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Alt 19.03.2006, 18:02   #5  
nc-schmitt
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Perry Rhodan-COMICS kommen wieder. Als die so genannte KULT-Serie ( Kult bedeutet wohl schlecht, schlechter, am Schlechtesten!) mit Ausgabe 129 im Jahre 1975 eingestellt wurde, hat es kaum jemand zur Kenntnis genommen. Science Fiction-Wichsvorlagen im Pop-up-Stil brauchte schon damals in der Kolle Nach-Ära kein Mensch. Die Moewig-Redaktion war allerdings damals nicht ihrer Zeit voraus, wie man heute verklärend zu erklären versucht, sondern hoffnungslos rückständig, peinlich antiquirt.
Im Jahre 2002 versuchten erneut einige engagierte Mitarbeiter des Pabel Verlages eine Perry Rhodan Comic-Serie zu kreieren, jedoch scheiterten sie an ihrem Dilletantismus. Eine Schwäche, die dem Verlag zigtausende kostete!
Nun kommen wieder einige hochmotivierte Fans und - werden ebenfalls scheitern, bzw. Geld vernichten, da sie die gleichen Fehler machen, die ihre Vorgänger bereits begingen. SCHLIMM ist nur, daß niemand etwas GELERNT hat!!
„Perry und die CREST kehren nach ihrer langen Odyssee zur Erde zurück. Aber die Welt hat sich weitergedreht ...“, so die neuen Macher. Leider hat sich auch zwischen der Ausgabe 129 (1975) und 130 (vermutlich 2006) die Welt weitergedreht - und das haben Texter und Zeichner absolut nicht erkannt.
Nimmt man die im Net ausgestellten Seiten, erkennt man sofort die Schwächen.
http://www.perry-comic.de/website/ac...4400_kultcomic

Man kann es nicht deutlich genug machen: Ein Science Fiction-Comic lebt von den VISUELLEN Effekten! Es muß in erster Linie dem KÄUFER eine fantastische Welt gezeigt werden, in der die Hauptfiguren agieren. Das Cover ist vermutlich schon das einzige Glanzlicht des ganzen Comics. Eine tolle Arbeit von Sven Papenbrock. Die Comicseiten 1 und 2(12) zeigen schon die deutlichen Schwächen: Es wird eine KOMMANDOBRÜCKE angedeutet, auf der die Hauptpersonen in typisch amerikanischer Superhelden-Tradition in ihren Action-Bewegungen eingefroren sind. Eine Kommandobrücke in einem Raumschiff - das ist der Gipfel der Einfallslosigkeit! Alles wird kleiner und kompakter. Zuerst die heutige Telekommunikation. Jedoch in der Zukunft schreit man sich noch Befehle quer durch überdimensionierte Räume. Warum nicht direkt ein Führerhauptquartier einrichten? Jede moderne Großraumlimousine verfügt mit dem heutigen Standard über mehr Technik, Design und fantasieanregender Phantastic, als in diesen Zeichnungen dargestellt. Anstatt darüber nachzudenken, wie die zukünftige Welt aussehen könnte, malt man einfach eine Kommandobrücke, wie sie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr benutzt wird. Das wirkt so primitiv - da hätte man auch einen Westernsaloon darstellen können.
Große seitenfüllende Zeichnungen, die auch nur einen kleinen Ausschnitt der Situation wiedergeben sind eine amerikanische Domäne. Völlig abgeschmackt und unpassend. Hansrudi Wäscher hat wesentlich komplexere Bilder und Zeichnungen mit einfacheren Methoden entworfen. Und das schon in den 50er Jahren. Werfen wir noch einen letzten Blick auf die dicken Titten der namenlosen Frau - und kommen wir zur Seite 2(12). Auch hier ist nichts von einer Dramaturgie, von einem Seitenaufbau zu spüren. Vielmehr handelt es sich um einen besseren Schmierzettel. Ich wünschte, daß man noch das Haus mit rauchendem Schornstein, die Sonne, die Oma und den großen Garten gezeigt hätte - und das ganze signiert mit „Xenia, 4 Jare ald“.
Kommen wir zur Seite 13. Scheinbar die letzte der ersten Geschichte. Der Schluß-Satz ist nur allzu wahr: „Die Odyssee endet!“
Man muß noch einmal ganz klar feststellen: Ein Comic MUSS anders erzählt werden, als ein Roman. Allein schon durch die Darstellung, hat der Comic andere Gesetzmäßigkeiten. Die Macher des Comics ignorieren diesen Umstand. Daher kann diese Geschichte nur langweilen! Einfach nur zu sagen, daß man „mysteriöse Kristalle“ von irgendeinem „Planeten der Zeitläufer“ erhalten hat und nun im „Stillstandfeld“ festgehalten wird, reicht nicht. Die KUNST ist es, diese Dinge DARZUSTELLEN.
Mein Fazit: Null Punkte, in die Tonne kloppen!
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