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Alt 18.07.2012, 17:41   #1  
underduck
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gold01 Reiseberichte von Detlef Lorenz im CGN

Bevor Detlef Lorenz sein eigenes Forum hier im CGN bekam, präsentierte er im ehapa Fan-forum seine Reiseberichte.

Hier findet ihr die Themen und die Links dort hin.

Back to the Klondike [Reisebericht]
Auf der Suche nach Tralla La
Kilimanjaro die Erste
Mike S. Blueberry meets Detlef E. Lorenz, featuring Helmut Nickel
Donald, Detlef & Brigitte

Leider können folgenden Link nur verifizierte Mitglieder mit Freischaltung zum internen CGN-Forum lesen.

NEU - ENGLAND im Herbst
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Alt 21.11.2017, 14:52   #2  
Detlef Lorenz
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Nach längerer Zeit stelle ich hier mal wieder einen Urlaubsbericht ein:

Urlaub im Herzen des südlichen Afrika: BOTSWANA


Botswana liegt östlich von Namibia, nördlich von Südafrika und im Osten grenzt es an Simbabwe. Es ist also ein Binnenland, es ist rund 581 000 qkm groß (Bundesrepublik 357 000 qkm) und hat gut 2 Millionen Einwohner (Deutschland 80 Millionen). Die Landschaft besteht überwiegend aus Buschsteppe (Kalahari), riesigen Salzpfannen und Trockenseen, die zusammen genommen schon die Fläche der Benelux-Staaten erreichen. Lediglich im Norden wird es grüner, hervorgerufen durch den Linyanti/ Chobe Fluss, den Sambesi und natürlich durch den Okavango. Der Okavango entspringt in den Bergen von Angola und „mündet“ nach 1600 Kilometer in einem riesigen Binnendelta, dem größten der Welt (12 000 qkm) und versickert dort – aber nicht komplett.






Das hier ist z. B. der Thamalakane, eine Fortsetzung der Wassermassen südlich des Deltas. Die Brücke, auf der ich hier stehe, überspannt den Fluss in Maun und ist wie alle Fotos von Brigitte fotografiert. Dieser Ort ist der Ausgangspunkt für alle Safaris, Gruppenreisen, wie auch selbst organisierte. Maun hat rund 30 000 Einwohner, dort gibt es einen großen Flughafen, alle Safariausrüster sind hier mit Filialen vertreten, Lodge-Hotels und Camps beherbergen die Touristen. Wir hatten uns ein Kampmobil gemietet und verbrachten die erste Nacht im sogenannten Audi Camp, was aber nichts mit der gleichnamigen deutschen Automarke zu tun hat. Von dort aus machten wir die nötigen Besorgungen um im Moremi Nationalpark mehrere Tage zu „überleben“: Geldwechsel, der Pula, botswanisch für Regen, heißt die dortige Währung und hat einen Kurs von rund 1 € zu 10 Pula. Ein Liter Diesel kostet rund 0,65 € und die Lebensmittel im Schnitt liegen in ebenso einem Verhältnis.






Unser Abendbrot nahmen wir im Audi Camp ein, hat alles wunderbar geschmeckt. Neugierige Blicke dieser Ginsterkatze verfolgten vor allem hinter der Bretterwand jede Bewegung. Sie spekulierte auf ein paar Brocken aus der Küche und hatte auch gelegentlich Erfolg. Dabei muss man wissen, dass dies ein Wildtier ist. Wie wir erfahren hatten, streunert sie in den naheliegenden Camps herum und wir hatten das Glück, sie bei einem ihrer nächtlichen Besuche im Audi beobachten zu können.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg in den Moremi Park. Dieser liegt inmitten des Deltas und wurde 1963 von der Witwe König Moremi III unter Schutz gestellt, also noch vor der 1966 erfolgten Unabhängigkeit. Zügelloses Abschießen hatte den Wildbestand soweit dezimiert, das recht bald nur noch eine tierlose Landschaft zu befürchten war. Im Laufe der Jahre wurde der Park erweitert, einige öffentliche Campingplätze eingerichtet, die seit kurzem mit Duschen und Toiletten ausgerüstet sind. Ansonsten ist man in den nicht umzäunten Camps auf sich allein gestellt: die nächste Tankstelle und der nächste Lebensmittelladen liegt zwar nur rund 100 Km vom South Camp entfernt in Maun, aber das bedeutet mindestens 2 Stunden Fahrzeit, eine Strecke. Die Straße besteht überwiegend aus Sand und Schotter, das schnelles gleichmäßiges Fahren nicht erlaubt.








