Sammlerforen.net     
 
  www.williams-marvels.de  

Zurück   Sammlerforen.net > Öffentliche Foren > Sammelgebiete > Comics > Magazine > NUFF! - Forum

Neues Thema erstellen Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 14.05.2017, 10:57   #3701  
michidiers
Mitglied
 
Benutzerbild von michidiers
 
Ort: Oldenburg
Beiträge: 2.169
Zitat:
Zitat von Eymen Beitrag anzeigen
Klassisches Material auf glänzendem Papier und in neuer Farbgebung zu lesen, gelingt mir einfach nicht.
Vor ein paar Monaten habe ich z.B. verzweifelt versucht, mich durch "Thor und der lebende Planet" (http://www.comicguide.de/index.php/c...=short&id=6112)
zu arbeiten. Das war unmöglich.
Ja, auch ich muss gestehen, dass es einfach mehr Spaß macht, ein Original - statt eines Neudrucks - zu lesen, z.B.:


Die Fantastischen Vier (Williams) 59



Erscheinungstermin: 1976/05

Originalausgabe:
1) Fantastic Four (I) #63
2) Daredevil (I) #21

Story-Titel:
1) Blastaar, die lebende Bombe !
2) Falle springt auf 3/3: ?

Original-Storytitel:
1) Blastaar, the living bomb-burst!
2) The trap is sprung

Zeichnungen:
1) Jack Kirby
2) Gene Colan

Text:
1) Stan Lee
2) Stan Lee

Inhalt:
1) Blastaar, sowie der mit ihm gemeinsame Sache machende Sandman zeichnen sich nicht nur durch Großmäuligkeit, sondern auch durch enorme Kräfte aus. Das bekommen die FV und die ihnen zur Hilfe geeilten Inhumas zu spüren. Glücklicherweise können Ding mit seiner Kraft und Reed mit einem von ihn konstruierten „Kurzschlusshelm“, den er Blastaar auf den Kopf setzt, schlimmeres verhindern.
2) Ein paar abschließenden Aufwärtshaken gegen das Kinn der Eule ermöglichen er dem Dämon und Richter Lewis, von der Gefängnisinsel zu fliehen.

Bemerkungen:
Eine sehr kampf- und actionbetonte Ausgabe, die nur wenig Handlung und Soap zu bieten hat. Dafür entschädigt aber wieder einmal das atemberaubende Artwork:



Prahlhans Blastaar vergreift sich sogar an der schönen Crystal, die sich allerdings als weitaus wehrhafter erweist, als von ihm erhofft:



Auch erschienen in:
1) Hit Comics #49
2) Erstveröffentlichung
michidiers ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2017, 11:39   #3702  
jakubkurtzberg
Moderator NUFF!
 
Benutzerbild von jakubkurtzberg
 
Ort: im Norden
Beiträge: 10.337
Zitat:
Zitat von Eymen Beitrag anzeigen
Klassisches Material auf glänzendem Papier und in neuer Farbgebung zu lesen, gelingt mir einfach nicht.
Vor ein paar Monaten habe ich z.B. verzweifelt versucht, mich durch "Thor und der lebende Planet" (http://www.comicguide.de/index.php/c...=short&id=6112)
zu arbeiten. Das war unmöglich.
Die (teure) Panini-Version stinkt bei diesem Band aber auch gewaltig ab gegen die Williams-Spinnen in besseren Farben und mit Handlettering. Zudem ist das lebende Planeten-Papier bei Panini recht stumpf, wenn ich's recht in Erinnerung habe. Das Hardcover-Teil war seinerzeit definitiv kein value for money.
jakubkurtzberg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2017, 12:57   #3703  
Peter L. Opmann
Mitglied
 
Benutzerbild von Peter L. Opmann
 
Ort: Bayern
Beiträge: 1.770
Ein paar kurze Bemerkungen zu FV # 59:

Was ist die besondere Stärke von Blastaar? Aus seinen Fingerspitzen kann er Energie entsenden, genauer gesagt: im Körper aufgebauten Explosionsdruck, wie Reed Richards in diesem Heft erläutert. Eigentlich keine große Sache, zur Zeit des Erscheinens dieser Ausgabe aber offenbar doch noch recht unüblich im Superheldengewerbe. Um es gleich vorweg zu sagen: Der von Affen inspirierte Blastaar (er erinnert frappierend an die Gorillas in „Planet der Affen“, die erst etwas später kamen) reicht mit seinem Vernichtungspotential und seiner Seltsamkeit an Galactus bei weitem nicht heran, aber es ist doch eine actionreiche, unterhaltsame Ausgabe geworden.

