Beiträge von Peter L. Opmann

    Ah, ich wußte nur, daß der 100. Geburtstag von Rene Goscinny ist.

    Jetzt hab' ich's auch gehört. Das heißt, die Rechte an Brechts Werken werden frei (gemeinfrei). Allerdings gilt das nur für die Werke, die er selbst geschrieben hat...

    Dies ist mein letzter Kubrick-Film auf Video: „Uhrwerk Orange“ (1971). Der lief damals witzigerweise auf RTL2 – da waren die Privatsender sicher noch in ihrer Findungsphase. Auch wenn hier das Thema Gewalt, oft frauenfeindliche Gewalt, sehr zynisch dargeboten ganz im Vordergrund steht, fällt es nach mehr als 50 Jahren doch schwer, das mit den Augen des damaligen Publikums zu sehen; vieles davon ist inzwischen in Filmen fast normal geworden, wenn auch nicht so kunstvoll stilisiert, wie Stanley Kubrick das macht. Die Aussage des Films ist dagegen immer noch extrem, und es fällt schwer, dazu Stellung zu beziehen. Sie stammt direkt aus der Buchvorlage von Anthony Burgess: Ein Mensch ist nur frei, wenn er sich mit der gleichen Konsequenz entscheiden kann, etwas Böses oder etwas Gutes zu tun. Nichts anderes will der Film vor Augen führen. Man kann die Frage stellen, ob man dafür einen zwei Stunden langen Film ansehen muß, aber „Uhrwerk Orange“ (Buch und Film) warf zuerst diese Frage so plakativ auf.

    Kubrick suchte laut dem Filmkritiker Peter W. Jansen immer nach einem Stoff, der etwas beinhaltete, was er bisher noch nicht gemacht hatte, der noch einen Schritt weiterging. So kam er auf diesen Roman, den er mit wenigen Abweichungen beinahe eins zu eins umsetzte. Malcolm McDowell ist Anführer einer vierköpfigen Clique gelangweilter Jugendlicher, die Vergnügen nur noch in sinnloser Gewalt (etwa Verprügeln eines Obdachlosen) und Vergewaltigungen finden können. Etwa das erste Drittel des Films illustriert das. McDowells Eltern sind hilflos; sein Sozialarbeiter warnt ihn immerhin vor den Folgen. Zwischendurch begehren die drei Kumpel mal gegen die Führung von McDowell auf, doch wie er sie zur Räson bringt, zeigt, daß er der skrupelloseste und abgebrühteste von ihnen ist. Als sie kurz darauf in das Haus einer esoterischen Katzenfrau eindringen (sie war vorsichtig und hat sie nicht reingelassen), werden sie jedoch von der Polizei überrascht, und die Kumpane rächen sich, indem sie abhauen, aber McDowell dem Zugriff der Ordnungshüter überlassen.

    Hier beginnt der zweite Teil des Films, der seine Entwürdigung im Gefängnis und bei einem anschließenden medizinischen Experiment zeigt. McDowell wird der Aufenthalt im Knast so zur Hölle gemacht, daß er schließlich zustimmt, sein Gehirn so konditionieren zu lassen, daß er künftig keine Straftaten mehr begehen wird. Immer wenn er zuschlagen oder sich einer Frau nähern will, ja sogar wenn er seine Lieblingsmusik (Sinfonien von Ludwig van Beethoven) hören will, wird ihm augenblicklich speiübel, und er kann die Tat nicht ausführen. „Er wird zum Guten getrieben, sobald ihn böse Absichten bewegen“, beschreibt das der verantwortliche Wissenschaftler. So wird er bald darauf als „geheilt“ aus dem Gefängnis entlassen. Nur der Gefängnisseelsorger wendet ein: „Aber er ist zu keiner freien Entscheidung mehr fähig.“

