• Das war der Lieblingsroman einer Freundin von mir. Was mich aber nicht dazu bewegt hat, mich damit auch mal näher auseinanderzusetzen. Sogar die Verfilmung von „Fegefeuer der Eitelkeiten“ (1990) von Brian de Palma habe ich glaube ich nur aufgenommen, aber niemals angesehen – bis jetzt. Der Film ist eine Satire auf die Communitys in New York, auf Manipulationen in Politik und Justiz und nicht zuletzt auf die Medienmaschinerie. Romanautor Tom Wolfe war selbst Journalist und wußte, worauf er abzielte. Irgendwie erscheint mir der Film mißlungen, was aber nicht so einfach zu begründen ist, weil ihm nicht direkt Fehler nachgewiesen werden können. Ich nehme mal an, daß de Palma den Roman zwar notgedrungen gekürzt, aber soweit wie möglich originalgetreu verfilmt hat. Vielleicht ist das ein Stoff, der sich für eine Verfilmung nicht gut eignet.

    Börsenbroker Tom Hanks, der stets von Erfolg zu Erfolg eilte (sein Beiname ist „Master of the Universe“), macht kurz hintereinander drei Fehler, die seine Karriere augenblicklich ruinieren: Er verrät seiner Frau versehentlich, daß er eine Geliebte (Melanie Griffith) hat. Er setzt ein Geschäft im Umfang von 600 Millionen Dollar in den Sand. Und er wird in der Bronx in einen Unfall verwickelt, bei dem ein schwarzer Junge ins Koma fällt. Was später noch bedeutsam wird: Dabei ist nicht er, sondern Griffith gefahren. Der Junge konnte auf dem Weg ins Krankenhaus nur zwei Buchstaben des Autokennzeichens nennen, und daß es ein silberfarbener Mercedes war. Ein Staatsanwalt erkennt die Chance, zum Bürgermeister gewählt zu werden, denn in dem Mercedes kann nur ein Weißer gesessen haben, und wenn er den ins Gefängnis bringt, wird ihn zum Dank die gesamte Bronx wählen. Etwa 200 Autos in NY kommen in Frage, aber obwohl es nicht einmal Zeugen gibt, läßt er den Wagen suchen.

    Hanks verhält sich verdächtig, als die Polizei bei ihm auftaucht. Ihm droht Untersuchungshaft. Doch der Richter (Morgan Freeman) hält sich allein ans Gesetz und läßt ihn gegen eine Kaution von 10 000 Dollar frei. Der Staatsanwalt und ein Reverend, der ebenfalls nach größerem Einfluß strebt, bedienen sich eines abgehalfterten Journalisten (Bruce Willis), um einen klar vorverurteilenden Zeitungsartikel zu lancieren. Jeder in NY kennt nun Tom Hanks. Und jetzt holen ihn seine drei Fehler ein: Seine Frau verläßt ihn, seine Firma feuert ihn, und er kann sich, obwohl auf freiem Fuß, nirgendwo mehr blicken lassen, ohne angepöbelt und angespuckt zu werden. Willis denkt jedoch – keineswegs uneigennützig -, daß aus seiner Story noch mehr zu machen ist. Er hilft Hanks, sich zu verstecken, und erfährt dabei, daß Hanks nicht der Fahrer des Unfallwagens war. Außerdem findet er heraus, daß Griffiths Luxusapartment vom Vermieter abgehört wurde. Er kommt an ein Tonband mit einem aufgezeichneten Gespräch von Hanks und Griffith, in dem sie ihn davon abhält, zur Polizei zu gehen, weil sie ja am Steuer saß.

    In der Gerichtsverhandlung spricht zunächst alles gegen den Angeklagten Hanks. Auch Griffith sagt gegen ihn aus. Dann spielt er unvermittelt das Band ab (auch wenn es vor Gericht gar nicht verwendet werden darf), und die fast ausschließlich schwarzen Prozeßbesucher rasten aus. Jetzt schlägt die Stunde von Freeman, der selbst eine Art Plädoyer für Wahrheit und Anständigkeit hält. Dann spricht er Hanks frei, der jetzt allerdings vor den Trümmern seiner Existenz steht. Gewinner der ganzen Sache ist letztlich Willis, der die Geschichte in einem Buch verarbeitet, das zum Bestseller wird und ihm viele Preise einbringt.

    Ich finde, in dieser Geschichte fehlt es an handelnden Personen. Alle – außer Richter Freeman – sind Getriebene von politischen Winkelzügen und der öffentlichen Meinung. Das mag sich in einem Roman gut darstellen lassen, in einem Film wirkt es meist unbefriedigend. Es gab bei Erscheinen des Films Diskussionen, ob Hanks und Willis fehlbesetzt seien – sogar, ob Griffith und die Ehefrau (Kim Cattrall) nicht die Rollen hätten tauschen sollen. Willis war nur nach dem Willen des Produzenten gecastet worden; Hanks ist sicher gegen sein Image besetzt, hat aber nur wenige Szenen als karrieregeiler Finanzhai. Aber das alles ist in meinen Augen unerheblich. De Palma ist mühelos in der Lage, die Hauptdarsteller wirken zu lassen. Die Nebendarsteller sind ohnehin fast alle vorzüglich. Vielleicht hätte man ein paar von ihnen aus dem Drehbuch streichen sollen, dann hätte die Satire stärker herausgearbeitet werden können. Man mußte allerdings davon ausgehen, daß viele den Roman kennen und entsprechend enttäuscht gewesen wären. Nicht außer Acht lassen sollte man, daß die Witze in diesem Film alle auf Kosten von angesehenen Amerikanern gehen; verständlich, daß das nur wenige sehen wollten.

