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Umfrageergebnis anzeigen: Wie hat dir das zweite Kapitel der Don-Ferrando-Serie gefallen?
Großes Kino, eine meiner Lieblingsserien! 5 22,73%
Eine schöne Serie, die mir gut gefallen hat. 12 54,55%
Eher durchschnittlich. Da gab es einige bessere Serien. 1 4,55%
Hat mir nicht so richtig gefallen gefallen. Aber noch halbwegs akzeptabel. 0 0%
Eine wirklich schlechte Serie. Ging gar nicht. 1 4,55%
Furchtbar! Lese ich nie wieder. Die schlechteste Serie überhaupt! 0 0%
Ich kenne diese Hefte gar nicht, will aber trotzdem abstimmen. (Mitleserabstimmfeld) 3 13,64%
Teilnehmer: 22. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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Alt 08.09.2021, 10:39   #1  
Chouette
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gold01 "Dschuha-Kapitel" oder "Die Suche nach Fatima"

Weiter geht's mit unseren Serien-Umfragen. Heute wollen wir wissen: Wie hat dir das zweite Kapitel der Don-Ferrando-Serie gefallen, also das Abenteuer mit Dschuha und Fatima? Wir reden über die Hefte 2/1982 bis 12/1982.

Die MosaPedia fasst das Abenteuer folgendermaßen zusammen:

Der weise Hakim, dem Don Alfonso seine Genesung zu verdanken hat, ist in tiefster Sorge: Wüstenräuber haben seine geliebte Tochter entführt. Selbstverständlich erklären sich die Abrafaxe bereit, die Schöne zu befreien. Wie es der Zufall will, fällt auch Don Ferrando den Räubern in die Hände, doch kann er seine unvergleichliche Intrigenkunst dazu nutzen, sich ratzfatz den Posten des Räuberhauptmanns zu sichern.
Die Hakimstochter wurde indes an den leicht debilen Dei von Tunis verkauft, der sich in den Kopf gesetzt hat, das einst so stolze Karthago wieder aufleben zu lassen. Er setzt dabei als engsten Berater auf - natürlich, Don Ferrando. Diesem gelingt es tatsächlich, auch den Dei auszumanövrieren und sich selbst auf diesen Posten zu heben. Die Wüstenräuber werden seine Leibwächter. Doch das ist den Abrafaxen zuviel. Sie scharen die Bevölkerung hinter sich und beginnen eine erneute kleine Revolution. Der Don und seine Räuber müssen sich in einer Festung verschanzen, die Hakimstochter kann fliehen, und schließlich meutern sogar die Räuber gegen ihren Anführer, den Don. Über die Außenmauer kann der Marchese zwar zunächst aus dem Fort und später übers Meer entkommen, doch die Abrafaxe lassen nicht locker nehmen die Verfolgung auf.
Don Ferrando verschlägt es auf eine Pirateninsel im Mittelmeer. Als er auch hier Pläne schmiedet, sich zum Anführer zu erheben, reicht es den Abrafaxen und sie sprengen kurzerhand die ganze Insel in die Luft.


Wie immer gilt: Wir freuen uns, an euren Erinnerungen teilzuhaben, die ihr mit dieser Serie verknüpft.
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Alt 08.09.2021, 11:04   #2  
Chouette
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Und ich lege auch gleich los:

In dieser Serie liegt mein mosaikalisches Erwachen begründet. Die Hefte 5 und 6 schleppte meine große Schwester an, und Heft 9 war mein erster selbstständiger Mosaikkauf. Muss um meinen 6. Geburtstag herum gewesen sein.
Dieses Heft 9 hat mich schwer beeindruckt. Besonders der coole Typ, der so gut mit Pfeil und Bogen umgehen konnte. Etliche Pfleile, um die Nachrichten gewickelt waren, flogen von nun an durchs Kinderzimmer.
Heft 10 hab ich nicht erwischt, dafür wurde mir Heft 11 als Trostpflaster mitgebracht, weil ich mal wieder mit Angina im Bett lag. Wow, was für ein Kracher-Heft! Die Verfolgung auf hoher See, der Schiffbruch, die Strandung auf der Pirateninsel ...
Das waren die Szenen, mit denen man mich vollends ans Mosaik verloren gab.

