Was liest Du außer Comics?

  • Ich lese gerade "The Devils" von Joe Abercrombie. Mittelalter-Fantasy in einem alternativen Europa, das in einem Krieg mit den Elfen steht, die die heilige Stadt Jerusalem erobert haben. Die höchsten geistlichen Würdenträger sind fast ausschließlich weiblich (Päpstin, Bischöfin etc.) und es gibt alle möglichen Monster (Vampire, Werwölfe, Mischwesen) und natürlich Hexen und Zauberer. Im Zentrum der Handlung steht der Mönch Diaz, der von der Päpstin den Auftrag erhält, die kürzlich wiederentdeckte Prinzessin von Troja wieder auf ihren Thron zu setzen. Die ist jedoch ein Gossenkind. Dazu erhält Diaz die Hilfe einer außergewöhnlichen Truppe von "Teufeln", die geheime Kapelle. Bestehend aus einem verfluchten Ritter, der nicht sterben kann, einer Werwölfin, die immer nur ans F**ken denkt, ein gelangweilter Vampir, ein Magier, eine Elfe und eine Harpie. Alle sind durch einen Bann der Päpstin gebunden, sodass sie gezwungen sind, die Prinzessin nach Troja zu bringen. Doch der Weg ist ein echter Höllenritt …

    Bringt bisher mächtig Spaß das ganze, es ist ziemlich blutig und es wird geflucht, dass jedem Mönch die Ohren flattern.

  • Die menschliche Komödie - Mein Balzac-Marathon (Teil IV)

    8. Verlorene Illusionen (Handlung ca 1821-1823, Epilog 1829)

    Ein sogenannter „Schlüsselroman“ der Menschlichen Komödie; - und ein ziemliches Brett mit ca 800 Seiten. Eigentlich sind es ja drei Bücher, die Balzac zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben und dann erst vor der Eingliederung in die MK zu einem Band zusammen gefasst hat. Und das merkt man auch!

    Der erste Teil ist eigentlich nur eine ausgeuferte Einführung. Er spielt in der Provinz, genauer gesagt Angoulême. Nicht zufällig kommt wohl auch Rastignac von hier, denn wenn Balzacs auf diesen seine Wünsche auf gesellschaftlichen Aufstieg projiziert, so macht er es diesmal im künstlerischen Bereich, denn die Hauptfigur Lucien Chardon, Sohn eines Apothekers, der sich aber nach seiner adligen Mutter Lucien de Rubempré nennt (Eine weitere Gemeinsamkeit , da sich Balzac das ‚de‘ ja auch selbst verliehen hat.) wird von ihm als begabtes dichterisches Talent geschildert. Allerdings wird Lucien mehr noch als Eugen als eine Art Adonis geschildert und das war Balzac nun wirklich nie.
    Wir lernen außer ihm, seiner Familie und Freunden die ganze „feine“ Provinzgesellschaft kennen, die sich regelmäßig im Salon einer Aristokratin trifft, die Lucien protegiert und eine platonische Beziehung pflegt. (Sie ist fast doppelt so alt wie er.) Natürlich macht die philisterhafte Gesellschaft dem Künstler das Leben schwer. Aber das ganze hat Balzac ehrlich gesagt in anderen Werken schon besser geschildert.
    Nach einem Skandal reist Lucien mit seiner Gönnerin nach Paris um dort (wie Balzac im gleichen Alter) als Künstler Karriere zu machen.

    Der zweite Teil schildert die Ereignisse etwa eines Jahres, in denen Lucien erst einen kometenhaften Aufstieg und dann einen noch rascheren Niedergang erlebt und alles mit seiner Abreise, fast schon einer Flucht aus Paris endet. (Dazu weiter unten.)

