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Alt 07.10.2017, 18:30   #51  
Servalan
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Die Kanzlei Staffel 1 Episode 8 (Folge 8) "Der nächste Zug" (Deutschland, Letterbox Filmproduktion GmbH für Das Erste 2015), Drehbuch. Thorsten Näter, Regie: Stephan Rick, 48 min, FSK: 6

Die Kanzlei ist keine eigenständige Serie, sondern eine direkte Fortsetzung von Der Dicke um den Hamburger Anwalt Gregor Ehrenberg, der in der Tradition seines Berliner Kollegen Robert Liebling kleine Leute in Strafsachen berät, auch wenn sich das nicht rechnet.
Wäre Hauptdarsteller Dieter Pfaff (geb. 1947) nicht am 3. März 2013 seinem Lungenkrebs erlegen, wäre das die 5. Staffel geworden - und die 8. Episode dann die 60. Folge der Serie.
Creator und Headwriter Thorsten Näter spinnt die ersten sechs Folgen der Nachfolgeserie um das merkwürdige Verhalten des abwsenden Gregor Ehrenberg herum. Die Episoden 5 und 6 mit der Todesnachricht und Ehrenbergs Begräbnis bilden insofern den Staffettenwechsel zum neuen Team mit den Rechtsanwälten Isabel von Brede und Markus Geffert. Yasmin Meckel, geborene Ülküm, Gudrun Wohlers und Hund Teddy sorgen für Kontinuität.

Der anerkannte Maler Lutz Siebholz hat Selbstmord begangen, indem er vor einen fahrenden Zug gelaufen ist. Zugführer Lutz Markwart hat seitdem ein Trauma und ist arbeitsunfähig geschrieben. Die Witwe Michaela Siebholz will jedoch den Suizid nicht wahrhaben und hat die Bahn verklagt. Ihr Mann wäre auf die Gleise geraten, weil kein Warnschild vorhanden gewesen sei, behauptet sie. Frau Markwart trifft sich mit Isabel von Brede, weil sie die Wtwe verklagen möchte.

Geändert von Servalan (09.10.2017 um 14:00 Uhr)
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Alt 19.10.2017, 16:41   #52  
Servalan
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Ich und Kaminski (Deutschland 2015, ED Productions Sprl, Potemkino, Velvet Films und X Filme Creative Pool), Drehbuch: Thomas Wendrich, Wolfgang Becker und Achim von Borries nach dem gleichnamigen Roman von Daniel Kehlmann (Suhrkamp 2003) , Regie: Wolfgang Becker, 124 min, FSK: 6

Danel Kehlmann weiß, wovon er schreibt, denn er stammt aus einer Künstlerfamilie: Seine Mutter Dagmar Mettler ist Schauspielerin, sein Vater Michael Kehlmann Regisseur und dessen Vater (also Kehlmanns Großvater väterlicherseits) war der expressionistische Schriftsteller Eduard Kehlmann (1882 - 1955).
Während Kehlmann seine überhebliche Hauptfigur gnadenlos scheitern läßt, gelang ihm mit diesem Roman, seinem fünften Werk und seinem dritten Roman, der Durchbruch. Mit seinem Nachfolger, Die Vermessung der Welt. Roman (Rowohlt Verlag 2005) über die deutschen Geistesgrößen Carl Friedrich Gauß (1777 – 1855) und Alexander von Humboldt (1769 – 1859), etablierte er sich als internationaler Bestsellerautor.

Der Regisseur und Co-.Drehbuchautor Wolfgang Becker gehört zu den Köpfen der 1994 gegründeten Filmproduktionsgesellschaft X Filme Creative Pool. Becker selbst lockte das Publikum mit seinen Erfolgen Das Leben ist eine Baustelle (1997) nicht nur auf die Berlinale und mit Good Bye, Lenin! (2003) ins Kino. Das Unternehmen von den Regisseuren Tom Tykwer, Dani Levy und Wolfgang Becker sowie dem Produzenten Stefan Arndt wurde zum Synonym für ein junges, deutsches Kino mit spannenden Geschichten aus dem Alltag.
Eine internationale Resonanz gelang X Filme mit Tom Tykwers Lola rennt (1998), der die Kritik begeisterte und 22,9 Millionen Dollar weltweit einspielte. Angeregt vom Schmetterlingseffekt der Chaostheorie wird Lolas verzweifeltes Rennen gegen die Zeit fünfmal mit kleinen Variationen durchgespielt. Jeder neue Lauf beginnt mit einer Trickfilmsequenz (Studio Film Bilder von Thomas Meyer-Hermann und Gil Alkabetz), damals ein außergewöhnliches visuelles Konzept.