So sieht unser Kampmobil auf der linken Seite aus. Das Dach kann zum Stehen im Inneren hochgestellt werden, die Seite zum Schlafen aufgeklappt. Der Wagen hat selbstverständlich Allradantrieb, aber selbst der reicht auf den Tiefsandpisten des Parks oft nicht aus und eine Differenzialsperre muss dann zugeschaltet werden. Allerdings und da greife ich mal kurz vor, 2x bin ich stecken geblieben. Leider hatten sich nicht nur die Räder in den Sand eingegraben, sondern das Bodenblech lag auf. Zum Glück kam uns zuerst ein „Touristenbus“ aus Maun entgegen. Dessen Fahrer konnte uns, unter Beifallsgeklatsche und eifrigem Fotografieren der Touristen, aus der Malaise rausziehen. Diese vermochten überhaupt nicht zu verstehen, dass wir selbstverständlich weiterhin unseren „Selbstfahrerurlaub“ nicht aufgeben wollten. Das andere Mal war der rettende Engel ein Selbstfahrer aus Berlin. Dieser hatte den richtigen Wagentyp, deutlich mehr PS als unserer, 4,5 statt 2,5 Liter Motor, mehr Bodenfreiheit und eine Winde, die unseren Wagen problemlos aus dem Tiefsand rauszog. Er freute sich, nach dreimaligem stecken bleiben in Australien, sich endlich mal revanchieren zu können. Auch war unser Mobil durch die Aufbauten zu schwer, so dass genau sein Wagentyp auch unserer für das nächstes Jahr werden würde. Schlafen tut man hier auf dem Dach: ein paketartiges Zelt wird aufgeklappt und mittels einer Leiter gelangt man dann in seine Schlafunterkunft. Verlassen sollte man sie in der 12 Stunden dauernden Nacht allerdings nicht, denn dann läuft man Gefahr, auf Elefanten, Hyänen, Hippos, auch Löwen zu treten – bzw. sie auf dir. Frische Spuren am Morgen, Geräusche in der Nacht ließen auf ein reges nächtliches Treiben im Camp schließen.








So sieht unser Mobil von der anderen Seite aus. Der Propangaskocher kann herausgezogen werden, Besteck, Geschirr alles da. Sogar ein Kühlschrank war vorhanden, der aber nur immer sporadisch funktionierte. Deswegen gab es viel Ärger, schließlich hatten wir entsprechend Lebensmittel eingekauft. Der Vermieter bemühte sich und bemühte sich, kam sogar raus in den Moremi, es half aber alles nichts. Ein paar weitere Schwierigkeiten mit diesem nagelneuen Modell ließen unsere Laune das eine und andere Mal ziemlich sinken.

Der Untergrund unseres Platzes besteht aus losem Sand, wie man sieht. Gras und ähnliche Bodendecker gibt es hier nicht, weswegen die Wegeverhältnisse so übel sind. Der Sand macht sich auch im Wageninneren breit, er ist allgegenwärtig.

Hatte ich schon erwähnt, dass es im Moremi 5 Camps gibt. Diese bieten jeweils zwischen 10 und 15 Stellplätze an … und das weltweit und die Nachfrage ist gewaltig. Wir hatten ein dreiviertel Jahr vorher gebucht und nicht genau die Camps bekommen, die uns vorgeschwebt waren.