    Der dritte Teil ist ein seltsamer Appendix. Er schildert die Ereignisse in Angouleme rund um Luciens Freund und inzwischen Schwager David Séchard und seine Familie während seiner Abwesenheit und nach seiner Rückkehr. David ist Betreiber einer kleinen Druckerei und forscht an verbesserten Methoden zur Herstellung von Papier. (Damals ein sehr aktuelles Thema, da den Papierherstellern das Rohmaterial ((Lumpen)) ausging. Balzac versuchte auch selbst immer mal wieder ((erfolglos)) durch Beteiligung an solchen Projekten seine Geldsorgen zu mindern und kannte wahrscheinlich Berichte über die Experimente mit Holzschliff, die damals gerade begannen. – Aber dazu weiß Manu sicher viel mehr als ich.)
    Lucien tritt eigentlich nur noch auf, um seinen Schwager z.B. mit Wechselbetrug permanent Ungelegenheiten zu machen, so daß dieser letztlich gezwungen ist, seine Rechte als Erfinder unter Wert zu verkaufen. (Immerhin endet das ganze für die Famile Séchard am Ende noch recht versöhnlich.) Lucien will am Ende Selbstmord begehen, wird aber durch einen seltsamen spanischen Abbé, angeblich ein Diplomat, davon abgehalten. Nun, er ist weder Spanier, noch Abbé und schon gar kein Diplomat sondern ein alter Bekannter aus „Vater Goriot“, was aber schon zum Nachfolger „Glanz und Elend der Kurtisanen“ überleitet.


    Nun also zum mittleren Hauptteil: Er nimmt nur etwas mehr als die Hälfte des Romans ein, aber hier läuft Balzac zur Höchstform auf. Ich will die zwei anderen Teile jetzt nicht als Zeilenschinderei bezeichnen, dazu ist Balzac auch hier ein viel zu begnadeter Erzähler aber eigentlich bräuchte es sie nicht.
    Lucien und seine Gönnerin treffen in Paris ein. Dort gibt sie ihm fast umgehend den Laufpass, da sie begreift, daß die Pariser "Gesellschaft“ ihr die Beziehung zu einem Apotheker-Sohn nie verzeihen würde. Auf sich allein gestellt und bald mittellos versucht Lucien als Schriftsteller zu leben und erhält hier seine erste Lektion: Die Buchhändler bevorzugen bekannte Autoren. Alles andere ist ein zu hohes Risiko und Lyrik (Luciens besondere Begabung) geht schon mal gar nicht. Auch seine Bekanntschaft mit einer Reihe ähnlich begabter junger Idealisten um den Schriftsteller Daniel d’Arthez (Darunter wieder der Arzt Bianchon) ist zwar eine ideelle Stütze aber kann ihm materiell kaum weiter helfen.
    Der junge und verzweifelte „Faust“ trifft nun im Journalisten Lousteau seinen ersten „Mephisto“, der ihn für eine Zeitung engagiert und ihn mit den Spielregeln vertraut macht; -leider aber auch mit den teuren Diners, dem Spielen und Schulden machen. Am Anfang läuft alles gut. Luciens Stil hat Erfolg, er kann sich sogar über Zeitungsartikel an seinen Feinden rächen und hat in der Schauspielerin Coralie eine attraktive Mätresse. (Mätresse bedeutet aber hier eher, daß SIE IHN aushält.)
    Als er dann auch noch versucht in „Die Gesellschaft“ aufzusteigen, ein Lebemann wie Rastignac oder auch die oft auftretenden Figuren Henri de Marsay oder Maxime de Trailles zu werden, häufen sich nicht nur die Schulden sondern auch die Feinde, die ihn schließlich mit einigen Intrigen ruinieren. Am Ende verlässt er mit leeren Händen und von allen verachtet Paris.
    Aber eigentlich ist Luciens Schicksal nur Mittel zum Zweck. Balzac braucht ihn, um die Mechanismen des Pariser „Kulturbetriebs“ in allen Facetten zu beleuchten:

    - Die Buchhändler sind mehr an billig produziertem Schund als an wirklicher Qualität interessiert
    - im Theater entscheidet weniger die Qualität des Stücks über den Erfolg sondern wie tief die weibliche Hauptrolle (Männer spielen offenbar keine Rolle als Star) die Schultern entblößt
    - Noch wichtiger sind allerdings die straff organisierten Claqueure und die Journalisten, die über die neuen Stücke und neuen Bücher berichten. Man ist also bemüht, sie vorher zu kaufen
    - Aber auch die Jornalisten sind nicht frei. Es geht darum, Abonements zu verkaufen und darum wird ein vernichtender Artikel im letzten Moment schon mal umgeschrieben. Ein "richtiger" Journalist kann sich da jederzeit problemlos anpassen. Notfalls schreibt man an einem Abend zwei absolut antagonistische Artikel zu einem Thema.
    -Unterm Strich ist jeder von jedem abhängig und es geht am Ende immer nur ums Geld. Wer sich den Luxus einer eigenen Meinung oder Moral leistet (Z.B. nicht das Buch eines Freundes „runterschreiben“ will) wird verstoßen. Balzac kannte aus eigener Erfahrung das Verlagswesen der 1820er Jahre mit seiner Ausbeutung der Autoren und lag oft genug im Clinch mit Zeitungen. Nach diesem Buch wurden die Beziehungen nicht unbedingt besser.
    Und Balzac schildert das alles wieder in einem meisterhaften Erzählstil. Die Journalisten und Verleger sind nicht dumm; - im Gegenteil. Sie können scharmant plaudern, scharfzüngig analysieren und eine hingeworfene Bemerkung beim teuren Diner verletzt den Gegner schwerer als ein Faustschlag. Im Gegensatz zu den Hatern heute im Internet meucheln sie mit Stil.

    Fazit: Der Mittelteil ist absolut lesenswert. Man erfährt so einige Regeln aus der Branche, die teilweise noch heute gelten. Der Rest ist nur nötig, wenn man wissen will, wie es mit der Hauptfigur weiter geht.
    Aber bevor ich mit den Kurtisanen weiter mache, kommt erst mal etwas leichter verdaulicheres dran. Nämlich mit zwei Geschichten aus einem Band, die wieder mal in der Provinz spielen, diesmal in Alencon, etwa 100 km westlich von Paris.

    9a Die alte Jungfer (Handlung etwa 1816, Epilog 1830)
    Die Handlung ist schnell erzählt. Durch einige Zufälle und Mißverständnisse entscheidet sich das jahrzehntelange Buhlen zweier Junggesellen um die Hand (oder besser das Vermögen) der 42 Jahre alten Titelfigur binnen weniger Minuten. Beide sind um die 50, den einen muss man sich als eine Art adliger Karl Lagerfeld vorstellen während der andere, bürgerliche in einer Verfilmung perfekt von Gérard Depardieu getroffen wurden wäre. Hier macht sich Balzac mal ausgiebig über die kleinstädtischen Cliquen und Zirkel mit ihren Ritualen und Beschränktheiten lustig, die er aber natürlich wieder einmal ausführlich und treffsicher beschreibt. Die Schilderung ist hier im Vergleich zur Handlung alles. Am Ende steht eine bitterböse Pointe.
    Ach ja. Auch hier gibt es einen begabten jungen Mann, der unter den Philistern leidet. Aber so recht scheint er Balzac nicht interessiert zu haben. Wir erfahren nicht einmal, worin seine Talente eigentlich bestehen und sein Selbstmord berührt weder die Leute in Alencon noch den Leser wirklich.

    9b Das Antiquitätenkabinett (Handlung 1822-1824, Epilog 1830)
    Einige Jahre später wieder in Alencon. Durch die Heirat hat sich in der „politischen Klasse“ eine Spaltung vollzogen. Der siegreiche Brautwerber steht an der Spitze der auf Entwicklung drängenden Bürgerschaft, während sein unterlegener Rivale im Salon des alten Adels, von den Gegnern spöttisch als „Antiquitätenkabinett“ bezeichnet, Rückhalt gefunden hat. An dessen Spitze steht das Oberhaupt eines total verarmten aber so altadligen Hauses, daß man selbst die Boubonen als gerade noch ebenbürtig und die 30 Jahre zurück liegende Revolution als „Wirren“ betrachtet, die schon mal zu Ende gehen werden.

