LOL - Next, Staffel 1
Ist ab heute komplett draußen bei Amazon und ich habe direkt durchgeschaut. Es ist quasi LOL auf Speed, jeder nur ein Leben, nur vier Folgen statt 6, von der Laufzeit Spielfilmlänge und perfekt geeignet zum durchbingen. Die Teilnehmer kommen eher aus der Influencer/Internet-Szene oder haben dort zumindest den Ursprung ihrer Bekanntheit, moderiert wird von Hazel Brugger. Dabei sind: Aditotoro, Alina Bock, Freshtorge, Helge Mark, Laura Larsson, Maria Ziffy, Marti Fischer, Paul Luca Fischer, Phil Laude und Selfiesandra.
Mir hat es insgesamt gut gefallen, besser als die letzte reguläre Staffel, gerade auch weil man hier einen deutlich unverbrauchteren Cast hat. Die zehn Teilnehmer fand ich alle sympathisch und hochmotiviert. Da war gleich eine ganz andere Energie im Raum und praktisch kein Moritz Bleibtreu dabei, der sich durch die Sendung schweigt.
Am meisten gefeut hatte ich mich auf Laura (ich bin Fan ihres Podcasts), Torge und Helge. Gemäß der Struktur der Sendung sieht man natürlich von manchen deutlich weniger, als von anderen, was ich teilweise schade fand. Bei Selfiesandra bin ich mir auch nach dieser Sendung immer noch nicht sicher, ob ihre Dummheit ganz oder teilweise geschickt gespielt ist (wie bei Verona oder Evelyn Burdecki) oder ob sie wirklich so ist.
Kritisieren würde ich die Gestaltung des Anfangs. Gerade bei LOL Next hätte ich es gut gefunden, die Teilnehmer ein bisschen vorzustellen und nicht nur zu jedem einen 2-Sekunden-Clip zu zeigen. Auch fehlt mir das Kennenlernen und die Ankunft, es geht direkt in die Action. Die Auftritte sind ähnlich Hit und Miss wie beim regulären LOL, fast durchgehend stark fand ich allerdings die gut gewählten Gastauftritte mit ein paar unerwarteten Überraschungen. Mit dem Sieger/der Siegerin bin ich sehr zufrieden.
Beiträge von Heatwave19
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Ich habe ein, zwei Ideen, der Härtetest wird aber die Playlist. Es gibt schon Songs zum Thema, die ich mag, aber das sind wenige.
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Vertigo - Aus dem Reich der Toten (Vertigo, 1958)
Regie: Alfred Hitchcock; Darsteller: James Stewart, Kim Novak, Barbara Bel Geddes
Bei einer Verfolgungsjagd stürzt Polizist Scotty Ferguson fast von einem Dach und muss zusehen, wie sein Kollege stirbt. Aufgrund einer diagnostizierten Höhenangst und Schuldgefühlen quittiert er den Dienst bei der Polizei. Sein alter Schulfreund Gavin Elster bietet ihm einen neuen Job an: Er soll dessen Frau beschatten. Sie scheint von dem Geist ihrer Urgroßmutter besessen zu sein...
Das war für mich der bisher beste Hitchcock. Fast schon ein Horrorthriller, der einen immer tiefer in die mysteriösen Ereignisse hineinzieht. Trotz der abwegigen Plotidee der übernatürlichen Besessenheit, gelingt es, den Zuschauer Stück für Stück davon zu überzeugen, dass Madeleine tatsächlich besessen ist. Der Twist in der Mitte kommt dann umso überraschender und ab da wird der Film dann so richtig unangenehm (im besten Sinne). Die beiden Hauptdarsteller fand ich fantastisch, auch in ihrer Chemie miteinander. Das Ende ist richtig schön düster und konsequent und hat mich nochmal mehr überzeugt als bei 'Der Fremde im Zug' oder 'Das Fenster zum Hof'. Kritisieren kann man vielleicht, dass der hier von dem Antagonisten geplante und umgesetze Plot in Teilen von Zufällen abhängig ist. Es wird aber durch die typische ikonische Machart von Hitchcock und die starken Darsteller so gut verkauft, dass mich das nicht gestört hat.
Funfact: Bekannt ist der Film für die Erfindung des berühmten „Vertigo-Effekts“ (Kamera-Zoom und gleichzeitiges Zurückfahren der Kamera). Der Kameramann Irmin Roberts erfand den Effekt aus Zoom und Gegenbewegung (auch Dolly-Zoom genannt).