    Die Folgen bekommt McDowell schnell zu spüren. Er kehrt zu seinen Eltern zurück, aber die haben sein Zimmer inzwischen einem anderen Jungen gegeben und ihn als Sohn gewissermaßen verstoßen. Er ist nicht fähig, sich dagegen zu wehren. Der Obdachlose erkennt ihn wieder und vermöbelt ihn – wiederum ist McDowell nicht imstande zu kämpfen. Die Polizei schreitet ein, aber es stellt sich heraus, daß das seine alten Kumpels sind, die ihm jetzt nochmal eine ordentliche Abreibung verpassen. Übel zugerichtet kommt er in ein Haus, das er jedoch, wie sich herausstellt, mal überfallen hat. Der Hausherr ist zunächst hilfsbereit, erkennt ihn aber dann wieder und quält ihn – besonders perfide – mit Beethoven-Musik. Schließlich landet McDowell im Krankenhaus, wo sich sein Geschick ironischerweise noch einmal wendet. Der Innenminister besucht ihn, denn die öffentliche Meinung hat sich gegen die Regierung gekehrt und die Partei des mißhandelten McDowell ergriffen. Der Minister bietet ihm einen sicheren und gut bezahlten Job an, um die Stimmung wieder umzukehren. McDowell blickt nun froh einem Leben als braver Bürger entgegen.

    Das erste Drittel des Films besteht fast nur aus Gewalt, und zwar nicht einer ästhetisierten Gewalt, sondern – wenn auch stilisiert – in ihrer ekelerregendsten Form. Autor Burgess wollte ja zeigen, daß man sogar das hinnehmen muß, wenn man die freie Entscheidung eines Menschen ernst nimmt. Der Rest des Films ist mir zu lehrhaft. Man zweifelt keine Sekunde, daß hier nicht etwas Realistisches inszeniert, sondern beinahe im Sinne von Brecht die Botschaft überdeutlich vorgeführt wird. Hinzu kommt, daß wir noch nicht in der Punk-Ära sind, sondern eine pop art-disco-mäßige Welt sehen, in der die Menschen auch noch barock reden. Der Soundtrack besteht aus klassischer Musik. Das paßt irgendwie nicht zusammen. Dennoch muß die ostentativ in den Vordergrund gerückte, grundsätzlich durchaus schockierende Gewalt für das Publikum damals schwer verdaulich gewesen sein. Es gab eine lange Diskussion, ob man so etwas im Kino zeigen sollte. „Uhrwerk Orange“ erhielt in USA ein x-rating und wurde stark gekürzt, in England zog ihn Kubrick zurück, so daß er 27 Jahre lang nicht öffentlich zu sehen war. Trotzdem erhielt der Film neben vier Oscarnominierungen eine Menge Auszeichnungen und taucht in zahlreichen Bestenlisten auf. Er war auch geschäftlich erfolgreich.

    Ich erinnere mich, daß in meiner Schulzeit – gut zehn Jahre nach der Filmpremiere – „Uhrwerk Orange“ noch einflußreich war. Er und Burgess machten mir erstmals klar, daß es eine eigene Jugendsprache gibt. Der Autor hatte sie erfunden, aber Worte wie „droogs“. „tollschocken“ oder „Horrorshow“ haben wir mit Begeisterung eine Zeitlang übernommen. Zu diesem Zweck habe ich das Buch gelesen; der Film war ja zu dieser Zeit noch nicht immer und überall verfügbar. Wann ich den zum ersten Mal gesehen habe, weiß ich leider nicht mehr.

    Noch ein Kaufvideo: „I Robot“ (2004) von Alex Proyas (ich weiß, erst 22 Jahre alt). Das war eher ein günstiger Flohmarktkauf; jemand hat wohl von Video auf DVD umgestellt. Ich hatte nur noch in Erinnerung, daß mich der Film ziemlich an „Blade Runner“ erinnert hat. In mancher Hinsicht war das jedoch im Vergleich zu 1982 ein Rückschritt. Die Buchvorlage von „Blade Runner“ war von 1968, die von „I Robot“ (das berühmte Buch von Isaac Asimov) von 1950. Wiederum entwickeln künstliche Wesen menschliche Gefühle und greifen nach der Weltherrschaft, aber hier sind es schnöde Roboter, die inzwischen niemanden mehr aufregen. Will Smith spielt eine ähnliche Rolle wie in „Men in Black“. Der Film ist trotzdem ganz passabel – ich habe mich ganz gut unterhalten.