Natürlich ist mein Blick durch diese frühen Kindheitserinnerungen verklärt, aber etwas objektiver kann ich auch heute noch sagen, dass die letzten vier Hefte dieses Jahrgangs mehr Action boten als heutzutage ganze Zweijahresserien.
Don Ferrando war großartig, wie er sich aus jedweder brenzligen Situation herausschlawinerte, wie er vom mittellosen Streuner erst zum Karawanenführer, dann zum Räuberhauptmann und später sogar zum Dei von Tunis aufstieg! Sein Fall war krachend, aber was macht der Don? Sieht schon den nächsten Karriereschritt als Piratenkapitän vor sich. Die Legende Don Ferrando wurde in diesem Jahrgang geboren.

Leider hakte es im Mittelteil ein wenig im Getriebe. Aber wenn man die Geschichte am Stück liest, ist diese Schwäche ziemlich schnell wieder vorüber. Toll fand ich neben dem erwähnten Ende vor allem auch den Anfang des Abenteuers mit der Räuberbande.
Nicht überzeugen konnten die Begleiter. Dschuha war ziemlich blass und ganz und gar nicht lustig, was man von ihm als Spaßmacher eigentlich erwarten musste. Auch Ali war seltsam uninspiriert. Was der für eine Rolle für den Verlauf des Abenteuers spielte, weiß ich bis heute nicht.
Fatima war toll, spielte aber leider nur eine Nebenrolle.
Am eindrucksvollsten war Markos, der Grieche mit dem Römerhelm. Als Räuberhauptmann sogar zum Sympathieträger geworden, legte er in Heft 10 plötzlich eine beängstigende Mordlust an den Tag.

Ich ringe mal wieder mit mir, ob ich eine 1 oder eine 2 vergeben soll, und entscheide mich diesmal aufgrund der genannten Schwächen für eine 2, allerdings eine gute!
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Alt 08.09.2021, 11:41   #3  
gbg
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Leider kann ich ab hier bis 1985 wenig sagen, da bei der "Asche".
Ja ich habe sie bekommen, hatte ja Abo. Gelesen oder durchgeblättert auf Heimaturlaub, aber da gab es auch wichtigeres, Mädels, Fete, Mopedfahren etc...
Den 1983 Jahrgang habe ich erst durchgeblättert, als er aus der Buchbinderei kam, also Februar 1984
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Alt 08.09.2021, 18:47   #4  
Nante
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So, auch von mir gibt es diesmal eine 2 mit Tendenz +, wenn wohl auch zum letzten mal für dieses Jahrzehnt. Von den drei DDR-Don-Jahrgängen ist das zwar der kürzeste aber auch mit Abstand der beste.
Und das liegt natürlich vor allem an einem: Allem, was die begeisterten Donatisten schon mal über ihren Liebling geschrieben haben, stimme ich hier mal voll zu. Er bestimmt praktisch vom ersten bis zum letzen Heft (und in was für einem Tempo!) die Handlung, alle anderen (auch die Abrafaxe) sind fast nur Staffage.
Dschuha und Ali (Den hatte ich eigentlich völlig und zu Recht vergessen) sind die mit Abstand schwächsten Begleiter seit 1976 und eigentlich ganz passend endet damit das ursprüngliche Konzept. (Der Hodscha hat später nur einen Kurzauftritt und leitet zu einem neuen/alten Begleiterkonzept mit Alex über. Ist zumindest meine Meinung, die wohl auch Widerspruch hervorrufen wird.) Neben dem für mich nicht ganz schlüssigen Ende für mich der Grund, warum es kein Sehr gut gibt.
Weiteres Bonbon auf jeden Fall Fatima. Für ihren Auftritt hatte ich wohl damals gerade das richtige Alter.
Der Absolute Höhepunkt aber für mich war die Rede des Dei in Heft 6/82: "...und wir werden bis zum letzten Stoßzahn kämpfen, und aus dem letzten Rüssel soll die Siegesfanfare über Rom ertönen!"
Neben einer vielleicht beabsichtigten Anspielung auf einen kleinen Schreihals mit Klumpfuß hat mir die Erinnerung an diesen Satz wohl auch geholfen, einen Haufen dummer Durchhalteparolen von Vorgesetzen zu ertragen, als ich einige Jahre später "zur Asche" durfte.
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Alt 08.09.2021, 18:51   #5  
kiro
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Mir geht’s wie Chouette. Mein erstes Heft war 7/82. Damit war‘s um mich geschehen.
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Alt 09.09.2021, 02:07   #6  
Max schwalbe
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Na, da scheint ja diesmal weitgehende Einigkeit zu herrschen, die auch ich nicht aufzubrechen imstande bin. Dabei habe ich diese Serie erst vergleichsweise spät kennengelernt, also kein Nostalgiefaktor in der Wertung bei mir.

