Am unverwüstlichen "Tatort"

  • Leider befindet sich der Polizeiruf 110 immer noch im Windschatten des großen Bruders Tatort, bei dem das Begleitprogramm laut in der bundesdeutschen Presse kolportiert wird. Das finde ich schade, denn 2021 feierte diese Krimireihe ihr 50jähriges Jubiläum, das den Anlass für die Dokumentation Polizeiruf 110: Die Krimidokumentation (89:31 min) liefert, die allerdings morgen offline geht. Gestern bin ich eher zufällig über sie gestolpert, wobei ich mich geärgert habe, dass sie in der ARD Mediathek unter dem Radar läuft, weil sie in der MDR-Dokureihe "Legenden" gut versteckt ist. Schade, ich hätte ihr ein breiteres Publikum gegönnt, weil sie die Brüche und Kontinuitäten aus einem halben Jahrhundert Zeitgeschichte spiegelt.

    Legenden: Polizeiruf 110: Die Krimidokumentation - hier anschauen
    Die DDR ist längst Geschichte, aber ihre legendäre Krimireihe gibt es immer noch! Inzwischen gibt es fast 400 Folgen, ermittelten 50 Kommissarinnen und…
    www.ardmediathek.de

    Stoff für eine mehrteilige Dokureihe über die erfolgreichsten deutschsprachigen Krimis auf Leinwand und Mattscheibe wäre jedenfalls da: von Fritz Lang zu Jürgen Roland; der Import von Dragnet zu Stahlnetz, und dann zu Tatort und Polizeiruf 110 ... Das könnte eine interessante Perspektive auf die Gesellschaft im 20. und 21. Jahrhundert liefern.

  • Am 13. September endet die Sommerpause mit dem neuesten Tatort mit Maria Furtwängler als Ermittlerin Charlotte Lindholm. Wer diese Episode sehen will, wird allerdings nicht mehr bis zum Sonntag warten müssen. Denn ab sofort bricht ARD-Programmdirektorin Christine Strobl mit der Tradition, bei der die Ausstrahlung im linearen Programm im Vordergrund stand und die Episode erst im letzten Moment in der Mediathek freigeschaltet wurde. Das ändert sich jetzt, weil die Mediathek auf den Freitag vor dem linearen Termin vorgezogen wird. Wer will, kann also schon am 11. September die neueste Episode gucken.

    Quelle: msn

  • Sonntag, 13. September 2026
    Tatort "König in Gelb" (Hannover) - 7,41 Millionen (30,7 Prozent Marktanteil)

    Primetime-Check: Sonntag, 13. September 2026
    Der «Tatort» ist aus der Sommerpause zurück - und dominiert sofort den Sonntag. Privat überrascht ProSieben mit dem Film-Sieg. Insgesamt holt sich VOX mit…
    www.quotenmeter.de

    Dazu muß ich einiges loswerden:
    1) Die Meldung mit dem Freischalten in der Mediathek zwei Tage vorher, halte ich für eine unverschämte Augenwischerei. In der Presse kam das so herüber, als wäre das auch ein Angebot, das sich an das Publikum richtet, dass dem Krimi skeptisch bis ablehnend gegenübersteht. Das wirkte auf mich wie eine Maßnahme, um neues Publikum zu werben, doch eher ist das Gegenteil der Fall. Bis Sonntag, 20.15 Uhr dürfen nur Leute mit ARD-Konto auf das Angebot zurückgreifen.
    2) David Hain hat auf seinem youtube-Kanal BeHaind ein Video mit dem Titel veröffentlicht: Warum moderne Filme und Serien immer hässlicher aussehen (24:21 min). Obwohl die technischen Möglichkeiten immer besser werden, so Hain, wagen es immer weniger Filmemacher, künstlerische Entscheidungen zu treffen. Schließlich soll das Produkt jederzeit und überall gestreamt werden können. Diese Folge hat das in meinen Augen bestätigt. Vom ästhetischen Standpunkt war das eine optische Grütze, bei der ich mich gefragt habe, ob da jemand die Automatik im Blindflug hat durchlaufen lassen. Den Augenkrebs konnte ich nur portionsweise ertragen.
    3) Der Cold Case-Serienmörder wirkt auf mich wie ein Rip-off der gerade in Frankfurt am Main neu gestarteten Kollegen.
    4) Unterste Schublade: Lindholm goes Schlefaz.

  • Keine Ahnung vor wie vielen Jahrzehnten ich das letzte Mal einen Tatort gesehen habe, aber die von euch genannte Folge scheint nicht sehr dolle gewesen zu sein. Sprang mich gleich auf der Startseite von gmx an.

    "Verschwendete Lebenszeit"
    Der "Tatort" meldete sich am Sonntag mit Kommissarin Charlotte Lindholm aus der Sommerpause zurück: In "König in Gelb" ermittelte sie unter Demenzkranken – und…
    www.gmx.net

    :ele3:

  • Lustig. War der erste Tatort, den ich seit ca. 18 Jahren gesehen habe und er hat mich durchaus gut unterhalten. Mich hatte einfach das Thema interessiert.

    Maria Furtwängler fand ich cool. Vor allem, wie sie am Ende den

    Spoiler anzeigen

    Vermeintlichen Deal platzen lässt.

    Eiskalt. :D

  • Sonntag, 20. September 2026
    Tatort "Die letzten Menschen von Köln" (Köln) - 7,38 Millionen (30,8 Prozent Marktanteil)

    Primetime-Check: Sonntag, 20. September 2026
    Das Erste dominierte den Sonntag mit einem neuen und kontroversen «Tatort». RTL will mit der «NFL» zulegen und «Grill den Henssler» kriegt auf die…
    www.quotenmeter.de
  • Habe ich gestern gesehen und fand den klasse.

    Ich hätte auch gerne bei Fragen wie "Was ist die Eigenkapital(s)quote?" und "Was ist der Unterschied zwischen Cashflow aus Investitionstätigkeit und Cashflow aus Finanzierungstätigkeit?" geholfen. :D

  • Ich fand ihn auch klasse. Zu Beginn hatte ich extreme Schwierigkeiten mit der vermeintlich neuen Partnerin von Mila Sahin, aber es war ja recht schnell klar, wohin das ganze steuert.
    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie immer noch die Figur ist, die sie an Borowskis Seite war, aber spannend war dieser erste Teil auf alle Fälle.

  • Mir hat das gar nicht gefallen: eine völlig verhuschte Kommissarin, die gleich mit dem Verdächtigen ins Bett hüpft und mit ihm säuft und kokst, was soll das? Glaubt der Drehbuchschreiber, so könnte es bei der Polizei zugehen? Klar, kann man machen, wenn man modern und relevant (für eine junge Zielgruppe) sein will. Mir war Borowski lieber. (Nebenbei: ich habe Axel Milberg in diesem Jahr bei einer Lesung mit Salman Rushdie erlebt, er hat aus der deutschen Übersetzung "gelesen". Gelesen in Anführungszeichen, denn was so ein toller Schauspieler aus einer "Lesung" machen kann, war schon grandios.)

  • Ich habe Milberg bei der Pressepremiere des ersten Borowski-Krimis, damals noch ein Stahl etc, "kennengelernt" und nicht nur daher jeden Film der Reihe gern gesehen. Ja, was die vermeintliche neue Kollegin da abgezogen hat, hat mir auch Missfallen. Aber irgendwie machte es ja alles Sinn. Und die Stimmung war klasse. Ich gucke Tatort nicht, um eine Reportage zu sehen, sondern gut unterhalten zu werden.

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