    Von Asimov wird nur die Grundannahme seines Werks übernommen, die legendären drei Robotergesetze:

    1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Unterlassen zu Schaden kommen lassen.
    2. Ein Roboter muß jedem Befehl eines Menschen gehorchen, es sei denn, der Befehl steht im Widerspruch zum ersten Gesetz.
    3. Ein Roboter muß seine eigene Existenz schützen, es sei denn das widerspricht dem ersten oder zweiten Gesetz.

    Dem reichsten Mann der Welt gehört eine Roboterfabrik, „US Robotics“, denn im Jahr 2035 sind Roboter als Helfer im Alltag unverzichtbar geworden. Der leitende Roboterentwickler stirbt mysteriöserweise durch einen tiefen Sturz, offensichtlich ein Selbstmord. Kriminalermittler Will Smith nimmt sich dennoch des Falls an. Wir erfahren später, daß der Wissenschaftler ihm nach einem schweren Unfall einen Roboterarm und ein paar künstliche Organe appliziert hatte – Smith verdankt ihm sozusagen sein Leben. Er hat schwere Vorbehalte gegen Roboter, weil er bei seinem Unfall durch Triage von einem gerettet wurde, ein junges Mädchen dagegen sterben mußte. Wegen seinem Roboter-Haß findet er bei USR tatsächlich einen („Sonny“), der sich nicht strikt an die Robotergesetze hält, sondern einen eigenen Willen zu haben scheint. Er entwischt ihm jedoch. Smith bittet eine Mitarbeiterin des toten Wissenschaftlers (Bridget Moynahan) um Hilfe, sie hält es freilich für ausgeschlossen, daß ein Roboter hinter dem Todesfall stecken könnte.

    Allmählich kommt Smith darauf, daß sein toter Freund ihm eine Reihe von versteckten Hinweisen hinterlassen hat, durch die er den Fall aufklären kann. Zuerst denkt er, der USR-Unternehmer habe die neueste Robotergeneration aus Profitgründen so umprogrammiert, daß sie die Schutzregeln ausschalten kann, und dann einen Mitwisser beseitigt. Die Roboter beginnen jedenfalls, Mordanschläge auf ihn und Moynahan zu verüben, denen sie jedoch immer wieder mit Glück und Kampfkraft entgehen. Dann fällt der USR-Chef selbst einem Attentat zum Opfer – er scheidet also als der Schuldige aus. Vielmehr gerät der Zentralcomputer des Konzerns („Virtuelle interaktive kinetische Intelligenz“ oder VIKI) ins Blickfeld, und wirklich: Dieser Computer ist zu der Überzeugung gelangt, daß die Menschheit es nicht wert ist, geschützt zu werden. VIKI hat veranlaßt, daß den Robotern neben den Asimov-Gesetzen eine zweite Steuerung eingebaut wird, mit der sie die Gesetze bei Bedarf außer Kraft setzen können. Die Roboter werden ausgesandt, um die Vereinigten Staaten in eine Techno-Diktatur zu verwandeln – natürlich nur zum Besten der Menschen.

    Smith und Moynahan dringen in USR ein, um VIKI den Stecker zu ziehen, und erhalten unerwartet Hilfe von Sonny, der sich als moralisches Wesen entpuppt. Es gibt eine Menge Action, die Amerikaner stellen sich mit Dreschflegeln und Mistgabeln den Robotern entgegen, und Smith kann VIKI letztlich deaktivieren (sowie Moynahan vor einem tiefen Sturz bewahren). Die Diktatur ist abgeblasen, die Roboter sind wieder ergebene Diener ihrer menschlichen Herren.

