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Alt 16.05.2017, 12:52   #26  
Servalan
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Großstadtrevier Staffel 28 Episode 10 (Folge 368) "Teufelsbrück"
(Studio Hamburg für Das Erste 2015), Drehbuch: Gert Steinheimer, Regie: Tom Zenker, 48 min

Diese Episode ist ein besonderer Leckerbissen für Kunstliebhaber:
  • Louis Gurlitt (1812 - 1897) war ein bedeutender Landschaftsmaler, von dem das titelgebende Gemälde stammt: "Teufelsbrück" (um 1860), hängt im Altonaer Museum in der Landschafts-Galerie.
  • Sein Urgroßenkel Rolf Nikolaus Cornelius Gurlitt (1932 - 2014) war ein Kunstsammler und -händler wie dessen Vater Hildebrand Gurlitt (1895 - 1956), der als "Hitlers Kunsthändler" berüchtigt war.
Cornelius Gurlitt erbte von seinem Vater 1.500 Kunstwerke, die er nach und nach verkaufte, wodurch er seinen Lebensunterhalt bestritt. Im September 2010 fiel der alte Herr Zollfahndern an der deutsch-schweizer Grenze auf, weil er erkleckliche Barmitteln nicht angegeben hatte. Deshalb schaltete sich die Staatsanwaltschaft Augsburg ein und ließ seine Wohnung in München-Schwabing durchsuchen. Weil viele der 1.280 gefundenen Gemälde als verschollen galten, als NS-Raubkunst, wurden sie beschlagnahmt. Der Fall beschäftigte das Feuilleton weit über die deutschen Grenzen hinaus bis ins Jahr 2015 hinein.

In der Episode heißt die Familie Heubach statt Gurlitt:
Zitat:
Hannes Krabbe liefert einen ersten Hinweis darauf, was im Haus Heubach passiert sein könnte. Gustav Heubach, der Vater von Rudolph Heubach, war eine große Nummer im Hamburger Kunstmarkt. Gerüchte, dass Gustav Heubach Raubkunst in seiner Sammlung hatte, sind niemals verstummt. Und diese Sammlung hat sein Sohn Rudolph geerbt. Als Paul dann auch noch mitbekommt, dass Olli Schwacke aufwendige Sicherheitstechnik im Haus Heubach einbaut, ist das Team endgültig alarmiert.
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Alt 16.05.2017, 15:22   #27  
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Großstadtrevier Staffel 30 Episode 2 (Folge 392) "Harrys Jubiläum"
(Letterbox Filmproduktion GmbH für Das Erste 2017), Drehbuch: Linus Foerster, Regie: Jan Růžička, 48 min

Das Kommissariat des 14. Polizeireviers der Hansestadt Hamburg wird von Frau Küppers geleitet, einer kunstsinnigen und gut vernetzten höheren Töchter, die auch mit Pfeffersäcken und Senatoren auf Augenhöhe verhandeln kann. Gewisse Ähnlichkeiten mit Sjöwall/Wahlöös Gunvald Larsson sind unvermeidlich.

Kunsthistorische sowie in diesem Fall kunstkriminalistische Bezüge:
  • Die Einheit des Landeskriminalamtes der Hansestadt Hamburg, die sich auf Kunstdiebstähle und Kunstfälschungen spezialisiert hat, spielt auf die reale Einheit des LKA Berlin um den Ermittler René Allonge an, die 2010 Wolfgang Beltracchi überführte.
  • Deutliche Parallelen finden sich zum Fall des Kunsthändlers, Kunstfälschers und Betrügers Tom Sack. Wie die Galeristin Manuela Rüther-Spahn den Künstler GY Priess entdeckt und zur Marke auf dem Kunstmarkt aufgebaut hat, so hat Sack die frei erfundene Künstlerin Cara Gano vermarktet:

Diesmal geht es um Kunstfälschung:
Zitat:
Kommissariatsleiterin Küppers schaltet sich in die Ermittlungen in Sachen Kunstfälschung ein. Durchaus beschlagen beim Thema moderner Malerei, gibt sie sich in einer Galerie als Käuferin aus, die ein Gemälde von GY Priess erwerben will. Das LKA hat den Verdacht, dass systematisch Fälschungen der Werke dieses berühmten Malers in den Markt geschleust werden.
Den Hintergrund liefern neben dem 21. Dienstjubliäum der Zivilfahnderin Hariklia „Harry“ Möller zwei weitere Fälle: im ersten geht es um eine gestohlene Kamera mit Katzenbildern für einen Blog, im zweiten um die gestohlene Gitarre der Rockgruppe "Brings".

