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Alt 25.02.2010, 00:51   #1  
Detlef Lorenz
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Standard Donald, Detlef & Brigitte

Ist eigentlich simpel, aber die Buchstabenkürzel haben für Interesse gesorgt und das habe ich gewollt und danke auch für die spekulative Anteilnahme

Ab heute gibt es Gegnüberstellungen von unseren Urlaubsreisen und den entsprechenden Storys von Donald - meiner Lieblingsente...habe ich früher immer gedacht, aber als Kind und Jugendlicher habe ich bestimmt T, T & T mehr verehrt als ihren Onkel.
Aber interessiert Euch das? Bezweifele ich und deshalb geht es jetzt los:

DIE EVERGLADES, 1, Wasserwege



In der Donald-Geschichte "Die Sumpfgnomen" verbringen Donald und die Kinder ihren Urlaub im südlichen Florida. Donald langweilt sich und erhält von einem Mittouristen den Vorschlag eine Kanutour in die Everglades zu unternehmen, dort gäbe es noch viel zu entdecken. Auf drängen der Kinder besorgen sie sich die entsprechende Ausrüstung, Kanu, Zelt, Verpflegung, usw. Auf einer Sandbank schlagen sie abends ihr Zeltlager auf.





Nicht auf einer Sandbank, aber doch in den Everglades schlagen auch wir unser Zelt auf. Im südlichsten Zipfel dieses Schlangen-, Mücken- und Aligatorenverseuchten Sumpfgebietes, im "Ort" Flamingo ist unser Campingplatz. Rechts ist das Zelt, links unser Wagen und um uns herum die Everglades.





Auch wir wollen die Sümpfe mit dem Kanu erkunden, denn immer nur in die undurchdringlichen Mangrovenwälder zu schauen und kaum etwas von den geheimnissen dahinter zu sehen, macht auch nicht froh
Unser gemietetes Boot wird zum Einsetzplatz gebracht und der Rest ist dann unsere Sache, z B. bei mir die mückendichte Kleidung, denn vor diesen Viechern habe ich mehr Respekt, als vor den dicksten Aligatoren.






Der weiße Pfahl in der Bildmitte ist ein Orientierungsstab mit einer Nummer drauf. Denen braucht man nur zu folgen und ganz easy landet man am Ankunftsplatz, der mit dem Einsetzplatz nicht identisch ist.
Gut, zwei- drei Mal waren die Phähle nicht gleich zu finden, wir mußten auch schon mal zurück und die letzte Nummer suchen und sie vor allem nicht vergessen und einmal im Kreis...aber letztendlich fanden wir doch irgendwie wieder hinaus.






Einem Vorgänger ist es anscheinend nicht geglückt, denn wir sahen sein versenktes Kanu vom Grund herauf schimmern...





Hier versuchen wir einen "Hammock" anzusteuern. Das ist ein verlandetes Stück Land inmitten des Sumpfes. An den Mangrovenwurzeln haben sich Pflanzenreste udgl. angesammelt und sind im Laufe der Zeit zu Land vermodert. Wir hofften, dort ein paar Tiere zu finden, denn außer Fischen und Spinnen, die zwischen den schmalen Durchfahrten ihre Netze gespannt hatten (warum ich wohl vorne sitzen mußte ), hatten wir bisher noch keine weiter gesehen. Aber auch hier war nichts, keine Aligatorennester, keine Großvögel, nichts - aber vielleicht auch ganz gut so.






So hat es Carl Barks gezeichnet und ich finde dieses Bild besonders gut gelungen. Es zeigt schön die Mangroven, die Kanäle und die "Gnixen", die wir allerdings nicht gefunden haben.






Gelandet und anscheinend tatsächlich ganz easy, wie es aussieht. War spannend, aber auch irgendwie nicht befriedigend, denn wir hatten uns von dieser Tour mehr erhofft, was auch immer!





Donald und die Kinder sind auch zurück und ebenfalls unzufrieden, denn sie haben anscheinend nichts erlebt - die Gnixen haben ihnen aber eine "Vergessenessenz" in einem Apfel versteckt untergejubelt.


