Abenteuer (franko-belgisch)

  • Die Frage passt zwar nicht so ganz ins Thema, aber für meine Thematik gibts noch kein eigenes Thema: Gibts eigentlich einen neuen vernüftigen Nachdruck von der Serie F.B.I. aus dem Moewig Verlag? Bzw. haben noch andere Sammler Interesse an einer Gesamtausgabe dieser doch sehr spannenden Krimi-Comics?

  • Die Abenteuer von Blake und Mortimer Band 27: Gezeichnet: Olrik

    Ob das eine Ehre ist, kann ich nicht beurteilen, aber in der Bundesrepublik zähle ich wohl zu den Blake und Mortimer-Fans der ersten Stunde. Hergés Tim und Struppi lieferte mir den Grund, mich auch während meiner Pubertät ausgiebig mit Comics zu beschäftigen und sie dann zielgerichtet zu sammeln. Zeitweise gab es eine Phase, in der ich ein Hardcore-Fan der Carlsen Comics gewesen bin. Deswegen ist mir bei meiner damaligen Stammbuchhandlung eine Händlerinfo in die Finger geraten, die eigentlich nicht für Endkunden gedacht war, aber in der wurden die Comictitel des nächsten Halbjahres angekündigt. Weil ich schon wusste, dass Edgar P. Jacobs zur Brüsseler Schule gehörte und Hergé assistiert hatte, habe ich die ersten vier Blake und Mortimer-Alben blind bestellt. Ich wollte mir ein Urteil bilden.
    Nun ist das Gesamtwerk des Comiczeichners Jacobs recht überschaubar, und mir gefiel, dass er kein Klon von Hergé war, sondern seinen eigenen, dunkleren Stil hatte. Als Jacobs starb, verfolgte ich zunächst die Scherereien mit, die Bob de Moor bei der Vollendung des letzten, von Jacobs begonnenen Albums bekam.
    Für mich stellen die Abenteuer der Jacobs-Ära zeitgenössische Abenteuer dar, verbunden mit gelegentlichen Ausflügen Richtung Science Fiction, Phantastik und Horror. Ein Vorteil des schmalen Werks waren die innovativen Wendungen, die mich überraschten, zum Beispiel wenn in Das Gelbe M der Erzschurke der Serie, Olrik, zur gesteuerten Marionette eines anderen Schurken wird.

    Erstaunt war ich dann, als die Erben beschlossen, die Serie fortzusetzen, und dann gleich mit zwei parallel arbeitenden Teams. Die Fortsetzung bedeutete für mich eine grundlegende Änderung des Konzepts, weil die Nachfolger den Jacobs-Kanon beachten und dessen Lücken füllen sollten. In meinen Augen wurde die Serie dadurch zu einem Retro-Abenteuer, in dem das historische Setting ein größeres Gewicht bekam.
    Bei dem Band Gezeichnet: Olrik verursachten zunächst die Zeichnungen des mittlerweile ebenfalls verstorbenen André Juillard ein leichtes Stirnrunzeln bei mir. Mir erschienen sie zu luftig und zu glatt; sie erinnerten mich mehr an Hergés Ligne Claire als an Jacobs' doch recht fein ausgearbeitete Texturen und Schattenwürfe. Doch darin hatte ich mich getäuscht, denn beim Lesen empfand den Zeichenstil als passend und angemessen; grob gesagt: höherer Durchschnitt.
    Enttäuschend fand ich jedoch die Story. Wer wie ich sämtliche vorliegenden Abenteuer kennt, bekommt schnell spitz, wie der Hase läuft und wer die Strippen zieht. Durch die Menge der Post-Jacobs-Alben treten hingegen die Mängel drastischer hervor, so dass manche Szenen Klischeecharakter bekommen: Wenn Flugzeuge Flyer abwerfen, wenn ein Mitreisender Professor Mortimer was erklärt, wenn das Finale in einer Höhle stattfindet ... Unbewusst muss Szenarist Yves Sente das wohl mitbekommen haben, denn auf Seite 45 sagt Olrik: "Armer Blake. Sein Glaube an ein gegebenes Wort ist geradezu rührend in seinem Alter."
    Trotz aller Mängel werde ich der Serie treu bleiben. Aber die neuen Alben sehe ich in erster Linie als Fanservice, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen.
    Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, die komplette Serie noch einmal im Zusammenhang zu lesen. Wahrscheinlich ändert sich dann meine Einschätzung bei dem einen oder anderen Album.