9/10
Im Zeichen des Bösen (Touch of Evil, 1958)
Regie: Orson Welles; Darsteller: Charlton Heston, Janet Leigh, Orson Welles
In Los Robles, eine Kleinstadt an der mexikanisch-amerikanischen Grenze, wird ein wohlhabender Geschäftmann mit seinem Auto in die Luft gesprengt. Zufällig ist der mexikanische Drogenfahnder Miguel Vargas mit seiner Frau auf Flitterwochen in der Nähe. Er beginnt, sich in den Fall einzumischen, sehr zum Missfallen des amerikanischen alten Polizei-Captains Hank Quinlan...
Der Film hat eine sehr spezielle Machart, die mich mehrmals aus der Handlung gerissen hat. Ist sehr schwierig zu beschreiben, es waren einfach immer mal wieder Dinge, die ich als ungeschickt oder unrealistisch inszeniert/dargestellt empfand und anders gemacht hätte. Muss bspw. nach der Explosion des Autos der Brunnen daneben brennen? Der Trumpf des Films sind definitiv seine einprägsamen Charaktere, insbesondere das Spannungsfeld zwischen Vargas und Quinlan ist stark. Wirklich sympathisch wurde mir Quinlan dabei nicht, man versteht aber letztendlich gut, woher sein teilweise korruptes Verhalten kommt, insbesondere durch die Vergangenheit mit seiner Frau. Das Ende war gelungen, trotzdem ist es für mich einer der schwächeren Filme in dem bisherigen starken Teilnehmerfeld.
Funfact: Es gibt drei Versionen des Films. Die Kinofassung von 1958, eine Preview-Fassung, 1975 wiederentdeckt, und eine rekronstruierte Fassung von 1998, die am ehesten der Vision des Regisseurs entspricht. Ich habe hier wohl mit der Kinofassung die schwächste Version des Films gesehen, die anderen Versionen sind leider nicht verfügbar.
7/10 -
Glückwunsch an Wild Bill Kelso zum Sieg. Danke an meine Punktegeber. Und natürlich vielen Dank an falkbingo für die Ausrichtung.

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Die zwölf Geschworenen (12 Angry Men, 1957)
Regie: Sidney Lumet; Darsteller: Henry Fonda, Lee J. Cobb, Ed Begley
In einem Mordprozess wird einem achtzehnjährigen Puerto-Ricaner vorgeworfen, seinen Vater ermordet zu haben. Die zwölf Geschworenen müssen nun über das Schicksal des jungen Mannes entscheiden. Dabei erscheint die Schuld zunächst offensichtlich, doch einer der Männer meldet Zweifel an...
Fantastisches Kammerspiel, für mich ein perfekter Film. Das Setting im beengten Beratungsraum, das zunächst unerträglich heißes Wetter mit dem später erlösenden Regen, die präzisen Dialoge, die zwölf fantastischen Darsteller, da stimmt einfach alles. Ich fand es unheimlich interessant, wie hier die zunächst glasklare Schuld duch logisches Infragerstellen immer mehr in Zweifel gezogen wird. Dabei fand ich nicht alle Argumente wasserdicht, aber es geht ja nicht darum, die Unschuld eindeutig zu beweisen, sondern um die Frage, ob man hier einen achtzehnjährigen Jungen zum Tode verurteilt, wenn auch nur die geringste Möglichkeit besteht, dass er es nicht war. Auf der Charakterebene fand ich es sehr stark, wie jeder der Zwölf Hintergrund und Motivation bekommt, ohne dabei jede Figur sympathisch zu machen. Besonders den Geschworenen Nr. 3 mit dem Hintergrund der Entfremdung von seinem Sohn fand ich brilliant gespielt mit einem tollen Payoff am Ende. Ich kann nur jedem empfehlen diesen Film anzuschauen.
Funfact: Vor den eigentlichen Dreharbeiten ließ Sidney Lumet die Schauspieler tagelang mehrere Stunden am Stück ohne Kameras in einem echten, engen Raum ihre Texte proben. So wollte er ihnen ein echtes Gefühl dafür geben, wie es ist, mit denselben Menschen eingesperrt zu sein.
10/10
Die Brücke am Kwai (The Bridge on the River Kwai, 1957)
Regie: David Lean; Darsteller: William Holden, Jack Hawkins, Alec Guinness
Anfang 1943 in einem japanischen Kriegsgefangenenlager muss eine Gruppe britischer Soldaten eine Eisenbahnbrücke über den Fluss Kwai bauen. Der japanische Lagerleiter lässt die Insassen unter unmenschlichen Bedingungen schuften, bis sich Colonel Nicholson widersetzt. Einem amerikanischen Gefangenen namens Shears gelingt derweil die Flucht. Doch er wird schnell wieder in die Ereignisse um die Brücke hineingezogen, als die britische Führung plant, das Bauprojekt zu sprengen, sobald es fertig ist...
