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Alt 27.05.2018, 17:52   #126  
G.Nem.
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Ich finde man sollte Mosquito-Man wieder reaktivieren und als Super-Schurke aufbauen.
Ein Stich und Spidey fliegt mit Ebola vom Dach, oder so. Oups.
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Alt 27.05.2018, 17:53   #127  
Peter L. Opmann
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@ Tifcat:
Puh, das würde mir sehr schwerfallen, die 25 Ausgaben in eine solche Reihenfolge zu bringen. Mir fällt auf, daß mir die Ausgaben am besten gefallen, die ich als Kind schon kannte - zum Beispiel # 17 mit "Memrod" dem Jäger. Man wird einfach in seiner Kindheit geprägt. Aber ob nun # 18 ein klein bißchen besser oder schlechter ist als # 21 - wer will das bestimmen?

Ich muß gestehen, daß mir Steve Ditko anfangs auch nicht so gefallen hat. Er wirkte schon damals irgendwie altmodisch auf mich. Man lief Mitte der 70er Jahre einfach nicht mehr mit Anzug und Krawatte herum, auch die Mädchen nicht mit schwingenden knielangen Röcken. Romita hat den Look dann sehr modernisiert und auch lässiger gemacht.

Aber mir fiel später auf, daß Ditko doch Bedeutendes geleistet hat. Sein Superheldenkonzept ist anders als das von Jack Kirby. Seine Helden sind drahtig und akrobatisch, weniger superstark und superdynamisch. Es war bestimmt nicht ganz einfach, das durchzusetzen, wo Kirby doch bei Marvel Maß aller Dinge war. Und mehr als das: Ditko hat der Spinne gleich ihr gültiges Aussehen verliehen. Bei dieser Serie war er eben Maß aller Dinge. Romita zeichnete sorgfältiger, realistischer, aber er kam an Ditkos Heldenentwurf auch nicht vorbei.

Neulich sah ich ein Youtube-Video, in dem er sinngemäß sagte, Kirby und Ditko seien Visionäre gewesen, er dagegen nur jemand, der das zeichnete, was ihm vorgegeben wurde. Ich will aber John Romita jetzt auch nicht runtermachen. Er hat mir in meiner Jugend zudem immer noch weniger gefallen als John Buscema, aber Romita gibt mir beim Betrachten seiner Comics am meisten das Gefühl, ich sei in ein realistisch wiedergegebenenes New York versetzt. Und seine Figuren sehen wie richtige Menschen aus (jedenfalls halbwegs). Ich selbst bin als Comiczeichner wohl am meisten von John Romita beeinflußt.
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Alt 27.05.2018, 18:16   #128  
thetifcat
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W17 habe ich auch unter den Top Ten. Mit W11 - Elektro ging es mir damals so. Das war ein Heft was mich auch damals und diesmal wieder gefangen hat. Allerdings war das Lettering grausam.
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Alt 28.05.2018, 08:46   #129  
Peter L. Opmann
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Spinne (Williams) 27

Erscheinungstermin: 2/1975

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 25
2) Tales to Astonish # 94

Story-Titel:
1) Gefangen von J. Jonah Jameson!
2) Hilflos, in den Händen Dragorrs

Original-Storytitel:
1) Captured by J. Jonah Jameson!
2) Helpless, at the Hands of Dragorr!

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Bill Everett

Text:
1) Stan Lee
2) Roy Thomas



Dieses Heft fällt für mich etwas aus dem Rahmen. Ich kenne es seit etwa 1977/78 aus einem Superband, und mir ist damals eigentlich nichts Besonderes daran aufgefallen. Schlecht fand ich den Band nicht, aber irgendwann um 2000 habe ich ihn nochmal gelesen und fand plötzlich, daß das ein außerordentlich komödiantisches Kabinettstück ist. Die Spinne kämpft wieder gegen einen Roboter, aber dieser Roboter trägt das Gesicht von J. Jonah Jameson und gehorcht dessen Befehlen. Jameson spielt also hier erstmals eine tragende Rolle, und ich sah in ihm plötzlich eine komische Figur beinahe Molièreschen Zuschnitts (kann man das so sagen?).

Die Splashpage ist bei Ditko (auch schon in den vorherigen Ausgaben) zu dieser Zeit eine Art Titelseite. Hier werden die Hauptfiguren in Vignetten gezeigt, und man sieht die Spinne vor dem Roboter mit JJJs Visage flüchten. Interessant ist der Hinweis, den Plot der Story habe Steve Ditko erträumt. Das ist mindestens der zweite Hinsweis darauf, daß Stan Lee jedenfalls nicht allein für die Story verantwortlich ist. Von Streit um die Urheberschaft der Geschichten war das Duo Lee/Ditko damals noch weit entfernt.

Es geht wieder mal mit einer stinknormalen Einbrecherbande los, die Peter Parker beobachtet. Er will sich gerade in die Spinne verwandeln, da sieht er einen Polizisten in der Nähe. Also macht er ihn per Spinnensignal auf die Bande aufmerksam und konzentriert sich stattdessen aufs Knipsen der Szene. Die Fotos will er anschließend an JJJ verhökern. Der ist wenig geneigt, sie zu nehmen. Da Peter dringend Geld braucht, preist er sie gnadenlos an: Was für eine Blamage für die Spinne – bevor sie eingreifen kann, erledigt die Polizei bereits die Sache! Jonah beißt an („Gut, daß ich drauf gekommen bin!“). Das empört Betty Brant. Obwohl sie sonst die Spinne wohl nicht weniger haßt als der Bugle-Verleger, findet sie hier, daß Peter sie ungerecht behandelt.

Ihre Auseinandersetzung wird unterbrochen, denn Konstrukteur Schmidt will Jameson seinen neuen Roboter vorführen. JJJ wehrt ab: Mit einem Roboter ist er schon einmal reingefallen („Spinne“ # 8). Aber Peter schmeichelt sich nochmal bei ihm ein: Falls die Spinnenjagd ein Fehlschlag wird, verliere er nichts, aber andernfalls winke ihm Ruhm! Und wieder spricht Jonahs Eitelkeit an: „Vielleicht war ich voreilig!“ Schmidt demonstriert die Fangkünste seines Roboters ausgerechnet an Peter. Er hat sich selbst doppelt reingelegt: Betty ist wieder sauer, und er hat einen sehr gefährlichen Gegner am Hals.

Der Konflikt mit Flash Thompson wegen Peters Nachhilfestunden für Liz Allen schwelt an der Highschool weiter. Aber plötzlich taucht der Roboter auf, und Peter nimmt Reißaus, Flash natürlich hinter ihm her, und dahinter folgt Liz, die annimmt, Peter fliehe vor Flash. Jetzt folgt eine eher konventionelle Verfolgungsjagd zwischen Spinne und Roboter, wobei sie sich aber permanent dafür verwünscht, daß sie selbst die Probleme verschuldet hat. Und Jonah am Steuerpult des Roboters triumphiert („Den Tag werde ich zum Nationalfeiertag machen!“). Der erste Feind der Spinne mit den Sprüchen von Jonah Jameson!

Liz und vor allem Betty versuchen derweil, die Spinnenjagd zu sabotieren. Betty will dem Roboter den Stecker ziehen, aber JJJ scheucht sie aus seinem Büro, bevor sie es schafft. Jetzt will sie von Peter, daß er Jonah dazu bringt, die Aktion zu beenden. Aber wo steckt er? Das interessiert auch Liz, die fürchtet, daß Peter von Flash verprügelt wird. Beide Frauen, die sich gegenseitig spontan unsympathisch sind, tauchen bei Tante May auf und erleben eine böse Überraschung: Da sitzt schon Mary-Jane Watson (first appearance!) und wartet auf Peter. Wir Leser können ihr Gesicht vorerst nicht erkennen, aber ihr Aussehen scheint atemberaubend zu sein.

