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Alt 14.01.2022, 23:14   #1  
Lothar
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gold01 Aktuelle Infos zum Comic-Salon 2022

Habe diese Woche mit Erlangen gesprochen, um den aktuellen Stand der Vorbereitungen zu erfahren.

Aktuell läuft die Planung in Richtung eines normal funktionierenden Salons in Form der "Zeltstadt".

Weiter Infos folgen hier, sobald bekannt.

Wer direkt zur Webseite des Salons möchte, klickt ganz oben links auf den Link unter dem Erlangenlogo 2022, oder hier.
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Alt 16.01.2022, 15:59   #2  
Tommeltom
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....Bislang wurde die Messe des Comic-Salons durch eine eintägige Comic-Börse ergänzt. Aus inhaltlichen und organisatorischen Gründen können wir uns derzeit noch nicht festlegen, ob es 2022 eine Börse geben wird. Wir werden darüber aber noch vor Jahreswechsel informieren.....

Zitat von der verlinkten Seite.

Weiß jemand schon genaueres ob die Börse stattfinden wird? Für mich eigentlich der Hauptgrund samstags mal nach Erlangen zu fahren. Den Rest nehme ich dann halt so mit. Ohne die Börse werde ich mich wohl nicht auf den Weg machen.
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Alt 16.01.2022, 17:50   #3  
underduck
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Geh mal eher davon aus, dass man die Börse eher streicht als die komplette Zeltveranstaltung.
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Alt 28.04.2022, 15:13   #4  
underduck
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Erste Pressemeldung zum M+M-Preis hier im Forum.

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Alt 24.05.2022, 15:25   #5  
Lothar
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Erlangen, 24. Mai 2022

Presseinformation

20. Internationaler Comic-Salon Erlangen – 16. bis 19. Juni 2022

Vielfältig wie nie zuvor!


Das Programm

Alle zwei Jahre findet mit dem Internationalen Comic-Salon in Erlangen das größte und wichtigste Festival für Comic-Kunst und grafische Literatur im deutschsprachigen Raum statt. Im Jahr 2020 musste der Comic-Salon wegen der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt und ins Netz verlegt werden. Auch die meisten anderen Veranstaltungen, bei denen sich die Comic-Branche hätte präsentieren können, mussten in den letzten Jahren ausfallen. Vom 16. bis 19. Juni kann die Comic-Szene nun endlich ein Wiedersehen mit dem Publikum feiern. Nie zuvor war der Internationale Comic-Salon so weiblich, so divers und so interkulturell wie in diesem Jahr. Feministischen Comics sind wichtige Ausstellungen gewidmet, queere Themen spielen eine zentrale Rolle im Programm, Comics und populärer Kunst aus der Demokratischen Republik Kongo ist ein Festivalschwerpunkt gewidmet. Über zwanzig Ausstellungen spiegeln die Vielfalt des Genres wider. Vertieft werden die Themen in einem umfangreichen Vortrags- und Diskussionsprogramm, Comic-Lesungen, Comic Film Fest, Workshops und vielem mehr. Mit „Kinder lieben Comics!“ ist jungen Leserinnen und Lesern ein Festival im Festival gewidmet, die besten Comics der letzten zwei Jahre werden mit dem Max und Moritz-Preis ausgezeichnet. Unterstützt wird der Internationale Comic-Salon Erlangen, zu dem über 25.000 Besucherinnen und Besucher erwartet werden, durch seinen Titelsponsor, die DATEV eG aus Nürnberg.

Das Herz des Internationalen Comic-Salons schlägt auf der Messe, die in diesem Jahr zum zweiten Mal in Messezelthallen auf dem Erlanger Schlossplatz und im Schlossgarten stattfinden wird. Über 200 Aussteller – von den führenden Verlagen über die Hochschulen bis zu Künstlerinnen und Künstlern, die im Selbstverlag veröffentlichen – präsentieren ihr Programm. Zahlreiche Neuerscheinungen werden erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und rund 400 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt zeichnen live und signieren ihre Bücher.

Inhaltlicher Schwerpunkt des Erlanger Festivals sind die zahlreichen Ausstellungen, die sich über die gesamte Innenstadt verteilen. Unter dem Titel Vorbilder*innen – Feminismus in Comic und Illustration werden in acht Kapiteln 30 Künstler*innen vorgestellt, die das Thema „Vorbilder*innen“ auf unterschiedliche Weise aufgreifen und der feministischen Forderung nach differenzierten weiblichen Figuren nachkommen. Mit Fruits of Knowledge. Die Welten der Liv Strömquist ist einer herausragenden feministischen Künstlerin eine eigene Ausstellung gewidmet. Die ehemalige Charlie-Hebdo-Zeichnerin und Graphic Novel-Autorin Catherine Meurisse und die deutsche Zeichnerin und Erzählerin Birgit Weyhe sind zwei weitere einflussreiche Künstlerinnen, denen umfassende Retrospektiven gewidmet sind. Dass der Internationale Comic-Salon heute grafische Literatur dieser Qualität präsentieren kann, verdankt die Branche nicht zuletzt dem Vater der Graphic Novel Will Eisner, dessen Pionierleistung in einer großen historischen Schau mit zahlreichen eindrucksvollen Originalen gewürdigt wird. Die besondere gesellschaftliche Rolle, die Comics und populäre Bildende Kunst in der Demokratischen Republik Kongo spielt, hat das Kulturamt der Stadt Erlangen in einem seit über zwei Jahren laufenden Projekt herausgearbeitet, während das Kunstpalais Erlangen in seiner Ausstellung LuYang. False Awakening einen bildenden Künstler aus Shanghai präsentiert, der die Manga-Ästhetik aufgreifend mit seinen bahnbrechenden Produktionen die internationale Kunstszene derzeit im Sturm erobert. In Zusammenarbeit mit dem Erlanger Stadtmuseum entsteht die Ausstellung Aber ich lebe, die die Zusammenarbeit zwischen Zeichnerinnen und Zeichnern und Holocaust-Überlebenden dokumentiert. Dreiundzwanzig Ausstellungen in Museen, Galerien und zahlreichen temporär genutzten Ladengeschäften entlang der Erlanger Hauptstraße verwandeln die ganze Erlanger Altstadt für vier Tage in ein Comic-Museum auf Zeit.

Der Max und Moritz-Preis ist die wichtigste Auszeichnung für grafische Literatur im deutschen Sprachraum. Als einer der Höhepunkte des Salons gilt die Max und Moritz-Gala (Freitag, 17. Juni, 20:30 Uhr) im Markgrafentheater, moderiert von Hella von Sinnen und Christian Gasser. 25 Titel sind für die Preise, die in verschiedenen Kategorien vergeben werden, nominiert. Mit Naoki Urasawa, einem der einflussreichsten Mangaka der Gegenwart, wird erstmals ein Japaner mit dem Max und Moritz-Preis für sein herausragendes Lebenswerk ausgezeichnet.

Eine ausführliche Presseinformation zum Download mit detaillierten Informationen zum Programm finden Sie hier:

https://www.comic-salon.de/sites/def...amm_220524.pdf

Honorarfreies Bildmaterial zu ausgewählten Ausstellungen des 20. Internationalen Comic-Salons Erlangen in druckfähiger Auflösung finden Sie auf der Website unter www.comic-salon.de/de/pressebilder. Wenn Sie Fragen haben, weitere Informationen oder Bilder benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Am Freitag, 10. Juni, findet um 11:00 Uhr ein Pressegespräch im Palais Stutterheim (Marktplatz 1, 91054 Erlangen) statt. Dazu ergeht noch eine gesonderte Einladung.