    „Fegefeuer der Eitelkeiten“ spielte seine Kosten nicht ein. Und das Werk war für fünf Goldene Himbeeren nominiert: schlechtester Film, Regisseur, schlechtestes Drehbuch, schlechteste Haupt- und Nebendarstellerin (Griffith, Cattrall). Zugesprochen wurden die Anti-Preise dann aber anderen.

  • Diesmal habe ich den letzten Film von Alfred Hitchcock ausgesucht, den ich auf Video habe: „Frenzy“ (1972). Es war sein vorletzter Film, und manche halten ihn für den letzten echten Hitchcock. Ich habe mich natürlich an die entscheidenden Szenen erinnert: die Strangulierung zweier Frauen und den verzweifelten Kampf des Mörders, um seine verräterische Krawattennadel aus der erstarrten Hand einer Toten herauszuwinden. Aber es ist lange her, daß ich „Frenzy“ zum letzten Mal gesehen habe. Und hier lief er bei RTL, als da noch der gesamte Abspann mitgesendet wurde, also wohl um 1990. Die Story hat ein paar Schwächen, die aber nicht ins Gewicht fallen. Mir fiel jetzt auf, daß sich der Film um ein paar fundamentale Grundmotive dreht: um sadistischen Sex und ums Essen (und um den Tod natürlich). Ich denke, Hitchcock verarbeitete sein eigenes theoretisches Interesse an Sex und sein praktisches Interesse an raffinierten Speisen. Für diesen Film arbeitete er zum ersten Mal seit 22 Jahren wieder in England, in seiner Heimatstadt London. Er war an Universal vertraglich gebunden, aber er nahm zu Recht an, daß er statt in Hollywood in den Pinewood Studios drehen mußte, damit der Film genau so wurde, wie er sich das vorstellte.

    Eine Schwäche, über die ich hinwegsehen kann, ist, daß in der nicht allzu kleinen Stadt London alle Hauptfiguren miteinander bekannt oder sogar befreundet sind. Nur so kann die Story aber funktionieren. Jon Finch hat seinen Job verloren und erzählt das zuerst seinem Freund, dem Obst- und Gemüsehändler Barry Foster (Hitchcocks Eltern hatten ebenfalls einen Gemüseladen). Der bietet ihm jede Hilfe an, was Finch aber zunächst ablehnt. Er sucht als nächstes seine Ex-Frau Barbara Leigh-Hunt auf, eine Heiratsvermittlerin. Finch ist ein aufbrausender Typ und blafft auch sie an. Trotzdem stellt sie sich als Trösterin zur Verfügung. Beide verbringen den ganzen Abend miteinander in Lokalen. Am nächsten Tag kommt Foster in ihr Büro. Er hat schon mehrmals bei ihr nach Frauen mit abartigen Vorlieben gefragt, und sie hat ihn immer wieder weggeschickt. Diesmal aber ist er gekommen, um sie zu vergewaltigen und hinterher mit seiner Krawatte zu erwürgen. Das stellt Hitchcock in vielen Einzelheiten dar, aber ohne wirklich etwas zu zeigen (wie in „Psycho“). Leigh-Hunts Sekretärin hat jedoch zuvor Finch erlebt, wie er sich mit ihr stritt, und dummerweise hat sie auch gesehen, wie er hinterher noch einmal zurückkehrte. Die Polizei kommt zu dem Schluß, daß er der Krawattenmörder sein muß, und bekommt auch eine genaue Beschreibung.

    Finch ahnt noch nichts und nimmt nun mit seiner aktuellen Freundin (Anna Massey) Kontakt auf. Beide haben in demselben Pub als Bedienungen gearbeitet. Aus der Zeitung erfahren sie, daß er als Mörder gesucht wird. Er meint, die Wahrheit werde die Polizei nicht glauben, und plant daher, mit Massey ins Ausland zu fliehen. Der Pub-Chef ist davon nicht begeistert und wirft auch sie raus. Sie muß nun sehen, wo sie bleibt. Foster bietet ihr an, daß sie vorübergehend bei ihm übernachten kann. Sie wird sein nächstes Opfer (auch das eine Parallele zu „Psycho“: Frauen, die wir für Hauptfiguren halten, kommen schon relativ früh ums Leben). Diesmal sehen wir nur, wie sie zu seiner Wohnung gehen und die Tür hinter sich schließen. Dann fährt die Kamera langsam wieder die Treppe hinunter und hinaus auf die Straße. Nach einiger Zeit hört man ihren Schrei. Aber der Mord bleibt zunächst unentdeckt. Foster steckt die Leiche in einen Sack, den er in der Nacht auf einem Lastwagen deponiert. Dann fällt ihm ein, daß seine Krawattennadel verschwunden ist. Ihm wird klar, daß Massey sie im Todeskampf von seinem Jackett gerissen hat. Er klettert auf den Lkw, der genau in diesem Moment losfährt. Foster findet seine Krawattennadel in ihrer Hand, aber er muß ihre Finger brechen, damit sie sie losläßt. Als er schon weg ist, wird die Leiche auf dem Lkw entdeckt.