Die Spinne ist inzwischen müde geworden. Sie stellt sich dem Roboter und gerät in seine Fangarme, denen er offenbar nicht entwischen kann. Jonah sieht sich schon als Sieger. Er erklettert mit Schmidt das Hochhausdach, wo die Spinne gefangen worden ist, und zieht ihr die Maske vom Gesicht. Aber da ist gar kein Gesicht. Peter Parker bewegt das Spinnenkostüm an Marionettenfäden (okay, das würde in Wirklichkeit sicher nicht funktionieren, aber das wollen wir mal so stehen lassen). Er hat nämlich in letzter Minute den Aus-Knopf des Roboters gefunden (wie in „Spinne“ # 8). JJJ hat wieder mal das Nachsehen. Zum Schluß hat nochmal Tante May einen Auftritt: Sie hat Peters Zimmer aufgeräumt und dabei ein Spinnenkostüm gefunden. Wie soll Peter das erklären? Er will Tante May ja auch nicht anlügen. Aber er kann behaupten: Dieses Kostüm habe er noch nie getragen. Tante May hat nicht angenommen, daß er die Spinne ist; damit er mit dem Kostüm aber „keinen Unsinn anstellt“, nimmt sie es unter Verschluß. Irgendwie scheint es aber doch das eine Kostüm zu sein, das er besitzt – wie soll er nun wieder zur Spinne werden?

Okay, an Molière kommt diese kleine Geschichte natürlich nicht heran, aber sie wird doch wesentlich von komischen Figuren und Verwicklungen getragen. Selbst am Kampf gegen den Roboter ist das Auffälligste, daß er auf einem Bildschirm Jonahs Gesicht trägt und über eine Sprechanlage dessen Sprüche verbreitet. Und Peter ist hier kein makelloser Held, sondern begeht tatsächlich eine große Dummheit, indem er Jonah überredet, den Roboter auf die Spinne anzusetzen. Interessant, daß auch „Spinne“ # 8 einen komödiantischen Zug hatte. Steve Ditko setzt die emotionalen Verwicklungen ziemlich meisterhaft in Szene: die Entrüstung der Frauen, die eitle Überheblichkeit von Jonah, die dumpfe Wut von Flash, die Speichelleckerei und anschließende Reue von Peter. Gut auch das Cover: ganz fokussiert auf die Spinne und den Roboter mit Jonahs Gesicht, ohne irgendwelche Hintergründe.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2018, 21:11   #130  
Horatio
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Diese Geschichte ist mMn ein echtes Highlight. Und es ist sehr richtig, dass Lee diesmal ganz offen erklärt, dass sie von Steve Ditko stammt. (Ob er das wohl ganz freiwillig tat oder auf Drängen bzw. Verlangen von Ditko, keine Ahnung. Ich denke aber, dass Ditko schon eine Weile unzufrieden war damit, dass sein Beitrag als "Plotter" lange ungenannt blieb.)
Es ist ganz wunderbar, wie hier die verschiedenen Elemente ineinandergreifen und eine rasante, abwechslungsreiche Handlung bilden. Die Gesichtsausdrücke sind sehr ausdrucksvoll, Ditko versteht sich sehr gut darauf, Gemütszustände auszudrücken.
Horatio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.06.2018, 21:04   #131  
Peter L. Opmann
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Spinne (Williams) 28

Erscheinungstermin: 2/1975

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 26
2) Tales to Astonish # 94

Story-Titel:
1) Das Geheimnis um den Herrn des Schreckens
2) ohne Titel (Hilflos, in den Händen Dragorrs)

Original-Storytitel:
1) The Man in the Crime-Master’s Mask!
2) Helpless, at the Hands of Dragorr!

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Bill Everett

Text:
1) Stan Lee
2) Roy Thomas



Hier kommt der erste echte Spider-Man-Zweiteiler. Wie das anfangs auch bei den FV war, reicht die Handlung nur mühsam für zwei Hefte. Wenn ich mich recht erinnere, schmiß Steve Ditko einst seinen Job auch deshalb hin, weil er sich mit Stan Lee nicht über die Lösung des Rätsels einigen konnte, wer hinter der Maske des Grünen Kobolds steckt. Ditko hatte die fixe Idee, es müsse ein Nobody sein, einer, den die Leser nicht kannten. Denn so sei die Realität. Dieses Modell führt er hier beim Herrn des Schreckens schon mal vor. Und es überzeugt nicht.

Daß die Geschichten also sich bevorzugt im Umfeld von Peter Parker entwickeln, kann nicht auf dem Mist von Ditko gewachsen sein. Hier, wo der Herr des Schreckens und der Grüne Kobold immerzu zwischen Zusammenarbeit und gegenseitigem Bekriegen schwanken, gibt es über Frederick Foswell eine Verbindung zu Jonah Jameson und damit zu Peter Parker. Es wird sich aber zeigen, daß Foswell nicht die Schlüsselfigur ist.

Soweit die Geschichte im New Yorker Verbrechermilieu spielt, ist sie nicht besonders mitreißend. Der Herr des Schreckens will sämtliche Banden übernehmen (das hatten wir in „Spinne“ # 25 schon mal). Er will sich dafür mit dem Kobold zusammentun, aber natürlich wird daraus nur ein Konflikt, wer wirklich die Befehle gibt. Am Ende gelingt es dem Kobold, die Spinne zu überraschen und auszuschalten. Zur nächsten Gangster-Vollversammlung bringt er den bewußtlosen Wandkrabbler mit und beweist damit dem Herrn des Schreckens, daß nur er der Boß der Bosse sein kann (erster Cliffhanger). Wer die beiden sind, ist dem Leser bis hierher verborgen, und auch die Identität der Spinne bleibt geheim, weil sie nämlich mit einem Kostüm vom Kostümverleih unterwegs ist, das sie mit Spinnennetz festkleben mußte. So kriegt es keiner der Gangster ab.

Ursprünglich hat mir dieser Zweiteiler, den ich in Superbänden gelesen habe, überhaupt nicht gefallen. Heute können mich zumindest die kleinen Anekdoten rund um Peter Parker erheitern. Das Ersatzkostüm braucht Peter nur deshalb, weil Tante May sein echtes Kostüm entdeckt und in Verwahrung genommen hat. Und er findet es nun einfach nicht. Betty macht Peter eine Szene wegen der geheimnisvollen Mary-Jane. Vergeblich versucht er ihr klarzumachen, daß er dieses Mädchen überhaupt nicht kennt. Peter wird von Flash Thompson wieder mal so gehänselt, daß er ihn umstößt. Für den Rektor der Schule sieht es so aus, als sei Peter ein übler Schläger. Wir sind in den braven frühen 60er jahren: Edelmütig nimmt Peter alle Schuld auf sich, aber hinterher beichtet Flash dem Rektor, wie es wirklich gewesen ist. Jonah besucht einen Club stinkreicher New Yorker und gibt dort mit seinen Recherchen über den Herrn des Schreckens an.

Aber mit diesen hübschen Details läßt sich die Story insgesamt nicht retten. Vorläufig kann man immerhin noch darauf hoffen, daß sie im zweiten Teil besser wird. Dazu demnächst mehr.

