Sammlerforen.net     

Zurück   Sammlerforen.net > Öffentliche Foren > Sammelgebiete > Comics > Sonstiges > Internationale Comics

Neues Thema erstellen Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 29.03.2022, 10:51   #51  
LaLe
Dr. Znegilletnirepus
 
Benutzerbild von LaLe
 
Ort: Lübeck
Beiträge: 11.878
Starman 25 - Hell and Back Part II



Autor: James Robinson
Zeichner: Tony Harris, Wade von Grawbadger
Erschienen: Dezember 1996



Das Heft beginnt recht still und Robinson beschreibt recht ausführlich wie sich die Figuren auf den erwarteten Sturm einstellen.

Jack besucht seinen Vater und erfährt erst hier, dass sich Mikaal Tomas wieder erholt hat und sprechen kann. Im Vater-Sohn-Gespräch geht es darum ob das Superheldendasein nur ein Abenteuer ist und darum, dass Ted Knight selbst es mit Superschurken und verrückten Wissenschaftlern zu tun hatte, aber Dämonen und Höllenfeuer (hier vergisst er wohl die Präriehexe...). Insgesamt eine schöne Sequenz.

Im Police Departement bekommen die O´Dares jeweils eine "If I survive this"-Gedenkminute und Charity und Mason O´Dare kommen sich in ihrem Versteck näher.

Als es dann losgeht, wird es wieder ungewöhnlich brutal. Aufgesetzte Schüsse im Handgemenge, mit Klauen abgetrennte Körperteile und Schüsse aus dem Hinterhalt, das volle Programm. Weichgespült geht anders.

Am Ende ist Jack dort, wo es schon Matt O´Dare und The Shade hin verschlagen hat. Mal schauen wie es da weitergeht.

Kommen wir zum redaktionellen Teil. Die Leserbriefseite entfällt, da es mit The Shade´s Journal weitergeht. Irgendwie haben die Macher es geschafft, die beiden Seiten zu vertauschen. Ich hatte bislang immer auf die letzte Seite geschaut und angenommen, dass die Geschichte um Howard Hughes hier endet, da das bislang regelmäßig angebrachte "to be continued" fehlte. Beim Lesen habe ich es nun gefunden, auf der ersten der beiden Seiten...

Watch this Space ist diesmal durchaus lesbar und befasst sich mit der Hochzeit von Clark Kent und Lois Lane. War damals echt ein Riesending und kam in seiner medialen Beachtung wohl direkt nach dem Tod von Superman und Knightfall.

Beworben werden "The Big Book of Thugs", ein Computerspiel dessen Namen ich aus der ganzseitigen Werbung nicht wirklich entnehmen konnte, Musicland mit Alben von den Eels und den Fun Lovin´ Criminals, den Russell-Film Executive Decision, Crash Bandicoot für die Playstation und die TV-Serie Millenium von den Machern von Akte X. Diese Serie mit Lance Henriksen fand ich damals klasse.

Verlagseigene Werbung gibt es für den Batman One-shot Death of Innocents, die Miniserie Batman: Gordon´s Law und Marv Wolfmans Nightforce.
LaLe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2022, 16:20   #52  
LaLe
Dr. Znegilletnirepus
 
Benutzerbild von LaLe
 
Ort: Lübeck
Beiträge: 11.878
Aus The Shades Journal

Eddy Gomez hatte ein gewisses Talent für die Art von Tanz, die er diese Nacht für mich aufführte. Ich denke der Apache Dance, wie man ihn in den Pariser Revuen zu sehen bekam, kam dem noch am nächsten. Also die Shows, in denen man Männer mit Baskenmütze und gestreiften Westen sah, die sich anmutig und äußerst beweglich mit Frauen, aufgemacht wie „Damen der Nacht“, zum Vergnügen der Herrschaften prügelten.

Der Apache Dance ist natürlich Kunst und niemand wird dabei ernsthaft verletzt.

Mein Apache Dance, im Waschraum des Musso & Frank´s am Hollywood Boulevard, wirkte da etwas improvisierter. Eddy spielte darin die Rolle der Frau, gleichwohl er in einem wenig spektakulären lavendelfarbenen Zoot Suit statt eines geschlitzten Rocks und Netzstrümpfen gekleidet war. Wie auch immer, bei dem Tanz ist es die Frau, die scheinbar Prügel bezieht und Eddy steckte gerade eine Menge davon ein als er ruckartig eine Pirouette nach der anderen als Reaktion auf die Schläge und Tritte, die er kassierte, drehte. Die, die Rolle des Mannes übernehmende Person, tat all dies in diesem Stück – und man sollte sich hüten sie auf das Tragen einer Baskenmütze und einer gestreiften Weste anzusprechen, wollte man nicht dieselben Schläge einstecken wie der bedauernswerte Eddy. Sam Mild hatte die ganze Zeit über eine Zigarette im Mund. Diese … Ungezwungenheit verstärkte nur das Surreale dieser Situation.

Sam stieß ein wenig Rauch aus dem Mundwinkel. „Warum willst du nicht reden?“ fragte er zum zwanzigsten Mal.
„Ich bin kein Verräter,“ spuckte Eddy zusammen mit einem seiner Schneidezähne aus.
„Seit wann das? Bist du nicht Eddy Gomez, der seine Mutter für 150 Bucks an die Polizei verkauft hat?“

Ich lächelte. Milds Anspielung war nicht wirklich witzig, ich hielt es aber für die augenblicklich höflichere Form. Gomez antwortete, begleitet von einem blutigen Husten...
„Es waren zweihundert und die Alte hatte sich das selbst zuzuschreiben.“
… und ich realisierte, dass Mild nicht versucht hatte einen Witz zu machen.

„Hey! Was ist da drin los?“ Es war einer der Kellner. Er klopfte an die verschlossene Tür. Seine Stimme hatte etwas Schrilles. „Wenn ihr da drin nicht auf der Stelle aufhört mit was auch immer ihr da tut, rufen wir die Cops. Hier gibt es Gesetze, wisst ihr.“

„Halt die Klappe,“ brüllte Mild zurück während er Eddy den nächsten Schlag verpasste.

„Wir haben hier Gesetze!“ Der Kellner war nicht umzustimmen. „Wir haben berühmte Leute, die die Räume nutzen wollen. Wir haben Sidney Greenstreet hier und er will rein.“

„Erzähl dem fetten Bastard, dass er nicht so viel fressen soll...“
Ein weiterer Schlag, diesmal an die Seite von Eddys Kopf.
„...und dass er seine Mädchenblase noch ein wenig länger im Griff behalten soll.“

Ein Schnaufen war zu hören, vermutlich von Greenstreet selbst als der Kellner mit seiner Schulter versuchte die Tür aufzubrechen und dabei ein Dröhnen verursachte. Ich gehe davon aus, dass er etwas schmächtiger gebaut war, jedenfalls war der Effekt dieser Aktion auf die Tür, deren Aufhängung, das Schloss oder die Serie von Schlägen, die Eddy weiter hinnehmen musste, nicht erkennbar

„Das reicht jetzt, scheiss auf die negative Publicity,“ schrie der Kellner mit unangenehm hoher Stimme. „Ich rufe jetzt die Cops.“

„Mist.“ Mild trat Eddy zwischen die Beine. „Denen ist schlechte Publicity egal während mein Auftrag lautet, dass Mr. Hughes schmutzige Wäsche nicht öffentlich gewaschen wird.“ Er drängte Gomez zur Tür. „Komm Eddy. Wir machen einen Ausflug. Ich liebe die Canyons bei Nacht. Wie steht´s mit dir?“

- - -

Wir hatten das Musso & Frank´s eine Viertelstunde zuvor erreicht. Der Laden war voll. Es war eine beliebte Lokalität mit ihren gemütlichen holzverkleideten Kabinen und guter Hausmannskost. Mitunter schaute einer der Stars vorbei um sich ein Sandwich zu genehmigen oder eine Suppe, so dass auch viele Touristen kamen, die darauf hofften einen von ihnen zu sehen. Als wir eintraten sah ich Greenstreet in einer Eckkabine sitzen wie er ein Hühnchen genoss. Abgesehen davon bestand das Publikum aus der üblichen Laufkundschaft.

Mild pflügte durch den Raum, dabei einen Kellner zur Seite drängend, der ihm einen Platz zuweisen wollte. Wir hielten Ausschau nach Eddy Gomez und Mild legte es darauf an, dass dies die Endstation unserer nächtlichen Suche nach dem Kerl sein sollte.

Unsere Suche hatte in einer Billardhalle nahe dem Santa Monica Pier begonnen. Ein langer Kerl namens Gunny hatte Mild und mir erzählt, dass der Freund eines Freundes eines Freundes „etwas über Hughes“ gehört hatte aber nicht wüsste was.

