• Interessant ist auch der Epilog zu "Eine Wette mit Konsequenzen" (S. 160-164). Hier stand Ehapa vor dem Problem, dass Dalmasso mit einem Wortspiel arbeitet. Der Originaltitel von "Eine Wette mit Konsequenzen" lautet "Paperino e la disfida dei tromboni".

    "Trombone" bedeutet im Italienischen "Posaune", ist aber auch der Name einer altertümlichen Waffe (hier). Deswegen geht Nummer 1325 zu einem Waffenschrank. Ehapa versucht sich damit zu behelfen, dass man die Donnerbüchse als "Tröte" bezeichnet.

    :opa:

    Richtig falsch wird die Übersetzung auf S. 163. Da heißt es in der mittleren Reihe, man sei für die Nachstellung eines Bankraubs verabredet gewesen. Aber wieso sollte man ausgerechnet jetzt etwas nachstellen wollen und dazu noch in einem Kinovorraum?

    Im Original sagt Primus, dass er filmen wollte, wie Dagobert die Einnahmen abholt. Und er zeigt sich begeistert, dass er stattdessen den versuchten Raub der Einnahmen filmen könne.

  • Mino Milani und Roudolph (Szenario) / Attilio Micheluzzi (Zeichnungen): Personaggi famosi (Edizioni NPE 2025), 216 Seiten

    Bei Edizioni NPE erscheint eine Gesamtausgabe des Klassikers Attilio Micheluzzi. Als 17. Band erschien im Oktober 2025 eine Anthologie, die historischen Persönlichkeiten gewidmet ist: Martin Luther King, Gandhi, Anne Frank, Florence Nightingale, Salvatore Giuliano und Salvo D’Acquisto. Ursprünglich entstanden die Comics in den 1980e Jahren für die Zeitschriften Il Giornalino und Il Messaggero dei Ragazzi.

    Quellen: Edizioni NPE (mit Leseprobe), Lo Spazio Bianco

  • 47618.jpg

    Und jetzt mal eine Anmerkung zu SUPER 3! :sadno:

    Bei der Story "Flip, Flap & Florian bei den Pharaonen" (= "Pippo e il Faraone", 1948) hat Moewig ein regelrechtes Massaker angerichtet.

    Alle ein, zwei Panels unterschlägt Moewig nämlich ein oder zwei Panels. Insgesamt gehen dadurch im Verlauf der Geschichte über 100 Panels und damit ein knappes Drittel der Geschichte verloren!

    Dies ist besonders schade, da sich Moewig bei der deutschen Bearbeitung durchaus Mühe gegeben hat. Es wimmelt in der Geschichte von lustigen Anmerkungen. Selbst Konrad Adenauer wird zitiert.

    In einer italienischen Rezension (hier) wird angemerkt, dass Nero als Karikatur Mussolinis gedacht sei. Angesichts des Entstehungsjahres der Geschichte ist dies ohne weiteres denkbar.

  • Michele Mordente: Spaghetti Comix. Il fumetto underground in Italia (1969/1979) (Nuvole Sotterranee 2026), 156 Seiten, Auflage: 300 Exemplare

    Wer sich als Fan oder als Forscher für dieses Kapitel der italienischen Comicgeschichte interessiert, findet hier ein Standardwerk. Damit sind insbesondere jene gemeint, die sich für folgende Comickünstler interessieren: Matteo Guarnaccia, Max Capa, Mizio Turchet, Stefano Tamburini und Filippo Scozzari. Der Band dürfte rasch vergriffen sein.

    Quelle: Fumettologica

  • Guido Crepax (Szenario) nach dem gleichnamigen Roman von Pauline Réage / Guido Crepax (Zeichnungen): L’histoire d’O. Edizione integrale (Feltrinelli Comics 2026), 256 Seiten

