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Hoffnungsvolle Zukunft beim Blick zurück

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Veröffentlicht: 30.07.2014 um 11:21 von Burma
Aktualisiert: 02.09.2014 um 13:32 von Burma

Wer denkt, 25 Jahre nach dem Mauerfall sei das Thema „Deutsche Biografien“ durch, der irrt. Was sich 28 Jahre durch Grenzsperren getrennt unterschiedlich entwickelt hatte, wird nicht so schnell vereinheitlicht.

Als geborener West-Berliner, Erbe des Wirtschaftswunders und spätsozialisiert mit Seyfried und Co., sind für mich die persönlich gehaltenen Comicerzählungen zweier jüngerer Autoren/Zeichner besonders spannend: Mawils „Kinderland“ erschien jüngst 2014, zuvor schon 2009 „drüben!“ von Simon Schwartz. Beide berichten von ihrer Kindheit im „anderen“ deutschen Staat und streifen das symbolträchtige Datum, den 9.11.1989, eher beiläufig. Mawil wurde 1976 in Ost-Berlin, Schwartz 1982 in Erfurt geboren.

Spannend sind die Berichte deshalb, weil ihre Wahrnehmungen, Erlebnisse und Wertungen die Erzählungen meiner Familienangehörigen aus der DDR ergänzen, besonders die derer aus meiner Generation. Kontakte gab es ja trotz aller Erschwernisse, wenn man sie wirklich wollte. Vielleicht hilft für das Verständnis derartiger Comicbiografien auch die spezielle Berliner Erfahrung. Lange Zeit war West-Berlin die Stadt, wo in allen Himmelsrichtungen der Osten lag. Den Kulturschock beim Besuch besonders fremder Länder bekam man quasi vor der Tür.

Beide Autoren sind als Kinder ins neue Deutschland geraten, gehören sozusagen zur neuen Gründergeneration, sind sich ihrer Wurzeln aber sehr bewußt. Mawil und Schwartz verstehen es hervorragend, uns mitzuteilen, wie sie Sicherheiten verloren haben, Erschütterungen verarbeiteten, Enttäuschungen bewältigten und Hoffnungen hegten. Ihre weitere Entwicklung werde ich genau verfolgen, darauf bin ich sehr gespannt. Hoffentlich werden sie jetzt nach und nach als wichtige und auch prägende Comickünstler anerkannt. Das wäre ihnen herzlich zu gönnen. Den großen Reibach macht man mit diesen Werken nicht; die Spuren, die sie hinterlassen und die anderen Talenten als Beispiel dienen können, sind viel wichtiger.

Weitere Arbeiten u.a.
Mawil: "Wir können ja Freunde bleiben", "Action Sorgenkind"
Simon Schwartz: "Packeis", "Vita obscura"
Kategorie: Kategorielos
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