Von da aus fuhren wir nach Fairfax in ein kleines Motel wo Gunnys Freund eines Freundes eines Freundes die Vorzüge einer älteren Dame genoss, die ein erstaunliches Maß an Haarwachstum auf ihrer Oberlippe vorweisen konnte. Hätte sie nicht versucht völlig unbekleidet vom Bett ins Bad zu eilen als Mild die Tür eintrat, ich hätte ihrem Geschlecht mehr abgewinnen können. So nehme ich an, dass ihr Erscheinungsbild eher Männer anspricht, die Perücken und Unmengen an Rouge etwas abgewinnen können. Der Freund eines Freundes eines Freundes wirkte nervös. Er wollte niemanden in Schwierigkeiten bringen. Er änderte seine Meinung als Mild seine Genitalien in die Schublade des Nachtschrankes steckte und damit drohte diese zu schließen. Nun kümmerte es ihn nicht mehr wie hart es jemanden treffen könnte sofern er sein Stelldichein weiter fortsetzen könnte.

Und so fuhren wir erneut durch die Nacht. Es hatte zu regnen begonnen, aber die Scheibenwischer des Wagens taten ihren Dienst und Mild wusste mit den nassen Straßen L. A.s gut umzugehen. Ich fühlte mich wie ein Fahrgast.

Der Freund eines Freundes war ein Schlagzeuger in einer leidlich guten Tanzkapelle. Sie spielten in einem kleinen Kellerclub in Los Feliz. Gemischtes Publikum. Latinos in ihren Zoot Suits. Einige Soldaten. Einige zwielichtige Gestalten mit bleicher Haut und verschlagen dreinblickend.

Der Schlagzeuger hieß Jerry.

„Hey, Mann,“ sagte er in seinem coolsten Halbflüstern, „ihr seid Freunde von Gunny? Gunny schuldet mir 40 Dollar.“

Er fing sich von Mild eine Rückhand ein. „Mir egal ob er dir sein Leben schuldet. Ich will wissen wer über Howard Hughes redet.“

„Habe ich vergessen.“

Mild seufzte. „Weißt du, wenn ich deine Hände bearbeite, dann kann es sein, dass die wieder heilen und du weiter dein Schlagzeug bearbeiten kannst. Wenn ich sie aber festhalte während mein Kumpel mit dem Wagen drüberfährt, wirst du nie wieder die Hi-Hat schlagen. Warum denkst du also nicht noch einmal scharf nach und vielleicht kommt dann deine Erinnerung zurück?“

Ich sah in Jerrys Augen. Sie drehten sich wie die Teller eines Akrobaten im Vaudeville Theatre.

„Der Mann nimmt Drogen,“ sagte ich.

Mild sah ihm genauer ins Gesicht. „Sie haben recht. Das hätte ich merken müssen.“ Er schüttelte Jerry. „Bist du drauf? Du wärst nicht der erste Jazzer mit dieser Angewohnheit. Das dürfte es einfacher machen die Informationen zu bekommen.“

Mild griff in seine Jacke. Ich nahm an zu seiner Waffe. Oder einem Totschläger. Stattdessen holte er vier Zwanziger hervor.

„Gunny schuldet dir vierzig? Hier hast du sie und dasselbe nochmal. Willst du sie? Da kannst du dir eine Menge von deinem Zeug kaufen. Gib mir einen Namen und du kannst dir dein Hirn ausblasen, mein Freund.“

Jerry starrte auf das Geld. Er wirkte wie erstarrt. Er sah aus als ob er versuchte all die Puzzleteile an Informationen in seinem Kopf zusammenzufügen … Geld … mehr Informationen … gib ihm mehr Informationen … ich kriege Geld … mit Geld kaufe ich Drogen … mit Geld … für Informationen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete er seinen Mund.

„Kennt ihr Eddy Gomez?“

- - -

Uns so erreichten wir das Musso & Frank´s. Wir fanden Eddy, der die Bekanntschaft eines Sandwiches mit Eiersalat machte. Mild stellte in auf die Beine und bewegte ihn auf die Herrentoilette. Die Befragung mündete in Schläge. Es folgte die schrille Drohung des Kellners und die Nachricht von Greenstreets voller Blase. Raus aus der Hintertür während die Polizei von vorne das Lokal betrat. Ins Auto, das wir dort geparkt hatten … und weg.

Unser Wagen parkte weit oben auf einer verlassenen Nebenstrecke des Mulholland. Mild schaute auf die Lichter des San Fernando Valley.

„Du magst die Canyons?“ fragte er Eddy.
„Ja. Mitunter komme ich mit einem Mädchen hierher.“
„Ich auch. Ist das nicht der Grund weshalb Gott sie erschaffen hat?“
„Mädchen?“
„Nein, die Canyons.“
Vom Rücksitz aus verfolgte ich den Wortwechsel, ein Lächeln unterdrückend.
„Ich verstehe dich nicht, Eddy,“ sagte Mild.
„Ich bin ein einfacher Kerl. Was gibt es da nicht zu verstehen?“
„Ich habe dir die Seele aus dem Leib geprügelt. Warum erzählst du mir nicht was du über Mr. Hughes gehört hast? Wenn du hättest Geld haben wollen, ich hätte es dir gegeben. Und du wärst aus dieser Nummer raus.“
„Ich habe meine Gründe.“
„Du hast Gründe? Du hast Gründe?! Du bist ein Lappen, hast aber echt Eier.“
„Was wirst du nun mit mir machen?“
„Ich werde dich töten.“
„Einfach so.“
„Einfach so. Ich werde dir eine Kugel verpassen und dich dann von der Straße in den Canyon befördern. Bis die Cops dich finden werden dich die Coyoten schon angenagt haben. Eine dreckige Art zu sterben. Gomez … ein Mexikaner, richtig? Du kommst von südlich der Grenze?“
„Ich wurde in San Francisco geboren. Mein Vater arbeitete in den Weinbergen.“
„Und mit dem Namen bist du sicher auch noch Katholik. Sicher bist du das. Kein offener Sarg beim Begräbnis wenn die Hunde dein Gesicht angefressen haben.“
Eddy saß eine Weile auf dem Beifahrersitz. Er starrte auf die blinkenden Lichter unter sich. Tränen flossen über seine Wangen.
„Ich liebe diese Stadt. Ich hasse es sie zu verlassen.“
Mild verdrehte die Augen. „Warum bleibst du nicht? Sag mir was du weißt, Eddy. Glaub mir. Ich werde dich töten und keinen weiteren Gedanken daran verschwenden. Aber es macht mir keine Freude und ich würde dich lieber zurückfahren an einen Ort deiner Wahl und dich dort absetzen. Zur Hölle, spuck aus was du weißt und ich gebe dir noch tausend oben drauf. Nimm es als Entschuldigung dafür, dass ich dich verprügelt habe.“
„Ich fürchte mich.“
„Vor was? Ich werde dich in einer Minute töten wenn du den Mund nicht aufmachst. Wovor könntest du dich mehr fürchten?“
„Meine Seele.“
„Was sagst du?“
„Was ich gehört habe ist, dass Mr. Hughes von Figuren aus einem Kinderbuch angegriffen wurde, richtig?“
„Vielleicht,“ antwortete Mild einen perfekten Rauchring ausstoßend.
„Vielleicht auch nicht. Richtig?“
„Yeah.“
„Es ist die Rede davon, dass dahinter ein Magier steckt. Es ist die Rede davon, dass er sich mit Schwarzer Magie und solchem Zeug auskennt. Die Rede ist davon, dass er über eine ganze Armee seelenloser Helfer verfügt, die tun was er sagt.“
„Wirklich?“, Mild klang skeptisch.
„Er war ein Regisseur,“ fuhr Eddy fort, ungeachtet von Milds Tonfall. „Bis jetzt. Er war eine große Nummer. Horrorfilme. Drehte mit Lon Chaney, auch eine große Nummer. Dann ging es mit seiner Karriere bergab. Er beendete sie ´38 oder ´39.“
Mild packte Eddy am Kragen. „Ich will nicht seine Lebensgeschichte. Nur seinen Namen.“
Eddy schluckte und seufzte. „Sein Name ist Tod Browning,“ sagte er und schüttelte sich leicht als er dies tat.


--- Fortsetzung folgt ---

Geändert von LaLe (30.03.2022 um 21:55 Uhr)
LaLe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2022, 21:24   #53  
Marvel Boy
Moderator Panini Fan-Forum
 
Benutzerbild von Marvel Boy
 
Ort: Hannover
Beiträge: 11.293
Ich muss hier einfach zwischendurch mal wieder ein und ein genial da lassen!

KEEP CALM AND DON'T SMASH!
Marvel Boy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2022, 21:55   #54  
LaLe
Dr. Znegilletnirepus
 
Benutzerbild von LaLe
 
Ort: Lübeck
Beiträge: 11.878
Danke dir.