Im 2. Teil über die Everglades, der "Begegnungen" heißen wird, zeige ich die Tierwelt der Everglades und eine weitere Überraschung!
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Alt 25.02.2010, 01:09   #2  
underduck
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Zu den Everglades habe ich eben auch noch zwei Bildchen gefünden.

In diesem aligatorverseuchten Sumpf habe ich 1989 auch mal für ein paar Monate gelebt.

unsereiner Unterente sitzt hinten im Kanu.

Dieser und andere Feinschmecker tauchen mehrmals unter unserem zarten Kanu entlang.
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Alt 25.02.2010, 06:48   #3  
die erste
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Da ergänzen sich die beiden Herren ja ganz prächtig Detlef Lothar

und schon lautet die Überschrift: Donald, Detlef & Brigitte + underduck.

Könnte eine hochinteressante Gemeinschaftsproduktion werden - mir gefällt es wirklich prima! Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung....
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Alt 25.02.2010, 09:00   #4  
Maxithecat
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Gabs "Anno 89" noch keine Mücken?
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Alt 25.02.2010, 09:47   #5  
Aslak
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Moin moin !

Schön dass sich D, D & B entlich aufgelöst hat.

Vielen Dank Euch beiden für die Fotos, den Bericht, etc..

Ich freue mich, wie eigentlich immer auf mehr.

Sag mal , der Graf Foto Deines ersten Bildes wollte sich doch wohl hoffentlich nicht eine nette Handtasche (s. Bildhintergrund) angeln (s. unten links) ?!?

Gruß,
Nils
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Alt 25.02.2010, 10:10   #6  
Xury
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Klasse!

Obwohl ich meine Vermutung einer Lorenz'schen Orientreise auch gerne verwirklicht sähe.

Buch' schonmal...
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Alt 25.02.2010, 10:18   #7  
underduck
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Stimmt, Xury! "Lorenz von Arabien" klingt unheimlich heimelich ...
@Aslak: Im Kanu hast du eigentlich immer eine Angel dabei. Auch wenn man sich damit keine lebenden Kroko-Handtaschen einfangen will.
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Alt 25.02.2010, 10:25   #8  
Xury
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In diesen Sümpfen soll man sich ja alles Mögliche einfangen...
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Alt 25.02.2010, 10:28   #9  
Detlef Lorenz
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Zitat:
Zitat von Maxithecat Beitrag anzeigen
Gabs "Anno 89" noch keine Mücken?

Kommt u.a. auf die Jahreszeit an. Im "Winter" hält sich die Mückenplage sehr in Grenzen und auf die größeren Seen trauen sie sich anscheinend auch nicht raus. Sie haben aber sehr viel Geduld und warten auf dich, bis du wieder am Ufer bist
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Alt 25.02.2010, 11:00   #10  
Aslak
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Wird man sich eigentlich der "Gefahr" Handtasche eigentlich stets gewahr ?

S. h. sieht man die eigentlich rechtzeitig in diesem Brackwasser ?

Gruß,
Nils
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Alt 25.02.2010, 11:22   #11  
underduck
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Das Wasser in den Ecken der Everglades wo unsereiner gepaddelt und geangelt hat war eigenlich immer recht klar und relativ flach. Das bekommst du schon mit, wenn sich unter dir Fische und anderes Getier befindet.

Auch Alligator-Schnappschildkröten können schnell gefährlich werden. Der Schnabel trennt wie ein Seitenschneider problemlos Finger und andere Gliedmassen ab. Es muss also nicht immer die lebende Handtasche sein, vor der man sich in den Sümpfen in 8 nehmen muss.
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Alt 25.02.2010, 14:02   #12  
Aslak
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Wow, da gewinnt der Begriff "Survival" wieder an Bedeutung.