    Finch wendet sich nun doch an Foster mit der Bitte, ihn zu verstecken. Foster bringt ihn in seine Wohnung. Wenig später taucht jedoch die Polizei auf und verhaftet ihn. In seinem Koffer findet sie Masseys Kleider. Da er sie selbst nicht hineingestopft hat, wird ihm klar, daß Foster nicht sein Freund ist, sondern ihn als Mörder hingestellt und verpfiffen hat. Doch zu spät: Finch wird zu lebenslanger Haft verurteilt (allerdings nur aufgrund von Indizienbeweisen). Vergeblich weist er darauf hin, daß er den wahren Mörder kennt: Foster. Der ermittelnde Inspektor (Alec McCowen) beginnt jedoch, über diese Aussage nachzudenken. Seine Frau, die ihn die ganze Zeit mit perverser französischer Küche gequält hat, hält es aus ihrer Intuition heraus für klar, daß Foster der wahre Schuldige ist. McCowen findet nun Indizien dafür, daß Foster auf dem Lkw gewesen sein muß, mit dem die Leiche transportiert wurde. Inzwischen läßt sich Finch auf die Krankenstation des Gefängnisses bringen und flieht von dort. McCowen realisiert sofort, daß er sich an Foster rächen will. Finch erreicht Fosters Wohnung und meint, ihn im Bett liegen zu sehen. Mit einer Eisenstange erschlägt er ihn. Aber es ist nicht Foster, sondern sein nächstes Erdrosselungsopfer – schon tot. McCowen kommt hinzu. Und dann hören beide, wie ein schwerer Gegenstand die Treppe hochgezerrt wird. Foster betritt seine Wohnung mit einer großen Kiste, in der er die Leiche verschwinden lassen will. McCowen sagt: „Aber Sie haben ja gar keine Krawatte an…“

    Immer wenn es in „Frenzy“ ums Essen geht, wird Hitchcock ironisch, aber im Wesentlichen ist der Film eine ziemlich widerwärtige Sexualmord-Studie. Es wird klar, daß Foster Frauen exzessiv begehrt, doch sich zugleich von ihren Reizen bedroht fühlt, sie haßt und daher tötet. Einige glauben, das sei Hitchcocks eigenes Psychogramm gewesen. New Hollywood ermöglichte es ihm, das so deutlich wie nie zuvor (und nie wieder) darzustellen. Auch dieser Film hat heute natürlich an Brutalität und Perversion einiges eingebüßt – andere Regisseure sind da längst viel weiter gegangen. Aber ich muß sagen, Hitchcock erweist sich hier mit mehr als 70 Jahren noch einmal auf der Höhe seines Könnens. Allerdings habe ich gelesen, seine Frau Alma habe mitten bei den Dreharbeiten einen Schlaganfall erlitten, wodurch sein Interesse für die Arbeit sofort nachließ. Viele Szenen ließ er seinen Regieassistenten drehen. Es ist aber ja bekannt, daß das Drehen Hitchcock eher langweilte, weil der Film dann in seinem Kopf längst fertig war. Daher konnte er das dem Assistenten überlassen.

    Ich denke, es hat Hitchcock Spaß gemacht, in London zu drehen und die Stadt so zu zeigen, wie er sie aus seiner Jugend in Erinnerung hatte. Er stellt die Londoner auch durchaus als spleenig dar. Es gibt in diesem Film keine Stars. Hitchcock arbeitete ausschließlich mit britischen Schauspielern, und wikipedia schreibt über einige von ihnen: Ihre bekannteste Rolle war in „Frenzy“. Irritierend finde ich nur die Anlage der Rolle von Finch, dem wie oft bei Hitchcock unschuldig verdächtigten „falschen Mann“. Wenn ich von der Polizei unter Mordverdacht verhaftet würde, würde ich keinen Wutanfall bekommen, sondern erstmal lieber still sein, zumindest bis ich mit einem Anwalt gesprochen habe. Es fällt auch schwer zu glauben, daß Massey mit diesem Stinkstiefel eine Liebesbeziehung hat. Aber insgesamt ist es ein sehr guter Film, allerdings offenbart er ein zutiefst negatives Weltbild. Menschen sind für Hitchcock Triebwesen – eigentlich wilde Tiere. Wohl auch wegen der Zensur hat er das zuvor immer etwas verschleiert. Sein guter Name sorgte dafür, daß der Film ein Kassenerfolg wurde. Er hatte geringe Produktionskosten von zwei Millionen Dollar, spielte aber (in USA) zwölf Millionen ein. In der Donald Spoto-Biografie lese ich, daß Hitchcock dafür einen Golden Globe erhielt. Laut wikipedia war „Frenzy“ aber nur für vier Globes nominiert. Bei den Oscars ist er ja meist übergangen worden.