Den Konflikt zwischen Blastaar und seinem Zufalls-Komplizen Sandmann lassen sich Lee und Kirby ein wenig entgehen. Die beiden belauern sich phasenweise gegenseitig, aber Sandmann konzentriert sich dann auf einen Zweikampf mit Ding und läßt sich am Ende, als er den Sieg nicht mehr erringen zu können glaubt, als Sandhaufen von der Meeresströmung davontragen. Blastaar dagegen zweifelt keine Sekunde daran, daß er es mit allen Superhelden auf der Erde leicht allein aufnehmen kann, und wird schließlich wieder mal von einer eilig aus der Schublade gekramten Maschine von Reed bezwungen. Diesmal trägt sie keinen bescheuerten pseudowissenschaftlichen Namen, sondern wird einfach als „Helm“ bezeichnet. Damit kann der Explosionsdruck seinem Körper nicht mehr entweichen, und Blastaar wird zu einem gewöhnlichen Schwächling.

Die Macher dieser Ausgabe verwenden einige bewährte Zutaten, um die Episode spannend und gut lesbar zu gestalten: Der Schurke (Blastaar) tritt nicht einfach auf, sondern macht sich zunächst am Dach des Baxter Buildings zu schaffen. Die FV fragen sich daher: Wer will uns angreifen? Wie können wir uns verteidigen? Der Leser, der die vorherige Ausgabe kennt, hat einen gewissen Informationsvorsprung, was dem Suspense keinen Abbruch tut.

Wohl um die Sache etwas zu variieren, erklärt sich der Nichtmensch Triton als erster bereit, dem unbekannten Gegner gegenüberzutreten, und wird ausgeknockt. Als nächster beschäftigt sich Johnny, die Fackel, unterstützt von seiner Freundin Crystal, mit Blastaar, und dann verläßt endlich Ding das Haus. Seine Sprüche sind wieder mal sehr vergnüglich, besonders: „Stan… Hartmut… können wir nicht einmal… einmal nur gegen einen Kerl kämpfen, der keine Sprüche macht?“ (Mit Hartmut ist Übersetzer Hartmut Huff gemeint.) Ding muß sich aber keine Sorgen machen: Die coolsten Sottisen kommen nach wie vor von ihm selbst. Reed und Sue beschränken sich derweil darauf, das Geschehen am Monitor zu verfolgen, und dabei fällt Reed der Helm ein. Allen Ernstes beginnt er, in einem Wandschrank nach dem Gerät zu suchen.

Das Getümmel, an dem sich zunächst auch Sandmann noch beteiligt, geht weiter – zu Lande und zu Wasser (das Baxter Building befindet sich offenbar nahe am Hudson oder East River) – und wogt hin und her. Da taucht Reed mit dem goldfarbenen Helm auf. Er braucht freilich zwei Anläufe (nach dem Prinzip von „Wer hängt der Katze die Schelle um?“), sie Blastaar über die graue Mähne zu stülpen. Die Wirkung setzt sofort ein. Reed kann ihn so mühelos k.o. schlagen, wie man einem kleinen Kind den Lutscher wegnimmt. Ein Cliffhanger entfällt – es wird nur der „böse Wächter“ angekündigt.