Gleich das erste Camp, das sogenannte South Camp am gleichnamigen Eingang bot uns viel Spaß mit der einheimischen Vogelwelt und einer Horde Erdhörnchen. Für das Frühstück hatten wir uns Müsli mitgenommen, teilten das aber bald brüderlich mit den Tokos, das sind Nashornvögel, Braundrosslingen und Glanzstare, die hier nicht zu sehen sind und den Erdhörnchen. Es gab natürlich Streit um das Müsli – unter den Tieren – wir waren dann oft regelrecht Luft. Sie wuselten um uns herum, machten Bocksprünge über die Füße um an die Nahrung zu kommen, die Großen vertrieben die Kleinen, aber jeder bekam etwas. Wir freuten uns sehr über diese bunte Gesellschaft, waren uns sicher, auf den anderen Campplätzen ähnliches zu erleben. War aber nicht, dieser eine Platz war anscheinend einmalig und zum Glück hatten wir ihn erlebt.
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Alt 21.11.2017, 15:05   #3  
FrankDrake
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Klasse

12 Std. das Zelt nicht verlassen? Da bekäme ich dann irgendwann ein Problem

Mehr als ein Westfale kann der Mensch nicht werden!
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Alt 21.11.2017, 15:11   #4  
underduck
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Super Bericht!
... und die Ginsterkatze hat gleich mein grosses Herz für Katzenviecher erobert!
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Alt 21.11.2017, 15:44   #5  
Hulk1104
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absolut KLASSE mal wieder einen deiner berühmten Reisberichte zu lesen, die du ja bereits in Köln angekündigt hast

Krieg' ich ein Erdhörnchen ? - krieg' ich ein Erdhörnchen ?
O.k. die Ginsterkatze würde ich auch nehmen
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Alt 21.11.2017, 16:39   #6  
Detlef Lorenz
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Zitat:
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Krieg' ich ein Erdhörnchen ? - krieg' ich ein Erdhörnchen?
Ne, leider nicht, also so und so nicht, denn das Erdhörnchen ist ein Ockerfußbuschhörnchen ... wie ich soeben von meiner tiersachverständigen Fotografin korregiert worden bin.
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Alt 21.11.2017, 17:01   #7  
Aslak
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Ein neuer Reisebericht von Meister Detlef!

Ja wie schön ist DAS denn?!

Habe ich richtig heraus gelesen das es Euch nächstes Jahr wieder in "die Gegend" zieht?

Nebenbei: Mein Herz schlägt auch eher für die Ockerfußbuschhörnchen.

Gruß,
Nils
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Alt 21.11.2017, 21:10   #8  
Detlef Lorenz
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Zitat:
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Habe ich richtig heraus gelesen das es Euch nächstes Jahr wieder in "die Gegend" zieht?Gruß,Nils
In der Tat, der Moremi war uns nicht weit genug in der Wildnis
Aber je weiter du draußen bist, desto einsamer wird man. Kann natürlich auch Probleme verursachen, wie im Bericht beschrieben. Aber wenn man sich darüber zu viel Gedanken macht, sollte man zu hause bleiben. Nebenbei, wir hatten auf dieser Reise erstmals ein Satelliten-Telefon mit. Allein zur Beruhigung und es hat auch funktioniert. Mit der Autovermietung in Maun, in Hamburg angerufen ... mit einem "normalen" Handy bist du nämlich ganz schnell raus aus jedem Sendebereich.
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Alt 23.11.2017, 09:15   #9  
Detlef Lorenz
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Botswana, 2. Teil






Weiter geht´s und zwar mit einem zusätzlichen Foto eines Buschhörnchens. Die erfreuen sich natürlich bei jung und alt stets einer großem Beliebtheit. Warum es da anscheinend gelangweilt auf dem Baumstamm liegt: Ähnlich wie die Streifenhörnchen wuseln sie auf der Suche nach Futter unaufhörlich herum und plötzlich lassen sie sich fallen wo sie grade sind und ruhen sich einige Minuten lang aus.