Insgesamt ein guter Film, der aber seine Längen hatte, bei 2,5 Stunden Laufzeit aber kein Wunder. Beeindruckend fand ich die technischen Aspekte des Films, die Brücke wurde ja tatsächlich gebaut und viele Szenen und Einstellungen sind aufwendig gemacht. Die Darsteller waren alle solide bis gut. Der Teil um den amerikanischen Soldaten hat für mich gerade in der Mitte den Film ein bisschen ausgebremst, das psychologische Duell zwischen dem japanischen Lagerleiter und dem britischen Colonel war interessanter. Teilweise fand ich es allerdings etwas unrealistisch, wieviel Einfluss der Colonel dann auf einmal im Lager hatte. In dem Zusammenhang war es mir in einigen Szenen auch zu patriotisch bzw. militärische Schönmalerei. Zum Glück wird das dann aber mit dem bitterbösen Ende des Films eindeutig gebrochen und der Arzt des Lagers drückt mit einem Wort wunderbar aus, wie sinnlos das Ganze doch ist: "Madness." Das hat für mich den Film tatsächlich gerettet.
Funfact: Durch den Erfolg des Films wurde der im Film gezeigte Abschnitt des Flusses von der thailändischen Regierung in "Kwai" umbenannt, um den Tourismus anzukurbeln.
8/10 -
Bei mir ist der Band (inkl. Puzzle) auch diese Woche eingetroffen. Am Wochenende werde ich reinschauen (und puzzlen).

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Oh, stimmt, irgendwie habe ich mit dem zweiten Weltkrieg gerechnet, aber du hattest ja erster geschrieben, sorry.

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"Invasion of the Body Snatchers" - ein früher Horrorfilm... okay, aus heutiger Sicht bestimmt. Aber es hat schon nach dem Ersten Weltkrieg gute Horrorfilme gegeben, und zwar kamen die aus deutschen Studios.
Das stimmt wohl, und wenn man bspw. Nosferatu von 1922 nimmt, sind Horror-Filme ja sogar noch älter.
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Die Rechnung ging nicht auf (The Killing, 1956)
Regie: Stanley Kubrick; Darsteller: Sterling Hayden, Coleen Gray, Vince Edwards
Der vorbestrafte Johnny Clay tut sich mit verschiedenen Männern zusammen, um eine Pferderennbahn auszurauben. Sein Plan scheint wasserdicht, doch kann er sich wirklich auf alle seine Mitstreiter verlassen?
Einer der besten Heist-Filme (im Mittelpunkt steht ein raffinierter Raub), die ich bisher gesehen haben. Ein wirklich gut durchdachtes Script, starke Darsteller und nachvollziehbar motivierte Figuren. Gerade letzteres hat mir sehr gefallen, keine gesichtslosen Statisten ohne Hintergrund, sondern verschiedenste Gründe, warum sich die Männer an dem Verbrechen beteiligen. Hayden bringt genug Charisma mit, dass man Johnny durchaus sympathisch findet, obwohl er natürlich ein Schwerverbrecher ist. Das erst blutig/konsequente und dann schon fast poetisch gerechte Ende hat mir sehr gefallen. Mein erster Kubrick, da bin ich auf jeden Fall auf mehr gespannt.
Funfact: Die nicht immer lineare Erzählstruktur hat das Testpublikum verwirrt, trotzdem hielt Kubrick an seiner Version fest. Zum Glück, muss man sagen, denn gerade das fand ich hier wirklich interessant und gelungen.
9/10
Die Dämonischen (Invasion of the Body Snatchers, 1956)
Regie: Don Siegel; Darsteller: Kevin McCarthy, Dana Wynter
Dr. Miles Bennel kehrt von einem medizinischen Kongress in seine Heimatstadt zurück. Neben seiner alten Flamme Mary trifft er in seiner Praxis auf immer mehr merkwürdige Fälle von Leuten, die behaupten, ihre Familienmitglieder nicht mehr wiederzuerkennen. Bald werden auch er und Mary tiefer in die unheimlichen Ereignisse der Stadt hineingezogen. Wird die Bevölkerung tatsächlich gegen Doppelgänger ausgetauscht?