Für den 20. Internationalen Comic-Salon Erlangen – 16. bis 19. Juni – bitten wir Sie um Akkreditierung über www.comic-salon.de/de/akkreditierung.


Weitere Informationen
www.comic-salon.de
Ein kostenloses Programmheft erscheint Anfang Juni.

Hauptveranstaltungsort
Messe-Hallen auf dem Schlossplatz und im Schlossgarten (91054 Erlangen)

und zahlreiche weitere Veranstaltungsorte in der Innenstadt

Öffnungszeiten Messe und Ausstellungen
Donnerstag, 16. Juni 2022: 12:00 bis 19:00 Uhr

Freitag und Samstag, 17. und 18. Juni 2022: 10:00 bis 19:00 Uhr

Sonntag, 19. Juni 2022: 10:00 bis 18:00 Uhr

Eintrittspreise Messe und Ausstellungen
Tageskarte: 10,– / erm. 6,– Euro (1,– Euro Familien-Sonntag nur an der Tageskasse)
Dauerkarte: 26,– / erm. 16,– Euro
Ermäßigung für Kinder und Jugendliche von 6 bis (einschließlich) 14 Jahren, Inhaber/innen des Erlangen Passes sowie Behinderte (ab 50 % GdB). Freier Eintritt für Begleitpersonen von Behinderten mit B-Vermerk im Ausweis. Kinder unter 6 Jahren: Eintritt frei!

Für die weiteren Veranstaltungen (Max und Moritz-Gala, Lesungen etc.) und das Kinoprogramm (Comic Film Fest) gelten gesonderte Eintrittspreise.

Karten
Vorverkauf unter www.comic-salon.de und www.reservix.de, an den bekannten Vorverkaufsstellen im Großraum Erlangen, Nürnberg, Fürth, Bamberg, an den ReserviX-Vorverkaufsstellen deutschlandweit (Vorverkaufsgebühren) sowie vom 16. bis 19. Juni 2022 an der Tageskasse am Schlossplatz und weiteren Veranstaltungsorten.

Veranstalter
Stadt Erlangen – Kulturamt
Abteilung Festivals und Programme
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Alt 16.06.2022, 11:38   #6  
eck@rt
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Andreas Dierks hat offenbar den Ehrgeiz, zeitnah über die Ereignisse in Erlangen zu berichten:
http://www.comicforscher.de

eckrt=
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Alt 16.06.2022, 12:04   #7  
Kal-L
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Uhhh da werde ich ja ganz hibbelig, da kann ich ja morgen den Markus Söder sehen... Weiß gar nicht was er da will.
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Alt 16.06.2022, 12:12   #8  
Matthias
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eck@rt für diesen interessanten Link!
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Alt 16.06.2022, 12:18   #9  
Unbreakable Cosmo
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Der Salon war um 12 mit seinem diesmal feministischen Augenmerk und Queeren Themen in der Tagesschau.
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Alt 16.06.2022, 14:16   #10  
eck@rt
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Zitat: „Noch nie gab es beim Comic-Salon so viele Ausstellungen von internationalen Comic-Künstlerinnen.“ Ach ja? Birgit Weihe wird interviewt, die ja nun wirklich nicht zeichnen kann, aber mit den richtigen Themen den richtigen Moment erwischt hat. Interessant könnten die KongolesInnen sein.

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Alt 16.06.2022, 14:43   #11  
Rusty
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Zitat:
Zitat von Kal-L Beitrag anzeigen
Uhhh da werde ich ja ganz hibbelig, da kann ich ja morgen den Markus Söder sehen... Weiß gar nicht was er da will.
Der Söder ist doch seit seiner Jugend Spiderman-Fan.
In seinem Nürnberger Büro soll angeblich sogar ein Spiderman-Poster hängen.
Man kann von Söder politisch halten was man will, aber er hat sich schon mehrfach öffentlich zu Comics bekannt.
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Alt 16.06.2022, 15:15   #12  
Kal-L
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Das ist mir bisher nicht bekannt.
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Alt 16.06.2022, 19:37   #13  
Rusty
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Dann schau doch mal die Grußbotschaft von Söder zum Comicfestival München >>> https://www.youtube.com/watch?v=N_aeNj9NyNQ
Hat vorher nie ein bayerischer Ministerpräsident gemacht.
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Alt 17.06.2022, 17:47   #14  
underduck
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Hier ist er heute 74basti vor die Linse gelaufen ...

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Alt 18.06.2022, 01:11   #15  
underduck
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Standard Max und Moritz-Preis 2022

Hier die Presseinformation
Zitat:
Erlangen, 17. Juni 2022
20. Internationaler Comic-Salon Erlangen – 16. bis 19. Juni 2022

Max und Moritz-Preis 2022 in neun Kategorien vergeben


– Beste deutschsprachige Comic-Künstlerin: Birgit Weyhe

– Bester deutschsprachiger Comic: „Work-Life-Balance“ von Aisha Franz

– Bester internationaler Comic: „Dragman“ von Steven Appleby

– Bester Sachcomic: „Im Spiegelsaal“ von Liv Strömquist

– Bester Comic für Kinder: „Trip mit Tropf“ von Josephine Mark

– Bestes deutschsprachiges Comic-Debüt: „Melek + ich“ von Lina Ehrentraut | „Pfostenloch“ von Daniela Heller | „Who's the Scatman?” von Jeff Chi

– Spezialpreis der Jury: Alexander Braun

– Publikumspreis: „Lisa und Lio“ von Daniela Schreiter

– Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk: Naoki Urasawa


Am Abend des 17. Juni wurden im Erlanger Markgrafentheater die Max und Moritz-Preise 2022 vergeben. Der Max und Moritz-Preis, von der Stadt Erlangen im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Comic-Salons verliehen, gilt als wichtigste Auszeichnung für Comic-Kunst und grafische Literatur im deutschsprachigen Raum. Im Vorfeld der Preisverleihung war eine Liste mit 25 von der Jury und 3 vom Publikum nominierten Titel bekannt gegeben worden.

Der Preis für den Besten Sachcomic geht an „Im Spiegelsaal“ von Liv Strömquist (Übersetzung: Katharina Erben, avant-verlag), als Bester deutschsprachiger Comic wird „Work-Life-Balance“ von Aisha Franz (Reprodukt) ausgezeichnet, der Beste internationale Comic ist „Dragman“ von Steven Appleby (Übersetzung: Ruth Keen, Schaltzeit Verlag). Mit besonderer Spannung wird erwartet, wer Beste*r deutschsprachige*r Comic-Künstler*in (dotiert mit 7.500,– Euro) wird. In dieser Kategorie wurde Birgit Weyhe (aktuell: „Rude Girl“, avant-verlag) ausgezeichnet. Der Max und Moritz-Preis für den Besten Comic für Kinder geht in diesem Jahr an „Trip mit Tropf“ von Josephine Mark (Kibitz Verlag), den Sonderpreis für das Beste deutschsprachige Comic-Debüt (dotiert mit jeweils 1.000,– Euro) erhalten in diesem Jahr gleich drei Titel: „Melek + ich“ von Lina Ehrentraut (Edition Moderne), „Pfostenloch“ von Daniela Heller (Kunsthochschule Kassel / avant-verlag) sowie „Who's the Scatman?” von Jeff Chi (Zwerchfell). Zum siebten Mal wurde in diesem Jahr ein Max und Moritz-Publikumspreis ausgelobt, für den im Internet nominiert und abgestimmt werden konnte. Sieger in dieser Kategorie ist „Lisa und Lio“ von Daniela Schreiter (Panini Comics). Mit dem Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk wurde – wie schon im Vorfeld der Preisverleihung bekannt gegeben – der japanische Künstler Naoki Urasawa geehrt. Mit dem Spezialpreis der Jury wurde der Kurator und Publizist Alexander Braun ausgezeichnet.