  • Der letzte meiner Filme von Louis Malle auf Video ist „Auf Wiedersehen, Kinder“ (1987). Offenbar hat Malle hier eigene Erlebnisse als Internatsschüler während des Zweiten Weltkriegs wiedergegeben. In diesem Internat waren in der Zeit der deutschen Besetzung Frankreichs jüdische Kinder versteckt. Malle schildert das konsequent subjektiv, und das ist die große Stärke des Films. Allerdings ist die Perspektive nicht die der Juden (wie etwa in „Das Tagebuch der Anne Frank“), sondern die der übrigen Schüler, die anfangs kaum wissen, was ein Jude ist, und damit auch nur allmählich verstehen, daß diese jüdischen Kinder keinesfalls von Petain-Milizen oder gar von deutschen Soldaten entdeckt werden dürfen. Als am Ende der Internatsleiter verhaftet und zusammen mit drei Juden weggebracht wird, hinterläßt das einen sehr starken Eindruck. Der Titel des Films sind die letzten Worte, die er an seine Schüler richtet. Seine Fahrt geht allerdings nach Mauthausen, wo er umkommt.

    Gaspard Manesse spielt das Alter Ego Malles (man denkt unwillkürlich an Truffaut und seine „quatre cents coups“, worin die Nazizeit freilich keine Rolle spielt). Anfang 1944 kehrt er nach den Ferien in das Internat zurück, eine Privatschule für die Sprößlinge gut betuchter Familien, die von katholischen Geistlichen (es wird nicht ganz klar, ob es Priester oder Mönche sind) geleitet wird. Zunächst ist das eine intensive Darstellung des schulischen Drills, der dort herrscht, und der ständigen kleinen Ausbruchsversuche der Schüler. Sie piesacken sich gegenseitig nicht weniger als Lehrer und Aufsichtspersonen, was mir anfangs übertrieben vorkam. Aber das liegt natürlich an der Raffung der Handlung. Nach und nach bekommt man mit, daß Krieg herrscht (gelegentlicher Bombenalarm). Dann wendet der Film seine Aufmerksamkeit einem neuen Schüler zu (Raphael Fejtö); er ist ziemlich verschlossen, offenbar ein guter Schüler, der aber irgendein Geheimnis zu hüten scheint.

    Manesse versucht herauszubekommen, was mit ihm los ist. Das führt zunächst zu Spannungen und Konflikten. Während die anderen Schüler den Außenseiter schnell zum Ziel gemeiner Streiche machen, entsteht zwischen den beiden allmählich eine gewisse Vertrautheit und schließlich Freundschaft, auch wenn Manesses Stärke auf dem Gebiet der Mathematik liegt, Fejtö dagegen musisch sehr begabt ist. Ihr gemeinsamer Nenner sind die Romane von Alexandre Dumas. Der jüdische Junge verrät weiter kaum etwas über sich, aber Manesse findet heraus, daß er kein Schweinefleisch ißt, manchmal seltsame Rituale praktiziert und einen falschen Namen trägt. Im Film hat er tatsächlich den Namen „Kippelstein“. Er versteht, daß sein Freund hier untergetaucht ist. Bei einer Schnitzeljagd verirren sich die beiden Jungen im Wald und werden von bayerischen Wehrmachtsoldaten aufgegriffen, die sie allerdings anstandslos im Internat abliefern: „Wir sind schließlich auch katholisch.“

    Dann kommt es jedoch zu Problemen mit einer Küchenhilfe (Francois Negret). Der Mann mit einem steifen Bein hat mit Lebensmitteln, die die Jungen von ihren Eltern zugesandt bekommen, einen schwunghaften Schwarzmarkthandel aufgezogen. Als der auffliegt, meint Internatsleiter Philippe Morier-Genoud, ein Exempel statuieren zu müssen, kann aber nicht seine Zöglinge bestrafen, auf deren Schulgeld er angewiesen ist. Er wirft lediglich Negret raus. Der weiß ziemlich genau, was in dem Internat abläuft, und verrät aus Rache die jüdischen Kinder an die Besatzungsmacht. Den grausamen Gestapo-Chef läßt Malle einen richtigen Deutschen spielen: Peter Fitz. Er läßt die ganze Schule gründlich durchsuchen und findet alle Juden. Fitz hält noch einen Vortrag darüber, daß es den Franzosen an Disziplin mangele und sie daher nicht so erfolgreich sein könnten wie die Deutschen. Die Kinder werden weggebracht. In einem persönlichen Off-Kommentar teilt Malle mit, daß ihr Weg, so wie der des Leiters, noch kurz vor dem Zusammenbruch des Dritten Reichs in Konzentrationslagern endete.

    Eine Szene, die mir gut gefallen hat und die zweifellos wieder auf die Person von Louis Malle verweist: Im Internat wird Chaplins „The Immigrant“ aufgeführt. Gezeigt werden einige Szenen vor allem aus der ersten Hälfte dieses Stummfilms, und man sieht, wie Lehrer und Schüler, die sich sonst oft genug gegenseitig das Leben schwer machen, einträchtig über die Gags auf dem Auswandererschiff lachen. Als die New Yorker Freiheitsstatue in Sicht kommt, hat das für die jüdischen Kinder zugleich eine tiefere Bedeutung.