Geändert von Servalan (21.05.2017 um 10:39 Uhr)
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Alt 19.05.2017, 16:37   #28  
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Kommissar Dupin – Bretonische Verhältnisse (filmpool fiction GmbH für ARD Degeto 2014), Drehbuch: Gernot Gricksch und Martin Ess nach dem Roman Bretonische Verhältnisse: Ein Fall für Kommissar Dupin (Kiepenheuer & Witsch 2012) von Jean-Luc Bannalec, Regie: Matthias Tiefenbacher, 88 min, FSK: 12

Kunsthistorische Bezüge:
  • Der Krimi kreist um die Frage, ob Paul Gauguin (1848 - 1903) ein zweites Original seines Gemäldes "Vision après le sermon ou la lutte de Jacob avec l'ange | Vision nach der Predigt oder Jakobs Kampf mit dem Engel" (1888/1889) angefertigt hat, das in der National Gallery of Scotland in Edinburgh hängt.
  • Dementsprechend finden viele Szenen in dem kleinen bretonischen Dorf Pont-Aven statt, denn Gauguin gehörte zur Schule von Pont-Aven. In der Vorlage wird diese Steilvorlage zum Namedropping strapaziert: Claude Monet (1840 - 1926), Vincent Van Gogh (1853 - 1890), Pablo Picasso, Henri Matisse (!869 - 1954), Robert Wylie (1839 - 1877), Émile Bernard (1868 - 1941), Charles Filiger (1863 – 1928), Henry Moret (1856 – 1913) und Louis Anquetin (1861 – 1932).
  • Zur Sprache kommt außerdem die Rivalität zwischen dem fiktiven örtlichen Kunstverein von Frédéric Beauvois’ Museum und dem Musée d'Orsay, Paris, im Streit um die fiktive Sammlung Pierre-Louis Pennec.
  • Die fiktive Kunsthistorikerin Marie Morgane Cassel aus Brest wird vom Kommissar Dupin als Sachverständige hinzugezogen.
Mittlerweile ist es ein offenes Geheimnis, daß der Kriminalroman keine Übersetzung eines französischen Originals ist, sondern vielmehr aus der Feder einer bekannten Persönlichkeit aus der Buchbranche stammt. Als Urheber gilt Jörg Bang, Programmleiter des S. Fischer Verlages.

Das Debüt der Krimireihe um den strafversetzten Commissaire Georges Dupin aus Paris, der seekrank wird und keinen Fisch mag, leidet (trotz oder wegen?) der Prominenz des Autors an exzessivem Namedropping. Dadurch kann Bannalec zwar mit seinem Bildungsbürgertum protzen, aber für gewöhnlich wären viele Passagen bei unbekannten Debütanten ersatzlos gestrichen worden.
Das Motiv der Kunstgeschichte bildet den Hintergrund für deutliche Kontraste: einerseits gibt es den skurrilen Lokalpatriotismus des Finisterre, der ein recht ausgewähltes Wissen schätzt, andererseits die kosmoplitische Weltläufigkeit des Parisers (das Konzept ähnelt Sophie Haas' Verbannung nach Hengasch in Mord mit Aussicht), der sich Experten von außen organisieren kann.

Geändert von Servalan (21.05.2017 um 10:08 Uhr)
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Alt 23.05.2017, 13:16   #29  
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Tatort (Folge 650) "Schlaflos in Weimar" (Saxonia Media Filmproduktion für MDR 2006), Drehbuch: Andreas Pflüger, Regie: Uwe Janson, 87 min

Die Kommissare Ehrlicher und Kain ermitteln eigentlich in Leipzig, die Flucht eines Häftlings führt Ehrlicher zu einer längeren Stippvisite nach Weimar.
Die Serie gilt als Spiegel bundesdeutscher Befindlichkeiten und fängt seit Jahrzehnten Zeitgeschichte ein, was im schlimmsten Fall als didaktischer Thesenfilm endet.

