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Alt 05.11.2015, 11:29   #1  
Wilhelm Busch
Moderator Museum Wilhelm Busch
 
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Standard Comic-Ausstellung "Going West! Der Blick des Comics Richtung Westen"



Going West! Der Blick des Comics Richtung Westen
18. Oktober 2015 bis 21. Februar 2016


Ab dem 18. Oktober 2015 zeigt das Museum Wilhelm Busch Meister des internationalen Comics. Die Ausstellung „Going West! Der Blick des Comics Richtung Westen“ zeichnet die Geschichte und Entwicklung des US-amerikanischen und europäischen Westerncomics von den Anfängen im 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart nach.

Präsentiert werden mehr als 120 Originalzeichnungen, eine umfassende Auswahl von Originalpublikationen, Filmausschnitte und ethnologische Objekte. Sie bilden über 100 Jahre Comicgeschichte ab, thematisieren aber auch die ganze Vielfalt der zeichnerischen Möglichkeiten sowie die wechselnde Wahrnehmung und Bewertung der Eroberung des amerikanischen Westens. Kuratiert wird die Ausstellung von dem Comicfachmann Alexander Braun.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt sich der Comic parallel zum Film und findet als Massenmedium sehr schnell ein breites Publikum. Während sich der frühe Film sofort des Themas Western annimmt, spielen die frühen Comics fast durchweg im Milieu der amerikanischen Metropolen. In den Comics des frühen 20. Jahrhunderts taucht der Westen höchstens – wie bei den ausgestellten „Katzenjammer Kids“ von Rudolph Dirks – als imposante Land-schaftskulisse auf oder sorgt durch seine wilden und bedrohlichen Ureinwohner für Angst und Schrecken (wie in Winsor McCays „Little Nemo in Slumberland“).

Anhand prägnanter Beispiele zeigt die Ausstellung, wie sich das Bild vom amerikanischen Westen in den Comics der 1920er-Jahre verändert. Die Handlungen folgen nun weitgehend den Klischees, die durch die Westernfilme vorgegeben sind: Mutige Cowboys kämpfen an der Seite der Siedler gegen böse Indianer. Den ersten reinen Westerncomic veröffentlicht ab 1928 Harry O’Neill mit „Young Buffalo Bill“ – und auch Mickey Mouse erlebt ihre frühen Abenteuer im „Wilden Westen“. Mit James Swinnerton und seinen Geschichten um „Little Jimmy“ wird der Westen nach 1930 endgültig zu einem zentralen Thema des Comics. Swinnerton verarbeitet seine eigenen Reiseerfahrungen und -eindrücke. Wie er entdecken auch George Herriman („Krazy Kat“) oder Garrett Price („White Boy“) den Westen und bieten eine differenzierte Sicht auf die Indianer und ihre Kultur. Die authentischste und respektvollste Darstellung indianischer Kultur in den USA findet bemerkenswerter Weise in einem Rittercomic statt: in Harold Fosters „Prince Valiant“ (ab 1947 weltweit in Sonntagsseiten verschiedener Zeitungen erschienen).

In der Schau präsentiert werden auch die Vertreter des europäischen Comics, die zu Beginn der 1930er-Jahre den amerikanischen Westen entdecken, allen voran der Zeichner Hergé, der seine bekannteste Figur „Tintin“, begleitet von dem Terrier „Milou“ (dt.: „Tim und Struppi“), 1934 nach Amerika schickt. Nicht zuletzt durch die Erfolge von Hergé etabliert sich der Comic von Belgien aus in Europa: Ab 1938 avanciert „Spirou“ zum erfolgreichsten europäischen Comicmagazin, 1946 tritt erstmals „Lucky Luke“, erfunden von dem belgischen Comiczeichner Morris, auf die Bühne. In der Folge erweist sich der Western in allen großen europäischen Comicmagazinen bis weit in die 1960er-Jahre hinein als Erfolgsrezept.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verliert der klassische Western im Comic immer mehr an Bedeutung. Durch den Italo-Western wird während der 1960er-Jahre eine härtere, zynischere Gangart etabliert. Jean Girauds „Leutnant Blueberry“, Hermanns „Comanche“ oder Blanc-Dumonts „Jonathan Cart-land“ begeistern die Generation der 68er und werden stellvertretend für diese Entwicklung gezeigt. Die zunehmend auf Erwachsene zugeschnittenen Auto-rencomics besitzen zudem oftmals gesellschaftskritische Untertöne: Underground-Künstler wie Robert Crumb oder Vaughn Bodé nutzen den Western als Projektionsfläche für Männerfantasien.

Mitte der 1970er-Jahre bleiben Debatten um die aufkommende Friedensbe-wegung, ein wachsendes Umweltbewusstsein oder eine sensibilisierte Sicht auf das Schicksal der amerikanischen Ureinwohner nicht ohne Einfluss auf den Comic: „Buddy Longway“ des Schweizer Zeichners Derib handelt vom Leben eines Trappers in weitgehend unberührter Natur. Den Abschluss der Ausstellung bildet die junge Generation von Graphic Novel Artists, die sich der amerikanischen Historie bedienen, um ihre Bedeutung für die Gegenwart zu überprüfen: 1988 kreiert Kyle Baker den zynischen TV-Talkshow-Cowboy „Wally“, Paul Hornschemeier variiert 2002 das Bild des „Lonesome Cowboy“ und Don Lomax erzählt von Kuhtreibern und Rodeoreitern im Zeitalter des Mobiltelefons.

Zur Ausstellung ist ein 432 Seiten starkes Begleitbuch mit mehr als 700 Farbabbildungen erschienen. Das Buch ist für 49,00 € nicht im Handel, sondern nur im Museumsshop erhältlich.

Pressekontakt
Dr. Lena Weber
Tel.: 0511 169999-17 (Zentrale: -11)
E-Mail: weber@karikatur-museum.de

Presseportal (Abbildungen)
http://presse.karikatur-museum.de

Öffnungszeiten
Di. bis So. und an Feiertagen
11 bis 18 Uhr
geschlossen am 24. und 31. Dezember

Eintritt
6,00 €; 4,00 € ermäßigt; 14,00 € Familienkarte

Anschrift
Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst
Georgengarten, 30167 Hannover

Internet
Homepage: www.karikatur-museum.de
Blog: karikaturmuseum.wordpress.com

Abbildung: Harold „Hal” Foster (1892–1982), Prince Valiant (seit 1937), Sonntagsseite vom 18. Mai 1947, Detail, Privatsammlung, © King Features Syndicate
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