Die Serie startet toll (wobei mir diese Variante, eine neue Geschichte zu erzählen, die jedoch noch Bezüge zur vorherigen Geschichte hat, stets sehr gut gefällt!). In den Heften 6/7 geht ein bisschen der Drive verloren, dafür zählen die Hefte 8-10 dann sicherlich zu einem der Höhepunkte des Mosaiks überhaupt. Hervorheben möchte ich noch, dass nicht nur die Spannung, sondern auch Humor, Kreativität und Klamauk auf hohem Niveau liegen.

Nicht zuletzt auch deshalb sind mir diese Hefte letztlich doch noch eine 1 wert - trotz der kleinen Mängelchen, die aber einfach nicht hinreichend ins Gewicht fallen können, angesichts der überragenden Stärken in vielen anderen Punkten.
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Alt 09.09.2021, 19:30   #7  
Bruno
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So unterschiedlich können die Eindrücke sein. Es ist mir schon ein Rätsel, wie man den Dschuha und den Räuberhauptmann als schwache Figuren bezeichenen kann, aber gleichzeitig dieses Kapitel der Ferrando-Saga als besonders wertvoll deklarieren kann.
Für mich war es der Beginn einer für lange Zeit anhaltenden Distanzierung, denn auch zeichnerisch konnte mich das Mosaik nicht mehr überzeugen. Das änderte sich erst mit der zweiten Japan-Serie. Griechenland/Ägypten mal ausgenommen.
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Alt 09.09.2021, 19:33   #8  
Nante
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Nicht der Räuberhauptmann Markos wurde als "schwache Figur" bezeichnet sondern er hier:

http://www.mosapedia.de/wiki/index.p...has_Freund_Ali

- Wahrscheinlich hat Du ihn auch schon verdrängt.

Und zumindest bei mir sind Dschuha und Ali ja der Grund für Punktabzug.

Geändert von Nante (09.09.2021 um 19:40 Uhr)
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Alt 09.09.2021, 20:11   #9  
Bruno
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OK, da hast Du recht, diese Figur hat bei mir überhaupt keine Erinnerung hinterlassen.
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Alt 09.09.2021, 20:54   #10  
Chouette
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Bei mir sind die auch Grund für die schlechtere Note. Weiß jetzt gerade nicht, was dich rätseln lässt.
Eine 4 für diese Serie stellt offengestanden mich vor ein Rätsel.
Na, egal. Dafür stimmen wir ja nun mal ab.
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Alt 09.09.2021, 21:28   #11  
Bruno
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Offenbar spielt der Einstieg ins Mosaik doch eine starke emotionale Rolle. Ich habe das Spaßmacher-Konzept nie wirklich gemocht. Mit Dschuha und Begleitung war es für mich endgültig dahin. Ganz abgesehen davon war mir der Dei wirklich zu dämlich. Solche Attrappen von Gegenspielern wollte ich nicht haben.
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Alt 10.09.2021, 06:47   #12  
Chouette
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Ja, das geht mir ähnlich. Allerdings war ja hier der Dei nicht der eigentliche Gegenspieler, sonder eben der Don. Und der war wirklich großartig. Fand ich zumindest.
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Alt 10.09.2021, 07:31   #13  
Nante
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Sehe ich auch so. Der Dei war kein Gegenspieler sondern der "Nützliche"Idiot".