Vor diesem Hintergrund nimmt sich der 21. Fall von Ehrlicher und Kain fast zeitlos aus, wobei er eher spielerisch das Gelände zwischen Kunst und Kunsthandwerk, Hobby, Mode und Denkmalschutz erkundet. Ehrlicher und Kain zählten nie zu den Stars der Serie, aber bei ihrem Schlußspurt (es folgten noch drei Episoden) holten sie einiges an Terrain auf.

Ich habe lange gegrübelt, warum diese Episode gerade in diesem Jahr produziert und gesendet wurde. Denn Kulturhaupstadt war Weimar schon 1999.
Bei meiner Suche bin ich fündig geworden, denn Filme brauchen ja einen gewissen Vorlauf:
  • Am 2. September 2004 brach im Hauptgebäude der Herzogin Anna Amalia Bibliothek (HAAB) ein Brand aus. Obwohl die Anwohner mithalfen, 28.000 Bücher vor den Flammen oder dem Löschwasser zu retten, mußten 50.000 Bücher als Verlust verbucht werden. Sammler konnten gleiche Ausgaben für den HAAB-Bestand spenden. Die kostspielige Restauration machte international bis 2015 Furore. - Wenn Ehrlicher und Kain anreisen, ist der abgedeckte Dachstuhl zu sehen.
  • Die Ausstellung "Schlaflos in Weimar" von Professor Robert G. Henze findet im 2005 eingeweihten "Neubau Bibliothek und Audimax der Bauhaus-Universität Weimar" statt. Das Gebäude von meck architekten, München wurde 2006 mit dem Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau ausgezeichnet. - Als sich Ehrlicher dem Eingang nähert, setzt die Kamera Hermann Bigelmayrs 7,50 Meter hohes Kunsterk "Lehrstuhl - leerer Stuhl" ins Bild.
  • Die Folge beginnt mit dem Freigang des Häftlings ins Museum der bildenden Künste in Leipzig, das nach Entwürfen von Karl Hufnagel, Peter Pütz und Michael Rafaelian gebaut und am 4. Dezember 2004 eröffnet wurde.
Die meisten Schauplätze sind um den Park an der Ilm angeordnet, der seit 1998 auf der UNESCO-Welterbeliste steht.
Zu den weiteren Kunstwerken, die touristengerechnet inszeniert werden, gehören:
  • Reiterstandbild Herzog Carl August (1875) von Adolf von Donndorf (1835 - 1916) vor der HAAB.
  • Das Tempelherrenhaus, das 1786/87 nach einem Entwurf von Johann Friedrich Rudolf Steiner (1742 - 1804) aus einem Gartenhaus umgebaut wurde.
  • Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm.
  • Professor Henze plant die Eröffnung seines Kunstkollegs in einem denkmalgeschützten Gebäude, das teuer restauriert werden muß: Bei seiner kleinen Führung zitiert Henze dabei den MDM Location Guide der Villa Haar fast wörtlich:
    Zitat:
    Der dreigeschossige Bau wurde 1885 vom Architekten Otto Münkert entworfen und nach dem Vorbild der Villa d'Este in Tivoli im Stil der Neorennaissance gebaut. (...) Seit 1993 sind im Garten der Villa die "KünstlerGärten" angesiedelt. Ein Projekt der Bauhaus Universität Weimar im Rahmen dessen 20 langfristig angelegte Kunstwerke mit Pflanzungen von internationalen Künstlern realisiert wurden.
  • In der Praxis des Weimarer Arztes Martin Steingart, der seinen Freund Ehrlicher auf Herz und Nieren prüft, steht ein Gemälde von Neo Rauch, dem Star der "Neuen Leipziger Schule". Henze redet den Erfolg seiner Konkurrenz lieber klein: das sei "eine Riesenblase", sagt er verächtlich.

Geändert von Servalan (16.06.2017 um 14:52 Uhr)
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Alt 25.05.2017, 13:53   #30  
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Doctor Who [Neue Serie] Staffel 5 Episode 10 (Folge 70 bzw. 210) "Vincent and the Doctor | Vincent und der Doktor" (BBC 2010), Drehbuch: Richard Curtis, Regie: Jonny Campbell, 45 min

Auftritte von berühmten Persönlichkeiten aus allen Epochen der Geschichte gehören zum Stil dieser All-Age-Serie, die ursprünglich als lockerer Geschichtsunterricht für ein junges Publikum konzipiert worden war.

