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Alt 21.05.2016, 10:38   #76  
74basti
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Wichtig für die Volksbanken war natürlich, dass die Kinder ihr Taschengeld bei der Bank auf ihr Jeanssparbuch einzahlten. Noch aus meiner eigenen Kindheit sind mir die Sparposter bekannt. Weiter oben hatte ich die Aufkleber schon vorgestellt, die auf den Postern aufgeklebt werden mussten.
Ende der 90er Jahre waren Mike und seine Freunde auf sehr schönen Wimmelbildmotiven auf den Postern vertreten. Diese haben eine Größe von 59,5 x 42,0 cm.
Das erste Motiv stammt aus dem Jubiläumsjahr 1998 - mittlerweile auch schon 20 Jahre alt!


"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799

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Alt 25.05.2016, 07:37   #77  
74basti
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Hier mal ein link zur finnischen Ausgabe:
http://www.perunamaa.net/sarjakuvat/...=hakkihamsteri
Wenn die Jahreszahl angeklickt wird, erscheinen die Cover des Jahrgangs.
Ich meine, dass die Liste nicht komplett ist.
Ich habe einen Coverandruck, der nach 5/95 entstand.

"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799
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Alt 17.06.2016, 16:12   #78  
Ringmeister
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Laut Impressum beträgt die Auflage 500.
Ist das inklusive der 50 Sonderausgaben oder kommen die noch dazu?

Wenn man weiß, wo man ist, kann man sein, wo man will... (alter Fliegerspruch)
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Alt 17.06.2016, 17:09   #79  
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Alt 06.09.2016, 20:40   #80  
74basti
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(c) der Abbildungen: Mali und Werner

Nachdem ich auf den Seiten 26 und 27 der Historie des Magazins schon einiges über die Auslandsausgaben von "Mike" geschrieben habe, habe ich nun einmal zwei italienische Ausgaben aus dem Jahr 2001 mit den deutschen Heften verglichen.
Es waren 2/2000 und 6/2000.
Sie sind zwar von der Größe identisch, aber bei Durchblättern fiel mir auf, dass das italienische Heft nur 16 Seiten im Gegensatz zu 24 Seiten bei der deutschsprachigen Ausgabe hatte.
Die abgedruckte Story ist identisch:
Die Zeitmaschine (Seiten 13 bis 24) in der neuen Kolorierung. In Italien wurde daraus "La Macchina del Tempo - una fantastico viaggio nello spazio-tempo".
Die Clubnachrichten, Leserbriefe, die Seite mit den Brieffreunschaften, das Minposter # 7, eine Rätsel- und funnyseite, sowie "Tina´s cooler Psychotest flogen komplett aus dem Heft. Lediglich "Dr. Karl Höhn´s Sprüche-Quiz" wanderte von Seite 15 auf Seite 2 in Italien ("Gli indivinelli des Dootor Filiberto de Saccentis").
Ein Blick in die Ausgabe 6/2000 mit der Geschichten "Gelo, il pupazzo di Neve" offenbart das gleiche: Wieder nur 16 Seiten. 13 Comicseiten und eine Rätselseite sind geblieben. Alles redaktionelle, das zur Bindung eben auch bei jungen Lesern wichtig ist, fehlt.
Herausgeber der italienischen Ausgabe ist interessanter Weise die IWM Imperator Werbung Münster GmbH. Also: Die Betreuung kommt aus Deutschland. Leserblattbindung und reaktionelle Arbeit im Ausland ist aufwändig und wohl auch zu teuer. Der Druck und die Verteilung erfolgen aus Deutschland und senken die Kosten.
Mali und Werner waren zu dieser Zeit nicht mehr in die redaktionelle Arbeit eingebunden.

"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799
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Alt 04.12.2016, 19:48   #81  
74basti
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Winter in Sülzbergen ... wie auch in der Realität hat sich der Winter in Sülzbergen etwas rar gemacht. Von 1978 bis 2007 zieren gerade einmal sieben (von 175) Cover(n) ein winterliches oder weihnachtliches Motiv.
Zum ersten mal zierte im November 1990 ein (nach)weihnachtliches Bild ein Cover von Mike: "Klein Gierschlund und die Sternsinger" (Nemeth/Gulbransson) deutete als erstes die saisonale Verbindung des Heftes zu den Jahreszeiten an. Ein Jahr später war es in der November-Ausgabe 1991 ebenfalls Gierschlund, der als Weihnachtsmann durch den Schnee stapft (Cover ebenfalls von Nemeth / Gulbransson).
Sechs Jahre lang ist auf den Covern nichts von Weihnachtlicher Vorfreude zu sehen.
"Die Schlittenfahrt" von Mali Beinhorn ist im Januar 1996 auf den Cover zu sehen, wie er fröhlich einen Hügel hinunterschliddert.
Im November 2000 (Dank der neuen Nummerierung ist das 126. Heft mit der Nummer 6/2000 versehen). Klein Mike und Höhn haben "Frosti", den Schneemann gebaut.
Mit der Umbenennung in "Mike & mehr" nehmen die Winter-Cover etwas zu. Im November 2005, im Januar 2006 und im November 2006 sind ein Weihnachtsmann, Tina beim Schlittschuhlaufen und Mike beim Rodeln zu sehen.
Im Gegensatz zu den Covern erscheinen in den Jahreskalendern natürlich regelmässig im Laufe der Jahre viele Wintermotive. Es mag am Veröffentlichungsrhythmus liegen. Ende Oktober kommt die Novemberausgabe bei den Banken an und eignet sich nicht richtig für ein Weihnachtsmotiv und kurz vor Silvester, wenn die Januarausgabe angeliefert wird, ist Weihnachten schon vorbei. So spielt Weihnachten aus in den Geschichten kaum eine Rolle. Nur eine Handvoll an Storys hat überhaupt mit Weihnachten zu tun.
Darunter befinden sich die wunderbaren Geschichten "Weihnachten bei Klein Gierschlund" (11/91) und "Gierschlund Wolf: Oh, du Fröhliche" (11/93).
Das Ergebnis überrascht, aber: Letztlich handelt es sich um ein Kundencomic, das verschlungene Wege geht, die den Erwartungen nicht immer entsprechen.