Gruß,
Nils
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Alt 25.02.2010, 14:46   #13  
Detlef Lorenz
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Die"Aligator-Gefahr" wird in der Regel maßlos übrtrieben. In einer Woche kommen in Florida mehr Menschen bei Autounfällen ums Leben, als in den letzten fünfzig Jahren durch Aligatoren zu Tode gekommen sind.
Für die Betroffenen ist das natürlich wurscht, tot ist tot, werden sie sich sagen!
Der Grund für die scheinbare Aligatoren-Resistenz des Menschen liegt darin, dass wir in der Regel als "Aufrechtgeher" nicht in ihr Beuteschema passen. Wenn man allerdings so dumm ist und am Ufer eines Sees in den Everglades sein kleines Kind spielen läßt - Alligatoren sind unglaublich fix und der arme Kleine mußte dran glauben.
Anders sieht es dagegen mit den dort auch lebenden Krokodilen aus, von denen es aber nur wenige gibt und die vor allem am Meer, die sogenannten Salzwasserkrokodile. Natürlich lassen sich die verschiedenen Rassen leicht voneinander unterscheiden...wenn man denn die Zeit dazu hat. Alligatoren haben eine rechteckige Schnauze und bei den Krokodilen läuft sie spitz zu. Wenn man allerdings schon in den geöffneten Rachen reinschaut, weiß ich nicht, ob man das dann noch erkennen kann.
Also, immer vorsichtig sein, denn beissen tut aus Ärger ein Aligator auch schon mal einen Menschen und das wird nicht nur weh tun
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Alt 25.02.2010, 14:50   #14  
G.Nem.
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1983 war ich auch mal da. Aber nur kurz die Touristennummer mit dem Propellerboot gemacht. War interessant, aber Sümpfe sind nicht mein Ding.

Wir sind dann lieber am Golf von Mexico entlang. In der Nähe von Sarasota, in Nokomis Beach konnten wir günstig ein Haus mieten, was die Amis selbst nicht mieten mochten. Der Vermieter hatte uns eindringlich gewarnt, weil das Haus keinen TV-Anschluss hätte und nicht direkt am Strand wäre. Man müsste zum Strand gehen!

Das waren dann ungefähr 200 Meter bis zum feinen Sand. Für den Ami unzumutbar so weit zu laufen und Haus ohne Glotze schon mal gleich gar nicht. Wir haben uns es da ein paar Wochen echt gut gehen lassen, weil ansonsten war´s echt echt eine prima Hütte.

Am Strand konnte man dann Haifischzähne von so ziemlich allen Arten einsammeln. Die wechseln ja ständig ihr Gebiss und die ausgefallenen werden angeschwemmt.
Hier mein letztes Exemplar von damals (etwas vergrössert ).

G.Nem. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.02.2010, 15:19   #15  
Detlef Lorenz
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Zitat:
Zitat von G.Nem. Beitrag anzeigen
Am Strand konnte man dann Haifischzähne von so ziemlich allen Arten einsammeln. Die wechseln ja ständig ihr Gebiss und die ausgefallenen werden angeschwemmt.
Das könnten wir auch gut gebrauchen, ich war heute mal wieder beim Zahnarzt. Der hat mir einen Spaten in den Mund gesteckt, der voll mit wabbliger Knete gefühlt war. So langsam wurde die dann hart und als er den Spaten herausgebrochen hat, dachte ich schon, dass mein restlicher Unterkiefer gleich mit rauskommt
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Alt 25.02.2010, 17:16   #16  
G.Nem.
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Zitat:
Zitat von detlef lorenz Beitrag anzeigen
(...) dachte ich schon, dass mein restlicher Unterkiefer gleich mit rauskommt
Mecker nicht über die Hamburger Zahnärzte, du kennst die Wiener Zahnärztinnen nicht! Seit ich wieder in Bayern bin, ist auch mein Gebiss wieder in Topp-Zustand gebracht. Und meine Sprechblasen sowieso.
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Alt 26.02.2010, 10:54   #17  
Detlef Lorenz
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Im Beitrag „Blueberry-Lorenz“ hatte ich ja eine Vorankündigung zu D, D & B gemacht. Wild sprossen da die Spekulationen um den Sinn dieser Abkürzung. Nun habe ich mal, um mir die Wartezeit bis zum nächsten Beitrag zu verkürzen, Eure Vorschläge zu den Kürzeln vorgenommen und fand sie schon beachtlich in ihren lyrischen und prosaischen Ausformungen. Hier mal meine Meinung zu diesen literarischen Werken:

Scheuch: ist doch eindeutig Daisy, Donald & Berlin
„Deinen Vorschlag fand ich gar nicht mal so abwegig, denn er hat schon eine gedruckte Version in Form einer Pappschachtel von "herlitz" (14cm x 10cm x 5cm), die mindestens zwanzig Jahre alt ist und deren Copyright für die Charaktere natürlich bei Disney und Ehapa liegt.“



Anton: D, D & B: Reine Männergesellschaft: Disney, Detlef und Blueberry!

„Keine schlechte Idee, nur den Blueberry hatten wir ja schon.“


die erste: Egal, welchen Namen das Kind hat - wir wollen es sehen!!!!
Danke Detlef und Bis bald

„Lyrisch eindeutig mein Favorit!“


G.Nehm: Dem kann ich mich nur anschließen! Für Doppel-D in B-Pictures ist mann doch immer zu haben!

„Da muss man erst mal drauf kommen!“


Aslak: Russ Meyer ?!? Gruß, Nils
PS: . . . oder steht DD für "Dolby digital", diverse Enterichs, . . . ???

„Russ Meyer? Mein Geschmack ist eher der „Gracia-Typ“. Die, die sie kennen, wissen wen ich meine.“
„Und der zweite Vorschlag beinhaltet ja 3 x D und 1 x E, aber diese Interpretation hat schon was für sich!“


Xury: Alles falsch! Datteln, Derwische und Beduinen.

„Schade Xury, sieht wunderschön aus, aber in Nordafrika bin ich noch nie gewesen – sofern man die Kanarischen Inseln außen vor lässt – Saleh und Rabatt anzuschauen würde mich aber schon reizen.“

.

Geändert von Detlef Lorenz (26.02.2010 um 11:14 Uhr)
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Alt 01.03.2010, 11:46   #18  
Detlef Lorenz
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Die Everglades, 2, Begegnungen
Bevor ich mit den Schilderungen unseres Everglades-Urlaubes fortfahre, möchte ich hier einen große und eindringliche Bitte vorbringen: G.Nehm hatte in seinem letzten Beitrag hier die sogenannten Propellerboote erwähnt. Auch ich habe mich 1987 auf eines dieser höllisch laut knatternden Boote raufgesetzt, aber damals fehlten mir die Erkenntnis und das Wissen, die solche Exkurse verbieten sollten. Mit ziemlichem Tempo geht es über die Wasser-, und Riedgrasflächen. Sehen tut man recht wenig, nur ein berauschendes Gefühl von Geschwindigkeit bleibt vorhanden.
Für die Tier- und Pflanzenwelt allerdings, über die das Boot rüber rauscht, sind es schon fatale Folgen, die sie erleiden muss. Weder Alligatoren, noch Schildkröten, auch keine Wasserschlangen und nicht einmal alle Vögel können diesen Höllengefährten entgehen! Bitte lasst diese Touren sein, Ihr schützt die Umwelt, wegen der Ihr hierher gekommen seit.

So, das musste ich mal loswerden und nun geht es weiter: Für den nächsten Tag hatten wir uns eine Wanderung vorgenommen. Wir wollten den sogenannten „Christian Point Trail“, östlich von Flamingo, zum Meer gehen um Tiere und Pflanzen zu beobachten. Natürlich hoffte ich, auch eines der legendären Krokodile zu sichten.




Der schmale Durchgang im Gestrüpp hinter mir war der Eingang zum Trail. Vor dem Marsch waren aber einige unumgängliche Vorbereitungen zu treffen, z. B. das unvermeidliche Einsprühen mit einheimischen Mückenschutzmitteln. Die unteren Beinteile der Hosen habe ich natürlich gleich angezippt und los konnte es gehen.






Im Gegensatz zu der Kanutour war der Trail nicht markiert. Im Waldgebiet war die Route so halbwegs zu erkennen, auf den „Freiflächen“ gab es einen deutlich erkennbaren Trampelpfad. Offene Grasflächen und Waldgebiete wechselten sich dann mehrmals miteinander ab.