Hat mir wirklich gut gefallen, interessant, mal so einen frühen Horrorfilm zu sehen. Das ganze Konzept der "Pod People" wurde ja vielfach kopiert und referenziert, da erkennt man mal wieder einige Referenzen, die man vorher vielleicht nicht so zuordnen konnte. Ich mochte, dass die Invasoren nicht tumb und gewalttätig daherkommen, sondern schon intelligent handeln und Gewalt nur als letztes Mittel sehen. Die genau richtig dosiert eingesetzten praktischen Effekt fand ich super, sowas mag ich aber eh. Das altert meist deutlich besser, als frühe Effekte aus dem Computer.
Etwas durchwachsen fand ich die schauspielerische Leistung. Der Hauptdarsteller macht seine Sache sehr gut und trägt dadurch auch viel vom Film, um ihn herum und gerade auch bei Mary war nach meinem Gefühl aber noch etwas Luft nach oben. Das Ende hätte ich persönlich noch düsterer gestaltet, es funktioniert aber und ist in sich logisch.
Funfact: Der gesamte Film wurde in nur gut 20 Tagen fertiggestellt, da das Budget mit 400.000 US-Dollar äußerst knapp bemessen war. Eine interessante Parallele zum Horror-Hit von 2026 Obsession.
8/10 -
The End of Oak Street (2026)
War ganz gut, hat mich aber nicht umgehauen. Etwas geärgert habe ich mich, dass der Trailer schon soviel veraten hat, ich glaube, der funktioniert nochmal besser, wenn man da ganz ohne Vorkenntnisse rangeht. Die Familie im Zentrum war ganz sympathisch und verhält sich manchmal ärgerlich irrational, aber es ist ja auch eine Extremsituation. Oft hätte ich mir noch einen Tick mehr Tiefe und Mut bei der Charakterisierung gewünscht. Die homosexuelle Beziehung wird nur verschämt angedeutet, da sieht man wieder woher der (konservative) Wind gerade weht. Ärgert mich im Jahr 2026.
Das Schema des Films kennt man aus den Jurassic Teilen, hier aber mit einem ganz eigenen Twist. In der Mitte des Films gab es für mich auch eine tatsächliche Überraschung, schade, das man da nicht konsequent geblieben ist. Das Ende wirft einige Fragen auf bezüglich derSpoiler anzeigen
Zeitreiselogik
, aber da denkt man wohl besser nicht weiter drüber nach.
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"The Night of the Hunter" ist nicht realistisch, sondern im Gegenteil extrem stilisiert. Er hat viel von einem Horrorfilm; es gibt aber natürlich keinen Splatter. Das wäre 1955 wegen der Zensurbestimmungen nicht möglich gewesen, und es hätte Laughton sicher auch nicht interessiert. Aber überlege mal, wie realistisch zum Beispiel "The Night of the living Dead" ist.
"The Night of the Hunter" hat Märchenelemente, und er greift Stilmerkmale deutscher expressionistischer Stummfilme auf. Es ist sicher ein Film, der an allen Erwartungen vorbeiläuft. Und er ist bei Erscheinen auch ganz überwiegend negativ aufgenommen worden.
Sehr interessant. Da fehlte mir dann wohl der Kontext, um das richtig zu verstehen.
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Die Nacht des Jägers (The Night of the Hunter, 1955)
Regie: Charles Laughton; Darsteller: Robert Mitchum, Shelley Winters, Lillian Gish
USA, 1933. Harry Powell, ein psychopathischer Frauenmörder, zieht als Wanderprediger durch die Lande. Als er wegen eines kleinen Vergehens kurz im Gefängnis landet, erfährt er von einem Mitinsassen, dass dieser das Geld aus einem Bankraub bei seiner Frau und seinen Kindern versteckt hat. Nachdem Harry entlassen wurde, beginnt er, sich der Witwe und den Kindern anzunähern...
Das war für mich der bisher schwächste Film bei diesem Projekt, gerade im Vergleich mit den anderen Werken gefielen mir die Produktionsqualität und das Schauspiel deutlich weniger. Die Kulisse hatte oft etwas von einem Theaterstück, bspw. sehr schlechte Hintergründe, die offensichtlich nur aufgemalt sind, oder sehr sichtbare Drähte und Schnüre. Besonders die Kinder haben mich schauspielerisch nicht überzeugt und dadurch immer wieder aus der Handlung gerissen.
Nach 2/3 der Spielzeit vollzieht der Film eine unorganische Wandlung vom realistischen Thriller zu eine Art religiösem Kindermärchen, als die den Fluss runtertreibenden Kinder auf eine herzensgute, moralisch einwandfreie alleinstehende Frau treffen. Überhaupt war mir auch die religiöse Botschaft zu holzhammermäßig und das Frauenbild zu antiquiert. Ich hatte gehofft, dass man durch den Priester als Antagonisten ein etwas differenziertes Bild zur Religion zeigt, aber der bleibt ein eindimensionaler, irrer Frauenhasser ohne Nuancen oder Hintergrund.
