Der vielseitig begabte Wim T. Schippers (1942 - 2026), bürgerlich Willem Theodoor Schippers, war vor allem durch seine Auftritte in Film und Fernsehen bekannt. Für den öffentlichen Rundfunk VPRO entwickelte er von den 1960er bis in die 1990er kontroverse Shows; aus einer der Sendungen schuf er mit dem Komiker und Opernsänger Dolf Brouwers die Figur des provokativen Anarchisten Sjef van Oekel. Mit dem Comiczeichner Theo van den Boogaard entstanden weitere Gags als Comicstrips, die in deutschsprachigen Raum als Julius Patzenhofer und Leo, der Terrorist bekannt waren. Seltener trat er als Komiker und Moderator auf, bekannter war er durch seine Synchronrollen, beispielsweise Kermit, Graf Zahl und Ernie (von Ernie und Bert) in der niederländischen Sesamstrasse. Darüber hinaus verfasste das Enfant terrible des niederländischen Fernsehens Theaterstücke und 300 Chansons.
Seine Wurzeln hat der Programmmacher in der Bildenden Kunst. Er studierte an der Kunstnijverheidsschool, die später in Gerrit Rietveld Academie umbenannt wurde, in Amsterdam. Angeregt durch Marcel Duchamp (1887 - 1968), Kurt Schwitters (1887 - 1948) und den Dadaismus sowie die Fluxusbewegung um George Macunias (1931 - 1978) entwickelte Schippers die A-dynamische Kunst. Zusammen mit seinen Kommilitonen Ger van Elk (1941 - 2014) und Bob Wesdorp (Jahrgang 1941) veröffentlichte er das A-dynamisch manifest (1961). Seit 1961 war die Gruppe durch Ausstellungen präsent.
Zwischen 1962 und 2015 sind zahlreiche seiner Skulpturen und Architekturen als Kunstwerke im öffentlichen Raum präsent, unter anderem für das Aanloopcentrum Bijlmermeer in Amsterdam (1969), für das Centraal Museum in Utrecht (1997), für das Ministerie van Volksgezondheid, Welzijn en Sport (VWS) (1999), für das Stedelijk Museum in Amsterdam (2015) sowie das "Stationnement Gênant" in Hilversum (2011).
Mehrfach wurde er für seine Leistungen ausgezeichnet; als Bildender Künstler verlieh ihm 2002 die Stiftung Fonds BKVB den Preis für sein Lebenswerk, 2005 würdigte ihn der Jacobus van Looy-prijs ebenfalls für seine Lebensleistung.