Die Max und Moritz-Gala wurde von Hella von Sinnen und dem Schweizer Journalisten und Comic-Experten Christian Gasser moderiert. Dr. Florian Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, überreichte die Auszeichnungen in den verschiedenen Kategorien.

Der Jury für den Max und Moritz-Preis gehören in diesem Jahr an: Christian Gasser (Autor, Dozent an der Hochschule Luzern – Design & Kunst), Andrea Heinze (Journalistin, Berlin), Andreas C. Knigge (Journalist und Publizist, Hamburg), Katinka Kornacker (Geschäftsführerin COMIX – Comicbuchhandlung Hannover), Isabel Kreitz (Comic-Zeichnerin, Hamburg), Christine Vogt (Leiterin der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen) und Bodo Birk (Leiter des Internationalen Comic-Salons Erlangen).

Nachfolgend finden Sie die Laudationes zu den Max und Moritz-Preisträger*innen 2022 sowie die Liste der 25 durch die Jury nominierten Titel.

Max und Moritz-Preis 2022
Laudationes

Beste deutschsprachige Comic-Künstlerin
Birgit Weyhe




Allein wie Birgit Weyhe Vögel zeichnet, ist eine Kunst für sich: Manche schwingen sich auf in die Luft, als wären sie die Verkörperung der Freiheit. Andere kauern am Boden, als hätten sie ihr Potential noch nicht entdeckt. Und wieder andere sind so zerrupft und zerrissen, dass klar ist: diesem Wesen wurde Gewalt angetan.

Durch Metaphern wie diese werden die Comics von Birgit Weyhe ungeheuer dicht. Und sie sind immer menschlich. Denn Birgit Weyhe interessiert, was Menschen umtreibt, wie sie wurden was sie sind – und zwar ganz gleich, aus welcher Kultur sie kommen, welche Hautfarbe sie haben oder wie alt sie sind. Das ist einzigartig in der deutschen Comiclandschaft.

Es geht um die Lebens- und Arbeitsbedingungen von mosambikanischen Vertragsarbeiter*innen in der DDR oder um Birgit Weyhes eigene Familiengeschichte. In ihrem aktuellen Comic „Rude Girl“ erzählt sie die Geschichte von Priscilla Layne, einer schwarzen US-Amerikanerin aus einfachen Verhältnissen, die Germanistik-Professorin wird. Birgit Weyhe recherchiert diese Biografie mit einer Neugier, die schon ihre vorangegangenen Arbeiten stark gemacht haben. Und sie findet dafür wie üblich eine eigene, ausgefeilte Dramaturgie. So zeichnet sie Menschen mit all ihren Facetten und bedient eben keine Stereotype.

Birgit Weyhe wurde 1969 in München geboren, verbrachte ihre Kindheit in Ostafrika und ist erst spät zum Comic gekommen. An der Hamburger Universität für Angewandte Wissenschaften begann sie 2002 ihr Studium der Illustration – dass sie sich während des Studiums auch für die freie Kunst interessiert, merkt man ihren Comics bis heute an.

Birgit Weyhe entwirft Muster, die aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten zu kommen scheinen – und die in ihren jüngeren Comics immer mehr zu abstrakten Strukturen werden, etwa zu dunklen Wolken, die sie über ihre Protagonisten legt. So kombiniert Birgit Weyhe Text und Bild in ihren Comics, dass daraus universelle Stoffe werden.

Andrea Heinze


Bester deutschsprachiger Comic

Work-Life-Balance

von Aisha Franz (Reprodukt)


Willkommen in der unschönen neuen Arbeitswelt von schuhfreien Offices, in denen kreativ geschuftet, aber schlecht verdient wird, von grässlich-schicken Kunstgalerien, Pizzakurieren und trendigen Therapien (auch online angeboten)! Vier typische Vertreter*innen dieser Arbeitswelt ringen um ihre Work-Life-Balance – und finden nur Frustration und Prekariat: Die Keramikerin Anita ist eine verhinderte Künstlerin; die sexuell hyperaktive Start-Up-Angestellte Sandra zelebriert ihre Banalität in vielgeschmähten MeTube-Videos, das IT-Genie Rex liefert Pizzen aus. Der gemeinsame Bezugspunkt ist eine Therapeutin von zweifelhafter Sensibilität. Ihre Geschichten kreuzen, verknäueln und entwirren sich, bis garantiert alles aus der Balance gepurzelt ist. Klischees? Ja, Klischees, und wie! Mit satirischer Verve überzeichnet und seziert Aisha Franz diese Stereotypen. Ihre Erzählweise ist rasant, die Zeichnungen sind stilisiert, dynamisch, voll schräger Details und wunderbar koloriert. „Work-Life-Balance“ ist ein mitreißendes Vergnügen, in dem Zeitkritik, Satire und die Lust am Erzählen perfekt ausbalanciert sind.

Bester internationaler Comic
Dragman

von Steven Appleby. Übersetzung: Ruth Keen (Schaltzeit Verlag)


August Crimp alias Dragman ist ein Superheld der sehr ungewöhnlichen Sorte. Vordergründig ist er ein biederer Ehemann und Vater, doch hat er eine geheime Identität: Er liebt Frauenkleider, und Frauenkleider verleihen ihm Flügel und Superkräfte – in Frauenkleidern wird August Crimp zu Dragman. Allerdings hat er seiner Gattin zuliebe dieser heimlichen Existenz abgeschworen. Als aber ein Serienmörder Transfrauen meuchelt und ihre Seelen stiehlt, muss Crimp wieder zu Dragman werden. Dieser doppelte Konflikt ist der Auslöser einer fulminanten Story, in der Steven Appleby munter Genres mischt und Plots verknüpft: Da gibt es die Superheld*innenparodie; da gibt es den Serienkillerthriller; da gibt es die Science-Fiction um einen Wissenschaftler, der die menschliche Seele entdeckt und kommerzialisiert; da gibt es das romantische Beziehungsdrama. Das alles ist unterlegt mit Satire, philosophischem Sinnieren und Gesellschaftskritik und mit viel Schwung umgesetzt in liebevoll karikierenden Zeichnungen. „Dragman“ ist ein grandioser Superheldencomic jenseits aller Klischees und Stereotypen.