Noch ein Blick auf den redaktionellen Teil dieser Monatsproduktion: Es gibt nun eine eigens gestaltete Werbeseite zum Marvel-Briefpapier. Aber interessant ist vor allem die Leserbriefseite. Hier sind, auf einer „Meckerseite“, einige kritische Leserbriefe zusammengefaßt. Das ist ein geschickter Schachzug: Beschwerdebriefe hätte die Redaktion ganz weglassen können, aber sie zu bringen, erhöht die Glaubwürdigkeit. Sie konzentriert auf einer Seite abzufeuern (wobei in den vergangenen Monaten schon immer wieder negative Briefe eingestreut worden waren), nimmt ihnen etwas an Wirkung. Es ist dann erstmal vorbei, und man kann sich wieder positiveren Leserreaktionen zuwenden. Außerdem hat die Redaktion alles unter ein großes positives Motto gestellt, das sich ein Leser ausgedacht hat: „Immer besser, immer bunter wird das große Marvel-Wunder!“

Und was genau wird bemängelt? Probleme der Continuity (denn die Serien sind in USA in anderem zeitlichem Ablauf erschienen), die hochtrabenden Werbesprüche, die schlechten Zeichnungen (schlechter jedenfalls als in den letzten HIT-Comics), das Handlettering, und daß die Ausgaben zum Großteil als HIT-Comics schon mal erschienen sind. Die Redaktion betont darauf noch einmal, daß sie die Originalserien fortlaufend ab der jeweiligen Nr. 1 bringt. Ich habe das mit 13, 14 nicht verstanden, aber ich hatte auch den Vergleich zu den alten HIT-Comics nicht.

Letzte Bemerkung: Das Cover ist gekontert. Die Action-Szene verläuft aber nun entsprechend der Leserichtung von links nach rechts und ergibt so tatsächlich mehr Sinn als im US-Original. Außerdem wurde der Himmel tiefblau eingefärbt, was einen wirkungsvollen Kontrast mit der roten Titelschrift ergibt. Die Bearbeitungen kann man also akzeptieren.

Geändert von Peter L. Opmann (07.06.2018 um 11:48 Uhr)
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.06.2018, 10:40   #132  
thetifcat
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Der Anfang war gemacht so das Peter und Flash beste Freunden werden konnten. Freilich erst so richtig als Flash aus Vietnam zurückkommen konnte.

Ich bin froh das Ditko sich nicht mit der "unbekannten" Idee durchgesetzt hat. Tatsächlich hat man sich gleich nach seinem Abgang dran gemacht die Identität zu verraten und damit den Grundstein für einige der besten Geschichten in der Spiderman Historie zu kreieren.
thetifcat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.06.2018, 23:59   #133  
FrankDrake
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Wird eigentlich in irgendeinem Heft erwähnt warum Peter nicht nach Asien musste, damals gab es doch noch eine Art der Wehrpflicht ind den Staaten.

Mehr als ein Westfale kann der Mensch nicht werden!
FrankDrake ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2018, 07:29   #134  
Peter L. Opmann
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Ich vermute, Peter Parker ist bis jetzt noch zu jung. Er geht auf die High School. Später ist Flash Thompson ja eingezogen worden. Ich werde darauf achten, was bei Peter los war.

Vielleicht ist er ausgemustert worden. Tante May betont ja immer, wie schwächlich er ist.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2018, 11:48   #135  
Peter L. Opmann
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Spinne (Williams) 29



Erscheinungstermin: 3/1975

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 27
2) Tales to Astonish # 95

Story-Titel:
1) Es grünt so grün… der Grüne Kobold!
2) Die Macht des Plünderers!

Original-Storytitel:
1) Bring Back my Goblin to Me!
2) The Power of the Plunderer!

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Bill Everett / Vince Colletta

Text:
1) Stan Lee
2) Roy Thomas / Raymond Marais

Die Spinne ist in Ketten und in der Gewalt der Gangster sowie des Grünen Kobolds und des Herrn des Schreckens. Das ist die Basis des Actionteils dieser Ausgabe. Bißchen dürftig. Ich muß aber sagen: Steve Ditko holt einiges heraus. Das Sprengen der Ketten, nachdem sie eine Traube von Gangstern abgeschüttelt hat, sieht recht effektvoll aus. Zudem kommen drei Polizisten prügelnd zu Hilfe – auch wenn mir das keine angemessene Polizeitaktik zu sein scheint. Später kommt noch Verstärkung. Kobold und Herr des Schreckens kommen mit dem Chaos nicht so gut klar und treten den Rückzug an. Die Spinne folgt letzterem in die Kanalisation, wo sie seine Spur verliert. Jetzt geht es nur noch um die Frage: Wer verbirgt sich hinter den Masken? Die Polizei stellt kurz darauf den Herrn des Schreckens und erschießt ihn, da er sich nicht ergibt. Die Spinne hat Foswell im Verdacht, trifft ihn aber beim Daily Bugle an, während der Herr des Schreckens (ausgerechnet) auf dem gegenüberliegenden Dach sein Leben aushaucht. Foswell ist im Bilde: Es ist Nick Lucky Lewis – von dem niemand außer Foswell je gehört hat, jedenfalls die Leser nicht. Lewis will kurz vor seinem Ende noch die wahre Identität des Grünen Kobolds verraten, kommt aber nicht mehr dazu.

Auf Seite 13 ist die Geschichte damit so gut wie auserzählt. Im letzten Drittel der Story gibt es also wieder ein paar pittoreske Szenen aus dem Privatleben von Peter Parker. Er hat weiter Probleme mit seinem Not-Kostüm – es rutscht ständig. Er beschließt dennoch, es für den Notfall zu behalten. Während er seine Fotos vom Kampf der Spinne entwickelt, kommt ihm der Gedanke, sie einmal einer anderen Zeitung als dem Bugle anzubieten. Er geht also zum Daily Globe. Der zuständige Redakteur dort heißt Barney Bushkin; er ist zwar wesentlich netter als Jonah und zahlt offenbar auch besser, aber er versucht sofort herauszufinden, wie Peter an diese Fotos herangekommen ist. Da ist Peter JJJ doch wesentlich lieber, der keine Fragen stellt. Und weiter sucht Peter erfolglos nach seinem Originalkostüm, das Tante May irgendwo versteckt hat. Gleichzeitig beschließt er, sich mehr um seine Tante zu kümmern, und lädt sie ins Kino ein

Nun wird noch das Geheimnis von Frederick Foswell gelüftet: Er ist der Polizeispitzel „Klappe“, der in letzter Zeit der Spinne schon das eine oder andere Mal geholfen hat. Witzig, daß viele Leute damals mit Gummimasken herumliefen (das gilt im Prinzip auch für den Grünen Kobold). Niemand schien zu bemerken, daß die Maske nicht ihr wirkliches Gesicht ist. Im Horror-Kino klappte das schließlich auch – wobei da natürlich immer stundenlange Arbeit des Maskenbildners nötig war. Der Grüne Kobold schwört derweil – ohne Maske, aber mit seinem echten Gesicht im Schatten – der Spinne blutige Rache. Am Ende sehen wir Peter und Tante May glücklich aus dem Kino kommen. Wir haben also wieder ein unverbindlich-besinnliches Ende wie von früher gewohnt.

Also eine eher schwächere Ausgabe, allerdings ziemlich gut gezeichnet. Steve Ditko hat die Serie jetzt völlig im Griff. Aber der Zweiteiler mit dem Herrn des Schreckens überzeugt insgesamt nicht so, denn diese Figur bleibt blaß, der Grüne Kobold dagegen spielt eine zu kleine Rolle – vermutlich war noch nicht klar, wer er wirklich ist; er hat nach wie vor keine richtigen Motive für seinen Kampf gegen die Spinne. Die Kräfte der Spinne sind weiter ziemlich begrenzt, was ich aber eher gut finde, denn so ist fraglich, ob sie die Oberhand behalten wird, auch wenn sie es nur mit einer Gangsterbande zu tun hat. Man kann eher mitfiebern und mitleiden. Allerdings ist hier wieder mal eine Seite eingespart, die Seite 9, wo der Herr des Schreckens endgültig in den Kanälen New Yorks verschwindet. Und warum? Außer der Leserbriefseite gibt es in dieser Produktion zwei Seiten Eigenwerbung. Zum einen wird wieder das Marvel-Briefpapier angepriesen, zum anderen wird die neue Redakteurin Kirsten Isele mit einem Rätsel vorgestellt. Sie steht inmitten von Marvel-Superhelden. Der Leser soll nun herausfinden: Wer ist der oder die Neue? Zu gewinnen gibt es immerhin 50 Jahresabos.