Diesen Dreiteiler würde ich nicht zu den großen FV-Klassikern zählen. Blastaar ist keine besonders originelle Schöpfung; seine Gefährlichkeit wird auch nur behauptet – ebensogut könnte er ein aufgeblasener Popanz sein; die Idee des Team-ups mit dem Sandmann wird eher verschenkt; der ganze Konflikt läuft nach meinem Geschmack zu sehr nach Schema F ab; und wieder nimmt Lee eine Quatsch-Maschine zu Hilfe, um den Bösen zur Strecke zu bringen. Für mich sind diese drei Ausgaben guter Durchschnitt, nicht enttäuschend, aber auch nicht so gut, wie die FV davor schon waren. Die Zeichnungen zeigen Jack Kirby und Joe Sinnott dagegen schon nahe am Zenit ihrer Schaffenskraft.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2017, 18:55   #3704  
michidiers
Mitglied
 
Benutzerbild von michidiers
 
Ort: Oldenburg
Beiträge: 2.169
Sammlung der Superhelden Mai 2017

Mit den Ausgaben 8 und 9 beliefert Hachette seine Kunden noch immer mit Superhelden, die aufgrund ihrer Auftritte in Hollywood-Blockbustern auch über den kleinen Kreis der Marvel-Comicleser hinaus einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzen. Ob es wohl angebracht ist, schon gleich zu Anfang das ganze bekannte Pulver an bekannten Marvelhelden zu verschießen? Ich wage es zu bezweifeln.

AUSGABE 8: X-Men



Inhalt: X-Men Season One, sowie Marvel Graphic Novel 5 Gott liebt, Menschen töten

Zitat:
Die X-Men. Ein Team aus jungen Mutanten, die sich durch ihre besonderen Kräfte von gewöhnlichen Menschen unterscheiden. Geführt von Professor Charles Xavier beschützen sich andere Mutanten vor Gefahr und halten jene auf, die ihre Kräfte für das Böse gebrauchen.
Reisen Sie mit uns zurück in die Anfangszeit der X-Men. Die ungewöhnlichen Jugendlichen verschmelzen zu einem verschworenen Tam, das gegen Feinde wie Magneto oder die Sentinels kämpft. Im legendären Abenteuer Gott liebt, Menschen töten ist es der Pfarrer William Stryker, der den Homo superior angreift – und nicht jeder wird überleben.
Besonders die Geschichte „Gott liebt, Menschen töten“ konnte mich – obwohl bereits schon einmal gelesen – gleich von Beginn an packen. Gute Zeichnungen und Texte, sowie eine spannende Geschichte. Wenig begeistert war ich von Season One. Hier wäre nach meiner Meinung auch der Abdruck von „First Class“ angebrachter gewesen, da m. E. weitaus besser.

und

AUSGABE 9: Hawkeye

Inhalt: Tales of suspense 57, Avengers 16, Hawkeye (Vol. 1) 1-4



Zitat:
Hawkeye ist der beste Bogenschütze der Welt. Obwohl er nur über denkbar einfache Waffen verfügt, hat er gegen die stärksten Wesen des Universums gekämpft. Clint Bartons Weg zum Heldentum war alles andere als einfach, doch seine Taten sind längst legendär. Dieser Band enthält alles, was Sie über den Avenger Hawkeye wissen müssen: Zwei klassische Abenteuer sowie seine erste, hochgelobte Miniserie, geschrieben und gezeichnet von einzigartigen Mark Gruenwald.
Ich glaube nicht, dass man bei der Entscheidung – ähnlich wie beim obigen X-Men Band - über den Inhalt gut beraten war. Hawkeye (Vol. 1) 1-4 ist zwar ganz okay, mehr aber nicht. Sicher wäre es – auch in Anbetracht der beiden bereits enthaltenen klassischen Storys - angebrachter gewesen, auch etwas moderneres, z.B. eine Geschichte aus dem gefeierten Hawkeye Megaband von Matt Fraction unterzubringen.
Hawkeye (Vol. 1) 1-4 war mir übrigens nicht ganz unbekannt, hatte ich sie doch einst im Condor Spinne Magazin 174-177 gelesen, wo sie als Zweitgeschichte zum Abdruck kam.
michidiers ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2017, 11:23   #3705  
michidiers
Mitglied
 
Benutzerbild von michidiers
 
Ort: Oldenburg
Beiträge: 2.169
Die Fantastischen Vier (Williams) 60



Erscheinungstermin: 1976/06

Originalausgabe:
1) Fantastic Four (I) #64
2) Daredevil (I) #22

Story-Titel:
1) Der wüste Wächter !
2) Tri-Mann lebt! 1/3: ?