Bester Sachcomic
Im Spiegelsaal

von Liv Strömquist. Übersetzung: Katharina Erben (avant-verlag)


Wer hat sich nicht schon gefragt, warum so viele Menschen so viel Zeit mit dem Betrachten von, zum Beispiel, Kylie Jenner verbringen. Warum gilt Kylie Jenner als so begehrens- und nachahmenswert, welcher Zusammenhang besteht zwischen ihrem Aussehen und ihrem Reichtum? Schönheit – das ist das Thema, dem sich die schwedische Comic-Essayistin Liv Strömquist in „Im Spiegelsaal“ aus verschiedenen Perspektiven annähert: Schönheit, Fremd- und Selbstbilder, der menschliche Nachahmungstrieb, Narzissmus, die Ökonomie des Begehrens, das Altern – und wie sich die Schönheitsideale und ihre Bedeutungen im Lauf der Jahrhunderte entwickelt haben – bis zum heutigen Terror der Bilder in den sozialen Medien. Klug, tiefsinnig, engagiert, feministisch und sehr komisch: Liv Strömquists Comic-Essays sind wissenschaftlich fundierte, gezeichnete Stand-Up-Comedy mit Punk-Einschlag, beziehungsweise kulturwissenschaftliche Essays mit scharfem Humor, die sowohl aufklären, informieren als auch prächtig unterhalten und mit verblüffenden Erkenntnissen und Zusammenhängen aufwarten.

Bester Comic für Kinder und Jugendliche
Trip mit Tropf

von Josephine Mark (Kibitz Verlag)


Der Zufall und ein bisschen Glück helfen, dass der Wolfkodex den Wolf und das Kaninchen zusammenschweißt. Und so beginnt dieser wahnwitzige Roadtrip der beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Trotz der Flucht vor dem Jäger kümmert sich der Wolf liebevoll um seinen kranken Begleiter und versorgt ihn fürsorglich mit seinen lebenswichtigen Infusionen. Der Kodex befiehlt es schließlich, und der steht außer Frage! Mit schrägem Humor und glanzvollem Charme lässt uns Josephine Mark durch Autodiebstahl, Kneipenschlägereien, finstere Motels und Bärenhöhlen, meterlange Medikamentenpläne und eisigkalte Nächte mitbangen, ob die Zwei es schaffen werden, alle Widrigkeiten auszutricksen. Und um es schlussendlich vielleicht doch zu einer Freundschaft kommen zu lassen? „Trip mit Tropf“ möchte uns zeigen, wie warmherzig und behutsam und zeitgleich höchst amüsant mit dem schwierigen Thema Krankheit umgegangen werden kann. Und schafft es mit Bravour!


Bestes deutschsprachiges Comic-Debüt
Melek + ich

von Lina Ehrentraut (Edition Moderne)


Selten wurde ein Debüt vorgelegt, das so lebendig und bei aller Unfertigkeit so stark ist, wie „Melek + ich“ von Lina Ehrentraut. Die Wissenschaftlerin Nici hat eine Maschine gebaut, mit deren Hilfe man durch die Dimensionen reisen kann. Nici schafft dafür ein Alter Ego und nennt das Melek. Die erste Reise führt die Wissenschaftlerin zu sich selbst: Melek trifft Nici – die im Paralleluniversum das komplette Gegenteil der ursprünglichen Nici ist: nämlich unordentlich und verpeilt. Die Wissenschaftlerin wird eine Affäre mit ihrem Alter Ego eingehen, bei der es funkelt und kracht. Das ist krude. Und das macht nichts, denn Lina Ehrentraut zeichnet die Emotionen mit ihren rüden schwarzen Strichen so klar, dass Melek und Nici wie offene Bücher wirken. Lesbische Beziehungen sind in den Comics von Lina Ehrentraut vorherrschend und so normal, dass kein Wort darüber verloren wird. Sex zeichnet sie so explizit, dass einzelne Seiten fast pornografisch wirken. Denn Lina Ehrentraut will, dass Vergnügen in seiner ganzen Vielfältigkeit sichtbar ist. Und dann mischt sie auch noch knallbunte Malereien zwischen ihre schwarz-weiß gezeichneten Comics – abstrakte Farbexplosionen oder Menschen, die schwimmen, singen, küssen oder Sex haben. Das ist stark und wirkt, als wären die Protagonist*innen auf einem Endorphin-Trip.

Pfostenloch
von Daniela Heller (Kunsthochschule Kassel / avant-verlag)


Bei Regen und Hitze, bewaffnet mit kleinen Schaufeln, Rechen und Pinseln sitzen oder knien sie in ihren Löchern, die jungen Archäolog*innen. Die Träume sind groß, vergleichsweise bescheiden jedoch die tatsächliche Ausbeute. Die Ausgrabungsstätte, die die Bühne von „Pfostenloch“ bildet, Daniela Hellers Abschlussarbeit an der Kunsthochschule Kassel, ist realistisch und glaubhaft beschrieben. Die Zelte sind eng, die Mahlzeiten rudimentär, die Duschen weit entfernt. Die Inszenierung des isolierten Alltags dieser kleinen Truppe von Nachwuchsarchäolog*innen kurz vor oder nach Studienabschluss gelingt Daniela Heller überzeugend. „Pfostenloch“ besticht durch die Beiläufigkeit, mit der sie die Generation Praktikum und ihre unsichere Zukunft auf eine Ausgrabungsstätte herunterbricht. Die Dialoge sind von bestechender Natürlichkeit, und ebenso ungekünstelt und mit subtilem Humor schildert Heller die kleinen Spannungen und Intrigen, Machtspiele und Eifersüchteleien, Träume und Ernüchterungen und setzt ihr Stück mit einem passenden, leichten und karikierenden Strich um.

Who's the Scatman?
von Jeff Chi (Zwerchfell)


Selten wurde ein Debüt vorgelegt, das so lebendig und bei aller Unfertigkeit so stark ist, wie „Melek + ich“ von Lina Ehrentraut. Die Wissenschaftlerin Nici hat eine Maschine gebaut, mit deren Hilfe man durch die Dimensionen reisen kann. Nici schafft dafür ein Alter Ego und nennt das Melek. Die erste Reise führt die Wissenschaftlerin zu sich selbst: Melek trifft Nici – die im Paralleluniversum das komplette Gegenteil der ursprünglichen Nici ist: nämlich unordentlich und verpeilt. Die Wissenschaftlerin wird eine Affäre mit ihrem Alter Ego eingehen, bei der es funkelt und kracht. Das ist krude. Und das macht nichts, denn Lina Ehrentraut zeichnet die Emotionen mit ihren rüden schwarzen Strichen so klar, dass Melek und Nici wie offene Bücher wirken. Lesbische Beziehungen sind in den Comics von Lina Ehrentraut vorherrschend und so normal, dass kein Wort darüber verloren wird. Sex zeichnet sie so explizit, dass einzelne Seiten fast pornografisch wirken. Denn Lina Ehrentraut will, dass Vergnügen in seiner ganzen Vielfältigkeit sichtbar ist. Und dann mischt sie auch noch knallbunte Malereien zwischen ihre schwarz-weiß gezeichneten Comics – abstrakte Farbexplosionen oder Menschen, die schwimmen, singen, küssen oder Sex haben. Das ist stark und wirkt, als wären die Protagonist*innen auf einem Endorphin-Trip.


Spezialpreis der Jury
Alexander Braun


Es ist atemberaubend, wie Alexander Braun in seinen Büchern und Ausstellungen Klassiker der Comicgeschichte in den Kontext der bildenden Kunst rückt: Die staksenden Betten mit den ellenlangen Beinen, in denen sich der kleine Nemo von Winsor McCay durch seine Träume bewegt, haben eine verblüffende Ähnlichkeit mit staksenden Tieren auf Salvador Dalís Gemälden. Ähnlich wie bei Magritte, schweben Menschen auch durch Winsor McCays Bildwelten. Die Zeichnungen von Winsor McCay sind rund 40 Jahre vor den Arbeiten von Dalí oder Magritte entstanden.