Bei der Bewertung von Bruno (übrigens "5" nicht "4") hätte ich selbst bei den nächsten Reihen dann echt ein Problem, noch geeignete Bewertungen nach unten zu finden...
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Alt 10.09.2021, 09:33   #14  
Nafi ibn Azraq
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Mir hat die Serie nicht so gut gefallen, deswegen eine 3 von mir. Die Serie habe ich erst in den frühen 2000ern kennengelernt, als ich meine Sammlung zu vervollständigen begann. Die guten Punkte wie die Rolle des Don, Fatima und die Idee mit den Geheimgängen in und der Belagerung der Festung wurden schon genannt. Mein gemischter Eindruck hat mit der Zeitmischung zu tun. Es soll ja im 16.Jahrhundert spielen, wofür die Schusswaffen z.B. der Piraten stehen. Gleichzeitig gibt es all diese Anspielungen auf die Karthager (nicht nur das Theater, die Elefanten, die Kleidung des Dei, sondern auch der Helm des Räuberhauptmanns), die so anachronistisch sind und das visuelle Gefühl für das 16.Jh. vermissen lassen oder verwirren. Dann der Bogenschütze. Und dazwischen ist dann Orlando, der mit seiner Kleidung heraussticht. Ich habe da kein Gefühl für die Zeit bekommen und eher den Eindruck, Dräger konnte sich nicht zwischen dem 16. und dem 3. Jh. v.u.Z. entscheiden.
Vielleicht ist die Serie aber auch die am deutlichsten selbstreflexive Serie Drägers, der hier nicht nur an seine Zeit bei der Oper anknüpft, sondern die ganze Arbeit des Wiederauflebenlassens der Geschichte im Mosaik karikiert, wo historische Gestalten zu tragikomischen Gestalten umgeformt werden.
Vielleicht ist es aber auch, dass das Kapitel zwischen zwei mE stärkeren Kapiteln (Don Quixote und die Flasche mit sieben Siegeln) eingezwängt ist.
Nafi ibn Azraq ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2021, 09:46   #15  
Nante
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Bei mir ist es genau umgedreht: Ein starkes zwischen zwei schwachen Kapiteln.

Was Du zu den Anachronismen schreibst ist natürlich meist richtig. Nur bei dem Bogenschützen und dem Dei erhebe ich Einspruch.
In der Seeschlacht bei Lepanto 1571 waren z.B. die Masse der Kämpfer auf osmanischer Seite noch mit dem (Reflex)Bogen ausgerüstet (Bei der Heiligen Liga überwogen aber schon die Feuerwaffen) und der Verlust Zehntausender solcher ausgebildeter Spezialisten wog unterm Strich schwerer als der Verlust der Schiffe.