    Dies bekommt auch der einzige Erbe eingetrichtert; - wieder einer der vielen jungen Männer, die Balzac schließlich nach Paris aufbrechen läßt. Im Gegensatz zu anderen aus schon genannten Werken ist dieser aber zu nichts fähig als in zwei Jahren fast 300 000 Franc zu verschleudern (Zum Vergleich: Rastignac hatte als Student ein Jahresbudget von gerade mal 1200 Franc!) und dann zurück zu kehren, um sich vom Anwalt der Familie vor dem Zuchthaus wegen Wechselbetrug retten zu lassen. Diese Bemühungen, die die einzelnen Instanzen der Justiz und ihre gegenseitigen Beziehungen und Interessen zeigen, war das beste an diesem Roman. Außerdem erfährt man nebenbei etwas vom familiären Background einer weiteren immer wieder auftauchenden Figur, dem Journalisten Blondet.
    Am Ende steht die resignierte Feststellung des alten Marquis, die auch aus einem Asterix stammen könnte: „Die Gallier haben gesiegt.“

    Jeder Idiot kann eine Krise meistern. Es ist der Alltag, der uns fertig macht.

  • Ich lese gerade "The Devils" von Joe Abercrombie. Mittelalter-Fantasy in einem alternativen Europa, ......

    Laut "Filmstart.de"soll wohl 2027 eine Verfilmung des Buches erscheinen.

    The Devils
    In einer alternativen Version des mittelalterlichen Europas ist die Welt von einer bevorstehenden Invasion fleischfressender Elfen bedroht ist. Letzte Hoffnung…
    www.filmstarts.de

    :ele3:

  • Hab The Devils gestern beendet. Obwohl das Ende sämtliche Vorahnungen/Klischees erfüllt hat, war es trotzdem gut. Highlight ist aber (wie fast immer) der Weg dorthin gewesen. Hat viel Spaß gemacht und ja, eine Verfilmung/Serie böte sich wirklich an. Auf jeden Fall eine Lesempfehlung. :top:

    Ich mache dann jetzt mit Dungeon Crawler Carl (und Prinzessin Donut) weiter. :D

  • Geheimakte: Inkarrí (von André milewski)

    Letztes Jahr auf der LBM habe ich mir durch Besprechungen im Forum, den ersten Band der Reihe "Geheimakte" Labrador gekauft, auch wegen der interessanten Beschreibung auf der Rückseite, und vielleicht auch weil mir Indiana Jones gefällt, also warum nicht mal einen Abenteuer Roman?

    Und auch wenn es bei mir ein Jahr rumgelegen hat, wie so vieles was ich mir aus Interesse mal gekauft habe, habe ich es dieses Jahr auf der Fahrt zur Buchmesse (und zurück) endlich gelesen. Und die Mischung aus Abenteuer, Spannung und den Charakteren, den Schurken und obendrauf Thors Hammer, hat mich schlicht mitgerissen und begeistert. So habe ich mir auch noch auf der Messe zwei weitere Bände der Reihe gekauft Inkarrí (und Aton), welchen ich die letzten Tage gelesen habe.

    Im Jahr 1954 hat sich Max Falkenburg in Amerika als Student eingelebt, ob er wirklich weitermachen will auf dem Weg zum Archäologen, wie sein Vater weiß er nicht, weshalb er sein Studium schleifen lässt, zumindest aus Sicht seiner Freunde und Professor Chrichton, bei dem er auch wohnt. Der Professor gibt ihm jedoch eine letzte Chance, den ein Team von Archäologen aus Spanien wollen mit dem Professor und einem Team ihrer Uni ins legendäre Reich der Inka reisen, um die legendäre Stadt Paititi zu finden. Ihre einzige Spur ist ein Gegenstand, ein Stab, der vor Jahrhunderten verschwunden ist, und von einem Inka versteckt wurde der danach von Konquistadoren hingerichtet wurde.