Original-Storytitel:
1) The Sentry sinister!
2) The Tri-Man lives!

Zeichnungen:
1) Jack Kirby
2) Gene Colan

Text:
1) Stan Lee
2) Stan Lee

Inhalt:
1) „Computer sind doof!“ wusste anno 1982 die NDW-Gruppe Spliff schon zu singen. Untermauert wird diese gewagte These ausgerechnet von einem Wachrobot der Kree. Der sollte eigentlich auf einer Pazifikinsel seit Jahrtausenden gelagertes Kree-Inventar bewachen, greift aber die dort zufällig auf Erholungsurlaub weilenden FV an. Der sich darauf entwickelnde Kampf lässt schließlich das gesamte Eiland untergehen. Unsere Freunde nebst zwei Forschern können sich in letzter Sekunde retten, während der Roboter – dumm, wie er nun einmal ist – sinniert: „Aber ich bleibe auf meinem Posten – wie es sich für einen Wächter ziemt … bis ans … Ende!"
2) Der Maskierte Marodeur und Gladiator entwickeln einen genialen Plan: sie erhoffen sich durch eine erfolgreiche Gefangennahme des Dämons eine Zusammenarbeit mit der europäischen Maggia. Ob unser roter Teufel da wohl mitspielt?

Bemerkungen:
Der Wachbot hat übrigens die Bezeichnung Wächter 459 (Sentry 459):



Obwohl die Kree vor gut 80.000 Jahren mehrere hunderttausend Exemplare von diesen Robotern herstellten, bekamen nur drei die Ehre eines Auftritts in Marvelheften: Sentry 459, Sentry 213 und Sentry 9168. Unser Freund 459 findet sich z.B. auch in dieser Geschichte:



Auch erschienen in:
1) Hit Comics #53
2) Erstveröffentlichung
michidiers ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2017, 14:35   #3706  
Peter L. Opmann
Mitglied
 
Benutzerbild von Peter L. Opmann
 
Ort: Bayern
Beiträge: 1.770
Ich glaube, Sentry sollte so 'ne Art Cyborg sein - aber Stan Lee fehlte das Wissen, das richtig ausdrücken zu können.

Mit dieser Ausgabe könnten wir wieder ganz nahe am DC-Vorbild „Challengers of the Unknown“ dran sein, der Serie, die Jack Kirby Ende der 50er Jahre zeichnete: Wissenschaftler stoßen auf Spuren einer rätselhaften, uralten Zivilisation und finden heraus, daß sie von außerirdischen Besuchern stammen. Wodurch sich die Story aber vermutlich von den „Challengers“ unterscheidet: Die FV kommen nur zufällig ins Spiel, weil sie auf just jener Insel, die den Außerirdischen als Basis diente, Urlaub machen wollen. Und ich glaube auch nicht, daß es bei den „Challengers“ eine Figur wie den Wächter gab, der sich mit den FV eine Riesenklopperei liefert.

Stan Lee startet eine neue Fortsetzungsstory, aber er erzählt erstmals zwei in sich abgeschlossene Episoden. Nächste Ausgabe kommt der Ankläger Ronan, der genau dieser frühzeitlichen außerirdischen Zivilisation abstammt. Beide Teile gehören eng zusammen, aber man kann sie problemlos einzeln lesen. Es entfällt damit allerdings der Cliffhanger, der Anreiz, das nächste Heft zu kaufen, weil man wissen will, wie es ausgeht.

Zu Beginn verweist Lee nochmal kurz auf das zurückliegende Abenteuer – scheint mir eine Spezialität von Marvel zu sein, dem Leser sozusagen ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn er die vorige Ausgabe verpasst hat. Die FV verschließen den Zugang zur Negativzone, aus der ihr letzter Gegner Blastaar kam. Dann wird zu den Forschern übergeblendet, die als erste die Hinterlassenschaften der Kree sehen, der erwähnten außerirdischen Rasse. Und sie wecken versehentlich den Wächter auf. Ding schleudert derweil in New York mit verbundenen Augen einen Dartpfeil auf eine Weltkarte, seine Art, den Urlaubsort auszusuchen, und trifft genau den Punkt, wo sich das Drama mit dem Wächter gerade abspielt.