Alexander Braun zeigt, wie Comickünstler*innen Vorreiter für Kunstrichtungen wie den Surrealismus waren. Und er zeigt, wie Comickünstler*innen in der Tradition der bildenden Kunst stehen, etwa wenn er Darstellungen aus Horror-Comics mit denen des Barockmalers Caravaggio vergleicht. Das Besondere daran: durch den Vergleich mit der bildenden Kunst legitimiert Alexander Braun den Comic nicht, sondern zeigt ihn als gleichberechtigt unter den Künsten.

Alexander Braun wurde 1966 in Dortmund geboren. Er ist bildender Künstler, Kunsthistoriker, Comicsammler. Und er ist ungeheuer sorgfältig, wenn es darum geht, die Geschichte des Comics in all ihren Facetten zu ergründen. Auf diese Weise legt er immer wieder Standartwerke vor – und wurde dafür als einziger Deutscher gleich zwei Mal mit dem renommierten Eisner-Award ausgezeichnet.

In seiner Arbeit über die Comics von Will Eisner zeigt er nicht nur, wie seine jüdische Herkunft und das Milieu der New Yorker Mietskasernen seine Arbeit beeinflusst haben, sondern gräbt auch Comics aus, die Will Eisner jahrelang als Brotjob für die US-Armee gezeichnet hat.

Alexander Braun ist ein großartiger Analytiker, der in seinen Büchern und Ausstellungen immer wieder zeigt, wie Lebensumstände, Persönlichkeit und Werk zusammenhängen. Auf diese Weise verfasst er maßgebliche Werke der Comicgeschichte und eröffnet neue Perspektiven auf die Kulturgeschichte, die weit über die Comicszene hinaus relevant sind und wahrgenommen werden.

Andrea Heinze

Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk
Naoki Urasawa

Fiktionen, Fakten und Verschwörungen


Naoki Urasawa ist ein begnadeter Erzähler, der seine Geschichten oft an relevante gesellschaftliche, politische und zeitgeschichtliche Themen anlehnt – und diese realistische Grundlage immer auch um historische Spekulationen und um eine fantastische, übernatürliche Ebene überhöht. Für sein umfangreiches Werk erhält Naoki Urasawa 2022 den Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk.

„Monster“, „20th Century Boys“, „Pluto“, „Billy Bat“ – die Bibliografie von Naoki Urasawa liest sich wie eine Liste der besten, rasantesten und erfolgreichsten Manga-Epen der letzten Jahrzehnte. Nichts wies auf diese Karriere hin, als der 1960 geborene Naoki Urasawa 1982 sein Wirtschaftsstudium abschloss und das Jobangebot eines Spielzeugherstellers erhielt. Er schlug es aus – er wollte sein Glück zunächst im Manga suchen. Diesen Entscheid hat Urasawa vermutlich nie bereut: Heute ist er ein international gefeierter Manga-Superstar mit einer Gesamtauflage von über 100 Millionen verkauften Büchern in zahlreichen Sprachen.

Seine ersten Kurzgeschichten erschienen 1984, zwei Jahre später begann er seine ersten Storymangas „Pineapple Army“ (Szenario: Kazuya Kudo, 1986–1988) und „Yawara“ (1986–1993), die romantische Komödie um eine junge Judoka. „Yawara“ bedeutete Urasawas Durchbruch in Japan: Die Sammelbände erreichten Millionenauflagen und die Serie wurde als Anime adaptiert. Es folgten die ebenfalls (noch) nicht auf Deutsch veröffentlichten Serien „Master Keaton“ (1988–1994) und „Happy“ (1993–1999), doch der internationale Erfolg stellte sich mit dem verstörenden Serienmörderthriller „Monster“ (1994–2001) ein, der in Deutschland und Tschechien spielt.

Thriller vor dem Hintergrund der deutschen Wende

„Monster“ setzt 1986 in Düsseldorf ein. Der japanische Neurochirurg Kenzō Tenma bereitet die Operation des lebensgefährlich verletzten Jungen Johann Liebert vor. Kurz vor der Operation jedoch wird der kranke Bürgermeister eingeliefert, den Tenma prioritär behandeln soll. Der Arzt setzt sich über diesen Befehl hinweg – und provoziert nicht nur seine persönliche Tragödie, sondern auch das Verschwinden von Johann Liebert. Diesem begegnet er neun Jahre später wieder, er entpuppt sich als das titelgebende „Monster“, was in ein hochkomplexes Drama mündet, das Tenma in die hässlichen Untiefen von Auftragsmord, Eugenik, medizinischen Experimenten und Rechtsextremismus in der Postwendezeit führt.

Bereits in diesen frühen Serien macht Urasawa seinen Anspruch klar: Die Barrieren aufheben, die die kommerziellen Manga-Blockbuster von eher stillen, intimistischen Autorenmangas trennt. Der Erfolg ist ihm wichtig; in Interviews betont er, dass es keinen Sinn mache, Mangas zu zeichnen, ohne populär sein zu wollen. Das bedeutet für ihn indes nicht den Verzicht auf Substanz oder einen persönlichen Bezug zu seinen Geschichten. Diese Gratwanderung gelingt ihm, glaubt er, weil er sich bemühe, das jeweils vorherrschende Zeitgefühl zu verstehen, den Zeitgeist.

Sektenwahn und T. Rex-Ohrwurm

Besonders eindringlich hat Urasawa das Zeitgefühl im autobiografisch grundierten „20th Century Boys“ (1999–2006) eingefangen, dessen Titel der leidenschaftliche Musiker und Popfan an den T. Rex-Hit „20th Century Boy“ von 1973 anlehnte. 1969 denken sich sechs Jugendliche Endzeitfantasien aus, in denen sie heldenhaft eine Organisation bekämpfen, die die Menschheit kraft Riesenrobotern, Bakterienangriffen, Bombenanschlägen und ähnlichen Waffen auslöschen will. Dieses Bubenspiel wird 30 Jahre später Realität, als ein geheimnisvoller Sektenguru die Welt mit genau den Waffen und Prophezeiungen aus dem Spielszenario vernichten will. Der Bezug zu Endzeitsekte Aum Shinrikyo, die 1995 mit ihren Giftgasangriffen in der Tokyoter U-Bahn 13 Menschen umbrachte und 6.000 verletzte, ist unübersehbar. Urasawa nimmt „20th Century Boys“ aber auch zum Anlass, die japanische Pop- und Subkultur seit den 1960er-Jahren aufzurollen.

Tezuka reloaded

Im nachfolgenden „Pluto“ (2003–2009) verknüpft Urasawa höchst aktuelle Diskussionen mit einer Neuinterpretation eines Mangaklassikers: Er wirbelt den Kosmos des Manga-Übervaters Osamu Tezuka durcheinander, indem er Versatzstücke aus dessen „Astroboy“-Geschichten neu und aus anderer, zeitgenössischer Perspektive zu einem kühnen Thriller um Maschinenmenschen und künstliche Intelligenzen zusammenbaut. Nicht weniger rasant als seine Geschichten ist Urasawas Arbeitsweise. 2006 muss er eine Zwangspause einlegen: Er hat sich, als Folge von 20 Jahren pausenlosen Schuftens am Zeichentisch, eine Schulter ausgekugelt.

Und ewig grinst die Fledermaus

Mit „Billy Bat“ (2008–2016) – 2014 mit dem Max und Moritz-Preis für den besten internationalen Comic ausgezeichnet – nimmt Urasawa seine Leser*innen mit auf einen wilden, von abstrusen Verschwörungstheorien durchsetzten Flug durch die Geschichte der Menschheit, der eine mysteriöse Fledermausfigur ihren Stempel aufdrückt.