Becker nutzt diese Erfahrungen und setzt Animation ziemlich souverän ein, so daß der Realfilm teilweise bruchlos in Animationssequenzen übergeht. Ergänzt wird das Konzept durch einen ironischen Point-of-View: Wenn der eitle Sebastian Zöllner sich mal wieder aufregt und am liebsten jemanden umbringen möchte, dann sehen wir das - erst dann geht der Film mit den realen Gegebenheiten weiter.
Damit die Fiktion über (den ausgedachten) Maler Manuel Kaminski glaubwürdig wirkt, bringen (Kehlmann und) Becker zunächst anerkannte Größen der internationalen Kunstgeschichte ins Spiel: Pablo Picasso, Henri Matisse und Claes Oldenburg. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr steht Kaminski im Mittelpunkt, dessen fiktives Umfeld eine eigene Dynamik gewinnt.
Obwohl die Verfilmung kleine Längen hat (die Road-Movie-Sequenz), bietet er optisch Leckereien auf (die Angelsachsen nennen das eye-candy), die den Film zu einem Genuß machen.

Nach dieser Satire besteht der gesamte Kunstbetrieb aus zynischen Spitzen, Sottisen und Aperçus, die ein Eigenleben gewinnen. Denn jeder manipuliert jeden anderen und versucht, den größten Vorteil für sich selbst herauszuschlagen.
Bei Kaminskis erster großer Ausstellung im Big Apple mokiert sich Kollege Claes Oldenburg über den "Blind Painter", weshalb sich dieser spöttische Zusatz über Nacht zu Kaminski Markenzeichen entwickelt. Wenn der nun im Alter wirklich erblindet, ist das ein sarkastischer Witz der Kunstgeschichte.

Geändert von Servalan (20.10.2017 um 20:56 Uhr)
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Alt 19.10.2017, 20:13   #53  
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Taxi (Deutschland 2015, B&T Film mit Zinnober Film, Schubert International Filmproduktion, cine plus Filmproduktion und Apollomedia in Zusammenarbeit mit Arte und WDR, gefördert von Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH), Film- und Medienstiftung NRW, Nordmedia, Deutscher Filmförderfond (DFFF), der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sowie Filmförderungsanstalt (FFA)), Drehbuch: Karen Duve nach ihrem gleichnamigen Roman (Eichborn 2008), Regie: Kerstin Ahlrichs, 94 min, FSK: 6

Karen Duve hat sich mittlerweile im Literaturbetrieb etabliert. Dabei reicht ihr Spektrum von Romanen und Kurzgeschichten über Kinderbücher bis zu Essays, Kurzgeschichten und Beiträgen für Anthologien.
Szenisches Schreiben scheint ihr eher weniger zu liegen, denn für Film und Theater oder die Audioversion im Hörspiel oder Feature findet sich bei ihr kaum etwas. Das Drehbuch zu ihrer Romanverfilmung Taxi ist bis heute bezeichnenderweise ohne Folgen geblieben.

Was sich auf Papier gut lesen läßt, muß auf der Leinwand noch lange nicht funktionieren: Die Kombination aus einem Dreiecksmelodram und episodischen Geschichten aus dem Alltag (hier zu nächtlichen Zeiten) hängt auf der Leinwand ein wenig durch.
Angeregt wurde Karen Duve ihre eigenen Erfahrungen als weibliche Taxifahrerin (diese Tatsache wird im Roman und im Film betont), die Hamburg bei Nacht erlebt.
Mit dem Game of Thrones-Idol Peter Dinklage findet sich ein internationaler Star unter den Hauptrollen.