Es gab ein paar gute Szenenbilder (z.B. die Frauenleiche unter Wasser), Robert Mitchum spielt solide und mir gefiel der Einsatz von Tieren im Film, aber das reicht letztendlich nicht, um für mich die negativen Punkte aufzuwiegen.
Funfact: Die Tätowierungen des Priesters auf den Fingerknöcheln (LOVE auf der einen und HATE auf der anderen Hand) wurden zum Kult und unzählige Male in anderen Werken kopiert. Erst vor ein paar Jahren gab es dazu auch was in den X-Men Comics der Krakoa Ära, wo Kitty Pryde (Shadowcat) sich KILL und SHAW auf die Fingerknöchel tätowieren ließ. Schön, dass ich da jetzt die Referenz kenne.
5/10
Marty (1955)
Regie: Delbert Mann; Darsteller: Ernest Borgnine, Betsy Blair
Der untersetzte Marty Piletti, von Beruf Metzger, lebt auch mit 34 Jahren immer noch bei seiner Mutter. Von allen Seiten wird er unter Druck gesetzt, sich endlich eine Frau zu suchen. Als er die schüchterne Clara bei einem Tanzabend kennen lernt, scheint sich das Blatt endlich zu wenden. Doch sein Umfeld reagiert anders als erwartet auf das neue Liebesglück...
Fantastischer Film, der mich besonders, aber nicht nur, auf der emotionalen Ebene gepackt hat. Schon die Idee, hier mal den Heiratsdruck auf alleinstehende Männer zu zeigen, was man ja sonst eher bei Frauen kennt, fand ich eine spannende Idee. Sehr interessanter Einblick in menschliche Dynamiken, wie negativ das Umfeld (Familie, Freunde) auf Martys neue Liebe reagiert, nachdem sie ihm vorher so viel Druck gemacht haben, endlich eine Frau zu finden. Auch 70 Jahre später kann man hier vieles wiedererkennen und mit eigenen Erfahrungen abgleichen.
Dank starkem Hauptdarsteller ist Marty ein unheimlich sympathischer Protagonist und auch Clara gefiel mir in der Rolle der schüchternen Lehrerin sehr. Dazu gelingt es, eine perfekte Chemie zwischen den Darstellern herzustellen, wodurch man ihnen die gegenseitige Zuneigung jederzeit abnimmt. Wunderschönes Ende, als es Marty gelingt, seine bekannten Muster und die Negativität seines Umfeldes zu durchbrechen.
Funfact: Marty ist die Adaption eines Fernsehfilms von 1953 und bis heute der einzige Film dieser Art, der den Oscar für den besten Film gewinnen konnte.
10/10 -
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Bin gespannt, ob mein Kandidat schon weg ist, habe sicherheitshalber einen Ersatz mitgeschickt.
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X-Men '97, Staffel 2
Die Staffel ist jetzt nach 9 Folgen abgeschlossen. Insgesamt hatte ich wieder sehr viel Spaß mit der Serie, das ist einfach von Fans für Fans gemacht. Unzählige Anspielungen und Figuren aus dem X-Men Kosmos werden hier referenziert und umgesetzt, dass es als Comic-Leser eine wahre Freude ist.
Trotzdem fand ich Staffel 1 etwas besser und runder. Weiterhin fühlen sich die Geschichten ein bisschen gehetzt an, gerade, wenn man versucht, neben der Hauptstory um Apocalypse diverse andere Storylines aus den Comics umzusetzen, wie bspw. Danger aus Astonishing X-Men, die Acolytes Story um Colossus oder X-Factor als Regierungsteam. Gerade letzteres ist dabei ein gutes Beispiel für verschenktes Potential, da man abseits von Polaris kaum Hintergründe zu den Figuren bekommt. Bei mir als Comic-Fan fällt es nicht so sehr ins Gewicht, da ich die Figuren kenne, wenn man aber wenig Berührungspunkte mit den X-Men und ihrem Umfeld hat, dürfte das hier schwerer ins Gewicht gefallen.