Johnny, Crystal und Triton bleiben zurück; die drei restlichen Teammitglieder besteigen das Pogoplane („Pogo“ verweist offenbar darauf, daß es sich um ein raketenartiges Heckstarter-Flugzeug handelt). Als sie sich der einsamen Pazifikinsel nähern, geraten sie in ein „Vibrationsfeld“, und gleich darauf pflückt sie der schätzungsweise zehn Meter große Wächter aus der Luft. Der Wächter ist überrascht, daß er auf mächtigere Menschen gestoßen ist, als er das von früher kennt. Ding zerstört mit einem beherzten Schlag die Instrumente in der Brust des Wächters, der eine Mischung aus Maschine und Mensch zu sein scheint. Trotzdem ist er noch kampfbereit. – Vielleicht hat Jack Kirby beim Kreieren dieses Wesens an den altbekannten Golem gedacht.

Die FV haben einen schweren Stand gegen den Wächter. Die Fackel wird daher alarmiert und eilt zu Hilfe. Am Ende wird die gesamte Kree-Basis unter der Inseloberfläche zerstört. Die FV finden noch die Wissenschaftler, die dort gefangen waren. Schoßhund teleportiert die ganze Gruppe zurück nach New York, was bedeutet: das Pogoplane geht verloren. Der Wächter bleibt auf der untergehenden Insel auf seinem Posten und sendet einen letzten Bericht an seine Erbauer.

Ich denke, die Geschichte wäre folgerichtiger gewesen, wenn man sie aus der Perspektive der Wissenschaftler erzählt hätte. Wie kann man die FV ins Spiel bringen? Da fiel Lee und Kirby anscheinend nur ein, den Zufall zu bemühen. Aber bei genauerer Betrachtung kommen noch andere logische Brüche in den Blick: Die Kree-Station ist, wie man hört, seit Jahrmillionen verlassen; die Außerirdischen sind nie zurückgekehrt (bisher jedenfalls). Wozu aber brauchen sie dann einen Wächter?

Und man muß auch sagen: Warum greift der die FV sofort an, die doch nur auf der Insel Urlaub machen wollten und vielleicht von der unterirdischen Basis gar nichts bemerkt hätten? Die Wissenschaftler, die sie schon vorher entdeckt hatten, wurden festgesetzt und hatten wohl keine Möglichkeit, sich bemerkbar zu machen. So gesehen, wäre ja aus Sicht des Wächters alles in Ordnung gewesen. Der Leser weiß aber: Es muß zum Kampf kommen, und so sieht man – jedenfalls als Jugendlicher – über alle Widersprüche hinweg. Angekündigt wird übrigens nicht der Ankläger Ronan, sondern „Alicias Geheimnis“, ein Plot, der erst in der übernächsten Ausgabe zum Tragen kommt. Vielleicht wurde die Ronan-Story in USA noch kurzfristig eingeschoben.

Jack Kirby findet eine erstaunliche Balance in seiner optischen Umsetzung des Spektakels. Es gibt ein ganzseitiges Panel. Ansonsten erzählt er üblicherweise mit vier bis fünf Panels pro Seite, also insgesamt mit recht großen Bildern, die Action und Spannung gut zur Wirkung bringen. Das sieht gut geplant und routiniert aus. Joe Sinnott inkt mit bemerkenswerter Präzision. Visuell ist die Ausgabe also mal wieder ein großer Genuß. Das Cover, das den Wächter und Reed, Sue und Ding einander gegenüberstellt, ist ebenfalls ziemlich gut gelungen, allerdings kein Geniestreich.