Endlich hatten wir das Meer erreicht, im Bild rechts zu sehen. Nicht zu sehen waren Krokodile – vielleicht auch gut so, denn die sollen an Land ausgesprochen schnell sein – lediglich den Panzer dieses Pfeilschwanzkrebses (Horseshoecrab) fanden wir. Da ich nun dringend durch die Mangroven direkt ans Meer wollte, kam was kommen musste: mit dem linken Bein (und zum Glück nur mit diesem) sank ich bis zum Knie im Morast ein. Erst war es ja witzig, aber der feuchte Sand schloss sich immer fester um das Bein. Es gibt da kein Foto von, da Brigitte alle Hände voll zu tun hatte, mir zu helfen, der Umklammerung zu entkommen – die Flut könnte nämlich so langsam steigen. Zum Glück gelang es mir, dem Sumpf zu entrinnen, mitsamt dem Schuhwerk!







Hier ein Teil des Rückweges unter „Lebensgefahr“ fotografiert: kaum stand man still, kamen sie, die Mücken! Vielleicht deswegen wichen wir irgendwo vom Heimkehrpfad ab und wussten auf einmal nicht mehr, wo wir waren. Zurück gehen war auch nicht, es war kein richtiger Weg mehr zu erkennen. Also gingen wir nach „Gefühl“ weiter, denn nach der Sonne orientierten konnten wir uns nicht, durch das dichte Blätterwerk war sie nicht zu sehen. Plötzlich hörten wir Stimmen, Kinderstimmen offensichtlich. Vorsichtig schlichen wir weiter und sahen…







…richtig und kaum glaublich, Huey,Dewey und Louie. Der vordere sah uns womöglich, machte sich aber nicht bemerkbar und Augenblicke später waren sie aus unserem Blickfeld verschwunden. Vorsichtig schlichen wir uns weiter und kurz darauf sahen wir folgende, fast noch unglaublichere Szene…







…Mickey und Goofy beim Angeln und Pluto schaute ihnen interessiert zu. Insgeheim hoffte ich auf eine Steigerung unserer Entdeckung und noch leiser krochen wir durch das Unterholz.







Ein quakender Gesang leitete uns bald. Leider verdeckte das dichte Blattwerk eines Oaktrees unser Blickfeld, aber für einen Schnappschuss reichte es aus.
Leider wissen wir noch immer nicht, wo wir uns befanden und können somit den Ort unserer fantastischen Entdeckung nicht bekannt geben. Als Tipp kann ich höchstens ein Gebiet westlich des Trails angeben, denn,…






…ich habe hinterher versucht unsere Abweichung zu rekonstruieren. Wir waren ungefähr 40° Grad südlich vom Weg abgekommen, also fast rechtwinklig nach links gegangen!? Schließlich fanden wir dank meines „Orientierungssinnes, der dem einer Brieftaube ähnelt“ aus der Wildnis wieder heraus. Nicht nur Brigitte war froh darüber!





Diese Tour war in jede ihrer Facetten interessant und aufregend. Zwar hatten wir keine Krokodile gefunden, aber was sind schon diese Echsen, gegen die anthropomorphe Welt, in die wir einen Blick riskieren durften –
Wir waren schon froh, abends ins Zelt kriechen zu können und mit den Alligatoren um die Wette zu schnarchen…jedenfalls ich.
In der nächsten Folge werde ich dann die richtige Tierwelt der Everglades zeigen und auch das wird interessant werden.
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Alt 01.03.2010, 12:58   #19  
Maxithecat
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Alt 01.03.2010, 13:14   #20  
die erste
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Wußte ich es doch - es gibt sie wirklich!

Die Donaldisten haben diesen Erkenntnisstand ja schon lange.
Endlich mal eine Bildreportage über den Alltag von DD und MM - faszinierend.
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Alt 01.03.2010, 22:53   #21  
rudimobil
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Suuuuuper!!!



"Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg"
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Alt 10.03.2010, 23:36   #22  
Detlef Lorenz
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Hallo Leute, hat diesmal ein bißchen länger gedauert, dafür sind es ein paar Bilder mehr!

Den heutigen Beitrag habe ich unter die Überschrift: Begegnungen! gestellt.
Schon Carl Barks hat die vielfältige Tierwelt Floridas als schmückendes Beiwerk oft und gerne dargestellt. Wir haben uns der Fauna des Landes ebenfalls begeistert zugewendet. Im Folgenden gebe ich dazu ein paar Beispiele:





Im Bild rechts ist ein rosa Flamingo zu sehen, …






…auch uns sind diese Tiere begegnet. Links stakt einer im See, der andere erhebt sich in die Lüfte.






Weitere Vögel sind auf dieser Zeichnung zu sehen. Es müsste sich um Reiher und weiße Flamingos handeln.







Im Foto links fliegt ein Reiher auf, interessanter ist aber der rechte Vogel: es handelt sich um einen „Schwarzen Storch“. Dieser große Vogel steht auf der Liste der gefährdeten Tiere in den Everglades und deshalb war es ein großes Glück, ihn fotografieren zu können.






Ein großer Reiher hat sich eine Mahlzeit gefangen und fängt an, sie passgenau zu verarbeiten. Mehrere Male stach er mit seinem langen Schnabel in den Fisch, nahm ihn wieder auf und wiederholte diese Prozedur. Bis er ihm Verzehrbereit erschien und er ihn in einem Stück herunterschluckte – langsam sahen wir den großen Körper den Hals herunter gleiten und dann stakste der Reiher sichtbar zufrieden davon.







Hier hat Barks dass Lieblingstier aller Touristen gezeichnet, so wie wir uns diese Urviecher vorstellen, mit boshaft blickenden Augen die Menschen taxierend.







In einem vorherigen Beitrag habe ich aber schon auf die relative Ungefährlichkeit der Echsen für uns hingewiesen, wir gehören nicht in ihr Fress- und Jagdschema.
Wie man hier sieht, stellt sich das ganze auch recht idyllisch dar. Gelassen sitzt Brigitte auf einen niedrigen Zaun und der Alligator grinst freundlich herüber…






Hier haben Touristen sogar einen Picknicktisch in ziemlicher Nähe einer Echse aufgestellt, vielleicht kam das Tier aber auch erst später hinzu, angelockt von den Düften der Esswaren.







Für diese Szene werde ich noch immer gescholten – wahrscheinlich auch zu recht – denn ich wollte einfach mal wissen, wie sich so ein Alligator anfühlt. Also habe ich mich, trotz der Proteste Brigittes, an das Tier rückwärts angeschlichen und seine Schwanzspitze angefasst…sie war trocken, warm und fest. Naja, nun weis ich´s!







Hier habe ich zwei Delfine abgelichtet. Diese haben wir auf einer Motorbootsfahrt in der Nähe der Everglades gesehen.






Der Herr der links neben Brigitte und vor seinem Haus im Hintergrund steht, war unser Kapitän und Gastgeber: Helmut Nickel!

In der nächsten Abteilung geht es wahrscheinlich wieder in den Wilden Westen, aber das muss ich erst noch genauer Checken.
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Alt 11.03.2010, 20:56   #23  
Red.Rose
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Schöne Bilder.
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Alt 16.03.2010, 01:19   #24  
Detlef Lorenz
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Wie im letzten Beitrag versprochen, begeben wir uns nun wieder in den Westen - falls überhaupt jemand den 3. Everglades Teil gesehen hat (außer Red.Rose ) Was mich ein bißchen gewundert hat, denn immerhin war das letzte Bild eines der extrem raren Fotos von Helmut Nickel.