    Ihre Expedition verläuft dann auch nicht gerade nach Wunsch ab, den bevor es losgeht werden sie schon von Einheimischen verfolgt, die sie davon abhalten wollen ihr Ziel zu erreichen, mit allen Mitteln. Ein richtiger Pageturner kann ich sagen, von der ersten bis zur letzten Seite spannend, voller Action, und mit Charakter mit denen man mitfiebert, das alles in einer bildhaften Sprache geschrieben die das ganze erlebbar macht, auch die blutigen Szenen. Kurz gesagt mir gefällt es, und bei Gelegenheit werde ich weitere Romane aus der Reihe lesen, und kaufen.

  • So, ich bin durch mit Dungeon Crawler Carl von Matt Dinniman. Ist ganz spaßig, aber den Riesenhype darum kann ich nicht ganz nachvollziehen. Klar, das Setting ist erstmal ungewöhnlich. Eine außerirdische Macht vernichtet von jetzt auf gleich sämtliche Gebäude der Erde, alles wird sprichwörtlich platt gemacht. Überlebt hat nur, wer zum Zeitpunkt der "Plättung" im Freien war. Für diese Überlebenden zeigen sich überall Eingänge, die in einen Dungeon führen, der von den Außerirdischen geschaffen wurde. Dort werden die Menschen (und auch manche Tiere) zu Crawlern, die sich durch den Dungeon kämpfen müssen (Töten. Töten. Töten.) Zum Vergnügen der Außerirdischen, die das ganze Live und in Farbe in alle Ecken des Universums übertragen, als intergalaktische Gameshow. Carl, der durch Zufall sein Haus verlassen hat (ohne Hose, nur in Boxershorts und in Crocs), um die Perserkatze seiner Ex reinzuholen, findet sich nun also in diesem Dungeon (der von einer KI gesteuert wird) wieder, wo er Goblins, Borstlinge und zig andere Kreaturen töten muss. Zu seinem Glück hat die Katze, Prinzessin Donut, einen ausgeprägten Sinn fürs Showbuisness. Schon bald werden die beiden zu einer Attraktion im Dungeon.
    So weit im groben die Story. Es handelt sich um ein LitRPG, ein literarisches Rollenspiel. Das bedeutet, es gibt ständig Einschübe und Erklärungen zu neuen Gegnerklassen, dem Spielsystem und unsere Helden haben ein Inventarsystem und Lebenspunkte, bekommen aber auch Heiltränke oder neue Achievements und können sich hochleveln. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich manche Stellen einfach nur überflogen habe, weil es manchmal doch sehr ermüdend wird.
    Ich glaube, ich spoiler nicht zu viel, wenn ich sage, dass das Buch ein offenes Ende hat, immerhin gibt es aktuell 8 Bücher. Weitere sollen folgen und die TV-Serie ist auch schon in Arbeit. Vielleicht lese ich in Buch 2 noch rein, aber wenn es da nicht stark anders wird, hab ich wohl nicht die Lust, mir das 8 und mehr Bücher lang durchzulesen.

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    Aktuell bin ich hier dran. Nachdem ich das neuere Buch "Die Entführung" für kleines Geld auf dem Flohmarkt entdeckt hatte entschloss ich mich doch vorher "Teil 1 - Die Firma" zu lesen.

    Den Film mit Tom Cruise habe ich in der Sammlung stehen und über die Jahre seit VÖ 10x gesehen.

    Das Buch ist erwartungsgemäß noch etwas besser. Im Gegensatz zu späteren Werken hat John Grisham hier ein wirklich gutes spannendes Buch geschrieben was zu recht verfilmt wurde.

    Das Buch konnte ich ebenfalls sehr günstig in der Bucht ersteigern obwohl das es die aktuelle Ausgabe des Heyne Verlages ist.