Das Plaudern aus dem eigenen Nähkästchen wirkt jedoch nicht glaubwürdig, denn schon der Vorspann erinnert mich unwillkürlich an eine klassische US-Serie, die auch im ZDF lief: Die Sitcom Taxi (ABC und NBC 1978-1983, 5 Staffeln mit 114 Episoden) heimste damals 18 Emmy Awards ein.
Denn in beiden heißt die Hauptfigur Alex: Bei der Sunshine Cab Company in Manhattan steuert der männliche Alex Reiger durch den Verkahr, bei Duve chauffiert die weibliche Alexandra Herwig ihre Gäste durch die Metropole. Auch der persische Besitzer des Taxiunternehmens, Mergolan, kann gewisse Ähnlichkeiten mit dem Besitzer des Unternehmens, dem cholerischen Louie De Palma, nicht verleugnen.
Skurrile Figuren geben in jeder Folge ihr Gastspiel. Außerdem spielen sowohl die US-Serie als auch der deutsche Film in den 1980ern, die Fernsehserie am Anfang der Dekade, die Verfilmung gegen Ende des Jahrzehnts.

Zu ihren Kollegen bei Mergolan gehört Dietrich, den ihre ausschlißlich männlichen Kollegen für etwas Besonderes halten. Dietrich verschafft Alex eine Wohnung und erlaubt es Alex so, sich vom spießigen Elternhaus abzunabeln. Und die liegt zufälligerweise direkt unter Dietrichs Bude, der sich in Gemälden selbstverwirklicht, aber den richtigen Durchbruch noch nicht geschafft hat. In ihrer Freizeit steht Alex dem Künstler Dietrich Modell.

Geändert von Servalan (22.10.2017 um 18:55 Uhr)
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Alt 27.10.2017, 16:20   #54  
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Tatort (Folge 471) "Totenmesse" (Deutschland 2001, Mitteldeutscher Rundfunk MDR für Das Erste), Drehbuch: Andreas Pflüger und Pim Richter, Regie: Thomas Freundner, 88 min, FSK. 12

Nach 21 Fällen in Dresden ist dies der fünfte Fall für die Kommissare Ehrlicher und Kain in Leipzig. Während die Kommissare erst in der Schlußphase an Beliebtheit, aber ansonsten zum guten Mittelfeld zählten, erhielt dieser Fall aus dem Bereich der Wirtschaftskriminalität erstaunlich positive Kritiken.

Der Schauplatz der Episode findet sich in der Alten Messe Leipzig, die ziemlich heruntergekommen ist und nach einem Konzept generalüberholt werden soll. Der Kreis der Verdächtigen rekrutiert sich deswegen zum einen aus den Managern eines millionenschweren Investitionskonzerns sowie der Architektenszene im engeren Sinne und der kreativen Szene im weiteren Sinne.
Bruno Ehrlicher hängt dabei sentimentalen Erinnerungen nach, als die Leipziger Messe noch das internationale Aushängeschild der Deutschen Demokratischen Republik war.

Die Urban Invest AG hat einen internationalen Architekturwettbewerb für die Leipziger Messe ausgeschrieben, die für 800 Millionen Euro saniert werden soll.
Der in Leipzig ansässige Architekt Martin Frings mit seinem Büro rechnet sich als obligatorischer "Quotensachse" bloß geringe Chancen aus. Außerdem ist er von den nie zufriedenen Managern Hagen Peukert und Caspar Freyberg genervt, die immer neue Wünsche anbringen. Deswegen muß er die teuren Modelle der Bauten ständig umbauen.
Weiteren Ärger verursacht ihm die Steuerfahndung.
Der Sieg des Wettbewerbs bringt dem Gewinner eine Prämie von neun Prozent der Bausumme. Kain sieht in 70 Millionen Euro (mathematisch sind das sogar 72 Millionen) ein Motiv, das für einen Mord reicht.