    Ich habe nichts gegen den Film, auch wenn die Spezialeffekte, obwohl viel teurer, mich nicht so überzeugen wie in „Blade Runner“. Proyas, der vor allem für seinen Cyberpunk-Film „Dark City“ bekannt ist, hat bei weitem nicht so viele Ideen investiert wie Ridley Scott. Die ganze Roboter-Geschichte kommt mir eher angestaubt vor als Scotts Androiden- oder Replikanten-Fabel. Es war aber wohl unvermeidlich, auch mal Asimovs grundlegenden „I Robot“ auf die Leinwand zu bringen. Es handelt sich freilich um eine Sammlung von Kurzgeschichten und ist von daher eigentlich insgesamt unverfilmbar. Auf der Plus-Seite des Films würde ich vermerken, daß das Kriminalrätsel nicht ungeschickt aufgezogen ist, daß Will Smith immer noch einen originellen Cop abgibt und man tatsächlich ein wenig mit den Robotern, die auch Bewußtsein und Entscheidungsfreiheit haben wollen, mitfühlt. Trotz der hohen Produktionskosten (120 Millionen Dollar) spielte „I Robot“ mit Leichtigkeit das Dreifache ein (vermutlich sind das wieder nur die US-Einnahmen). Daß es sich doch nur um unbeschwerte Unterhaltung handelt, sieht man daran, daß es nur eine Oscar-Nominierung (beste visuelle Effekte) und eine für den Saturn-Award (bester Science Fiction-Film) gab.

    Ich hab' ja nicht den Daumen gesenkt; ich konnte mir "Joe Black" gut ansehen. Ein paar inhaltliche Mängel hat er aber schon - vielleicht ist das Problem, daß die alte Komödie noch durchscheint. Wenn die gut gespielt ist, sieht man vielleicht über manches hinweg, was in dem Remake eindeutig nicht funktioniert.

    In wikipedia stand, "Meet Joe Black" sei einer der wenigen Filme gewesen, bei dem der Trailer zu einem neuen "Star Wars"-Film lief. Daher seien viele "Star Wars"-Fans reingegangen, und nachdem der Trailer gelaufen war, hätten sie das Kino wieder verlassen.

    Man muß wirklich Lust zu einem sehr ausgedehnten Melodram haben, um sich diesen Film anzusehen.

    Bei der Beschäftigung mit „Beetlejuice“ fiel mir ein Film ein, der thematische Berührungspunkte hat: „Rendezvous mit Joe Black“ (1998) von Martin Brest. Das ist wieder mal eine Kaufcassette aus dem Gratis-Buchregal; ich habe sie mitgenommen, weil der Film, als er ins Kino kam, in meinen Kirchenkreisen Gesprächsthema war. „Joe Black“ ist ein Deckname für den Tod. Regisseur Brest, der vor allem für „Beverly Hills Cop“ bekannt ist, scheint ein Handwerker ohne Ambitionen zum auteur zu sein, hat aber hier etwas sehr Ungewöhnliches gemacht. Er hat eine kleine Komödie („Die schwarze Majestät“ von Mitchell Leisen) in ein ausgedehntes Melodram umgewandelt. Theologisch gibt der Film, wie ich meine, nichts her, und als ausgewalzte Komödie knirscht das Handlungsgerüst gewaltig im Gebälk. Trotzdem finde ich den Film interessant und durchaus eine Betrachtung wert.

    Der mächtige Medienmanager Anthony Hopkins wacht eines Nachts mit üblen Herzschmerzen auf. Er übersteht die Krise ohne ärztliche Hilfe, aber ihm wird bewußt, daß er wohl nicht mehr lange zu leben hat. Sein Filmname ist William Parrish – ein Wortspiel, denn „will perish“ bedeutet: „wird verscheiden“. Siehe „Angel Heart“ und „Louis Cyphre“ (= „Luzifer“). Währenddessen lernt seine Tochter Claire Forlani, die eigentlich ein Vorstandsmitglied von Vaters Konzern heiraten soll, einen netten jungen Mann (Brad Pitt) kennen, der etwas unbeholfen, aber sehr wirkungsvoll mit ihr flirtet. Eben als sie sich verabschiedet haben, wird er bei einem Autounfall getötet. Der Tod braucht diesen Körper, um Hopkins aufsuchen zu können. Forlani wundert sich, daß der nette Kerl plötzlich im Haus ihres Vaters auftaucht, merkt aber nicht, daß sie es nun mit jemand anders zu tun hat. Pitt („Joe Black“) kennt die stoffliche Welt nicht, möchte sie nun aber anläßlich seines Besuchs bei Hopkins endlich mal kennenlernen.

