Serien aus Osteuropa

  • Vor wenigen Minuten über eine Empfehlung gestolpert:

    Zitat

    Dienstag, 11. August 2015
    Под прикритие
    Im grunde schaue ich nicht fern. Und schon gar keine serien. Sehr brutal, Osteuropäisch, sehenswert.


    Wer die kyrillischen Lettern nicht entziffern kann: "Pod prikritie" ist eine bulgarische Krimi-Serie mit sehr viel Action und Drama, die in Deutschland unter dem Titel Undercover (4 Staffeln, 36 Episoden zu je 60 min) verliehen wird.
    Hauptfigur ist der Spezialagent Martin, der undercover in die Gang des Mafiabosses Djaro eingeschleust wird. Damit er glaubwürdig bleibt, muß er bei etlichen Verbrechen mitmachen und steigt langsam in der Hierarchie der Gang auf. Eine besonderes Rolle spielt dabei Sunny, die Tochter des Paten.

    Das ist die zweite Serie, die mir aufgefallen ist.
    Obwohl ich kein Wort Russisch verstehe, habe ich mich online auf Обратная сторона Луны (The Dark Side of the Moon nach einen Pink Floyd-Titel) eingelassen, den Pilotfilm und die erste Viertelstunde der zweiten Folge. Als Life on Mars (UK)-Fan wollte ich mir unbedingt einen Eindruck verschaffen.

    Zitat

    The Russian broadcaster Channel One has remade the show as Обратная сторона Луны (The Dark Side of the Moon, after the Pink Floyd album of the same name).[22] The series began on 5 November 2012, running for 16 episodes. It tells the story of Moscow police captain Mikhail Mikhailovich Solovyov (Михаил Михайлович Соловьёв), who is hit by a car in 2012 during pursuit of a suspect, and wakes up in hospital in Soviet Moscow in 1979. Soon Mikhail is released, and takes the place of his father, Mikhail Ivanovich Solovyov. As in Life on Mars, the depiction of 1979 contains some anachronisms, such as an ABBA album that was released in 1982, Brezhnev's age being incorrect, dates falling on the wrong days of the week, and the inclusion of items which were not available in USSR at the time.


    Trotz all seiner Schwächen (in den erreichbaren Kritiken werden zeithistorische Fehler angemahnt) besitzt die Serie einen eigenen Reiz. Ich habe mich über mich selbst gewundert, daß ich nicht früher ausgestiegen bin.
    Die Story ist wesentlich komplexer als das britische Vorbild: Neben dem Autounfall gibt es da nämlich den Fund einer unbekannten Leiche und einer Nachricht aus der Vergangenheit in einem sowjetischen Denkmal, das abgerissen wird. Michail Solovjow wurde von einem merkwürdig rothaarigen Mann überfahren, den er gejagt hat - aber nachdem er den Gangster Solovjow überfahren hat, kracht er auf der verkehrten Spur in einem Laster. Diesen Unfall kann der Gangster nicht überlebt haben ...
    Solovjow ist ein harter Hund und verglichen mit seinen sowjetischen Kollegen gibt er den 'Gene Hunt'.

    Kennt ihr noch mehr solche Serien?

  • Moin,

    zählen dazu auch Gemeinschaftsproduktionen ?
    weil da fällt mir spontan "Pan Tau" ein. Eine Deutsch-Tschechische Produktion.
    Habe ich als Kind immer sehr gerne geguckt.
    Pan Tau (deutsch „Herr Tau“) ist eine moderne Märchenfigur der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und die Hauptfigur einer gleichnamigen Kinderserie, die als deutsch-tschechische Koproduktion zwischen dem WDR, den Prager Filmstudios Barrandov und dem tschechoslowakischen Fernsehen (ČST) entstand. Pan Tau selbst ist ein stets freundlich lächelnder, sehr eleganter, gutmütiger Herr im Anzug mit einer Melone, einem Regenschirm und einer weißen Nelke im Knopfloch. Und Pan Tau kann zaubern.Er versprüht zumeist stumme Magie, indem er mit einem Stupser an seiner Melone zum Beispiel Dinge erscheinen lässt oder sich selbst in eine kleine Puppe verwandelt.
    Pan Tau spricht nicht. Stattdessen kommuniziert er auf pantomimisch-tänzerische Art mit den Menschen, vornehmlich Kindern, zeigt sich deren Eltern aber fast nie und bleibt somit für diese durch Verstecken oder die erwähnte Miniaturisierung unsichtbar.
    Es gab 33 Folgen aufgeteilt in 4 Staffeln. Die Folgen waren von 1970 - 1978 beim ARD zu Sehen.