"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799
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Alt 11.12.2016, 15:01   #82  
74basti
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MIKE 1: 5/1978


(c) Mali und Werner

Das erste Heft erschien nach nur sehr kurzer Vorlaufzeit im Mai 1978. Nachdem die Werbeagentur Veith 1977 sich den Auftrag für ein Kundenmagazin der Genossenschaftsbanken gesichert hatte, standen im Januar 1978 nur wenige Tage für Mali Beinhorn und Werner Büsch zur Verfügung, um das Heft mit Leben zu erfüllen.
Für beide Künstler, die bisher dem Underground zuzurechnen waren (vgl. dazu Eckart Sackmann, Deutsche Underground-Comics - Versuch einer Annäherung, in: Deutsche Comicforschung 2016, S. 107 ff) und deren Geschichten und Zeichnungen so "deftig" waren, dass viele Titel von der Bundesprüfstelle indiziert wurden, war der Wechsel in den Bereich Kunden- / Kindercomics überraschend und unvorbereitet. In diesem Bereich waren sie merklich (noch) nicht zu Hause.
Die ersten Zeichnungen und Geschichten verfügten über einen "gewissen dilettantischem Charme", wie Werner Büsch im Interview selbstkritisch im Rückblick anmerkte.
Innerhalb einiger weniger Tage entstanden ein Cover, vier Comicseiten und eine Illustration für die Leserbriefseite.
Die Kolorierung erledigte Mali mit Filzmarkern. Bei den Arbeiten war keinem klar, ob es überhaupt ein zweites Heft geben würde.
Wegen der knappen Zeit griffen sie in die Schublade, in der eine komplette Geschichte lag, Baika, der Steppenreiter. Mit dieser spätantiken Geschichte aus dem Jahr 482 werden die Seiten des Magazins aufgefüllt. Niemanden scheint es zu stören, dass der Steppenreiter keinen Bezug zum "Taschengeld-Sparen" hat, stilistisch und inhaltlich meilenweit weg von einer Kundenbindung entfernt ist.
Inhaltlich tun sich beide mit den Mike-Geschichten noch sehr schwer. Außerirdische verkaufen Currywürste, ein Auto wird gewaschen und Birne radiert eine Gulliöffnung aus dem Bild wieder weg, damit Mike nicht hineinfällt. Auch die gefüllte Sprechblase auf dem Cover wirkt in der Tat noch nicht so als sei alles ausgereift.
Vielmehr ist Mike zu dieser Zeit noch eine zarte Pflanze, bei der man noch nicht weiß, ob und wie sie gedeihen wird.
Redaktionell ist vom Verlag nur ein Artikel über die deutschen Münzen enthalten.
„Wetten dass … Du hast sie täglich in der Hand und kennst sie trotzdem nicht. Die deutschen Münzen“ (Der Titel ist keine Anspielung an Frank Elstners TV-Show. Diese startete erst 1981).
Die Rückseite enthält ein Werbefoto, auf dem zwei Kinder in der Schule bei einer Matheaufgabe zu sehen sind. Völlig konstruiert und nicht realistisch sitzen die beiden in der ersten Reihe so nah an der Tafel, dass man sie nur beschreiben kann, wenn man auf den Tisch klettert. Direkt daneben im Nachbarhaus (Man denke einmal daran, wie in den 70er Jahren die Schulzentren gebaut wurden!) steht ein freundlicher Mitarbeiter der Bausparkasse in seinem Büro mit Sonnenbrille (!), der das Ergebnis auf einer Tafel hochhält, obwohl der die Aufgabe gar nicht lesen kann.
„Die jugendfreundliche Bank“, die Schüler zum Mogeln animiert. Der Junge links zeigt den Daumen hoch – Na, wenn das nicht auffällt. Da Veith Inhaber der Werbeagentur ist, wird das Bild von seiner Agentur sein. Interessant ist auch, dass hinter Tafel ein weiteres Fenster zu sehen ist.
Mein eigenes Heft stammt aus der Filiale der Volksbank eG Dorsten, damals mit Hauptzweigstellen in Holsterhausen, Hervest-Dorsten, Altendorf-Ulfkotte und Hervest. Die Volksbank Dorsten eG gibt es noch heute. Dorsten liegt nördlich von Essen und ist ein Beleg für die Verbreitung der rund 30.000 Hefte der ersten ausgabe im nordwestdeutschen Bereich.
Ein Vorwort sucht man vergebens.