Die Leserbriefe kommen diesmal überwiegend von Leuten, die die HIT-Comics offenbar nicht mehr kennen und die auch nicht zu wissen scheinen, daß die Serien nicht in Deutschland gezeichnet, sondern aus USA übernommen werden. Kritik ist nun aber wieder dosierter – einer schreibt sogar: „Trotzdem kaufe ich Ihre Marvel-Comics weiter und habe bis jetzt noch kein Heft versäumt!“ Na, das ist doch erfreulich.

.

Geändert von underduck (08.06.2018 um 12:18 Uhr)
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2018, 21:17   #136  
Peter L. Opmann
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Spinne (Williams) 30

Erscheinungstermin: 3/1975

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 28
2) Tales to Astonish # 95

Story-Titel:
1) Im Kampf gegen Metallo
2) ohne Titel (Die Macht des Plünderers!)

Original-Storytitel:
1) The Menace of the Molten Man!
2) The Power of the Plunderer!

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Bill Everett / Vince Colletta

Text:
1) Stan Lee
2) Roy Thomas / Raymond Marais



Auf den ersten Blick merkt man, daß mit dieser Ausgabe etwas nicht stimmt. Das Cover ist nachgezeichnet. Ich weiß nicht, warum das Original-Cover nicht zur Verfügung stand. Auch das ist kein ausgesprochenes Meisterwerk, aber Steve Ditko riskiert etwas, indem er den Molten Man im Dunkeln glühen läßt und die Spinne nur umrißhaft andeutet. In der deutschen Fassung ist Metallo in die Mitte gerückt, die Spinne wirkt vor ihm zwergenhaft, Hell-Dunkel-Effekte à la Caravaggio gibt es kaum noch. Letztlich eignet sich der Zeichner nur wenig für das Superhelden-Genre, denn er ebnet die Körpermuskeln beider Kontrahenten weitgehend ein. Gut finde ich lediglich, daß eine Art rote Lava vom Hefttitel herabfließt. Das hat das Original nicht.

Die Episode ist recht durchwachsen. Einerseits wird hier wieder mal, wie etwa bei Doc Ock, die Entstehung eines Superschurken detailliert und effektvoll geschildert. Andererseits wird aus diesem Gegner relativ wenig herausgeholt. Die Spinne kann ihn zwar im Verlauf einer herkömmlichen Prügelei nicht besiegen, aber im Dunkeln ist sie dann mit ihrem Spinnensinn im Vorteil und fesselt Metallo mit besonders dickem Spinnennetz. Wer sich für Action interessiert, dürfte von diesem Duell eher enttäuscht sein. Es dauert auch eine ganze Weile, bis Metallo wieder in der Serie auftaucht.

Mich überrascht, daß Peter Parkers High School-Abschluß so wenig annonciert wird. In diesem Heft tut sich allerdings in seinem Privatleben allgemein nicht viel Aufregendes. Liz Allen geht auf seine Anbagger-Versuche überhaupt nicht mehr ein, aber ebenso ergeht es Flash Thompson. Es zeigt sich, daß sie einen Schlußstrich unter diesen Lebensabschnitt ziehen und ihre Kontakte zu Mitschülern generell abbrechen will. Oder steckt noch etwas dahinter, das sie bisher nicht offenbart hat? Jonah Jameson tritt als Festredner bei der Abschlußfeier auf und wirkt wie eine frühe Verkörperung von Donald Trump. Als Jonah auch noch zu Peter sagt: „Und vergiß nicht, ich zahle die besten Bildhonorare hier“, kontert der: „Aber nur, wenn ich Ihnen den Arm umdrehe und Sie um Hilfe schreien!“ Ansonsten hat man JJJ auch schon origineller erlebt.

Wieder einmal spielt sich alles in Peters nächster Umgebung ab, auch die Begegnung mit Metallo („Molten Man“ meint etwas anderes, aber ist zugegeben nicht ganz einfach zu übersetzen). Peter gibt die Suche nach seinem Kostüm auf, das Tante May irgendwo versteckt hat. Sein anderes Kostüm befindet sich bei Spencer Smythe, der in „Spinne“ # 27 einen selbst konstruierten Roboter auf ihn gehetzt hatte. Unter einem Vorwand verschafft sich Peter bei dem Erfinder Zutritt, schnappt sich in einem unbeobachteten Moment sein Kostüm und erlebt gleich darauf, wie ein Mitarbeiter namens Raxton mit einer neuentwickelten Metall-Legierung abhauen will. Smythe versucht, ihn daran zu hindern, während Peter schon wieder in die Fänge eines Roboters gerät. In der Auseinandersetzung ergießt sich flüssiges Metall über Raxton und bildet zusammen mit freigesetzter Elektrizität einen Metallüberzug auf der Haut. Er wird zu einer Art Iron-Man, bloß ohne technische Waffen. Am Ende wird zum zweiten Mal in der Serie das nächste Abenteuer angekündigt: die Rückkehr des Skorpions (die dann tatsächlich bei Williams nicht stattfindet).

Mr. Tifcat, übernehmen Sie!
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.06.2018, 11:11   #137  
thetifcat
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Molten Man hat mir später sehr viel besser gefallen. Trotzdem fand ich die Entstehungsgeschichte gut, auch weil sie ausführlicher ist als die letzten.
thetifcat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.06.2018, 11:21   #138  
thetifcat
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Hit Comics 1 Die Spinne (BSV)

Erscheinungstermin: 10/1966 (WMCA) oder 09/1966 (Jakubkurtzberg)
Alle anderen Daten von www.maxithecat.de
Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 29
2) Forbidden Worlds # 79
3) Tatsachen


Story-Titel:
1) Die unbesiegbare Spinne: Der Skorpion
2) Der Jäger
3) Tatsachen (Wahrscheinlich deutsche Eigenpopulation .

Original-Storytitel:
1) Never step on a Scorpion!
2) The hunt
3) Tatsachen

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Curt Carpenter

Text:
1) Stan Lee
2) Ogden Whitney

Einleitung:
Wir schreiben das Jahr 1966. In der UDSSR – Leonid Breshnew wurde Generalsekretär. Ludwig *Wirtschaftswunder* Erhard war Bundeskanzler und Heinrich Lübke (Lübke-Englisch) Bundespräsident. England wurde durch Beschiss Fußballweltmeister. In Deutschland wurde 1860 Deutscher Meister. Harte Western (Duell in Diablo / Django) liefen im Kino nachfolge der Eastwood-Western. Adam West Batman kam mit „Batman hält die Welt in Atem“. James Bond (Man lebt nur zweimal), Winnetou (Halblut Apanatschi) und Elvis (3 Filme) standardisierten das Kino Programm. Monday Monday und California Dreamin' von Mama's and The Papa's waren der Sommerhits des Jahres und blieben das auch einige Jahre. Stones (Paint it Back), The Beatles (Paperback Writer), Beach Boys (Good Vibration), Hollys (Bus Stop) und Elvis (Love Letters) brachten ihre Hits in den Charts und in Deutschland lief Ganz in Weiß (Roy Black), Hundert Mann und ein Befehl (Freddy Quinn) und Drafi Deutscher mit „Marmor, Stein und Eisen bricht“ - als ein kleiner Junge in einem Tante Emma Laden ein Comic fixierte.