  • Servalan Da reicht ein einfaches Danke nicht aus! :top:

    Eine sehr, sehr schönes Posting! Als ebenfalls großer "Blake und Mortimer"-Fan konnte ich vieles nachempfinden. Schön auch die Erinnerung an die Carlsen-Infos, die es später auch für Leser gab.

    Zu den ersten Fans kann ich mich auf jeden Fall nicht zählen, denn ich konnte viele Alben direkt kaufen; auf jeden Fall vor "Der Kampf um die Welt" und "Die Drei Formeln Des Professor Sato". Irgendwie mag ich die reine Kriminalgeschichte von "Die Diamanten-Affäre" fast am liebsten. Als die Reihe fortgesetzt wurde und dies dann auch noch von Ted Benoit (ich habe mehrere Siebdrucke von ihm und liebe Ray Banana) habe ich dies gefeiert. Die Nachfolgebände habe ich - soweit es ging - als VZA und habe mir das dicke Jacobs-Teil natürlich auch gekauft. Besonders finde ich auch die Stiländerung von Rene Sterne, dessen "Adler" ich dann letztes Jahr abschließen konnte.

    Das aktuelle Album habe ich mal angefangen, musste es weglegen und muss es jetzt mal suchen. :zwinker:

    Die Vorstellung einer Komplett-Lesung gefällt mir, hätte Lust das parallel zu verfolgen. Aber wie? Nach Veröffentlichung, nach Chronologie oder autobiographisch? :kratz: Das kommt natürlich nicht von mir, aber dieses Kopfkino hat mich direkt an diese Szene erinnert: :D

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    [Habe gerade keine Lautsprecher angeschlossen, also Sorry, falls das eine unverständliche Sprache sein sollte - ich gucke heute Abend mal danach]

  • Meine erste Begegnung mit der Serie war natürlich das Ägypten-Abenteuer in zwei Bänden, den Kampf um die Welt habe ich erst später in der dreibändigen Ausgabe der Carlsen Classics nachholen können. Den habe ich mir trotz meines beschränkten Budgets dann noch in der einbändigen Variante geholt, weil es dazu einen Sonderdruck gab, in dem die Version aus dem Tintin-Magazin nachgedruckt wurde.
    Die U-Strahlen und deren Fortsetzung vor wenigen Jahren finden sich natürlich in meiner Bibliothek. Aber darin ist Jacobs meiner Meinung noch zu stark im Fahrwasser von Flash Gordon; insofern sehe ich das als sein Gesellenstück.

    Bei meinem Reread orientiere ich mich an der originellen Veröffentlichung damals im Tintin-Magazin, also fange ich mit dem Kampf um die Welt an, den ich als Uchronie empfinde.

    In die Händlerinfo habe ich wahrscheinlich nicht als einzige hereingeschnuppert, das muss wohl mit schöner Regelmäßigkeit im deutschsprachigen Bereich vorgekommen sein. Das hat nicht lange gedauert, dann versorgte der Verlag mit den Carlsen Infos die hungrige Leserschaft.

  • "Uchronie"? Das musste ich erst einmal googlen. :kratz:

    Uchronie [Das Lexikon der Filmbegriffe]

    Wieder was gelernt. Vermutlich würde ich einen Reread chronologisch angehen, also mit "Das Gelübde Der Fünf Lords".

    Der Flash Gordon-Vergleich passt! Die U-Strahlen habe ich mir damals gekauft, aber nicht als Bibliothek-Variante und die Fortsetzung hat mich bislang nicht gereizt. Angefangen habe ich selbstverständlich, wie vermutlich die meisten, mit dem Ägypten-Abenteuer. Und ich fand es toll, wie das Ende dann in "Das Gelbe M" fortentwickelt wurde.

    Von den Sonderbänden habe ich mir noch keinen besorgt, obwohl ich als Floc'h-Fan (auch Siebdrucke) da schon mehrfach überlegt hatte.

  • Bei meinem Reread möchte ich herausfinden, wie unterschiedlich die einzelnen Autoren und Teams arbeiten. Insofern wird dir mein Lektüreplan etwas eigenwillig erscheinen.
    Phase I widme ausschließlich dem Kanon von Jacobs, den ich komplett von der ersten bis zur letzten Seite lesen möchte.
    Erst danach startet Phase II mit den Nachfolgern. Grob orientiere ich mich dabei an den chronologischen Veröffentlichungen, weil Carlsen ja im Mai Band 28 herausbringen wird und ich mich nicht so leicht aus dem Konzept bringen lassen möchte. Dabei werde ich nach der Reihenfolge der Szenaristen gehen: Also zuerst Jean Van Hamme, dann Didier Convard, dann Yves Sente ... Wenn mehrere Alben eine erzählerische Einheit bilden, dann werde ich sie im Zusammenhang lesen.
    Die Zeitachse innerhalb der Serie spielt für mich nur eine vernachlässigbare Rolle.