Das macht aber auch echt Spaß.
LaLe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.2022, 19:28   #55  
LaLe
Dr. Znegilletnirepus
 
Benutzerbild von LaLe
 
Ort: Lübeck
Beiträge: 11.878
Starman 26 - Hell and Back Conclusion



Autor: James Robinson
Zeichner: Tony Harris (Seiten 1-10, 13-14, 19-23), J.H. Williams III (8-9, 11, 15-16, 19), Gary Erskine (8-9, 12, 17-19), Wade von Grawbadger (1-10, 13-14, 19-23), Mick Gray (8-9, 11, 15-16, 19)
Erschienen: Januar 1997



Das Finale dieser Demon Quest verlief dann deutlich anders als ich das erwartet hätte. Keine Zaubersprüche und wild gewirkte Magie sondern drei geistige Duelle entscheiden einen Kampf im fünften Ring der Hölle. Das Ergebnis ist dann von der Art, wie man es gerade bei Beforeigners sehen konnte. Spannend.

Eine Prophezeiung zu Charity, die vom Dämon nun nicht weiter verfolgt wird, gab es als Bonus noch oben drauf und Matt O´Dare dürfte das Gespräch mit der Person, deren Wiedergeburt er sein soll auch vorangebracht haben.

Der redaktionelle Teil fiel diesmal aus, dafür gab es umso mehr(seitige) Werbung.

The Neverhood ist ein interaktives Game von Dreamworks, Contra - Legacy of War, Epidemic, Twisted War, Extreme und Resident Evil etwas für die Playstation, Musicland lockt mit den Lemonheads und Geggy Tah, Antilles hat ebenfalls Musik im Angebot von Ben Neill und The Grass Knoll, Danzigs Blackaciddevil kommt bei Hollywood Records und der Blockbuster Independance Day in die amerikanischen Heimkinos.

Anmerkungen

Die letzten drei Titelbilder ergeben ein schönes Ganzes.


Geändert von LaLe (11.04.2022 um 20:54 Uhr)
LaLe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 19.04.2022, 11:22   #56  
LaLe
Dr. Znegilletnirepus
 
Benutzerbild von LaLe
 
Ort: Lübeck
Beiträge: 11.878
Starman 27 - Christmas Knight



Autor: James Robinson
Zeichner: Steve Yowell, Wade von Grawbadger
Erschienen: Februar 1997



Dieses Heft lässt Leser und Protagonisten mal wieder ein wenig Luft holen nach den Ereignissen in New York und der Hölle. Handlungstechnisch passiert gar nicht so viel, allein das "Teambuilding" wird hier ein Stück vorangebracht.

Da ist die Wiedervereinigung der Familie O´Dare mit Matt, Mason bekommt die Chance Verpasstes bei Charity nachzuholen und irgendwie gehört The Shade auch dazu. Nicht zu vergessen, die etablierte uralte Beziehung der Polizistenfamilie zu den Knights.

Davon ab dürfte die Nummer vor allem dem Zweck gedient haben, Tony Harris eine Pause zu verschaffen, der hier von Steve Yowell gut vertreten wird.

Im redaktionellen Teil kommt der so Entlastete allerdings erstmals als Leserbriefbetreuer zum Zuge.

Joe Kucharski feiert die Story "Sand and Stars" ziemlich ab. Jim Bennett beklagt die in US-Starman 15 gezeigte Gewalt (die Misshandlung von Mikaal und Grundy) und hält es für unverzichtbar, dass Jack im Laufe der Serie dazu übergeht ein Kostüm zu tragen. Und sei es nur unter seiner Kleidung. Dem erteilt Tony Harris eine recht deutliche Absage. Das gilt auch für Gerüchte über einen Ausstieg von Harris aus der Serie von denen ein Lee Bertolomeo gehört haben will.

Kommen wir zur Werbung, die wieder reichlich vorhanden ist. Es beginnt mit Mars Attacks!, geht weiter mit vier (!!!) doppelseitigen Anzeigen für die Playstation bzw. irgendwelchen Spielen dazu, Musicland mit Alben von John Spencer Blues Explosion und Ashley Macisaac, dem interaktiven Spiel Neverhood von Dreamworks und endet mit Reloaded von Interplay, einem Actiongame in 2000 A.D. Optik (das Artwork könnte von Simon Bisley sein).

Geändert von LaLe (24.04.2022 um 20:34 Uhr)
LaLe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2022, 18:46   #57  
LaLe
Dr. Znegilletnirepus
 
Benutzerbild von LaLe
 
Ort: Lübeck
Beiträge: 11.878
Starman 28 – 1976: Super Freaks and Backstabbers



Autor: James Robinson
Zeichner: Craig Hamilton, Ray Snyder
Erschienen: März 1997



Die Geschichte erzählt in einer Rückblende was mit Mikaal Tomas geschah nachdem er die Erde vor dem Angriff seines eigenen Volkes gerettet hat, eine Handlung, die im 1st Issue Special 12, dem bis zu Starman Vol. 2 3 ersten und einzigen Auftritt der Figur, erzählt wurde. Zwischen diesen beiden Auftritten lagen also knapp 20 Jahre.

Das Heft versprüht ordentlich Discofeeling und natürlich wird David Bowie am Rande erwähnt. Dazu heißt es im Februar 2022 in Back Issue 133 „David Bowie and Jeff Bridges do not make the list (in die Serie integrierter Starmen), probably an issue with music and movie rights.“.

Diese Times Past-Episode ist wieder in den Rahmen eines Journaleintrags von The Shade gebettet und die letzte Seite ist mal wieder großartig geraten.

Während am linken Rand zu sehen ist wie Mikaal Tomas überwältigt wird, sieht man rechts oben The Shade dabei wie er an seinen Aufzeichnungen arbeitet und rechts unten Jack, der in die Lektüre desselben vertieft eine Monster Pizza von Bernis am Wrightson Boulevard genießt.



Eine tolle Episode, die die Lücke um einen der Starmen wieder ein wenig schließt bzw. das langjährige Verschwinden erklärt. Ich bin mal gespannt ob es noch eine Geschichte dazu gibt wo Mikaal von 1976 bis 1988, da tauchte er in der Freakshow von Bliss auf, abblieb.

An redaktionellen Inhalten gibt es diesmal nichts, daher kommen wir direkt zur Werbung.

An Filmen hätten wir Relic, Eraser und Turbulence im Angebot. An Games werden Reloaded, 2 Xtreme und Project Overkill aufgefahren. Musicland lockt mit One Fierce Beer Coaster von der Bloodhound Gang und den Fountains of Wayne.

Verlagseigene Werbung gibt es für Jack Kirbys Fourth World und Starman 29. Letzteres wird mit der Aussage „The best written Super-Hero in Comics“ von der Entertainment Weekly beeschrieben. Wer wollte dem widersprechen?

Erstaunlich umfangreich fällt auch das Starman-spezifische Merchandising aus. Es gibt ein Starman T-Shirt, ein Starman Henley Shirt, eine Starman Watch und ein Starman Tin Badge. Dazu werden die erste The Shade-Mini und die ersten beiden Trades beworben.

Geändert von LaLe (02.05.2022 um 10:17 Uhr)
LaLe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 06.05.2022, 19:41   #58  
LaLe
Dr. Znegilletnirepus
 
Benutzerbild von LaLe
 
Ort: Lübeck
Beiträge: 11.878
Starman 29 – The Return of Bobo



Autor: James Robinson
Zeichner: Tony Harris, Wade von Grawbadger
Erschienen: April 1997



James Robinson kreiert mit Bobo Benetti eine weitere Figur, der er eine Golden Age-Vergangenheit andichtet. Benetti soll ein alter Gegner Ted Knights und anderer Helden wie z. B. der Human Bomb oder Dr. Midnight gewesen sein, der mittels seiner Superstärke Banküberfälle verübte. Tatsächlich taucht er hier erstmals auf und Robinson benutzt ihn später gar in seinem Run an der JLA und zuvor bei Cry for Justice.

Ganz witzig ist daran, dass sich auf der Leserbriefseite ein Josh Taylor sehr differenziert zu Wort meldet, dem gerade diese Erzählkniffe nicht wirklich gefallen. Beispielhaft nennt er die Geschichte um den vermeintlichen Tod Ragdolls durch die JSA oder die Affäre zwischen Ted Knight und Black Canary.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Figur weiter in den Run eingebaut wird, denn da kann man sicher sein, als Oneshot ist Bobo nicht gedacht.

Der eigentliche Hammer ist aber der Brief von Nash. Wann hat man schon einmal davon gelesen, dass ein männlicher Superheld vergewaltigt wird und Ergebnis dieser Tat ein Kind ist, das dazu erzogen werden soll seinen Erzeuger zu hassen? Die Nummer wird noch eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen. Das gilt auch für den Europatrip von Nash, der DC-Geschichte geschrieben hat.

Eine ganz witzige Begebenheit ist auch ein Gespräch zwischen drei Starmen während der Observation von Bobo Benetti.

Ted: "We´re a kind of family here. A family of starmen"
Jack: "Three of the Five, yeah. We´re missing David and Payton, of course."
Ted: "And two others. There was a Starman briefly for a year in the 1950s. He died."
Jack: "Oh, yeah. I always forget him."