Es geht gleich auf Seite zwei mit der ersten Geschichte los: „Besuch aus dem All“. Eine richtige Geschichte ist es eigentlich nicht. Vielmehr kauft sich Mike eine Wurst von einem außerirdischen Robotwurstverkäufer, die beim Anstechen platzt. In der zweiten Story „…bessert sein Taschengeld auf verhunzt Mike das Autowaschen für seinen Vater. In der Tat wird hier Alfred Hamsterbacke schon im ersten Heft als Vater von Mike vorgestellt. Eine Mutter gibt es nicht.



"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799

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Alt 15.12.2016, 20:37   #83  
74basti
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MIKE 2: 7/1978


Vier zusätzliche Seiten hat das zweite Mike-Heft aus Juli 1978.
Der Comicanteil ist auf 5,5 Seiten der Mike-Geschichten ausgeweitet worden.
Im Heft kommt die erste richtige Story zum Abdruck: Mike in: „Der Babysitter!“
Auffällig sind hier wie bei vielen weiteren Titel die Anführungszeichen und das Ausrufezeichen. In der umfangreichen Bibliographie habe ich (hoffentlich) alle Titel authentisch wieder gegeben. Vor allem die „…“ stießen vielen Korrekturlesern auf und wurden generell angestrichen. Aber: Titel ist Titel!

Zudem wird die Ankündigung des Titelhelden wie beim Theater kultiviert. Erst 2005 im 162. Heft wird es zum letzten Mal heißen: „Mike in: Strassenmusik“. Danach taucht diese Anküdigung nicht mehr auf, obgleich diese Art von Titeln zu einem „Markenzeichen“ der Reihe geworden ist.

Auch im zweiten Heft sind die Mike-Geschichten »Mike in: „Der Babysitter!“« und der Halbseiter »Prüfe deine Schlagkraft« mit Filzstiften koloriert.
Stilistisch erinnern mich die Nebenfiguren wie die Polizisten an Gerhard Seyfried.


Alles in allem geht es noch sehr chaotisch zu. Wenn die Bahnschranke auf dem Kinderwagen niedergeht und es laut „Pong!“ macht, weiß man nicht so recht, ob man noch darüber lachen „darf“.

Vier Seiten Werbung für den WWF können im Heft untergebracht werden, stören aber, da sie einen Fremdkörper bilden. Die Werbung ist wirklich entwürdigend. 3 Mark sollen die Kinder spenden, damit der Panda „Chi Chi“ gerettet werden kann. Wo denn das „niedliche“ Foto von Chi Chi in der Zink-Badewanne entstanden ist, erfahren die Kinder aber nicht. Und dass in China damals noch ein kommunistisches Regime herrschte, fällt dabei natürlich auch unter den Tisch.
Nach dem Aufruf im ersten Heft, erscheinen die ersten Leserbriefe. Eine halb Seite steht zur Verfügung. Fünf Kinder haben sich getraut, einen Brief an Mike zu schreiben. Volkmar ist 12 und möchte wissen, wie man Geld verdient. Edith (ohne Altersangabe sucht eine Brieffreundschaft und Claudia will wissen, wie lange Mikes längste Klassenreise dauerte. Beatrix schreibt: „ich lese Deine Geschichten gerne“.

Interessant ist wieder einmal die Rückseite mit einer Werbung für die „jugendfreundliche Bank“ (siehe Bild).

Warum Motorradfahrer? Die VR-Banken verkaufen natürlich nicht nur Sparpläne, sondern auch Versicherungen. Und die Kasko- und / oder Haftpflichtversicherung für das erste Moped war in den 70ern eine ideale Gelegenheit, die Jugendlichen zum Abschluss einer Versicherung zu bewegen. Ganz entspannt fährt ein Mitarbeiter der Versicherung / Bank inmitten einer „Horde“ Jugendlicher. „Wir tun unsere Arbeit da, wo unsere Kunden uns brauchen“. Tolle Idee! Leider sieht es ziemlich „uncool“ aus, dass der Mitarbeiter eine Aktentasche in seiner linken Hand hält. Das und die Tatsache, dass er keinen Helm trägt. Pech für alle Anwesenden und kein gutes Vorbild für die Jugendlichen ist der Angestellte der „jugendfreundlichen Bank“: In Deutschland besteht seit 1976 eine Helmpflicht im Straßenverkehr für Fahrer und Beifahrer von Krafträdern und offenen drei- oder mehrrädrigen Kraftfahrzeugen ohne Sicherheitsgurte ab einer bauartbedingten Geschwindigkeit über 20 KM/H(§ 21a Abs.2 StVO). Die Helmpflicht für Mopedfahrer wurde Mitte 1978 eingeführt.
Das alles wirkt also gnadenlos unprofessionell – aber einen gewissen Charme kann man diesem Bild nicht absprechen! Aber: Das Alter der potentiellen Kunden passt nicht so recht zu den Comics im Innern des Heftes, mit Ausnahme der zweiten Baika-Episode, in der es ziemlich rasant und blutig zugeht: „Erschüttert stehen die Männer vor den Toten. Nachdem sie ihnen ihnen ein Felsengrab errichtet haben, setzen sie ihren Weg fort.