    :wink:

  • Tschechische Kinderserien habe ich auch gerne gesehen. Neben "Pan Tau" sind mir noch "Lucy, Schrecken der Straße" und "Der fliegende Ferdinand" in guter Erinnerung. Waren aber meines Wissens nach auch deutsch-tschechische Gemeinschaftsproduktionen.

  • Und wie oft ich in den letzten 20 Jahren "3 Nüsse für Aschenbrödel" sehen musste kann ich nicht mehr zählen.

    Sohn, Tochter und jetzt Nichten und Neffen, ist wohl für die Ewigkeit.

    Mehr als ein Westfale kann der Mensch nicht werden!

  • Besonders Drei Haselnüsse für Aschenbrödel hat sich ja bis heute als Klassiker erhalten. Gestern lief auf Bayern 2 in der Sendung radioWissen eine Art Kalenderblatt über die Märchenfilme und Kinderserien, bei denen deutsche Fernsehsender und die tschechoslowakischen Filmstudios über den Eisernen Vorhang zusammengearbeitet haben:

    Deutsch-tschechische Fernsehmärchen - Verzauberung ohne Grenzen
    von Susi Weichselbaumer (BR 2021) - 23 min
    https://www.ardaudiothek.de/episode/radiow…ern-2/95747088/

  • Es gibt viel berechtigte Kritik an der DEFA, also der Kinoproduktion in der damaligen DDR; auf der anderen Seite wird sie international hochgeschätzt wegen ihrer Märchenfilme. Dass sich mit diesem Pfund noch heute wuchern lässt, beweist die Blu-Ray-Box Into the Forest: Folktales At DEFA aus der Reihe Masters of Cinema der unabhängigen Eureka Entertainment. Die auf 2.000 Exemplare limitierte Box enthält neben einem 60seitigen Booklet folgende Klassiker:
    - Der Teufel vom Mühlenberg | The Devil from Mill Mountain (1955)
    - Das singende, klingende Bäumchen | The Singing Ringing Tree (1957)
    - Das Zaubermännchen | Rumpelstiltskin (1960)
    - Rotkäppchen | Little Red Riding Hood (1962)
    - Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus | The Devil’s Three Golden Hairs (1977)

    Quelle: downthetubes.net

  • Drei davon habe ich auf Scheibe

    Der Teufel vom Mühlenberg - Toller Film, der allerdings ein etwas höheres Einstiegsalter erfordert als die anderen.

    Das singende, klingende Bäumchen - Einfach ein Klassiker.

    Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus - Originelle und vor allem humorvolle Umsetzung des Stoffs mit einigen Seitenhieben auf die DDR-Obrigkeit.

    Jeder Idiot kann eine Krise meistern. Es ist der Alltag, der uns fertig macht.

  • Da müsste ich mal in meiner Sammlung schauen, nur komme ich da wegen Aufräumarbeiten gerade nicht an alles, Defa liegt da einiges, teilweise noch ungesichtet. DVD reicht mir da eigentlich, die Box klingt aber trotzdem recht interessant.

  • In der ARD-Mediathek gibt es die Kategorie Märchen-Klassiker, und dort läuft unter anderem Rumpelstilzchen oder Das Zaubermännchen (1960, 70 min, bis 8. September 2026 online).