Da wird ein Handlungsstrang zum Serienende hin vorbereitet und im weiteren Gesprächsverlauf geht es noch um Prince Gavyn, der einst Superman begegnete. Ein anderer noch kommender Handlungsstrang.

Kommen wir zum redaktionellen Teil. Das Heft wird mit einem Einseiter aufgemacht in dem Archie Goodwin Neuleser einlädt diese Ausgabe als idealen Einstiegspukt in eine Serie zu nehmen, die von Lesern und Kritik hochgelobt wird. Zu Recht.

Es folgt The Shade´s Journal, das nicht die Story um Howard Hughes fortgesetzt sondern einen Rückblick auf die ersten 29 Hefte bietet sowie kurze Beschreibungen aller wesentlichen Personen nebst zweier Illustrationen von The Shade und Wesley Dodds mit Dian Belmont.

Premiere dürfte sein, dass es trotz Journal auch noch eine Leserbriefseite gab bzw. zwei. Darin werden im wesentlichen die Hefte 24 bis 26 mit der Story "Hell and Back" behandelt. Dabei kommt insbesondere der Epilog zu "Sand and Stars" gut weg, in dem Jack den dementen The Mist besucht und sich als dessen Sohn ausgibt um ihm seine alte Medaille zu überreichen.

Ein Poster der drei ineinander übergehenden Cover ist ein geäußerter Wunsch.

Dann gibt es noch einen Ausblick auf die nächste Ausgabe und die dort beginnende Story "Infernal Devices" mit einem von vielen heiß ersehnten Gastauftritt sowie in den Monaten darauf ein Team-Up mit "They of Thunder and Lightning".

Sparsam war man diesmal mit der Werbung. Im Heft selber gab es keine und auf der Rückseite lediglich eine Anzeige für Carnage Heart, ein Game für die Playstation.

Geändert von LaLe (06.05.2022 um 21:58 Uhr)
LaLe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2022, 12:11   #59  
LaLe
Dr. Znegilletnirepus
 
Benutzerbild von LaLe
 
Ort: Lübeck
Beiträge: 11.878
Aus The Shades Journal

Ich bin mir bei meinem Blick zurück auf die Jahre nicht sicher wie ich die Zeit, in der wir uns gerade bewegen, bewerten soll. Jahre des Wandels sind es sicher. Vielleicht die Zeit der Wunder. Die Jahre der Helden? Das womöglich auch.

Wenn ich mir die Ereignisse erneut vor Augen führe neige ich dazu das ein oder andere, das ich bereits schrieb, neu zu überdenken und anders zu formulieren. Und wer auch immer das hier lesen mag, ich hoffe es macht die Ereignisse, die zu berichten ich vorhabe klarer und verständlicher.

Ich bin The Shade. Ich bin unsterblich. Ich war einst das, was man einen Schurken nennt, und für viele bin ich das noch immer. Außerdem bin ich ein Bürger Opal Citys, meiner Heimat für Jahrzehnte und der Ort, den ich zutiefst liebe. Ich wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unsterblich, in den Docklands von London. Ein Vorgang von dem ich an dieser Stelle zu schweigen bevorzuge, ist dieser Moment doch einer, da ich nur ungern in der Erinnerung daran verweilen würde. Vielleicht werde ich eines Tages berichten wie ich wurde was ich bin. Vielleicht. Aber sicher nicht heute.

In der zweiten Hälfte wagte ich mich nach Amerika und besuchte den Kontinent häufig. Vor langer zeit entschied ich mich dann überzusiedeln und wählte Opal City als den Ort, an dem ich heimisch werden wollte. Hier beging ich keines meiner Verbrechen. Hier bin ich ein rechtschaffender Bürger. So war es und so wird es immer bleiben.

Außerhalb Opals bin ich ein Schurke. Es gab drei nennenswerte Männer, die sich Flash nannten, darunter zwei, die ich zu meinen Feinden zählen darf. Oh und wie ich unsere Spielchen von Hass und Jagd genoss. Aber ich sah einen Wandel kommen. Einen Wandel in diesem Spiel zwischen Helden und Schurken und ich entschied, dass meine Zeit als Schurke ein Ende haben sollte. Ich entschloss mich dazu mich in Opal niederzulassen, mich meiner Blumen zu widmen, zu schreiben und die Straßen der Stadt zu entdecken, die steifen Opal-Brisen zu genießen, süß mit dem Geruch nach Jasmin und Koriander. Ich würde mich zur Ruhe setzen, so dachte ich.

Witzig wie sich die Dinge dann entwickeln.

Opal City wird häufig als ganz besonderer und einzigartiger Ort bezeichnet, als Ort der geradlinigen Turmspitzen und Art Deco - zeitlos, dennoch der Vergangenheit zugehörig. Es ist die Heimat vieler, die sich ob ihrer stolz wähnen und sehr darauf bedacht sind, dass dieser Look, diese Stimmung erhalten bleibt, so dass selbst bei Neubauten darauf geachtet wird, dass diese sich vor dem Hauch des Alten verneigen.

Und inmitten dieses alt anmutenden Ortes gibt es eine Platz, der noch älter wirkt. The Alleys, ein labyrinthartiges Durcheinander viktorianischen Stils inmitten von Art Deco Wundern, die ihn umgeben. Es ist das uralte Herz der Stadt, der Ort aus dem Opal entsprang und wuchs.

Opal City hatte einen Helden: Ted Knight, der die Stadt seit den 40ern gegen jede Form des Bösen verteidigte. Er trug ein rot-grünes Kostüm und einen Namen, der ihm in dieser Stadt beinahe ehrfürchtige Beachtung von allen Seiten einbrachte. Er nannte sich Starman.

In den 40ern war Ted Knight ein reicher Playboy, Hobbyastronom und Wissenschaftler, der die Grundlagen erforschte wie die Energie der Sterne eingefangen und gebündelt werden kann. Diese bannte er in einem Gerät, das er Gravitationsstab nannte (später Kosmischer Stab). Dieser gab ihm die Fähigkeit zu fliegen. Er konnte Energiestöße abfeuern und blendende Helligkeit erzeugen wo diese benötigt wurde. Sicher hatte das Gerät noch weitere Verwendungsmöglichkeiten, Diskussionen über Wissenschaft langweilen und verwirren mich allerdings schnell, so dass man für weitere Informationen darüber besser mit dessen Erfinder spricht.

Fakt ist aber, dass er das Verbrechen bekämpfte. Selbst als die 60er in die 70er übergingen und dann in die 80er. Ted kämpfte immer weiter gleichwohl immer seltener und mit nachlassender Begeisterung.

So übergab er Kostüm und Stab an seinen ältesten Sohn David. David hatte ein nobles Herz und den ernsthaften Wunsch seinem Vater nachzufolgen wohin auch immer dieser ging (oder flog oder glühte, was auch immer). Er schlüpfte in das rot-grüne Kostüm und ging seinen Weg. Ein oder zwei Erfolgserlebnisse hatte er...

... und wurde dann von Kyle erschossen. Kyle war der Sohn von The Mist, Ted Knights Erzfeind aus alten Tagen. The Mist wurde zunehmend dement und wollte einen letzten großen Auftritt vor seinem Abgang. Der Mord an David war erst der Auftakt zu einer Verbrechenswelle, die er mit Kyle und Nash, seiner Tochter, initiierte. Nash wirkte schüchtern, nervös und unsicher. Man hätte meinen können sie sei diejenige, die noch am ehesten die Aktionen ihres Vaters in Frage stellte. Wenn man darüber genauer nachdenkt ist es schon auf traurige Art und Weise ironisch wie sich die Dinge dann entwickelten.

Als David starb, sah es so aus als ob da niemand wäre, der das Erbe Starmans fortführen könnte. Ted Knight war bei einer Explosion verletzt worden und der einzig verbliebene Kandidat war der ungeliebte jüngere Sohn Jack. Ein junger Mann, der die alten Dinge zu schätzen weiß. Darüber hinaus mit einem ausgeprägten Sinn fürs Handeln, der ihn voller Eifer die alten Schätze handeln und tauschen lässt. Er hat eine Schwäche für Tattoos, Hawaiishirts und Frisuren der 50er. Seine Wohnung ist eine Ansammlung zwischen Kitsch und Coolness, voller Bakelit und Formica-Kunststoff. Er hat eine Vorliebe für Jerry Lewis, Wagen mit Flosse und Filmen von Sam Fuller. Zu bedauern wäre, wer behauptet dass “Die Sieben Samurai” ein besserer Film sei als “Die Glorreichen Sieben”, denn Jack ist in den Bars und Coffee Shops der Alley bekannt dafür in solchen Fragen endlos zu diskutieren und zu argumentieren.

Da war nicht viel von einem Helden in Jack Knight. Das Ausmaß seiner Verachtung für die Vergangenheit seines Vaters entsprach dem Grad der Ehrfurcht, die David für sie empfand.