Der Aufbau von Apocalypse zu Beginn der Staffel mit Vergangenheit und Zukunft war in meinen Augen leider deutlich besser, als der Abschluss der Story in den beiden letzen Folgen. Das Ende war mir auch viel zu abrupt, hier hätte eine zehnte Folge gut getan, die sich mit den Folgen der dramatischen Ereignisse auseinandersetzt. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf die weiteren Staffeln, Staffel 3 in 2027 und Staffel 4 in 2028 sind ja zum Glück schon bestätigt. -
Das Fenster zum Hof (Rear Window, 1954)
Regie: Alfred Hitchcock; Darsteller: James Stewart, Grace Kelly
Der Fotograf Jeff sitzt dank eines gebrochenen Beines in seiner Wohnung fest. Sein einziger Zeitvertreib ist es, am Fenster den Innenhof und das Leben der verschiedenen Bewohner zu beobachten. Das Ganze nimmt jedoch eine düstere Wendung, als die Frau eines Nachbarn verschwindet...
Der zweite Hitchcock bei diesem Projekt hat mich mehr überzeugt als der erste (Der Fremde im Zug). Die Idee ist genial, das reduzierte Setting mit dem Hinterhof klasse und die Geschichte ist bis zum Ende logisch durchdacht. Man fiebert die ganze Zeit mit, baut Sympathie zu den Bewohnern des Hinterhofes auf (am meisten ging mir die alleinstehende, ältere Frau ans Herz) und das Ende konnte mich tatsächlich überraschen, hatte mit etwas ganz anderem gerechnet.
Für mich persönlich hätte es noch etwas düsterer sein dürfen, Hitchcock liebt aber anscheinend seine Happy Ends. Für die Protagonisten und deren Beziehung hätte ich mir vielleicht noch etwas ausführlichere Charakterentwicklung gewünscht. Und eine Szene (Blitzlicht) war wieder etwas albern und unrealistisch, zumindest hat es aber den Angreifer nur kurz aufgehalten.
Funfact: Der Hinterhof, in dem sich der ganze Film abspielt, ist ein Studioset. Wirlich beeindruckende, technische Arbeit, die sich auszahlt. Es wurden sogar Strom- und Wasserleitungen in die Film-Wohnungen gelegt.
8/10
Die Faust im Nacken (On the Waterfront, 1954)
Regie: Elia Kazan; Darsteller: Marlon Brando, Karl Malden, Lee J. Cobby, Eva Marie Saint
Im Hafen von New Jersey herrscht eine korrupte Gewerkschaft unter der Führung von Johnny Friendly über die Dockarbeiter. Auch Terry, dessen Bruder Charley als Rechtsanwalt für Friendly arbeitet, wird in die Machenschaften hineingezogen. Als er die Schwester eines von Johnnys Opfern kennenlernt, beginnt Terry sich zusehens aufzulehnen...
Den fand ich klasse, nicht zuletzt dank Marlon Brando, der den Film fast im Alleingang trägt. Bisher meine absolute Entdeckung bei diesem Projekt, ich hoffe, es kommen noch ein paar weitere Filme mit ihm. Ich mag diesen wirklich dreckigen Realismus des Films, die klare Charakterentwicklung des Protagonisten und das konsequente Gänsehaut-Ende. Obwohl man es als Happy End bezeichnen kann, muss Terry einiges Einstecken, wodurch sich das Finale deutlich verdienter anfühlt, als bei manch anderen Streifen. Ein Shoutout möchte ich aber auch Karl Malden geben, der den Geistlichen spielt, wie bei Endstation Sehnsucht fand ich ihn sehr überzeugend in der Rolle der moralischen Instanz.
Funfact: Der Film konnte acht Oscars gewinnen, unter anderem für die beste Regie und den besten Hauptdarsteller.
9/10 -
Ich möchte mit der X-Men Krakoa Ära anfangen und hab mir dafür die beiden Dawn of X Omnis und HoX/PoX OHC bestellt. Da die Dawn of/Reign of Omnis ja alle Reihen sammeln, brauche ich die anderen Omnis, die Creatorspezifisch sind ja nicht, oder?
Also danach müsste ich mir Reign of X 1 und 2 und X of Swords bestellen, richtig? Oder muss ich noch andere Omnis besorgen, die wahrscheinlich nicht in den Komplettomnis enthalten sind?Ja. Die Reihenfolge ist:
HoX/PoX Hardcover, Dawn of X Omnibus 1-2, X of Swords Hardcover, Reign of X Omnibus 1-2
Alles andere brauchst du erstmal nicht, vorrausgesetzt, dass die chronologische Omnibus Reihe fortgeführt wird. Da Dawn of 2 ausverkauft war (gab inzwischen einen Reprint), würde ich aber davon ausgehen, dass es auch nach Reign weitergeht.