  • Bevor ich meinen Reread starte, noch einige Bemerkungen vorweg. Gelesen habe ich Blake und Mortimer, jedenfalls die Klassiker von Edgar P. Jacobs, schon etliche Male. Als ich damals die Gelegenheit hatte, habe ich mir dann selbstverständlich seine Autobiographie Un Opéra de papier zugelegt. Vor kurzem erschien ja eine kompakte Neuausgabe bei Carlsen als Blake und Mortimer Bibliothek, in der die einzelnen Abenteuer in einem Hardcover und einen kleinen Dossier aufgelegt wurden; nun ja, das Konzept an sich finde ich reizvoll, doch ein Upgrade kann ich mir nicht leisten.

    Bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass Jacobs mit einer geradezu epischen Origin Story startet, wobei er doch in den letzten Jahren mitverfolgen konnte, mit welchen Schwierigkeiten Hergé bei seinen Doppelalben Das Geheimnis der Einhorn und Der Schatz Rackhams des Roten sowie Die sieben Kristallkugeln und Der Sonnentempel zu kämpfen hatte. In meinen Augen erscheint das wahnwitzig, aber aus einer anderen Sicht naheliegend.
    Wenn ich Aleš Pickar bei seiner Sapristi!-Reihe richtig verstanden habe, war Hergé bei den meisten Themen auf gutwillige Mentoren angewiesen, die ihn als Experten unterstützten und ihn vor Dummheiten bewahrten. Jacobs hingegen war ihm da in gewisser Weise voraus, denn mit seiner Freundesclique Jacques Van Melkebeke und Jacques Laudy fanden sich da Geschichtsnerds zusammen, die nicht jedesmal vom Nullpunkt aus starten mussten. Mit ihrem Basiswissen konnten sie sich leichter als Hergé eigenes Wissen erarbeiten.
    Hinzu kam dann Jacobs' Opernbegeisterung. Er kann eine kleine Karriere als Bariton vorweisen und hat auch im Bühnenbild Erfahrung. Er weiß, wo er verlässliches Bildmaterial, zum Beispiel bei Kostümen, finden kann. Den besten Beleg dafür liefert Jacobs' Version von König Ottokars Zepter. Insofern glaube ich, dass der Einfluss von Jacques Van Melkebeke dabei nicht unterschätzt werden darf, obwohl Jacobs dessen Beitrag zu den frühen Alben der Serie immer wieder kleingeredet und abgestritten hat. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Wind gedreht, so dass sich diese Erkenntnisse in der französischsprachigen Sekundärliteratur spiegeln und inzwischen offiziell anerkannt sind:

    • Philippe Biermé: Edgar P. Jacobs et les deux Jacques (Édition Fondation Edgar P. Jacobs 2007)
    • Benoît Mouchart: À l'ombre de la ligne claire : Jacques Van Melkebeke entre Hergé et Jacobs (Les Impressions nouvelles 2014), erweiterte und ergänzte Neuauflage von: À l'ombre de la ligne claire : Jacques van Melkebeke, le clandestin de la BD (Vertige Graphic 2002)
    • Benoît Mouchart und François Rivière: Edgar P. Jacobs : Un pacte avec Blake et Mortimer (Les Impressions nouvelles 2021)

    Außerdem nutzt Jacobs seine Figuren völlig anders als Hergé. Wenn ich beispielsweise sehe, wie sich Professor Bienlein über die Serie hinweg entwickelt: Vom komischen Kauz zum ernsthaften Wissenschaftler, teilweise in einer Führungsposition, bis zum resignierten Rosenzüchter auf Schloss Mühlenhof; dann bleiben Jacobs' Hauptfiguren vergleichsweise starr und entwickeln sich nur in Nuancen.
    Professor Philip Edgar Angus Mortimer steht in der Tradition der Erfinderfiguren von H.G. Wells, aber ziemlich regelmäßig spielt er die damsel in distress (ähnlich wie Enak in Jacques Martins Alix); das fällt aber nicht so auf, weil im Gegensatz zu Enak viel zu aktiv ist, um auf die Opferrolle festgenagelt zu werden. In ihm sehe ich die eigentliche Hauptfigur, weil es Alben wie Die teuflische Falle gibt, bei denen Blake im Hintergrund bleibt.