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Geändert von underduck (01.01.2017 um 13:27 Uhr)
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Alt 16.12.2016, 17:42   #84  
Matthias
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Zitat:
Zitat von 74basti Beitrag anzeigen
Alles in allem geht es noch sehr chaotisch zu. Wenn die Bahnschranke auf dem Kinderwagen niedergeht und es laut „Pong!“ macht, weiß man nicht so recht, ob man noch darüber lachen „darf“.
Ich z. B. kann nicht drüber lachen. Auch dass Mike weiter oben (als Babysitter) mit Begriffen wie "todsicher" agiert ist für eine Kinder-Kundenzeitschrift mehr als befremdlich.

Zitat:
Zitat von 74basti Beitrag anzeigen
Aber: Das Alter der potentiellen Kunden passt nicht so recht zu den Comics im Innern des Heftes, mit Ausnahme der zweiten Baika-Episode, in der es ziemlich rasant und blutig zugeht: „Erschüttert stehen die Männer vor den Toten. Nachdem sie ihnen ihnen ein Felsengrab errichtet haben, setzen sie ihren Weg fort.
Wie ist Dein Kommentar gemeint: soll das brutale Geschehen den
Kindern mit einer "pietätvollen" Erläuterung begreiflich gemacht werden?

Bitte richtig verstehen, basti: Ich möchte Deine detailreiche Arbeit am MIKE nicht schmälern, aber kindgerecht scheint mir dieser Werbecomic zumindest in seinen Anfängen - nicht gewesen zu sein. Besitze übrigens selbst einige Hefte, muss da nochmal gelegentlich reinschauen.
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Alt 16.12.2016, 19:36   #85  
74basti
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Na, Matthias - Du weisst doch sicher, was für Comics die beiden vorher gemacht haben.
Wenn man das miteinander vergleicht, dann ist Mike sicher absolut harmlos.

Abgesehen davon: Niemand hat behauptet, dass Mike in den ersten Jahren "kindgerecht" war.
Einige Hefte zu lesen, reicht aber nicht aus, um abschätzen zu können, wie sich die Serie entwickelt hat. Um hier Ergänzungen zum Buch zu machen - und ich versuche, nichts doppelt zu schreiben - wollte ich gerne die Hefte im Überblick vorstellen. Die Story-Auflistung wird hier nicht erfolgen.

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Alt 25.12.2016, 17:38   #86  
74basti
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MIKE 3: 9/1978


Cover und Rückseite

Bei der Zeichnung des Titelmotivs zum dritten Heft war ein Teil des „redaktionellen“ Inhaltes bereits fertig. Wie schon bei der vorangegangenen Ausgabe, konnte ein vierseitiger „Farbbericht“ des WWF platziert werden.
So schmückt das Cover ein Hinweis auf den Inhalt des Magazins:

Heute:
Mike erfindet
Einen Rasenmäher.
Mike und die Kuckucksuhr.
Großer Farbbericht
über Seelöwen.
Mike-
beantwortet Leserfragen.
Baika und der
Kampf mit dem Bär

Leider schafft es die einseitige Story „Die Kuckucksuhr“ nicht mehr ins Heft. Es war kein Platz mehr für eine ganzsetige Geschichte vorhanden. Deshalb „rutschte“ der Halbseiter „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ zusammen mit den Leserbriefen auf Seite zwei.
Das fiel nicht weiter ins Gewicht, da die Cover erstmals im März 1980 ohne Sprechblasen erscheinen. So ganz wird aber erst bei der Umbenennung in „Mike & mehr“ auf die Textblasen auf dem Cover. Die Kästchen mit einem Blick auf die Titel bleiben aber ein Kuriosum der 70er Jahre.

Inhaltlich bietet das dritte Heft mit „Mike erfindet einen Rasenmäher“ schon einen kleinen Schritt nach vorne. Zwar bleibt die Aneinanderreihung von Situationskomik im Vordergrund, gleichwohl gelingt den Künstlern hier zum ersten mal eine kleine „Geschichte“. Der Rasen steht kniehoch und der seine Finacial-Times lesende Alfred überzeugt seinen Sohn, gegen Entlohnung von 5 Mark – damals ein Preis, den ich auch noch zu Beginn der 80er Jahre erhielt – den Rasen mähen soll.
Mikes erfinderische Ader ist hier schon angelegt – auch wenn wir ihn nicht in der Werkstatt sehen können, präsentiert er seinen Mäher Marke Eigenbau.