Sein großer Bruder las u.a. Tarzan und die Illustrierten Klassiker. Dadurch hatten sie Papa auf ihrer Seite. Diese Comics waren aber anders. Der kleine Junge war fasziniert vom Cover. Ein durch die wenige Mimik trotzdem offensichtlich böser Skorpion artiger Geselle versuchte mit seinem, glücklicherweise stachellosen Schwanz, auf einen vermeidlich Guten einzudreschen. Dies geschah im Wasser. Das Cover war so fantastisch gezeichnet, dass man das Gefühl hatte das einem das Wasser direkt aus dem Cover anspritzt. Der andere auf dem Cover versuchte dem Schwanz auszuweichen. Dabei spannte er den kompletten Körper bis auf das äußere, was man als Betrachter regelrecht fühlen konnte und schaffte es so den Schwanz um Haaresbreite ganz knapp auszuweichen. Der komplett rot, mit Spinnennetz verzierte Mann/Junge, blau gekleidete vermeintliche Gute musste jene DIE SPINNE sein. Erst jetzt lass der Junge den Titel. Das Cover war so lebendig das es einem komplette Geschichte nur mit einem Bild vermittelte. Die unbesiegbare Spinne las sich da. Nur so unbesiegbar kam einem dieser Spinnenmann gar nicht vor. Eher schwer in Bedrängnis.

Der Junge blätterte um. Links war eine Werbung des bekannten Tarzan den sein Bruder und Papa mochten, weswegen sein Bruder sich Tarzan immer kaufen durfte. Rechts…begann das Comic SCHWARZ WEISS. „Was ist das den für ein Sche“ Sche. sagen war damals schwer verboten-laut ausgesprochen gab es eine Schelle. (1966 war eine Schelle eine Schelle.) Kein Comic war Schwarz/Weiß - hatte uns doch schon die bunten Micky Maus Hefte beigebracht. Dieses hier war es innen. Doch der kleine Junge versank schon in das große Comicbild auf der rechten Seite. Die Spinne drosch im einen einzigen großen Bild auf diesen Skorpionmann ein. Ein älterwirkender Mann kniete ängstlich am Boden. Wahrscheinlich beschütze der Spinnenmann den älteren. Waren die Freunde?
„HEY, kleener dad is hier nich ne Bücherei! Koofen oder kick dad Du von ackan kommst, dalli dalli.“
Die Spannung wurde je zerrissen. Vater kam dazu und sah den Jungen mit dem aufgeschlagen Comic. Dieser hielt ihm Tarzan hin und schaute mit Hilfesuchenden und bittenden Augen zu ihm auf, verschlagen die Tarzan Werbeseite in seinem Blickwinkel haltend. Flüstern fügte der Junge zu: „ n u r 50 Pf. Papi „.
Es passte alles – es war an der Zeit das er sein erstes Comicheft bekam- SEINS – Sein Eignes! Der Fußweg nach Hause war eine Qual, der Junge konnte gar nicht erwarten in sein Zimmer zu kommen sich auf sein Bett zu werfen und „HIT COMIC DIE SPINNE Nummer 1“ zu lesen.

Beschreibung der Geschichte

Aus der Sicht eines 9 jährigen Jungen der 1966 das allererste Spiderman Comic in Deutschland liest:
Auf der zweiten Seite geht es erstmal nicht weiter. Nach einigen Mal hin und her blättern kapiert der Junge dass die Geschichte erst losgeht. Der junge Mann ist DIE SPINNE. Der Mann der sich als Skorpion bekannt macht, bricht aus einem völlig normalen Gefängnis komplett kostümiert aus. Warum durfte er so eingesperrt werden? . Am Ende der Seite gab es schon die Werbung für nächste Monat. Da sollte dann Die Spinne Nummer 2 erscheinen . Supi! Auf der nächsten Seite lernen wir den Namen der Spinne kennen – Parker. Und Betty ist wohl seine Freundin. Einen Reporter aus Europa kommend, den Parker nicht mag, und einem Jameson der der alte Mann von Seite 1 ist. Es ist schwer den ganzen erdrückenden Texten zu folgen zumal diese aus den Sprechblasen rausgeschrieben werden oder in einem Kuddelmuddel mit den Erklärtexten am oben Rand kollidieren. Das kennt der Junge aus den Illustrierten Klassiker wesentlich geordneter. Auf den nächsten Seiten erklärt ein Polizist dem rauchenden Jameson, der wohl der Chef einer Zeitung ist, das der Skorpion ausgebrochen ist. Wieso kommt ein Polizist in eine Zeitung um dem Chef davon zu berichten? Warum sagt der sowas: „ Der Boss schickt Wächter“ . Der Junge erfährt dass der Skorpion wohl für Jameson gearbeitet hat und schon mal gegen die Spinne verloren hat. Dies ist also nicht die erste Geschichte – obwohl die Nummer 1 – rätselhaft. Endlich sehen wir auf Seite 5 die Spinne in Action sie will den Skorpion stellen. 2 ½ Seiten sehen wir wie die Spinne durch die Gegend schwingen. Auch der Skorpion katapultiert sich mittels biegsamen Schwanzes über den Dächern von New York. „Während unser Supermann überlegt…“ überfällt der Skorpion Jameson und will „eine Rechnung begleichen“. Man fragt sich welche? Die kennen sich beide schon. Auf Seite 9 kommt ihm die Spinne zu Hilfe. Dynamische Kampfszenen - mittendrin Jameson und Betty. Diese ruft am Ende der Seite „Hilfe, der tödliche Stachel!“ nur blöd – es gibt keinen Stachel! Zwei weitere Seiten geht die spannende Keilerei weiter und nun mischt auch dieser Reporter mit, den Parker nicht mag, und stellt sich schützend vor Betty, während Jameson sich als Feigling outet. Als die Polizisten eintreffen verlegen Skorpion und die Spinne den Kampf nach draußen.
Der Junge Leser bleibt aber erstmal Geschichtlich in dem Büro von Jameson das völlig zerstört ist. Jameson lässt sich als Held feiern der die beiden in die Flucht geschlagen hat. Was für ein bodenloser Lügner. Die Schlacht zwischen der Spinne und Skorpion geht dann auf drei Seiten weiter, auf der vierten Seite landen die Beiden im Hafenbecken. Nun ist unser junger Leser da, wo ihn das Cover hingelockt hat. Die Spinne muss im Wasser seine Netzdüsen nachladen, die wie der Leser erfährt Wasserdicht sind. So wird uns erklärt und gezeigt wo das Netz herkommt – Parker stellt es selbst her und es muss nachgeladen werden – wie in einem Western – toll! Unter Wasser gelingt es der Spinne den Skorpion im wasserfesten Netz einzuspinnen. „Hoffentlich kommst Du wieder in Deine alte Zelle“. Wieso hofft er das? Hat die Spinne denn nicht vor dem Skorpion vor einem erneuten Ausbruch fern zu halten?
Auf Seite 19 erfahren wir dann auch das Jameson wirklich der Verleger ist, der sich selbst ein Denkmal als Held in seiner Zeitung setzt. Wir erfahren das Parker bei seiner Tante wohnt und im letzten Bild auf der Seite 19 auch das der Reporter Leeds heißt und sich um Betty kümmert. Der geht es schlecht, aber eine nicht näher definierte Freundin bleibt über Nacht bei Ihr. Auf der letzten Seite sehen wir dass es Parkers Tante nicht gut geht. Sie verschweigt ihren Zustand aber ihren Neffen. Wo sind Parkers Eltern?
UND ENDLICH auf Seite 20 liest der Junge den Vornamen von Parker – „Peter sieht müde aus. …“.
Im letzten Erklärkasten, im letzten Bild heißt es dann: „Und so verlasen wir für heute das geheimnisvolle Spinnennetz, die Spinne und die alte Tante, im nächsten Heft wird Peter mit neuen Problemen fertig werden müssen aber er schafft es bestimmt auch da wieder, denn er ist unser Held.“
Der Junge ist platt. Was für eine Wucht dieses Heft hatte. So etwas gab es noch nie. Nicht bei Tarzan, in den IK oder bei Sigurd. Er liest das Heft gleich noch mal. Am Ende hat er noch mehr Fragen – aber in einem Monat geht es ja weiter mit HIT DIE SPINNE 2.
Es gibt eine Bonus Geschichte über einen Jäger und dessen Kampf mit unsichtbaren Gestallten (drei Seiten) sowie eine Seite „Tatsachen“ (Donner, Kometenschweif, Sonnenfinsternis und Regenfall mit Statistik) – Bildung muss sein. Auf der vorletzten Seite Werbung für die Illustrierte Klassiker - hier Ivanhoe. Ivanhoe kennt der Junge natürlich aus dem Sonntagnachmittag Programm, dort hat er den Film mit seinen Papa gesehen. Auf der Rückseite ist nochmal die Tarzan Werbung von der zweiten Seite – jetzt in Farbe.