Aber das Schicksal und der Fakt, dass Jack unabhängig davon der Sohn seines Vaters ist, übernahm er nach und nach das Familienerbe und folgte Ted nach. Jack wurde Starman. Nicht der Held, der sein Vater war. Angefangen damit, dass er kein Kostüm trug. Er unternahm nicht einmal einen Versuch derartiges zu tun. Aber irgendwoher nahm er die Tapferkeit und des Pflichtgefühl, das von jeher das Knighterbe ausmachte.

Bei jeder Gelegenheit wurden die Dinge übler und übler. Kyle konnte sich eines von Ted Knights kosmischen Geräten aneignen und wurde zu einer mörderischen Version des Helden. Als ich Teil der Ereignisse wurde, sah es zunächst so aus als beabsichtigte ich mit The Mist zu paktieren. Tatsächlich ging es mir allein darum so viel in Erfahrung zu bringen, dass ich die O´Dares zu seinem Stützpunkt führen konnte während Jack ein Duell mit Kyle ausfocht.

Kyle wurde getötet. The Mist und Nash wurden festgenommen. Als sein Plan scheiterte verließ den alten Mann der letzte Rest klaren Verstandes. Vergleichbares widerfuhr seiner Tochter. Das scheue Mäuschen war nicht mehr. Sie wurde ein aufdringliches Ding, voller Hass auf Jack und alles was mit der Familie Knight zusammenhängt.

So endete Jacks erster Ausflug in das Heldendasein.

Ach ja, die O´Dares. Ich erwähnte sie ohne zu erläutern wer sie sind und wie sie mit den Wirren zusammenhängen, die nun das Leben in Opal City ausmachen.

Früh in seiner aktiven Zeit arbeitete Ted Knight gelegentlich mit einem mutigen jungen Streifenpolizisten zusammen. Billy O´Dare. In der Polizei von Opal City hat es seit den 1860ern, als die Famile von Irland in die Staaten auswanderte, immer einen O´Dare gegeben. Aktuell sind es deren gleich fünf, alles Kinder Billys.

Clarence O´Dare ist der älteste. Oberflächlich wie ein reifer, gesetzter Kerl wirkend, ist er doch von heiterem Gemüt, so er dies zeigen kann.

Matt O´Dare, nie ohne Zigarette zu sehen mit langen Haaren und Schnurrbart, Mit einem Hang zum Verbotenen, in Korruption verstrickt. Eine Sache mit der er im Lichte aktuellerer Ereignisse noch wird klarkommen müssen auf die ich noch kommen werde.

Barry O´Dare ist ein selbstsüchtiger Frauenheld, der sich nicht um die Familientraditionen schert.

Hope O´Dare ist die Frau unter den Geschwistern. Schlagfertig und schnell gereizt. Akrobatisch, gewitzt. Und eifrig dabei sich selbst zu beweisen, dass sie ihren Brüdern ebenbürtig ist.

Mason O´Dare ist der einzige in der Familie, der noch als Streifenpolizist unterwegs ist. Still, um nicht zu sagen stumm, lässt er jedoch keine Gelegenheit aus um Verbrecher mit todesmutigen Kunststücken von ihrem Tun abzuhalten.

Trotz all ihrer Differenzen, Macken und Eigenheiten, sie alle halfen Jack in dieser ersten Nacht - der Nacht in der er Kyle tötete und Starman wurde.

Die Dinge waren danach nie wieder wie zuvor.

Jack besuchte Turk County, das Land rings um Opal City, um Antiquitäten zu erwerben. Dort fand er einen Zirkus, den ein Mann namens Bliss führte. In der Freakshow begegnete Jack einem blauen Alien. Dies war, so sollte er später erfahren, Mikaal Tomas, der viele Jahre zuvor die Erde gegen seine eigenes Volk verteidigte und den Namen Starman annahm. Jack befreite Mikaal, den Bliss wie einen Leibeigenen hielt, nicht ohne vorher den Dämon, der Bliss war, in einem wilden Kampf zu bezwingen.

Es war auch der Zirkus wo Jack erstmals Sadie Falk begegnete, die ihn ob seines ungeschickten Verhaltens, er rempelte sie an, anfuhr.

Zurück in Opal, begegnete Jack Solomon Grundy, der einst bösartigen Sumpfkreatur, die dem fauligen Moor wieder entstiegen war, jedesmal verändert nachdem sie besiegt worden war. Die Inkarnation, der Jack begegnete, war voll kindlichem Sanftmut und freundlich. (Beide, Grundy und Mikaal nahm Ted Knight in seine Obhut. Ob er wohl daran denken musste wie Jack früher streunende Welpen und Kitten nach Hause brachte?)

Dann kam es zu einer weiteren verbrechenswelle wie sie The Mist entfesselt hatte. Es passte irgendwie, dass die Raubüberfälle und Morde das Werk von Nash waren, die dem Gefängnis entkommen war und Namen und Kräfte ihres Vaters angenommen hatte. Diese neue Mist orchestrierte eine Serie von Attacken auf Jack, Ted, Mikaal und Grundy. Die O´Dares wurden ebenfalls Teil des Wahnsinns, der in den Straßen von Opal herrschte als sie versuchten für Recht und Ordnung zu sorgen.

The Mist sah ihren Plan lediglich als Eröffnung. Sie fühlte sich noch nicht so weit, der Mist zu sein, den ihr Vater sich erhoffte. Nicht jetzt jedenfalls. Auch Jack hielt sie noch nicht für den Starman, der er ob seines Potenzials eines Tages sein würde. Aus diesem Grund eröffnete ie JAck, dass dieser Angriff bloß der Auftakt einer ganzen Reihe von Begegnungen sein würde, die beide nach und nach zu denen werden ließe, zu denen sie bestimmt waren. Bis zu dem Tag an dem Jack es wert sein würde, dass sie ihn tötet. Dazu kam Jacks merkwürdiges Erwachen nach einem semi-erotischen Traum in Nashs Bett. Was mit ihm in dieser Zeit geschah ist mir bislang nicht bekannt.

Erwähnenswert ist, das eines von Nashs Zielen war, einen alten Orden ihres Vaters ausfindig zu machen, den dieser im Ersten Weltkrieg verliehen bekommen hatte. Nach und nach tötete sie alle Menschen, die sich ihrem Vater in den 40ern entgegen gestellt hatten als er erstmals aktiv wurde und die Nash verdächtigte, das Erinnerungsstück an sich gebracht zu haben. Und obwohl dies das einzige nicht erreichte Ziel war, sah Nash ihre erste Attacke als einen Misserfolg.

Während Jack sich mit Nash auseinandersetzte, schaltete Ted Dr. Phosphorus aus, der für The Mist aktiv war. Mikaal und Grundy wurden niedergeschlagen und gefoltert. Grundy war kurz davor an seinen Misshandlungen zu sterben als Mikaal seinen Sternenkristall aktivierte und damit das komplette obere Stockwerk des Chandler Buildings sprengte, wo die beiden gefangen gehalten wurden. Es war einst eines der bedeutendsten Gebäude von Opal City.

Und so endete die erste Verbrechenswelle der neuen Mist.

Danach haderte Ted mit dem Umstand, dass Grundy einst Skyman tötete. Als Grundy sah wie sehr es den alten Mann schmerzte, setzte er sich ab und ist bislang nicht wieder aufgetaucht.

Matt hatte eine Vision und erfuhr, dass er die Reinkarnation von Brian Savage ist, einem Revolverhelden, der in den 1880ern unter dem Namen Scalphunter Recht und Gesetz in Opal City war. Ich war mit ihm befreundet gewesen und so fühlte ich so etwas wie eine Art Verwandtschaft zu Matt O´Dare. Die Vision veranlasste Matt dazu sein bisheriges Tun zu überdenken und ich habe mich entschieden ihm auf dem Weg sich zu ändern beizustehen sollte er mich darum bitten.

Zur selben Zeit begegnete Jack erneut Charity, die er in ihrem Laden erstmals traf als er vor Kyle floh und traf dort erneut auf Sadie, die ihn wieder rüde abblitzen ließ.

Clarence O´Dare wurde zum Sonderbeauftragten für Starman und andere Superhelden ernannt, sollten sich diese in Opal City zeigen.

Ich machte die Bekanntschaft mit den O´Dares während The Mists erster Verbrechenswelle und habe sie nun angeheuert um Merritt aufzufinden, einen Unsterblichen, der mittels eines Plakats, das als Tor zur Hölle fungiert, Unschuldige entführt und auf diesem Weg dem Dämon, der ihm einst seine Kräfte gab, als Gegenleistung zuführt. Wir machten seinen Rückzugsort ausfindig und griffen an. Merritt öffnete das Tor und Matt wurde von diesem angezogen. In einem Anfall von Torheit, manch einer mag sagen des Heldenmuts, sprang ich in dem Versuch ihn zu retten hinterher.