Ein Monstrum, das nicht nur den Rasen abmäht, sondern auch Bäume. Es endet mit Blechschaden und einem Nachbarn, der seinen Baum ersetzt bekommen möchte. Die „Hammelbeine“ sollte man Mike langziehen, schimpft der und bringt Mike auf die Idee, mit Schafen ein ökologisches Rasenmähen auszuprobieren. Mit Schaf und passendem Schäferoutfit ist Mike bald wieder zurück auf der Wiese. Alfred muss den Apfelbaum ersetzen, aber Mike ist zufrieden.

Die Umweltbewegung der späten 70er Jahre findet unterschwellig Eingang in das Heft, ohne dass Mike je zu einem „Öko“ wird.

Bei Baika müssen sich die Krieger in einer Höhle einem Bären erwehren und schaffen es schließlich vor dem Einbruch des Winters in das Lager.



Witzig ist wieder einmal die Rückseite des Heftes. Keine Ahnung, wohin der nette Anzugträger auf dem Bild zeigt. Um warum er das Vorderrad ausgebaut hat, scheint ihm selbst auch nicht ganz klar zu sein. Platt ist der Reifen nämlich nicht. Warum er mit seiner Aktentasche „gerade vorbeikam und helfen konnte“, ist wirklich keine „Glückssache“, sondern eine unprofessionell gemachte Werbung wie schon bei den vorangegangenen Heften.

"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799

Geändert von underduck (25.12.2016 um 19:16 Uhr)
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Alt 30.12.2016, 18:22   #87  
74basti
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Mike 4: 11/1978


Langsam, aber sicher nimmt das Heft Formen an. Schon ab der dritten Ausgabe im September war auf dem oben rechts auf dem Cover auch die „Mike-Redaktion“ angegeben. Bis September 1980 wird das so bleiben. Erst dann verschwindet der merkwürdige Zusatz wieder vom Titelbild. „WA. Veith“ steht nämlich bereits oben links als Herausgeber auf dem Heft. Unter dem gleichen Namen und gleicher Adresse ist steht er also auch als Redaktion, obgleich die eigentliche Redaktionsarbeit von Mali und Werner geleistet wird.
Was gibt es redaktionell zu betreuen? Immerhin drei Seiten mit Leserbriefen sind es im Heft 11/1978 inzwischen geworden.
Sylvia ist beispielsweise aufgefallen, dass im vorangegangenen Heft „Die Kuckucksuhr“ fehlte. Sie bittet um einen Abdruck. Die Antwort: „Leider sind zwei Kurzgeschichten verwechselt worden.“
Auffällig ist schon jetzt, dass viele Kinder sich auch mit den Figuren aus den Comics identifizieren, und beispielsweise genauso schreiben wie die Figur Birne spricht – diese stammt aus Hong Kong und kann entsprechend der damaligen Klischees kein „r“ sprechen, sondern stattdessen nur ein „l“. Kai, ein erklärter „Birne-Fan“, schreibt „Ich wülde mich sehl fleuen, wenn ich meinen Blief im nöchsten Mike sehen wülde.“
Was als reine Werbung abgedruckt worden war – die WWF-Seiten der ersten drei Ausgaben – ist von den Kindern als solche nicht erkannt worden. Karen aus Arpke bei Lehrte fand die Seiten „sehr“ gut und wünscht sich „Tierposter“.
Aus den Leserbriefen kann man in etwa das Alter der Kinder abschätzen, die Mike „konsumieren“. Abgesehen von Imke, die etwas älter zu sein scheint, und einen Brieffreund von 13 bis 15 Jahre sucht, werden vor allem Brieffreundschaften mit Kindern von 9 bis 13 Jahren gesucht.
Auch wenn das Alter der Leser noch nicht angegeben ist, so offenbart die „Mike-Redaktion“ doch die Stadt, aus der die schreibfreudigen Kinder kommen: Frauke aus 3470 Höxter (Ich kenne sie bewusst nicht, aber die Adresse ist abgedruckt und das Haus ist 50 Meter Luftlinie von dem PC entfernt, an dem ich gerade diese Zeilen schreibe), 6466 Gründer-Lieblos, 3161 Arpke bei Lehrte, 5940 Lennestadt, 3456 Mainzholzen, 3160 Lehrte, 4460 Nordhorn sprechen für eine gut gemischte Verbreitung im Nordwesten. Aber ein Leserbrief ist auch aus Kiel und einer aus Neufraunhofen abgedruckt.
Angeboten wird auf Seite 12 eine „Superschreibe“. Aufgemacht wie in einem Yps-Heft für ein Gimmick präsentieren Mike und Karl Höhn eine Tafel mit einem abwaschbaren Boardmarker.