Unser heutiges Thema ist der Grand Canyon. Nach einer einwöchigen anstrengenden Trekkingtour durch den oberen Yosemitie-Nationalpark* unternahmen wir eine Rafftingtour durch den Grand Canyon. Diese dauerte 8 Tage und war von der Anstrengung her gleich Null. Wir saßen nämlich nur auf einem großen Gummifloß, wir mit 11 weiteren Touristen und unseren zwei Guides. Diese Tour hatten wir bereits in Deutschland gebucht und trafen uns mit der Gruppe in Las Vegas und dann gings auch schon los. Ein Bus brachte uns morgens nach Lee´s Ferry, dem einzig möglichen Übergang über den Colorado, nahe Page.

*wird das Motiv eines der nächsten Bilderserien, gekoppelt mit meiner absoluten DD-Lieblingsgeschichte: "Familie Duck auf Ferienfahrt"







Hier sehen wir Huey, Dewey und Louie, wir sie von der Kliffkante in die Coloradoschlucht hinabblicken.






Das ist die Einsetzstelle. Rechts neben mir, die beiden Herren im hautengen Anzug und den Mafiabrillen sind die bekannten Typen vom Himalaya und dem Kilimanjaro. Der Herr links ist ein Bekannter, der sich uns unbedingt anschließen wollte.






Meist ging es gemächlich auf dem Fluß Richtung Lake Mead, dem großen Stausee bei Las Vegas. Die Berge rechts und links wuchsen immer mehr in die Höhe und erreichten bald so um die 1.500 bis 1.800 Meter.







Donad und die Kinder verschlägt es auf den Grund des Canyons. Während Donald alles auf sich zukommen läßt, haben die Neffen des Nachts ein Schlauchboot abgefangen und ein leckeres Frühstück zubereitet.






Das war einer unserer ersten Rastpunkte, aber nur um uns diese riesige Höhle genauer anzusehen. Was dafür Kräfte gewirkt haben müssen, um diese Grotte auszuwaschen, enorm!







So sahen in der Regel unsere Übernachtungsplätze aus - auf irgendwelchen Sandbänken, mehr oder weniger hoch über dem Wasserspiegel.
Dazu gibt es eine schöne Episode, die ich bestimmt nicht vergessen werde: Abends bauten wir, die vier aus Germany die Zelte auf, wie wir es von Trekkingtorren gewohnt waren...und wurden leicht belächelt, denn unsere Mitpassagiere und erstaunlicherweise alle, schliefen in ihren Schlafsäcken unter freiem Himmel. Eigentlich kein Problem, denn es war auch in der Nacht sehr warm.
In der zweiten Nacht jedoch, man kann es sich denken, fing es an zu regnen. Da kam aber Bewegung in die nun nicht mehr lächelnde Bande. Erst schauten wir belustigt aus unseren Zelten heraus dem munteren hektischen Treiben zu, halfen dann aber einigen älteren Mitreisenden (irgendwo zwischen 75 und 85 Jahre) bei der Aufstellung ihrer Zelte. Sah schon lustig aus, wie sie sich im Dämmerlicht in den Zeltstangen und Planen und Heringen und Abspannleinen verheddert hatten
Danach bauten dann in den nächsten Nächten alle brav ihre Zelte auf...






Auf dem "Thron" sitzt unser Guide, eigentlich ein She-Guide, Sally mit Namen, die uns sicher durch den Fluß und durch die Stromschnellen steuerte.
Sie sitzt auf dem Behältnis für das große Geschäft, das kleine sollte unbedingt im Fluß erledigt werden. Auf den Sandbänken würde es ansonsten ganz schnell stinken und der Topf wäre rasch gefüllt.





Hier wird grade Abendbrot zubereitet, mit Brot, Käse, Wurst, Salat, Butter, Softdrinks, Wasser, Tee, Kaffee, usw, usw. Die hungrige Meute schaut scheinbar desinteressiert zu, aber beim Anpfiff stürmten sie das Büffet.






Wir drei haben noch einen Ausflug in einen Seitencanyon unternommen, was wir in den nächsten Tagen noch des öfteren machen würden.

Bis dann, Euer Reiseberichterstatter, Detlef
Detlef Lorenz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.03.2010, 01:46   #25  
Neander
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Danke, Detlef und Lothar!

Wie immer sitzt man beim Comic Guide in der ersten Reihe und - noch besser - meint fast, man wäre dabei!
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