Und beim Dei ist es klar: Er geriert sich ja als "neuer Hannibal".
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Alt 10.09.2021, 12:42   #16  
Max schwalbe
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Zitat:
Zitat von Nante Beitrag anzeigen
Und beim Dei ist es klar: Er geriert sich ja als "neuer Hannibal".
Finde ich auch, da gehört Anachronismus praktisch mit Ansage zum Programm. Ich fand gerade auch diese epochale Mehrschichtigkeit an der Serie super, und eine legitime Fiktion im Rahmen des Mosaik-Comics. Von mir aus könnte es sowas gern öfter und noch bizarrer geben. Dass das für einen Historiker dann eher nix ist, kann ich aber auch verstehen.
Max schwalbe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.09.2021, 00:09   #17  
Udo Swamp
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Im Grunde genommen hat mir die Serie ganz gut gefallen. Mit dem Don war ein guter Gegenspieler vorhanden und ein Spannungsbogen, der Serie interessant machte auch vorhanden. Ein paar Holprigkeiten und langatmige Stellen gab es auch, weswegen sie vielleicht nicht, bei mir den 1. Platz einnimmt. Aber sie war rückblickend aus meiner Sicht, ganz gut gelungen.
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Alt 12.09.2021, 12:31   #18  
komnenos
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Die Geschichte fing wirklich gut an, gerade das erste Heft in der Karawanserei und die vorangestellte Einleitung fand ich richtig gut. Das weckte eine hohe Erwartungshaltung, die sich leider so nicht erfüllte. Natürlich blieb der Don hervorragend. Aber ich hatte erwartet, dass es da mit den Räubern und dem Dei von Tunis weitere Schurken geben würde, die ihm mindestens das Wasser reichen können. Dem war nicht so. Die Räuberbande war bis auf ihren Anführer kaum greifbar und löste sich dann irgendwo in der Palastgarde des Deis auf. Der Dei selbst war ein Schwachmat erster Ordnung und die Hefte 6&7 des Jahrgangs '82 ein erster echter Tiefpunkt der Mosaikgeschichte.
Die Hakimstochter verschwand genauso sang-und klanglos aus der Geschichte wie Dschuha und mit ihm das Spassmacherkonzept. Es wurde noch geschrieben, dass Dschuha beim Abschied versprochen hat, die Hakimstochter nach Hause zu begleiten. Aber wann soll denn dieser Abschied stattgefunden haben? Man war doch als Leser bei den Ereignissen dabei, das löste sich einfach auf, schwupp und weg.
Hauptgegenspieler des Don blieben also die Abrafaxe, die schon eine richtige Obsession entwickelten, den Don zur Strecke zu bringen, während dieser sich mit den 3 Knirpsen kaum beschäftigte.
Und so begann im Schlussdrittel die martialische Phase, in der der Räuberhauptmann zunächst den Don (also seine Attrappe) in dessen Bett förmlich schlachtete, bevor die Abrafaxe ihn dann samt Pirateninsel und Piraten in die Luft sprengten. Wow, diese Gewaltbereitschaft und Mordlust stand für mich völlig im Gegensatz zu dem bisherigen Ansatz, Probleme mit Köpfchen zu lösen und mit Spassmacherkonzept hatte das überhaupt nichts mehr zu tun. Es herrschte pure Gewalt und das war schon spannend, wenngleich das ständige Überleben des Don (Skorpiongrube, Inselsprenung und schließlich Erdbeben) schon mehr als an ein Wunder grenzte. Und so wurde es dann '83 mit dem Dschinn noch wunderlicher...
Aus meiner Sicht wurde in dieser Geschichte viel Potential verschenkt und man schwankte zwischen unausgegorener Geschichte, indifferenten bis dämlichen Figuren und einem hohen Gewaltpotential, ohne sich auf eine Linie festlegen zu können.
Gelesen habe ich es als Knirps trotzdem gern (also bis auf die mittleren Hefte).
komnenos ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.09.2021, 17:43   #19  
Nante
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Zitat:
Zitat von komnenos Beitrag anzeigen
Die Hakimstochter verschwand genauso sang-und klanglos aus der Geschichte...

Hauptgegenspieler des Don blieben also die Abrafaxe, die schon eine richtige Obsession entwickelten, den Don zur Strecke zu bringen, ...

Aus meiner Sicht wurde in dieser Geschichte viel Potential verschenkt...
Ich denke, das Grundproblem war von Anfang an, daß man keine richtige "Heldenfigur" hatte. Egal, ob Prinzessen oder Hakimstochter, für eine "Rettung" braucht es doch immer jemand, der einen persönlichen Bezug zur zu rettenden Person hat. (Janos-Suleika, Abrax+Brabax- Califax oder im Jahr davor mal Umgedreht die Inkaprinzessin und Alphonso)
Ohne das konnte die Rettungsgeschichte nicht so lange tragen und man mußte Nebenhandlungen einfügen und sich vor allem auf den Don konzentrieren.. (Was zumindest mir gefallen hat)
Die Jagd der drei auf ihn hat wirklich etwas leicht obsessives (Vor allem in Heft 11). Aber wenn ich damals schon sooo alte Mosaiks gekannt hätte, hätte ich darin vielleicht eine Reminiszenz an die Jagd auf McGips in den Heften 41-43 gesehen.