Vom Camp aus machten wir dann Ausflüge, wenn wir nicht grade auf den Kühlschrankreparaturservice von Britz warteten. Diese Zebramutter mit Nachwuchs erregte natürlich unsere Aufmerksamkeit. Genau wie das …









gähnende Hippo in der Xini Lagoon, einer Buch des Deltas. Wenn man die Hitze des Tages hautnah miterlebt, kann man das Verhalten der Hippos schon verstehen und wünschte sich manches Mal auch ein kühlendes Bad.
Zu den Temperaturen: wir hatten das Glück, d. H. der September war als Reisezeitraum schon so geplant, das die Regenzeit* und die jährlichen Überschwemmungen vor 3-4 Monaten zu Ende war, der Wasserstand erreicht so langsam seinen tiefsten Stand. Die Wege im Moremi können, ohne in Gefahr zu geraten, im Schlamm stecken zu bleiben, einigermaßen sicher befahren werden – es sei dann, der tiefe Sand, usw. Die Temperaturen steigen nun tagsüber, so ab 11:00 Uhr, ihr Maximum, nämlich an die 35°. Nachts sinkt das Thermometer auf 5-8°, gefühlt auch noch darunter. In den Folgemonaten klettert das Thermometer immer weiter hoch und erreicht im Dezember/Januar seinen Höchststand, der bei gut 45-50° liegt. Kurioserweise kühlt es Nachts weiter ab, Nachtfröste sind keine Seltenheit. Diese allerdings eher auf den Salzpfannen und den ausgetrockneten Seen. Dazu sollte man vielleicht wissen, dass das zentrale Botswana einst ein riesiger See war (60 000 bis 80 000 qkm), gegenüber dem Bodensee mit 570 qkm …









Hier sind wir auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, dem North Gate mit dem gleichnamigen Camp. Dazwischen liegt als Hindernis und das komplett, der Khwai River; kein Scherz! Obwohl diese Straße die Haupt- und überhaupt die einzige Verbindung in Richtung Nordosten und damit zum Chobe und dem Sambesi mit seinen berühmten Wasserfällen ist, gibt es keine Brücke um dieses Hindernis zu überfahren. Das Wasser war zu tief zum Durchfahren, also mussten wir eine Umleitung nehmen. Diese führte natürlich durch Tiefsand, aber noch war ich ja voller Hoffnung, nie stecken zu bleiben.
Kurz vor unserem Ziel, dem North Gate Camp, zwang uns eine weitere Überflutung des Khwai eine so gut wie nicht beschilderte Umleitung zu nehmen. Gelegentlich glich der richtige Weg mehr einem Ratespiel, in der dichtbewachsenen Buschsteppe war oft kaum eine Fahrbahn zu erkennen. Gut, wir hatten ein Navi an Bord, aber das nützte uns eigentlich nie wirklich etwas – und wir haben es auch nicht eingeschaltet. Auf der Hauptstraße, wie gesagt der einzigen, war es nicht nötig und im Outback konnte es einem höchstens die Himmelsrichtung zum Ziel angeben. Aber was soll ich damit, wenn kein Weg und erst recht keine Straße vorhanden ist.









Wir sind dann doch am Ziel angekommen, hier steht Brigitte auf der Brücke über dem Khwai. Sie besteht aus Holzstämmen – woraus auch sonst – des Mopanebaumes, des häufigsten in diesem Gebiet. Das ist übrigens keine Fußgängerbrücke, auch der gesamte Autoverkehr geht über sie. Zur Breite: wenn ein Auto auf dieser Brücke ist, ist kein Platz mehr für einen Fußgänger. Im Hintergrund links sind am Ufer Autos zu erkennen, das ist der Campingplatz.
*Regenzeit heißt hier nicht tagelangen strömenden Regen, wie es aus Südostasien bekannt ist. Hier regnet es am Tage mal ein paar Minuten hier oder da und das war´s dann. Die hauptsächliche Bewässerung geschieht über die aus dem Norden kommenden Flüsse.
Wie es weiter geht, demnächst hier.
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Alt 23.11.2017, 10:02   #10  
falkbingo
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Toller Bericht. Macht Spaß zu lesen. Mir würde der Mut fehlen, mich mit meiner Rita durch Afrika zu bewegen.
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Alt 27.11.2017, 08:05   #11  
FrankDrake
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@Falkbingo

Namibia steht noch auf der Löffelliste, ist das aber auch das einzige Land aus Afrika das ich unbedingt noch sehen möchte und zu dem der Mut reicht.