In „Billy Bat“ hat alles Platz: Von prähistorischen Schamanen über mittelalterliche Samurais bis zu Martin Luther King; von Jesus über den ersten christlichen Missionar in Japan und Einsteins Relativitätstheorie bis zu heimlichen Mondmissionen in den 1980er-Jahren. Fakten, Fiktionen und Verschwörungstheorien sowie mehrfach über- und ineinander geschichtete und verschachtelte Erzählebenen – denn letztlich geht es um nichts Geringeres als die Geschichte der menschlichen Zivilisation(en) im Osten und im Westen.

Das Tempo von Urasawas Stories ist hoch, geradezu atemlos, die Dramaturgie zwingend und dynamisch, das Spiel mit Brüchen und Wendungen virtuos und überraschend. In seinen jeweils mehrere tausend Seiten langen Geschichten verknüpfen sich Unterhaltung und Komplexität, Erfolg und Qualität, Popularität und Substanz auf höchster Ebene. Die Lektüre seiner Epen ist ein immer durchtriebenes und mitreißendes Vergnügen.

Das verheißt auch seine neuste Serie „Asadora“, die Urasawa als seine eigene Interpretation der Geschichte Japans seit 1945 versteht. Das Abenteuer hat begonnen und man lässt sich einmal mehr mitreißen, ohne zu wissen, wohin uns Urasawa diesmal führen wird. Es gäbe, sagte er einmal, kein anderes Medium, in dem Künstler ihre Ideen so effizient ausdrücken können wie im Manga.

Christian Gasser

Max und Moritz-Preis 2022
Die 25 durch die Jury nominierten Titel

in alphabetischer Reihenfolge:

Bei mir zuhause von Paulina Stulin. Jaja Verlag

Chartwell Manor von Glenn Head (Übersetzung: Ronald Gutberlet). Carlsen

Contrapaso. Die Kinder der Anderen von Teresa Valero (Übersetzung: Harald Sachse). Splitter Verlag

Das Gutachten von Jennifer Daniel. Carlsen

Der nutzlose Mann von Yoshiharu Tsuge (Übersetzung: Nora Bierich). Reprodukt

Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo von Drew Weing (Übersetzung: Matthias Wieland). Reprodukt

Dragman von Steven Appleby (Übersetzung: Ruth Keen). Schaltzeit Verlag

Dreimal Spucken von Davide Reviati (Übersetzung: Myriam Alfano). avant-verlag

Erdoğan von Can Dündar und Anwar (Übersetzung: Sabine Adatepe). Correctiv / ÖZGÜRÜZ Press

Fürchtetal von Christine und Markus Färber. Rotopol

Im Spiegelsaal von Liv Strömquist (Übersetzung: Katharina Erben). avant-verlag

Melek + ich von Lina Ehrentraut. Edition Moderne

Nachtgestalten von Jaroslav Rudiš und Nicolas Mahler. Luchterhand

Parallel von Matthias Lehmann. Reprodukt

Penelopes zwei Leben von Judith Vanistendael (Übersetzung: Andrea Kluitmann). Reprodukt

Regenbogentage von Nora Dåsnes (Übersetzung: Katharina Erben). Klett Kinderbuch

Rude Girl von Birgit Weyhe. avant-verlag

Sapiens von Yuval Noah Harari, Daniel Casanave und David Vandermeulen (Übersetzung: Andreas Wirthensohn). Verlag C. H. Beck

Sunny von Taiyō Matsumoto (Übersetzung: Martin Gericke). Carlsen

Trip mit Tropf von Josephine Mark. Kibitz

Tunnel von Rutu Modan (Übersetzung: Markus Lemke). Carlsen

Unschlagbar! von Pascal Jousselin (Übersetzung: Marcel Le Comte). Carlsen

Who's the Scatman? von Jeff Chi. Zwerchfell

Work-Life-Balance von Aisha Franz. Reprodukt

Zarter Schmelz. Lucky Luke Hommage von Ralf König. Egmont

Leseproben der nominierten Titel sind unter www.comic-salon.de/de/nominierungen verfügbar sowie Videos zu den einzelnen Nominierungen.


Wanderausstellung „Die besten deutschen Comics“

Bereits zum fünften Mal werden 2022 die deutschsprachigen Max und Moritz-Preisträgerinnen und

Preisträger in einer eigens dafür konzipierten Wanderausstellung mit dem Titel „Die besten deutschen Comics“ zwei Jahre lang auf Tour gehen.

Weitere Informationen
www.comic-salon.de

Veranstalter
Stadt Erlangen – Kulturamt
Abteilung Festivals und Programme
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen – Deutschland
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Alt 19.06.2022, 12:14   #16  
zwergpinguin
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Da der Salon langsam zu Ende geht, kurzes Resümee:
Durch die Zelte fing es an wie es 2018 aufgehört hat. Stimmung TOP- Wetter SUPER heiß- Schwitzfaktor Hoch-Zeltkühlung Mal da, Mal nicht da ; Halle C- wenn es auf der Bühne los geht kann man sich nicht mehr vernünftig unterhalten ; die Durchsagen waren Störungsbedingt sehr störend, ansonsten ...
Sehr viele Leute nach einer Ewigkeit wiedergesehen
Für mich

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Alt 20.06.2022, 13:52   #17  
underduck
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Presseinformation Bilanz 20. Int. Comic-Salon Erlangen 2022
Zitat:
Erlangen, 20. Juni 2022

20. Internationaler Comic-Salon Erlangen – 16. bis 19. Juni 2022
30.000 Besucher*innen feierten die grafische Literatur und suchten die Auseinandersetzung mit ernsten Themen

Am Sonntagabend, 19. Juni, schloss der 20. Internationale Comic-Salon Erlangen seine Pforten. Messeaussteller und Veranstalter, das Kulturamt der Stadt Erlangen, sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Rund 30.000 Besucher*innen wandelten trotz tropischer Hitze zwischen den Messezelten und den über 30 Veranstaltungsorten rund um den Schlossplatz und den Schlossgarten in Erlangen. Damit konnte an den Besucherrekord von 2018 angeknüpft werden.

„Endlich wieder“ – nachdem der nur alle zwei Jahre stattfindende Internationale Comic-Salon 2020 lediglich digital realisiert werden konnte, war die Freude darüber groß, dass Künstler*innen und Leser*innen sich nach vier Jahren wieder treffen und austauschen konnten. Auffallend war gleichzeitig das große Interesse an ernsthafter Auseinandersetzung mit komplexen gesellschaftlichen Themen. Die Ausstellungen, die sich mit Feminismus, Identität, Diversität, interkulturellen Themen, der Aufarbeitung des Holocausts oder dem Krieg in der Ukraine befassten, erhielten regen Zulauf und die vertiefenden Begleitveranstaltungen waren ausnahmslos gut besucht. In der abschließenden Gesprächsrunde mit Künstler*innen, Journalist*innen und Verlagsvertreter*innen „Nach dem Salon ist vor dem Salon“ wurden die Veranstalter darin bestätigt, diesen Aspekt des Festivals weiter zu entwickeln.