Apropos: Wie fällt Denn nun eigentlich Deine Gesamtwertung aus?
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Alt 12.09.2021, 18:55   #20  
komnenos
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Naja, bei Mac Gips ging es noch darum, ihn aus dem Verkehr zu ziehen, nicht ihn auszulöschen. So etwas entsprach überhaupt nicht dem Geist der Digedags.

Mir gefiel bei den Abrafaxen wirklich das Spassmacherkonzept der ersten Jahre. Daher sind die nachfolgenden Serien bis zur Wende bei mir eher Durchschnitt, durch den Don anfangs noch mit Tendenz nach oben (2. Kategorie), danach dann zunehmend schlechter.

Die konkrete Bewertung von so kurzen Zeitabschnitten (11 Hefte) ist mir persönlich zu kleinteilig. Ich sehe da kaum einen abgeschlossenen Handlungsrahmen, noch dazu, da das ursprüngliche Ziel (Befreiung der Hakimstochter) eher zur Nebensache geriet und dann auch plötzlich und vor Ablauf des hier definierten Handlungsfensters endete.
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Alt 12.09.2021, 19:15   #21  
Nante
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Zitat:
Zitat von komnenos Beitrag anzeigen
Naja, bei Mac Gips ging es noch darum, ihn aus dem Verkehr zu ziehen, nicht ihn auszulöschen.
Na, von Dir möchte ich im Zweifel mal nicht "aus dem Verkehr gezogen" werden.
Jemandem einen faustgroßen Stein an den Kopf zu schießen und zusätzlich das Risiko einzugehen, ihn nicht die Treppe sondern aus ca. 10m Höhe direkt nach unten zu befördern, kommt einer "Auslöschung" aber auch schon ziemlich nahe...

Die Spaßmacher habe ich glaube ich damals mit der Ausnahme von Harlekin und dem Kurzzeitbegleiter Pierrot gar nicht als solche wahrgenommen. Hansl war Bauer und Doktor, Ludas Matyi ein Kuruze und fast immer mit ernsten Dingen beschäftigt.

Beim Don haben wir ja anfangs überlegt, ob man die drei Reihen zusammen faßt. Anfangs war ich ja auch dafür.
Aber dann wären es zusammen drei Jahre mit doch stark unterschiedlichen Abschnitten, die zumindest bei mir auch in der Bewertung sehr verschieden weg kommen.
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Alt 12.09.2021, 19:19   #22  
Chouette
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Wenn ihr wollt, können wir anschließend noch eine Abstimmung für eine Gesamtnote laufen lassen.
Chouette ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 12.09.2021, 19:24   #23  
komnenos
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@Nante:
Ja, die Steinschleuder war sicher keine sanfte Methode, aber immer noch weit entfernt von der Sprengung einer Insel, auf der sich ja nicht nur der Don befand.

Beim Spassmacherkonzept ging es mir weniger um die Frage, ob das wirklich Spassmacher waren. Ich hatte es wahrscheinlich schon mal irgendwo geschrieben, mir gefiel, dass es erwachsene Handlungsträger mit den Abrafaxen als Begleiter waren. Ab 1980 änderte sich das, auch zu erkennen daran, dass die Abrafaxe zunehmend in der Erzählerrolle waren.

Es ist doch völlig ok, kürzere Fenster für die Abstimmung zu definieren, gibt es mehr zu lesen hier

@Chouette:
Nicht meinetwegen, ich habe wahrscheinlich auch Harlekin, Ö/U und Frankreich noch nicht benotet.
komnenos ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.09.2021, 20:14   #24  
Nante
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@Chouette

Und wegen mir auch nicht. Ich wüßte momentan auch ehrlich gar nicht, wie ich die alle drei in einer Note bewerten sollte.
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Alt 13.09.2021, 09:53   #25  
Chouette
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Für mich persönlich ist es die prägende Serie des Abrafaxe-Mosaik. Auch wenn es Serien gibt, die ich besser fand. Von daher wäre meine Gesamtnote besser als der Durchschnitt der einzelnen Noten.
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