Für Einsendung eines 5 DM-Scheines oder Briefmarken zu diesem Nennwert werde man die Tafel erwerben können. Achtung: Das Geld (bzw. die Briefmarken) sollen an die Redaktion geschickt werden. Und die Redaktionsanschrift lautete ja wie eingangs vermerkt „WA Veith“, also die Werbeagentur des Herausgebers. Ein Schelm, der Böses dabei denkt?
Die Werbeagentur denkt zumindest mit – auch was die Gestaltung der Rückseite angeht. Dort ist nun eine Zeichnung von Mike, der aber demonstrativ auf den Bankaufdruck verweist (siehe oben: wieder die Volksbank in Dorsten).
Drei Comics mit Mike sind abgedruckt und Baika (Teil 4). Der Anteil wächst somit auf 14 Seiten an.
Beim Layout können Mali und Werner experimentieren. Gerade in der Frühphase gibt es kein gleichmäßiges Layout. Die Seiten sind zwar meist dreizeilig angelegt (mit Ausnahme der Halbseiter, die jeweils über zwei Zeilen verfügen.
Bild unten: Erste Seite von „Mike in Schneewittchen“




Als Statist heuert Mike bei der „Sülzberger Volksbühne“ an. Theatervorstellungen (und Museumsbesuche) werden auch in den kommenden Jahren Mike mit den kulturellen Orten vertraut machen. Mike soll eigentlich den Knappen spielen, aber sein Pferd springt zu früh auf die Bühne und Mike improvisiert, was tüchtig in die Hose geht, da er in den vergifteten Apfel beißt. Am Ende landet er in dem Glassarg. Schneewittchen, der Prinz und die sieben Zwerge sind optisch an Illustrationen des späten 19. Jahrhunderts angelehnt, nicht an Disney.

"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799
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Alt 01.01.2017, 12:56   #88  
74basti
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MIKE 5: 1/79


Eine Comicseite weniger als noch im vorangegangenen Heft sind im Januar 1979 enthalten. Der Grund dafür ist unter anderem, dass der Herausgeber wieder vier Werbeseiten im Magazin unterbringen konnte. Das mittlere Blatt wirbt auf vier Farbseiten für Kinderbücher von „Die Bücherkogge“ in Oldenburg. Ein Blick ins Handelsregister zeigt die Verquickung, die aus dem Namen alleine nicht hervorgeht. Unter „Die Bücherkogge“ war bis zum Jahr 2012 beim Handelsregister des Amtsgerichts Oldenburg zur HRA 588 als „Die Bücherkogge, Reise- und Versandbuchhandlung Gerhard Stalling A.G. Kommanditgesellschaft, Oldenburg, Ritterstraße 4, 26122 Oldenburg“ eingetragen (Die Firma ist 2012 von Amts wegen gelöscht worden). Wo wird Mike 1978/79 gedruckt? Richtig: Bei Stalling in Oldenburg. Bei dem „Großen Heinzelmännchenbuch“, für welches neben Postkarten, Schreibblocks etc. ebenfalls geworben wird, steht „Stalling“ als Verlag auch auf dem Buchcover.

Seite zwei präsentiert diesmal vierspaltig die Leserbriefe und Brieffreundschaftsanfragen. Dadurch gerät zwar die Schrift ziemlich klein, aber es passen mehr Zuschriften auf eine Seite. Erstmals wird fast komplett das Alter der Leser angegeben. Es bestätigt sich die Vermutung aus dem vorangegangenen Heft, Bei 18 von 22 Zuschriften kann man die Zielgruppe etwas eingrenzen:
9 Jahre: 2
10 Jahre: 5
11 Jahre: 3
12 Jahre: 6
13 Jahre: 1
14 Jahre: 1
Wie sieht das Verhältnis von Jungen zu Mädchen aus?
Jungen: 6
Mädchen: 16
Nun kann man (noch) nicht belastbare Rückschlüsse auf die Leserstruktur ziehen, da das Heft noch einigermaßen neu ist, und Mädchen vielleicht auch eher an die Redaktion schreiben, um zu erfahren, wie alt Mike ist (Evelyn aus Bremerhaven) und wie Mike mit „Hinternamen“ (sic!) heißt (Gabriele aus Midlum). Dass der Nachname „Hamsterbacke“ noch nicht feststand, war mir gar nicht so bewusst gewesen – zu sehr hatte sich der Name in mein Gedächtnis eingebrannt.
Von Baden-Württemberg bis Bremerhaven schreiben die Kinder, aber Großstädte sind nur Dortmund und Frankfurt dabei.
Berlin (West) fehlt beispielsweise.
Was passiert im Heft?


Alfred (Hamsterbacke) inspiriert Mike, ebenso wie Baron Gotthilf von Gold & Hamster, seine Karriere als Zeitungsbote zu beginnen. Das erfährt er aus seiner Financial Times (Der Sülzberger Bote, das spätere Mitteilngsblatt aus Mike existiert noch nicht). Sein Sohn brütet über einem „Besinnungsaufsatz“. Wer es nicht (mehr) weiß: Strafarbeiten wurden offiziell irgendwann „abgeschafft“, wahrscheinlich Anfang der 70er Jahre, stattdessen musste auch ich Besinnungsaufsätze schreiben, was letztlich das gleiche war. „Strafe“ und „Besinnung“ bedeuteten letztlich eine Stunde Schreibarbeit. Die Schulregeln abzuschreiben diente auch noch Anfang/Mitte der 80er Jahre eine beliebte pädagogische Methode, die Schüler zu quälen. Das Zeitungsaustragen endet (natürlich) im Chaos. Aber Mikes Figur wird schon etwas ansehnlicher. Seine Proportionen sind etwas angenehmer.