Anzumerken bleibt noch: Diese Ausgabe ist ein plakatives Beispiel für die Probleme, die Williams typischerweise mit der Continuity hatte. Was daran lag, daß die meisten Serien gleichzeitig gestartet wurden, während sie in USA einen zeitlichen Abstand aufwiesen. Der Wächter hat hier seine Origin-Story, Williams-Leser kannten ihn jedoch schon längst aus frühen „Rächer“-Heften. Dort trat er in der Zweit-Serie „Captain Marvel“ auf, die in USA erst lange nach den FV losging und dann auf sie aufbaute. Für den deutschen Leser bedeutete das: Er lernte in „Captain Marvel“ eine etwas rätselhafte Figur kennen, und etliche Monate darauf bekam er in FV erst die Hintergründe geliefert. Später tauchte der Wächter - wie Michi Diers gezeigt hat - dann nochmal in "Die Rächer" auf. Manchmal ging die Continuity auch gar nicht weiter, da Williams ja nur einen Teil der US-Serien veröffentlichte.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 15:33   #3707  
jakubkurtzberg
Moderator NUFF!
 
Benutzerbild von jakubkurtzberg
 
Ort: im Norden
Beiträge: 10.337
Nachdem ich am Wochenende ein Paket alte FV bekommen habe, muss ich sagen, dass die Erinnerung dann meist doch besser ist, als das was man in Händen hält. Klar, ist Williams Kult und Übersetzung und Lettering sind mit Christa Manner im Inhalt und Marlies Gerson auf den Covern ungeschlagen! Was aber echt heftig ist, ist die Vergrößerung der Sprechblasen bevor diese Ära der beiden Damen losging. Da wurde mMn oft zu viel vom Artwork verdeckt, auch im momentan besprochenen FV-Nummernbereich. Schön wäre ein Mittelmaß zwischen den Panini-/Hachette-Sachen (wo fast nichts oder maximal die Hälfte in den Sprechblasen steht und Williams mit der wortgetreuen, sinngemäßen Übersetzung).
jakubkurtzberg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt Gestern, 16:26   #3708  
Peter L. Opmann
Mitglied
 
Benutzerbild von Peter L. Opmann
 
Ort: Bayern
Beiträge: 1.770
Den gleichen Eindruck habe ich auch in inhaltlicher Hinsicht: Nicht so toll, wie ich das in Erinnerung hatte.

Aber ich denke, die Serie hat sich entwickelt. Stan Lee scheint ein Rezept nach dem anderen ausprobiert zu haben. Manches hat sich bewährt: Die Furchtbaren Vier eigneten sich gut als Gegner, Galactus und Silver Surfer waren ein richtiger Glücksgriff, mit Doctor Doom ließ sich einiges anfangen. Anderes hat nicht so funktioniert.

Ich müßte auch mal die FV als Familienmodell näher unter die Lupe nehmen. Da tut sich ja einiges, obwohl das Privatleben der Helden nicht immer viel Raum einnimmt. Hochzeit von Reed und Sue, Johnny geht studieren, treibt sich dann aber eher mit Wyatt Wingfoot herum. Er baut eine Beziehung zu Crystal von den Nichtmenschen auf. Und jetzt wird gerade die Freundin von Ding, Alicia Masters, genauer in den Blick genommen. Ich habe noch nicht so viel darüber nachgedacht, was für eine Botschaft das alles beinhaltet. Das Familienmodell kenne ich jedenfalls von keiner anderen Marvelserie (auch X-Men nicht).

Richtig gelesen habe ich FV erst ab # 71 (viele Ausgaben davor habe ich erst viel später nachgekauft). Ich denke, zu dieser Zeit hat sich sowohl bei den Storys als auch grafisch eine Routine entwickelt, die die Serie dann einige Zeit lang auf gleichbleibend hohem Niveau hielt. Aber ich bin mit Wiederlesen ja noch nicht soweit. Bin mal gespannt.
Peter L. Opmann ist offline   Mit Zitat antworten
Neues Thema erstellen Antwort

Zurück   Sammlerforen.net > Öffentliche Foren > Sammelgebiete > Comics > Magazine > NUFF! - Forum

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 16:47 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
Copyright: www.sammlerforen.net

Das Sammler-Netzwerk: Der Sammler - Sammlerforen
Das Comic Guide-Netzwerk: Deutscher Comic Guide - Comic Guide NET - Comic-Marktplatz