    Einen groben Überblick über das Krimigenre habe ich mir über die Jahrzehnte erarbeitet, doch im Subgenre Spionageroman bekenne ich mich zu meinen Lücken. Die Anfänge sehe ich bei Erskine Childers Das Rätsel der Sandbank (1903) sowie den beiden Romanen Der Geheimagent (1907) und Mit den Augen des Westens (1911) von Joseph Conrad, die eigentlich eher Milieustudien darstellen. Dass ein Geheimagent zum Helden wird, sehe ich erstmals in William Somerset Maughams Ashenden: Or, the British Agent (1928). Dass Jacobs den M.I.5-Agenten Francis Percy Blake zuerst als Offizier in einem Kriegssetting einführt, halte ich für plausibel und folgerichtig. Sein Debüt 1946 liegt mit weitem Abstand vor den heute klassischen Serien-Geheimagenten James Bond (1953) von Ian Fleming, George Smiley (1961) von John le Carré und Harry Palmer (1962) von Len Deighton - um nur die Bekanntesten und Beliebtesten zu erwähnen.

  • Sisco Band 1 und 2 (1. Zyklus; Bunte Dimensionen)

    Naja, bei bedetheque wird als Genre "Polar" und "Thriller" angegeben. Polar scheint wohl nach Google-Recherche als Subgenre des französischen Kriminalfilms zu gelten, der zwischen Film Noir und hartem Krimi liegt. Oft soll es um melancholische Detektive und Gangster gehen. Paul Belmondo wird wohl als Genreprägender Schauspieler, vermutlich in einigen Filmen, angesehen. Ob mal das nun unter "Abenteuer" ausweisen mag, kann wohl klappen, solange nicht ein Genre "Krimi" gefordert wird. Der Begriff war mir nicht bekannt, aber er passt zu Sisco.

    Bunte Dimensionen
    So fängt Band 1 an. Ein Mord von der namensgebenden Figur auf den ersten Seiten ist schon besonders, aber ist dann eben so. Sisco arbeitet für den französischen Präsidenten. Eigentlich gehen die ersten beide Bände des ersten Zyklus über die Folgen dieser Anfangsseiten. Der Zeuge spielt eine wichtige Rolle, weil er eben nicht nur etwas gesehen hat, was er nicht sehen sollte, sondern das auch noch gefilmt hat. Insofern wird der Zeuge ausfindig gemacht und verfolgt und dann kommt noch eine weitere Person ins Spiel und dann wird die Abteilung, zu der Sisco gehört, genauer vorgestellt und da ist auch nicht alles perfekt. Zudem macht sich unser Hauptdarsteller mit seiner Art auch nicht nur Freunde.

    Mit Band zwei ist dann der Zyklus anscheinend abgeschlossen, aber da gibt es eine Szene, in der eine unbeteiligte Figur etwas sagt, worauf nicht näher eingegangen wird, was aber noch einmal interessant werden könnte.

    Die Zeichnungen gefallen mir ziemlich gut, nur finde ich sie teilweise bei Gesichtern leicht unscharf. Hintergründe und das Eingangsbild von Paris, wie auch Fahrzeuge finde ich schon klasse. Nach "Das grosse Spiel" (s. Fantasy) finde ich es richtig wohltuend, dass die Personen kurz angebunden sind und nicht lange Texte zusätzlich nötig sind. Das steigert das Lesevergnügen, wobei ich dann irgendwie auch nur schnell die Panel ansehe, weil der Flow doch bestehen bleiben muss. Die Handlung ist zügig und ich würde grob einschätzen, dass ca. ein Band einem Tag entspricht.

    Die Serie steht noch unvollständig bei mir rum, aber die Bände 3 und 4 sollte ich schon noch haben und ich bin mir ziemlich sicher, dass demnächst alle zwölf Bände hier rumstehen werden.

    Es gibt einige Bleikugeln, die durch die Luft schwirren, ein bisschen Sex, auch einen kurze Einblick in eine Folterung, ein paar Leichen, eine Verfolgungsfahrt durch Paris, eine Verfolgung zu Fuß durch einen Park bei Nacht, also eine doch aktive Handlung. Wusste zu gefallen, gerne mehr davon...