In dieser Hinsicht verkörpert Vincent van Gogh (1853 - 1890), zu Lebzeiten erfolglos und heute ein Superstar, den Künstler als verkanntes Genie und verkrachte Existenz schlechthin. Das lockere Spiel mit Klischees und historischen Fakten (die Comicserie Mosaik funktioniert ähnlich) erweist sich hier wieder einmal als Bildungsprogramm durch die Hintertür.

Der elfte Doktor (Matt Smith) besucht mit Amy Pond das Musée d'Orsay in Paris. Als der Van-Gogh-Experte Dr. Black den beiden gerade das Gemälde "L'Église d'Auvers-sur-Oise | Die Kirche von Anvers" (1890) erklärt, entdeckt der Doktor eine Kreatur in einem Fenster der gemalten Kirche. Kurzerhand reist der Doktor mit Amy in der Tardis nach Auvers-sur-Oise im Juni 1890.
Während gewöhnliche Menschen den Alien, den der Doktor als Krafayis identifiziert, nicht sehen können, hört van Gogh Farben. Seine synästhetische Wahrnehmung macht ihn zu einem Künstler, der seiner Zeit voraus ist und zugleich an seiner Weltsicht leidet.
Die beiden Zeitreisenden nehmen ihn in die Gegenwart mit, um ihm zu zeigen, daß er letzten Endes recht gehabt hat und als Künstler anerkannt worden ist. Denn Amy wollte ihm durch diesen Blick in seine Zukunft von seinem Selbstmord abhalten - was ihr aber nicht gelingt.

Weitere kunsthistorische Bezüge:
  • Die Szenen im Musée d'Orsay wurden im National Museum Cardiff aufgenoimmen.
  • Bei den Außenaufnahmen doubelte die kroatische Hafenstadt Trogir das provençalische Auvers-sur-Oise Ende des 19. Jahrhunderts. Ausstattung und Requisite richteten das Set so hin, dass sich weitere Anspielungen auf bekannte Van-Gogh-Gemälde im Bühnenbild finden, zum Beispiel "Terrasse du café | Caféterrasse am Abend" (1888).

Geändert von Servalan (29.05.2017 um 10:17 Uhr)
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Alt 14.06.2017, 11:07   #31  
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Die Pfefferkörner Staffel 6 Episode 9 (Folge 74) "Bildertausch" (Studio Hamburg für NDR 2009), Drehbuch: Jörg Reiter, Regie: Miko Zeuschner, 28 min
- steht in der Mediathek

Weil aus Kindern schnell Leute werden und Minderjährige nur eine gewisse Zeit vor der Kamera stehen dürfen, wechseln die Teams der Pfefferkörner spätestens nach zwei Staffeln. Die dritte Gruppe schulpflichtiger Detektive aus der Hamburger Speicherstadt in der Hafencity bestand 2009 aus Lily Theede, Karol Adamek, Yeliz Surat sowie Laurenz und Marie Krogmann.
Die Konitinuität wird zum einen durch das Hauptquartier und zum anderen durch Verwandtschaftsbeziehungen, Schulfreundschaften und Nachmietungen erhalten.

Im Stil der Bakerstreet Boys ermittelt das gemischte Team diesmal in Sachen Kunstfälschung und -diebstahl:
  • Das Corpus delicti ist eine Fälschung von Caspar David Friedrichs (1774 - 1840) Gemälde "Wiesen bei Greifswald" (um 1827). Als Blickfang wird darüber hinaus "Der Wanderer über dem Nebelmeer" (um 1818) ins Bild gesetzt.
  • Tatort des Bildertauschs ist die Hamburger Kunsthalle (1869 eröffnet), genauer: Die Sammlung 19. Jahrhundert, die vom ersten Direktor Alfred Lichtwark (1852 - 1914) seit 1886 systematisch ausgebaut wurde. Caspar David Friedrich gehört zu den Schwerpunkten der Sammlung.

Geändert von Servalan (16.06.2017 um 14:54 Uhr)
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Alt 17.06.2017, 11:38   #32  
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Bei den Verfilmungen von Henning Mankells Romanen um den Kommissar Kurt Wallander aus Ystad in Schonen wird es kompliziert: Zum einen gibt es eine stehende Figur in der zweiten Reihe, nämlich Wallanders Vater.
Zum anderen existieren drei Serien: Die schwedische SVT-Fernsehserie mit Rolf Lassgård, die BBC-Serie von und mit Kenneth Branagh sowie die internationale Koproduktion mit Krister Henriksson in der Hauptrolle.
Sämtliche Adaptionen erlauben sich teilweise erhebliche Abweichungen von den Romanvorlagen.