Auch die Aussteller der Comic-Messe äußerten sich über die 20. Ausgabe des Internationalen Comic-Salons positiv: Claudia Jerusalem-Groenewald vom Carlsen Verlag konnte leicht höhere Umsätze als 2018 bestätigen, unterstrich aber vor allem die gute Einbindung ihrer Künstler*innen in das Salon-Programm und die positive Atmosphäre auch zwischen den Verlagen. „Love, Peace and Harmony“ war ihr Fazit. Markus Iking von Egmont nannte den Salon „ein richtig heißes Festival“ und hob die Tatsache hervor, dass am Stand viele Besucher*innen, erreicht werden konnten, die noch keine regelmäßigen Comic-Leser*innen sind. Hannes Ulrich, Verleger des avant-verlags, sprach davon, bei diesem Salon mehr verkauft zu haben denn je und freute sich angesichts der Max und Moritz-Preise über die Bestätigung der Verlagsarbeit. Auch Max Schlegel vom Splitter Verlag schwärmte von der „Hammer-Stimmung“, Filip Kolek von Reprodukt hob die Positionierung mitten in der Erlanger Innenstadt hervor und sprach von einem „Flanier-Festival“ und Steffen Volkmer von Panini gab zu bedenken, wie wichtig Ereignisse sind, die Begegnungen mit den Leser*innen ermöglichen, und dass Messen dieser Art seit Corona keine Selbstverständlichkeit mehr sind.

Seit zwanzig Jahren ist ein Comic-Museum in Erlangen immer wieder Gesprächsthema beim Salon. Durch einen Besuch des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder am 17. Juni bekam dieses Thema eine neue Dynamik. Bei seinem Rundgang durch die Messe und die Ausstellungen und im Rahmen eines kurzen Talk-Auftritts unterstrich Söder die Förderungswürdigkeit der Comic-Kunst und stellte die Unterstützung des Freistaats in Aussicht.

Im Rahmen des Internationalen Comic-Salons Erlangen wurde am Abend des 17. Juni mit dem Max und Moritz-Preis die wichtigste Auszeichnung für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum in neun Kategorien vergeben: Der Preis für den Besten Sachcomic ging an „Im Spiegelsaal“ von Liv Strömquist, als Bester deutschsprachiger Comic wurde „Work-Life-Balance“ von Aisha Franz ausgezeichnet, der Beste internationale Comic ist „Dragman“ von Steven Appleby, Birgit Weyhe wurde zur besten deutschsprachigen Comic-Künstlerin gekürt. Der Max und Moritz-Preis für den Besten Comic für Kinder ging an „Trip mit Tropf“ von Josephine Mark, den Sonderpreis für das Beste deutschsprachige Comic-Debüt erhielten in diesem Jahr gleich drei Titel: „Melek + ich“ von Lina Ehrentraut, „Pfostenloch“ von Daniela Heller sowie „Who's the Scatman?” von Jeff Chi, der Publikumspreis ging an „Lisa und Lio“ von Daniela Schreiter, mit dem Spezialpreis der Jury wurde der Kurator und Publizist Alexander Braun ausgezeichnet. Mit dem Sonderpreis für ein herausragendes Lebenswerk wurde – wie schon im Vorfeld der Preisverleihung bekannt gegeben – der japanische Künstler Naoki Urasawa geehrt.

Der 21. Internationale Comic-Salon Erlangen wird vom 30. Mai bis 2. Juni 2024 stattfinden.

Aktuelles Bildmaterial finden Sie auf unserer Website unter www.comic-salon.de/de/pressebilder. Bei Fragen erreichen Sie das Pressebüro des Internationalen Comic-Salons weiterhin unter Tel. 0049 (0)9131 86-1031.


Veranstalter
Stadt Erlangen – Kulturamt
Abteilung Festivals und Programme
Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen – Deutschland
Tel. +49 (0)9131 86-1408, Fax: +49 (0)9131 86-1411
E-Mail: info@comic-salon.de
Website: www.comic-salon.de

Mit freundlichen Grüßen
i.A. Annika Gloystein
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Alt 20.06.2022, 14:40   #18  
falkbingo
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Zitat von Rusty Beitrag anzeigen
Man kann von Söder politisch halten was man will, aber er hat sich schon mehrfach öffentlich zu Comics bekannt.
Man merkt ihm auch an, daß er wirklich Comic Fan ist. Er kennt sich in der Materie bestens aus.
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Alt 20.06.2022, 20:14   #19  
Phantom
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Ich hoffe mal, dass Erfahrungsberichte auch hier in den Info-Thread passen, sonst einfach verschieben. Meine Comic-Salon-Erfahrung in diesem Jahr:

Lustig finde ich, wenn die Presse schreibt, dass "sich die Szene" am Comic-Salon "trifft". Wer ist denn die Szene? Es gibt sicher viele verschiedene Szenen, Zeichner, Händler, Verleger, Sammler, Leser. Wer trifft wen? Jede(r) erwartet etwas anderes, nimmt etwas anderes mit. Ich kenne fast niemanden, mich kennt fast niemand, die Rubrik "endlich hat man sich wieder persönlich getroffen und gequatscht" kann ich nicht füllen. Mir ist aber aufgefallen, dass viele, die ich kenne (aber nicht umgekehrt), doch grauer oder sogar weißer geworden sind. Hey, wir waren doch gestern noch Jungs und haben die Hefte am Kiosk durchgeblättert, wo ist die Zeit hingegangen?

Genug der Sentimentalitäten, ich hatte nur einen Tag für den Comic-Salon Zeit und bin am Freitag hingefahren. Erst ging es ins Kollegienhaus (da habe ich vor 30 Jahren studiert, der Parkettboden quietscht heute noch genauso stark wie damals, was etwas nervig ist, wenn Leute rein- und rausgehen). Es gab zwei Vorträge der ComFor. Erst sprach eine Kunsthistorikerin über ein schwarzes Quadrat, Wedekind, Mahler (Nicolas, nicht Gustav) und die Weiblichkeit, ich habe nicht viel verstanden. Der Vortrag wurde auch mehr oder weniger abgelesen, das finde ich langweilig, aber ich habe auch keine Ahnung von Kunstgeschichte. Weiter ging es mit dem Vortrag eines Soziologen zu den "Reisenden im Wind", einen Comic aus der prä-feministischen Ära (so habe ich gelernt), der aus männlicher Perspektive eine moderne Frau präsentiert (merke: starke Frauen ziehen sich immer aus, diese Botschaft habe ich mit Wohlwollen vernommen). Aus dem Publikum wurde angemerkt, ob der Begriff "moderne Frau" nicht auch aus einer männlichen Perspektive entstanden sei, während der Diskussion darüber sind meine Gedanken abgeschweift; was bin ich froh, dass ich mir beim Comic-Lesen keine solchen Gedanken machen muss, natürlich ist das nur meine männliche Perspektive, aber was soll ich machen, ich habe keine andere.

Dann ab in Halle A, viele Leute, manchmal Gedränge, kaum jemand außer mir hatte eine Maske auf. Hm. Leute stehen Schlange für Zeichnungen, zum Glück ist niemand da, dessen Unterschrift oder Zeichnungen es mir wert wären, stundenlang anzustehen. Es ist aber nett, den Leuten beim Zeichnen zuzusehen; Ralf König zum Beispiel oder Ulrich Schröder (der einfach nicht älter zu werden scheint).