Zur selben Zeit erfuhr Jack, dem daran gelegen war zu beweisen, dass er besser ist als Nash, dass The Mist erstmals nicht in Opal City aktiv wurde sondern seine ersten Verbrechen in New York beging. Dort suchte er den Helden auf, der sich ihm seinerzeit entgegengestellt hatte. Das war Wesley Dodds, der erste Sandman. Jack, Wesley und dessen Lebensgefährtin Dian Belmont schlossen sich zusammen um eine Verbrechensserie in New York aufzuklären.

Zurück in Opal überreichte Jack The Mist den aufgefundenen Orden und schloss sich unmittelbar darauf der Suche der O´Dares nach ihrem Bruder und mir an. Es kam zu einem epischen Kampf im Polizeiquartier wo das Poster verwahrt wurde und Jack fand einen Weg in die Hölle. Jack, Matt und ich schafften es in einem Akt der Selbstlosigkeit den Dämon zu besiegen und nicht nur unsere eigenen Seelen zu retten sondern alle, die Merritt diesem zugeführt hatte.

Dann kam Weihnachten.

Und nun sind wir in der Gegenwart angelangt.

Da stehen wir also. Jack ist ein Held in dieser einzigartigen Stadt zusammen mit einem verrückten Haufen irischer Polizisten als Sidekicks. Ted studiert die kosmische Kraft, die zu nutzen er verstanden hat während er gleichzeitig auf der Suche nach Grundy ist für dessen Verschwinden er sich verantwortlich fühlt. Und Mikaal, einst ein stummes Rätsel, redet nun und scheint klar, nur weiter ohne Erinnerung. Weiter ein Rätsel, nur ein sehr viel eloquenteres.

Jack erwähnte beizeiten, dass er sich an einem traumgleichen Ort, dem Himmel oder auch nicht, mit seinem verstorbenen Bruder trifft. Ich bedrängte ihn in dieser Frage, konnte aber nicht mehr in Erfahrung bringen als dass er seinen Bruder bislang zweimal getroffen hatte und dass diese Treffen ein jährliches Ereignis seien.

Wie ich bereits sagte, interessante Zeiten. Sehr interessante Zeiten.

Gerade heute hörte ich von einem Schurken aus Starmans Vergangenheit. Bobo Benetti ist zurück in der Stadt. Was hat er vor? Niemand weiß es. Vielleicht will er sich zur Ruhe setzen. Vielleicht will er eine Bank überfallen, sein bevorzugtes Verbrechen in früheren Zeiten.

Wir werden sehen…
LaLe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 28.05.2022, 12:27   #60  
LaLe
Dr. Znegilletnirepus
 
Benutzerbild von LaLe
 
Ort: Lübeck
Beiträge: 11.878
Starman Omnibus Volume 2
(enthält US-Starman Vol. 2 #17-29, Annual #1, Showcase ´95 #12, Showcase ´96 #4-5)



Mit US-Starman #29 sind wir an dem Punkt angelangt, wo ich alle Hefte besprochen habe, die der zweite Omnibus enthält. Zeit also, auf diesen einen Blick zu werfen und zu schauen, was der abseits der Story und ergänzend zu den Heften noch zu bieten hat.



Ich habe mich hier einmal kurz gefasst, da im letzten The Shade´s Journal bereits eine grobe Zusammenfassung erfolgte.

Wissen muss man zu den hier versammelten Heften und ihrer Handlung, dass die Nummer um The Shade und Dr. Fate sowie Merritt noch Nachwirkungen haben und Dinge erklären wird, die bislang durchaus noch mit Fragezeichen versehen sind. Ich bin auf die Erklärung jedenfalls gespannt.

Ansonsten ist natürlich erwähnenswert, dass mit „Sand and Stars“ eine Eisner-prämierte Story vertreten ist. Mir machte der Ausflug nach New York zu Wesley Dodds und Dian Belmont Lust auf deren eigene Serie „The Sandman Mystery Theatre“, die seinerzeit unter dem Vertigo-Label erschien.

Kommen wir zum redaktionellen Teil.

Zunächst ist zu erwähnen, dass die von mir im ersten Omnibus schmerzlich vermissten Einträge From The Shade´s Journal hier nachgeliefert werden. Enthalten sind die ersten vier aus Starman #2, 9, 17 und 19.

Dann gibt es drei Seiten auf denen das zu Starman herausgegebene Merchandise zu bewundern ist. Neben Actionfiguren (die zum Golden Age sehen allerdings nicht so dolle aus) und einer Statue sind das noch eine Uhr mit dem Symbol, das jeden Schriftzug der Hefte ziert, ein Cosmic Rod, Badge und Pin.

Das Vorwort steuert unter der Überschrift „How to make a perfect cup of tea“ Tony Harris bei. Er beginnt damit darüber nachzudenken woran er denken muss wenn die Sprache auf Starman kommt.

Da wären zunächst viele Begegnungen mit Menschen, die er hatte, die gemeinsam mit ihm an Starman arbeiteten. Die seien aber viel zu privat für ein solches Vorwort.

Dann ist da sein Sohn, der mit 13 Jahren zum ersten Mal Starman las und seinem Vater Fragen stellte, die dieser auf Cons nie beantworten musste. Und wie es auch in der Serie immer wieder um ein Vater-Sohn-Ding ging.

Schließlich kommt er zur Tasse Tee, die er mit dem ersten seiner Treffen mit James Robinson verbindet. Als sie sich auf Robinsons Hotelzimmer trafen, kochte dort ein Teekessel und während Robinson sich weiter frisch machte, begann der Kessel zu pfeifen. Harris sah sich veranlasst, den Herd auszustellen und es dabei zu belassen. Robinson eilte ins Zimmer und fragte was er da tat. Das kochende Wasser müsse doch in die Tasse.

Und so begann ihre nicht immer einfache Beziehung in deren Verlauf Tony Harris viel über die Zusammenarbeit zwischen Autor und Zeichner lernte. Ebenfalls erwähnt er Archie Goodwin, von dem er ebenfalls eine Menge lernte, und wie beide aus ihm den Künstler machten, der er nun sei.

Und er lernte als Kaffeetrinker wie man eine perfekte Tasse Tee machte.

Damit sind wir schon beim „Ongoing Afterword“ von James Robinson angelangt, der sich diesmal sehr viel kürzer fasst und sich für „(whatever the writer´s written equivalent is of) verbal diarrhea“ im ersten Omnibus entschuldigt. Dort hatte er sich ausführlichst über seine jugendliche Hybris ausgelassen und darüber, was er sich alles an Konzepten für Starman ausgedacht hatte. Darüber kam eine Sache bzw. Person viel zu kurz – Tony Harris.

Das war aber durchaus beabsichtigt, da er wusste, dass Harris das Vorwort zur zweiten Volume schreiben würde und so geht es los.

Harris war ihm schon früher mit seinen Arbeiten an Marvels Nightbreed aufgefallen und seine Handhabung von Licht und Schatten war exakt das, was er für Starman haben wollte. Leider war Harris dafür bekannt nicht so schnell zu sein, dass er eine monatliche Serie allein würde stemmen können. Für den Anfang wollten Robinson und Archie Goodwin aber erst einmal die vier ersten Ausgaben von ihm haben um dann weiterzuschauen.

Robinson beschreibt ihre weitere Zusammenarbeit als äußerst fruchtbar und nicht immer einfach. Immer aber im Interesse der Serie und sich darum drehend wie man sie besser machen könnte.

Ernsthaft schwierig wurde ihre Beziehung erst als Harris die Serie bereits verlassen hatte. Robinson hatte zu Jack eine Sache geschrieben, die viel von dem was Harris an Arbeit in dessen Optik gesteckt hatte tilgte. Und dies fasste er durchaus als persönlichen Affront auf.

Eines Tages kamen sie wieder zusammen und sprachen über eine neue Geschichte zu Jack Knight, die zu einem früheren Zeitpunkt der Serie spielen sollte und Harris nahm Robinsons Sketchbook mit sich. Die Pläne zur Miniserie zerschlugen sich aber und die beiden kamen nicht mehr direkt zueinander und so nutzte Robinson das Nachwort um Harris aufzufordern ihm sein Sketchbook zurückzugeben. Eine Geschichte, die die beiden jüngst in ihrem Interview zur Back Issue 133 aufgriffen. Zu der hatte ich mich hier geäußert → Back Issue 133.

Den zweiten Teil des Nachwortes widmet Robinson dann seinen Gedanken zu den im Omnibus enthaltenen Heften. Die #17 nimmt er dann auch gleich zum Anlass über Harris Anteil an plotrelevanten Eingaben zu schreiben, wie den hier auftauchenden Piraten und Solomon Grundy, der dank Harris eine sehr viel gewichtigere Rolle bekam als Robinson ihm ursprünglich zugedacht hatte. Das werden wir in Kürze bereits in der Serie nachlesen können.

