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Alt 12.07.2022, 17:10   #222  
Wild Bill Kelso
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Das Licht verschwand langsam wieder und Mia war von Dunkelheit umhüllt.
Beim Versuch wieder Boden unter den Füßen zu bekommen, macht sie eine sehr unsanfte Begegnung mit dem matschigen Untergrund.
„Ihhhh, auch das noch… Das hat mir gerade noch gefehlt“, schimpfte sie zu sich selbst. Aber wo war sie eigentlich gelandet?
Sie kniff ein paar Mal fest die Augen zusammen und schaute sich um. Sie schien sich auf einer Waldlichtung zu befinden oder zumindest vermutete sie, in den dunklen Umrissen Bäume zu erkennen.
Hier kann ich nicht bleiben, dachte sich Mia und versuchte sich aufzurichten, ohne erneute Bekanntschaft mit dem Boden zu machen. Als sie wieder aufrecht stand, klopfte sie sich den Dreck von Ihrer Kleidung und machte sich auf den Weg.
Aber wo sollte sie hingehen? Hilfesuchend schaute sie in den Horizont. Und plötzlich entdeckte etwas Leuchtendes in der Ferne.
Erst zögerte sie vor dem, was dort auf sie warten könnte, aber konnte es wirklich schlimmer sein als diese einsame, dunkle und kalte Waldlichtung?
Ihre Antwort sollte sie rasch finden. Das Licht war von einer großen Ansammlung Menschen ausgegangen, welche Fackeln und Mistgabeln mit sich trugen.
Sie zogen durch die Wälder und riefen im Chor: “DAS EINHORN MUSS STERBEN!”.
Ich war ja schon auf einigen Mittelaltermärkten, aber so ein komisches Live-Action-Rollenspiel habe ich noch nie gesehen, dachte sich Mia. Anders konnte sie sich den Aufzug der Menschen nicht erklären.
Gerade als sie jemanden fragen wollte, was es mit dem Einhorn auf sich hat, wurde sie an ihrer Schulter zurück in die Böschung gezogen.


Vor ihr stand ein Mann der sie mit großen Augen anschaute: “Bei Merlins Bart... Wer bist du und was tust du hier? Hat Dumbledore dich etwa geschickt?”.
Die Fragen prasseln so schnell auf Mia ein, dass sie gar nicht wusste auf was sie zuerst antworten sollte.
“Zu aller erst, ich bin Mia; Zweitens, das wüsste ich auch gern und Drittens, was ist ein Dumbledore?” antworte Mia, immer noch verwirrt von dem Mann der vor ihr stand.
“Du scheinst also wirklich nicht zu wissen was hier vorgeht. Sehr interessant. Mein Name ist Newt, freut mich dich kennenzulernen”.
“Okay Newt, du scheinst ja mehr hierüber zu wissen. Was passiert hier und was hat es mit dem Einhorn auf sich?” fragte Mia.
“Du möchtest also mehr über das vēmortuus unicorni erfahren? Nun gut, ich werde dir mehr über das Tier erzählen, aber wir müssen uns von der Gruppe entfernt, sie sind gefährlich”.
“Naaa gut”, willigte Mia zögernd ein und Newt begann zu erzählen. “Früher handelte es sich bei diesem Tier um ein einfaches Einhorn, nicht von größerer Bedeutung.
Jedoch wurden die Muggel hellhörig über die Kräfte, die einem Einhorn innewohnen sollen und versuchten diesem habhaft zu werden. Sie nahmen das Einhorn gefangen und führten an ihm einen Blutritual durch, um dessen Kräfte auf sich zu übertragen.
Das ging jedoch schief. Das Einhorn wurde zu einem Untoten und macht seitdem Jagd auf die Bewohner des Dorfes”.
“EIN ZOMBIE-EINHORN?!? Die ganze Geschichte an sich hört sich schrecklich genug an, aber das ist wirklich die Spitze. Aber was hast du mit all dem zu tun?”, fragte Mia.