Dann zur Diskussion über Comic-Fachmagazine. Gerhard Förster, Volker Hamann, Matthias Hofmann auf dem Podium, verspricht spannend zu werden. War es leider gar nicht. Ich war wohl nicht das Zielpublikum; ich lese (mit Unterbrechung) die Sprechblase seit 1982, die Reddition seit 1986, war schon 1984 auf dem ersten Comic-Salon, mir braucht niemand zu erklären, was die Unterschiede in den Konzepten der verschiedenen Magazine sind. Die einzigen interessanten Fragen hat Eckart Sackmann aus dem Publikum gestellt (wieviel Prozent finanzieren die Anzeigen, welche Rolle spielt das Internet für die Magazine), dann war das Panel schon wieder vorbei.

Na ja, ab in Halle B und C; in Halle C sehr viel Nippes, oje, schnell wieder raus (die arme Edition Comicographie, die da auch reingesetzt wurde). Also wieder in Halle A, Christian Blees zu seinem Phantom-Buch gratuliert. Dann kam plötzlich Markus Söder mit einer Blase an Fotografen und Bodyguards (nächstes Jahr ist Landtagswahl in Bayern, da muss man PR-Termine nutzen; bitte nicht naiv sein und glauben, dass Söder aus Eigeninteresse da ist, nur weil er als Kind auch viele Comics gelesen hat), daher bin ich schnell wieder zum Hintereingang raus (wo der bayerische Innenminister gerade reingehetzt kam; Söder hat wohl nicht auf ihn warten wollen) und rüber ins Kollegienhaus. Es warteten zwei Gesprächsrunden; zuerst ging es um kanadische Zeichner/-innen (interessant), dann um das Thema Comic-Übersetzungen mit Ulrich Pröfrock (sehr interessant).

Meinen Vorsatz, nichts einzukaufen, konnte ich einhalten (kein Platz, keine Zeit). Ich habe interessante Eindrücke gewonnen, aber auch gemerkt, dass mich viele vermeintlich aktuelle Themen ("Weiblichkeit", "Ukraine") in Bezug auf Comics überhaupt nicht interessieren. So richtig gepackt hat mich der Comic-Salon diesmal nicht, was aber sicher vor allem daran lag, dass ich nicht mehr Zeit hatte.
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Alt 21.06.2022, 00:53   #20  
underduck
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Ich glaube ja nicht, dass jemand aus der Erlangen-Leitung hier ins Forum schaut und mitliest, denn die haben ihren Forenbutton ja nur für das Comicforum gesetzt.



Man klickt unten rechts neben Twitter auf das Quadrat vom Comicforum und bekommt alle Informationen und Bilder zu Erlangen 2022.
underduck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2022, 09:35   #21  
Rusty
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Zitat:
Zitat von Andreas Platthaus im FAZ-Net
Für die Zukunft sucht man nach einem anderen Publikum

Der Erlanger Comicsalon sucht nach einem neuen Profil, denn die Gründungsgeneration verheißt keine Zukunft mehr. Da signalisiert die Auszeichnung von Steven Applebys „Dragman“, der Geschichte eines Trans-Superhelden, als bester internationaler Comic Aufbruchstimmung gen Diversität. Und der vorab verkündete Lebenswerkpreis für den Japaner Naoki Urasawa war eine Reaktion auf die Bedeutung von Manga auf dem deutschsprachigen Co*micmarkt; im vergangenen Jahr stieg der Umsatz in dieser Sparte um 75 Prozent. (...) Wenn es um Manga geht, ist die MCC Leipzig das Maß der deutschen Dinge. Dorthin kommen 100 000 Besucher, in Erlangen waren es wieder einmal um die 30 000.
In Erlangen in Zukunft also mehrheitlich Queere-Mangas?
Das klingt ja gar nicht mal so gut.
Was ist denn da passiert?
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Alt 21.06.2022, 09:54   #22  
ComicRichy
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Das ist eine persönliche Meinung eines Journalisten. Wer kann in die Zukunft schauen ?
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Alt 21.06.2022, 10:12   #23  
Rusty
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Na ja, so daneben wird Platthaus da ja wohl nicht liegen, wenn man sich den 2022er Salon genauer anschaut. Mir dünkt schon vieles sehr seltsam was ich da zu sehen bekommen habe.
Aber sei's drum, da hast im Prinzip schon recht, die Zukunft wird's zeigen.

Und zu Phantoms Anmerkung ...

Zitat:
Zitat von Phantom Beitrag anzeigen
Dann kam plötzlich Markus Söder mit einer Blase an Fotografen und Bodyguards (nächstes Jahr ist Landtagswahl in Bayern, da muss man PR-Termine nutzen; bitte nicht naiv sein und glauben, dass Söder aus Eigeninteresse da ist, nur weil er als Kind auch viele Comics gelesen hat),
Also, wie gesagt, mit den politischen Ansichten vom Maggus gehe ich nicht konform, aber er hat sich auch schon ausserhalb von Wahlzeiten öffentlich zu Comics bekannt und das muss man ihm schon anrechnen.
Um Comics zu goutieren muss man immerhin lesen können.
Die meisten Polit-Fatzkes posieren ja lieber auf Film-Festivals.
Wobei das Medium Film ja die Kunst für Analphabeten ist. Dort fängt man sicher mehr Stimmen, oder?
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Alt 21.06.2022, 14:51   #24  
Phantom
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Ja, du hast schon recht, Söder ist eben mit Comics aufgewachsen und daher dem Medium gegenüber aufgeschlossen. Aber spätestens, seit ich Markus Feldenkirchens Buch über den Wahlkampf von Martin Schulz gelesen habe, glaube ich nicht mehr daran, dass ein Spitzenpolitiker irgendeinen Termin wahrnimmt, der nicht aus wahlkampfstrategischen Gesichtspunkten in den Kalender gesetzt wurde.

Wir können ja mal in zwei Jahren schauen; wenn Söder dann (nach der Wahl) noch Ministerpräsident ist und trotzdem wieder zum Comic-Salon kommt, gebe ich allen aus diesem Thread ein Bier aus.

Dass Andreas Platthaus sehr daneben liegt, glaube ich leider auch nicht:
Zitat:
Zu Eisner liefen die Veteranen, überwiegend männliche Nerds jenseits der fünfzig, in den Räumen mit Meurisses Arbeiten fanden sich ungleich jüngere, überwiegend weibliche Besucher ein.
Tja, die erste Beschreibung trifft genau auf mich zu (auch wenn ich die Ausstellung schon in Dortmund besucht habe). Ich kann nicht verstehen, wie man nicht von Eisner begeistert sein kann, und ich kann nicht verstehen, wie man mit Gekritzel (meine männliche Perspektive) einen Max-und-Moritz-Preis bekommen kann. Eine jüngere, überwiegend weibliche Besucherin würde sich nur über Eisners Ebony entrüsten und nicht verstehen können, wie man seine Zeit mit Comics ohne gesellschaftspolitische Agenda verschwenden kann. Wie sollen diese Gruppen zusammenfinden?

Aber warum sollen sie das? Von mir aus sollen die alle ihre woken Diskussionen auf dem Comic-Salon führen, ich habe nichts dagegen. Solange die "Alten" noch da sind, wird es auch weiterhin Ausstellungen, Diskussionen, Signierstunden für dieses Klientel geben. Das wird im selben Maße schrumpfen, wie das Klientel schrumpft. Und nach uns wird das alles niemanden mehr interessieren, wie in jedem anderen Bereich auch. Macht doch nichts, wir hatten dann unseren Spaß.
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Alt 21.06.2022, 15:01   #25  
Xury
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Beiträge: 6.674
Zitat:
Zitat von Phantom Beitrag anzeigen
(...) Macht doch nichts, wir hatten dann unseren Spaß.
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