    Märchen-Klassiker - Rumpelstilzchen oder Das Zaubermännchen - hier anschauen
    Die Prahlsucht des Müllers Kunz bringt Tochter Marie als Gefangene ins Schloss des Königs. Kunz hatte behauptet, seine Marie könne Stroh zu Gold spinnen, und…
    www.ardmediathek.de
  • Als Kind war ich ein Fan des Filmstudios Barrandov, natürlich in erster Linie wegen ihrer hervorragenden Kinderserien, aber auch in anderen Genres haben die ihre Duftmarke gesetzt. In Erinnerung geblieben ist mir da vor allem Das Krankenhaus am Rande der Stadt, das trotz des Eisernen Vorhangs auch im Westen sein Publikum fand - und das war vor der Schwarzwaldklinik. Aber schlicht genial und bis heute unübertroffen finde ich die Science-Fiction-Serie Die Besucher, die einige hier sicher eher unter dem Titel Expedition Adam '84 kennen. Ich finde sie um Klassen besser als die Back to the Future-Trilogie.
    Gewürdigt dieses Juwel des Kinderfernsehens, also der All Age Klassiker, zuletzt von dem youtube-Kanal Flipps: Filme Serien Games, bei dem ich mir häufig das Spotlight herauspicke, in dem ein Thema intensiver beleuchtet wird. Der Batz und Manniac präsentieren fundiert und locker aufbereitet ihr Medienwissen, das für meinen Geschmack eine deutliche Unwucht zugunsten Hollywoods und der USA hat. Dennoch schätze ich ihre historische Perspektive, und ihr Clip zu Die Besucher beweist, dass sie für Überraschungen gut sind, aber bei genauerer Recherche wurde ich stutzig.

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    Als kuriose Randnotiz präsentieren sie den Sachverhalt, dass Dagmar Veškrnová, die Adams Mutter Alice Bernau gespielt hat, später den Schriftsteller Václav Havel geheiratet hat, was bei den beiden wirkt, als wäre die Schauspielerin urplötzlich in die High Socity aufgestiegen. Das ist weniger als die halbe Wahrheit, sondern schlicht Mumpitz. Andersrum wird daraus eine Wahrheit daraus, denn der Präsident Tschechiens nach der Samtenen Revolution muss seine First Lady schon sehr früh kennengelernt haben. Denn ebenso wie der berühmte Lucerna-Vergnügungskomplex am Prager Wenzelsplatz wurde das Barrandov Studio (ab 1945 Filmové továrny AB na Barrandově, ab 1991 Filmové studio Barrandov) von seinem Vater Václav Havel sen. (1897–1979) und seinem Onkel Miloš Havel (1899–1968) in den 1930er Jahren gegründet. Havel wuchs also in den berühmten Studios auf und erhob in den 1990er Jahre Ansprüche darauf.
    Warum unterschlagen die beiden diesen Zusammenhang? Ich werde nicht schlau daraus.

  • Warum unterschlagen die beiden diesen Zusammenhang? Ich werde nicht schlau daraus.

    Ich vermute sie haben nichts recherchiert, sondern einfach frei fabuliert. Bei Infos aus dem Netz gilt für mich immer der Forest-Ranger Hinweis "Beware The Bear".

  • Sorry, das glaube ich nicht. Ich vermute, dass die beiden Westler sind und eine mangelhafte Quelle genutzt haben. Sicher bin ich mir hingegen, dass sie des Tschechischen nicht mächtig sind. Die beiden waren vor dem Fall der Mauer minderjährig und erwecken keineswegs den Eindruck, aus den neuen Bundesländern zu stammen. Wie gesagt, wegen ihres Faibles für Hollywood vermute ich, dass sie eine englischsprachige Quelle genutzt haben.
    P.S.: Außerdem vermute ich, dass ihre Schlampigkeit auf die Bequemlichkeit der PISA-Generationen zurückzuführen ist, die schon zufrieden sind, wenn sie eine Quelle haben. Besonders an der Uni in den Referaten und Hausarbeiten habe ich gemerkt, dass das Wissen, das ich öffentlich vortrage, bloß die Spitze des Eisbergs ist, meistens waren das 10 bis 15 Prozent. Mich hat der Kontext interessiert, deshalb habe ich meine Daten gegengecheckt und zumindest eine zweite Quelle benutzt. Aber so eine aufwändige Arbeitsweise ist heutzutage wohl oldschool. :rolleye:

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