“Nun wenn du es wissen musst, ich betreibe Recherche für ein Buch das ich schreibe. Dieses untote Einhorn ist genau das, was meinem Buch bis jetzt noch gefehlt hat, ein krönender Abschluss”, erzählte Newt mit strahlenden Augen.
Mia war die ganze Situation nach Newts Erzählungen nicht mehr geheuer und sie versuchte zügig, aber unauffällig von ihm wegzukommen. Dieser Plan wurde aber von einem laut in zwei brechendem Ast vereitelt.
Als wenn dies nicht schlimm genug gewesen wäre, war die Aufmerksamkeit des ganzen Dorfes jetzt auf Mia und Newt gerichtet. “DAS EINHORN, ES IST HIER HINTEN!” riefen sich die Dorfbewohner gegenseitig zu.
“Schnell, wir müssen hier verschwinden”, sagt Newt, griff Mia am Arm und rannte mit ihr davon. Sie schafften es, etwas Abstand zwischen sich und die Dorfbewohner zu bringen,
doch während sie wegrannten rutschte Mia erneut auf dem matschigen Waldboden weg und verletzte sich dabei schwer. Sie ließ sich zu Boden fallen und griff an nach ihrem Knöchel.
“Ahhhh...ich kann nicht mehr laufen. Ich glaub ich habe mir den Knöchel verstaucht” “Schluckende Wasserspeier aber auch. Jetzt würde mir das Wissen aus Muggelheilkunde sehr gelegen kommen. Warum habe ich da nur nie aufgepasst?” schimpfte Newt in sich hinein.
Muggel was?!? Mia war sichtlich verwirrt von Newt, doch ihre Schmerzen rissen sie schnell wieder aus ihren Gedanken.
“Das Einzige was mir jetzt helfen könnte, wäre ein Doktor. Aber wo sollen wir den nur herbekommen?” sagte Mia unter Schmerzen.
Newt war mit seinem Latein am Ende und wollte gerade schon zu obskuren Methoden greifen, doch da vernahmen die beiden ein komisches Geräusch und ein helles Licht erschien.


Beide war so geblendet, dass sie nicht bemerkten, wie eine Gestalt aus dem Licht auf sie zukam, bis sie schließlich genau vor ihnen stand. Mia schaute der Gestalt verwundert ins Gesicht. “Und wer bist du?” fragte Mia zögernd.
“Ich bin der Doktor” antwortete die Gestalt. “Welcher Doktor?” fragt Mia, sichtlich mehr verwirrt als vorher. “Ja natürlich DER Doktor” antwortete der Doktor bestimmt.
Mia hatte wirklich keine Energie diese seltsame Konversation vorzuführen, zu stark waren die Schmerzen und so groß die Verwirrung, die aus den Fragen entstand.
Newt schien dies alles gar nicht so seltsam zu finden. Er und der Doktor stellten sich einander vor und unterhielten sich, als wäre sie zwei alte Freunde aus Schulzeiten.
Mia räusperte sich. “Nun hätte ich dich in unserem angeregtem Gespräch fast vergessen. Das Mädchen, Mia, hat sich bei der Flucht vor den Dorfbewohnern verletzt. Du weißt nicht zufällig wie wir ihr helfen könnten?” fragt Newt.
Da musste der Doktor nicht lange überlegen. “Am Bord der TARDIS habe ich eine Bibliothek, die sämtliches Wissen der Welten enthält. Dort werde ich sicher etwas finden”, sagt der Doktor und verschwand sofort im Inneren.
“ABER DAS IST DOCH NUR EINE TELEFONZELLE?” rief Mia. Waren denn alle um sie herum von allen guten Geistern verlassen? Doch da kam der Doktor schon wieder, mit dem passenden Buch in der Hand.