Anmerkungen:
1 Der Skorpion kann sein Kostüm nicht ausziehen (30 Jahre später ging das).
2 Eine HIT DIE SPINNE 2 hat es nie gegeben. Die nächste Nummer war eine FV Nummer.
3 Ich besitzte auch die Original Nummer. Und die Übersetzung war "bescheiden".
4 Ivanhoe 1952 mit Robert Taylor, Elizabeth Taylor und Joan Fontaine. Ob der Film 1966 oder davor im TV lief weiß ich nicht, dass war künstlerische Freiheit.

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Alt 14.06.2018, 11:50   #139  
Peter L. Opmann
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Hey, das ist eine Besprechung, wie sie mir vorschwebte; mir gelingt es aber längst nicht so gut, mich nochmal in mein kindliches Ich hineinzuversetzen. Ich weiß zum Beispiel nicht mehr, was mein erstes Comicheft war (vermutlich bsv-Tarzan # 101 „Das Reizgas“). Ältere Geschwister habe ich nicht. Vielleicht haben mich Schulkameraden mit Comics bekannt gemacht, vielleicht war es aber auch eine Schnapsidee meiner Eltern, mir mal ein Comicheft vom Einkaufen mitzubringen.

Von HIT-Comics # 1 gibt’s doch auch eine Coverabbildung. Hier ist sie:



Dann hätte ich noch eine Frage an Tifcat und eine Anmerkung:
Du schreibst: „Der komplett rot, mit Spinnennetz verzierte Mann/Junge, blau gekleidete vermeintliche Gute musste jene DIE SPINNE sein.“ Kanntest Du also Spider-Man schon vor der Erstveröffentlichung auf Deutsch? Oder hast Du bloß versucht, den Titelschriftzug und das Coverbild in Einklang zu bringen?

Eine Bemerkung: Peter Parker wird in dieser Ausgabe (ich habe mir jetzt doch mal die von Marvel Deutschland angesehen) modernisiert. Bisher lief er immer wie ein kleiner Erwachsener mit Anzug und Krawatte herum; jetzt trägt er ein schwarzes Sweatshirt und eine recht lässige knallgelbe Weste. Auch sein Gesicht wirkt teilweise jünger (Steve Ditko ist kein Meister-Porträtist). Dagegen trägt Peter noch immer eine weit geschnittene Wollhose – Jeans waren damals wohl noch ein No-go.

Generell finde ich, daß hier noch einmal das Muster von "Spinne" # 30 (und einiger früherer Ausgaben) wiederholt wird. Das Duell der Spinne mit ihrem Gegner wird relativ kurz und unspektakulär gehalten (letztes Mal bekam die Spinne durch die Dunkelheit die Oberhand, hier nun durch das Wasser); daneben gibt es relativ viele Szenen aus Peter Parkers Privat- und Berufsleben. Diesmal gibt es vor allem den Ärger mit dem aus Europa zurückgekehrten Ned Leeds, den Peter eigentlich ganz nett findet (ein zugespitztes Eifersuchtsdrama war wohl nicht drin).
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Alt 14.06.2018, 12:53   #140  
FrankDrake
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Mehr als ein Westfale kann der Mensch nicht werden!
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Alt 14.06.2018, 14:02   #141  
thetifcat
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Zitat:
Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen

Dann hätte ich noch eine Frage an Tifcat und eine Anmerkung:
Du schreibst: „Der komplett rot, mit Spinnennetz verzierte Mann/Junge, blau gekleidete vermeintliche Gute musste jene DIE SPINNE sein.“ Kanntest Du also Spider-Man schon vor der Erstveröffentlichung auf Deutsch? Oder hast Du bloß versucht, den Titelschriftzug und das Coverbild in Einklang zu bringen?
Die Eingangsgeschichte ist fiktiv.

Ich habe einen jüngeren Bruder von dem ich dachte dass er meine Comics nie gelesen hat. Tatsächlich hat er sie doch heimlich gelesen. Wie ich dieses Jahr erst erfahren habe.
Mein Vater kommt dem Vater in der Geschichte nahe. Er liebte Wäscher und Tarzan als Kind. Hat später Tarzan, Prinz Eisenherz, Flash Gordon, Sprechblase (mir geschenkt/selbst gelesen), Conan und alles was Westerncomics hergab (Lasso, Bessy usw. mir geschenkt. Aber eigentlich für sich ) gekauft.

Eigentlich wollte ich erreichen, dass klar ist dass der kleine Junge Spider Man nicht kennt sondern erst durch Zeichnung und Titel den Zusammenhang herstellt. Also so wie Du im letzten Satz geschrieben hast. Das hätte ich also besser hinbekommen müssen.

Mein erstes Marvel war Dracula 12 (Davor immer nur geblättert. Hulk und die letzten Hit lagen bei uns zusammen aus. Das war mein erster Kontakt). Aber durch tauschen usw. hatte sich bei mir Hit und Williams am Anfang stark gemischt. Man nahm was man bekommen konnte. Und irgendwann habe ich mir gedacht: „Was haben nur die Erstleser bei der unsensiblen Veröffentlichung von BSV damals verstanden.“ Marvel ist nicht wie andere Superhelden Verlage. Da gibt es einen Aufbau, und ohne die vorherigen Comics zu kennen steht man ziemlich im Regen. Das heißt man kann nicht einfach mitdrin lesen. Und weiter gedacht – Kinder lasen Comics. Was haben die erst gedacht? Und so ist der Anfang entstanden.

Schön das es Euch gefallen hat.
Mir hat das Schreiben auch spaß gemacht. Meisst fehlt mir einfach die Zeit dafür.

Wie ich das Cover da reinbekomme wusste ich nicht.
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Alt 14.06.2018, 14:37   #142  
Peter L. Opmann
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Das heißt: So könnte es gewesen sein.

Irgendwie habe ich auch dunkel im Gedächtnis, daß Du nicht zehn Jahre älter, sondern in Wirklichkeit etwas jünger bist als ich.

Ich denke, Du hättest dazuschreiben sollen, daß dieser Junge erfunden ist (auch wenn wir hier im Internet sind, erwarte ich in diesem Forum nicht automatisch Fake News); aber jetzt ist das ja klargestellt.

Ich wäre sehr glücklich, wenn ich darstellen könnte, wie ich meinen ersten Marvel-Comic gelesen habe (mutmaßlich Williams-"Hulk" # 3). Ich glaube, als Kind ist man nicht dumm, man hat aber eine ziemlich andere Wahrnehmung, als wenn man schon älter ist. Vielleicht habe ich als Acht- oder Neunjähriger an "Hulk" Dinge bemerkt, die ich heute nicht mehr erfassen kann.
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Alt 14.06.2018, 16:35   #143  
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@thetifcat: Super Geschichte!
Ich kann mich bei Marvel nur noch daran erinnern dass mir mein Bruder (der mit unseren Eltern in der Stadt war) Frankenstein 1 mitbrachte und ich mich ärgerte das es kein anderes Marvel-Heft war....
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Alt 14.06.2018, 19:50   #144  
thetifcat
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Oh ich liebe die Frankenstein Serie. Frankenstein, Dracula, Die Spinne, Die ruhmreichen Rächer und Der Dämon waren meine Lieblinge. Hulk und Thor eher in den HIT-Comic. Schön das es Dir gefallen hat.
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Alt 14.06.2018, 19:52   #145  
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Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Das heißt: So könnte es gewesen sein.