    Unter dem Pseudonym Pauline Réage erschien 1954 in Frankreich der erotische Roman Geschichte der O und verursachte einen Skandal. Denn die Hauptfigur, die erfolgreiche Pariser Modefotografin O, liebt es, sich selbst anderen zu unterwerfen. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich die Lektorin und Autorin Anne Cécile Desclos (1907 - 1998), die unter ihrem anderen Pseudonym Dominique Aury als Verlagssekretärin und Journalistin bei der hoch angesehen Literaturzeitschrift Nouvelle Revue Française (NRF) ihre Karriere begann. Neben Übersetzungen für den Hochkulturverlag Gallimard war sie eine anerkannte Literaturkritikerin und saß häufig als Mitglied in der Jury von bekannten Literaturpreisen.
    1975 verfilmte Just Jaeckin dieses Schlüsselwerk der selbstbewusst werdenden BDSM-Bewegung, unter anderem mit Udo Kier; 1992 wurde es in Brasilien als zehnteilige Fernsehserie verfilmt.
    Obwohl der Roman im Januar 1955 den französischen Buchpreis Prix des Deux Magots gewann, landete er auf dem Index; die deutsche Erstausgabe erschien 1967 im Melzer Verlag, der ansonsten auf Judaica spezialisiert war. Insbesondere unter Intellektuellen erfreute sich der Roman eines offensiven Zuspruchs; neben Alain Robbe-Grillet verfasste auch Roland Barthes einen Essay, der sich als Vorwort im Comic von Feltrinelli wiederfindet.
    Der französische Verleger Jean-Jacques Pauvert erteilte 1973 Crepax den Auftrag, den Roman als Comic zu adaptieren. 1975 erschien diese in Frankreich und Italien als aufwändig im Siebdruckverfahren hergestellte signierte und nummerierte Edition im Format 52 × 36,5 cm. Das gilt als der teuerste Erstdruck eines Comics.

  • Leo Ortolani: Tapum (Feltrinelli Comics 2025), 240 Seiten

    In Italien gehört Leo Ortolani mit seiner Comicserie Rat-Man zu den zu festen Größen der heimischen Populärkultur.
    Mit seinem neuesten Werk setzt er sich mit einem der fürchterlichsten Kapitel der Geschichte auseinander, der Schlacht am Berg Ortigara auf dem Asiago-Hochplateau. Dort standen sich im Ersten Weltkrieg im Juni 1917 die 52. Alpendivision der Italiener und die 11. Armee Österreich-Ungarns gegenüber. Mit Verlusten von über 30.000 Toten und Verwundeten gilt die Schlacht als Massaker: Calvario degli Alpini.
    Ortolanis Comic wird jetzt schon mit Jacques Tardis modernem Klassiker C'était la guerre des tranchées | Grabenkrieg und Shigeru Mizukis Sōin Gyokusai Seyo! | Kriegsjahre verglichen.

    Quelle: Lo Spazio Bianco

  • Generazione Fumetto (Italien 2026, Trent Film und Valmyn mit Lucca Comics & Games), Drehbuch, Produktion und Regie: Omar Rashid, 105 min

    Vom 11. bis zum 13. Mai läuft in ausgewählten Kinos in Italien diese Dokumentation über die Generation aktueller Comicautoren. Unterstützt von der renommierten Comicmesse Lucca Comics & Games werden sieben Künstler interviewt und porträtiert: Simone Albrighi (aka Sio), Mirka Andolfo, Giacomo Keison Bevilacqua, Rita Petruccioli, Sara Pichelli, Michele Rech (aka Zerocalcare), Michael Rocchetti (aka Maicol & Mirco). Darüber hinaus kommen weitere Comicautoren, Personen aus der Comicbranche und Fans zu Wort wie zum Beispiel Roberto Recchioni, Licia Troisi, Lillo Petrolo, Gabriele Mainetti, Vera Gheno und Stefano Rapone.

    Hier der Trailer (1:32 min)

    Quellen: Castle Rock, Fumettologica

  • Dylan Dog auf Abwegen

    Auch in Italien ist eine neue Comiczeitschrift auf den Markt gekommen. Die Nullnummer von La fine del Mondo wurde auf der Messe Lucca Comics & Games 2025 vorgestellt und erschien erstmals regulär im Dezember 2025 mit einer Startauflage von 40.000 Exemplaren. Herausgeber Maicol & Mirco sieht das 70seitige Heft in der Tradition der Undergroundzeitschriften der 1970er und 1980er wie Il Male und Frigidaire, wobei sie vom Verlagshaus der Tageszeitung il manifesto unter die Fittiche genommen wird. Die Auflage hat sich bei 20.000 Exemplaren eingependelt.
    Als Sahnestück erscheint eine bislang unveröffentlichte Dylan Dog-Story in zwei Teilen und in Farbe. Teil 1 wird in La fine del Mondo #7 ab dem 29. Juli erhältlich sein, das Finale in La fine del Mondo #8 ist für den 26. August angekündigt.