Die Kamera lenkt das Auge auf folgende Baudenkmale:
  • Sie fliegt in einer Acht durch das Logo, das Doppel-M für „Messamt für die Mustermessen“. Entworfen wurde es vom Grafiker Erich Gruner (1881 - 1966), eingeweiht wurde es bei der Herbstmesse 1917 im Ersten Weltkrieg.
    Zitat:
    Ursprünglich gab es vier Doppel-M, welche die vier Hauptzugänge auf das Alte Messe Gelände markierten. Das Letzte ist mit einer Höhe von 27 Metern, einer gestreckten Länge der beiden M von 42 Metern und einer Gesamtfläche der Alu Profile von 1.125 m² schon von Weitem ersichtlich. Nach dem Umzug der Messe auf das neue Messegelände im Norden der Stadt Leipzig blieb das Doppel-M der Alten Messe erhalten.
  • Häufigster Schauplatz ist die Messehalle 12, offiziell Achilleion Leipzig, von Ehrlicher jedoch nur Sowjetischer Pavillon genannt. In den 1920er Jahren sollte Leipzig eine neue Sporthalle erhalten, für die eine Halle umgebaut werden sollte, die 1913 für die Internationale Baufach-Ausstellung errichtet worden war. Nach dem Entwurf der Architekten Oskar Pusch (1877 - 1970) und Carl Krämer wurde 1923-1924 das Achilleion gebaut. Durch Luftangriffe wurde die Halle im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1950 als Sowjetischer Pavillon neu eröffnet.
Das war nicht der erste Tatort, und der letzte wird es auch nicht sein. Wenn ich es recht überschlage, dürften so an die zehn Episoden zusammenkommen ...

Geändert von Servalan (27.10.2017 um 20:37 Uhr)
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Alt 30.10.2017, 15:31   #55  
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Wholetrain (Deutschland / Polen, Goldkind Filmproduktion und Aerodynamic Film für ZDF - Das kleine Fernsehspiel 2006), Drehbuch und Regie: Florian Gaag, 89 min, FSK: 12, JMK: 14

In den meisten Filmen kommen Graffiti-Sprayer schlecht weg, weil sich deren Kunst meist im Illegalen bewegt. Mittlerweile bietet die Kunstszene Freiflächen für legale Pieces, häufig Auftragsarbeiten mit entsprechendem Werbewert oder als touristisches Lockmittel. Bei ihren häufig nächtlichen Aktionen versehen Sprayer allein oder in Gruppen öffentliche und private Oberflächen mit ihren Tags und Pieces. Rechtlich gesehen handelt sich in Hausfriedensbruch in Tateinheit mit Sachbeschädigung, die häufig mit Sozialstunden, der zwangsweisen Entferunung der Graffiti und Schadensersatzforderungen geahndet werden.
Die Subkultur wehrt sich durch einen eigenen Slang, der für Laien kryptisch bleibt. So bezeichnet der "Wholetrain" eine Aktion, bei der ein kompletter Zug in einem Rutsch komplett als Bildfläche genutzt wird.
Da die Unternehmen die Flächen rasch reinigen, dolumentieren die Writer und Sprayer ihre Pieces selbst. Allerdings müssen sie ihre Dokumentationen sorgfältig verstecken, weil sie sich sonst selbst überführen könnten.

Auf der Leinwand mischen sich Spielfilm und Dokumentarfilm. Während die klassischen Werke schon in den 1980er Jahren in den USA entstanden, findet das Writing von Tags und Pieces erst in Nuller Jahren Resonanz in der deutschen Filmlandschaft. Die Pioniere hinter der Kamera wie Frank Lämmer oder Florian Gaag stammen aus der Szene, der sie vor allem über die Musikproduktion weiterhin verbunden bleiben.
Wholetrain ist ein Autorenfilm im engsten Sinne: Vom Regisseur Florian Gaag stammt nicht nur das Drehbuch, mit seiner Firma Aerodynamic Film fungiert er darüber hinaus als Co-Produzent und hat den Soundtrack produziert. Weil er sich in der Szene auskennt und die Kamera Writer und Sprayer in Aktion zeigt, suchte er Schauspieler mit entsprechenden Erfahrungen. Ergänzt wurde das Casting durch erfahrene Writer aus der Szene: Cemnoz, Neon, Won, Ciel, Mons und Pure.

So viel Lebensnähe hält den Film quicklebendig, zugleich bereitet er Mühe, sobald es um Drehgenehmigungen auf dem Bahngelände geht. Bei der Deutschen Bahn wurde höflich angefragt, doch die lehnte nicht nur erbost ab, vielmehr setzte sie alles daran, das Filmproijekt europaweit zu stoppen. Die polnische Bahngesellschaft Rozkład jazdy PKP sagte dennoch zu.
Einige Szenen wurden (aus Trotz oder Rache?) in München gedreht.