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Verdammt in alle Ewigkeit (From Here to Eternity, 1953)
Regie: Fred Zinnemann; Darsteller: Burt Lancaster, Montgomery Clift, Deborah Kerr, Donna Reed, Frank Sinatra
Hawaii, 1941. Der dickköpfige Soldat Robert Lee Prewitt eckt in seiner neuen Einheit direkt an, als er sich weigert, Teil der Boxmannschaft zu werden. Er verliebt sich in die Prostituierte Lorene, während sein Seargent, Milton Warden, eine Affäre mit der Frau des Kompaniechefs beginnt. Währendessen rückt der Krieg immer näher...
Das Militär-Thema ist nicht so meins, der Film zeigt aber durchaus realistisch und anschaulich den Alltag im Militärlager auf Hawaii zu dieser Zeit. Mir ist das alles ein bisschen zu viel Macho und Testosteron, ein paar Sachen sind nicht so gut gealtert. Die zwei recht kitschigen Romantik-Plots haben mich leider auch nicht vollständig überzeugt. Gut fand ich, dass man im Verlaufe des Films die Hintergründe und Motivationen der Figuren mehr zu verstehen beginnt. Ein Trumpf ist natürlich der Bezug zu den historischen Ereignissen um Pearl Harbor, wobei das sehr wenig und erst gegen Ende eine Rolle im Film spielt. Die Darsteller sind durch die Bank stark, der Plot ist in sich logisch und das Ende konsequent.
Funfact: Frank Sinatra kannte ich persönlich nur als Sänger von alten Platten meiner Eltern. Hier spielt er eine überzeugende Nebenrolle, für die er sogar einen Oscar gewann.
7/10 -
Bendis wäre dann erstmal diese Heftserie und eigentlich auch die erste Uncanny X-Men Paperback Serie:
Die neuen X-Men (Vol.1)
Uncanny X-Men (Vol.1)
Danach käme die Inhumans vs. X-Men Phase, da gibt es drei Hauptserien und das Event am Ende:
X-Men (Vol.3)
Die neuen X-Men (Vol.2)
Uncanny X-Men (Vol.2)
Death of X
Inhumans vs. X-Men
Dann kommt die X-Men: Gold/Blue Phase mit Extermination am Ende:
X-Men: Gold
X-Men: Blue
Extermination
Jetzt das letzte vor HoX/PoX:
Uncanny X-Men (Vol.3)
Age of X-Man
Gerade die Geschichte, die Bendis in Die neuen X-Men (Vol.1) beginnt, zieht sich über Vol.2, X-Men: Blue bis Extermination. Natürlich spricht hier aber der Komplettist aus mir. Wie Vikki schon richtig sagt, ist das alles kein Zwang, um HoX/Pox zu lesen, wollte dir aber gerne ein vollständiges Bild geben.
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Was genau ist mit Marvel Now gemeint, der Bendis Run? Wenn ja, da kommt noch eine Menge dazwischen. Und liest du auf Deutsch oder Englisch?
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Die Reise nach Tokyo (1953)
Regie: Yasujirō Ozu; Darsteller: Chishū Ryū, Chieko Higashiyama
Das ältere Ehepaar Shūkichi und Tomi Hirayama reist nach Tokyo, um seine Kinder zu besuchen. Diese haben aber nur wenig Zeit für sie. Nach ihrer Rückreise wird Tomi schwerkrank...
Ein sehr ruhiger Film über die Entfremdung zwischen Eltern und Kindern, der mir aber sehr gefallen hat und noch lange nachwirkt. Die ganze Machart ist sehr sorgfältig, jede Einstellung und jede Szene scheint minutiös geplant. Man muss viel auf Zwischentöne achten und ein gewisses Verständnis für die japanische Mentalität haben, dann bekommt man hier aber einen erstaunlich zeitlosen Film und interessante Einblicke in das Japan der 50er.
Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern ist oberflächlich gesehen von gegenseitigem Respekt geprägt, im Verlauf des Films spürt man aber immer mehr die darunter liegenden Entfremdung. Am meisten tat mir tatsächlich Tomi leid, die immer wieder versucht, Kontakt zu Enkeln und Kindern aufzubauen, aber jedes Mal scheitert. Am spannendsten fand ich die verwitwete Schwiergertochter, die noch das meiste für ihre Schwiegereltern tut, hinter ihrem stets lächelnden Gesicht aber eine tiefe Trauer und Einsamkeit verbirgt.
Mich hat der Film tatsächlich dazu gebracht, selbst über das Verhältnis zu Eltern und Großeltern nachzudenken. Die Zeit vergeht so schnell und oft nimmt man sich keine Zeit, bis es zu spät ist.
Funfact: Für das westliche Publikum wurde der Film als zu typisch japanisch eingeschätzt, erst nach Ozus Tod in den 70er fand der Film auch Anerkennung im Ausland und gilt heute als eines der besten Werke der Filmgeschichte.