  • SISCO war eine Serie, die mir auch gut gefallen hat. Leider wurde sie mit Band 12 beendet. Der Zeichner hat aber noch weitere gefällige Serien und Einzelalben gezeichnet, die ich mir nach und nach auf dem niederländischen Markt besorgt habe, mangels Angebot hierzulande.

  • Sisco

    Band 3 und 4 (2. Zyklus; Bunte Dimensionen)

    Sisco 3 - PPM Vertrieb

    Der 2. Zyklus schließt sich direkt an den ersten an. Wie in der Leseprobe zu erkennen, bekommt Sisco den Auftrag, sich um die Tochter des Präsidenten zu kümmern. Dies macht er nur zum Teil gut, da es wohl einen Maulwurf gibt und anscheinend irgendwer der Tochter und dem Präsidenten schaden möchten. So hat Sisco ziemlich viel zu tun und nicht nur die Tochter des Präsidenten gerät mehr als einmal in Gefahr. Sisco macht dann Sisco-Dinge, also seine eigenen Dinge.

    Zu den Zeichnungen kann ich kaum mehr sagen, als beim ersten Zyklus: gut und solide. Auffällig ist, wie er nicht nur dem Präsidenten kein Gesicht gibt, sondern auch Personen, die er erst einmal unbekannt sein lassen möchte.

    Die Geschichte ist prima, wenngleich hier wieder mein "GA-Effekt" eintritt. Nach jetzt vier Alben in kurzer Zeit reicht es mir auch erst mal mit Schießereien, Autoverfolgung und Prügeleien. Das ist nicht schlecht, aber ich freue mich lieber alle paar Monate auf ein neues Album. Mit diesen Doppelalben erinnert mich das, und auch von den Zeichnungen an "IR$".

    Spoiler anzeigen

    Ich habe noch einmal nachguckt. In Band 2 verliert die Journalistin in der Metro wohl das Handy und zum Ende steht ein Arzt vor dem Krankenhaus und erzählt einer anderen Person von einem Vorfall in einer Metro. Ich habe dabei vermutet, dass er das Handy gefunden haben könnte. Dann wäre der "Selbstmord" aus band 1 noch kritisch und könnte für Sisco problematisch werden. Da aber in Bänden 3 und 4 nichts mehr kam, vermute ich, dass das eine andere Metro-Geschichte war.

    Was mich übel an dieser Story genervt hat, war die Szene, in der die Blondine in der Leseprobe von ihrem Vater spricht. Es kam direkt ein Verdacht auf... . Auf der anderen Seite, war mir das schon fast zu einfach und wieso sollte diese Fährte schon direkt zum Anfang gelegt werden? Aber diese Frage hat dann, als ich in Band 4 eine Pause machen musste, doch innerlich so reagiert, dass ich unbedingt lesen wollte, ob es denn so sein könnte, wie vermutet.

  • Corto Maltese: Der gestrige Tag

    Bastien Vivès beherrscht in Band 3 sicher seine Version von Corto Maltese. Ich dachte nicht, dass man ein Südseeabenteuer in der Gegenwart ansiedeln kann, aber es funktioniert. Da wird z.B. eine Konfrontation mit chinesischen Gangstern/Geheimagenten dadurch gelöst, dass arbeitslose junge Insulaner alles filmen und auf Youtube hochladen.

  • El Diablo. Ein Marsupilami-Abenteuer

    Was das Genre betrifft, schweigt sich da die bedetheque aus, von der ich mir Rat erhofft hatte. Nun gut, dann halte ich mich an den deutschen Untertitel.
    Trotz seiner ungebrochenen Produktivität liefert Trondheim höchste Qualität. Er kokettiert ja selbst mit der Tatsache, dass seine zeichnerischen Fähigkeiten schon ihre Grenzen haben. Deshalb finde ich Alexis Nesme als Komplizen am Zeichenbrett eine gute Wahl, ein überzeugendes Crossover aus der École Marcinelle à la Franquin und Pixar umzusetzen. Das sind Panels, in denen ich mich verlieren kann.
    Für das erwachsene Publikum hält Trondheim eine wilde Mischung aus den Klassikern der letzten 20 Jahre bereit, in denen es um Conquistadores in der Neuen Welt geht: das beginnt beim Pocahontas-Mythos in der Version von James Camerons Avatar und reicht dann bis zu Mel Gibsons Apocalypto sowie der 16. Jahrhundert-Ebene aus Darren Aronofskys The Fountain, zu dem ja auch eine Graphic Novel gibt. Chapeau!
    Wenn es brennt, würde ich allerdings lieber Das Humboldt-Tier und Die Bestie retten ... !

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