Baika nähert sich seinem Höhepunkt. Es sterben aber nicht nur die Skytischen Späher, sondern auch Pferde. Das passt natürlich den Leserinnen nicht – diese haben „Pferde“ als Hobby und wollen keine sterbenden Pferde sehen. Schon in dem Januarheft protestieren. Manuela (ohne Alter) fordert mehr Geschichten mit Mike, „und nicht immer mit diesem Baika“. Gabriele ist neun Jahre als und findet Baika „doof“.
Die Rückseite wird erneute umgestaltet. Diesmal ist es ein „Großes Preisausschreiben“. Es winkt ein „Einkaufsgutschein im Wert von DM 200“. Was soll ein 9 bis 12jähriges Kind damit machen?
1. Du kannst den Betrag auf Dein Sparkonto bei Deiner Bank einzahlen
2. Du kannst Dir etwas für das eigene Zimmer kaufen
3. Du kannst Dir den lang ersehnten Plattenspieler oder Cassettenrecorder oder 1000 andere Dinge kaufen.
Auslober ist natürlich WA Veith, bei dem scheinbar Mike so langsam ein finanzieller „Renner“ zu werden scheint.
Vier Fragen gilt es zu beantworten. Eine davon nach der aktuellen Auflage. Vorgegeben sind 50.000, 100.000 und 150.000. Im November 1978 betrug die Auflagenzahl noch 100.000. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Auflage erneut gestiegen ist.
Das Heft aus meiner Sammlung stammt erneut aus Dorsten. Diesmal ist es aber nicht mit dem unseligen Kinderstempel mit den Händen „verhuntzt“ worden.

"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799

Geändert von underduck (01.01.2017 um 13:18 Uhr) Grund: Bilder eingefügt
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Alt 03.01.2017, 20:18   #89  
74basti
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Die nächsten beiden Beiträge (MIKE 3/79 und 5/79) werden an dieser Stelle von Professor Schnurps geschrieben.
für Deine Bereitschaft, die beiden Hefte zu übernehmen.




(aber nicht vergessen )

"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" - Francisco de Goya 1799
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Alt 13.01.2017, 17:32   #90  
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Standard Mike 6: 03/1979

MIKE - Der Taschengeldexperte 03/1979:

Die Titelzeichnung beschreibt schon den Job, den Mike im der Geschichte im Innenteil ausführen wird. Auch diesmal enthält sie Hinweis auf den Inhalt der Geschichten:

1. Mike als Nachtwächter
2. Baika der Steppenreiter

Die zweite Seite enthält 55 Brieffreundschaftsanfragen, die, wer mag sich wundern zu 81,8% von Mädchen und zu 18,2% von Jungen gestellt werden. Durchschnittsalter 11,4 Jahre.

Zur regionalen Aufteilung folgende Aufstellung:

1. Nordrhein-Westfalen 41,8%
2. Niedersachsen 16,4%
2. Baden-Württemberg 16,4%
3. Hessen 7,3%
4. Rheinland-Pfalz 5,5%
4. Schleswig-Holstein 5,5%
5. Saarland 3,6%
5. Bayern 3,6%

Die nächste Seite schmückt ein ganzseitiges Bild als Vorschau auf den Mehrteiler "Mike und das Geheimnis des Zwergenwaldes".

MIKE als Nachwächter (5 Seiten):

Wo auch immer er sich aufhält, Mike's Vater Alfred hat seiner Zeitung immer mit dabei, auch auf dem Trimm-dich-Pfad. Trotzdem er sich der Länge nach auf die Nase legt, hat er sogleich eine Anzeige entdeckt, womit Mike sein Taschengeld aufbessern kann. Als Nachwächter in historischem Gewand darf Mike nun abends die Geschäftshäuser auf Geschlossenheit untersuchen. Begleitet wird er von Wachtmeister Bonzo, einem rosafarbenen Hund und seinen Freunden Dr. Höhn und Birne. Letzere erfreuen ihn mit weisen und weniger weise Sprüchen, wie: "Jede Arbeit hat einen Sinn, auch wenn sie keinen Sinn hat". Am Ende seines Rundgangs freut sich Mike über die hellerleuchtete Bank, in der er einen Einbrecher vermutet. Natürlich ist es nur der echte Bankdirektor, der seine Thermosflasche im Tresor vergessen hat (passiert mir auch täglich).








Als Mike ihn am vermeintlich falschen Schnäuzer zieht, erhält er umgehend eine saftige Ohrfeige. Damals war das wohl auch fremden Menschen noch erlaubt, ab 2000 durfte selbst Eltern die Hand nicht mehr ausrutschen.




Es folgen zwei Seiten mit Leserbriefen. Diese enthalten wieder Antworten zu der Frage, wieviel Taschengeld die Kinder bekommen. Interessant, dass die Kinder die Leserbriefe tatsächlich aufmerksam gelesen haben und diese oft ihrerseits beantworteten. Enthalten ist ein buntes Gemisch an Themen: Witze, Rätsel. Vorschläge für MIKE-Merchandising-Artikel (Mike als Marionette fand ich echt Spitze!). Auch in diesem Heft bemängeln einige weibliche Leserbriefschreiber, dass im Heft die "langweilige" Baika-Geschichte enthalten ist und schlagen vor, den Platz anders zu nutzen.