Im Gegensatz zu Wallanders Tochter Linda tritt Wallanders Vater Povel Wallander bzw. Karl Wallander zunächst eher sporadisch auf, was sich später ändert. Povel leidet an Alzheimer und wird zu einem Pflegefall, so daß sich Kurt Wallander notgedrungen um ihn kümmern muß.
Der fiktive Povel Wallander zeichnet als anerkannter Landschaftsmaler immer wieder das gleiche Motiv und ist zumindest in Schweden unter Kunstfreunden bekannt. In der SVT-Serie wird Karl Wallander von Keve Hjelm darsgestellt; bei der BBC spielt David Warner in fünf Episoden Povel Wallander.
Auch im deutschen Wikipedia-Artikel wird Mankell unterstellt, seine Krimis seien humorlos. Nun ja, ich erkenne in diesem Motiv eine ironische - oder sarkastische Volte - auf das Serienprinzip: Alle machen sie jedes Mal das Gleiche. Mankell schreibt den nächsten Wallander-Roman, Wallander löst den nächsten Fall, und Povel zeichnet das nächste Landschaftsbild. Wenn ich in dieser Perspektive bleibe, wird Alzheimer zu einem Hinweis auf die Vergeßlichkeit des Publikums.
Im Laufe der Serie stirbt Wallanders Vater und der Kommissar fürchtet, diese Krankheit von ihm geerbt zu haben.

Bei zwei Fällen geraten Kunstwerke in den Fokus des Interesses:
  • - Den 5:e kvinnan | Die fünfte Frau (Sveriges Television AB / Danmarks Radio / Norsk Rikskringkasting 2002), Drehbuch: Klas Abrahamsson und Birger Larsen nach dem Roman (Ordfront förlag 1996, dt. Zsolnay 1998), Regie: Birger Larsen, 240 min bzw. 224 min, FSK: 16
    - Wallander Staffel 2 Episode 3 (Folge 6) "The Fifth Woman | Die fünfte Frau" (BBC 2010), Drehbuch: Richard Cottan nach dem Roman, Regie: Aisling Walsh, 89 min, FSK: 16
    Bei einer Zeugin entdeckt Wallander ein Gemälde seines Vaters. Die Angestellte des Blumenhändlers fragt ihn, ob er mit dem Künstler Wallander verwandt sei, Daraufhin entwickelt sich ein längeres Gespräch.
  • Mankells Wallander Staffel 1 Episode 8 (Folge 8) "Fotografen | Bilderrätsel" (SF Films / ARD Degeto / TV 4 AB / Film i Skåne AB 2005), Drehbuch: Ola Saltin, Jonas Grimås und Henning Mankell nach der Novelle "Fotografens död | Der Tod des Fotografen" aus: Pyramiden | Wallanders erster Fall und andere Erzählungen (Ordfront förlag 1999, dt. Zsolnay 2002 bzw. dtv Großdruck 2005), Regie: Jonas Grimås, 89 min, FSK: 12
    In der Vorlage heißt der ermordete Fotograf Simon Lamberg, in der Verfilmung ist Robert Thuresson ein legendärer Kriegsfotograf, der sich als Nachfolger von Robert Capa (1913 - 1954) sieht.
    Als Vorbilder dieser fiktiven Figur kommen zwei Kriegsfotografen in Betracht: Ein internationales Publikum wird in ihm wahrscheinlich zuerst eine Karikatur von James Nachtwey (Jahrgang 1948) erkennen, der ebenso berühmt wie umstritten ist. Hinzu kommt der Umstand, daß Nachtwey wenige Jahre vorher vom Produzenten und Regisseur Christian Frei in War Photographer (Schweiz 2001, 96 min, FSK: 16) filmisch porträtiert wurde.
    Es gibt ein schwedisches Vorbild, nämlich Kent Klich (Jahrgang 1952), der an der Universität Göteborg zunächst Psychologie studierte. Zwischen 1998 und 2002 fotografierte er Reportagen für die renommierte Agentur Magnum.

Geändert von Servalan (18.06.2017 um 14:16 Uhr)
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