    „Auf Wiedersehen, Kinder“ ist ebenso ein Porträt eines strengen französischen Internats der 1940er Jahre wie der Besatzungszeit und der Judenverfolgung in Frankreich (als der Krieg bereits eine Wende genommen hatte). Natürlich kenne ich weder die Zeit noch Frankreich, aber es wirkt alles in allem durchaus überzeugend. Malle hat vermutlich von seiner Erfahrung als Dokumentarfilmer profitiert, auch wenn dies eindeutig ein Spielfilm ist. Der französischen wikipedia ist zu entnehmen, daß die Produktionskosten bei umgerechnet 2,7 Millionen Euro lagen und allein in Frankreich 3,5 Millionen Besucher den Film im Kino sahen. Klingt nach einem kommerziellen Erfolg. Fest steht, daß der Film eine Menge Preise gewann, allen voran den Goldenen Löwen in Venedig und sieben Cesars. Außerdem war er für zwei Oscars nominiert (neben dem besten ausländischen Film auch für das beste Originaldrehbuch). In Deutschland erhielt er zumindest den Gilde-Filmpreis.

  • Dieser Film paßt eigentlich nicht hierher: „Diamanten-Expreß“ (1985) von Jan Scholtz. Diese Cassette stammt wieder mal aus dem Gratis-Buchregal, Ich war mir nicht sicher, ob das nicht ein namhafter Film ist, aber es stellte sich heraus, daß es um eine obskure südafrikanische Produktion handelt, die in Deutschland nur auf Video erschienen ist. Meine Cassette stammt aus einer Videothek; als der Vorbesitzer sie zurückbringen wollte, hatte die wahrscheinlich schon dicht gemacht. Der Film hat keinen wikipedia-Eintrag; der katholische Filmdienst bezeichnete ihn, nicht unzutreffend, als „Klamotte“. Ich kenne sonst nur einen südafrikanischen Film: „Die Götter müssen verrückt sein“, aber nun war ich neugierig, womit ich es hier zu tun habe.

    Die Filmhandlung ist zweigeteilt. Im ersten Teil wird der Eindruck erweckt, als würde eine verwickelte Krimi- und Spionagegeschichte aufgezogen. Im Zuge des Verkaufs einer angeblich wertlosen Diamantenmine (typisch Südafrika) bringt der gewitzte Gauner Richard Loring eine Menge Diamanten an sich. Die Mitarbeiterin einer Diamantenfirma, Anne Power, hängt sich an ihn, um davon etwas abzubekommen. Gleichzeitig stiehlt der Meisterdieb Graham Clarke ein geheimes Energiegewinnungskonzept der Regierung. Hinter Loring ist bald die Polizei, hinter Clarke das Militär her – beide jedoch mit überschaubarem Erfolg. In diesem Film wird viel mit dem Zug gereist; und so begegnen sich Loring und Clarke, ohne sich zu kennen, in einem solchen Zug und vertauschen versehentlich ihre Aktenkoffer – Loring ist somit von da an mit physikalischen Unterlagen, Clarke dagegen mit einem Haufen Diamanten unterwegs. Der zweite Teil des Films ist nur noch eine fortgesetzte Verfolgungsjagd, bei der man versucht, sich gegenseitig die Aktenkoffer abzujagen, alle Beteiligten wiederholt aus dem Zug fallen, mit anderen Verkehrsmitteln oder gar zu Fuß ihre Reise fortsetzen müssen, Fallen entgehen und Polizeisperren durchbrechen.

    Schließlich hat Loring mehr Glück als Verstand und kann der Regierung die Geheimpapiere für eine Million (plus eine Generalamnestie) verkaufen. Als Clou erweist sich, daß es dem Assistenten Lorings (Bill Curry), einem der wenigen Schwarzen im Film, gelingt, sich die Belohnung unter den Nagel zu reißen. Bis dahin war er der Underdog gewesen, der von den Weißen mit Verachtung gestraft oder verspottet wurde. Nun erweist er sich sozusagen als das größte Schlitzohr. Als sich Curry allerdings mit einem Luxus-Kreuzfahrtschiff absetzen will, trifft er in der Messe Loring und Power wieder…

    Der Film ist nicht völlig daneben, aber ich kann doch nachvollziehen, warum er nicht ins Kino kam. Der Humor gehört noch in die 1970er Jahre, und das Werk leidet auch darunter, daß seine beiden Teile nicht zusammenpassen. Das Drehbuch ist nicht gut. Die komplizierte Exposition hätte man sich sparen können, da der Film erst ab der Vertauschung der Aktenkoffer – tatsächlich etwa in der Mitte des Films – Fahrt aufnimmt. Die turbulente Verfolgungsjagd ist jedoch auch nicht ohne Längen. Die Mißgeschicke, die allen Beteiligten widerfahren, ergeben sich nicht schlüssig aus der Handlung, sondern werden erkennbar nur eingesetzt, um die Story jeweils ein Stück voranzutreiben. Originell ist das fast nie. Die Schauspielerleistungen sind nicht eben unterirdisch, aber die Figuren doch nicht mehr als platte Karikaturen. Naja, man lernt oft mehr aus schlechten als aus guten Filmen.

    Ob der „Diamanten-Expreß“ zumindest in Südafrika ein Erfolg war, habe ich nicht herausfinden können.

