Das Magazin The New Yorker wird 100 Jahre alt

  • In Zeiten sinkender Umsatzzahlen für Presseprodukte ist das schon eine Hausnummer. Das Sterben der Zeitungen der Zeitschriften hält unvermindert an, aber der Klassiker The New Yorker kann in seinem Jubiläumsjahr stolze 1,2 Millionen Abonennten ausweisen.
    Am 21. Februar 1925 erschien die erste Ausgabe des Kulturmagazins, das Maßstäbe gesetzt hat, und wäre nach der Premiere wegen einer fatalen Pokerpartie fast wieder verschwunden. Zum Jubiläum erscheint das Magazine mit einer Doppelausgabe (17. und 24. Februar 2025), die als Variantcover gestaltet ist: Die Cover 5.057ten Ausgabe stammen aus der Feder von Diana Ejaita, Anita Kunz, Javier Mariscal, Camila Rosa und Kerry James Marshall.
    Darüber hinaus läuft ab dem 21. Februar in der New York Public Library die Ausstellung A Century of The New Yorker. Der Oscar-Gewinner Marshall Curry dreht gerade einen abendfüllenden Dokumentarfilm über das Magazin, der nächstes Jahr auf Netflix gestreamt wird. Seit den 4. Februar feiert der Alfred A. Knopf Verlag das Jubiläum mit zwei Anthologien: A Century of Fiction in The New Yorker und A Century of Poetry in The New Yorker. Außerdem gibt es mehrere Ausstellungen über die Cover und Cartoons.

    The New Yorker sieht sich selbst als das Magazin der Magazine. Es ist ein besonderes und sehr urbanes Lifestyle-Magazin, in dem sich hervorragender Journalismus, Comics und Cartoons, Kurzgeschichten und Lyrik begegnen.
    Nur mal kurz zur Erinnerung: Dort erschienen unter anderem John Herseys Reportage "Hiroshima" über die Opfer der Atombombe; Hannah Arendts fünfteiliger Bericht über den Eichmann-Prozeß im Jerulsalem: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen, das 1963 als Buch auf den Markt kam; und auch Truman Capotes In Cold Blood | Kaltblütig über den Mord an einer Familie im Mittleren Westen. Für das Magazin schrieben Größen wie J.D. Salinger, Joan Didion, Vladimir Nabokov, Alice Munro, Roald Dahl, Stephen King, James Baldwin, Pauline Kael, Malcolm Gladwell, Richard Brody, Jill Lepore, Emily Nussbaum und (der Musikkritiker) Alex Ross.
    Seit 1993 ist Françoise Mouly Art Director, doch der Ruf guter graphischer Kunst reicht bis in die Anfänge zurück. Auf den Seiten, insbesondere den Covern, haben sich unter anderem Charles Addams, Peter Arno, Charles Barsotti, George Booth, Roz Chast, Tom Cheney, Sam Cobean, Leo Cullum, Richard Decker, Pia Guerra, J. B. Handelsman, Helen E. Hokinson, Pete Holmes, Ed Koren, Reginald Marsh, Mary Petty, George Price, Charles Saxon, Burr Shafer, Otto Soglow, William Steig, Saul Steinberg, James Stevenson, James Thurber und Gahan Wilson verewigt.

    Quellen: Fumettologica, Condé Nast

  • In den 90ern habe ich mir den in der Bahnhofsbuchhandlung gekauft, aber obwohl der Coverpreis lange stabil blieb, wurde der dort immer teurer (keine Relation zum leicht steigenden Dollarpreis).

    Tolle Artikel und gute Cartoons. Das Magazin hat schon ein Alleinstellungsmerkmal. Wobei es auch ein paar Autoren gab, ganz bekannte Namen, die ziemlich absurde Verschwörungstheorien gebracht haben, die Erich von Däniken vor Neid hätten erblassen lassen, aber die waren die Ausnahmen. Und die haben natürlich für angeregte und aufgeregte Kommentare der Leser gesorgt.

    Happy Birthday, New Yorker.

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