    In Vorstand und Aufsichtsrat des Medienkonzerns läuft gerade eine Intrige gegen Hopkins. Die Gremien sind dafür, die Firma zu verkaufen, auch wenn sie wissen, daß sie dann in ihre Einzelteile zerlegt wird. Hopkins, dessen Lebenswerk in Gefahr ist, ist natürlich dagegen. Irritierend ist, daß dieser Joe Black ihn plötzlich auf Schritt und Tritt begleitet, obwohl niemand weiß, wer er ist. Er ist auch bei den vertraulichen Firmenkonferenzen dabei. Immerhin kommt die Romanze zwischen Forlani und dem Tod voran (kein Wunder, wenn der wie Brad Pitt aussieht…). Sie denkt, er sei der Mann fürs Leben, und Hopkins sieht sich genötigt, auch hier einzugreifen, denn er befürchtet nicht ohne Grund, daß das Leben seiner Tochter schnell vorbei sein dürfte, wenn sie sich mit dem Tod einläßt.

    Hopkins will mit großem Pomp seinen 65. Geburtstag feiern, und seine Gegner in der Firma wollen ihn genau an diesem Tag entmachten und in den Ruhestand schicken. Jetzt soll aber endlich die Identität von Pitt gelüftet werden. Der gibt sich jedoch als Steuerfahnder aus, der aufgedeckt hat, daß die Firmenübernahme mit gravierenden Steuervergehen verbunden wäre. So kommt es also nicht zum Ausverkauf, und der Konzern bleibt doch erhalten. Auf der Geburtstagsparty sprechen sich alle Familienmitglieder endlich mal so richtig miteinander aus. Hopkins macht sich zum Sterben bereit, und der Tod verzichtet schweren Herzens auf Forlani, indem er ihr gesteht, seine Aufgabe sei erfüllt und er werde nun fortgehen. Sobald Hopkins tot und er weg ist, kehrt der tödlich verunglückte junge Mann ins Leben zurück, mit dem Forlani dann doch glücklich werden kann.

    Als Komödie war der Film ursprünglich nur 70 Minuten lang. Brest macht einen Drei-Stunden-Film daraus, der aber – auch wegen der Stars – immerhin nicht langweilig wird. Trotzdem paßt hier so einiges nicht zusammen: Hopkins überzeugt zwar als Familienpatriarch, aber für einen mit allen Wassern gewaschenen Wirtschaftskapitän ist er viel zu weich. Brest und seinen Drehbuchautoren scheint die Funktion von Vorstand und Aufsichtsrat eines Unternehmens nicht klar gewesen zu sein – oder sie wollten das Publikum nicht mit solchen Dingen belasten. Brad Pitt muß in seiner Rolle Aspekte zusammenbringen, die einfach nicht zusammengehören. Auch nachdem der Tod im Körper des jungen Mannes steckt, ist er so charmant wie zuvor; gleichzeitig muß er aber vermitteln, daß er noch nie ein sinnliches Erlebnis hatte (Essen, Gefühle, Sex). Man macht sich auch Gedanken über die Arbeit des Todes. Wie kommt es, daß er tagelang bei einem künftigen „Opfer“ herumhängen kann – stirbt womöglich in dieser Zeit niemand?

    Obwohl sich in dem Film quasi alles um den Tod dreht, wird er schließlich äußerst dezent behandelt. Hopkins und Pitt entfernen sich von der Geburtstagsfeier, spazieren ins Dunkel und verschwinden schließlich hinter einem Hügel. Kurz darauf kehrt Pitt allein zurück. Das war’s. Der Tod ist ein Spaziergang, wenn man so will… Auch die Lebensphilosophie, die der Film bietet, ist ziemlich dürftig. Man muß im Leben etwas geleistet haben, worauf man stolz sein kann, und am Ende zählt nur die Liebe, die man seiner Familie und Freunden gegenüber gezeigt und empfangen hat. Wer hätte das gedacht? Zugute halten würde ich „Rendezvous mit Joe Black“ jedoch, daß hier einige Inszenierungsregeln und Unterhaltungsgrundsätze Hollywoods bewußt mißachtet werden. Brest hatte dann auch das Glück, daß der Film kein Desaster wurde. Allerdings spielte er sein Geld hauptsächlich in Europa ein. In USA war er wirtschaftlich ein Flop. Er wurde zudem für die Goldene Himbeere als schlechteste Neuverfilmung nominiert.