„Sand and Stars“ war dann eine Geschichte, die er sich gemeinsam mit Matt Wagner überlegt hatte, der zu der Zeit an Sandman Mystery Theatre schrieb, Er schreibt, dass er wenig Liebe für den Umstand hatte, dass alte Helden der normalen DC-Kontinuität entzogen wurden und zu Vertigo wechselten. Hier unternahm er einen Versuch das Rad ein Stück weit zurückzudrehen und bekam dafür prompt den Eisner.

Es folgte der Dreiteiler um Merritt, bei dessen Ende sich Robinson von der Frage inspirieren ließ, wie es den Menschen in unserer Zeit erginge, die vor Jahrhunderten entführt wurden und nun zurückkehrten. Eine Frage, die er sich nach „Die unheimliche Begegnung der Dritten Art“ stellte.

Erwähnenswert wäre noch die letzte Ausgabe, in der er nicht nur Bobo Benetti einführte in dem er Einflüsse seiner Scorcese-Phase verarbeitete und bei der Vision Charitys die erste Eingebung zu dem hatte, was auf der letzten Seite von Starman #80 zu sehen sein wird. Nein, da luschere ich jetzt nicht.

Geändert von LaLe (30.05.2022 um 00:04 Uhr)
LaLe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 01.06.2022, 18:49   #61  
LaLe
Dr. Znegilletnirepus
 
Benutzerbild von LaLe
 
Ort: Lübeck
Beiträge: 11.878
The Golden Age Starman Archives Volume 1



Dieser Band enthält die ersten Abenteuer des ersten Starman Ted Knight wie man sie in Adventure Comics 61-76 zu lesen bekam. Wie für die Archive Editions üblich enthält der Band neben den eigentlichen Geschichten und den Titelbildern der Hefte, in denen sie enthalten sind, ein ausführlicheres Vorwort - in diesem Fall von Jack Burnley, dem ersten Zeichner und Überarbeiter der ersten Geschichte aus Adventure Comics 61, deren eigentlicher Verfasser unbekannt ist - sowie kurze Steckbriefe der an den hier gesammelten Geschichten beteiligten Künstler.

Beginnen wir mit dem Vorwort, in dem sich Burnley einleitend kurz vorstellt und dann berichtet wie es zu der Figur Starman gekommen ist.

Starman wurde als das nächste große Ding nach Superman und Batman, an denen Burnley ohne Nennung mitwirkte, angekündigt und neben Burnley war ein ganzes Kreativteam an der Konzeption des Charakters beteiligt. Was Starman nicht nur nach Ansicht seines Schöpfers zu einer besonderen Figur machte, ist der Umstand, dass sich die Geschichten zunehmend an ein älteres Publikum richteten als es das der anderen Superhelden war. Auch optisch hob sich die Serie vom Golden Age Standard deutlich ab, was man spätestens dann merkt, wenn man sich den zweiten Archives-Band anschaut. Dort werden die Figuren sehr viel cartooniger dargestellt.

Der erhoffte Erfolg wollte sich aber nicht einstellen und so rutschte Starman von der Pool Position der Anthologiereihe Adventure Comics in die hinteren Bereiche des Heftes und verschwand auch vom Cover. Den ausbleibenden Erfolg erklärt sich Burnley eben mit dieser Andersartigkeit. Die auf Science Fiction und Detektivarbeit basierenden und vergleichsweise realistisch gezeichneten Abenteuer - Burnley zeichnete zuvor für die Sportberichterstattung - sprachen wohl die überwiegend sehr jungen Leser nicht an, denen daran gelegen war, dass es schnell in Action überging. Burnley nimmt an, dass man die Leser auf dem Weg dorthin bereits verloren hatte.

Inzwischen schreibt man das Jahr 2000 und Burnley ist erfreut zu sehen, dass Robinsons Inkarnation von Starman die Aufmerksamkeit bekommt, die seiner Version verwehrt geblieben ist. Dies verbindet er mit der Hoffnung, dass die nun gesammelten Geschichten auf ein Publikum treffen, das sie mehr zu schätzen weiß als die Kids der 40er.

Und damit gehen wir mal ans Eingemachte.

Adventure Comics 61 - The Amazing Starman

Autoren: Jack Burnley und jemand Unbekanntes
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: April 1941



So weit die erste Story mit Starman, die bereits eine ganze Reihe an Trademarks etabliert, die in den Folgegeschichten immer wieder zur Anwendung kommen. Neben dem Helden sei zunächst FBI-Agent Woodley Allen genannt, der sich zu Beginn eines Abenteuers an einem geheimen Ort mit Starman trifft (nachdem er ihn mit einer radioaktive Signale aussendenden Metallkapsel herbeigerufen hat) und ihn über den aktuellen Fall informiert. Ebenfalls regelmäßig mit an Bord ist die Verlobte Doris Lee, die jedesmal Zeuge wird wie Knight einen Schwächeanfall oder ähnliches vortäuscht um sich als Starman zum Treffen mit ihrem Onkel aufmachen zu können. Diese finden in einer Holzhütte auf einer Klippe statt.

Zum Einsatz kommt natürlich der "Gravity Rod", der die Energie der Sterne in sich vereint und mittels dieser zu erstaunlichsten Zwecken verwandt werden kann. Die Anwendungen basieren auf der Manipulation von Gravitation, Magnetismus und Energie, wie beispielsweise Hitze.

Die in dieser Geschichte eingeführten Professor Davis und Dr. Doog hatten noch einige Flashback-Auftritte, zuletzt unter James Robinson, der die Figuren in seinem Run erwähnte (US-Starman Secret Files and Origins 1). Roy Thomas und Paul Kupperberg hatten Professor Davis zuvor in All-Star Squadron 41 (1985) zum Mitentwickler des Gravity Rod und des Schwarzlicht-Strahlers von Phantom Lady gemacht. Danach hatte Davis den Stab entwickelt und Knight diesem die Sternenenergie hinzugefügt. Erzählt wurde die Geschichte von John Law alias Tarantula in seinem Buch über Superhelden. Eine Geschichte, die Robinson wiederum in The Shade´s Journal aufgriff (US-Starman Vol. 2 17). Law setzte dabei vor diesem ersten Abenteuer an als Ted Knight Batman und Robin in einem Fall behilflich war und sich danach dazu entschloss ebenfalls ein Kostüm anzulegen und seine Hilfe dem FBI anzubieten .

Adventure Comics 62 - The Diminishing Ray

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: Mai 1941



The Light ist ein Gegner, der noch zwei weitere Auftritte haben wird, danach aber komplett in der Versenkung verschwand.

Etabliert wird bereits in diesem zweiten Abenteuer wie Ted Knights Verlobte Doris Lee regelmäßig in die Ereignisse verstrickt wird. Seltsamerweise erkennt sie in Starman nicht ihren Verlobten. Lois Lane hatte immerhin eine Brille als Ausrede...

Adventure Comics 63 - The Adventure of the Earthquake Terror

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: Juni 1941



Captain Vurm ist auf der Seite der Antagonisten ein One-Hit-Wonder wie es sie im Golden Age zuhauf gab. Und allzu häufig endete ihr Weg nach der Konfrontation mit dem Helden endgültig. So auch hier.

Ihre ersten Auftritte haben auch Jeeves, der Bedienstete Ted Knights, sowie Professor Moro, der die Reihe zahlloser Wissenschaftler, die auftreten, fortsetzt.

Das Titelbild zeigt einen Ausschnitt der Handlung zur vorherigen Ausgabe. Ein Umstand auf den Burnley in seinem Vorwort hinwies. Vermutlich wurde es zu spät fertiggestellt um noch für die 62 verwendet werden zu können.

Die Geschichte umfasst erstmals 13 Seiten. Die ersten beiden gingen bereits nach 9 Seiten ins Ziel.

Adventure Comics 64 - The Mystery of the Men with the Staring Eyes

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: Juli 1941



Seinen ersten Auftritt dürfte Captain Ryan gehabt haben (in der DC Wiki steht fälschlicherweise die #66). Denkwürdig war dieser insofern als er Starman festnehmen wollte, dessen Aktivitäten "im Dienste" des FBI ihm wohl nicht geläufig waren.

Eine erstaunliche neue Fähigkeit des Cosmic Rod wird in dieser Episode eingeführt. Als Starman in einen Ofen geworfen wird kann er mit dem Stab eine Aura der Kälte um sich herum erzeugen und so dem Flammentod entgehen.

Adventure Comics 65 - The Mystery of the Undersea Terror

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: August 1941



In dieser Ausgabe hat also der - wenn man so will - erste Erzfeind Ted Knights seinen zweiten Auftritt.

Adventure Comics 66 - The Case of the Camera Curse

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: September 1941



Erstmals bekommt es Starman mit einem Gegner zu tun, der sich keiner ausschließlich mit den Mitteln der Naturwissenschaften erdachten Instrumente bedient sondern auch der Magie nicht abgeneigt ist. Die Beeinflussung anderer ist Voodoo pur. Der Spruch, den Cain regelmäßig aufsagt, hat allerdings deutliche Züge lovecraftscher Einflüsse: "Thyl'th Ny'a'a!"