“Nicht alles ist so wie es auf den ersten Blick scheint”, sagte der Doktor zu Mia und gab das Buch an Newt. “Dies ist das ‘Lehrbuch der Zaubersprüche’. Im Kapitel über Heilung sollten wir bestimmt etwas finden” sagte der Doktor zu Newt.
Nach einigem hin und her Blättern fand Newt den passenden Zauberspruch. Er nahm seinen Zauberstab und sprach: “Ferula!”. Der Knöchel bandagiert sich und die Schmerzen waren so gut wie verschwunden.
Mia war wirklich verblüfft und schaut Newt mit großen Augen an: “Du bist ja wirklich ein Zauberer. Unglaublich.” Newt schüttelte den Kopf und seufzte leise: “Muggel”.
Während Mia sich freute wieder ohne Schmerzen stehen zu können, sprach der Doktor sie nun an. “Newt hat mir von seinen Forschungen über das Zombie-Einhorn erzählt. Das erklärt mir was er hier macht, aber was tust du hier?
Du scheinst mir nicht wirklich eine Entdeckerin zu sein”, sagte der Doktor. “Das ist eine wirkliche lange und seltsame Geschichte”, sagt Mia und fing an von allen ihren Geschehnissen, den Wesen und Orten zu erzählen, die sie gesehen hatte.
Mia hatte gerade zu Ende erzählt, da sprang der Doktor auf und spurtete eilig zur Tardis. Als er wieder zurückkam hielt der Doktor etwas in den Händen und überreichte es Mia.
“Bei meinen Erfahrungen, die ich bis jetzt mit diesem Thema gemacht habe, sollte man so etwas immer dabeihaben. Es ist sehr wichtig!”, sagte der Doktor.
Mia guckte die Geschenke in ihren Händen an. Ein Handtuch und eine Packung Erdnüsse? “Verzeihen sie meine Frage aber was soll ich bitte damit machen? Und soll ich das jetzt die ganze Zeit mit mir rumtragen?” fragte Mia den Doktor.
“Für was sie zu gebrauchen sind wirst du noch früh genug herausfinden”, sagte der Doktor und zwinkerte Mia zu. “Und das tragen sollte auch kein Problem sein”, sagte Newt.
Er schwang seinen Zauberstab und sprach: “Accio Handtasche”. Schon kam eine braune Umhängetasche angeflogen und landete in seiner Hand.
Er gab sie Mia, die zügig ihre Geschenke in der Tasche verstaute. Sie war gerade mit einräumen fertig geworden, da vernahmen die Drei aus der Entfernung ein lautes Wiehern und schauten sich um.
Dort in der Ferne auf einem Felsvorsprung sahen sie es, das Zombie-Einhorn. Mia fühlt sich als würde es ihr direkt in die Seele starren, so dass es ihr Eiskalt den Rücken runter lief.
Newt wusste sofort was los war. “Das Einhorn ist zurück und hungrig. Menschenfleisch ist das Einzige was seinen Hunger stillen kann”. Als wäre es sein Stichwort gewesen, galoppierte das Einhorn nun im vollen Tempo auf sie zu.
“Mia, du musst hier verschwinden, es ist viel zu gefährlich für einen Muggel wie dich”, sagt Newt. Die Panik war seiner Stimme anzuhören.
“Geh in die Tardis und schließe die Tür. Dort kann dir erst mal nichts passieren. Newt und ich versuchen das Einhorn von hier wegzulocken. Hoffen wir mal, das es keinen größeren Schaden anrichtet”, sagte der Doktor.


Gesagt, getan. Mia rannte in die Tardis hinein und schlug die mit voller Wucht die Tür hinter sich zu.
Die Panik hatten ihren Körper noch nicht ganz wieder verlassen, aber es fühlt sich an, als ob sie wieder freier atmen könnte.
Doch die Verschnaufpause war nicht von Dauer.
Hinter ihr entstand plötzlich ein hell leuchtendes Licht und zog Mia in sich hinein.
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