  • Üblicherweise bespreche ich die Filme eines Regisseurs chronologisch (das ist aber keine ganz strikte Regel). Bei Tim Burton komme ich nun zuletzt auf den frühesten Film zu sprechen, den ich habe: „Beetlejuice“ (1988). Das war der Film, mit dem Burton erstmals auf sich aufmerksam machte, und wohl die Visitenkarte zur Übernahme der Regie bei den ersten beiden „Batman“-Filmen mit Michael Keaton. „Beetlejuice“ ist eine Gruselkomödie, vielleicht ähnlich dem „kleinen Horrorladen“. Auch Burton hat seinen Film vergleichsweise billig gedreht (15 Millionen Dollar Produktionskosten) und statt auf Special Effects auf eine einfallsreiche Story gesetzt, in der mit einer Menge Horrorklischees fantasievoll gespielt wird.

    Man kann sich sicher vorstellen, daß die Handlung zwar Hand und Fuß hat, aber keineswegs sinnvoll ist. Das junge, leider kinderlose Ehepaar Alec Baldwin und Geena Davis lebt in einem schloßartigen Haus in der Provinz und kommt bei einem Autounfall gemeinsam ums Leben. Nach ihrem Tod merken sie, daß sie nun als Geister in ihrem Schloß weiterexistieren. Aber nicht nur das: Eine New Yorker Familie (Geschäftsmann Jeffrey Jones, die verrückte Bildhauerin Catherine O’Hara und ihre Gothic-Tochter Winona Ryder) zieht nun in das Schloß ein und stört nachhaltig ihre Ruhe. Baldwin und Davis beschließen, die neuen Bewohner so sehr zu erschrecken, daß sie freiwillig das Weite suchen. Doch New Yorker sind nicht so leicht zu erschrecken, wie sie bald feststellen. Sie überlegen daher, ob sie den „Bio-Exorzisten“ Michael Keaton um Hilfe bitten. Er heißt Beetlejuice (Verballhornung von Beteigeuze, dem Namen eines Riesensterns im Sternbild Orion, den arabische Astronomen „Schulter der Riesin“ getauft haben), ist wohl ebenfalls ein Geist, aber um einiges aggressiver. Man muß ihn allerdings aktivieren wie einen Flaschengeist, und da fragt sich, ob man ihn hinterher sozusagen wieder in die Flasche bekommt.

    Die todessehnsüchtige Ryder kann als einzige zu den beiden Geistern Baldwin und Davis Kontakt aufnehmen und verbündet sich mit ihnen. Schon droht aber Gefahr von Keaton: Sein Geisterspuk geht nach ihrem Geschmack viel zu weit, daher wollen sie es doch lieber noch einmal selbst versuchen, die neuen Bewohner zu vergraulen. Keaton ist aber ohnehin wenig an seiner Aufgabe interessiert und möchte lieber Ryder heiraten, um so in die „normale“ Welt zurückkehren zu können. Er muß also außer Gefecht gesetzt werden – es kommt zum großen übernatürlichen Showdown, in dem das schließlich gelingt. Am Ende ist Keaton weg, und alle leben gemeinsam und harmonisch in dem Schloß, wobei das Sorgerecht für Ryder offenbar von ihrer ursprünglichen Familie auf Baldwin und Davis übergegangen ist.

    Bei dem Budget des Films sind keine beeindruckenden Special effects zu erwarten. Burton macht allerdings aus der Not eine Tugend und inszeniert seinen Geisterspuk hauptsächlich durch Beleuchtung und Dekoration. Teilweise setzt er das Stop-Motion-Verfahren ein. Spiegeltricks oder die Abtrennung eines Kopfes werden noch so gemacht wie in 20 oder 30 Jahre älteren Filmen. Doch das macht nichts, da es vor allem darauf ankommt, daß die Effekte ihre komische Wirkung entfalten. Oft sollen sie auch skurril wirken. Obwohl Michael Keaton die Titelrolle hat, hat er in dem Film nicht allzu viele Szenen. Aber er muß sich keine Sorgen machen, womöglich übersehen zu werden. Angeblich hat er die meisten seiner Auftritte improvisiert, damit sie so überdreht wie möglich wirken. Burton hatte hier schon einen Gutteil der Künstler, die dann auch an „Batman“ und „Batman returns“ mitwirkten, zusammen. Erwähnt werden sollte noch Sylvia Sidney, die später in „Mars attacks“ wieder auftaucht. „Beetlejuice“ ist ein wirklich gelungener Unterhaltungsfilm, witzig und verschroben, und wahrscheinlich konnte Burton ihn nur deshalb so drehen, weil die Produktionsfirma Geffen finanziell vergleichsweise wenig riskierte (Vertrieb war Warner). Der Film heimste sogar ein paar Preise ein, allen voran den Oscar für das beste Makeup.

  • Du schreibst immer Schloß? Die wohnen in einem etwas größerem, typisch amerikanischen, 1920er Jahre würde ich meinen, Holzhaus. Oder ich ich erinnere mich da deutlich falsch.

