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Alt 17.05.2019, 08:16   #12  
Peter L. Opmann
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Der mächtige Thor (Williams) 2

Erscheinungstermin: 2/1974

Originalausgabe:
1) Journey into Mystery # 84
2) Silver Surfer # 1

Story-Titel:
1) Der mächtige Thor kämpft gegen den Scharfrichter
2) ohne Titel (Der Ursprung des galaktischen Silberstürmers!)

Original-Storytitel:
1) The mighty Thor vs. the Executioner
2) Origin of the Silver Surfer!

Zeichnungen:
1) Jack Kirby / Dick Ayers
2) John Buscema / Joe Sinnott

Text:
1) Larry Lieber
2) Stan Lee



Und schon wechselt „Thor“ das Genre. Ein Superheldencomic ist das erneut nicht, eher ein Kriegscomic. Immerhin wird damit begonnen, das Umfeld von Thor/Don Blake aufzubauen, indem seine Sprechstundenhilfe Jane Foster eingeführt wird. Es wird auch gleich gezeigt, daß beide zarte Gefühle füreinander hegen, aber Blake sich nicht traut, auf Foster zuzugehen, weil er ein Krüppel ist, und sie zögert, weil sie ihm keinen Sinn für Romantik zutraut. Man muß bei dieser Story wieder ein paar Abstriche machen, aber positiv überrascht hat mich, wie mitreißend physisch Thors Kampf gegen Militärjets und Panzer inszeniert wird, etwas, was später eher die Spezialität des Hulk war.

Die Story ist recht simpel. Dr. Blake meldet sich freiwillig zum humanitären Einsatz in dem erfundenen südamerikanischen Land San Diablo, in dem der Diktator Scharfrichter wütet. Zusammen mit Jane reist er per Schiff hin. Schon das mißfällt dem Scharfrichter, und er schickt Jets, um das Schiff zu versenken. Blake verwandelt sich in einem unbeobachteten Moment in Thor und haut die Kampfflugzeuge zu Klump. Man sieht jeweils, wie der Pilot im letzten Moment mit dem Fallschirm aussteigen kann. Anschließend taucht Don Blake wieder auf und schützt vor, ins Meer gefallen zu sein.

Der Scharfrichter hetzt erneut seine Soldaten auf die Ärztegruppe. Thor entfacht jedoch einen Sturm, der sie kampfunfähig macht. Als der Scharfrichter einen Panzerverband schickt, wird Thor ein bißchen böse. Er fegt sie mit einem ausgerissenen Baum hinweg und traktiert sie erneut mit seinem Hammer. Nun nimmt der Scharfrichter Jane Foster als Geisel. Thor zieht sich zurück; kurz darauf wird Don Blake festgenommen und zur Exekution an die Wand gestellt. Zu allem Überfluß nimmt man ihm seinen Stock weg. Im letzten Moment entreißt er ihn jedoch einem Soldaten und verwandelt sich so schnell in Thor, daß die Militärs nur einen grellen Blitz sehen. Statt sich weiter auf seine Geisel zu verlassen, will der Scharfrichter nun mit sämtlichen Staatseinnahmen abhauen. Seine Leute sehen, daß er ein Verräter ist, und erschießen ihn anstelle von Don Blake. Jane macht er weis, er habe sich hinter der Mauer versteckt. Sie hat sich inzwischen auch ein wenig in Thor verliebt, sieht aber ein, daß ihr Doktor nicht so kühn wie der Donnergott sein kann.

Jane Foster wird hier zielgerichtet als wichtige Nebenfigur aufgebaut. Sie ist aber alles andere als eine selbstbewußte Frau und muß gleich mal aus den Händen des Schurken befreit werden. Daß sie und Don Blake sich gegenseitig anschmachten, aber nicht reinen Tisch machen, ist ganz reizvoll, wird aber absehbar nach einigen Ausgaben langweilig. Der Scharfrichter ist eine arg austauschbare Figur und fällt auch für einen zweiten Auftritt aus – Thor fehlt es nach wie vor an Supergegnern; da ist weder Stan Lee noch seinem Bruder etwas Gescheites eingefallen. Jack Kirby zeichnet erneut ansprechend. Im Militär-Milieu ist er ja als Weltkriegsteilnehmer bewandert. Und er läßt Thor hier auch mal ordentlich zuschlagen. Detail am Rande: Anfangs zeigte Thor an seinen Seiten nackte Haut, weil er offenbar nur eine Brust- und eine Rückenplatte trug; jetzt wird diese Kleidungslücke zunehmend geschlossen.
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