@Detlef

Gute Besserung

Mehr als ein Westfale kann der Mensch nicht werden!
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Alt 28.11.2017, 12:36   #12  
Detlef Lorenz
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Hallo Leute, bin wieder da. Danke für eure Genesungswünsche, haben geholfen

@Frank: Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, Namibia und Botswana sind in etwa, was die Sicherheit betrifft vergleichbar sicher. Die meisten anderen afrikanischen Länder würde ich auch kaum individuell bereisen, wenn überhaupt.

Allerdings scheint mir die Infrastruktur in Botswana gut 10 Jahre hinter der Namibias zurück zu sein. SIe holen zwar gewaltig auf, aber es wird noch eine Weile dauern. Ziemlich einsam kann man als Alleinreisende in beiden Ländern sein und muß sich schon ein wenig selbst zu helfen wissen, wie z.B. einen Reifenwechsel und ein Sat-Telefon sollte man auch dabei haben.

Ansonsten kann ich nur empfehlen: fahrt hin, solange ihr es noch könnt!

Heute abend, spätestens morgen gibt es ein paar neue Fotos.
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Alt 28.11.2017, 20:27   #13  
Detlef Lorenz
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Weiter geht es:





Auf der Fahrt zur Third Bridge, einem sogenannten „legendären Camp“* stand schon mal so ein Elefant im Weg, eigentlich überall in Botswana, das die dichteste Elefantenpopulation aller afrikanischen Staaten hat. Vorbei fahren war da nicht, also wurde geduldig gewartet, bis der Dickhäuter seine Mahlzeit an diesem Baum/Strauch beendet hatte, dann erst ging es weiter. Allerdings nur 10 Minuten, dann steckten wir das erste Mal fest … natürlich nicht in dieser läppischen Sandpiste -

*“Legendär“ wird dieses Camp genannt, weil früher alles anders war. Da gab´s z. B. noch kein Klogebäude, ein Spaten musste herhalten, für das Loch natürlich. Irgendwann stank´s wohl allen gewaltig und wenigstens ein entsprechendes Örtchen wurde errichtet.






Unterwegs begegnete einem schon mal solch ein Ungetüm. Ein paar Meter war es wohl lang, das Krokodil, hingegangen sind wir zum Nachmessen nicht. Im Hintergrund sieht man ein weiteres im See herum schwimmen, insgesamt erblickten wir deren vier.





Diesem Scharlachspint interessierte der vorsintflutliche Drache nicht sonderlich. Er war sehr hübsch anzusehen, wie viele Vögel hier.





Hinter dem Safariwagen sieht man die Third Bridge. Sie ist leider ein wenig zu kurz geraten, denn die Hälfte der Durchquerung des Gogathebe Rivers, eines Deltaarmes, ging genau durch ihn hindurch. Das Wasser schwappte schon über die Motorhaube, der Auspuff war komplett im Wasser; macht eigentlich nichts, solange man fährt, dann strömt das Wasser nicht in Richtung Motor. Ich hab´s mir beim ersten Mal schon einmal bei einem voraus fahrenden Fahrzeug angeschaut und dann einfach flott drauf los gefahren…





Dieser Nashornvogel, oder Toko, schaut sich nicht selber an, sondern holt sich Insekten von der Windschutzscheibe.

Fortsetzung folgt…
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Alt 30.11.2017, 10:14   #14  
Detlef Lorenz
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Diesen Schnappschuss machte Brigitte auf einer Pirschfahrt. Es geschah aber weder Schnapp noch Schuss, der Löffler stakste einfach am Krokodil vorbei, so in etwa einen Meter und die Echse ignorierte ihn; war wohl satt.