    Ein für die damalige Zeit und eigentlich auch noch heute ausgefallener Film. Ein echter Burton halt. Ich liebe fast alle seiner Filme.
    Ich hab den zum ersten mal gesehen als er frisch war und letztens zum zweiten Teil nochmal gerschaut. Einfach irrwitzig.
    Und trotzdem würde ich ihm damals wie heute keine volle Punktzahl geben ohne das irgendwodran exakt festmachen zu können.

  • @ Marvel Boy: Okay, "Schloß" ist vielleicht zu viel gesagt. Aber es gibt einen Turm, und im Inneren wirkt das Haus schon ziemlich spukschloß-mäßig.

    @ God W.: Die Fortsetzung kenne ich nicht, und auf Video habe ich die schon gar nicht...

  • Bei der Beschäftigung mit „Beetlejuice“ fiel mir ein Film ein, der thematische Berührungspunkte hat: „Rendezvous mit Joe Black“ (1998) von Martin Brest. Das ist wieder mal eine Kaufcassette aus dem Gratis-Buchregal; ich habe sie mitgenommen, weil der Film, als er ins Kino kam, in meinen Kirchenkreisen Gesprächsthema war. „Joe Black“ ist ein Deckname für den Tod. Regisseur Brest, der vor allem für „Beverly Hills Cop“ bekannt ist, scheint ein Handwerker ohne Ambitionen zum auteur zu sein, hat aber hier etwas sehr Ungewöhnliches gemacht. Er hat eine kleine Komödie („Die schwarze Majestät“ von Mitchell Leisen) in ein ausgedehntes Melodram umgewandelt. Theologisch gibt der Film, wie ich meine, nichts her, und als ausgewalzte Komödie knirscht das Handlungsgerüst gewaltig im Gebälk. Trotzdem finde ich den Film interessant und durchaus eine Betrachtung wert.

    Der mächtige Medienmanager Anthony Hopkins wacht eines Nachts mit üblen Herzschmerzen auf. Er übersteht die Krise ohne ärztliche Hilfe, aber ihm wird bewußt, daß er wohl nicht mehr lange zu leben hat. Sein Filmname ist William Parrish – ein Wortspiel, denn „will perish“ bedeutet: „wird verscheiden“. Siehe „Angel Heart“ und „Louis Cyphre“ (= „Luzifer“). Währenddessen lernt seine Tochter Claire Forlani, die eigentlich ein Vorstandsmitglied von Vaters Konzern heiraten soll, einen netten jungen Mann (Brad Pitt) kennen, der etwas unbeholfen, aber sehr wirkungsvoll mit ihr flirtet. Eben als sie sich verabschiedet haben, wird er bei einem Autounfall getötet. Der Tod braucht diesen Körper, um Hopkins aufsuchen zu können. Forlani wundert sich, daß der nette Kerl plötzlich im Haus ihres Vaters auftaucht, merkt aber nicht, daß sie es nun mit jemand anders zu tun hat. Pitt („Joe Black“) kennt die stoffliche Welt nicht, möchte sie nun aber anläßlich seines Besuchs bei Hopkins endlich mal kennenlernen.

    In Vorstand und Aufsichtsrat des Medienkonzerns läuft gerade eine Intrige gegen Hopkins. Die Gremien sind dafür, die Firma zu verkaufen, auch wenn sie wissen, daß sie dann in ihre Einzelteile zerlegt wird. Hopkins, dessen Lebenswerk in Gefahr ist, ist natürlich dagegen. Irritierend ist, daß dieser Joe Black ihn plötzlich auf Schritt und Tritt begleitet, obwohl niemand weiß, wer er ist. Er ist auch bei den vertraulichen Firmenkonferenzen dabei. Immerhin kommt die Romanze zwischen Forlani und dem Tod voran (kein Wunder, wenn der wie Brad Pitt aussieht…). Sie denkt, er sei der Mann fürs Leben, und Hopkins sieht sich genötigt, auch hier einzugreifen, denn er befürchtet nicht ohne Grund, daß das Leben seiner Tochter schnell vorbei sein dürfte, wenn sie sich mit dem Tod einläßt.

    Hopkins will mit großem Pomp seinen 65. Geburtstag feiern, und seine Gegner in der Firma wollen ihn genau an diesem Tag entmachten und in den Ruhestand schicken. Jetzt soll aber endlich die Identität von Pitt gelüftet werden. Der gibt sich jedoch als Steuerfahnder aus, der aufgedeckt hat, daß die Firmenübernahme mit gravierenden Steuervergehen verbunden wäre. So kommt es also nicht zum Ausverkauf, und der Konzern bleibt doch erhalten. Auf der Geburtstagsparty sprechen sich alle Familienmitglieder endlich mal so richtig miteinander aus. Hopkins macht sich zum Sterben bereit, und der Tod verzichtet schweren Herzens auf Forlani, indem er ihr gesteht, seine Aufgabe sei erfüllt und er werde nun fortgehen. Sobald Hopkins tot und er weg ist, kehrt der tödlich verunglückte junge Mann ins Leben zurück, mit dem Forlani dann doch glücklich werden kann.