9/10 -
Naja, so ein Milliardenerfolg bringt auf jeden Fall Geld in die Kassen und ermöglicht dann auch wieder andere Projekte, die vielleicht etwas riskanter als Spider-Man sind. Und ich verstehe dieses DC vs. Marvel im Jahre 2026 wirklich nicht mehr. Für uns alle ist es doch besser, wenn die Comic-Verflimungen alle gut laufen, weil wir dann mehr davon bekommen, unabhängig von DC oder Marvel. Würde mich sehr freuen, wenn das DCU mit Man of Tomorrow nächstes Jahr ähnliches schafft.
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Zwölf Uhr Mittags (High Noon, 1952)
Regie: Fred Zinnemann; Darsteller: Gary Cooper, Grace Kelly, Lloyd Bridges
Will Kane, Marshal der Kleinstadt Hadleyville, ist frisch verheiratet und plant mit seiner Frau seinen Job und die Stadt hinter sich zulassen. Als er jedoch erfährt, dass ein von ihm vor fünf Jahren festgesetzer Mörder in die Stadt zurückkehrt, beschließt er vorerst zu bleiben. In der Stadt findet er wenig Unterstützung, kann es ihm trotzdem gelingen, dem Verbrecher die Stirn zu bieten?
Mit dem Wester Genre habe ich kaum Berührungspunkte und meistens tue ich mich schwer damit. Hier hat es mir aber wirklich gut gefallen, weil der Film nicht einfach seicht vor sich hinplätschert oder auf inhaltslose Ballerei setzt, sondern die Spannung langsam bis zum explosiven Finale aufbaut. Mir gefiel sehr, wie man durch viele verschiedene Figuren ein komplexes Bild der Kleinstadt erhält und trotz ihrer Feigheit die Motivationen gut nachvollziehen kann, Will nicht zu helfen. Gary Cooper spielt klasse, genauso Grace Kelly, aber auch in der zweiten Reihe hat man mit Lloyd Bridges, Wills ehemalige zweite Hand, oder Katy Jurado, eine Mexikanerin mit fantastischer Ausstrahlung, Highlights. Die Ballerei am Ende, war für mich dann fast schon der schwächste Teil, weil ich da ein paar Sachen als unrealistisch empfand. Das bittersüße und konsequente Ende mochte ich aber sehr.
Funfact: High Noon ist einer der ersten Filme der quasi in Echtzeit passiert. Immer wieder sieht man die Uhrzeit und kann die ca. 84 Minuten nahtlos nachvollziehen.
8/10 -
Spider-Man: Brand New Day
Hat mich sehr begeistert und ist für mich der bisher beste Tom Hollan Spider-Man. No Way Home mocht ich zwar auch sehr, aber da muss man den Nostalgie-Faktor mit einberechnen. Nach dem Ende von Teil 3 hatte ich ein bisschen die Befürchtung, dass man sich jetzt vom MCU löst und auch Ned und MJ keine Rolle mehr spielen. Zum Glück ist das Gegenteil der Fall.
Der Film nutzt sämtliche Vorteile eines geteilten Universums, indem New York durch diverse organische Gastauftritte (z.B. Punisher, Hulk) mehr als lebendig wird. Gleichzeitig wird eine sehr intime und persönliche Geschichte um den isolierten Spidey erzählt, die mich an vielen Stellen sehr berührt hat. Ein toller Charakterarc über den gesamten Film.
Der Gegenspieler war klasse und hatte schöne Tiefe abseits der manchmal notorischen Schwarz-Weiß Malerei vergangener Schurken im MCU. Allerdings verstehe ich trotzdem Terminator_T-101 Kritik.Spoiler anzeigen
Jean war auch mir teilweise zu bösartig und brutal in der ersten Hälfte des Films. Da hat man es in meinen Augen ein bisschen übertrieben, gerade bei der Szene, wo ein älterer Mann überfahren wird. Er mag das überlebt haben, trotzdem nimmt Jean hier den Tod in Kauf. Das passt nicht so recht zur Jean aus der Comic-Vorlage. Sie hat dort zwar auch hitzige Momente, würde aber nie so weit gehen. Vermutlich darf man aber hier nicht zu sehr an der Vorlage hängen und sie hat ja auch eine deutlich positive Entwicklung innerhalb des Films
Ich freue mich sehr, dass der Film so erfolgreich ist, das MCU ist alles andere als tot. Hoffentlich kriegen sie die X-Men gut hin, da liegt nämlich noch sehr viel Potential und neben Spidey sind die Mutanten ja Marvels größte IP in den Comics.