Landpresse und andere

  • Wer hat in den 90er Jahren was von den großformatigen Comics (größer als A3) des Landpresse Verlags (Reinhard Kleist) mitbekommen? War das damals ein Trend, so große Formate anzubieten? Ich denke an "Caisers sehr feine Comics" oder "Seriegraphie" von Strapazin. Was gab es da für Vorbilder im Ausland? USA? Oder haben die nur Portfolios gemacht?

    eck;)rt=

  • Ich habe mir damals ein paar der Kleist-Bände gekauft, habe sie auch immer noch. Serigraphie waren Siebdrucke und keine Comics, wenn ich mich recht erinnere. Boxer passt eher in die Aufzählung.

    Ich hatte immer das amerikanischen RAW als Vorbild gesehen.

  • 1990 oder früher – Ähnliches im Ausland gab? Comics in A3-Format?

    Zu DDR Zeiten gab es die Zeitschrift FRÖSI die ganz unterschiedliche Comics produziert hat. Das lag zum einen daran dass die Größe der Zeitschrift von 1954 - der Erstausgabe - bis 1992 - der letzten regulären Ausgabe - sehr stark variiert hat und dementsprechend auch die Größe der enthaltenen Comics; welche sich teilweise auch über die gesamte Größe der einzelnen Seiten erstreckt haben.

    Dann gab es noch die Zeitschrift Jugend + Technik die auf der Rückseite meistens über die gesamte Größe der Zeitschrift Cartoon Strips abgedruckt worden sind.

  • Wenn Du die Comics mit Karli und Knote meinst, war das nicht die "Sport und Technik"?

    Und die Frösi war zwar etwas größer als A4 aber A3 würde ich es nun doch nicht nennen.

    Jeder Idiot kann eine Krise meistern. Es ist der Alltag, der uns fertig macht.

  • Da ich nicht weiß, wo Eckert die Grenzen zieht nenne is jetzt einmal Marvel und DC.

    Bei Marvel gab es in den 70er die Reihe "Marvel Treasury Edition" (1974-1981) die im Format A3 war und enthielt hauptsächlich Nachdrucke aus den Heften.
    Bei DC gab es die Reihe "Limited Collectors' Edition" (1973-1978) die ebenfalls nahezu ausschließlich Nachdrucke enthielt.

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    Grüße aus der Bibliothek

  • Ich ziehe keine Grenzen, versuche nur auszuloten, wieso Reinhard Kleist und sein Verleger auf dieses Format kamen. Der Landpresse-Verleger konnte keine Auskunft geben, Reinhard ist zur Zeit nicht zu erreichen.

    eck;)rt=

  • Falls es zur Wahrheitsfindung beiträgt – das erste A3-formatige deutsche Comic-Heft dürfte KUMULUS von Rolf Boyke gewesen sein (siehe 'Deutsche Comicforschung 2016' Seite 135).

  • Da hast du vielleicht Recht, aber ich glaube kaum, das Reinhard Kleist das gekannt und sich als Vorbild genommen hat. Eher schon den "Serigraphie"-Band von Strapazin (1987). Der hat dasselbe Format und ist auch im Siebdruck gedruckt – aber er ist thematisch und vom Stil her ganz anders.

    Ich hatte vermutet, dass es im US-Bereich etwas ähnliches gegeben hat, oder in Frankreich. Zeichnerisch hat Reinhard sich an Leuten wie McKean und Bézian orientiert. Mir fällt nichts ein, ich kann mich nur an Portfolios erinnern.

    Na gut, dann muss ich wohl warten, bis Reinhard wieder verfügbar ist. Noch stecke ich mit meinem Artikel etwas fest.

    eck;)rt=

  • Ich denke Reinhard hatte RAW als Vorbild (Format ca. 27 cm × 36 cm). In den 2001-Läden konnte man sie hier bei uns kaufen. Lutz Reinecke hatte ja ein Faible für die alternative US-Comic-Kultur und hat vieles direkt importiert. Wenn ich mich richtig erinnere hatte auch die erste Ausgabe von STRAPAZIN ein größeres Format. Grafisch toll, aber im Verkauf/Vertrieb wegen der Unhandlichkeit eine Katastrophe.

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