    Als Komödie war der Film ursprünglich nur 70 Minuten lang. Brest macht einen Drei-Stunden-Film daraus, der aber – auch wegen der Stars – immerhin nicht langweilig wird. Trotzdem paßt hier so einiges nicht zusammen: Hopkins überzeugt zwar als Familienpatriarch, aber für einen mit allen Wassern gewaschenen Wirtschaftskapitän ist er viel zu weich. Brest und seinen Drehbuchautoren scheint die Funktion von Vorstand und Aufsichtsrat eines Unternehmens nicht klar gewesen zu sein – oder sie wollten das Publikum nicht mit solchen Dingen belasten. Brad Pitt muß in seiner Rolle Aspekte zusammenbringen, die einfach nicht zusammengehören. Auch nachdem der Tod im Körper des jungen Mannes steckt, ist er so charmant wie zuvor; gleichzeitig muß er aber vermitteln, daß er noch nie ein sinnliches Erlebnis hatte (Essen, Gefühle, Sex). Man macht sich auch Gedanken über die Arbeit des Todes. Wie kommt es, daß er tagelang bei einem künftigen „Opfer“ herumhängen kann – stirbt womöglich in dieser Zeit niemand?

    Obwohl sich in dem Film quasi alles um den Tod dreht, wird er schließlich äußerst dezent behandelt. Hopkins und Pitt entfernen sich von der Geburtstagsfeier, spazieren ins Dunkel und verschwinden schließlich hinter einem Hügel. Kurz darauf kehrt Pitt allein zurück. Das war’s. Der Tod ist ein Spaziergang, wenn man so will… Auch die Lebensphilosophie, die der Film bietet, ist ziemlich dürftig. Man muß im Leben etwas geleistet haben, worauf man stolz sein kann, und am Ende zählt nur die Liebe, die man seiner Familie und Freunden gegenüber gezeigt und empfangen hat. Wer hätte das gedacht? Zugute halten würde ich „Rendezvous mit Joe Black“ jedoch, daß hier einige Inszenierungsregeln und Unterhaltungsgrundsätze Hollywoods bewußt mißachtet werden. Brest hatte dann auch das Glück, daß der Film kein Desaster wurde. Allerdings spielte er sein Geld hauptsächlich in Europa ein. In USA war er wirtschaftlich ein Flop. Er wurde zudem für die Goldene Himbeere als schlechteste Neuverfilmung nominiert.

  • Man macht sich auch Gedanken über die Arbeit des Todes. Wie kommt es, daß er tagelang bei einem künftigen „Opfer“ herumhängen kann – stirbt womöglich in dieser Zeit niemand?

    Ein oft diskutiertes Problem, sobald man den den Tod personalisiert. Egal ob nun Thanatos in den griechischen Sagen, der "Boandlkramer" oder Tod in den Discworld-Romanen von T. Prattchet. (Besonderes letzterer allerdings das totale Gegenstück zu Pitt: Das klassische Skelett mit Sense, daß sich vor allem dadurch auszeichnet, daß es in Großbuchstaben "spricht")

    Ansonsten habe ich mir den Film nicht angetan. Und einige Szenen auf YT ließen auch nicht den Wunsch aufkommen, ihn mir später in voller Länge anzutun. (Ich vermute mal, 90% der Zuschauer waren Frauen, die wegen Pitt ins Kino sind. Und die restlichen 10% wurden mitgeschleppt. :zwinker: )

    Jeder Idiot kann eine Krise meistern. Es ist der Alltag, der uns fertig macht.

  • In wikipedia stand, "Meet Joe Black" sei einer der wenigen Filme gewesen, bei dem der Trailer zu einem neuen "Star Wars"-Film lief. Daher seien viele "Star Wars"-Fans reingegangen, und nachdem der Trailer gelaufen war, hätten sie das Kino wieder verlassen.

    Man muß wirklich Lust zu einem sehr ausgedehnten Melodram haben, um sich diesen Film anzusehen.

  • Ich fand Joe Black sehr gelungen- meiner Frau war der Film dagegen (wie jegliche Filme solcher Art) zu langweilig.

    Der dürfte auch in den meisten Sammlungen im Bekanntenkreis stehen, wundert mich, dass er hier so schlecht wegkommt. :weissnix:

  • Ich hab' ja nicht den Daumen gesenkt; ich konnte mir "Joe Black" gut ansehen. Ein paar inhaltliche Mängel hat er aber schon - vielleicht ist das Problem, daß die alte Komödie noch durchscheint. Wenn die gut gespielt ist, sieht man vielleicht über manches hinweg, was in dem Remake eindeutig nicht funktioniert.

  • Als ich noch Fernsehprogramme gestaltet habe, vertippte sich ein Kollege. Für die TV-Zuschauer lief dann der Film "Rendezvous mit Roy Black". "Anthony Hopskins" spielte auch mit.

  • Ich vermute mal, 90% der Zuschauer waren Frauen, die wegen Pitt ins Kino sind. Und die restlichen 10% wurden mitgeschleppt. :zwinker:

    Da gehörte ich zu den restlichen 10%. :D Mein damaliges Date wollte ihn einzig wegen Pitt sehen. Ich zwar ebenfalls aber auch wegen Hopkins.

  • Als ich noch Fernsehprogramme gestaltet habe, vertippte sich ein Kollege. Für die TV-Zuschauer lief dann der Film "Rendezvous mit Roy Black". "Anthony Hopskins" spielte auch mit.

    :lol7:
    Die besten Lacher sind die ungewollten.

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