    Bin gespannt wie "Die Entführung" sich lesen lässt und ob es meine Erwartung erfüllen kann.

    Hat jemand schon beide gelesen?

  • Heute ist mein Exemplar von "Geheimakte Labrador" eingetroffen; freue mich schon aufs Lesen.

    mile: Vor dem Impressum steht "Erweiterte und überarbeitete Neuausgabe", im Impressum 2. Auflage. Ist das die aktuellste Fassung?

    Wenn man weiß, wo man ist, kann man sein, wo man will... (alter Fliegerspruch)

  • Die aktuellste Ausgabe ist die mit dem farbigen Buchschnitt. Die hat auch ein neues Cover. Aber inhaltlich gibt es da keine Änderungen mehr. Da ist die Version, die du hast, identisch.

  • Den Film "Aus Mangel an Beweisen" habe ich vor Jahren zuletzt und auch zum ersten Mal gesehen. Damals wusste ich dank einer spoilerfreudigen Verwandten, wer der die Anwältin Carolyn Polhemus ermordet hatte. Dennoch fand ich den Thriller mit Harrison Ford sauspannend.
    Jetzt habe ich den Originalroman in einem Bücherschrank gefunden und dann mal in gespannter Erwartung zur Hand genommen, ob er mich fesselt, ebenfalls im Wissen, wie die Geschichte wohl endet.
    Leider hat das Buch meine Erwartung nicht erfüllt. Viel zu lang, viel zu ausschweifend. Vor allem fand ich es ganz schwach, dass der Angeklagte Rusty Sabich offenbar nur aus einem Grund Polhemus begehrte: aufgrund ihrer schönen Brüste. Autor Scott Turow erzählte kaum etwas anderes...
    Nach recht gutem Beginn habe ich schnell das Interesse an dem Justizthriller verloren, mich aber noch durch die weiteren 300 Seiten gelesen, weil ich wissen wollte, wie das Finale funktioniert.
    Das war im Film meines Wissens ganz anders. Muss ich noch mal anschauen. Der Film steht schon ewig ungesehen im Regal; das Buch landet dort nicht.

  • Meine Rezi zu Batman: Alles über den dunklen Ritter in Comic, Film und anderen Medien.

    LordKain1977
    4. Oktober 2026 um 11:46
  • Frank Herbert - Der Gottkaiser des Wüstenplaneten

    Dreieinhalb Jahrtausende nach seiner Verwandlung herrscht Leto II. noch immer über das Imperium. Im Bestreben, der Menschheit einen Weg zu ihrem Erhalt zu ebnen, herrscht er mit eiserner Hand (oder dem, was davon aufgrund der Transformation noch übrig ist) und separiert die besiedelten Planeten. Die Raumfahrt ist streng reglementiert und dank seiner Kontrolle über die Melange ist diese nahezu perfekt. Was noch bleibt, regeln seine Fischsprecherinnen, fanatische Kriegerinnen, die von Duncan Idaho-Gholas geführt werden. Die Fremen sind nur noch ein Schatten ihrer selbst und Arrakis ist ein blühender Planet mit einem Wüsten-Reservat.

    Raumgilde, Bene Gesserit und Tleilaxu lassen dennoch in ihrem Bestreben, die Macht des Atreides-Abkömmlings zu brechen, nicht nach. Doch scheitern sie dabei immer wieder und werden streng gemaßregelt.

    Wesentlicher Bestandteil von Letos Plänen ist seine Nachfahrin Siona, die mit seiner stillen Billigung gegen ihn rebelliert. So wird sie zum entscheidenden Werkzeug, das aus dem Gottkaiser den Geteilten Gott machen soll.