Die beiden Berliner Graffiti-Crews KSB und ATL sind einander in herzlicher Feindschaft verbunden und messen ihre Kätfte und Künste miteinander. Wer zuerst einen Wholetrain vorweisen kann, dessen Crew hätte gewonnen.
Im Mittelpunkt stehen der Autolackierer Elyas (gespielt von Elyas M’Barek, bekannt durch Türkisch für Anfänger und die Fack ju Göhte-Trilogie), der Schüler Achim und Tino, der trotz seines Sohnes Kenny ein chaotisches Leben führt. Leader of the Pack ist David.
Weil David, Elyas und Tino schon mehrmals erwischt worden sind, kennt die Polizei ihre Adressen. Weitere Schwierigkeiten ergeben sich aus Schulden (wegen des Schadenersatzes), der Kontrolle durch Bewährungshelfer, der Flucht vor der Polizei und der Fehde mit der ATL-Crew.
David möchte wegen seiner Schulden aussteigen, und sein Bewährungshelfer empfiehlt ihm einem Kunstprofessor, bei dem er sich vorstellen soll ...
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Alt 14.11.2017, 19:25   #56  
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Michael (Deutschland 1924, Erich Pommer für UFA, Abt. Decla-Bioscop), Drehbuch: Thea von Harbou und Carl Theodor Dreyer nach dem Roman Mikaël (1904) von Herman Bang, Regie: Carl Theodor Dreyer, 1.935 Meter ~ ca, 90 min stumm

In der Stummfilmzeit besaß das skandinavische Kino einen guten Ruf, teilweise wurde in deutschen Ateliers gedreht. Das Spektrum reichte dabei von Kimokerduos wie Pat und Patachon (eigentlich Fyrtaarnet og Bivognen, also Leuchtturm und Sozius) bis hin zu ernsten Dramen.

Vor allem mit seiner Verfilmung der Leidensgeschichte der Jeanne d’Arc, Die Passion der Jungfrau von Orléans (Frankreich 1928), hat sich Carl Theodor Dreyer einen festen Platz in der Filmgeschichte erobert.
Zu Lebzeiten wurde er von Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau geschätzt, später beeinflußte er Robert Bresson, Ingmar Bergman, Andrei Tarkowski | Андрей Арсеньевич Тарковский und den lautstarken Provokateur Lars von Trier.

Der Künstlerroman des Dänen Herman Bang wurde auf diese Weise zweimal auf die Leinwand gebracht, das erste Mal vom Entdecker Greta Garbos, dem Schweden Mauritz Stiller, in Vingarne (Schweden 1916).
Carl Theodor Dreyers Kammerspiel schildert ein Dreiecksverhältnis, in dem der alternde Maler Claude Zoret zwischen seinen biden jungen Modellen Eugène Michael und der verarmten russischen Fürstin Lucia Zamikow.
Weil Bang homosexuell war, läuft der Stummfilm heutzutage auch in LGBT-Filmreihen. Allerdings halten sich Thea von Harbou und Dreyer in ihrer filmischen Bearbeitung stark zurück: Ohne ein gewisses erotisches Interesse kann hier kein künstlerisches Werk gelingen. Zoret scheint jedoch in erster Linie die Vitalität seiner Modelle zu reizen, während der alte Mann durch seine Kunst zu einem körperlosen, reinen Kopfwesen geworden ist. Eine fast drei Meter hohe Skulptur eines Kopfes drängt sich wiederholt ins Bild.

Zoret ist ein Malerfürst, der von seiner Entourage bewundert wird. Von allen wird er ehrfurchtsvoll Meister genannt und entsprechend gehandelt. Dabei verbindet Zoret ein besonderes Schicksal mit Michael, der vor vier Jahren anklopfte, um vom Meister das künstlerische Handwerk zu erlernen. Von seinen Werken hielt Zoret nichts, dennoch fragt seinen abgewiesenen Schüler, ob der ihm nicht stehen könne.
Erst nach dieser Begegnung gelingt Zoret der Durchbruch in den Olymp der Kunstwerk. Obwohl der Markt seine algerischen Skizzen von Michael schon 30.000 Dollar geboten hat, will er sich nicht von ihnen trennen.
Der Meister residiert auf einem stattlichen Anwesen und leistet sich einen Majordomus. Der Journalist Charles Switt leistet ihm freundschaftlich Gesellschaft und notiert erbauliche Tischgespräche für eine Biographie, die nach dem Tod des Meisters erscheinen soll.
Michael hat freien Zugriff auf das Konto des Meisters, und nachdem er sich in Gräfin Zamikow verguckt, bedient er sich ein wenig zu schamlos. Zorets Bankier will Zahlungsschwierigkeiten vorbeugen, deshalb unterrichtet er den Meister. Der läßt daraufhin ein eigenes Konto für Michael einrichten.