Auf unserem Camp-Platz bekamen wir gelegentlich Besuch von einer Horde Grünmeerkatzen. Sie streiften scheinbar harmlos um die Plätze herum, blickten aber immer verstohlen rüber, ob es nicht etwas zu mopsen gäbe. Dabei gingen sie teilweise sogar recht methodisch vor: einer versuchte abzulenken um Zeit für einen Kumpel zu schaffen. Aggressiv gingen sie dabei aber nicht vor, als es nichts zu holen gab, fraßen sie halt die Früchte des Leberwurstbaumes. Diese sahen nicht wie Leberwürste, eher wie riesige Gurken aus. Eine offene ist die hier abgelichtete Meerkatze grade am verspeisen.








Ohne viel Hoffnung auf ausreichend Zeit für ein Foto hielt ich hier den Wagen an, aber die brave Gabelracke blieb viele Minuten auf dem Baumstumpf sitzen.
Mal kurz ein Wort zu den Bezeichnungen der botswanischen Tierwelt: Da ist Brigitte die Expertin und ich der Lehrling!








Einmal gerieten wir zwischen diesen Wasserbüffeln. Irgendwie schön anzusehen, aber kann auch gefährlich werden (wurde es aber nicht).







Hier sieht man einmal eine der tiefsandigeren Wege – es gibt aber noch viel tiefere und ohne bewachsenen Mittelstreifen, also purer Sand.

Den Strauß gibt es als optische Zugabe.

Das ist jetzt das letzte Foto aus dem Moremi Park. Anschließend fuhren wir nach Maun zurück, tauschten die Wagen. Den Camper gegen einen sogenannten „Kanopen-Typ“. Der hatte nur eine geschlossene Ladefläche und kein Zelt mehr. Am Schluss der Reise wollten wir uns für ein paar Tage noch einmal eine feste Unterkunft leisten. Dazu fuhren wir zur Elefant Sands Lodge und da ist der Name Program!

Fortsetzung folgt …
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Alt 03.12.2017, 00:19   #15  
Detlef Lorenz
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Als wir aus dem Moremi zurück nach Maun fuhren, schlugen wir unsere Zelte in dem schon öfter erwähnten Audi-Camp auf. Ist nicht ganz richtig, mit Hilfe des Schraubenziehers öffnete ich das Pop up Dach, so dass wir im Wagen stehen und schlafen konnten. Unser Nachbar aus Südafrika (die machen hier in Botswana sehr viel Urlaub) fuhr mit diesem Wagen, einen Landrover Defender! Mit diesem in dieser Form nicht mehr produzierten Wagen wären uns die Missgeschicke in den Sandpisten sicher nicht passiert …

Nach dem Wagentausch – Camper gegen Canope Nissan Trax – fuhren wir am nächsten Tag in die Elefant Sands Lodge.







Dieser Schreiseeadler stoppte die Fahrt, ein Foto musste sein. Der Baum, auf dem der Adler sitzt, steht in einem Salzsee. Da es sehr heiß war, flimmerte die Luft durch das verdunstende Wasser, man konnte den Salzgehalt regelrecht auf den Lippen schmecken.







Im Hintergrund dieses Fotos sieht man die Zelthütten der Elefant Lodge. Es sind ein paar mehr, auch einen Campingplatz gibt es hier. Das Bild ist von der Seite mit der Bar, dem Restaurantgebäude, der Rezeption und einer Bar aus aufgenommen. In der Mitte zwischen den Gebäudetrakten ist ein Pool, zirka 15 x 20 Meter groß. Tags und auch Nachts kommen ziemlich regelmäßig Elefanten hierher und sie sind völlig ohne Zaun beim Trinken und auch Baden zu beobachten. An der nahesten Stelle sind sie vielleicht 10 Meter von den Gästen entfernt.

Die Elefanten tauchen manch mal zwischen den Mopanebäumen auf, die das Camp umgeben. Dann stapfen sie zwischen den Hütten hindurch, um ans Wasser zu gelangen. Alles ganz gemächlich, eben auf Elefantenart. Nur gelegentlich gibt es ein wenig Zoff, wenn ein Bulle meint, er hätte das Vorrecht vorgelassen zu werden. Dann stehen sich fast schweigend drohend zwei gegenüber, starren sich an und irgendwann macht einer Platz. Wir haben nie beobachten können, dass es zu einem ernsthaften Kampf kommt.