    In diesem vierten Roman wurde es dann schon ganz schön schwurbelig. Aber wie will man auch einen zum Wurm gewordenen Menschen beschreiben, der dreieinhalbtausend Jahre alt ist und einfach nicht mehr in die Zukunft schauen mag, weil ihn das langweilt und er mal wieder überrascht werden will? Ich gebe ja zu, dass ich mit Philosophie noch nie viel anfangen konnte, und an Pseudo-Philosophie bietet dieser Band eine ganze Menge. Es wird gedacht und geredet und gedacht und geredet und ... ein ganz bisschen Handlung gibt es dann auch. Und nicht nur Hochzeitsvorbereitungen.

    Im Prinzip ist dieser Band ein Bindeglied zwischen den ersten drei Büchern und dem, was auf diesen vierten folgte bzw. noch folgen sollte. Und so bereitet er vor, worin ich gerade mit dem fünften Band schon stecke. Das wäre hier aber ein Spoiler und wird dann beizeiten zum Besten gegeben. Ganz spannend fand ich, dass hier womöglich schon angedeutet wird, was die eigentliche Gefahr ist, vor der Leto die Menschheit retten will. Das erinnerte ich so gar nicht mehr. Allerdings liegt die Erstlektüre schon arg lang zurück.

    Also zum Fazit: das war der bislang mit Abstand anstrengendste Band der Reihe. Das kann nur besser werden, auch wenn meine Erinnerung etwas anderes sagt.

  • Muss auch mal wieder was tippseln. Habe gerade mal wieder die erste Prequel-Trilogie zum Hauptroman beendet und stecke jetzt in der (bislang furchtbar schlechten) Trilogie, welche die Autoren dann meinten noch ZWISCHEN besagte Prequel-Trilogie und den ersten Wüstenplaneten quetschen zu müssen. :rolleye:

  • Nach allem, was ich bislang zum (Mach-)Werk des Sprösslings und des Star Wars-Autors gelesen habe, werde ich mich voraussichtlich auf die beiden Romane beschränken, die auf die Ordensburg folgen: Jäger des Wüstenplaneten und Die Erlöser des Wüstenplaneten. Sollten die richtig gut sein, versuche ich vielleicht noch mehr. Da böte sich vermutlich die "erste" Prequel-Trilogie mit Butlers Jihad an, oder?

  • Die mit Butlers Jihad spielt zwar am frühesten, die erste war aber die Häuser-Trilogie (Der Wüstenplanet - Die frühen Chroniken) mit Haus Atreides, Haus Harkonnen und Haus Corrino, die direkt vor "Der Wüstenplanet" spielt (endet 16 Jahre vor dem Beginn von Frank Herberts Hauptwerk). Die finde ich sehr gut zu lesen und ziemlich gelungen, vor allem wenn man die Charaktere der ersten Herbert-Trilogie sehr mag oder faszinierend findet und gerne mehr über ihre Vorgeschichte, ihren Werdegang usw. erfahren möchte. Zum Beispiel wie Duncan Idaho zu den Atreides kam, weshalb Gurney Halleck die Harkonnen so hasst usw. Tonal ist das alles jedoch maximal anders, sehr viel mehr story-driven und actionreich, viel weniger Philosophie und Religion. Ich würde mal sagen eine Mischung aus klassischen Star Wars Romanen (hat Anderson ja auch welche geschrieben) und Game of Thrones. Gerade das Pacing und der Kapitelaufbau tendieren sehr in Richtung von Martins Werk.

    Die Legende des Wüstenplaneten (Butlers Jihad, Der Kreuzzug, Die Schlacht von Corrin) spielt ja roundabout 10.000 Jahre zuvor und leitet den Krieg gegen die Maschinen her. DAS ist schon eher ein guilty Pleasure würde ich sagen. :D Ich mag es irgendwie, weil hier die Grundthemen von Dune zwar schon stark zum Tragen kommen (Intrigen, religiöser Fanatismus, Verständnis des Wesens der Menschheit etc...) das wird aber schon sehr wie Bierdeckelphilosophie ausgebreitet und reichlich mit Action und eben plot-getrieben, auch viel geradliniger als die Romane von Frank Herbert. Dadurch lassen sie sich andererseits halt auch viel leichter weglesen als zum Beispiel "Der Gottkaiser". Ach ja, hier erfährt man, wie es zum lang anhaltenden Hass zwischen Atreides und Harkonnen kam.