Zoret zeichnet realistisch und figürlich, seine Motive nutzen jedoch biblische, historische ("Cäsar und Brutus") und mythologische Elemente.
Die Szene ist erkennbar in der jüngeren Vergangenheit, Frankreich um 1900, angesiedelt, weshalb er dem Symbolismus und der Dekadenz zugeordnet werden kann.

Über das reale Vorbild Zorets sind sich die Exegeten nicht einig: Die italienische Wikipedia verweist nur auf Auguste Rodin (1840 - 1917), die französische Wikipedia auf Rodin und Claude Monet (1840 - 1926).

Geändert von Servalan (16.11.2017 um 23:33 Uhr)
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Alt 16.11.2017, 14:44   #57  
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Großstadtrevier Staffel 20 Episode 15 (Folge 239) "Fenstergespenster"
(Studio Hamburg für Das Erste 2006), Drehbuch: Jan Schröter, Regie: Miko Zeuschner, 48 min

Alfred Hitchcocks Klassiker Rear Window | Das Fenster zum Hof (USA 1954) nach der Kurzgeschichte "It Had to Be Murder" von Cornell Woolrich erfreut sich auch unter Filmschaffenden hoher Beliebtheit.
Deswegen finden sich Hommagen in der Form einzelner Episoden in etlichen Fernsehserien, besonders seit Jahrzehnten laufende Serien bieten sich als Varianten an - siehe zum Beispiel den Berliner Tatort "Hitchcock und Frau Wernicke" (Folge 764, 2010) mit den Kommissaren Till Ritter und Felix Stark.

Der verletzte Dirk Matthies beobachtet gelangweilt, was sich in der Umgebung seines Hauses tut und ruft im Ernstfall seine Kollegen. In der Nacht sieht er im Hinterhof, wie sich eine Mann und Frau streiten. Kurz darauf werden die Fenster geschlossen und das Licht gelöscht.
Als die Kollegen von der Streife die Wohnung im Erdgeschoß kontrollieren, die den Schwestern Vera und Lara Tanner gehört, wiegeln diese ab. Es wäre überhaupt kein Mann in ihrer Wohnung. Der übereifrige Matthies habe Gespenster gesehen.
Matthies läßt nicht locker und schickt seine Partnerin Katja Metz los, da die Wohnungstür unten wegen der Katze Minka bloß angelehnt sei. Bei ihrer heimlichen Recherche hört sie eine männliche Stimme.
Die anerkannte Kunstmalerin Lara Tanner sitzt im Rollstuhl und hat im Souterrain ihr großes Atelier, in dem sie Landschaften und Porträts anfertigt.

Geändert von Servalan (16.11.2017 um 17:06 Uhr)
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Alt 16.11.2017, 18:22   #58  
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Tatort (Folge 567) "Der vierte Mann" (ProVobis Film im Auftrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) für Das Erste 2006), Drehbuch: Hartmann Schmige, Regie: Hannu Salonen, 88 min, FSK: 12

Obwohl Harald "Harry" Wolter, gespielt von Stargast Jürgen Vogel, gerne ein ehrliches Leben führen will, weil er nur so seinen Sohn Andreas öfter sehen kann, wird er vom LKA Berlin als Einbrecher und Mörder gejagt. Die Kommissare Ritter und Stark sind sich sicher, ihn erkannt zu haben, als er aus der Wohnung des Restaurators Lohmeyer vor der Polizei flüchtete.
Wegen Graffiti und Einbrüchen ist Wolter einschlägig vorbestraft, so daß er ziemlich rasch gefaßt wird. Im Verhör bestreitet Wolter, den Mord begangen zu haben, allerdings kannte er Lohmeyer. Wolter bringt das Duo dazu, sich den Tatort ein zweites Mal anzusehen. Prompt nutzt er diese Gelegenheit zur Flucht und taucht in Berlin unter.
Bei ihrem Lokaltermin entdecken Ritter und Stark ein verstecktes Gemälde aus dem deutschen Impressionismus, das von Max Liebermann (1847 - 1937) stammt. Geschätzter Wert: 10 Millionen Euro.

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