    Quelle: Fumettologica

  • Barbara Baraldi (Szenario) / Davide Furnò (Zeichnungen): Dylan Dog n° 481: Prima che sia l'alba (Sergio Bonelli Editore 2026), 96 Seiten, 5,80 Euro

    Am 26. September 1986 startete Tiziano Sclavis Dylan Dog mit dem ersten Album: n° 1: L’alba dei morti viventi. Sergio Bonelli Editore zelebriert die 40 Jahre erfolgreiche Serie im September mit einer besonderen Ausgabe in Farbe, zudem gibt es drei Variants in limitierter Auflage. Ausgeliefert wird das Album in einem Blind Bag.
    Nach Tex ist Dylan Dog der Top 2 Titel von SBE. Nach einer Startauflage von 185.000 Exemplaren erreichte sie in ihren besten Tagen 300.000 Leser, während sie heute bei 120.000 treuen Käufern liegt.
    Das Szenario der Jubiläumsausgabe stammt von der umtriebigen und vielseitigen Barbara Baraldi, die 2012 ihre erste Story für Dylan Dog schrieb und seit 2015 regelmäßig Beiträge für die Serie liefert. Am 4. Mai 2023 übernahm sie die künstlerische Leitung der Mystery-Serie und trat damit in die Fußstapfen Tiziano Sclavis.

    Quellen: Fumettologica, Comicus

  • 40 Jahre Dylan Dog

    Am 29. August erscheint zum 40. Jubiläum von Tiziano Sclavis Serie der Band 480: Giù nel sottomondo mit einem Variantcover, das bis auf den Titel und das Jubiläumsimprint komplett weiß ist. Das Szenario stammt von Rita Porretto und Silvia Mericone, gezeichnet wurde das Album von Nicola Mari; natürlich gibt es eine reguläre Kioskausgabe mit Covermotiv.

    Der nächste Streich folgt am 29. September mit der nächsten Ausgabe Band 481: Prima che sia l'alba, der regulär in Farbe erscheint. Insgesamt liegt die Auflage jeder Episode bei 100.000 Exemplaren, doch zu dieser Ausgabe wird es vier Variantcover in unterschiedlichen Auflagen geben: Das Cover der regulären Ausgabe zeichnen die Brüder Raul und Gianluca Cestaro; 25% der Auflage haben ein Cover von Claudio Villa; 2,5% der Auflage haben ein Cover von Corrado Roi und nur 0,25% der Auflage haben ein Cover von Angelo Stano.

    Quelle: Fumettologica (I), Fumettologica (II)

  • Massimo Mattioli: Pinky 1973-1974 (Nona Arte und ReNoir Comics 2026), 136 Seiten

    Der Undergrundzeichner Massimo Mattioli ist in Deutschland leider ein Geheimtipp geblieben, während der 2019 von uns Gegangene in Italien zu den Ikonen seiner Zunft zählt. Grafisch bietet von Tex Avery inspirierte freche Comics für Erwachsene, irgendwo zwischen bissiger Satire, blutigen Metzeleien und Pornografie. Auf deutsch liegen nur zwei Bände Squeak the Mouse vor, die die Edition Kunst der Comics 1991 und 1993 herausbrachte.
    Zu seinen Hauptwerken zählt Pinky, der von 1973 bis 2014 ununterbrochen in Il Giornalino lief. Jetzt erscheint der erste Band der Gesamtausgabe im Hardcover um den Fotoreporter Pinky der Zeitung La notizia, ein rosa Kaninchen, das von seinen Sidekicks begleitet wird: dem Bären Giorgione und dem hasserfüllten Joe Cornacchia ...

    Quellen: Fumettologica, Wikipedia. L'encyclopedia libera

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