    Die direkte Fortsetzung dazu, die Großen Schulen von Dune (Der Thron - , Die Mentaten - , Die Navigatoren des Wüstenplaneten) hat mir sogar noch eine Kante besser gefallen, einfach weil ich den Aufbau der Schulen (Schwesternschaft, Mentaten, Schwertmeister, Navigatoren, Suk-Ärzte) faszinierend finde und das Ganze noch mehr von Intrigen und Fanatismus getrieben wird. Auf dem ersten Band dieser Trilogie basiert lose (wirklich lose) die Serie "Dune: Prophecy", wo ich mich sehr auf die zweite Staffel freue.

    Die beiden Bücher "Der Wüstenplanet: Paul Atreides" und "Stürme des Wüstenplaneten" spielen ja ZWISCHEN den ersten drei Romanen des Hauptwerkes. Diese Idee Frank Herberts Werk zu zerrupfen und Lücken zu füllen, wo es keine Füllung braucht, fand ich bescheuert, deshalb habe ich die nie gelesen und werde ich auch nicht. Aktuell lese ich die neueste Trilogie, die sogenannte Caladan-Trilogie (Der Herzog von Caladan, Die Herrin von Caladan und Der Erbe von Caladan). Die bestärkt mich gerade darin, dass es die richtige Entscheidung war "Paul Atreides" und "Stürme" auszulassen. Ich bin gerade mitten in der Herrin (okay, das klang jetzt falsch) und es gehört zum Furchtbarsten, was mir je untergekommen ist (das klang auch nicht besser...).

    Nicht nur sowas von repetitiv auch komplett daneben was das Worldbuilding angeht sondern - was am schlimmsten ist - es werden viele Dinge, die in Frank Herberts erstem "Der Wüstenplanet" passieren bereits vorweggenommen, gespoilert, angetriggert oder gar aufgelöst. So ein maximaler Schwachsinn! Das Ganze spielt ja in der knappen Spanne von 16 Jahren zwischen der Häuser-Trilogie und dem Hauptwerk und man merkt einfach an allen Ecken und Enden, dass es für diese Zeit einfach nichts sinnvolles mehr zu erzählen gab, weshalb man sich krampfhaft wirkenden Schwachsinn aus den Fingern gesaugt, mit Versatzstücken früherer Romane vermengt und Ideen sowie Rätseln UND DEREN AUFLÖSUNG aus dem Hauptwerk angereichert, um überhaupt etwas zu erzählen zu haben. Die Kuh melken halt. Aber jetzt habe ich die Bücher hier, jetzt lese ich sie auch, bevor sie in der Bucht oder dem Tausch-Schrank landen.

    Zu dem Zweiteiler, der das Finale von Frank Herbert abschließen soll: Ich habe den noch nicht gelesen, aber in Sachen Stil wirst Du Dich da komplett auf die Brian Herbert/Anderson-Schiene einstellen müssen UND: Die haben den Abschluss nicht nur auf den Notizen des alten Herrn erstellt, sondern zur Hälfte auch mit der von ihnen selbst aufgebauten Mythologie/Vorgeschichte vermengt. DAFÜR wäre es nach meinem Wissen wohl Sinnvoll, wenn Du beiden am frühesten spielenden Trilogien (Jihad etc. und Schulen) kennen würdest. ;)

  • Ich finde ja, dass Frank Herberts Romane gerade davon leben, dass das, was in der Vergangenheit passierte, lediglich "durchschimmert". Ich weiß nicht, ob ich mir die Entmystifizierung des Ganzen auf Space Opera-Niveau geben will. Allein das Finale, zu dem er selbst nicht mehr kam, würde mich da reizen. Alternativ würde ich wohl eher den Puristen geben und bei den Originalromanen bleiben.

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