zudem: Was nützt es Galactus, die FV verprügeln zu lassen (abgesehen davon, daß dies für die nötige Action sorgt)? Die FV tauschen am Ende ihre Gegner untereinander aus und besiegen sie so. Aber Galactus läßt nicht locker und droht nun, einen Meteor auf New York plumpsen zu lassen. An dieser Stelle blendet Lee geschickt Sue Richards ein, die offenbar kurz vor der Entbindung steht und sich sorgt, warum auf den Straßen solche Unruhe herrscht. Crystal, ihre Pflegerin, sieht den Meteor am Himmel, schwindelt Sue aber vor, es handele sich um eine Demo.

Reed nimmt derweil mental mit Galactus Kontakt auf, um zu verhandeln. Er verspricht ihm, den Silberstürmer für ihn zu finden. Gerade noch rechtzeitig fällt Johnny ein, daß der Silberstürmer neben einem Mikroskop stand, als er verschwand (etwas, das wir deutschen Leser nicht mitbekommen haben). Reed schließt messerscharf, daß er ins Unendliche geschrumpft sein muß. Die FV werden ihm nun dorthin – wo auch immer das sein mag – mit einem „Reduktomobil“ folgen. Was es mit den „Welten in Welten“ auf sich hat, läßt Lee wohl bewußt im Ungefähren. Ich kann mir aber schon vorstellen, daß mich das als Teenie auf die Fortsetzung heiß gemacht hat.

Ungewöhnliches, faszinierendes Cover, das freilich ein bißchen vorgreift. In FV # 56, dem letzten Heft, das ich davor gelesen hatte, könnte die Grafik noch eine Idee eindrucksvoller gewesen sein. Aber Jack Kirby und Joe Sinnott liefern auf jeden Fall vorzügliche Arbeit ab. Einen ungewöhnlichen Sachartikel gibt es in diesem Heft auch noch: Die Redaktion erklärt den Phasenvertrieb, der immerhin die ganze Williams-Ära hindurch immer wieder Probleme bereitet hat und unter anderem verhinderte, daß für Sonderbände Werbung gemacht werden konnte – die Ausgaben trafen alle erst Monate, nachdem der Verkauf im Norden begonnen hatte, in Süddeutschland ein. Und es waren eingesammelte Hefte, die weiter nördlich Ladenhüter geblieben waren. Zumindest wohnte ich damals nicht in Garmisch-Partenkirchen, sondern eher in der Mitte Deutschlands, aber ich möchte lieber nicht wissen, wie oft die Hefte, die ich kaufte, vorher schon ins Regal gelegt und wieder herausgeklaubt worden waren.
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Alt Gestern, 15:00   #333  
Peter L. Opmann
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Die Fantastischen Vier # 72




Ein unentdecktes Land zu erkunden, ist eine klassische Heldenaufgabe. Marvel-Superhelden tun das nicht so oft, weil sie sich bekanntlich meist in New York bewegen. Aber hier benutzt Stan Lee als Kulisse ein unbekanntes Land, das seinesgleichen sucht. Ich habe oben schon die Parallele zum „Incredible Shrinking Man“ gezogen, ursprünglich ein Roman von Richard Matheson. Zitat: „Das Dasein setzte sich in endlosen Zyklen fort. So einfach erschien es jetzt. Er würde nie verschwinden, denn es gab keinen Punkt des Nichtseins im Universum. (…) Plötzlich rannte er auf das Licht zu. Als er es erreicht hatte, blieb er in sprachloser Ehrfurcht stehen und betrachtete diese neue Welt mit ihrer kräftigen Vegetation, ihren schillernden Hügeln, ihren hohen Bäumen und den wechselnden Farbtönen des Himmels, die glauben ließen, das Sonnenlicht würde durch bewegte Schichten pastellfarbigen Glases gefiltert. Es war ein Wunderland.“ Nicht unwahrscheinlich, daß Lee sich hier Inspiration holte. Bei Dr. Seuss in „Horton hört ein Hu“ ist die Mikrowelt sogar im einzelnen ausgearbeitet. Lee tut das hier auch, auf nicht unoriginelle Weise.

Man kann zwar darüber lächeln, daß Lee und Kirby hier Moleküle genau wie im Chemiebuch zeigen. Das sind natürlich Modelle; wie Moleküle tatsächlich aussehen, wissen wir nicht. Also akzeptiere ich diese Optik. Ich finde sie sogar faszinierend. Von der Kulisse möchte ich jedoch die Handlung unterscheiden, die mehr als konventionell ist: Die FV suchen den Silberstürmer, begegnen ihm zwar, aber erkennen, daß sie ihn nicht verfolgen können. Dann geraten sie selbst ins Blickfeld eines Wesens, des Psycho-Manns, der US-Lesern aus FV Annual # 5 bekannt ist (Williams verspricht hier, diese Ausgabe irgendwann noch zu präsentieren – „kommt Zeit, kommt Marvel“). Psycho-Mann sendet ihnen sofort den „Unzerstörbaren“ entgegen, eine ebenso austauschbare Figur wie der Ahnder letztes Mal. Es ist offenbar der Silberstürmer, der den Unzerstörbaren schließlich aus dem Weg räumt. Er hat nämlich inzwischen mitbekommen, daß die FV ihn deshalb verfolgen, um die Erde zu retten. Kurz entschlossen macht er sich auf, um Galactus daran zu hindern, den Planeten zu verspeisen, während die FV beschließen, sich jetzt gründlich mit dem Psycho-Mann zu beschäftigen (etwas unglaubwürdig, wenn die Zukunft der Erde auf dem Spiel steht).