Im Mittelteil finden sich auf einer Doppelseite die Gewinner des Gewinnspiels aus Heft 01/1979.

Baika - Der Steppenreiter (7 Seiten)

Baika kommt in diesem Heft zum Schluss der Geschichte. Es kommt zu Endschlacht mit den Skythen.
Der sprechblasenlose Comic kommt mit vielen martialisch anmutenden Texten und Bildern daher, wie: "Reitet! Reite" Feuer und Schlachten. Schwert-Tag. Blut-Tag ehe die Sonne versinkt!".
Mit Taktik werden die Skythen in die Flucht geschlagen. Die Schlacht endet mit einem einseitigen expressionistisch anmutenden Bild. Baika schafft es dann noch auf der vorletzten Seite den Anführer Tai-Khan zu erschlagen. Tyrann ist tot, Ende gut. Die siegreichen Recken feiern Ihren Erfolg mit Riesenhörnern von Met, welche Ihnen von schönen Maiden dargereicht werden.

Auf der letzten Seite folgt erneut ein Preisausschreiben.


Bilder folgen (Stellt Basti ein)

Geändert von Professor Schnurps (14.01.2017 um 13:28 Uhr)
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Alt 14.01.2017, 13:28   #91  
Professor Schnurps
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Beiträge: 1.299
Standard Mike 7: 05/1979

MIKE - Der Taschengeldexperte 05/1979:

Schon die Titelzeichnung zeigt, dass es mit Vollgas in eine andere Richtung geht. Baika ist zuende und die Vorschau verkündet den Beginn von "MIKE und das Geheimnis des Zwergenwaldes".

Geschichten:
1. Die gute Tat
2. MIKE und das Geheimnis der Zwergenwaldes 1. Folge

Die zweite Seite enthält diesmal nur 23 Brieffreundschaftsanfragen.

Verteilung diesmal: Mädchen 78,3%
Jungen 21,7%

Durchschnittsalter: 12 Jahre

Zur regionalen Aufteilung folgende Aufstellung:

1. Baden-Württenberg: 43,5%
2. Nordrhein-Westfalen: 39,1%
2. Niedersachsen 8,7%
3. Hessen 8,7%

Die gute Tat! (5 Seiten):

Wieder einmal stöbert Mikes' Vater (diesmal offiziell mit Alfred Hamsterbacke vorgestellt) in der Badewanne sitzend in den Anzeigen seiner Zeitung. Die Stadt Sülzberg veranstaltet einen Wettbewerb unter den Motto "Die gute Tat". Mike muss sofort antreten und will selbstverständlich die ausgelobten 100,00 DM erringen. Leider verfolgt ihn dabei das Pech. Der Opa will partout nicht über die Straße geleitet werden und auch der vermeintliche Selbstmörder entpuppt sich als Fensterputzer.

Birne und Dr. Höhn sind bei Schritt und Tritt an seiner Seite (sie haben auch sonst nichts zu tun) und so wird auch Dr. Höhn zum Helfer (er lässt die Taschen einer vollbepackten Mutti fallen) und wird unfreiwillig zum Helden, da ein Räuber auf den herumkullernden Erbsen ausrutscht und so gefasst werden kann. Mike findet das nicht sehr erfreulich und kommentiert das Geschehen eifersüchtig mit: "Warum konnte mir das nicht passieren? Schließlich bin ich doch die Hauptfigur, oder?!?".

Mike und das Geheimnis der Zwergenwaldes 1. Folge (8 Seiten)

Mit Mikes selbstgebauten "Camping-Driver" (einer Mischung aus Badewamme und Motorrad) verlassen Mike, Dr. Höh und Birne die laute, luftverpestete Stadt um ihr Zelt im Zwergenwald aufzuschlagen und Natur pur zu tanken. Als es nicht mehr weit bis zum Ziel ist, zeigt Birne ihre Liebe für die deutsche Dichtkunst und interpretiert diese nach ihrem Gusto.
An einem lauschigen Froschweiher lassen sie sich nieder und schlagen das Indianerzelt auf. Dr. Höhn wird zum Feuerholzsuchen in den Wald geschickt. Dort wird es ihm immer mulmiger und mulmiger, bis er dann auch bald in eine Fallgrube stürzt. Der kleine Waldläufer Wurzelwarz hatte ihn schon eine längere Weile beobachtet und stellt sich kurz vor. Bald wird Höhn vermisst und schon stürzen auch Mike und Birne ihrem Freund in die Grube hinterher. Das Abenteuer um den Zwergenwald kann beginnen...

Stolze 2 1/2 Seiten mit Leserbriefen sind wieder enthalten. Neben Witzen, Wünschen nach mehr Geschichten mit Mike und Taschengeldvergleichen, lernen wir wieder: "Baika ist doof" und nicht länger erwünscht.

Im Innenteil stehen wieder auf einer Doppelseite die Gewinner des vorangegangenen Preisausschreibens; Auf der letzten Seite gibt's wieder ein neues Preisausschreiben.

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