Ich denke, Du hättest dazuschreiben sollen, daß dieser Junge erfunden ist (auch wenn wir hier im Internet sind, erwarte ich in diesem Forum nicht automatisch Fake News); aber jetzt ist das ja klargestellt.
Du hast vollkommen Recht hätte ich machen sollen. Wollte nicht verwirren. Entschuldigung.
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Alt 14.06.2018, 20:07   #146  
Peter L. Opmann
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Oh ich liebe die Frankenstein Serie. Frankenstein, Dracula, Die Spinne, Die ruhmreichen Rächer und Der Dämon waren meine Lieblinge. Hulk und Thor eher in den HIT-Comic. Schön das es Dir gefallen hat.
"Dracula" und "Frankenstein" waren für etwas ältere Leser. Ich hab' mir damals probeweise "Frankenstein" # 30 gekauft, wo das Monster das Ghirn einer Maus erhält und mit Maus-Verstand einen Menschen tötet - das war schon ganz schön schwer zu verdauen für mich.
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Alt 14.06.2018, 21:07   #147  
thetifcat
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Na Ja ich mochte es. Aber meine Eltern haben uns sehr frei erzogen. "Das sind Schauspieler Marc, davon ist nichts echt". Weswegen ich in viele Filme sehen konnte für die eigentlich zu Jung war. Dracula war dabei, Frankenstein auch. Wahrscheinlich hatte ich deswegen schon ein Gefühl dazu. Aber auch Kinofilme wie z.B. Spiel mir das Lied vom Tod. Mein Vater war Western Fan und so bin ich Kinomäßig in die ganzen Spätwestern gekommen. Ich weiß noch dass mein Lehrer total entsetzt war das ich den "brutalen" Der letzte Scharfschütze sehen durfte. Das dazugehörige MAD mit der Parodie habe ich bis heute behalten. 70er war eine geile Zeit - tolle Eltern und ein Onkel der mich überall mit seiner Motorad-Clique mithingeschleppt hat. So kam ich auch in den Genuss die glorreichen Doppelvorstellungen im Kino gegenüber von Bahnhof in Hamburg. Bruce Lee und Co. Was habe ich mich damals auf die Kung Fu Taschenbücher gestürzt von Williams. Aber auch die Tarzan Taschenbücher von Williams waren klasse. Ich habe letztes Jahr in Griechenland ein Tarzan Taschenbuch gekauft das ähnlich aufgezogen ist. Habe ich direkt hinter das fünfte gestellt.
Ich stehe den TB im Übrigen nicht so kritisch gegenüber wie die meisten hier. Mir haben sie als Kind und als Jugendlicher gefallen. Und das tut es heute noch wenn ich ein BSV, Williams oder die ersten Condor TB's (Superhelden, Marvel) rausziehe … da gehen die Nostalgie Gefühle immer noch an. Und so soll es doch sein, oder?
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Alt 14.06.2018, 21:33   #148  
Peter L. Opmann
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Naja, laß uns das vielleicht lieber drüben in "Condor-Verwirrung" genauer besprechen.

Mir geht es hier speziell um Williams und speziell um "Die Spinne". Das hat sich bei mir aber auch erst mit den Jahren herauskristallisiert. Anfangs habe ich alle Comics gelesen, die ich in die Finger bekam. Die Williams-Marvels waren etwas Besonderes, aber ich hatte nicht die Möglichkeit, die sieben Serien kontinuierlich zu verfolgen, nicht mal eine. Das ging überhaupt erst, als das Programm auf "Spinne", "FV" und "Rächer" zusammengeschrumpft war. Aber ich denke, es war auch erst dann interessant, die Serien durchgehend zu lesen.

Ich merke jetzt beim Lesen der ersten 30 "Spider-Man"-Episoden, daß da Figuren noch nicht entwickelt wurden. Guck Dir etwa Betty an: Mal ist sie verängstigt, mal ist sie auf Peter sauer, mal will er ihr die Wahrheit nicht sagen, mal schwenkt sie um zu Ned Leeds. Ich glaube, es galt die Regel, daß sie möglichst in jedem Heft vorkommen mußte, aber Lee und Ditko wußten mit ihr - wie auch mit den anderen Figuren - nichts Rechtes anzufangen. Ich weiß nicht, wann das bei der "Spinne" anfing. Der HIT-Leser war aber in dieser Hinsicht auch nicht im Vorteil, da ja da die Continuity immer wieder zerstört wurde.

Aber die Williams-Marvels konnte man eben irgendwann so lesen, wie man die "Lindenstraße" sieht. Und um das nachzuvollziehen, deshalb mache ich diesen Thread.
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Alt 17.06.2018, 15:03   #149  
Phantom
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Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
Spinne (Williams) 30
Ich kann mich noch gut erinnern, wie seltsam ich als Kind dieses Cover fand. Diese kleine Spinne vor dem auch recht mickrig wirkenden Metallo. Aber auf dem Cover steht "gegen den schrecklichen Metallo". Selbst als 8jähriger fand ich an dem Titelbild nichts schrecklich. Die immer wieder vorkommenden selbst bzw. nachgezeichneten Cover waren schon ein großer Minuspunkt von Williams. Auch die Marvel-Komet-Seite, auf der Kirsten angekündigt wird, und die erste Seite von Aquarius sind doch relativ dilettantisch gezeichnet.

Und noch ein paar Ungenauigkeiten: In der Zusammenfassung auf Seite 2 steht sinngemäß, Peter Parker könnte sich in Ruhe dem Studium an der Uni widmen, wenn da nicht Metallo dazwischen käme. Allerdings ist Peter ja noch gar nicht an der Uni; am Ende des Heftes steht ja erst einmal die Abschlussfeier an der High School an. Auf Seite 3 steht, dass wir als Leser Spencer Smythe in Ausgabe 29 kennen gelernt hätten - das stimmt aber nicht, es war in Heft 27.

Dann gibt's auch wieder schöne Übersetzungsfehler: Metallo sagt zur Spinne während des Kampfes, er wolle sie nicht noch umarmen. Hä? Umarmen? Die Lösung: Im Original steht "embarrass", da hat der Übersetzer mal schnell "embrace" daraus gemacht. Oder: Jameson becirct Tante May und sagt ihr, jetzt wüsste er, woher Peter seinen Charme und sein gutes Aussehen hat. Darauf sagt Tante May: "Warum, Mr. Jameson?" Und man denkt: wie bescheuert muss Tante May sein, wenn sie diese Anspielung nicht versteht? Im Original steht da "Why, Mr. Jameson..!" (ohne Fragezeichen!), was hier natürlich nicht mit "warum" übersetzt werden darf, sondern mit "Also, Mr. Jameson..." oder "Aber, Mr. Jameson..." Tante May ist eben doch nicht so blöd, wie es sich bei Williams anhört.

Man merkt natürlich den Willen, eine möglichst wörtliche und daher scheinbar originalgetreue Übersetzung zu liefern (anders als z.B. bei den Condor-Taschenbüchern), aber diese Stilblüten finden sich immer wieder. Als Laie denke ich mir: hat denn keiner die übersetzten Texte durchgelesen, um zu überprüfen, ob das alles im Deutschen überhaupt Sinn ergibt? Aber vermutlich war dafür keine Zeit (und kein Geld) da. Mich würde interessieren, wie viel Zeit sich ein Übersetzer (hier wohl Hartmut Huff) z.B. für eine Spider Man - Story nehmen konnte. Einen Arbeitstag? Oder weniger?
Phantom ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.06.2018, 16:21   #150  
Peter L. Opmann
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Danke, Phantom für die Anmerkungen. Mir ist der Übersetzungsvergleich leider nicht möglich (höchstens indirekt, indem ich mir die von Marvel Deutschland ansehe, aber so sehr bin ich daran nun auch nicht interessiert). Gut, wenn diese Aspekte jemand anders beisteuert.

Jetzt zur nächsten Ausgabe.