Immerhin: Der Story wird etwas Tragik verliehen, indem ein unauflöslicher Konflikt des Silberstürmers herausgearbeitet wird. In der subatomaren Welt kann er endlich wieder frei sein, aber er muß zu Galactus zurückkehren, damit die Erde nicht vernichtet wird, und sich damit wieder in Gefangenschaft begeben. Positiv sind mir auch ein paar witzige oder gewichtige Dialoge aufgefallen. „Packen wir ihn, und dann heim zu Marvel, solange es noch geht.“ – „Möge der Zeiger des Schicksals sich heben! Wenn er den kritischen Punkt erreicht, wird die Erde in einem Anti-Materie-Strahlen-Schauer gebadet werden, und Galactus muß nicht mehr hungern.“ Ansonsten wäre die Story aber ziemlich langweilig, wenn es „Subatomica“ nicht gäbe, hier zusammengesetzt aus dem Chemiebuch-Modellen und Planetoiden, die eigentlich die „Welten in Welten“ darstellen. Ohne diese Kulisse wäre es nur wieder eine Klopperei nach bewährtem, aber schon ziemlich strapaziertem Konzept.

Ich lese gerade auch Comics, die Jack Kirby nach seiner Rückkehr zu Marvel in den 70ern gezeichnet hat *). Das ist ein himmelweiter Unterschied. Welche Mühe er sich gibt (zusammen mit Joe Sinnott), die verwirrenden Moleküle zu zeichnen, zwischen denen die FV und der Silberstürmer herumschwirren, fällt dadurch erst so richtig ins Auge. Außerdem tauchen auch ein paar überzeugende fremdartige Wesen auf. Wie ich schon sagte: Kirby ist hier auf dem Höhepunkt seines Schaffens – bleibt es aber noch für rund zwei Dutzend Ausgaben.

*) 2016
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Alt Gestern, 19:38   #334  
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Drei Jahre später (1971) sollte auch der Hulk ins Microverse reisen und dort auf Jarella treffen. In diesem Microverse sind dessen Bewohner jedoch nicht so weit entwickelt. Überhaupt geben sich Lee und Kirby viel Mühe neue Settings / Hintergründe für ihre Geschichten zu finden. Je fantastischer umso besser.
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Alt Heute, 05:39   #335  
Crackajack Jackson
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Interessant hier ist auch die Rolle von Sue.
Chrystal muss auf sie aufpassen und alle Aufregung von ihr fernhalten.
Erinnert mich ein bisschen an Tante May.
Die Schwangerschaft wird hier so behandelt wie eine Krankheit.
Natürlich konzentriert sich Stan Lee vor allem auf den Aspekt, dass schwangere Frauen besonders schützenswert sind. Ich hoffe mal nicht, dass alle Frauen in anderen Umständen damals für ein paar Monate weggesperrt wurden.

Worüber ich mir schon immer Gedanken gemacht habe:
Wie schrumpfen sich die FV genau in die richtige Größe, dass alles im Verhältnis zueinander steht, also dass sie nicht viel größer oder kleiner als der Surfer sind und wie finden Sie den Surfer überhaupt in diesem Microuniversum, aber da unterschätze ich wohl die genauen Berechnungen von Reed

Geändert von Crackajack Jackson (Heute um 05:46 Uhr)
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Alt Heute, 05:46   #336  
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Na ja, nicht alle brauchen Schutz vor Superschurken.
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Alt Heute, 05:57   #337  
Crackajack Jackson
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Hier wird es jedoch ein bisschen übertrieben.
Wenn ich mir da zum Beispiel die Geschichten von Spider-Woman während ihrer Schwangerschaft ansehe, sieht man doch, wie sich die Zeiten geändert haben.
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Alt Heute, 06:09   #338  
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Ja, da liegen ein paar Jahre dazwischen und allgemein war der Umgang mit dem Thema schon ein anderer.
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Alt Heute, 06:19   #339  
Peter L. Opmann
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Sonst gibt's ja im Silver Age wenige Schwangerschaften im Marveluniversum. Da machte sich schon der Pillenknick bemerkbar.
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Alt Heute, 07:04   #340  
Crackajack Jackson
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Mir fällt da auch keine ein.
Es ist ja schon ein großer Schritt zu vergangenen Zeiten.
Damals wurden die Helden alle bei ihren Onkeln und Tanten groß.
Peter Parker oder die Neffen der Ducks.
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