Der Pool ist abends und Nachts beleuchtet, aber nicht so aggressiv wie an manchen anderen Wasserstellen. Die Scheinwerfer oder Lampen sich nicht direkt auf den See gerichtet, sondern seitlich daneben. Die Tiere werden dadurch nicht geblendet und sind auch nach wenigen dutzend Metern aus dem Blickfeld der Touristen verschwunden, wenn sie wieder im Mopanewald verschwinden.







Ooops, was ist denn hier passiert, hat Brigitte das Bild etwa überbelichtet? Nicht die Bohne, die dunkelgrauen unteren zwei Drittel des Bildes sind die Oberfläche einer Salzpfanne und darüber ist der Himmel. Er ist nicht strahlend blau, wie man von einem wolkenlosen Himmel denken könnte, sondern graublau, was auch wieder auf die verdunstende Wasseroberfläche zurück zu führen ist. Wir waren hier im Nata Bird Sanctuary, eine Schutzgebiet für Vögel. Nun sollte man meinen, dass in so eine scheinbar lebensfeindlichen Umwelt keine Tiere existieren könnten, weit gefehlt. In der Regenzeit, die leider erst im November beginnt, brüten hier tausende von Vögeln, daher natürlich auch der Name.







Und diesem vertrauten Tier war es auch zu warm, der Schäferhund suchte Abkühlung im Pool der Elefant Lodge.

Fortsetzung folgt …

Geändert von Detlef Lorenz (03.12.2017 um 15:49 Uhr)
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Alt 07.12.2017, 11:53   #16  
Detlef Lorenz
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Jetzt kommen noch einige Fotos von der gefiederten Tierwelt:






Das ist natürlich einer der allgegenwärtigen Tokos (Nashornvögel) und zwar ein Gelbschnabeltoko.








Das hier ist ein Glanzstar, mit einer von mir spendierte Rosine im Schnabel.







Und das, keine Ahnung, konnten wir bisher noch nicht rausfinden. Natürlich kein Vogel, sondern ein Insekt. Es ist etwa fast einen Mittelfinger lang, ohne den Stachel!







Hier sind im Hintergrund noch einmal die Wohnzelte mit den Solaranlagen auf den Dächern zu sehen, einige Elefanten im Pool und im Vordergrund die Terrasse.








Ein Portrait eines trinkenden Elefanten. Es ist schon faszinierend, diese Tiere zu beobachten.







Zum Abschluss grüßen noch einmal Brigitte und ich vor ihrem Zelt. Und während ich in den vergangenen Tagen die Texte zu den Fotos geschrieben habe, ist unser nächster Urlaub in Botswana so gut wie in trockenen Tüchern – wir freuen uns schon drauf!

Übrigens, wer die großen Raubkatzen, wie Löwen, Leoparden, Tiger, Geparden vermisst hat, dem kann ich sagen: „wir auch“. Im Gegensatz zum Lied „The Lion sleeps to night“ hat er wohl tagsüber geschlafen. Und da kann es passieren, dass man nur ein paar Meter an ihm vorbei fährt, ohne ihn zu bemerken, wenn er nämlich im sogenannten Löwengras schläft. Das ist das hohe, völlig vertrocknet aussehende Buschgras, dass die Löwen durch die fast identische Färbung in der Landschaft verschwinden lässt. Vielleicht beim nächsten Mal. Auch in Namibia gelang es uns erst beim zweiten Urlaub, Löwen und Geparden zu erspähen (Leoparden schon beim ersten Mal).
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Alt 07.12.2017, 23:09   #17  
HaKa
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Toll! Herzlichen Dank für diesen schönen Bericht!
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Alt 08.12.2017, 00:11   #18  
Hulk1104
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Dem schließe ich mich zu 100 % + 100 % für die tollen Bilder an
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Alt 08.12.2017, 08:18   #19  
die erste
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