Spinne (Williams) 31

Erscheinungstermin: 4/1975

Originalausgabe:
1) Amazing Spider-Man # 30
2) Tales to Astonish # 96

Story-Titel:
1) Die Klauen des Katers!
2) Irgendwo steht die Schädel-Insel

Original-Storytitel:
1) The Claws of the Cat
2) Somewhere stands Skull Island!

Zeichnungen:
1) Steve Ditko
2) Bill Everett / Vince Colletta

Text:
1) Stan Lee
2) Raymond Marais



Lee und Ditko versuchen sich hier einmal an einem anderen Genre, dem des Big Caper. Vorbilder dafür sind Filme wie „Über den Dächern von Nizza“ oder „Topkapi“. Dass der Comic die Eleganz und den Witz solcher Filme bei weitem nicht erreicht, liegt an der Einbettung des Meisterdiebstahls ins Superheldenmuster. Es läuft natürlich auf die Konfrontation des Titelhelden mit der „Katze“ („Cat Burglar“ – eigentlich „Fassadenkletterer“) hinaus. Damit kann der Dieb nicht sonderlich gewitzt und überhaupt nicht sympathisch erscheinen. Freilich lässt sich auf 20 Seiten von vorneherein kaum eine atmosphärisch dichte Big Caper-Story entwickeln.

Einen hübschen komischen Einfall gibt es immerhin: Der Kater hat Jonah Jamesons Safe geknackt und dessen Aktien und Geheimdokumente (!) gestohlen. Jonah setzt daraufhin eine Belohnung von 1000 Dollar für die Ergreifung des Diebs aus. Und Peter Parker, wie immer in Geldnot, beschließt, daß sich die Spinne diese Belohnung verdienen wird. Für Jonah ein Alptraum: Ausgerechnet seinem größten Feind soll er die Prämie auszahlen müssen? Die Seite 5, auf der sich JJJ diesen Alptraum ausmalt, ist grafisch interessant. Sie wirkt nämlich ziemlich dilettantisch gezeichnet, was später auch in einem Leserbrief moniert wird. Ich habe früher angenommen, Williams habe die Druckvorlage nicht bekommen und seinen Hausgrafiker beauftragt, die Seite nachzuzeichnen. Aber in „Amazing Spider-Man“ # 30 von Marvel Deutschland sieht sie exakt genauso aus. Grundsätzlich tragen die Zeichnungen schon die Handschrift von Ditko, aber das Inking ist sehr krakelig und zittrig. Es ist wohl die Original-Seite; es scheint so, als habe Ditko entweder einen schlechten Tag gehabt oder jemand anders habe die Seite geinkt, und zwar jemand, der sonst keine Superheldencomics inkt.

Der Kater besitzt keine Superkräfte, ist aber in ein Superhelden-ähnliches Kostüm gewandet. Eine Vorgeschichte hat er nicht. Nach seinem Einbruch bei Jonah taucht er sogar bis Seite 13 (!) nicht wieder auf. Da will sich der Kater zunutze machen, daß er ein unbeschriebenes Blatt ist. So hält er sich für sicher vor polizeilichen Ermittlungen. Er will nun den letzten Coup starten und sich dann zur Ruhe setzen. Die von Jonah ausgesetzte Belohnung hat aber ein großes Medieninteresse erzeugt. So wird der Kater bei seinem Raubzug von einem Hausbewohner erkannt, von einem Fernsehteam gefilmt und dann auch von der Spinne entdeckt. Es kommt zum Showdown. Zwar gelingt es dem Kater nicht, die Spinne von einem hohen Dach zu stürzen oder durch einen Wassertank, den er aus der Verankerung sprengt, zu erschlagen (das ist das Covermotiv). Aber er kann die Spinne durch Pistolenschüsse auf Abstand halten und sich schließlich verstecken. Nun betritt aber auch die Polizei die Szene und entdeckt ihn in einem Kamin. Bemerkenswert ist die Szene auch, weil es ein weißer und ein schwarzer Polizist sind, die den Kater aufspüren und schnappen. JJJ fällt ein Stein vom Herzen: Nun muß er also die 1000 Dollar nicht an die Spinne zahlen. Ein paar Dollar verdient Peter Parker immerhin durch Fotos von der Verhaftung des Katers, die er an Jonah verscherbelt.

Sonst tut sich aber noch einiges in dieser Episode. Nett finde ich die Szene mit Flash und Liz. Liz Allen läuft Peter über den Weg und bittet ihn, ihr Flash Thompson vom Hals zu halten, der sie beständig verfolgt (Stalking!). Während sie zur Arbeit eilt, verwickelt Peter Flash in ein Gespräch. Flash will ihn beiseiteschieben, aber in der folgenden Rangelei betäubt Peter ihn durch „sanften“ Druck auf dessen Schulter. Flash wird ohnmächtig, während Peter ohne Verkleidung auf ein hohes Dach springt, weil er dort eine Gestalt mit Pistole entdeckt hat. Erst auf dem Dach schlüpft er in sein Spinne-Kostüm. Es handelt sich aber nicht um den Kater, sondern um einen Arbeitslosen, der mit seinem früheren Chef abrechnen will. Die Spinne greift zugunsten des Kapitalisten ein. Dann legt Peter das Kostüm wieder ab und weckt Flash, dem er weismacht, sie seien mit den Köpfen aneinandergestoßen und beide ohnmächtig geworden.

Szenenwechsel: Wir werden Zeuge, wie Ned Leeds Betty einen Heiratsantrag macht. Sekunden später ruft Peter an. Anständigerweise bittet sie ihn sofort zu sich und erzählt ihm von dem Antrag. Und sie erklärt ihm auch, daß sie gern mit einem Durchschnittstypen ein ruhiges Leben führen will und nie mit einem Draufgänger, der dauernd in Abenteuer verwickelt ist, leben könnte (sie erwähnt die Spinne, weiß aber natürlich nicht, daß Peter selbst hinter dieser Maske steckt). Peter reagiert wütend: Dann solle sie doch mit ihrem Ned glücklich werden! Nachdem er aus dem Zimmer gestürmt ist, verrät sie uns Lesern noch, daß sie eigentlich nur Peter liebt. Wir haben sie da aber schon als durchaus wankelmütig erlebt. Entweder ist sie von ihren Gefühlen hin und hergerissen, oder Lee und Ditko produzieren von Heft zu Heft dramatische Liebesszenen, die nicht unbedingt logisch aufeinander aufbauen.

Dann ist in diesem Heft noch eine Bande kostümierter Verbrecher unterwegs, die radioaktives Uran aus einer Fabrik von Tony Stark (dem Eisernen) klaut. Die Spinne greift ein, kann die Bande aber nicht aufhalten. Später, als die Spinne ein anderes Gangsterquartett dingfest macht, beobachtet die Bande das Geschehen, und ihr Anführer beschließt, die Spinne aus dem Weg zu räumen. In einer weiteren kurzen Szene werden wir schließlich daran erinnert, daß es Tante May nicht gut geht. Sie ist wieder der Ohnmacht nahe, will sich aber gegenüber Peter nichts anmerken lassen. Am Ende trifft Peter in Jonahs Redaktion noch einmal Betty kurz wieder, weist sie aber zurück: Es gebe nichts mehr zu besprechen. Man sieht eine schemenhafte Spinne, die das junge Paar auseinandertreibt. Ein emotional doch ziemlich bewegender Schluß, der die Frage aufwirft: Werden Peter und Betty doch noch zusammenfinden?

Noch einmal wird für das Marvel-Briefpapier geworben, und es gibt eine neue Leserbriefseite. Diesmal wird jeder Brief von der Redaktion kurz beantwortet. Manche Leser haben nach wie vor Probleme mit den großspurigen Sprüchen bei Marvel. Und bemängelt wird auch, daß „Spinne“ und „FV“ tatsächlich nicht vierzehntägig erscheinen, sondern nur etwa alle drei Wochen. Die Redaktion schiebt das auf den Zeitschriftenhändler.
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