Adventure Comics 67 - The Menace of the Invisible Raiders

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: Oktober 1941



Das war das erste Auftauchen von The Mist, aus dem bereits Gardner Fox einen Erzfeind Starmans machte, der allerdings nur noch einmal in Adventure Comics auftauchte. Dessen Kräfte sind hier noch gänzlich andere als sie Jahrzehnte später in James Robinsons Run beschrieben werden sollten. Sein nebliger Körper ist hier lediglich eine optische Täuschung, die Starman durchschauen kann.

In dieser ersten Geschichte wird er als Erfinder der Inviso-Solution genannt, die es seinen Männern ermöglicht unsichtbar zu agieren. Eine Eigenschaft, die Starman mit seinem Gravity Rod umgehen kann, was ihm den Kampf gegen die Schurken ermöglicht.

Gemeinsam mit Matt Wagner schrieb Robinson die Ursprünge von The Mist neu und machte den Golden Age Sandman Wesley Dodds zu seinem ersten Gegner. Nachzulesen im preisgekrönten Arc "Sand and Stars" in US-Starman Vol. 2 20-24 sowie Sandman Mystery Theatre 37-40, beides erschienen 1996.

In der DC Wiki wird Alfred Bester als Autor genannt. Dies widerspricht allerdings sowohl den Angaben in dieser Archives-Ausgabe als auch der Benennung von Gardner Fox als Schöpfer von The Mist.

Adventure Comics 68 - The Blaze of Doom!

Autor: Alfred Bester
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: November 1941



Alfred Bester ersetzt für eine Ausgabe Gardner Fox und führt sich als Autor mit einer vergleichsweise gewöhnlichen Geschichte ein. Gegner ist kein verrückter Wissenschaftler sondern ein ganz gewöhnlicher Agent feindlicher Mächte und Saboteur.

Dass von Baxter hinterrücks niedergeschossene G-Men lediglich verletzt wurden und nicht verstarben dürfte der jungen Leserschaft geschuldet sein, der man den Tod der Guten wohl nicht zumuten mochte.

Adventure Comics 69 - Adventure of the Singapore Stranglers

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: Dezember 1941



Gardner Fox ist zurück und schrieb ebenfalls eine für die 40er typische Story um den Kampf der Superhelden an der Heimatfront. Diesmal ist es eine asiatische Gruppe, von einem Captain Fujiyama angeleitet, der für eine neue Ordnung in Asien streitet.

Dass ein Japaner, der den Mongolen Dschingis Khan verehrt und eine Gruppe Singapurer anführt von Chinatown aus agiert, mutet ein wenig seltsam an. Aber seinerzeit war für die Amerikaner vermutlich jeder Asiate gleich.

Adventure Comics 70 - Adventure of the Ring of Hijackers

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: Januar 1942



Nicht viel neues gibt es zu dieser Ausgabe zu berichten. Man merkt deutlich, dass man in den Kriegsjahren der 40er unterwegs ist und so dreht sich die Handlung um die Kämpfe eines Superhelden an der Heimatfront. Bekanntlich war ein Einsatz der Superhelden in Europa aufgrund des Speers des Schicksals nicht möglich bzw. mit zu hohen Risiken verbunden.

Spannend ist, dass Ted Knight nicht nur sehr stark ist sondern so stark, dass er die Mündungsläufe der in der für ihn errichteten Falle eingebauten Schussanlagen mit bloßen Händen verbiegen kann.

Adventure Comics 71 - The Invaders from the Future

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: Februar 1942



Hier geht Gardner Fox wieder sehr viel stärker in Richtung Science-Fiction für die er durchaus bekannt war und der Gegner nutzt die Möglichkeiten der Wissenschaft um seine Ziele zu erreichen.

Dieser dritte Auftritt von The Light war gleichzeitig auch der letzte. Meines Wissens hat den Charakter selbst James Robinson nicht aufgegriffen sondern stattdessen The Mist zur Nemesis von Ted Knight ausgebaut. Vielleicht war ihm der verrückte Wissenschaftler als Archetyp zu ausgelutscht.

Adventure Comics 72 - Case of the Magic Bloodstone

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: März 1942



Nach der Rückkehr zur Wissenschaft in der vorherigen Ausgabe geht es diesmal direkt in Richtung Mystik und Magie. Auch wenn die nur vorgetäuscht wird.

Eine typische Räuberpistole des Golden Age würde ich sagen.

Adventure Comics 73 - The Case of the Murders in Outer Space

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: April 1942



Joar, das ist mal ein abstruser Plot. Menschen in Raketen ins All zu schießen, damit sie dort ersticken und weit ab vom Tatort wieder aufgefunden werden. Puh…

Wenn man einen Grund bräuchte um die Finger von Golden Age-Geschichten zu lassen, hier ist ein guter.

Auf dem Cover ist erstmals seit seinem Auftreten nicht mehr Starman zu sehen sondern der neu eingeführte Manhunter Paul Kirk. Hier zeichnete sich womöglich bereits ab, dass Starman nicht den erhofften Erfolg hatte und somit nicht zur nächsten Ikone neben Superman, Batman und Wonder Woman werden würde.

Adventure Comics 74 - The Case of the monstrous Animal-Men

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: Mai 1942



Aus dem Gedankenspiel, dass dem Menschen ein tierischen Erbe innewohnt, das an die Oberfläche geholt werden kann, machte Gardner Fox diese Geschichte um einen weiteren verbrecherischen Wissenschaftler.

Der Bedeutungsverlust von Starman lässt sich in dieser Ausgabe daran festmachen, dass die Geschichte statt bislang regelmäßig 13 Seiten nur noch deren 11 aufweist.

Adventure Comics 75 - The Strange Case of the Luckless Liars

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung: Juni 1942



Die Tradition des Erzählens von Lügengeschichten begegnete mir kürzlich erst in einer älteren Ausgabe der Sprechblase. Dass das einmal derart gepflegt wurde, war mir nie so bewusst obwohl ich Karl May kenne.

Das war mal eine ganz andere Geschichte als die von Saboteuren oder verrückten Wissenschaftlern.

Adventure Comics 76 - The Case of the Sinister Sun

Autor: Gardner Fox
Zeichner: Jack Burnley
Veröffentlichung:Juli 1942



Klassischer Stoff wie er auch noch in den 60ern zu Zeiten der Justice League of America von Gardner Fox geschrieben wurde. Die Moroni-Gang sehen wir nicht zum letzten Mal.

Mein Fazit:

Wenn man keine Berührungsängste mit dem Golden Age hat, bekommt man hier m. E. ein Highlight dieser Ära serviert. Die Geschichten lassen sich grob in drei Kategorien unterteilen:
Saboteure an der Heimatfront
verrückte und machtbesessene Wissenschaftler
“übliche” Verbrecher
und decken damit ein recht breites Spektrum ab.

Auf maximal dreizehn Seiten wird natürlich kein großer Aufbau betrieben und es kommt meist recht schnell auf den Punkt wenngleich nicht immer so schnell wie es damalige Leser wohl gewohnt waren.

Optisch dürfte die Arbeit von Jack Burnley so mit das Beste sein, das diese Ära zu bieten hat. Das wird sich spätestens mit dem nächsten Band zeigen. Mir gefällt es auf jeden Fall deutlich besser als die frühen Sachen von Batman und Superman.

Was ein wenig nervt sind die regelmäßigen Schwächeanfälle, die Ted Knight vortäuscht um sich mit G-Man Allen treffen zu können. Dessen Nichte Doris Lee als Verlobte Ted Knights ist auch ein wenig omnipräsent. Warum die Treffen zwischen Allen und Starman in einer entlegenen Hütte stattfinden müssen, die zumindest Allen nicht so schnell erreichen dürfte, bleibt ein Geheimnis.

Ansonsten wundert mich ein wenig, wie wenig sich doch von diesen originären Starman-Abenteuern in Robinsons Run wiederfindet. Abgesehen von Ted Knight und The Mist bleibt da nicht viel.

Aber vielleicht kommt da noch was im zweiten Band hinzu. Auf den freue ich mich schon.

Geändert von LaLe (02.06.2022 um 09:52 Uhr)
LaLe ist gerade online   Mit Zitat antworten
Neues Thema erstellen Antwort

Zurück   Sammlerforen.net > Öffentliche Foren > Sammelgebiete > Comics > Sonstiges > Internationale Comics

Stichworte
james robinson, starman, tony harris

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 18:08 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2022, Jelsoft Enterprises Ltd.
Copyright: www.sammlerforen.net

Das Sammler-Netzwerk: Der Sammler - Sammlerforen
Das Comic Guide-Netzwerk: Deutscher Comic Guide - Comic Guide NET - Comic-Marktplatz